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Veröffentlicht am 18.04.2026

Leise Töne, große Tiefe – die Kraft von Introvertiertheit und Sensibilität

Ich bin introvertiert
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Manche Bücher fühlen sich beim Lesen an wie ein leises Verstandenwerden. "Ich bin introvertiert – Sensibilität ist meine Superpower" von Lenka Blaze ist genau so ein Buch. Es richtet sich an introvertierte ...

Manche Bücher fühlen sich beim Lesen an wie ein leises Verstandenwerden. "Ich bin introvertiert – Sensibilität ist meine Superpower" von Lenka Blaze ist genau so ein Buch. Es richtet sich an introvertierte und sensible Menschen und zeigt auf einfühlsame Weise, dass leise Persönlichkeiten keineswegs „zu wenig“, sondern oft besonders stark sind – nur eben auf ihre eigene Art. Dabei lädt es dazu ein, sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen und die eigenen Stärken neu zu entdecken. Es macht Mut, den eigenen Weg zu gehen – auch dann, wenn er leiser und oft stärker nach innen gerichtet ist als der vieler anderer.

Die Autorin:

Lenka Blaze von Natur aus introvertiert und sensibel, studierte Grafikdesign und Typografie in Prag. Heute arbeitet sie als Grafikerin, Illustratorin und Autorin. Ihr Buch Ich bin introvertiert. Sensibilität ist meine Superpower (2026) wurde in mehrere Sprachen übersetzt.


Inhalt:

„Wir sind viele und du bist nicht allein! Ein emotional illustriertes Sachbuch über Introvertiertheit und Sensibilität.

Bist du introvertiert oder sensibel? Warum das eine super Sache ist und warum die Welt diese Superkraft so dringend braucht? Genau davon handelt dieses Buch. Ausgehend von ihrer eigenen Geschichte, unterstützt Lenka Blaze introvertierte Personen dabei, sich selbst besser zu verstehen, zu begreifen, dass sie nicht allein sind, ihre Unsicherheiten anzunehmen und ihre Stärken zu erkennen. Denn es ist absolut in Ordnung, anders zu sein! Einfühlsam erklärt sie, was helfen kann – z. B. gezielte Pausen, neu gesetzte Grenzen oder auch eine Therapie. Außerdem zeigt die Autorin, welche großartigen Talente in introvertierten Menschen stecken: Kreativität, Loyalität, Empathie und so viele mehr! Ein absolut empowerndes und augenöffnendes Leseerlebnis.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Buch:

Schon die Widmung zu Beginn hat mich sehr berührt: „Gewidmet unserer empfindsamen Stärke, unserem zärtlichen Feingefühl, unserer zaghaften Wildheit und unseren verborgenen Tiefen.“ Für mich bringt dieser Satz bereits auf den Punkt, worum es in diesem Buch geht – um die leisen Seiten in uns, die oft übersehen werden und doch so viel Kraft in sich tragen.

Das Cover greift diese Botschaft schön auf. Es zeigt viele unterschiedliche Menschen, die alle eines gemeinsam haben: ihre Introvertiertheit. Gleichzeitig setzt der Satz „Sensibilität ist meine Superpower“ ein starkes Zeichen. Denn Sensibilität wird oft als Schwäche gesehen – hier wird sie bewusst als Stärke benannt.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, mich in vielen Gedanken und Situationen wiederzufinden. Das Buch beschreibt sehr treffend, wie es ist, eher ruhig, zurückhaltend und nach innen gerichtet zu sein. Wie oft man unterschätzt wird, weil man sich nicht in den Vordergrund drängt. Wie vieles im Stillen passiert – Gedanken, Gefühle, aber auch Erfolge. Und wie schnell man als „anders“ oder „komisch“ wahrgenommen wird.

