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Veröffentlicht am 22.01.2021

Ein kleines Schätzchen voller Liebe, Spannung und Emotionen!

Pictures 1: Was bleibt, sind Schatten
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Auf "Was bleibt sind Schatten" von Jules Melony bin ich durch eine Beilagenkarte in "Keep on Dreaming" von Kira Minttu (Kira Mohn) aufmerksam geworden. Der Titel hat mich hier mehr angesprochen, als das ...

Auf "Was bleibt sind Schatten" von Jules Melony bin ich durch eine Beilagenkarte in "Keep on Dreaming" von Kira Minttu (Kira Mohn) aufmerksam geworden. Der Titel hat mich hier mehr angesprochen, als das Cover, obwohl das auch hübsch gestaltet ist. Aber auch der Klappentext war vielversprechend. Eine Polizistin, die einen Dealer beschattet, von ihm aus einer gefährlichen Situation gerettet wird und mit ihm untertauchen muss. Das verspricht Spannung und Emotion. Denn weil die beiden so viel Zeit zu zweit verbringen, muss sich Polizistin Skye irgend wann eingestehen, dass nicht alles schwarz oder weiß ist und nicht alles generell in Gut oder Böse einzuteilen ist.

Die Autorin:
Jules Melony (geboren 1992) lebt im Ruhrgebiet und liebt die Ruhrpottromantik. Sie arbeitet hauptberuflich im Gesundheitswesen und liest gerne Bücher. Als sie merkte, dass ihr das nicht mehr ausreichte, begann sie selbst zu schreiben. Zunächst auf ihrem Blog, später auch eigene Geschichten. Sie liebt Rockmusik, Katzen und Meloneneis. Wie ihre Protagonistin Maya würde sie gerne um die Welt reisen. "Was bleibt sind Schatten" ist ihr Debüt Roman.

Inhalt:
„Skyes Mission ist deutlich:
Sie soll den Dealer Nate beschatten, überführen und das Lob vom Chef dafür kassieren. Es hätte so einfach sein können, wenn sie nicht einen entscheidenden Fehler begangen hätte. Statt sich endlich als Polizistin zu beweisen, muss Skye sich von Nate retten lassen und befindet sich nun auf der Flucht vor der Drogenmafia. In seinem Versteck liegen jedoch viele Geheimnisse in der Dunkelheit begraben, die die beiden an ihre Grenzen treiben. Allerdings lernt Skye, dass dort, wo Schatten sind, auch immer etwas Licht ist …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist hübsch gestaltet, und auch wenn man sich lange fragt, was das mit der Story zu tun haben soll, sie wird man im Lauf der Geschichte schon noch schlau darauf. Abgebildet sind dort Skye und Nate auf einer Blumenwiese in absolut romantischem Setting. Es sieht nach einem gekonnt geknipsten Schnappschuss aus, und auch das wird Thema der Story sein. Doch mich hat tatsächlich hauptsächlich der Titel angesprochen, der in verschiedenen Schrifttypen und auch etwas verschnörkelt romantisch daher kommt. Hier treffen Klarheit und Verspieltheit aufeinander, genau wie Licht und Schatten.

Der Schreibstil ist größtenteils flüssig, nur hin und wieder ein wenig holprig. Da ich aber irgend wann absolut in die Geschichte hineingesaugt wurde, störte mich das nicht, da ich einfach darüber hinweggelesen und mir meinen eigenen Satzbau gebildet habe. Aber selbst das ist jetzt schon Kritik auf hohem Niveau und fällt anderen vielleicht gar nicht auf.

