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Veröffentlicht am 14.02.2019

Die berührende Geschichte eines Taxifahrers und einer todkranken, jungen Frau

Die Antwort auf Vielleicht
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Die Lektüre dieses Buches war keine leichte, da sie ein schweres Thema behandelt und auf einer wahren Begebenheit beruht. Der junger Taxifahrer Adam, der vornehmlich krebskranke Patienten zu ihren Behandlungen ...

Die Lektüre dieses Buches war keine leichte, da sie ein schweres Thema behandelt und auf einer wahren Begebenheit beruht. Der junger Taxifahrer Adam, der vornehmlich krebskranke Patienten zu ihren Behandlungen fährt, lernt die unheilbar kranke Jessi kennen. Die beiden fühlen sich sofort verbunden und so kreuzen sich auch privat ihre Wege. Während Adam Jessie auf ihren letztenWegen begleitet, denkt er selbst über seine Zukunft nach und stellt fest, dass er sein Leben endlich aktiv leben muss, anstatt immer alles auf später zu verschieben.

Der Autor:

Hendrik Winter (geboren 1968) war Soldat, Sportlehrer, Redakteur und Taxifahrer. Inzwischen arbeitet er als Autor und veröffentlichte unter seinem richtigen Namen (Hendrik Winter ist ein Pseudonym), Andreas Winkelmann, bereits zahlreiche Thriller im Rowohlt Verlag.

Inhalt:

Adam hat nicht damit gerechnet, sich in eine der Patientinnen zu verlieben, die er täglich zur Chemotherapie und zurück fährt. Doch dann steigt eines Tages Jessi in sein Taxi – jung, schön und todkrank. Ehe er sichs versieht, ist es um ihn geschehen. Als er erfährt, dass Jessi vielleicht nur noch wenige Wochen zu leben hat, setzt er alles daran, ihr diese Zeit so schön wie möglich zu machen. Und er hat ein Ziel: Jessis größten Wunsch zu erfüllen. Währenddessen erkennt er, dass auch er seine Träume vielleicht nicht bis „irgendwann einmal“ aufschieben sollte … (Seite des Verlags)

Kritik und Fazit:

Hendrik Winter gelingt es, überaus einfühlsam und authentisch die Geschichte von Adam und Jessi zu erzählen. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend.
Natürlich handelt es sich um ein ernstes Thema und ich musste öfters ordentlich schlucken und die Tränen liefen dennoch. Aber die Kombination aus Dramatik und Humor macht es dem Leser leichter, mit allem klarzukommen.
Als ich mit dem Lesen begann, wusste ich noch nicht, dass der Autor aus seinem eigenen Erfahrungsschatz heraus, diese Geschichte geschrieben hat. Nachdem ich erfahren habe, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht, fiel es mir zunächst erst einmal enorm schwer, weiter zu lesen, da ich nicht sofort die nötige Distanz gefunden habe, denn bei jedem Satz dachte ich mir: „Das ist vermutlich wirklich so geschehen und Jessie hat es wohl nicht überlebt“. Dafür braucht man wirklich starke Nerven.
Am Schluss bleibt offen, welches Detail der Autor wirklich so erlebt hat und welches seiner dichterischen Feder entsprungen ist. Aber das ist am Ende auch gar nicht wichtig.

Das Cover ist schlicht gehalten, damit aber doch so aussagekräftig. Ein Auto (die Krebskarosse) vor einer Skyline, die Regentropfen (oder Tränen) über das gesamte Cover verteilt, die Farben in Blau- und Pinktönen gehalten. Dies alles symbolisiert eine Schwere aber auch gleichzeitig eine gewisse Leichtigkeit. Mit der Darstellung der Bremer Stadtmusikanten wird vielleicht auf die humorvolle Seite der Geschichte verwiesen.