Besonders gelungen finde ich, dass immer wieder typische Alltagssituationen aufgegriffen werden, in denen sich introvertierte Menschen wiederfinden können. Es wird spürbar gemacht, wie sie sich in diesen Momenten fühlen und verhalten. Ergänzend dazu werden auch bekannte Persönlichkeiten genannt, die ebenfalls introvertiert sind oder waren – ein schöner Gedanke, der zeigt, wie vielfältig und stark leise Persönlichkeiten sein können.

Gleichzeitig ist das Buch ein echter Mutmacher. Es zeigt, dass genau in diesen Eigenschaften auch große Stärken liegen: Empathie, Kreativität, Loyalität und ein feines Gespür für die Welt um uns herum. Seite für Seite fühlt sich dabei ein wenig wie ein kleiner Schatz an – voller Gedanken, die nachwirken und einen nicht mehr ganz so allein fühlen lassen.

Auch die Gestaltung unterstützt diesen Eindruck sehr gut. Die Texte sind leicht verständlich geschrieben, die große Schrift ist angenehm zu lesen und die Seiten wirken nicht überladen. Viele Illustrationen, kleine Szenen, Sprechblasen und gefühlvolle Zeichnungen lockern den Text auf und bringen Emotionen sichtbar zum Ausdruck. Dadurch entsteht eine schöne Mischung aus Sachbuch und erzählerischem Zugang.

Mein Eindruck ist jedoch, dass sich das Buch eher an ältere Kinder oder Jugendliche richtet. Inhaltlich und in der Tiefe der Themen würde ich es persönlich eher im Jugendbuchbereich einordnen.

Fazit

"Ich bin introvertiert – Sensibilität ist meine Superpower" ist ein einfühlsames und stärkendes Buch, das introvertierten Menschen Mut macht, sich selbst besser zu verstehen und anzunehmen. Die klare Sprache, die liebevolle Gestaltung und die vielen wiedererkennbaren Gedanken machen es zu einem besonderen Leseerlebnis.

Für mich ist es ein Buch, das zeigt, wie viel Stärke in leisen Persönlichkeiten steckt – und wie wichtig es ist, diese auch zu sehen. Es vermittelt auf sehr wertschätzende Weise, dass man mit seiner Introvertiertheit nicht allein ist und dass es vollkommen in Ordnung ist, anders zu sein. Gleichzeitig rückt es auch die Sensibilität in ein neues Licht: als Fähigkeit, die Welt intensiver wahrzunehmen, tiefer zu fühlen und Emotionen auf eine besondere Weise zu erleben. Genau darin liegt für mich etwas sehr Wertvolles.

Ein Buch, das dazu einlädt, die eigenen leisen und empfindsamen Seiten nicht nur mit mehr Verständnis und Vertrauen zu betrachten, sondern sie auch selbstbewusst auszuleben.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Locker, laut, nachdenklich. Über Männer, Frauen und das Dazwischen

Menners!
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Ich folge Meik Gudermann schon länger auf Instagram und war daher sehr gespannt darauf, was ihn antreibt und warum er als schwuler Mann so klar an der Seite von Frauen steht und ihnen Rückendeckung gibt. ...

Ich folge Meik Gudermann schon länger auf Instagram und war daher sehr gespannt darauf, was ihn antreibt und warum er als schwuler Mann so klar an der Seite von Frauen steht und ihnen Rückendeckung gibt. In "Menners!" findet er dafür sehr sensible und wertschätzende Worte gegenüber Frauen, geprägt von Zuneigung und Respekt. Besonders interessant war für mich die Frage, wie er persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Beobachtungen und humorvolle Zuspitzungen miteinander verbindet und daraus eine sehr eigene Stimme entwickelt. Schon nach den ersten Seiten wird deutlich, dass hier jemand schreibt, der nicht belehren will, sondern einordnet, hinterfragt und gleichzeitig ermutigt.

