Was ist mit Kristin passiert?
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Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde hier auf lovelybooks erhalten und war von Beginn an sehr gespannt auf die Handlung. Ich mag Thriller, in denen jemand spurlos verschwunden ist und wo eine Figur herausfinden will, was passiert ist. In diesem Fall ist Marsibils Schwester Kristin vor 10 Jahren verschwunden und das Einzige, was damals gefunden wurde, war ihre blutverschmierte Jacke.
Ich fand den Schreibstil unfassbar angenehm und flüssig, wodurch ich ziemlich schnell durch die knapp 400 Seiten kam. Ich mochte das isländische Setting sehr. Das Einzige, womit ich Probleme hatte, waren manche Namen, da sich einige wirklich geähnelt haben und ich zwischenzeitlich ziemlich verwirrt war. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich noch nicht allzu viele Geschichten gelesen habe, die in Island spielen oder in denen die Figuren isländische Namen haben. Demnach ist das von meiner Seite kein Minuspunkt.
Das Buch konnte mich durchweg fesseln. Spannend fand ich, dass es einmal aus Marsibils Sicht aus dem Jahr 1977 geschrieben worden war und einmal aus der Sicht ihrer Schwester 10/11 Jahre zuvor. Auch dass beide jeweils Geheimnisse hatten und in jeder "Zeitebene" versucht hatten, etwas aufzudecken und zu lösen, hat mir sehr gefallen. Dadurch konnte ich bei beiden immer wieder miträtseln.
Zudem fand ich es spannend, dass das Buch quasi in der "Vergangenheit" gespielt hat (aus heutiger Sicht), allerdings fand ich, dass das sehr zum Setting gepasst und den Geheimnisfaktor erhöht hat. Dadurch, dass man zu der Zeit noch nichts online suchen konnte und die Ermittlungen auch ganz anders als heute abliefen, war Marsi darauf angewiesen, alle Leute persönlich zu befragen. Das hat das alles noch mal nahbarer und spannender gemacht.
Ich mochte es auch, dass hier viel mit verschobener Wahrnehmung und vergessenen Erinnerungen gespielt wurde. Dadurch wusste man selbst nicht mehr, was wahr und was falsch ist.
Zwischenzeitlich hatte ich auch eine kleine Ahnung, in welche Richtung die Geschichte gehen würde, allerdings wurde ich zweimal vollkommen getäuscht. Bei der ersten Wendung war ich zunächst etwas enttäuscht, allerdings hat die Autorin hier deutlich mit den Leser*innen gespielt, um sie absichtlich in die Irre zu führen. Das hat mir sehr gefallen.
Das Ende blieb ziemlich offen und hatte auch etwas Verzerrtes und Düsteres. Zunächst war ich nicht sicher, ob es mir gefallen hat, da ich erst ein Happy End erwartet habe. Letztendlich bin ich aber froh, dass es so ausgegangen ist, da es sich immerhin um einen Psychothriller gehandelt hat.
Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.