Cover-Bild Verbrannte Wörter
Band der Reihe "Duden - Sachbuch"
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Duden ein Imprint von Cornelsen Verlag GmbH
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaft und Kultur, allgemein
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 17.03.2025
  • ISBN: 9783411740109
Matthias Heine

Verbrannte Wörter

Wo wir noch reden wie die Nazis – und wo nicht

„Asozial", „Bombenwetter" oder „Volk" - nicht wenige Wörter gelten als verpönt, weil sie mit der Rhetorik der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht werden. Spätestens seit in der politischen Debatte verstärkt sprachliche Grenzen ausgereizt werden, stellt sich wieder die Frage, welche Wörter man benutzen darf, ohne an die NS-Ideologie anzuknüpfen.
Der Journalist Matthias Heine setzt sich mit der Sprache der Nazis auseinander und geht auf über 100 Begriffe ein. Manche, etwa „Eintopf", dürften dabei überraschen. Umgekehrt zeigt sich, dass nicht alles in die Nazi-Schublade gehört, was wir dort hineingepackt hätten. Auf einem heiklen Terrain bietet dieses Buch wertvolle Orientierung.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2025

Verbrannte Wörter

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Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und habe mich sehr gefreut, ein Teil davon zu sein. Ich studiere Germanistik und habe mich bereits öfter mit der Nazi-Zeit auseinandergesetzt. Gleichzeitig ...

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und habe mich sehr gefreut, ein Teil davon zu sein. Ich studiere Germanistik und habe mich bereits öfter mit der Nazi-Zeit auseinandergesetzt. Gleichzeitig habe ich auch schon öfter Beiträge über Wörter gelesen, die von den Nazis genutzt wurden. Daher fand ich es umso spannender, ein zusammenhängendes Buch zu lesen.

Im Buch werden 103 Wörter von A-Z erklärt. Matthias Heine erläutert diese zunächst ausführlich, indem er einen historischen Grundriss gibt und dann den Begriff im Kontext der Nazigeschichte einordnet. Am Ende des Abschnitts äußert er schließlich, inwieweit diese Begriffe heutzutage noch (bedenkenlos) genutzt werden können. Gerade das fand ich besonders spannend.

Viele Begriffe haben mich überrascht, insbesondere gewisse Verben. Die militärischen Begriffe waren mir dahingehend einleuchtend. Ich fand es auch gut, dass der Autor nicht nur Wörter aufgeführt hat, die man eher weniger den Nazis zuordnet, sondern auch jene, die plausibel waren (wie Propaganda, "Heil Hitler", usw.). Vor allem da fand ich es spannend, den historischen Kontext zu erfahren.

Ich finde das Buch durchaus hilfreich und spannend, vor allem dadurch, weil man sich bewusster mit der Sprache und dem Ursprung von Wörtern auseinandersetzt. Grundsätzlich muss ich jedoch anmerken, dass zwischenzeitlich meine Konzentration etwas gelitten hat, was aber eher daran lag, dass ich durch die Leserunde mehrere Abschnitte am Stück gelesen habe. Ich denke, dass sich das Buch vor allem gut als Nachschlagewerk eignet anstatt als Lektüre für zwischendurch.

Insgesamt gibt es von mir 5 Sterne!

Veröffentlicht am 03.06.2025

‼️Für jeden sinnvolles und interessantes Buch das die Hintergründe zu Begriffen nahbar erläutert ‼️

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Gerade habe ich das Buch „Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht- aktualisiert und erweitert“ beendet.

Ich muss gestehen, dass es mich unwahrscheinlich interessierte, was die ...


Gerade habe ich das Buch „Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht- aktualisiert und erweitert“ beendet.