Zitat: „»Ich weigere mich, Verantwortung zu übernehmen, also erkläre ich deine Bedürfnisse zum Problem.« Nicht der, der das Chaos verursacht, gilt als störend, sondern die, die es anspricht – weil sie keine Lust hat, im Morast der Untätigkeit zu versinken.“ (Meik Gudermann: Menners! Seite 147)

Der Autor:

Meik Gudermann hat in seinem Leben schon viele berufliche Stationen durchlaufen: Von der Jugendhilfe führte ihn sein Weg über ein Volontariat ins Radio, wo er als Moderator arbeitete, bevor er in die Welt der Musicals wechselte. Dort begann er im Social-Media-Bereich und arbeitete sich bis zum Head of Content hoch. Heute ist er Autor und Content Creator, der mit Humor und Schärfe gesellschaftliche Themen kommentiert. Auf Social Media verwandelt er Sexismus in Satire und macht feministische Inhalte leicht zugänglich. Sein erstes Buch „Menners!“ bringt diesen Ton pointiert auf den Punkt und liest sich wie ein besonders unterhaltsames Gespräch unter Freunden.

Inhalt:

„Menners!“ zeigt mit Humor und klarer Haltung, dass du keinen Mann brauchst, um vollständig zu sein – aber manchmal jemanden, der dich genau daran erinnert. In einer Mischung aus ehrlichem Gespräch und bissiger Satire geht es um toxische Beziehungen, emotionale Abhängigkeiten und gesellschaftliche Strukturen, die Frauen kleinhalten. Gleichzeitig feiert das Buch die besondere Freundschaft zwischen Frauen und schwulen Männern als Safe Space, in dem Empowerment, Ehrlichkeit und Befreiung ihren Platz haben.

Gedanken zum Ratgeber:

Das Cover ist farbenfroh und bewusst laut gestaltet, mit knalligen Farben und einem sofort ins Auge springenden, einprägsamen Titel. Im Mittelpunkt steht das Bild des Autors, das dem Buch eine persönliche und direkte Note verleiht und vermutlich auch seinen Bekanntheitsgrad nutzt. Insgesamt wirkt das Design modern, humorvoll und provokant – genau passend zum Ton des Inhalts.

Zitat: „Du bist kein Problem, das es zu lösen gilt. Du bist ein Mensch, der Platz einnehmen darf.“ (Meik Gudermann: Menners! Seite 89)

Zu Beginn gibt der Autor Einblicke in seine eigene Selbstfindung und reflektiert, was ihm geholfen hat und was nicht. Dabei entsteht ein interessanter Perspektivwechsel innerhalb der feministischen Literatur, der die männliche Denkweise erklärt, ohne sie zu rechtfertigen, und so neue Blickwinkel eröffnet. Statt nur zu zeigen, was Frauen verdienen, richtet sich der Fokus stärker auf Männlichkeit und die durch das Patriarchat geprägten Muster, was das Buch auch für männliche Leser spannend macht.

Ich habe zwar nicht sehr lange für die Lektüre gebraucht, habe mir aber bewusst Zeit genommen, um die Inhalte wirken zu lassen und nachzudenken. Erfrischend ist dabei vor allem der Perspektivwechsel aus einer männlichen, aber dennoch solidarischen Sicht, auch wenn ich persönlich etwas mehr Sarkasmus erwartet hätte. Trotzdem fühlt man sich durch seinen sehr nahbaren Schreibstil direkt angesprochen – man hört seine Stimme beim Lesen förmlich mit.

Zitat: „Denn ihr wisst genauso gut wie wir, dass Empathie, Sensibilität oder Hilfsbereitschaft keine lästigen Schwächen, sondern Superkräfte sind […].“ (Meik Gudermann: Menners! Seite 30)

Viele der beschriebenen Situationen wirken erstaunlich vertraut, man erkennt sich selbst oder Menschen aus dem eigenen Umfeld darin wieder. Insgesamt ist das Buch sehr zugänglich und lebensnah geschrieben und bietet für viele Leserinnen die Möglichkeit, eigene Erfahrungen wiederzufinden – egal ob im früheren oder aktuellen Ich.