Die Charaktere dieser Geschichte sind allesamt auf ihre Weise liebenswert. Adam steckt in seinem Leben fest, er hat einen großen Traum, den er wegen des Geldes aber immer wieder auf später verschiebt.
Sein bester Freund, der den gleichen Traum hat, ist ihm diesbezüglich keine Hilfe, sondern mit seinem Job zeitlich absolut ausgelastet. Dennoch ist er für Adam da und hilft ihm, wenn es darauf ankommt.
Adams Oma ist schon sehr alt, dafür aber noch agil, nur das Gedächtnis lässt sie langsam im Stich. Aber auch sie ist Adam mit ihrem Erfahrungsschatz und ihrer Weisheit eine große Hilfe.
Jessie ist eine starke Frau, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden hat und mit dem nötigen Humor, um daran nicht zu zerbrechen, weiter durchs Leben geht. Und das muss sie auch, hat sie doch eine kleine Tochter, die auf sie zählt, solange es noch geht.
Ihr zur Seite steht ihre beste Freundin, eine selbstbewusste Frau mit Berliner Schnauze, die sich ganz solidarisch auch eine Glatze scheren lässt.
Ganz besonders ist mir die Nebenfigur Frau Grabenhort ans Herz gewachsen. Auch sie ist schwer erkrankt und sie verliert nach und nach ihre Beine. Doch sie macht das Beste aus ihrer Situation. Ich bewundere ihren Lebensmut und wie sie mit ihrer Erkrankung umgeht. Hut ab!

Die vielen amüsanten Passagen mit ihren humorvollen Protagonisten machen es dem Leser leichter, sich auf diese sehr emotionale Geschichte einzulassen. "Die Antwort auch Vielleicht" ist ein schönes Buch, welches ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann, wenn man auch starke Nerven haben muss, um mit dieser tragischen Geschichte klar zu kommen. Ich habe mitgelitten und war sehr ergriffen. Der Roman ließ mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge tief berührt zurück.

Veröffentlicht am 27.10.2017

Ein vielversprechendes Buch mit tollem Schreibstil, aber leider eine Erwartung schürend, die nicht bis zum Schluss eingehalten werden konnte.

All for You – Sehnsucht
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Die Autorin hat mich mit ihrer Geschichte sofort abgeholt, ich wollte wissen, was der Hauptprotagonistin in ihrer Jugend widerfahren ist, dass sie so eine weitreichende Entscheidung treffen musste, die ...

Die Autorin hat mich mit ihrer Geschichte sofort abgeholt, ich wollte wissen, was der Hauptprotagonistin in ihrer Jugend widerfahren ist, dass sie so eine weitreichende Entscheidung treffen musste, die dazu führte, dass sie ihre große Liebe verlor.

Einigen wird die Autorin Meredith Wild durch ihre HARD-Reihe bereits bekannt sein. Ich selbst habe die Bücher nicht gelesen und die Stimmen dazu schwanken. Nichts desto trotz handelt es sich bei den Büchern um New-York-Times- und USA-Today-Bestseller. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in New Hampshire und bezeichnet sich selbst als Techniknarr, Whiskey-Kennerin und Romantikerin.
All For You – Sehnsucht ist der erste Teil eine Reihe, deren weitere Teile im Januar und April kommenden Jahres erscheinen werden.
Im Prolog werden Maya und Cameron, die beiden Hauptprotagonisten vorgestellt. Sie sind noch jung als Cameron Maya einen Heiratsantrag macht, den diese aber nicht annimmt. Der Leser bekommt zu verstehen, dass Maya von ihrer Vergangenheit verfolgt wird und deshalb nicht bereit ist, zu heiraten. Cameron ist daraufhin so verletzt, dass er Maya verlässt. Fünf Jahre später treffen sich die beiden nicht ganz zufällig wieder, ihre Liebe ist ungebrochen, doch beide sind sehr verletzt. Cameron kämpft für eine Beziehung.

