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Veröffentlicht am 15.09.2019

Der Store

Der Store
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Der weltgrößte Onlinestore ist die Firma „Cloud“. Dort gibt es alles zu kaufen, und Drohnen liefern die Bestellungen sofort aus. Wer bei „Cloud“ arbeitet, hat dort alles unter einem Dach. Arbeiten, Wohnen ...

Der weltgrößte Onlinestore ist die Firma „Cloud“. Dort gibt es alles zu kaufen, und Drohnen liefern die Bestellungen sofort aus. Wer bei „Cloud“ arbeitet, hat dort alles unter einem Dach. Arbeiten, Wohnen und Freizeit – alles spielt sich auf dem Gelände der „MotherCloud“ ab. Eigentlich hat ein Mitarbeiter keinen Grund mehr, das Grundstück zu verlassen. Als Paxton dort ankommt, wird er dem Sicherheitsdienst zugeteilt. Er lernt Zinnia kennen, die im Lager arbeitet und dort die Ware heraussucht und auf ein Transportband legt. Zinnia verfolgt ein eigenes Ziel, und Paxton kommt ihr wie gerufen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes kommt schließlich überall hin.

Autor Rob Hart hat mit „Der Store“ interessante Themen realitätsnah in einen Roman gepackt. Während die Welt außerhalb der „MotherCloud“, welche alle Annehmlichkeiten bietet, immer mehr zu Grunde geht, scheint dort das Paradies zu sein. Die Mitarbeiter arbeiten in ihren jeweiligen Bereichen, wie aufeinander abgestimmte Zahnräder, um alle Kundenwünsche zu erfüllen. An diesem Punkt habe ich allerdings ein Verständnisproblem. Wenn doch die Welt außerhalb der „MotherCloud“ aufgrund von Verödung der Dörfer und Städte sowie Klimaproblemen kaum noch lebenswert scheint, wer bestellt dann all die Dinge, die „Cloud“ versendet und die den Erfolg erst ausmachen?

Sehr gut gelungen ist die Beschreibung des Lebens in der „MotherCloud“ und was diese mit ihren Bewohnern macht. Diese Umstände erzeugen ein Gänsehautgefühl, welches das ganze Buch über anhält. Die Geschichte wird einmal direkt von dem Entwickler der Cloud, Gibson Wells, erzählt, daneben begleitet der Leser Paxton und Linnia als Zuschauer. Zwischendurch bekommt der Leser auch die Botschaften, die die Bewohner der „MotherCloud“ erhalten, auch zu lesen. Dies bringt einem diese Lebensumstände dort noch näher.

Leider bleiben die Figuren etwas blass. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt auf dem Store und was das Leben mit ihm und in der „MotherCloud“ mit seinen Bewohnern macht. Vieles wird dem Leser bekannt vorkommen, und große Wendungen gibt es auch nicht. Es ist das Zwischenmenschliche und das Lesen zwischen den Zeilen, was den Reiz an diesem Buch ausmacht. Dazu kommt die Nähe zu unserer heutigen Zeit. So weit in der Zukunft spielt dieser Roman nicht, und es bleiben oft nur Andeutungen, welches Jahr sein könnte.

Das Buch liest sich gut, und der Schreibstil ist ebenfalls gut. Auch wenn es sich um einen Roman und nicht speziell um einen Thriller handelt, so bietet er doch genug Stoff, um den Leser beim Gedanken an die Zukunft etwas zu gruseln. Ich empfehle es gerne weiter.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Heyne-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Kindermund

Kindermund
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In ihrer Autobiografie schildert Pola Kinski, was ihr in ihrer Kindheit und Jugend widerfahren ist. Insbesondere das Verhältnis zu ihrem Vater, dem Schauspieler Klaus Kinski, wird schonungslos offengelegt. ...