Ich muss gestehen, dass es mich unwahrscheinlich interessierte, was die Geschichte hinter den Begriffen, wie wir sie heute kennen ist. Welche Worte kommen aus dem „Fundus“ der NS-Zeit, welche werden irrtümlich dahin verortet – und welche sind nutzbar? Oder welche sind „verbrannt“? Und warum ist das so?
Was soll ich sagen? Lest selbst 😉

Cover:
Das Cover fällt einem durch die Farbgebung und Gestaltung sofort ins Auge. Die Farbgebung ist in weiß, schwarz und rot gehalten. Klar, es handelt sich um ein zweifarbiges Band bei der Schreibmaschine, aber ich frage mich dennoch, ob die Farbgebung eine Anspielung sein soll – und wenn ja: worauf?
Der Duden-Schriftzug rückt eher in den Hintergrund, gibt jedoch gleichzeitig eine gewisse Seriosität durch den wissenschaftlichen Hintergrund 👍

Aufbau
Ich bezweifle, dass sich sehr viele Leser mit der Sprachgeschichte im Wandel der Zeit beschäftigen. Allerdings nimmt die Rhetorik bei bestimmten Parteien und Einzelpersonen zuweilen bedenkliche Züge an. Gerade deshalb – wenn auch nicht nur - lohnt der Blick auf diese. Es ist eine faszinierende Reise, in die uns dieses Buch mitnimmt – auch wenn einiges darin erschrecken kann.


Das Ganze ist folgendermaßen aufgeteilt:

Vorwort zu erweiterten Neuauflage 2025
Einleitung
Danach folgen die Begriffe in alphabetischer Reihenfolge. Dementsprechend ist es ein informatives Nachschlagewerk, was mich anfangs zwar irritierte, aber dessen Sinn und Zweck sich ganz schnell erschloss.
Kommentierte Auswahlbibliografie
- Quellen
- Sekundärliteratur
Inhaltsverzeichnis


Man sieht schon anhand dieser Aufteilung, dass es ein sinnvoller Weg ist, den der Autor da gegangen ist.

Vieles wird sich einem erschließen, wofür es vorher keine (oder nur eine bruchstückhafte oder falsche) Erklärung gab.

Ich fand es sehr informativ, welches Hintergrundwissen an einen herangetragen wird. Auch ist es faszinierend, dass so manches „neue Wort“ schon einige Jahrhunderte hinter sich gebracht hat.

Es geht unter anderem darum, wie sich Wörter im Laufe der Zeit wandelten, wie sich neue Einflüsse darin manifestierten.
Es sind immer gewisse historische Gegebenheiten, die der Sprache wieder eine neue Richtung geben.

Mich hat das Buch sofort in den Bann gezogen. Und zugegebenermaßen tut es das auch jetzt noch, nach dem Lesen. Ich bin mir sicher, dass sich Viele keine Gedanken machen, wenn sie bestimmte Worte verwenden, die doch einen „Beigeschmack“ haben.

Dass es nach jedem Begriff auch ein Fazit abgegeben wird, ob das Wort verwendet werden kann oder wo Vorsicht angebracht ist, rundet das Ganze ab.

Und deshalb kann ich das Lesen dieses Buches wirklich nur ans Herz legen! Es lohnt sich! Und ihr werdet danach so manches Wort mit anderen Augen sehen 😮…

Generell fände ich es auch gut, wenn das Buch den Weg in die Schulen fände und dort auch diskutiert werden würde. Es ist sicher eine interessante und sinnvolle Ergänzung zum Geschichts- oder Deutschunterricht.

Bewertung:
Von mir gibt es eine absolut verdiente 5 Sterne⭐⭐⭐⭐⭐- Bewertung. Deshalb: eine klare und vollumfängliche Leseempfehlung!

Info:
Das Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks gewonnen und durfte mich mit anderen Teilnehmern austauschen. Selbstverständlich hat dies meine Meinung zum Buch in keinster Weise beeinflusst.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Sehr informativ mit einigen Aha-Erlebnissen

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Das Wörterbuch"Verbrannte Wörter" von Mathias Heine ist bereits das zweite Buch dieses Autors, welches ich gelesen habe. Es ist wie gewohnt sehr informativ, ausführlich und lehrreich.

Gewisse Wörter ...

Das Wörterbuch"Verbrannte Wörter" von Mathias Heine ist bereits das zweite Buch dieses Autors, welches ich gelesen habe. Es ist wie gewohnt sehr informativ, ausführlich und lehrreich.