Die Charaktere sind mir allesamt sehr schnell sympathisch geworden. Die Geschichte ist zum größten Teil aus Sykes Sicht geschildert und so bleibt Nate lange Zeit Mr Mysteriös. Doch dadurch dass er sowohl im Prolog als auch im Epilog eine Stimme verliehen bekommt, weiß der Leser, dass wir es hier nicht einfach nur mit einem skrupellosen Drogendealer zu tun haben. Wie sich die Geschichte dann aber weiter entwickelt, damit habe ich nicht gerechnet. Die Lage spitzt sich immer weiter und weiter zu und bis zum Schluss fragte ich mich, wie sie aus der Sache heil wieder raus kommen wollen. So ganz glasklar ist das am Ende weder dem Leser, noch den Protagonisten und vielleicht lässt sich auch ein ganz klein wenig über die Dramatik streiten. Hier möchte ich aber nicht zu viel preis geben, denn es ist eine wirklich spannende und emotionale Story, die uns Jules Melony hier präsentiert.

Aber nicht nur die Hauptpersonen Nate und Skye sind mir ans Herz gewachsene, auch ihre jeweiligen besten Freunde Maya und Elias sind sehr sympathische Charaktere und haben mir einige witzige Lesemomente geboten. Und so freute ich mich sehr, dass der zweite Band der Pictures Reihe "Auf der Suche nach Licht" bereits direkt in den Startlöchern stand. Wie es mit Maya und Elias auf einer gefährlichen und emotionalen Weltreise weitergeht, erfahrt ihr in meiner Rezension, die Montag folgen wird.

"Was bleibt sind Schatten" ist eine gelungene, spannungsgeladene, vielschichtige und romantische Geschichte über Licht und Schatten, Gut und Böse und alles Graue dazwischen. Ich habe mit Skye und Nate mitgefiebert, mit beiden geweint und beide sind mir absolut ans Herz gewachsen. Eine klare Leseempfehlung meinerseits.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2021

Zeitreise mit Schneebesen!

Der verwunschene Schneebesen
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Das Cover des Buches "Der verwunschene Schneebesen" sprach besonders meine Tochter an. Und da es inhaltlich auch um das Backen von Leckereien geht, waren wir sofort Feuer und Flamme. Wie man wohl mithilfe ...

Das Cover des Buches "Der verwunschene Schneebesen" sprach besonders meine Tochter an. Und da es inhaltlich auch um das Backen von Leckereien geht, waren wir sofort Feuer und Flamme. Wie man wohl mithilfe eines Schneebesens in die Vergangenheit reisen kann? Das erzählte uns die Autorin Sandra Nenninger in einer witzigen und etwas absurden Geschichte, die uns ins Jahr 1930 führte.

Die Autorin und die Illustratorin:
Sandra Nenninger (geboren 1975) studierte in Gießen und Dijon, bevor es sie nach Berlin verschlug. Schon als Grundschulkind begann sie, die Geschichten, die ihr im Kopf herumschwirrten niederzuschreiben. Bücher waren somit immer ein wichtiger Teil ihres Lebens, auch wenn sie sich nicht durchgängig immer mit Literatur beschäftigt hatte. Außerdem interessiert sie sich für fremde Länder und reist sehr gerne.
Britta Bolle studierte Illustration an der Kunstakademie AKV in den Niederlanden und schloss ihr Studium 2013 mit dem Bachelor of Design ab. Inzwischen ist sie als freiberufliche Illustratorin tätig und arbeitet unter anderem für den Verlag "World for kid"s, die Firma "Teppino" und die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" (BzgA).

Inhalt:
„Mona will ihre Ferien am liebsten im Freibad verbringen – stattdessen muss sie mit der langweiligen Solveig abhängen. Wie öde! Doch Mona überredet Solveig, zur Backshow des berühmten Philippe Schmatzlecker zu fahren. Aber was ist das? Statt einer glitzernden Fernsehshow erleben die beiden Kinder das Abenteuer ihres Lebens, bei dem sie das Lämmchen Claudine aus den Fängen des fiesen Robert befreien und einen irren Wettbewerb gewinnen müssen. Wer ist wohl der Meister im Kniebeugenspiegeleibraten und Weinrebenslalomlaufen? Werden die Mädchen zusammenhalten? Und wer ist Madame Pampelmuse wirklich?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Wie bereits erwähnt sprach uns das Cover gleich an. Ein goldener und magisch schimmernder Schneebesen thront hier auf einem lilanen Kissen, welches einen altmodischen Eindruck macht, mit seiner golden Randeinfassung und den ebenfalls goldenen Troddeln. Auch der Hintergrund ist lila gehalten und es schimmern lila Blumenranken um das Kissen herum. Alles in allem ein sehr stimmiges Cover.