Der Einstieg in das Buch fällt leicht und die Autorin hat einen angenehmen und sehr flüssigen Erzählstil. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Maya und Cameron ab, sodass der Leser beide Sichtweisen kennenlernt. Die Spannung und Anziehung zwischen Maya und Cameron sind geradezu greifbar. Die ersten Annäherungen sowie die schlagfertigen Gespräche zwischen den beiden Protagonisten sind schön geschrieben. Auch die Nebencharaktere Eli und Darren haben mir gut gefallen. Und immer wieder stellte sich mir die Frage, was Maya mit ihrer Familie erlebt haben muss, denn sie ist ein tragischer Charakter, der sich selbst verloren zu haben scheint. Ihre Tristesse und wie sie mit ihrem unglücklichem Leben abgeschlossen hat, haben mich berührt. Dabei fragte ich mir, ob Cameron nun seine alte Maya wieder haben will, oder ob ihm auch etwas an der neuen, veränderten Maya liegt. Diese muss er aber erst einmal kennenlernen. Am Ende des zweiten Drittels kommt es zu einem wirklich einschneidenden Ereignis und ich habe die Seiten bis dahin wie im Flug gelesen. Das letzte Drittel des Buches enttäuschte mich dann leider zunehmend. Die Beziehung der beiden scheint auf der Stelle zu treten, es gibt keinen Fortschritt und sowohl Cameron als auch Maya entwickeln sich überhaupt nicht weiter. Das ach so schlimme Geheimnis aus Mayas Vergangenheit ist für meinen Geschmack nicht ausreichend, um ihre Handlungen zu erklären.

Das Buch ließ mich etwas enttäuscht zurück, da ich mir wirklich sehr viel von diesem Geheimnis erhofft habe. Die Spannung, die zu Beginn aufgebaut wird und einen immer weiter mitfiebern lässt, hielt nicht bis zu Ende an bzw. die Ursache für Mayas Verhalten war einfach nicht dramatisch genug, um ihre Handlungen zu rechtfertigen.
Nachdem ich das Buch zur Seite gelegt habe, dachte ich mir, dass ich die weiteren Teile wohl nicht mehr lesen werde. Durch meine Recherche habe ich aber jetzt herausgefunden, dass sich Teil 2 und Teil 3 nicht mehr um Maya und Cameron drehen, sondern um Nebenprotagonisten (Darren und Olivia) des ersten Teils. Das wiederum macht mich neugierig, und ich werde der Autorin wohl doch noch eine zweite Chance geben, in der Hoffnung, dass Meredith Wild mit den beiden anderen Romanen das Potential der Story ausschöpft und sie nicht wieder „nichts lieber wollte, als das es endlich vorbei war“ (S. 268 aus der Danksagung der Autorin).

Ein vielversprechendes Buch mit tollem Schreibstil, aber leider eine Erwartung schürend, die nicht bis zum Schluss eingehalten werden konnte.

Veröffentlicht am 13.05.2017

Historische Fakten verpackt in guter Unterhaltungsliteratur

Die fremde Königin
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Wie habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich zu den glücklichen Gewinnern der Leserunde bei Lesejury gehörte. Ich durfte Rebecca Gablés neuen Roman "Die fremde Königin" bereits vor dem Erscheinungstermin ...

Wie habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich zu den glücklichen Gewinnern der Leserunde bei Lesejury gehörte. Ich durfte Rebecca Gablés neuen Roman "Die fremde Königin" bereits vor dem Erscheinungstermin lesen und erhielt dafür das unveröffentlichte Manuskript. Am 27.04.2017 ist "Die fremde Königin" nun erschienen und endlich darf ich euch davon erzählen. In dem Buch gehen wir zurück zu Otto dem Großen, über den die Autorin bereits in "Das Haupt der Welt" geschrieben hat.

Rebecca Gablé (geboren 1964) studierte Anglistik und Germanistik mit dem Schwerpunkt mittelalterlicher Literatur. Nachdem sie ihr Studium absolviert hatte, arbeitete sie ein Jahr lang als Dozentin für altenglische Literatur an der Universität in Düsseldorf. Inzwischen ist sie freie Autorin. 1996 erschien ihr Debütroman "Jagdfieber", welcher für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde. Ein Jahr später erschien ihr erster historischen Roman "Das Lächeln der Fortuna" und wurde ein Bestseller. Seither sind acht weitere historische Romane erschienen. 2006 erhielt Rebecca Gablé für ihren Roman "Die Hüter der Rose" (ihrem zweiten Waringham Roman) den Sir-Walter-Scott-Preis.