Fazit:

"Menners!" ist ein persönliches, pointiertes und zugleich sehr zugängliches Buch, das wichtige gesellschaftliche Themen mit Humor und Klarheit verbindet. Besonders überzeugt der Perspektivwechsel, der männliche Muster sichtbar macht, ohne zu verurteilen, und dabei immer wieder Raum für Reflexion schafft. Auch wenn der Ton an manchen Stellen noch mehr seiner Schärfe oder seines gewohnten Sarkasmus hätte vertragen können, bleibt die Lektüre durchgehend nahbar und unterhaltsam. Ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern auch mitgedacht werden will.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Zwischen Fluch und Gefühlen – ein magischer Auftakt zum Verlieben

Wicked Souls (Bd. 1)
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Mit "Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen" – dem ersten Band der neuen Dilogie von Tina Köpke, der im Universum der "Hunting Souls"-Reihe spielt – erwartet Leserinnen und Leser eine magische Geschichte ...

Mit "Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen" – dem ersten Band der neuen Dilogie von Tina Köpke, der im Universum der "Hunting Souls"-Reihe spielt – erwartet Leserinnen und Leser eine magische Geschichte voller Gefühle, Geheimnisse und romantischer Verwicklungen. Der Auftakt der Reihe entführt in eine Welt, in der ein Fluch das Liebesleben der Hauptprotagonistin Lyn gehörig durcheinanderwirbelt und für jede Menge Spannung und Spaß sorgt.

Die Autorin:

Tina Köpke hat eine große Leidenschaft für obskure und gerne auch makabre Urban Fantasy. Düsterer Romantik darf auch nicht fehlen. In Ihrer Kindheit und Jugend prägten sie beispielsweise Heldinnen wie in ‚Buffy – die Vampirjägerin‘. Sie ist Tim Burton Fan und lässt sich von den schrägen aber gleichzeitig alltäglichen Dingen inspirieren. Daraus erschafft sie dann einzigartigen Charaktere und Welten. Sie lebt mit Mann und Hund in Berlin.

Inhalt:

Endlich beginnt Lyn, die wir bereits aus Hunting Souls kennen, ihre Ausbildung am angesehenen Institut für Moderne Magie – doch ein Fluch macht ihr das Leben schwer: Immer wenn ihr Herz schneller schlägt, löst sie unkontrollierbares Chaos aus, und nur der erste Kuss der wahren Liebe kann sie davon befreien. Die Suche nach dieser Liebe gestaltet sich jedoch alles andere als einfach, vor allem, weil zwei sehr unterschiedliche Zwillinge diese Gefühle in ihr hervorrufen. Als dann auch noch rätselhafte Einbrüche in der Auffangstation für magische Wesen, die ihr besonders am Herzen liegt, geschehen, spitzt sich die Lage weiter zu.

Gedanken zur Romantasy:

Das Cover hat mich sofort angesprochen: Es wirkt zugleich düster, verspielt und unglaublich edel, ganz im Stil der Hunting Souls-Reihe. Besonders die goldenen Veredelungen lassen Titel und Details wunderschön funkeln und heben sich eindrucksvoll vom dunklen Hintergrund ab, während florale Elemente und kleine Motive in leuchtenden Farben kunstvoll eingearbeitet sind. Der aufwendig gestaltete Farbschnitt der ersten Auflage rundet das Gesamtbild perfekt ab und macht das Buch schon äußerlich zu einem echten Hingucker, der die geheimnisvolle und übernatürliche Atmosphäre der Geschichte widerspiegelt.

Die Geschichte entspinnt sich zunächst etwas episodenhaft, sodass ich ein wenig Zeit brauchte, um wirklich in die Story hineinzufinden. Doch sobald der Funke übergesprungen ist, entfaltet sich eine mitreißende Handlung, die mich nicht mehr losgelassen hat – ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Zitat: „Einmal mehr bin ich dazu verdammt, zuzusehen, wie er mich verlässt – nur dieses Mal auf meinen eigenen Wunsch.“ (Tina Köpke: Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen. Seite 294)

Besonders spannend ist das zentrale Dilemma rund um Lyn und ihre Gefühle, das vermutlich viele Leser sofort durchschauen werden. Trotzdem wirkt es zu keiner Zeit konstruiert oder unglaubwürdig. Vielmehr ertappt man sich dabei, die Figuren am liebsten kräftig durchschütteln zu wollen, weil sie das Offensichtliche nicht erkennen – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Genau dieses Mitfiebern macht einen großen Reiz der Geschichte aus.

Zitat: „Das Leben ist kein Wunschkonzert. Schon gar nicht für mich. Mein Job ist es, dafür zu sorgen, dass es meinem Bruder gut geht. Dass ich der Familie keine Schande bringe. Und jetzt steht auf dieser Liste auch noch, Lyn zu ihrem Glück zu verhelfen. Selbst wenn es bedeutet, sie in die Arme meines Bruders zu treiben.“ (Tina Köpke: Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen. Seite 276)

Ein echtes Highlight sind die wenigen Kapitel aus der Sicht eines der Brüder, die subtil andeuten, in welche Richtung sich Lyns Herz wohl entwickeln wird. Gleichzeitig lebt das Buch von seinen emotionalen Momenten. Es ist eine warmherzige, wohltuende Geschichte, die einfach ein gutes Gefühl hinterlässt – auch wenn hier und da ein paar Tränchen fließen. Besonders die lebendigen und humorvollen Dialoge zwischen Lyn und Gabriel sorgen immer wieder für unterhaltsame und charmante Szenen und bringen der Geschichte eine besondere Dynamik.

Fazit:

"Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen" ist ein gefühlvoller und unterhaltsamer Reihenstart, der mit einer fesselnden Handlung und liebenswerten Figuren überzeugt. Die Mischung aus Magie, Romantik und emotionalen Momenten macht das Buch zu einer rundum schönen Lektüre, die Lust auf die Fortsetzung weckt. Diese erscheint voraussichtlich am 1. Juli 2026.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein kurzweiliger Krimi mit Herz und Humor

Red
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In letzter Zeit entdecke ich immer mehr Comics und Graphic Novels für mich – ein völlig neues Leseerlebnis, das anders ist als klassische Bücher. Die Kombination aus Text, Bild und oft auch Humor oder ...

In letzter Zeit entdecke ich immer mehr Comics und Graphic Novels für mich – ein völlig neues Leseerlebnis, das anders ist als klassische Bücher. Die Kombination aus Text, Bild und oft auch Humor oder Spannung macht das Lesen besonders lebendig und intensiv. "Red" von Josephine Mark ist für mich genau so ein Erlebnis: spannend, witzig und gleichzeitig ein bisschen rätselhaft, sodass ich ganz schön viele Vermutungen während des Lesens aufgestellt habe. Nach "Trip mit Tropf" ist dies nun mein zweites Buch der Autorin und es werden sicherlich weitere folgen.

Die Autorin und Illustratorin:

Josephine Mark (geboren 1981) studierte Kultur- und Medienpädagogik und gestaltete parallel Plattencover, Plakate und Flyer. Sie ist Illustratorin, Comiczeichnerin und Grafikdesignerin. Seit 2004 veröffentlicht sie eigene Comics und Cartoons sowohl auf ihrem Blog puvoproductions Punkt com als auch als Printexemplar. "Tiere sind auch nur Menschen", eine Sammlung ihrer Cartoons, erschien im Verlag Pattloch. Ihr Debütcomic "Murr" wurde 2021 bei Zwerchfell veröffentlicht. 2022 erschien ihr preisgekrönter Comic-Roadmovie "Trip mit Tropf", sowie ihre Comic-Adaption "Bärbeiß" zusammen mit Annette Pehnt und Jutta Baue. In ihren Werken beschäftigt sie sich meist auf humorvolle Weise mit Alltagsdingen und gesellschaftlichen Themen. Josephine Mark lebt und arbeitet in Leipzig.