Der Schreibstil ist leicht und gut verständlich. Man wird sofort in die Geschichte geworfen, als Mona von ihrer Mutter ziemlich deutlich zurechtgewiesen wird. Denn ihre Mutter will ab sofort mehr Gutes tun und Menschen helfen. Aber nicht nur sie, sondern gleich die ganze Familie muss mitziehen. So soll Mona sich mit Solveig anfreunden, dem Mädchen, welches als Streberin verschrieen ist und keine Freunde hat.

Anfangs wirkte Mona eher unsympathisch. Sicher, sie wird von ihrer Mutter in eine Situation gezwungen, auf die sie keine List hat und so ist das Verhalten ihrer Mutter auch ziemlich übergriffig. Allerdings ist Mona auch mit einigen Vorurteilen behaftet, welche sie im Laufe der Geschichte aber lernt zu hinterfragen und letzten Endes ablegt.
Denn als beide Mädchen durch ein Versehen in der Vergangenheit landen, müssen sie lernen zusammenzuarbeiten. Sie befinden sich in einigen etwas unglaubwürdigen Situationen im Jahr 1930 und nehmen an einem Wettstreit teil, der eher merkwürdige Disziplinen beinhaltet. Aber das störte meine Tochter nicht. Sie folgte der Geschichte mit Spannung, auch wenn ihr Gerechtigkeitssinn dabei auf eine harte Probe gestellt wurde.

"Der verwunschene Schneebesen" ist eine Geschichte über Feindschaft, Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Es richtet sich an Freunde von humorvollen Zeitreisegeschichten im Alter von acht Jahren aufwärts. Wir wurden gut unterhalten und müssen nun unbedingt die Zeit finden, das Rezept im Anhang nachzubacken.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein aufwühlender und zutiefst bewegender Liebesroman über Missbrauch, Mobbing und Selbstwert!

Bad At Love
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"Bad at Love" ist das dritte Buch, welches ich von der Autorin Morgane Moncomble gelesen habe und ich habe das Gefühl, sie steigert sich von mal zu mal mehr. Während "Never too Close" noch eine nette Liebesgeschichte ...

"Bad at Love" ist das dritte Buch, welches ich von der Autorin Morgane Moncomble gelesen habe und ich habe das Gefühl, sie steigert sich von mal zu mal mehr. Während "Never too Close" noch eine nette Liebesgeschichte mit tollen Charakteren war, so war "Never too Late" bereits viel tiefgründiger und nahm sich Themen wie Essstörungen und Bisexualität an. Der neu erschienenen Roman "Bad at Love" setzt sich mit Missbrauch und deren Konsequenzen auseinander und ging mir wirklich tief unter die Haut.

Die Autorin:
Morgane Moncomble ist 22 Jahre jung und studiert in Frankreich Literatur. Schon als Jugendliche schrieb sie ihren ersten Roman, und vor fünf Jahren begann sie, ihre Werke auf der Schreibplattform Wattpad zu veröffentlichen. Im Frühjahr erscheint ihr vierter Roman "Back to You".