Zum zweiten Mal führt uns Rebecca Gablé in das historische Deutschland zu Zeiten Ottos dem Großen. Gaidemar, ein Panzerreiter und ein Bastard mit königlichem Blut, wird nach Garda geschickt, um die italienische Königin Adelheid aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Es kommt wie es kommen muss und der Panzerreiter verliebt sich Hals über Kopf in die Königin. Doch diese heiratet König Otto und ist somit unerreichbar, vor allem für einen Bastard ohne Land und ohne Namen. Gaidemar wird zur Leibwache der Königin, Freund der Prinzen Liudolf und Wilhelm und gewinnt zunehmend an Ansehen. Aber er hat auch gefährliche Feinde, die ihm nach dem Leben trachten.

Rebecca Gablé ist wieder einmal ein gut recherchierter historischer Roman gelungen, wenngleich ich sagen muss, dass er an ihre bisherigen Werke nicht heran reicht. Zwar stürzt die Autorin den Leser wie gewohnt direkt hinein in die Handlung, allerdings gibt es so viele historische Fakten zu klären, dass die Geschichte zu Beginn noch etwas blass und trocken daher kommt. Wieder tauchen unheimlich viele Charaktere im Buch auf, sodass man manchmal Schwierigkeiten hat, alle im Blick zu behalten. Wer ist mit wem verwandt, wer wem treu ergeben, wer plant einen Verrat? Die Autorin musste sehr viele Fakten auf kleinem Raum zusammen bringen, sodass es manchmal zu einer knappen Aneinanderreihung der vielen Ereignisse kommt, welche etwas ermüdend auf mich wirkten. Aber was soll man sagen, auch so hat das Buch schon einen Umfang von über 750 Seiten. Da ist es bei den vielen Ereignissen zu jener Zeit nicht verwunderlich, dass die Unterhaltung etwas auf der Strecke bleibt.
Die Charaktere haben mir gut gefallen. Da die Geschichte aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven berichtet wird (Gaidemar, Adelheid, Liudolf…) blieb es leider aber auch nicht aus, dass die Protagonisten nicht wie von der Autorin sonst gewohnt tiefgängig sind. Sie bleiben teilweise blass, stehen am Rande als Beobachter der Geschehnisse. Ich hätte mir hier noch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Ich konnte mich dennoch sehr gut in die verschiedenen Protagonisten hinein versetzen und fieberte dem einem mit, während ich dem anderen den Tod wünschte. Das muss man als Autor erst einmal schaffen! Besonders hat mir der Panzerreiter Gaidemar gefallen, der es nicht leicht in seinem Leben hat. Er kam auch nicht immer als Retter der Lage daher, sondern durfte auch seine dunkle Seite zeigen, welche für den Leser zum Teil schockierend ist, zur damaligen Zeit aber nicht ungewöhnlich. Somit haben wir hier zwar wieder einen typischen Gablé-Protagonisten, der treu, selbstlos, tapfer und ergeben ist. Gleichzeitig hebt er sich durch seine teilweise kaltblütige Art und Weise aber zu den früheren Protagonisten der Autorin ab.

Rebecca Gablés Schreibtstil ist wie gewohnt sehr verständlich, ohne dabei einfach zu wirken. Im Gegenteil, die Autorin bedient sich einer gehobenen Sprache, die für uns vielleicht manchmal etwas gestelzt wirkt, aber damit zur damaligen Zeit äußerst passend ist. Und das ist bei historischen Romanen sehr wichtig, um die Authentizität zu gewährleisten. Die Figuren müssen nicht nur wie zu jener Zeit handeln, sondern sollten sich auch in Wort und Geste danach gebaren. Das ist Frau Gablé wieder einmal gelungen.

Ein lesenswertes Buch, welches aber nicht ganz an ihrer vorherigen Bücher heran kommt. Wie dem auch sei, ich habe wieder einiges aus der deutschen Geschichte lernen können, ohne dabei langweilige Sekundärliteratur wälzen zu müssen. Das hat die Autorin übernommen und wieder einmal ein gut recherchiertes historisches Werk vorgelegt. Sie ist nicht umsonst eine meiner liebsten Autoren historischer Unterhaltungsliteratur.

Veröffentlicht am 17.05.2019

Wie man mit Büchern fliegen lernt

Der höchste Bücherberg der Welt
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Als große Leseratte, mit zwei kleinen Leseratten an meiner Seite stand fest, "Der höchste Bücherberg der Welt" von Rocio Bonilla musste auch bei uns einziehen. Was genau hat es mit diesem Berg auf sich? ...

