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Veröffentlicht am 15.10.2019

Eine unterhaltsame aber weniger ergreifende Fortsetzung der Geschichte von Cinder & Ella.

Cinder & Ella
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Nachdem ich vor ein paar Monate den ersten Teil der Geschichte von "Cinder & Ella" gelesen habe und tief berührt war, wollte ich natürlich wissen, wie es mit den beiden weiter geht und war sehr neugierig ...

Nachdem ich vor ein paar Monate den ersten Teil der Geschichte von "Cinder & Ella" gelesen habe und tief berührt war, wollte ich natürlich wissen, wie es mit den beiden weiter geht und war sehr neugierig auf die Fortsetzung "Cinder & Ella – Happy End – und dann?", welche direkt an den ersten Band anknüpft. Ich habe mich recht gut unterhalten gefühlt, aber leider konnte mich die Handlung nicht so überzeugen, wie es bei dem ersten Teil der Fall war.

Die Autorin:
Kelly Oram schreibt seit ihrem 15. Lebensjahr Geschichten. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Phoenix, Arizona und widmet sich dort der Schriftstellerei.

Inhalt:
„Endlich haben Cinder alias Brian und Ella sich gefunden. Doch wie ist es wirklich, die Freundin eines berühmten Filmstars zu sein? Ella geht noch zur Schule und muss sich auf ihren Schulabschluss vorbereiten, während Brian unterwegs ist und Filme dreht. Zudem sind Ellas Probleme nach dem Unfall und dem Verlust ihrer Mutter noch lange nicht vom Tisch, sie muss noch viel verarbeiten. Ist die Liebe zwischen Cinder und Ella stark genug, um all das zu überwinden?" (Klappentext"

Kritik und Fazit:
Ich habe sehr gut in die Lektüre hinein gefunden und fand es sehr gut, dass alle wichtigen Charaktere aus dem ersten Band "Cinder & Ella" nochmals eine kleine Einführung durch ihre Auftritte bekommen haben.
Es war sehr schön, mitzuerleben, wie Brian und Ella miteinander umgehen. Einerseits sind sie sich wahnsinnig vertraut, da sie sich schon so lange kennen. Andererseits lernen sie sich jetzt erst richtig, von Angesicht zu Angesicht kennen.
Ich finde Ellas Zurückhaltung sehr authentisch und ich kann mir vorstellen, dass es ihr unheimlich schwer fällt, sich berühren zu lassen, wo sie doch selbst mit ihrem vernarbten Körper so hadert. Sie ist mutig und stark, aber auch das hat Grenzen und das bringt die Autorin wunderbar rüber.

Gleich zu Beginn der Handlung gibt es allerdings eine Szene, die mich nicht überzeugen konnte. Sie wirkte leider etwas konstruiert, um auf ein großes Problem der Beziehung aufmerksam zu machen: Ella ist nun ein Promi und muss sich mit der Öffentlichkeit auseinander setzen. Die erwähnte Szene öffnet Ella die Augen und zeigt ihr, dass ihr Leben nun grundlegend verändert ist, da sie als Freundin eines Prominenten nun auf Schritt und Tritt unter Beobachtung steht. So kommt es dazu, dass ihr Unfall und die Folgen in der Öffentlichkeit breit getreten wird. Jeder scheint sich ein Urteil über sie zu bilden, was sie enorm unter Druck setzt.

Die Beziehung zwischen Ella und ihrem Vater ist auch ein wichtiges Thema der Geschichte. Der Konflikt zwischen den beiden wird aber meiner Meinung nach leider viel zu einfach gelöst wird. Es ist so viel zwischen den beiden vorgefallen und das kann eigentlich nicht so einfach beiseite geschoben werden. Das ist für mich absolut Hollywood Happy End und muss eigentlich nicht sein. Ich hatte während des Lesens schon befürchtet, dass sich der Vater so leicht aus der Affäre ziehen könnte. Wieso muss das aber so sein? Das Leben ist nicht immer ein Ponyhof und ich finde Ella kommt auch sehr gut ohne ihren Vater zurecht. Wenn es auf ein neutrales Verhältnis in dem man sich „Hallo“ und „Tschüss“ sagt herausgekommen wäre, der Zwillinge zuliebe, dann wäre es für mich viel authentischer gewesen.

Zwischendrin gibt es aber auch immer wieder schöne Szenen, die beispielsweise Brian als liebevollen Menschen darstellen und zeigen, dass auch ihm durch seine fehlende Kindheit viele Dinge entgangen sind, er aber dennoch seine kindliche Ader behalten hat.

