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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Tropen
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaftliche Gruppen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Ersterscheinung: 20.02.2021
  • ISBN: 9783608120837
Meike Stoverock

Female Choice

Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation
Wie Männer sich die Macht über Frauen nahmen und warum das jetzt aufhört

In der Natur kontrollieren Weibchen den Zugang zu Sex. Die Biologie nennt das FEMALE CHOICE. Bis zur Sesshaftwerdung galt das auch für den Menschen. Doch dann schufen die Männer eine Zivilisation unter Ausschluss der Frauen. Doch die finden langsam zu ihrer natürlichen Stärke zurück. Uralte Geschlechterverhältnisse sind endlich in Bewegung. Die Zeit ist reif, das Zusammenleben von Frauen und Männern neu zu denken.

»Wo und wann nahm die Ungleichheit der Geschlechter ihren Anfang? Über dieses Buch wird debattiert und gestritten werden! Das ist gut, denn dann müssen es viele Menschen lesen!«
Petra Hartlieb

»Meike Stoverock entreißt Biologie und Geschichte all jenen, die in der Geschlechterdebatte schon immer gewusst haben wollen, wie Männer und Frauen so sind.«
Nils Pickert, pinkstinks.de

FEMALE CHOICE ist ein Fachterminus aus der Biologie, der die Fortpflanzungsstrategie der allermeisten Lebewesen beschreibt. Hierbei müssen Männchen eine Leistung erbringen, um sich mit einem Weibchen zu paaren. Denn für das Weibchen ist Fortpflanzung viel aufwändiger. Sie ist wählerisch, er anspruchslos. Er geht auf Masse, sie auf Klasse. Er konkurriert, sie entscheidet. Doch im Laufe der Geschichte unserer Zivilisation hatten die Frauen bisher kaum eine Wahl. Mit der Landwirtschaft wurden die Menschen sesshaft und die Frauen aus der Öffentlichkeit ins private Heim gedrängt. Erst seit – evolutionsbiologisch – sehr kurzer Zeit können Frauen die Welt mitgestalten. Und nun gerät die männliche Ordnung ins Wanken. Überall formiert sich männlicher, zum Teil gewaltbereiter Widerstand. Was nun? Klug, provokant und anschaulich beschreibt Meike Stoverock nicht nur, wo die Menschheit vor über 10 000 Jahren falsch abgebogen ist, sondern auch, was sich ändern muss, damit Männer und Frauen eine gemeinsame Zukunft haben.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2021

Provokant!!

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Sachbücher lese ich normalerweise nicht so hintereinander weg. Bei "Female Choice" habe ich das getan. Das Thema ist super interessant und der Erzählstil der Autorin ist eine gute Mischung zwischen Provokation, ...

Sachbücher lese ich normalerweise nicht so hintereinander weg. Bei "Female Choice" habe ich das getan. Das Thema ist super interessant und der Erzählstil der Autorin ist eine gute Mischung zwischen Provokation, sachlichen Fakten und einem humorvollen Ton.
Einige Aspekte daraus dürften den meisten Menschen bereits bekannt sein, aber die Verknüpfungen und verschiedenen Sichtweisen fand ich sehr spannend. Dieses Buch wird sicher die Geister spalten. Die Thesen sind provokant und bohren tief in den Wunden, die wir am liebsten ignorieren würden. Was man hier liest, muss einem nicht gefallen, man muss noch nicht einmal mit allen Ansätzen einverstanden sein. Aber das ist ein Buch, das jeder gelesen haben sollte, um dann zu entscheiden, was er mit dem Wissen macht!

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Starkes und aufrüttelndes Buch

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„Das, womit wir im Moment hadern, ist die Erkenntnis, dass die Zivilisation fast nur für eine Sorte Mensch funktioniert: den Mann.“ (3%)

Die Zivilisation hat ihren Beginn in der Landwirtschaft und dem ...

„Das, womit wir im Moment hadern, ist die Erkenntnis, dass die Zivilisation fast nur für eine Sorte Mensch funktioniert: den Mann.“ (3%)

Die Zivilisation hat ihren Beginn in der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Sesshaftwerden der Menschen. Davor herrscht ein anderes Prinzip der „Gesellschaftsordnung“ - eines, das uns aus dem Tierreich sehr bekannt ist -, nämlich das der Female Choice:
Die Frauen wählen ihre Sexualpartner (dabei gehen 80% der Männer leer aus) und das Zusammenleben gestaltet sich um stillende Mütter und ihren Nachwuchs.

