Die Entwicklung der Menschheit aus der Perspektive der Frau
Diego Rodríguez Robredo (Illustrator)
Was die ältesten Menschenfunde über Frauen in der Geschichte verraten
Wenn es um unsere frühesten Vorfahren geht, ist immer von Männern die Rede: Wir pilgern zu Ötzi ins Museum, gehen wie selbstverständlich davon aus, dass Höhlenmalereien von männlichen Künstlern stammen und sprechen vom Homo sapiens. Dabei stammen die meisten Funde aus der Evolution der Menschheit von Frauen! Höchste Zeit also, die Geschichte der Urmenschen aus weiblicher Sicht zu beleuchten.
Marta Yustos ist Anthropologin und erzählt in diesem Kinder-Wissensbuch davon, wie Frauen in der Geschichte seit frühester Zeit mindestens genauso so wichtig waren wie ihre männlichen Gefährten.
- Anpassen oder sterben: Wie die Evolution Frauen zu dem machte, was sie sind
- Kleine, aber wichtige Unterschiede: Was uns von den Menschenaffen unterscheidet
- Was wir von Lucy, Ardi, Mrs. Ples, Benjamina, Denny und ihren Verwandten lernen können
- Die Geschichte der Menschheit aus Frauensicht: ein spannendes Kinder-Buch ab 10 Jahren
- Die Steinzeit und die Frauen: Wie die Spuren unserer Vorfahren gedeutet werden
Die Rolle der Frau: Was wir über die Aufgabenverteilung der Urmenschen wissen
Woran erkennen Wissenschaftler:innen, wer das Innere einer Höhle gestaltet hat? Wann gab es die erste Aufgabentrennung zwischen Männern und Frauen und wie streng war sie? Marta Yustos erklärt wissenschaftliche Arbeitsweisen und verknüpft sie mit spannenden Details über die Lebensweise unserer Ururururururur-Großmütter und -väter. Die kunterbunten Illustrationen von Diego Rodríguez Robredo sorgen dafür, dass auch jüngere Archäolog:innen in spe in diesem Kinder-Wissensbuch viel zu entdecken haben!
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Die Entwicklung der Menschheit aus der Perspektive der Frau. Die Evolutionsgeschichte ist an sich schon eine spannende Sache. Jedoch wurde die Frau in dieser Wissenschaftsparte ziemlich ausgespart. Dabei ...
Die Entwicklung der Menschheit aus der Perspektive der Frau. Die Evolutionsgeschichte ist an sich schon eine spannende Sache. Jedoch wurde die Frau in dieser Wissenschaftsparte ziemlich ausgespart. Dabei wurden auch Überreste von Frauen in großer Zahl gefunden, die uns spannende Einblicke in die Entwicklungsgeschichte geben. So verwendeten unsere Vorfahren nicht nur ihre Hände für die tägliche Arbeit, sondern auch ihre Zähne, wie eine dritte Hand. Anhand der Abnutzungen der Zähne können so Rückschlüsse gezogen werden, dass Männer und Frauen unterschiedlichen Tätigkeiten nachgegangen sein müssen. Das der aufrechte Gang und damit die veränderte Stellung des Beckens nicht nur Vorteile hat, wird jeder Frau spätestens bei der Geburt klar. Diese und noch viele weitere sehr interessante Aspekte gibt es in diesem Buch zu entdecken. Ein absolutes Highlight dieses Buches sind die Illustrationen. Wunderschöne, farbenfrohe Zeichnungen, die einfach nur Spaß machen. Aus diesem Grund ist das Buch auch für alle Altersgruppen geeignet. Kinder können sich an den prächtigen Bildern erfreuen und die älteren Leserinnen lernen so manche Fakten über ihre Ur-ur-ur-ur…Großmütter. Bei uns hat das Buch die ganze Familie begeistert. Und auch unser Besuch hat, beim Blick in mein Bücherregal häufig danach gegriffen und angetan durch die Seiten geblättert. Für mich war es ein farbenfrohes Highlight im grauen November.
Dieses Buch konnte mich komplett überzeugen. Farbenfrohe, außergewöhnliche und eindrucksvolle Bilder erwecken die beschriebenen Geschehnisse aus der Vergangenheit zum Leben, sie werden außerdem optimal ...
Dieses Buch konnte mich komplett überzeugen. Farbenfrohe, außergewöhnliche und eindrucksvolle Bilder erwecken die beschriebenen Geschehnisse aus der Vergangenheit zum Leben, sie werden außerdem optimal vom Text begleitet.
Die Autorin und der Illustrator:
Marta Yustos ist Anthropologin und arbeitet im Museum für menschliche Evolution (MEH) in Burgos. Dort ist sie als Wissenschaftsvermittlerin und Kommunikatorin tätig. Im MEH sind viele Funde aus dem nahe gelegenen Atapuerca, einer der wichtigsten paläontologischen Stätten der Welt, zu finden.
Diego Rodríguez Robredo studierte Archäologie und wissenschaftliche Illustration. Diese Kombination macht es ihm möglich, wissenschaftliches Fachwissen künstlerisch darzustellen. Dabei ist es wichtig, die Daten über die Vorgeschichte korrekt wiederzugeben. Seine Illustrationen ermöglichen es dem Leser bzw. Betrachter wissenschaftliche und komplexe Inhalte leicht zu verstehen.
Inhalt:
„Der Titel dieses Buches, Femina Sapiens, ist nicht ganz ernst gemeint. Doch die Frage ist durchaus berechtigt: Warum sprechen wir bei der Rekonstruktion der Vorgeschichte nur von Männern? Warum konzentriert sich die Forschung nicht auch auf die Überreste von Frauen, die in großer Zahl gefunden wurden?
Dieses Buch ist ein großartiges Familienalbum, mit dem du herausfinden kannst, wer deine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmütter und -Großväter waren. Ein überaus unterhaltsames und präzises Porträt der Evolution des Homo Sapiens aus der Perspektive der Frauen.
Lerne einige der Vorfahren kennen: Ardi, die genauso viel Zeit in den Bäumen verbrachte, wie sie spazieren ging; Lucy, die berühmte Großmutter, oder Mrs. Ples und Benjamina, von denen dieses Buch erzählt.“
(Klappentext)
Gedanken zum Kindersachbuch:
Allein das Cover ist schon eine Augenweide und zeigt den Stil, in welchem dieses Buch bebildert ist. Viele Details, kräftige und ungewöhnlich gewählte Farben lassen die Geschichte der Frauen erstrahlen. Der Titel ist mit der weißen Schrift hervorstechend und ein kleiner Spaß, den sich die Macher ausgedacht haben. Eine Abwandlung von Homo Sapiens, da in der Forschung der Blick ja meist aus der männlichen Sicht auf die Geschehnisse geworfen wird, dabei haben auch die Frauen seit jeher eine große Wirkung auf den gesellschaftlichen Wandel.
Die Autorin schlägt einen frischen und modernen Ton, an um die vergangenen Ereignisse zu beschreiben. Dabei bleibt alles gut verständlich und es gibt auch immer mal wieder Vergleiche mit der heutigen Zeit, wie zum Beispiel dass der damalige Faustkeil das Äquivalent zum heutigen Schweizer Taschenmesser ist. Die Seiten sind fast schon wie ein Wimmelbuch, da sie nur so von liebevollen Details strotzen. Über die gesamten Flächen erstrecken sich die bunten Darstellungen und es gibt kleiner Textabschnitte, die bei den entsprechenden Zeichnungen eingefügt sind. So stehen die tollen, bunten und detailreichen Bilder im Vordergrund.
Der Illustrator hat die Farben der Illustrationen abstrakt gewählt, da gibt es lila Bäume oder königsblaue Tiere. Auch findet man immer wieder Muster in den Dingen, wie Wellen in grünen Landschaften. Das erschafft eine ganz eigene Atmosphäre und spiegelt auch wieder, dass einiges in unserer Vergangenheit nach wie vor im Unklaren verbleibt, denn es gibt schließlich nicht unendlich viele Funde, sondern verhältnismäßig nur eher wenige, durch die Forscher ihre Rückschlüsse auf vergangene Ereignisse gezogen haben.
Die angesprochenen Themen ziehen sich über die verschiedenen Jahrhunderte hinweg. Es beginnt mit einem Evolutionsbaum, geht weiter mit der Anatomie, den Anfängen unter den Menschenaffen und den verschiedenen Vorstufen des Homo Sapiens. Dabei ist der Blick immer explizit auf die Frau gerichtet, sei es bei der Anatomi der Vergleich des menschlichen Beckens mit dem der Affen oder allgemein bei der Forschung und Archäologie in welchen die weiblichen Aspekte bisher immer zu kurz kamen. Aber auch gesellschaftliche Themen wie Nächstenliebe und der familiäre Zusammenhalt, die Lebensweisen etc. werden mit den weiblichen Funden in Verbindung gebracht. Auch weibliche Wissenschaftler im Bereich der Archäologie werden benannt und ihre Erungenschaften damit gefeiert.
Fazit:
"Femina Sapiens" zeigt sehr gut, dass die Autorin und der Illustrator vom Fach sind. Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden für Kinder spannend aufbereitet und der Anteil weiblicher Aspekte ins Zentrum gerückt. Die Illustrationen sorgen für einen ganz neuen Zugang zu der Thematik, den ich so bisher nirgends finden konnte. Die Faszination für die Archäologie wird hier definitiv geweckt und somit auch das Interesse an der Entwicklung der Menschheit anhand ihrer weiblichen Aspekte. Frauen sind nach wie vor in vielen Bereichen unterrepräsentiert, doch dieses Buch räumt mit diesem Misstand auf und zeigt, wie wichtig der weibliche Part in jeglicher Entwicklung ist.
Lange wurde die Prähistorie des Menschen aus männlicher Perspektive gesehen und niedergeschrieben. Höhlenmalereien? Stammten lange vermeintlich von männlichen Hominiden - doch jüngere Forschungen haben ...
Lange wurde die Prähistorie des Menschen aus männlicher Perspektive gesehen und niedergeschrieben. Höhlenmalereien? Stammten lange vermeintlich von männlichen Hominiden - doch jüngere Forschungen haben ergeben, dass viele Handabdrücke in den ersten Malereien nur von weiblichen Händen geschaffen worden sein konnten. Waffen als Grabbeigaben? Sehr lange ging man davon aus, dass ausschließlich Männer mit Waffen bestattet wurden - aber auch Frauen haben gekämpft und Ruhm erlangt, mit dessen Insignien ihre sterblichen Überreste ins Jenseits gesendet wurden.
Femina Sapiens gibt den Impuls, Frauen in der Geschichte aktiv mitzudenken und die Relevanz des Weiblichen durch die Historie hindurch anzuerkennen. Ein wirklich sehr schönes Kindersachbuch!