Inhalt:

In der Geschichte taucht der dreibeinige Hund Friedwart während eines Gewitters bei Rosa auf und versucht sich seinen Platz in ihrem Haus zu sichern. Als Rosa ihn vor die Tür setzen will, macht er eine ungewöhnliche Entdeckung, die ihre Aufmerksamkeit weckt. Zusammen stoßen sie auf ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das noch immer Fragen aufwirft.

Gedanken zum Comic:

Das Cover ist sofort ein Hingucker: es vermittelt Spannung, Neugier und einen Hauch Humor – man will sofort wissen, was es mit den roten Buchstaben im Schnee auf sich hat. Die Comiczeichnungen im Inneren passen perfekt dazu: klar und detailreich, mit ausdrucksstarken Figuren, die ihre Charakterzüge sofort erkennen lassen. Kleine humorvolle Details, etwa in der Mimik, lockern die Szenen auf und machen das Lesen zu einem richtig lebendigen Erlebnis. Der Stil ist dabei zugänglich und passt sowohl zu den spannenden als auch zu den witzigen Momenten der Geschichte.

Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort gepackt – spannend und dabei richtig humorvoll. Anfangs war es ein bisschen knifflig, den Zeitsprüngen zu folgen, aber das macht die Story auch irgendwie lebendig. Die Figuren sind super unterschiedlich gezeichnet: Doc mit seinen kreisrunden Augen. Rosa, die früher freundlich war und jetzt verbittert wirkt. Sowie all die anderen – jeder mit seinen Ecken und Kanten, teils stereotypen Züge, aber genau deshalb auch charmant.

Der kleine Krimi hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, ohne dass er die Spannung verliert. Man bekommt nur Häppchenweise Infos und will ständig wissen, was dahintersteckt. Die Illustrationen daneben sind richtig schön bunt sowie klar gezeichnet, mit kleinen Details versehen.

Das Ende ist nicht ganz abgeschlossen, ein richtiges Happy End gibt es nicht, aber genau das gefällt mir gut. Denn nicht immer bringen Lösungen von Unklarheiten eine heile Welt mit sich.

Fazit:

"Red" war eine kurzweilige und mitreißende Geschichte, die mir richtig Lust auf mehr Bücher der Autorin bzw. Illustratorin gemacht hat. Es ist für mich ein absolut lohnenswertes Leseerlebnis innerhalb der noch neuen Welt der Comics und Graphic Novels, die ich für mich entdecke. Die Mischung aus Krimi, Spannung und Humor funktioniert wunderbar. Die Geschichte um die schrulligen Figur Rosa und ihren kleinen Begleiter lässt schleicht sich schnell ins Leser:innenherz.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Chaos mit Plan – Vom Loser zum Superheld?

Dante N. Ferno - Höllisch peinlich!
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Mit "Dante N. Ferno" erwartet junge Leserinnen und Leser ein herrlich chaotisches Abenteuer voller Witz und Selbstironie. Das Buch richtet sich besonders an Kinder ab 9 Jahren, die Spaß an turbulenten ...

Mit "Dante N. Ferno" erwartet junge Leserinnen und Leser ein herrlich chaotisches Abenteuer voller Witz und Selbstironie. Das Buch richtet sich besonders an Kinder ab 9 Jahren, die Spaß an turbulenten Geschichten haben, gerne lachen und sich von frechen, im Text eingestreuten Zeichnungen begeistern lassen. Zwischen peinlichen Missgeschicken, verrückten Ideen und jeder Menge Situationskomik bietet die Geschichte eine unterhaltsame Auszeit vom Alltag – perfekt für alle, die es humorvoll, ein bisschen schräg und garantiert nicht langweilig mögen.

Der Autor und Illustrator:

Für Brian Gordon stand bereits im Alter von sechs Jahren fest, dass er Cartoonist werden möchte. Seine Kindheit verbrachte er damit, humorvolle Geschichten zu schreiben, Zeichnungen anzufertigen – und gelegentlich vor Mobbern zu fliehen. Seit vielen Jahren ist er der kreative Kopf hinter dem Webcomic Fowl Language, in dem er auf witzige Weise den Alltag als Elternteil verarbeitet. Mit Dante N. Ferno legt er nun seine erste Buchreihe für junge Leser:innen vor.