In ihrer Autobiografie schildert Pola Kinski, was ihr in ihrer Kindheit und Jugend widerfahren ist. Insbesondere das Verhältnis zu ihrem Vater, dem Schauspieler Klaus Kinski, wird schonungslos offengelegt. Bei der Bewertung einer Biografie lasse ich die Geschichte selbst bei der Bewertung außen vor. Was bei solchen Geschichten Wahrheit, Lüge, Fantasie oder der Spannung wegen hinzugefügt wurde, wird außer der Autorin niemand wissen, und ich erlaube mir mit meiner Rezension kein Urteil über das Leben anderer Menschen.

Beginnen möchte ich meine Rezension direkt mit dem Schreibstil. Dieser ist für mich einfach nur furchtbar. Wie der Titel bereits aussagt, erzählt die „kleine Pola“ ihre Erlebnisse. Hier stört insbesondere die Wortwahl. Es werden Situationen mit Worten geschildert, die ein Kind im entsprechenden Alter unmöglich kennen kann. Personen und Ereignisse erwecken eher das Gefühl, dass eine Erwachsene versucht, die Geschichte als ein Kind zu erzählen. Dieser Versuch ist als misslungen zu betrachten.

Mit den oft blumig gewählten Worten und Beschreibungen hat man das Gefühl, ein Märchen oder einen zarten Liebesroman zu lesen, obwohl der Inhalt dieser Worte einfach nur erschreckend sein soll. Es gelang mir auch nicht, eine Beziehung für das Kind, später für die Jugendliche, aufzubauen.

Der einzige gute Punkt in diesem Buch ist, dass die Zerrissenheit, in der sich Pola Kinski in dieser Zeit befunden hat, sehr gut durchkommt. Sie versucht, dem Schrecken zu entkommen, und trotz allem liebt sie ihre Eltern und möchte auch von ihnen geliebt werden. Trotz des ernsten Themas fehlt es dem Buch an Spannung, und die Seiten zeihen sich nur so dahin. Dazu trägt auch die oben bereits erwähnte Wortwahl erheblich bei.

Die Meinungen über dieses Buch gehen weit auseinander, und ich muss mich zu den Lesern zählen, die andere Erwartungen hatten. Es ist eine tragische Geschichte, und durch den berühmt berüchtigten Vater auch eine, die es an die Öffentlichkeit geschafft hat. Mich hat dieses Buch jedoch auf ganzer Linie enttäuscht und ist daher reine „Geschmackssache“.

Veröffentlicht am 15.09.2019

What if? Was wäre wenn?: Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen

What if? Was wäre wenn?
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Der Physiker Randell Munroe veröffentlicht unter xdcd.com Science Cartoons. Daneben hat er einen Blog „What if?“, auf dem er auf den ersten Blick verrückte, hypothetische Fragen mithilfe der Wissenschaft ...

Der Physiker Randell Munroe veröffentlicht unter xdcd.com Science Cartoons. Daneben hat er einen Blog „What if?“, auf dem er auf den ersten Blick verrückte, hypothetische Fragen mithilfe der Wissenschaft zu beantworten versucht.

Der Autor liefert Antworten auf Fragen, die ich mir noch nie gestellt habe. Sowohl die Fragen als auch die Antworten sind faszinierend. Das Buch wird an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Mit viel Humor und guten Erklärungen bekommt der Leser interessante, auch lehrreiche Antworten auf absurde Fragen. Witzige und ernste Fußnoten sorgen für Unterhaltung.

Meine „Lieblingsfrage“ war die nach der MACHT von Yoda, einer Figur aus der Star-Wars-Reihe. Monroe rechnet vor, wie groß die Kraft der MACHT sein müsste, um den X-Gleiter von Luke Skywalker aus dem Sumpf zu ziehen, wie es im Film geschehen ist. Zwar drehen sich nicht alle Fragen um Themen aus dem Science-Fiction-Bereich, aber ein Leser, der sich darin auskennt, versteht so manchen Vergleich meiner Meinung nach besser.

Zwischendurch lockert der Autor das Lesen mit extrem absurden Fragen, die er nur mit Strichmännchen beantwortet, auf. Die Strichmännchen begleiten den Leser auch durch das Buch und helfen bei der Verdeutlichung so mancher Erklärung. Leider sind diese in meiner eBook-Ausgabe klein und nicht vergrößerbar. Dadurch ist es schwer, genau zu erkennen, was die Strichmännchen erläutern oder darstellen sollen.

Mir hat das Lesen dieses eBooks großen Spaß gemacht, und ich empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Mein Mann, der Rentner auf Tour statt Kur

Mein Mann, der Rentner, auf Tour statt Kur
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Rosa und ihr Mann Günther genießen ihren Ruhestand. Nachdem Freunde ihnen von ihrem Urlaub berichtet haben, wollen auch Rosa und Günther verreisen. Beide haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen davon, ...

Rosa und ihr Mann Günther genießen ihren Ruhestand. Nachdem Freunde ihnen von ihrem Urlaub berichtet haben, wollen auch Rosa und Günther verreisen. Beide haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen davon, was eine perfekte Reise ist. Günther kann sich eine Fahrt mit dem Wohnmobil nach Italien vorstellen. Ein Albtraum für Rosa. Sie denkt eher an eine Luxuskreuzfahrt. Tochter Julia schlägt vor, dass ihre Eltern beide Reisen machen sollten, um am Ende zu entscheiden, welche die bessere gewesen sei.

Für den Leser ist diese Entscheidung auch nicht so einfach. Durch die Campingtour lernen nicht nur Rosa und Günther die Gepflogenheiten und Personentypen auf den Campingplätzen kennen. Jeder, der selbst einmal campen war, wird lächelnd diesem Teil der Geschichte folgen. Das ein oder andere Erlebnis dürfte bekannt vorkommen. Die Luxuskreuzfahrt hingegen ist wirklich der pure Luxus. Kein Vergleich zu den Verhältnissen auf den Campingplätzen. Auch auf dieser Reise lernen Rosa und Günther interessante Leute kennen.

Der Humor kommt in diesem Buch definitiv nicht zu kurz. Dafür sorgt bereits die Art, wie Rosa ihre Tagebucheinträge verfasst. Das Lesen wird zum reinen Vergnügen. Leider bleiben alle Charaktere etwas zu oberflächlich, was der Geschichte selbst jedoch nicht schadet. Anhand der Umstände kann beim Lesen selbst die ein oder andere Lücke gefüllt werden. Vielleicht ist dies auch beabsichtigt, damit jeder Leser seine eigenen Erfahrungen mit den verschiedenen Personentypen einbauen kann.

Es macht Spaß, beide Urlaubsreisen zu begleiten. Welche Reise am Ende die bessere ist, muss wohl jeder Leser für sich entscheiden, genau wie Rosa und Günther. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Töte mich

Töte mich
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Nathan Striedow ist großer Fan von grausamsten und kaltblütigen Mördern. Aber diese haben Fehler begangen, wurden festgenommen und verurteilt. Doch Nathan ist besser als sie und stellt ihre Taten nach. ...

Nathan Striedow ist großer Fan von grausamsten und kaltblütigen Mördern. Aber diese haben Fehler begangen, wurden festgenommen und verurteilt. Doch Nathan ist besser als sie und stellt ihre Taten nach. Ihm passieren diese Fehler nicht. Sobald er alle Morde nachgestellt hat, die er sich vorgenommen hat, will er als großes Finale sich um die FBI-Agentin Dana Whitestone kümmern. Sie ist ihm auf den Fersen, kommt jedoch immer zu spät, um seine Taten zu verhindern.

Leider ist die Geschichte nicht ganz so spannend, wie sie im ersten Moment klingt. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert. Jeder Teil beinhaltet die Nachahmung eines Mordes. Dazwischen gibt es Rückblicke in die Vergangenheiten von Nathan und Dana.

Die einzelnen Charaktere bleiben sehr oberflächlich. Zwar versucht der Autor Jon Osborne, durch die passenden Worte emotionale Bezüge aufzubauen, was bei mir jedoch nicht funktionierte. Die Geschichte fließt ohne größere Wendungen dahin.

Einige Sackgassen während der Ermittlungsphase sind gut gemacht und regen zum Nachdenken über den Täter an. Insgesamt betrachtet ist „Töte mich“ ein einigermaßen gutes Buch.