Inhalt:
„Was, wenn unsere Liebe mein Untergang ist?
Als Azalées Mutter stirbt, bleibt ihr nichts anderes übrig: Sie muss nach vier Jahren zum ersten Mal in ihre Heimatstadt zurückkehren. Augenblicklich holen sie dort die schrecklichen Erinnerungen an ihre Vergangenheit ein. Doch nicht nur das: Azalée lernt auch ihren neuen Nachbarn Eden kennen. Er ist sexy und geheimnisvoll, und auch wenn sie sich geschworen hat, niemals Gefühle für einen Mann zu entwickeln, berührt er sie auf eine Weise, die ihre Welt mit jedem Tag ein bisschen mehr ins Wanken bringt …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist ein typisches LYX Cover. Es verrät nichts über den Inhalt der Geschichte, ist aber hübsch anzusehen und mit goldenen Sprenkeln versehen, sodass es auch ein wenig glitzert.

Der Sprachstil ist auch hier wieder gut verständlich und der Altersgruppe angemessen. Ich wurde sofort in die Geschichte gesogen. Zu Beginn gibt es eine Triggerwarnung, sodass sehr früh klar ist, was der Protagonistin Azalée in ihrer Jugend widerfahren ist. Es wird auch schnell genauer beschrieben, wie es ihr ergangen ist und wie ihr Ruf in der kleinen Stadt entstand. Edens Vergangenheit bleibt hingegen noch etwas nebulös, aber auch er vertraut Azalée sehr schnell und erzählt ihr, von seiner Vergangenheit. Er tut das früher, als Azalée im Gegenzug und so behandelt sie Geschichte eher die Probleme, die Azalée mit sich herumträgt und weniger die Edens.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, so bekommt sowohl Azalée, als auch Eden eine Stimme und ein paar Szenen werden sogar aus beiden Perspektiven beschrieben. So erhalten wir ein umfassendes Bild der Geschehnisse. Nicht nur die Seite des Opfers wird hier also dargestellt, sondern auch jene, der engsten Vertrauenspersonen, welche mit den ganzen Dingen auch irgend wie fertig werden müssen und teilweise nur mitansehen können, wie ein geliebter Mensch droht zu zerbrechen.

Da Azalée einen eigenen Podcast betreibt, in welchem sie zunächst feministische Themen behandelt, dann aber auch ihre eigenen Erfahrungen mit ihren Hörern teilt, gibt es eingestreut in die Geschichte immer viele mutmachende Sätze, die unheimlich wichtig sind, um an den dramatischen Darstellungen nicht zu ersticken.

Mir haben die Charaktere allesamt sehr gut gefallen. Sowohl Azalée als auch Eden sind sich sehr ähnlich, sie scheuen sich anfangs vor einer festen Beziehung, doch schnell wird klar, dass sie auf einer Wellenlänge sind. Vor allem ihre gegenseitigen Sticheleien waren sehr erfrischend und sympathisch. Aber auch die besten Freunde Andrew, Josh, und Alec wachsen einem ans Herz, wenn auch Josh gegen Ende einige Abzüge kassiert.

"Bad at Love" ist ein unheimlich emotionaler und tiefgründiger Roman, der einem unter die Haut geht und nichts für zarte Gemüter ist. Die Folgen von Missbrauch und Mobbing werden hier schonungslos dargestellt. Die Einschübe der oben erwähnten Podcasts sorgen außerdem dafür, Mut zu machen, sich selbst zu lieben und die Kraft zu finden, auch schwere Zeiten zu überstehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2021

Ein Elternratgeber zum Thema Geschwisterstreit.

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn
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Vor mittlerweile über drei Jahren habe ich euch den ersten Ratgeber der beiden Bloggerinnen Danielle Graf und Katja Seide vorgestellt. "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn ...

Vor mittlerweile über drei Jahren habe ich euch den ersten Ratgeber der beiden Bloggerinnen Danielle Graf und Katja Seide vorgestellt. "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch Trotzphasen" hat mich positiv beeindruckt und mit einem sehr guten Gefühl und vielen hilfreichen Tipps und Informationen zurückgelassen. Also habe ich mich sehr gefreut, als ich sah, dass es jetzt auch passend dazu ein "Geschwisterbuch" gibt, welches sich ausschließlich mit den Problemen, die unter Geschwistern, oder durch den Streit um die Eltern entstehen. So wirklich weiß ich allerdings nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll, da es mir nicht so hilfreich erscheint, wie es beim ersten Band der Ratgeber-Reihe der Fall war.