Gewisse Wörter wie Euthanasie, Blockwart, Judenstern und Reichskristallnacht verbinden viele Menschen automatisch mit dem Nazionalsozialismus. Aber wie sieht es aus mit Wörter wie Krise, Eintopf, und gottgläubig? Kann es sein, dass so harmlos klingende Wörter, die wir mit ganz anderen Bedeutungen assoziieren, auch im Sprachgebrauch der Nazionalsozialisten ihren Ursprung oder ihre Bedeutung haben?

Mathias Heine schreibt sehr informativ, aber nicht trocken. Er geht auf den Ursprung des Wortes zurück, und klärt die eventuelle Bedeutung während der Nazizeit nachvollziehbar auf. Anschließend erhält der Leser die Information, ob das jeweilige Wort heutzutage noch zum Wortschatz gehören sollte, oder besser nicht bzw. in welchem Kontext es noch gebraucht werden kann.

Ich mag die Bücher des Autors sehr gerne. Dieses hier hat mich wieder einiges gelernt. Daher ist es sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Interessant & lehrreich

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In seinem Buch „Verbrannte Wörter“ beschäftigt sich der Journalist und Autor Matthias Heine mit der Sprache der Nazis. Dabei ordnet er über 100 Begriffe neu ein. Bevor er damit beginnt, gibt es eine ausführliche ...

In seinem Buch „Verbrannte Wörter“ beschäftigt sich der Journalist und Autor Matthias Heine mit der Sprache der Nazis. Dabei ordnet er über 100 Begriffe neu ein. Bevor er damit beginnt, gibt es eine ausführliche Einleitung, in der es um den Sprachgebrauch bzw. Missbrauch und die Entwicklung der Sprache geht. Bereits hier habe ich einiges Neues erfahren, wie dass es im nationalsozialistischen Sprachgebrauch auch eine typische Satzzeichenverwendung und grammatische Besonderheiten gab.

Im Anschluss sind die thematisierten Wörter alphabetisch aufgelistet. Ein Inhaltsverzeichnis befindet sich am Ende des Buches, vorab hätte es mir besser gefallen, aber solange man weiß, wo man schauen muss, ist das okay.

Die ausgewählten Wörter haben mich überrascht, da ich längst nicht alle dem nationalsozialistischen Sprachgebrauch zugeordnet hätte. Bei anderen war es genau umgekehrt.
Abschließend ordnet der Autor seine Wörter ein und viele von ihnen dürfen auch durchaus noch heute verwendet werden.
Die historischen Hintergründe fand ich ausgesprochen interessant und habe hier einiges Neues erfahren.

Wer sich gerne mit Sprache, deren Entwicklung und Geschichte auseinandersetzt, bekommt hier interessante Einblicke.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Gutes Hilfsmittel für sprachlich schwieriges Terrain

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Ich kenne Matthias Heine von der „WELT“, habe dort auch schon von diesem Buch gelesen. Ich interessiere mich sehr für die deutsche Sprache und beobachte die aktuelle Entwicklung mit Sorge. Immer hatte ...