Inhalt:

Die Geschichte erzählt von Dante, dem so manch peinlicher Zwischenfall vor der ganzen Schule passiert. Um seinen Ruf wiederherzustellen, schmiedet er einen scheinbar perfekten Plan, mit dem er die Schule für sich gewinnen und zur Legende werden will. Dabei gerät er jedoch in immer neue chaotische und unangenehme Situationen. Trotz aller Rückschläge verfolgt Dante weiterhin sein Ziel, Anerkennung zu bekommen und seine Peinlichkeiten hinter sich zu lassen. Dabei findet er einen neuen besten Freund.

Gedanken zum Comic-Roman:

Das Cover fällt sofort durch seine kräftige rote Farbgestaltung ins Auge, die unweigerlich Assoziationen zur Hölle weckt – auch wenn ein solches Setting in der Geschichte selbst nie ausdrücklich benannt wird. Diese visuelle Anspielung passt jedoch hervorragend zur überdrehten, teuflischen Grundstimmung des Buches und macht neugierig auf den Inhalt.

Die Illustrationen greifen diesen Ton gekonnt auf. Sie stellen die wichtigsten Figuren bereits auf dem Cover vor und geben einen guten Eindruck vom humorvollen Stil der Geschichte. Im Inneren sind die Zeichnungen in Schwarz-Weiß gehalten und lockern den Text immer wieder auf. Dabei fangen sie zahlreiche witzige und chaotische Momente ein, die das Geschehen unterstreichen und den Lesefluss zusätzlich beleben. Gerade für junge Leser:innen entsteht so ein abwechslungsreiches Zusammenspiel aus Text und Bild, das den Spaß an der Geschichte noch verstärkt.

Dante stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste und sorgt mit seinen Aktionen immer wieder für pures Chaos. Doch hinter all den Missgeschicken zeigt sich auch seine liebenswerte Seite: Er ist liebenswert und hat eine große Begeisterung für Superhelden, die ihn immer wieder antreibt, über sich hinauswachsen zu wollen.

Besonders ist auch die Freundschaft zwischen Dante und Virgil – einen Freund mit Heiligenschein, der aus einer ganz anderen Welt stammt. Während Virgil selbst ganz anders leben als Dante, findet er Dantes Zuhause, die Stadt Schwefel, absolut faszinierend und aufregend. Gemeinsam erleben die beiden jede Menge turbulente Abenteuer, bei denen sie sich nicht nur mit äußeren Herausforderungen, sondern auch mit ihrem eigenen Platz in der Welt auseinandersetzen. Und der Frage, wie wichtig es ist, beliebt zu sein.

Ob Dante und Virgil am Ende tatsächlich den Sprung von den Losern zu den Stars schaffen, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Fest steht jedoch: Die Geschichte hat uns – und vor allem meinen Sohn – immer wieder herzhaft zum Lachen gebracht. Mit viel Witz, Tempo und originellen Ideen ist hier der Auftakt zu einer Reihe gelungen, die große Freude macht und die man unbedingt weiterverfolgen möchte.

Fazit:

"Dante N. Ferno" ist ein rundum gelungenes, herrlich witziges Kinderbuch, das mit viel Charme, Tempo und einer großen Portion Chaos überzeugt. Die Mischung aus humorvoller Geschichte, liebenswerten Figuren und den passenden, pointierten Illustrationen sorgt für beste Unterhaltung und macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Besonders Kinder ab 9 Jahren, die schräge Abenteuer und visuelle Auflockerungen mögen, kommen hier voll auf ihre Kosten. Für uns war es ein großer Lesespaß, der nicht nur zum Lachen anregt, sondern auch Lust auf mehr macht – eine Reihe, die man definitiv im Auge behalten sollte.

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