Als große Leseratte, mit zwei kleinen Leseratten an meiner Seite stand fest, "Der höchste Bücherberg der Welt" von Rocio Bonilla musste auch bei uns einziehen. Was genau hat es mit diesem Berg auf sich? Der kleine Lukas, der schon immer fliegen wollte, lernt hier, wie er das mit Büchern schaffen kann.

„Auch wenn er selbst nicht fliegen konnte, seine Gedanken konnten es. Ihm wurde klar, dass er so immer weiter geflogen war, seit er sein erstes Buch gelesen hatte.“ (Rocio Bonilla: Der höchste Bücherberg der Welt, 2018)

Die Autorin:
Rocio Bonilla (geboren 1970) ist Illustratorin und Autorin vieler Kinderbücher. Sie studierte Kunst an der Universität Barcelona und arbeitete vor ihrer schriftstellerischen Laufbahn als Malerin, Fotografin und Pädagogin sowie in der Werbebranche. 2010 erschien ihr erstes Kinderbuch, angeregt durch ihre eigene Tochter. Weitere sehenswerte Kinderbücher von ihr sind "Welche Farbe hat ein Kuss?" und "Geschwister!".

Inhalt:
Lukas wollte schon immer fliegen. Er beobachtete schon von seinem Kinderwagen aus alles was fliegt, seien es Luftballons, Vögel oder Flugzeuge. Irgendwann beginnt er, sich selbst Flügel zu bauen, doch keine dieser Flügel erfüllen ihm seinen sehnlichsten Wunsch. Auch der Weihnachtsmann bringt ihm keine richtigen Flügel und selbst der Wunsch zu seinem Geburtstag, wenn er die Kerzen auf seinem Kuchen auspustet, bringt ihn seinem Traum nicht näher. Eines Tages schenkt ihm seine Mutter ein Buch mit den Worten: „Man kann auch anders fliegen, Lukas.“ Unzählige Bücher später und hoch oben auf einem riesigen Bücherberg versteht Lukas endlich, was seine Mutter damit gemeint hat.

Kritik und Fazit:
Die Welt der Bücher ist riesengroß, genau wie der dargestellte Bücherberg, den sich der kleine Lukas Stück für Stück erliest. Die Illustrationen transportieren die Idee der Autorin wunderbar, so werden Klassiker wie "Der kleine Prinz", "Moby Dick", "Das Dschugelbuch" oder "King Kong" in den Bilder aufgegriffen und zeigen, wie vielfältig die Welt der Bücher und somit auch die eigene Fantasie sein kann. Die Liebe zum Lesen und zu Büchern wird deutlich spürbar.

Im Anhang findet sich ein großes Poster in Form einer Messlatte, welches sich die Kinder an die Wand aufhängen können. So können sie nicht nur sich selbst messen, sondern vielleicht auch schon den eigenen kleinen oder großen Bücherberg, den sie selbst schon entdecken konnten.

Rocio Bonilla vermittelt eine wundervolle These, nämlich dass man durch Bücher fliegen kann. Die Gedanken bekommen Flügel, die Fantasie kann sich entwickelt und in die Lüfte erheben. Jedes Buch, das man liest, eröffnet neue Horizonte, bringt Abenteuer mit sich, lässt neue Welten entdecken.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Ein berührender Roman über die Liebe, das Leben und die Hindernisse, die es zu überwinden gilt.

Das Leuchten einer Sommernacht
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Ella Simon beschreibt in "Das Leuchten einer Sommernacht" die Geschichte um Lynne und Reed, die sich seit Kindertagen kennen, aufgrund schwerwiegender Gegebenheiten trennen und nach 12 Jahren wieder begegnen. ...

Ella Simon beschreibt in "Das Leuchten einer Sommernacht" die Geschichte um Lynne und Reed, die sich seit Kindertagen kennen, aufgrund schwerwiegender Gegebenheiten trennen und nach 12 Jahren wieder begegnen. Schnell sind die lang verdrängten Gefühle wieder an der Oberfläche, doch es gibt Dinge aus der Vergangenheit, die sie immer noch nicht verarbeitet haben, welche nun wie eine Mauer zwischen den beiden stehen. Gleichzeitig verknüpft die Autorin diese Geschichte mit einer weiteren sehr gefühlsbetonten Geschichte, in welcher die Mutter eines schwer kranken Kindes in mehrfacher Hinsicht ums Überleben kämpft.