Die Zivilisation, in der wir auch heute leben, ist vom Mann gestaltet und gründet darauf, das Prinzip der Female Choice ausgehebelt zu haben.
Dabei spiegelt sich das natürliche männliche Konkurrenzbestreben in den künstlich geschaffenen Hierarchien der Gesellschaft und des Arbeitslebens wider. Allerdings können es durch ein Mittel wie Geld nun auch Männer an die Spitze schaffen, die eigentlich nicht das Zeug zum von der Frau erwählten Alphamännchen gehabt hätten. In diesem System - in der Öffentlichkeit - spielen Frauen keine Rolle. Sie werden auf die Männer aufgeteilt (jeder bekommt eine) und verschwinden in der Häuslichkeit. Dass nun im Prinzip jeder Mann mit einer Sexualpartnerin versorgt ist, sorgt weitestgehend für Ruhe und Frieden.

Meike Stoverock beschreibt so in ihrem Buch die geschichtliche Entwicklung unserer heutigen Gesellschaft. Als promovierte Biologin weiß sie aber auch die Prinzipien zu erklären, die der Sexualität der Menschen zugrunde liegen.
In ihrer Beschreibung liegt unheimlich viel Sprengkraft - ihre Analyse ist entlarvend und bestimmt auch eine bittere Pille für manch einen, der gerne am Bekannten festhalten möchte (und sei es nur gedanklich). Aber alle Behauptungen kann sie begründen und erläutern.

Für mich war die Lektüre dieses Buches nicht nur mit einem hohen Erkenntnisgewinn verbunden, sondern auch mit viel Spaß: Dieses Sachbuch ist unterhaltend und humorvoll, denn der Ton der Autorin ist frech und sehr deutlich.

Die Autorin spricht dabei viele wichtige Themen an: Religion, die moderne Lohnarbeit, Mutterschaft und die Rolle der Frau, unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse, hormonelle Verhütung, die Errungenschaften des Feminismus…

Dass der Feminismus schon einige wichtige gesellschaftliche Verbesserungen für Frauen erreicht hat, macht sie genau so deutlich wie sie es in den zeitlichen Kontext zu setzen weiß, dass da noch vieles kommen muss und wird. Dabei fordert sie nicht, dass zum Prinzip der Female Choice zurückgekehrt wird, wie es vor dem Sesshaftwerden des Menschen vorherrschte. Denn sie sagt auch sehr deutlich, dass dieses Prinzip in unserer modernen Zivilisation für Aggressivität und Gewalt sorgen würde.

Im letzten Viertel des Buches versucht Stoverock eines Ausblick zu geben, wie eine Gesellschaft funktionieren kann, in der die Frau eine aktive Rolle hat und selbst über ihre Sexualität bestimmt. Sie nennt dabei einige Ideen - auch, um die potentielle Gewalt abzufedern (die man übrigens heute schon beobachten kann, Stichwort „Incels“). Und diese Vorschläge waren mir größtenteils eher suspekt.

Das ist auch der Grund, warum ich diesem starken und wirklich gut argumentierten Sachbuch nur vier von fünf Sternen geben möchte.

Darüber hinaus lohnt es sich aber sehr, dieses Buch zu lesen, weil es die Gedanken öffnet und Mut macht.

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Veröffentlicht am 15.03.2021

Provokant

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„FEMALE CHOICE ist ein Fachterminus aus der Biologie, der die Fortpflanzungsstrategie der allermeisten Lebewesen beschreibt.“

Nach einer längeren Einleitung stellt uns die Biologin in fünf großen Kapiteln, ...

„FEMALE CHOICE ist ein Fachterminus aus der Biologie, der die Fortpflanzungsstrategie der allermeisten Lebewesen beschreibt.“

Nach einer längeren Einleitung stellt uns die Biologin in fünf großen Kapiteln, die noch weiter unterteilt sind, ihre gewagten Thesen vor.

Meike Stoverock hat ein aufwühlendes Buch geschrieben. Es ist radikal und provoziert Männer wie Frauen. Damit geht sie augenzwinkernd („Ich ahne Ihr Augenrollen“ S. 13) und vorausschauend um und entkräftet Gegenargumente, die beim Lesen aufsteigen können.

Manches wirkt extrem und man muss nicht mit allem einverstanden sein, was sie schreibt. Die Empörung über ihr Bild von Männern und Frauen wird ebenso groß sein, wie über ihre Ablehnung der Ehe und das Nachdenken über alternative Beziehungsmodelle. Die Kritik an den diversen Religionen kann man gut nachvollziehen, da die Macht in den Glaubensfragen seit Jahrhunderten in den Händen der Männer liegt.

Doch genau in der Provokation liegt der Reiz, ihr Buch zu lesen. Es lässt sich trefflich über das Verhältnis von Männern und Frauen nachdenken und auch streiten. Damit wäre eine Strategie für das Zusammenleben wieder offen: miteinander reden, um die unterschiedlichen Sichtweisen anzugleichen.