Zum Ende hin hatte ich den Eindruck, dass alle Stränge nur noch schnell ins Lot gebracht werden mussten. Ganz besonders gestört hat mich, wie bereits erwähnt, die Versöhnung mit dem Vater.
Die gesamte Story hält leider nicht ganz das, was laut Klappentext versprochen wurde. Brians Arbeit als Schauspieler, und Ellas Leben in der Schule kommen so gut wie gar nicht vor. Brian und Ella versuchen lediglich gemeinsam einen Lebensweg zu finden. Brian muss lernen, Ella genug Freiraum zu gewähren. Während Ella weiter daran arbeitet, ihren Körper zu akzeptieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihre Bedingungen zu stellen.
So konnte mich also das Buch nicht so stark überzeugen, wie das beim ersten Teil der Fall war. Einerseits hat es sich für mich locker und flüssig gelesen und ich war auch nicht gelangweilt, andererseits hätte ich mir das ein oder andere Detail aus dem normalen Alltag noch gewünscht.

Veröffentlicht am 14.10.2019

Ein Jugendbuch über die Selbstdarstellung in den sozialen Medien

Mein (geheimes) YouTube-Leben
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Die sozialen Medien spielen besonders für Jugendliche eine immer wichtigere Rolle. In Zeiten von YouTube, Instagram und Co kommen Kinder immer schneller in den Sog des Internets und geben oftmals viel ...

Die sozialen Medien spielen besonders für Jugendliche eine immer wichtigere Rolle. In Zeiten von YouTube, Instagram und Co kommen Kinder immer schneller in den Sog des Internets und geben oftmals viel zu viel von sich selbst preis. Andererseits leben gefeierte YouTube Stars ihren Followern ein perfektes Leben vor, welches hinter den Kulissen nicht mehr ansatzweise so entspannt und schöne ist. Von diesen Kontroversen handelt das Buch "Mein (geheimes) YouTube-Leben" von Charlotte Seager. Die Autorin befasst sich aber nicht nur mit der Selbstdarstellung von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, sondern auch mit den Themen Cybermobbing, Mobbing in der Schule und dem herrschenden Frauenbild.

Die Autorin:
Charlotte Seagers ist Journalistin. Sie lebt und arbeitet in London. "Mein (geheimes) YouTube-Leben" ist ihr erster Roman. Die Idee zu diesem Buch kam ihr im Umgang mit YouTubern und den Unterschieden im Leben online im Vergleich zu offline.

Inhalt:
„Lily ist der absolute YouTube-Superstar! Ihre Fans wissen alles über ihr fantastisches Leben in London, wo sie zusammen mit ihrem Freund Bryan wohnt. Bryan ist ein Rockstar und zusammen sind sie das perfekte YouTube-Pärchen. Aber der Schein trügt, denn der Erfolgsdruck wird immer größer und manchmal hat Lily das Gefühl zu ersticken.
Ihr größter Fan ist die unscheinbare Melissa. Sie würde alles tun, um so zu sein wie Lily. Eines Tages fängt Melissa an sich einfach tolle Geschichten für ihren Blog auszudenken – und sie zu veröffentlichen. Sie verliert sich immer mehr in ihrer perfekten Online-Welt, bis zu dem Tag, als sich die Lebenswege der beiden Mädchen auf dramatische Weise überschneiden.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven geschildert. Da ist Lily, die es schon zu Ruhm und Reichtum geschafft hat, doch immer mehr wird ihr Blog zur Last, anstatt sie mit Freude zu erfüllen. Sie muss Termine einhalten, regelmäßig Videos veröffentlichen und dabei immer top gestylt und fröhlich auftreten, auch wenn ihr gesamtes Privatleben in die Brüche geht.
Daneben steht Melissa, ein Mädchen mit nur wenigen Freunden. Sie zählt nicht zu den coolen Kids an ihrer Schule, obwohl sie so gerne dazu gehören möchte. Um Anerkennung zu erlangen beginnt sie auf ihrem Blog mit einem Lügenkonstrukt, welches immer schwerer aufrecht zu erhalten ist und am Ende droht, ihr Leben offline zu zerstören.

Der Kontrast zwischen dem wahren Leben und dem im Internet dargestellten Leben könnte nicht größer sein und wird von der Autorin sehr gut in Szene gesetzt.
Der Stress und Druck, der von allen Seiten durch Medien, Fans und das eigene Team auf Lily lastet ist so groß, dass sie bereits körperlich darauf reagiert.
Dass junge Mädchen sich meist an Promis orientieren, um ihren Platz im Leben zu finden ist allseits bekannt. Umso schlimmer ist es, mitansehen zu müssen, wie Melissa sich in ihren Lügen verstrickt, nur um etwas positive Aufmerksamkeit zu bekommen.