Die Autorin:
Ella Simon kommt aus einer Kleinstadt in der Steiermark. Sie arbeitete zunächst als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus. Inzwischen hat sie eine eigene Familie gegründet und ganz ihrer schriftstellerischen Tätigkeit gewidmet. Sie veröffentlichte bereits diverse historischen Romane unter ihrem Klarnamen Sabrina Qunaj. "Das Leuchten einer Sommernacht" knüpft an ihren Roman "Ein Gefühl wie warmer Sommerregen" an (2016).

Inhalt:
Die Geschichte setzt sich aus zwei Handlungen zusammen.
Lynne arbeitet in einer Wunschagentur, die schwer kranken Kindern ihren Herzenswunsch erfüllt. Einer dieser Wünsche lässt sie auf ihre Jugendliebe Reed stoßen, der inzwischen ein berühmter Rugbyspieler ist. Die beiden verbindet eine intensive und auch schwere Liebesgeschichte, die bereits in ihrer Kindheit begann, doch durch die damaligen Umstände ein Ende fand.
Das Mädchen Winnie, welches den großen Wunsch hat, einmal ihre Lieblingsrugbymannschaft, die Cardiff Greens, zu treffen ist das Bindeglied zu einer weiteren tragischen Geschichte. Ihre Mutter Jen ist alleinerziehend und hat mit der Krankheit ihrer Tochter schwer zu kämpfen, der Vater des Kindes ist ihr da keine Hilfe. Aber auch in ihrem Leben gibt es einen Mann, der stets an ihrer Seite steht, doch das muss sie erst noch erkennen.

Kritik und Fazit:
Das wunderschöne Cover erregte sofort mein Interesse. Die gelbgoldenen Sterne und die Windlichter vor dem dunkleren Blau des Himmels einer Sommernacht wirken sehr romantisch. Die Verbindung zwischen Buchtitel und Cover ist absolut stimmig.

Auch der Schreibstil überzeugte mich sofort. Er ist flüssig und mitreißen, dabei aber gefühlvoll und detailreich, sodass man sich sofort mitten in die Handlung versetzt fühlt. Ella Simon erzählt in der dritten Person, allerdings bedient sie sich dreier Perspektiven. So kommen Lynne, Reed und Jen zu Wort und bieten somit einen umfassenden Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten.

Die zwei Erzählungen werden auf eine schöne und gleichzeitig traurige Weise miteinander verknüpft und verdeutlichen, dass Lynne in all den Jahren eine große Bürde mit sich trägt. Die weitere Perspektive durch Jen irritierte mich zunächst etwas, ihre Bedeutsamkeit erschließt sich aber im Laufe der Geschichte.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und somit für den Leser absolut verständlich. Jeder hat seine eigene Bürde zu tragen und doch lernen die Protagonisten, sich zu öffnen, um somit ihr Glück im Leben finden zu können. Am meisten hat mir Reed gefallen, da er schon immer voll und ganz für das einsteht, was er liebt und sich in seinem Leben wohl am meisten weiterentwickelt hat.

Inmitten dieser ganzen Erzählung sind immer wieder Rückblicke auf die Vergangenheit von Lynne und Reed eingestreut, die Stück für Stück zutage bringen, welch schwierige Vergangenheit beide zu erdulden und durchzustehen hatten.

Mich hat die ganze Geschichte rundherum berührt. Ich habe mitgelitten und mitgelacht. Denn neben all den gefühlsgeladenen Momenten gibt es auch wirklich humorvolle Episoden und Gespräche zwischen den Protagonisten, die es dem Leser leichter machen, der Geschichte zu folgen, ohne ständig einen Kloß im Hals zu haben.
Ella Simon ist eine berührende Geschichte um 5 Protagonisten gelungen, die die Hürden des Lebens überwinden und somit am Ende ihr Glück finden.