Ein Gedanke macht besonders nachdenklich: Die Beobachtung, dass die sogenannten Incels, jene unfreiwillig zölibatär lebenden Männer, die keine (Ehe)Partnerinnen finden, in Zukunft gefährlich werden könnten. Angesichts der jahrelang propagierten Ein-Kind-Ehe in China, wo Millionen von weiblichen Föten abgetrieben worden sind, weil nur Knaben den Status der Eltern heben, und ein daher ein eklatanter Männerüberschuss = Frauenmangel herrscht, könnte es hier zu einer Änderung der Gesellschaft kommen. Eine Frau lebt mit mehreren Männern zusammen?

Eine Alternative wäre ein Krieg um die „Ressource“ Frau - auch keine schöne Vision, aber auch schon mindestens einmal dagewesen („Der Raub der Sabinerinnen“).

Fazit:

Man muss weder die Autorin noch das Buch mögen. Der eine oder andere absichtlich provokant ausgesprochene Gedanke lohnt allerdings ein Nachdenken. Für mich halten sich verstörende und interessante Statements die Waage. Restlos überzeugt hat mich das Buch nicht, daher bekommt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 13.02.2021

Female Choice

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Auch bei Rezensionsexemplaren ist ja Ehrlichkeit geboten und dieses Buch war leider einfach nicht meins.
Kurz gefasst: sowohl beim Thema Tierreich als auch beim Menschen war nichts Neues für mich dabei. ...

Auch bei Rezensionsexemplaren ist ja Ehrlichkeit geboten und dieses Buch war leider einfach nicht meins.
Kurz gefasst: sowohl beim Thema Tierreich als auch beim Menschen war nichts Neues für mich dabei. Alles hatte ich schon mal irgendwo gehört oder gelesen.

Außerdem kam ich mit dem Ton/Schreibstil nicht klar, der bemüht lässig daherkommt und manchmal an unpassenden Stellen zu nüchtern oder forsch wirkt.
An der Stelle auch eine kleine Warnung: mit dem Thema sexuelle Gewalt wird hier in meinen Augen sehr unsensibel umgegangen. Mir persönlich war nach jedem Satz dazu schlecht und ich habe mich einen Nachmittag lang mit Bauchschmerzen rumgeplagt. Seid da vorsichtig, wenn euch solche Sachen aufwühlen.

Oft saß ich stirnrunzelnd und etwas verloren da.
Als Beispiel nehme ich mal den unterschiedlichen Sexdrive von Männern und Frauen. Letztere geben an weniger zu wollen, kennt man ja. Männer wollen dagegen immer. Übersehen wird dabei im Buch zum einen das mächtige Instrument Slut Shaming, das tief in jeder Frau sitzt und auch unbewusst dazu führt, dass man seinen Trieb kleinredet. Zum anderen ist da der Orgasm Gap, bei dem man durchaus argumentieren kann, dass man auf etwas, das so wenig Erfüllung bringt, auch gut verzichten kann. Zum dritten nehmen sehr, sehr viele Frauen die Pille, die bekanntermaßen zu Unlust führt (was die Autorin witzigerweise später in einem anderen Zusammenhang erwähnt).
Noch so ein tolles Experiment: Von einer fremden Frau auf der Straße nach Sex gefragt, stimmten die meisten Männer natürlich zu. Umgekehrt war das bei den Frauen und einem fremden Mann auf der Straße nicht so. Auch hier lässt sich das für mich nicht allein auf Triebe zurückführen, denn die meisten Frauen hätten wohl einfach Angst, dass der Typ gewalttätig ist und sie im schlimmsten Fall sogar ermordet - wir alle kriegen von kleinauf beigebracht, nicht mit Männern mitzugehen und dass wir selbst Schuld sind, wenn dann doch was passiert. Außerdem greift auch hier wieder das verinnerlichte Slut Shaming, man will ja keine "Schlampe" sein.
Bei den Männern könnte ich mir umgekehrt vorstellen, dass sich nicht alle bei ihrer Zusage wohlfühlten, sondern das Gefühl hatten, sie müssten ja sagen, weil das von den immer willigen Männern nun mal so erwartet wird. Es ist wohl eher kompliziert.
Deutlich wird das später im Buch, als es um kinderlose Single-Männer geht, die mehrheitlich angeben, das selbst so entschieden zu haben und glücklich zu sein. Die Autorin erwähnt hier, dass man solche Befragungen nicht immer ganz ernst nehmen kann, weil Menschen dazu neigen, sich den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechend in ein positives Licht zu rücken - und welcher Mann gibt schon gerne zu, dass er einfach keine abkriegt? Bei meinen oben genannten Beispielen zum Sexdrive war davon aber keine Rede.

Ich hoffe einfach, dass andere Lesende mehr mitnehmen können, ziehe trotzdem den Hut vor der Autorin, weil sie einfach mal ein ganzes Buch geschrieben hat (wow!) und erinnere wie immer daran, dass es sich hier nur um meine persönliche und ziemlich subjektive Meinung handelt. Manches (wie der Schreibstil) ist am Ende auch einfach Geschmackssache.

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