Nach dem Klimawandel
Ins fahle Herz des Sommers„Aber natürlich war nichts dergleichen geschehen, waren die Mahnungen verhallt, war es zu nicht mehr gekommen als zu Absichtserklärungen über Maßnahmen, die weit genug in der Zukunft lagen, um die Wähler ...
„Aber natürlich war nichts dergleichen geschehen, waren die Mahnungen verhallt, war es zu nicht mehr gekommen als zu Absichtserklärungen über Maßnahmen, die weit genug in der Zukunft lagen, um die Wähler in der Gegenwart nicht zu beunruhigen. Und der Ausstoß dieser Gase ... Was war es gewesen? Kohlendioxid? Methan? Egal, jedenfalls war all das munter weiter gestiegen und gestiegen, und die Temperaturen auch. Schlagzeilen wie ‚Der heißeste ... seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“ wurden zu etwas, das man überlas.
Und wie schnell dann alles gegangen war!“
Mit „Ins fahle Herz des Sommers“ liegt der neuste Roman von Andreas Eschbach vor. Eschbach thematisiert die Klimakrise bzw. - und das macht diesen Roman besonders beklemmend - ihre Auswirkungen. Man liest Science Fiction und doch erahnt man, dass ein großer Teil der Geschichte genau so tatsächlich passieren kann. Dass die Ignoranz, mit der wir Menschen dem Klimawandel gerade begegnen, in die Katastrophe führt, die - einmal eingetreten - nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und dem Menschen die Lebensgrundlage entzieht. Und es wird an diesem Punkt auch nicht mehr über das „Hätten wir doch nur…!“ geredet (zumal es nicht mehr viele Menschen gibt, mit denen man überhaupt reden könnte), sondern nur noch ums schiere Überleben gekämpft. Das Szenario hat mich teilweise an den Film „I am Legend“ erinnert.
Vor dem realen und drängenden Hintergrund - der uns durch die Geschichte mahnend vor Augen geführt wird - ist „Ins fahle Herz des Sommers“ ein extrem erschreckender Roman. Eschbach schreibt gewohnt spannend und man kann dieses Büchlein kaum aus der Hand legen, aber die Albträume sind nach dieser Lektüre gewiss.
Ich habe mich zunächst über den Umfang des Buches gewundert, aber die Kürze der Geschichte führt dazu, dass sie besonderes Gewicht hat. Hier wurde nicht zu wenig erzählt. Wir sehen uns mit einem Horrorszenario konfrontiert, das durchaus genau so eintreten könnte. Das schürt eine Angst, die ich auch über einen längeren Lektürezeitraum nicht ertragen hätte.
Es ist kein Geheimnis, dass ich schon seit vielen Jahren Fan von Andreas Eschbach bin und ich bin ihm sehr dankbar, dass er das drängende, wichtigste Thema unserer Zeit auf diese Weise behandelt. Vielleicht vermag dieses Büchlein noch dem ein oder anderen Klimaleugner die Augen zu öffnen.