Ich kenne Matthias Heine von der „WELT“, habe dort auch schon von diesem Buch gelesen. Ich interessiere mich sehr für die deutsche Sprache und beobachte die aktuelle Entwicklung mit Sorge. Immer hatte ich beruflich mit (dem) Texten zu tun, später habe ich auch selbst Sachbücher geschrieben, in denen viele Worte aus Heines Buch Verwendung fanden. Gerade die richtige Wortwahl ist mir wichtig. Ich habe jüdische Vorfahren und wenn ich bestimmte Begriffe im Alltag höre, schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken. Mit diesen Gedanken im Kopf habe ich das Buch von Heine gelesen, ich müsste vielmehr sagen verschlungen.
Auf den Leser warten 103 Worterklärungen, die es in sich haben! Beim Duden Verlag, wo das Buch erschienen ist, finden Interessierte eine Leseprobe, in der auch das Inhaltsverzeichnis enthalten ist. Im Onlinebuchhandel ist diese Leseprobe offenbar nicht downloadbar.
Mit gefällt der Aufbau dieses kleinen Nachschlagewerks! Ein erklärendes Vorwort zur 2. aktualisierten und erweiterten Auflage, eine tiefergehende Einleitung, zu jedem erklärten Wort eine Empfehlung zur (Nicht)-verwendung, am Ende ein Inhaltsverzeichnis, das gleichzeitig wie ein Index aufgebaut ist. Warum das Inhaltsverzeichnis aber in so kleiner Schriftgröße gedruckt wurde, erschließt sich mir nicht. Platz am Ende ist doch wahrlich genug vorhanden.
Besonders die Einleitung habe ich langsam und mit Bedacht gelesen, für mich eine Unterrichtsstunde in Sprachentwicklung und -gebrauch, auch -missbrauch. Dass ich nicht mit allem konform gehe bzw. Parallelen zur heutigen Schreibweise gerade in den Print-/Internetmedien feststelle, liegt in der Natur der Sache. Wenn ich zum Beispiel auf Seite 22 lese "..., Propaganda müsse sich immer am Dümmsten ihrer Adressaten orientieren." (O-Ton Hitler in Mein Kampf), liegt bei mir die Vermutung nahe, dass das leider auch heute nicht ganz ausgeschlossen ist. Ein Begriff Heines gefiel mir besonders: "grobianische Umgangssprachlichkeit", auch da fallen unsere Medien ab und zu bei der Wahl der Worte nicht sonderlich positiv auf.
Die behandelten Wörter und Phrasen sind alphabetisch geordnet, von Absetzbewegung über alttestamentarisch, Arier, ausrichten, Blockwartmentalität, Eintopf, Gleichschaltung, innerer Reichsparteitag, Judenstern, S wie Siegfried bis hin zu Weltanschauung und zersetzen finden sich hochinteressante Analysen. Ich habe mir mitunter fast verwundert die Augen gerieben, was mir im Alltag bisher alles nicht aufgefallen war. Vielleicht hätte es den Rahmen gesprengt, aber das eine oder andere heute gebräuchliche oder „verbrannte“ Wort hat mir doch gefehlt. Zum Beispiel Muttertag oder Endlösung.
Ich kann natürlich hier nicht zu 103 Einträgen einen Kommentar abgeben, aber meine Gedanken zum Wort „Gutmensch“ möchte ich als Beispiel anführen. Ich bin kein Nietzscheaner, aber der auf Seite 125 zitierte Satz von Nietzsche in Bezug auf "Diese ›guten Menschen‹ ..." liegt aus meiner Sicht auch heute sehr nahe an der Wahrheit. Wenn politische Einsicht und Pragmatismus mit der Moralkeule bekämpft werden, ist das für eine funktionierende Gesellschaft eher abträglich.
Das Wort Krise habe ich zuvor nicht mit nationalsozialistischem Gedankengut in Verbindung gebracht, da es sich auf so viele heutige Probleme und Störungen bezieht, dass der "Untergang" mir gar nicht mehr in den Sinn kam.
Matthias Heine bezieht sich bei seinen Erklärungen im Buch nicht nur auf den Gebrauch der Wörter heute und in der Nazizeit, er bezieht auch die Benutzung in der DDR mit ein. So z. B. bei Kulturschaffende, die ich als ehemalige DDR-Bürgerin nicht unbedingt mit dem Nationalsozialismus in Verbindung brachte. Ich habe mich schon früher mit dem Wortschatz der Nazis, aber auch der DDR auseinandergesetzt. In "Giftige Worte der SED-Diktatur" von Ullrich Weißgerber findet man auch Begriffe wie „asozial“, „entartet“, „Hetze“ und „Zersetzung“. In der DDR wurde sehr ähnlich argumentiert wie zu Nazizeiten, nur eben mit anderen Vorzeichen.

Fazit: Für mich ist die Lektüre sehr anregend und auch lehrreich gewesen. Heine hat einen sehr gut lesbaren Stil, seine Erklärungen sind schlüssig formuliert. Vieles war mir bekannt, aber es noch einmal erklärt zu bekommen und neu darüber nachzudenken, das war das Lesen wert! Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich mit der deutschen Sprache beschäftigt.

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