Die Autorinnen:
Danielle Graf und Katja Seide schreiben auf ihrem Blog "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn", über ihre Erfahrungen mit den eigenen (insgesamt 5) Kindern. Die Autorinnen schreiben seit langem auf ihrem Blog und ihre Leserinnen wünschten sich irgendwann ein Buch. Dem sind die beiden nachgekommen und so entstand "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch Trotzphasen" (2016)
Danielle Graf ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Rechts-Ökonomin in Berlin.
Katja Seide ist Mutter dreier Kinder und arbeitet als Sonderpädagogin ebenfalls in Berlin.

Inhalt:
„Geschwister lieben sich, sie hauen sich, sie streiten um Aufmerksamkeit und Spielsachen – und treiben ihren Eltern Schweißperlen auf die Stirn. Danielle Graf und Katja Seide zeigen, wie Eltern jedem Geschwisterkind gerecht werden, ohne sich im Alltagschaos selbst zu verlieren. Sie beschreiben, wo sich im Zusammenleben mit mehreren Kindern Freiräume öffnen, die Eltern für eine enge Bindung zu jedem einzelnen Kind nutzen können. Und sie beleuchten, wie Toleranz und Vertrautheit statt Neid und Missgunst zwischen den Geschwistern angebahnt und erhalten werden können.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Ich habe mich sehr gefreut, das der Stil der Cover weiter verfolgt wurde. Während wir auf dem Cover des ersten Bandes ein Mädchen sahen, dem Teufelshörner und Schwanz hinzu gezeichnet wurden, habe wir hier nun ein Geschwisterpaar, welches sich fröhlich anschaut und umarmt. Diesmal wurden ihnen Krönchen hinzugefügt und so wirkt die Beziehung der beiden sehr harmonisch. Im Hintergrund sehen wir wieder Wald und Wiese.

Der Schreibstil ist wieder flüssig und gut verständlich, wenn auch wesentlich fachlicher und sachlicher, vielleicht sogar ein wenig trocken. Ich meine mich zu erinnern, dass im ersten Buch noch mehr mit Witz und Humor an die Sache heran gegangen wurde. Das fehlte mir hier ein wenig. Allerdings ist das Buch wirklich gut strukturiert und somit muss man es nicht von Anfang bis Ende lesen, sondern kann bei Bedarf das entsprechende Kapitel zu Rate ziehen: nachgeburtliche Geschwisterkrise, Geschwisterliebe anbahnen und erhalten, Geschwister außerhalb der Norm, Streit begleiten, Geschwisterhass etc.

Alles in allem wird hier ein breites Spektrum an Problemen abgedeckt, hierbei kommt es zu Überschneidungen und somit auch zwangsläufig zu Wiederholungen mancher Theorien oder Verhaltensweisen. Wenn man das Buch also von vorne bis hinten liest, kann das vielleicht etwas anstrengend sein, da man sich aber ja in der Regel eher immer Dinge herauspickt, die gerade für einen selbst wichtig sind, fällt das vermutlich nicht weiter auf.

"Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Das Geschwisterbuch" gibt einen Überblick und einige Informationen zum Thema Geschwisterstreit. Mir hat es allerdings nicht den Aha-Effekt verschafft, wie es beim ersten Band der Fall war. Somit fällt es mir schwer, dem Buch Sterne zu vergeben. Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, da es sicherlich anderen Eltern einige Hilfsmittel an die Hand gibt, für mich aber nicht so viel Neues parat hielt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2021

Jeder kann seine Angst überwinden!

Sam Wu - Hat KEINE Angst vor Geistern
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Sam Wu ist ein ganz normaler Junge mit ganz normalen Ängsten. Dumm nur, dass er sich vor seiner ganzen Klasse blamiert und nun als Angsthase bezeichnet wird. Wie er mithilfe von Geistern und Schlangen ...