Während Lily später ihren Weg findet, und sich für Frauen in den Medien stark macht, somit weiterhin ihrer Leidenschaft mit YouTube nachgeht, dabei aber sich selbst nicht aus den Augen verliert, muss Melissa sich zunächst einmal von ihrer Online-Welt distanzieren, um sich selbst zu finden und die Welt ohne Filter zu erleben. Sie gewinnt am Ende sogar einen Freund, auf den sie sich verlassen kann.

Der Schreibstil ist flüssig und modern, sodass die ganze Geschichte authentisch wirkt. Auch die Charaktere sind gut gezeichnet und vor allem Lily ist mir ans Herz gewachsen. Auch wenn es mir als Erwachsenen hin und wieder befremdlich war, wieso Melissa sich weiter in ihre Lügen verstrickt, empfand ich die Geschichte als Bereicherung. Denn all zu oft erkennen Erwachsene nicht die ersten Zeichen von Stress oder Mobbing beim Kind.
Zu Beginn bewegt sich der Roman noch eher an der Oberfläche, doch im Verlauf der Ereignisse gewinnt die Handlung mehr und mehr an Tiefe.

Charlotte Seager befasst sich hier mit einem ganz wichtigen Thema der heutigen Zeit. Für jugendliche Leser ist dieses Buch mit Sicherheit ein Gewinn. So können sie sich selbst mit ihrem eigenen Handeln im Internet auseinandersetzen und bekommen vorgeführt, was hinter der perfekten Fassade der Promis wirklich steckt. Aber nicht nur für Jugendliche ist dieses Buch empfehlenswert, auch Erwachsene können hier einiges über das Innenleben von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen erfahren. "Mein (geheimes) YouTube-Leben" ist ein Jugendroman, der einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung bezüglich der Sozialen Medien leistet.

Veröffentlicht am 01.10.2019

Darko auf fantastischen Reisen mit seinen tierischen Freunden

Ein Affe an der Angel
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Mit dem Cover von "Ein Affe an der Angel" musste wurde meine Neugier sofort geweckt, als ich es im Programm des Verlags arsEdition entdeckte. Da thront ein Junge auf seine Bett, welches einige Tiere unter ...

Mit dem Cover von "Ein Affe an der Angel" musste wurde meine Neugier sofort geweckt, als ich es im Programm des Verlags arsEdition entdeckte. Da thront ein Junge auf seine Bett, welches einige Tiere unter seiner Bettdecke zu beherbergen scheint. In der Hand hält der Junge eine Angel und ein Affe versucht sich den Köder zu schnappen. So fantasievoll und bunt das Cover ist, so ist es auch mit den drei Tiergeschichten, die in dem Buch erzählt werden.

Autor und Illustrator:
Jonny Bauers eigentlicher Name ist Carsten Johannisbauer. Er studierte Kultur, Ästhetik und Medien, war viele Jahre Chefredakteur einer Kunstzeitschrift und arbeitet heute als Autor, Art-Direktor und Lehrbeauftragter.
Stephan Lomp zeichnet und schreibt seit 2011 Kinderbücher, nachdem er sein Studium der Visuellen Kommunikation absolviert hatte.

Inhalt:
„Was macht ein angehender Tierforscher an einem Regentag im achten Stock? Er wirft die Angel aus dem Fenster und wartet ab, was anbeißt. Ob bei Regenwetter im Kinderzimmer oder bei Stau auf der Autobahn, Darko ist Meister darin, überall Abenteuer zu finden. Auf seinen fantasievollen Reisen findet er tierisch gute Freunde, mit denen er viel Spaß hat und von denen er so einiges lernt!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Wie bereits erwähnt ist das Cover rundherum absolut ansprechend gestaltet und macht den Leser neugierig auf die Geschichten, die im Buch stecken.
Dabei handelt es sich um drei Erzählungen über den Jungen Darko und seine tierischen Freunde. Die Erzählungen haben alle einen ähnlichen Aufbau. Darko langweilt sich aus dem ein oder anderen Grund und während dessen entschlüpfen die Tiere aus seinem Lexikon und erleben verschiedenen Situationen mit Darko. Mal versuchen sie bei Regenwetter Würmer zu fangen, dann wollen sie der Ursache eines Autostaus auf den Grund gehen oder sie kümmern sich um ein krankes Meerschweinchen.

Für mich als Erwachsenen waren die Geschichten nicht sonderlich spannend, aber meine 8-jährige Tochter haben sie gefallen. Gleichwohl sie auch nicht so euphorisch auf dieses Buch reagierte, wie es bei anderen der Fall war. Dennoch vergab sie die volle Anzahl an Sternen. Ich persönlich gebe einen Stern Abzug, da mich die Botschaften der Geschichten nicht ganz so überzeugen konnten und der Aufbau zu ähnlich gestaltet war. Der Klappentext verspricht, dass Darko viel von den tierischen Freunden lernt. Dies ist aber eher oberflächlich der Fall. Es ist nicht so, dass er sich in den Geschichte einiges an Wissen anhäuft.

Hierbei sollte aber nicht außer acht gelassen werden, dass dieses Buch für Kinder ab 6 Jahren vorgesehen ist. Somit also auch ein kürzerer Spannungsbogen und gelegentliche Wiederholungen noch im Sinne des Kindes sind.
Alles in allem handelt es sich bei "Ein Affe an der Angel" um ein schönes Büchlein, mit witzigen, farbenfrohen und passenden Illustrationen in denen ein Junge kleine aber dennoch aufregende und „fantastische Tiergeschichten aus der Stadt“ erlebt.

Veröffentlicht am 25.09.2019

Eine aufkeimende Liebe mit übersinnlichen Elementen in einem wundervollen Setting!

Wunder & so - Falls ich dich küsse
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Manchmal braucht man einfach ein Buch fürs Herz. Da passen Jugendromane eigentlich meist ganz gut und als ich von der neuen Reihe "Wunder & so" von Mara Andeck gehört habe konnte ich den ersten Teil einfach ...

Manchmal braucht man einfach ein Buch fürs Herz. Da passen Jugendromane eigentlich meist ganz gut und als ich von der neuen Reihe "Wunder & so" von Mara Andeck gehört habe konnte ich den ersten Teil einfach nicht in der Buchhandlung zurücklassen. Was soll ich sagen, das Buch hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.

Die Autorin:
Mara Andeck ist Autorin und Wissenschaftsjournalistin. 2013 debütierte sie mit ihrem Jugendbuch Wen küss ich und wenn ja, wie viele?, welchem sich noch zwei weitere Bücher im Tagebuchstil anschlossen. Es folgten weitere Jugendbücher, Kinderbücher, Romane und Sachbücher. "Wunder & so – Falls ich dich küsse" ist der erste Band einer Trilogie. Der zweite Teil erscheint im Frühjahr 2020.

Inhalt:
„Es sind wahrhaft traumhafte Ferien, die vor der 15-jährigen Lou und ihrer besten Freundin Amy liegen. Denn das Schiff, auf dem die beiden ihren Urlaub verbringen, erinnert sehr an die legendäre Titanic. Inklusive Butlern, tollen Kleidern und einer Ausstattung aus Samt und Seide. Kaum an Bord, begegnet Lou einem Jungen, der ihr seltsam vertraut vorkommt. Dabei ist sie sich sicher, dass sie ihn nie zuvor gesehen hat. Doch kann Lou dem romantischen Gefühl des Déjà-vus trauen, das sie mit Sam verbindet? Denn gleichzeitig spürt sie, dass etwas Dunkles und Beunruhigendes von ihm ausgeht …“ (Klappentext)


Kritik und Fazit:
Schon das Cover lässt einen träumen. Es ist floral verspielt und enthält so viele kleine Details, dabei ist es harmonisch fast nur in Rottönen gehalten. Das riesengroße Herz beinhaltet den Titel und zeigt das Kreuzfahrtschiff, auf welchem sich die Handlung abspielt. Ein Lesebändchen rundet das Ganze ab.

Wie bereits erwähnt ist das Setting dieses Romans einfach traumhaft. Lou befindet sich auf einem Schiff, welches die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts nachstellt. Die Ausstattung wie auch die Kleidung sind wie ein wahr gewordener Mädchentraum. Lou und Amy tauchen in eine ganz fremde Welt ein, die aufregend ist und voller Abenteuer steckt.

Die magische Verbindung zwischen Lou und Sam bringt einiges an Gefühlschaos mit sich, denn manchmal fühlt Lou sich wahnsinnig zu ihm hin gezogen doch im nächsten Moment scheint Sam abweisend und regelrecht gefährlich zu sein. Trotzdem kann sie nicht anders, als ihm zu vertrauen, auch wenn sie selbst das in Gefahr bringen könnte.

Die Hauptcharaktere des Romans sind allesamt sympathisch. Amy ist eine gute Freundin, die Lou stets zur Seite steht, sie ist ein Mädchen, mit dem man Pferde stehlen kann. Die Drillinge sehen zwar gleich aus, sind aber ganz unterschiedliche Typen mit viel Humor. Cleo scheint ein etwas verlorenes Mädchen zu sein, die sich über den Anschluss an die Gruppe freut und es genießt, eine unbeschwerte Zeit zu verbringen. Ganz im Gegensatz dazu steht Calissa, die sich ständig ins Rampenlicht schiebt.

Mara Andecks Jugendroman "Wunder & so – Falls ich dich küsse" ist so herzerwärmend, dass ich am Ende mit einem ganz wunderbaren Gefühl entlassen wurde und nun sehr ungeduldig auf die nächsten Bände der Trilogie warte.

Veröffentlicht am 19.09.2019

KINDERBUCH ZUM THEMA KREBSERKRANKUNG DES KINDES

Lotte und die Chemo-Männchen
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Es gibt ein paar Fachverlage, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mithilfe von Bilderbüchern Kindern schwere Themen näher zu bringen. Ich glaube, dass dieser Art von Büchern viel zu selten Beachtung ...

Es gibt ein paar Fachverlage, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mithilfe von Bilderbüchern Kindern schwere Themen näher zu bringen. Ich glaube, dass dieser Art von Büchern viel zu selten Beachtung geschenkt wird. Ist man erst einmal betroffen, kann es eine Weile dauern, bis man das richtige Buch für sein Anliegen findet.

Inhalt:
Lotte entdeckt auf einmal blaue Flecke an ihren Beinen und weiß nicht, wo die auf einmal her kommen. Ihre Mama fährt daraufhin mit ihr zum Arzt und sie erfahren dort, dass sie an Krebs erkrankt ist.
In ihrem Blut sind schwarze Steinchen, die da nicht hin gehören und so müssen die Chemo-Männchen kommen und sie vertreiben. Dazu muss sie oft ins Krankenhaus und fühlt sich ganz schlapp und krank. Doch am Ende besiegt sie den Krebs.

Die Autorin:
Sonja Marschall begann im Alter von 14 Jahren, an diesem Buch zu schreiben. Angeregt durch die Erkrankung ihres Sitterkindes suchte sie nach Kinderbüchern zum Thema Krebs. Schnell stellte sie fest, dass es kaum Kinderbücher zu diesem Thema gibt und so versprach sie ihrem Sittemädchen, selbst eines zu schreiben. Nach einer umfangreichen Recherche, vielen Gesprächen mit Fachleuten aus Universitätskliniken und zwei Jahre später erschien nun "Lotte und die Chemo-Männchen".

Kritik und Fazit:
Es ist unglaublich, wie ein so junges Mädchen, solch ein wichtiges Buch in die Welt setzen konnte. "Lotte und die Chemo-Männchen" beinhaltet eine Menge an fundiertem Wissen bezüglich der verschiedenen Krebs Arten. Auch in diesem Buch wird Krebs durch die Bausteine ganz bildhaft und verständlich erklärt. Da gibt es schwarze Bausteine, die die wichtigen roten Bausteine verdrängen. Und hier kommen die Chemo-Männchen ins Spiel, die wieder für Ordnung sorgen sollen.
Sowohl der Alltag zu Hause, wie auch der Aufenthalt im Krankenhaus werden umfassend, dabei aber auch kindgerecht beschrieben.

Die Illustrationen begleiten den Text auch hier farbenfroh und größtenteils fröhlich, sodass die Kinder nicht zu sehr in Angst versetzt werden.
Sonja Marshall verschweigt gleichzeitig aber nicht, dass nicht alle Krebskranken die Krankheit besiegen. Eines der Kinder im Krankenhaus hat es nicht geschafft und so wird im Vergleich zu Leos Papa hat Krebs das Thema nicht nur kurz angeschnitten, sondern auch die Trauer der Freunde greifbar und ehrlich behandelt.

Das Buch richtet sich an Kinder ab vier Jahren, die mit dem Thema Krebs in Kontakt gekommen sind. Der Textumfang ist in diesem Buch recht groß, sodass ich mir vorstellen könnte, dass das ein oder andere Kind in diesem Alter noch nicht genug Sitzfleisch hat und das Buch über mehrere Etappen gelesen werden müsste. Aber irgendwo müssen ja auch die vielen Fakten untergebracht werden.
"Lotte und die Chemo-Männchen" ist ein gelungenes Buch über ein schweres Thema, in welchem die Autorin behutsam alles Wissenswerte für Kinder aufbereitet hat.