Cover-Bild Babas Vermächtnis
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11,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Wenz Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 19.10.2022
  • ISBN: 9783937791630
Michael Hetzner

Babas Vermächtnis

Gucci oder Prada, Porsche oder Mercedes? So viele Entscheidungen am frühen Morgen …
Als Nichte des russischen Präsidenten ist Swetlana privilegiert. Geld regiert die Welt und so hat sie früh gelernt, mit entsprechenden Scheinchen Ärgernisse aus der Welt zu schaffen.
Doch so oberflächlich ihre Welt voll Glitter und Glamour erscheinen mag – Swetlana ist talentiert, intelligent und sucht nach ihrem Platz im Leben.
Das Sternbild des Einhorns werde ihr den Weg weisen, meinte Baba einst, und sie möchte gern den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter erfüllen. Doch das ist leichter gesagt als getan.
Auf ihrer Reise nach St. Petersburg erweist sich der Mann ihrer Träume als Reinfall, dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und sie muss vor einer Verbrecherbande fliehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2023

Skurril, witzig, spannend und unterhaltsam

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Dass die Geschichte hier etwas skurril werden könnte, war mir aufgrund des Klappentextes schon irgendwie bewusst, wie skurril allerdings wirklich, das hat selbst mich überrascht. Aber nicht auf negative ...

Dass die Geschichte hier etwas skurril werden könnte, war mir aufgrund des Klappentextes schon irgendwie bewusst, wie skurril allerdings wirklich, das hat selbst mich überrascht. Aber nicht auf negative Art und Weise, sondern so, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, weil es gleichzeitig wahnsinnig spannend und unterhaltsam war. Dabei mochte ich die Handlung, die Charaktere, den Bezug zur Kunst, Literatur und Musik. Ich mochte Swetlana selbst, ihre chaotische Familie und sogar die Szenen in der Schule waren sehr unterhaltsam, genauso wie diese in Sankt Petersburg.

Zwar kommt es hier und da zu Logiklöchern, welche auch tatsächlich auffallen, aber darüber konnte ich im Großen und Ganzen hinwegschauen, ebenfalls darüber, dass einiges sehr unrealistisch wirkte. Aber das macht für mich einfach den Charme des Buches aus. Ich habe diese politische Inkorrektheit geliebt, den Witz und auch die ernsten Stellen. Ich habe einfach gemerkt, dass der Autor sich bei diesem Buch etwas gedacht und eben nicht versucht hat, die Geschichte in irgendeine Weltanschauung zu pressen. Vielmehr zeigt er mit seiner Geschichte sowohl die Sonnen- als auch Schattenseiten des deutschen und auch russischen Systems auf, ohne aber zu politisch zu werden.

Dabei entsteht eine Art Heldenreise der Protagonistin, um den großen Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter zu erfüllen, einen Wunsch, welcher erst nach und nach erklärt wird und das fast wie beiläufig. So kommt es dann auch zu einer Liebesgeschichte, die aber nicht die typischen Klischees erfüllt, sondern genauso skurril ist, wie der Rest des Buches. Ob Swetlanas Gefühle dabei allerdings wirklich echt sind, bleibt offen, was mir aber auch nichts ausgemacht hat, denn das Ende hat mir so gefallen, wie es ist.

Und auch Swetlana selbst hat mir als Protagonistin super gut gefallen. Irgendwo zwischen Luxus, einem chaotischen Elternhaus und Privatschule ergibt sie für mich in gewisser Weise Sinn, auch hier, ohne mit Klischees um sich zu schmeißen. Ja, sie ist reich und ja, sie kann sich mit Geld so einiges erkaufen, doch gleichzeitig ist sie ebenso vernünftig wie unvernünftig, intelligent und doch auch manchmal unbedarft und naiv. Am meisten mochte ich an ihr aber ihre Unerschrockenheit und ihr Selbstbewusstsein. Swetlana weiß, dass die hübsch und schlau ist und das weiß sie zu nutzen.

Alles in allem denke ich, dass dieses Buch vielleicht nicht unbedingt etwas für jedermann ist, aber ich habe es geliebt und denke, dass es auch in meinem Bücherregal bleiben darf. Es ist nicht perfekt und hat hier und da kleine Mängel, doch so ist das Leben und so sind auch Geschichten.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

… einmal ausgeflogen, fängst du das Wort nicht mehr ein.

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Es gibt tatsächlich Leute, der „Volksmund“ genannt, die meinen, Geld verderbe den Charakter. Dabei ist es nur schlecht verborgener Neid, der hochkocht, wenn eine wie Swetlana auftaucht und die Umwelt locker ...

Es gibt tatsächlich Leute, der „Volksmund“ genannt, die meinen, Geld verderbe den Charakter. Dabei ist es nur schlecht verborgener Neid, der hochkocht, wenn eine wie Swetlana auftaucht und die Umwelt locker in die Tasche steckt.
Wer also ist Swetlana? Eine junge, bildschöne und blitzgescheite (wenn man von Mathematik absieht) Exilrussin, die mit ihrem Vater, der der Bruder des russischen Staatspräsidenten zu sein scheint, und mit ihrer Mutter, die von besseren Tagen am Theater träumt, in einer Villa in Hamburg lebt und sogar – man höre und staune – aufs Gymnasium geht. Dass ihr vor lauter Nachdenken übers richtige Outfit in der Schule schon mal etwas danebengeht, ist nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar war mir jedoch die ständige Wiederholung der teuren Accessoires. Der Autor trägt gern dick auf in dieser Geschichte, aber mir war es etwas zu heftig, auch was die Sprache und die Beschreibung einiger Szenen angeht. Die Namenswahl für seine Protagonisten hätte jedoch nicht besser ausfallen können. Besonders der kleine und der große Rasputin haben es mir angetan, aber auch der Spitzname Hering für einen Lehrer namens von Bismarck lässt nichts zu wünschen übrig.
Swetlana hat die Herzens- und die Geistesbildung nicht von ihren Eltern geerbt, sondern von ihrer Baba, der russischen Oma, die nun leider tot ist. Deren Vermächtnis aber bleibt der klugen Swetlana im Gedächtnis. Was sie daraus macht, das liest jeder am besten selbst. Bis zur Mitte des Buches passiert noch nicht so viel, wenn man von den merkwürdigen Lebensumständen und der Art der Tagesbeschäftigung absieht, mit der sich die Eltern am Leben erhalten oder von den Schulstunden und überkandidelten oder unterbelichteten Mitschülerinnen. Es gibt dann noch als Sahnehäubchen einen neuen Mitschüler, der vom Nerdy zum Melvy mutiert, und der zwar nur Englischstunden besucht, aber definitiv auch in Deutsch dringend Nachhilfe benötigt, ebenso wie in Körperpflege und beim sonstigen Umgang mit anderen Menschen. Da sieht sich Swetlana tatsächlich gefordert und begibt sich in den Kampf um das Äußere und Innere des kulleräugigen Nerds.
Was diese beiden zusammenhält und bis nach St. Petersburg bringt, das ist wirklich ein Spaß, besonders, wenn kleinere und größere Geheimnisse gelüftet werden. Trotzdem habe ich beim Lesen immer wieder über einen Punkt nachgedacht. Welches Genre ist das nun? Roman, Schelmengeschichte, Krimi, Märchen für Erwachsene? Bis ans Ende hat mich das verfolgt. Eines ist aber gewiss, der Autor Michael Hetzner liebt das Russische, das Gelehrte, das Weiche, das Tragische, das Melancholische, das Lyrische, die verschlungenen Wege der Gedanken und die Bonmots. Auch kennt er sich aus in den russischen Gepflogenheiten, den kleinen Witzen unter „Freunden“, spitze Bemerkungen sind in diesem Buch keine Mangelware. Und wenn er Gedichte einstreut, egal ob von der Achmatowa, von Rilke und anderen Geistesgrößen, sie sind perfekt gewählt und platziert.
Fazit: Ich habe mich entschieden, dieses Buch im Genre Unterhaltungsroman anzusiedeln. Wer etwas Ausgefallenes sucht und bereit ist, sich über „russische Bären“ zu amüsieren, für den ist das Buch richtig. Für mich war es nicht ganz die richtige Wahl, aber die Gedichte und die Rasputins haben mir trotzdem ein paar kurzweilige Stunden beschert.
3 Sterne
Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

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Veröffentlicht am 26.11.2023

Babas Vermächtnis

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Durch ihre Verwandtschaft mit einem Staatschef lebt Swetlana zwischen Gucci, Porsche und vielem mehr. Sie geht auf eine Privatschule und ist trotz all dem Wohlstand auf der Suche nach ihrem Platz auf der ...

Durch ihre Verwandtschaft mit einem Staatschef lebt Swetlana zwischen Gucci, Porsche und vielem mehr. Sie geht auf eine Privatschule und ist trotz all dem Wohlstand auf der Suche nach ihrem Platz auf der Welt.

Gleich vorab sei gesagt, dass ich mich mit Swetlana und ihrer speziellen Welt nicht anfreunden konnte. In die Geschichte habe ich nicht richtig hineingefunden. Durch den Buchtitel „Babas Vermächtnis“ hatte ich geheimnisvollere Geschehnisse vermutet.

Gut gelungen ist dem Autor dagegen, zwischen den Zeilen viel zu „erzählen“. Oft ist es nur ein halber Satz, der viel Inhalt hat und mit Zwischentönen die Gedanken des Lesers anregt. Denn die Geschichte zeigt viel von der russischen Gesellschaft und deren Mentalität, ohne sich groß darüber zu äußern. Hier bleibt dem Leser viel Raum.

Dagegen hat der eigentliche Roman an manchen Stellen seine Längen, um dann an anderen etwas Ausführlichkeit vermissen zu lassen. Die Charaktere fand ich etwas flach und auch die Sprünge in der Geschichte zu plötzlich. Ohne zu spoilern kann ich leider nicht näher darauf eingehen. Zusammengefasst ist „Babas Vermächtnis“ ein gutes Buch mit Luft nach oben.

Ich danke Michael Hetzner für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.