Sam Wu ist ein ganz normaler Junge mit ganz normalen Ängsten. Dumm nur, dass er sich vor seiner ganzen Klasse blamiert und nun als Angsthase bezeichnet wird. Wie er mithilfe von Geistern und Schlangen seine Angst überwindet und zeigt, wie mutig er sein kann, können wir in "Sam Wu hat keine Angst vor Geistern" von Katie und Kevin Tsang lesen. Hier hat man auf jeden Fall großen Spaß beim Lesen.

Die Autoren:
Kevin Tsang wurde in Kopenhagen geboren und wuchs in Atlanta, Georgia, auf. Seine Erfahrungen flossen in die Geschichten um Sam Wu ein. Katie Tsang wurde in Südkalifornien geboren und wuchs dort auch auf.
Katie lernte Kevin 2008 während des Studiums an der Chinese University of Hong Kong kennen. Sie sind seitdem viel gereist und haben schon auf drei Kontinenten gewohnt. Momentan leben die beiden in London. "Sam Wu hat keine Angst vor Geistern" ist ihr erster gemeinsamer Roman.

Inhalt:
„Ich bin Sam Wu! Und ich habe absolut keine, überhaupt gar keine Angst vor Geistern! Als mein Mitschüler Ralf-Philip Zinkermann anfing, mich Sam Angsthase zu nennen, nach dem Vorfall, der nie wieder erwähnt werden darf (also frag nicht!), wusste ich, dass ich einen Plan brauche, um
1. ein heldenhaftes Abenteuer zu bestehen,
2. ein Tier als treuen Begleiter an meiner Seite haben.
Alles klar?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Schon das Cover des Buches gibt uns Aufschluss auf den Stil und den Inhalt der Story. Wir haben hier den Eindruck von tagebuchähnlichen Einträgen mit allerlei Zeichnungen, sowie Anmerkungen, wie sie dann auch zwischen den Buchdeckeln zu finden sind. Die Hauptperson Sam Wu steht im Zentrum vor einer roten Tür, hinter welcher allerhand Geister zu lauern scheinen. Verzweifelt versucht er diese Tür geschlossen zu halten und sieht dabei alles andere als entspannt aus.

Der Schreibstil ist flüssig und der Altersgruppe ab 6 Jahren angemessen. Mit verschiedenen Schrifttypen und Schriftgrößen bekommen wir ein lebendiges Textbild, welches durch kleine Anmerkungen und Zeichnungen ergänzt wird. Auch haben wir oft schwarze Seiten mit weißer Schrift, welche gruselige Situationen noch gruseliger erscheinen lassen.

Während Sam Wu sich sehr schnell ängstigt, vor Allem vor merkwürdigen Geräuschen, wird der Leser nicht all zu sehr in Schrecken versetzt. Text und Illustrationen sind etwas schräg und so nimmt die rasante Story auch einen witzigen Charakter an. Obwohl gar nicht so viel passiert, ist die Geschichte mitreißend und man fiebert schnell mit Sam und seinen Freunden mit.

Meine 9-jährige Tochter stieg lediglich aus ethischen Gründen aus, da ihr die Beschreibung der gebratenen Ente zum Essen als Vegetariern absolut zuwider war, während mein 5-jähriger Sohn sich daran nicht störte und der Geschichte bis zum Ende gebannt folgte und immer wieder „Just One more Chapter“ (unser kleiner Insider) forderte.

"Sam Wu hat keine Angst vor Geistern" ist ein rasanter und mitreißender Kinderroman, der zeigt, wie man sich von seinen eigenen Ängsten befreien kann und dass es nur ein klein wenig Mut braucht, um zu beweisen, dass man eben kein Angsthase ist. Gleichzeitig wird ganz deutlich, dass jeder Angst vor irgend etwas hat und dass das ganz natürlich ist. Wir hatten lustige und unterhaltsame Stunden mit Sam Wu und seinen Freunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere