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Veröffentlicht am 11.04.2021

Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga

Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga
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Gleich eine Warnung vorweg: Beim Lesen des Buches besteht die Gefahr, von Muskelkater durch das viele Lachen. Dieses Buch tut einfach gut. Humorvoll zeigt Autorin Sabine Bode, wie Hormon-Yoga, Aroma-Schlafbrillen ...

Gleich eine Warnung vorweg: Beim Lesen des Buches besteht die Gefahr, von Muskelkater durch das viele Lachen. Dieses Buch tut einfach gut. Humorvoll zeigt Autorin Sabine Bode, wie Hormon-Yoga, Aroma-Schlafbrillen und weitere Dinge der Wohlfühl- und Lifestyle-Welle das Leben so mancher Menschen bestimmen kann.

Mit vielen Spitzen trifft sie den Nagel auf den Kopf. Der im Rückentext genannte „Haudraufhumor“ der Autorin wird dort zu Recht aufgeführt. Dieser ist einfach fantastisch. Egal, ob es sich um Pseudoenglische Begriffe handelt, mit denen eine bestimmte Gruppe banale Tätigkeiten umschreibt oder die Kreativität bei Kindernamen, man kann nur schmunzeln oder den Kopf schütteln. Sabine Bode beweist mit ihrem trockenen Humor viel Feingefühl und wird nie beleidigend oder herablassend einer Gruppe gegenüber, wie leider so mancher ihrer Kollegen. Ein guter Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen, viel zu schnell ist man als Leser „durch“.

Sie hat insbesondere in einer Sache recht: Als Rezensent schreibt man bei guten Büchern weniger, als wenn einem das Buch nicht gefallen hat. Das kenne ich auch von mir. Rezensionen zu guten Büchern fallen mir immer schwerer, als zu welchen, die mir nicht so gefallen haben. So geht es mir auch mit diesem Buch, denn es war einfach wunderbar.

Ich danke Annika Grützner von Literaturtest und dem Goldmann Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 11.04.2021

Auris

Auris
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Professor Matthias Hegel ist ein akustischer Profiler. Sein Spitznahme lautet „Auris“ – lat. „Das Ohr“. Er kann alleine anhand der Stimme einen Menschen identifizieren und ist sehr erfolgreich. Doch ausgerechnet ...

Professor Matthias Hegel ist ein akustischer Profiler. Sein Spitznahme lautet „Auris“ – lat. „Das Ohr“. Er kann alleine anhand der Stimme einen Menschen identifizieren und ist sehr erfolgreich. Doch ausgerechnet er gesteht einen Mord und geht, ohne Widerstand zu leisten, ins Gefängnis. Dies findet die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge merkwürdig, und sie beginnt zu recherchieren. Doch je tiefer sie in den Fall einsteigt, desto größer wird die Gefahr für sie.

„Auris“ ist eines der Bücher, bei deren Rezension ich aufpassen muss, nicht versehentlich zu spoilern. Es geschieht so vieles, und erst später wird klar, wie die Dinge zusammenpassen. Das Lesen liefert ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Ist Hegel unschuldig? Wer will Jula bei ihren Ermittlungen unterstützen, wer aufhalten?

Während des Lesens stellen sich viele Fragen. Die meisten Wendungen werfen mehr Fragen auf, als sie Antworten geben. Einzelne Geschehnisse habe ich erahnen können, was die durchweg gute Spannung jedoch nicht gestört hat. Die Figuren sind gut ausgearbeitet. Während man Jula immer besser kennenlernt, bleibt Hegel ein seltsamer Charakter.

„Auris“ ist der erste Teil einer Reihe. Der Auftakt ist gelungen, mal abwarten, ob die Fortsetzung dieses Niveau halten kann.

Veröffentlicht am 06.04.2021

Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen

Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen
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Sollte es für Frauen tatsächlich möglich sein, erfolgreich zu werden, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen? Mit der Beantwortung dieser Frage befasst sich das von Autorin Sarah Cooper verfasste Buch. ...

Sollte es für Frauen tatsächlich möglich sein, erfolgreich zu werden, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen? Mit der Beantwortung dieser Frage befasst sich das von Autorin Sarah Cooper verfasste Buch. In kurz gehaltenen Kapiteln gibt es unter anderem Tipps zu Authentizität, Führungsstil und Erfolg.

Satirisch und humorvoll verpackt werden ernste Themen der Arbeitswelt durchleuchtet. Am Ende eines Kapitels gibt es ein Fazit, Übungen mit Arbeitsblättern und Bonusmaterial. Den Einstieg in das jeweilige Kapitel findet der Leser über einen Spruch. Dabei kommt das Buch mit relativ wenig Text aus. Viele Themen werden eher bildlich behandelt. Dies dürfte Männern das Lesen dieses Buches erleichtern, vielleicht verstehen sie sogar die Botschaft der einzelnen Themenbereiche.

„Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen“ ist jedoch kein ernstgemeinter Ratgeber für Frauen, welche in einer männerdominierten Arbeitswelt vorankommen möchten. Mit bewusst gesetzten Spitzen und Übertreibungen wird einerseits in eine gesellschaftliche Kerbe gestochen, andererseits dürfte sich so manche Frau wiedererkennen. Vielleicht wird die eine oder andere auch ermutigt, manche Veränderung bei sich selbst anzugehen.

Übersetzerin Anna Dushime ist es gut gelungen, die Satire und Ernsthaftigkeit in diesem Buch ins Deutsche zu übertragen. Dieses Buch liest man nicht nur einmal. Es eignet sich wunderbar als Geschenk. Mir hat es sehr gut gefallen, und ich empfehle es daher gerne weiter.

Ich danke Hanna von der Mentor Verlag GmbH für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 05.04.2021

Die Sonnenschwester

Die Sonnenschwester
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Elektra d’Aplièse ist ein erfolgreiches Top-Modell und führt ein Leben in Saus und Braus. Doch vieles ist nur Fassade, Elektra übersteht die Tage nur dank Alkohol und Drogen. Als sie auf eine Frau trifft, ...

Elektra d’Aplièse ist ein erfolgreiches Top-Modell und führt ein Leben in Saus und Braus. Doch vieles ist nur Fassade, Elektra übersteht die Tage nur dank Alkohol und Drogen. Als sie auf eine Frau trifft, die behauptet, ihre leibliche Großmutter zu sein, kommt Elektra an einen Wendepunkt. Wie ihre Schwestern ist sie adoptiert und erfährt nun von ihren Wurzeln. Im Jahr 1939 fährt Celily Huntley-Morgen zu ihrer Tante Kiki nach Kenia. Dort findet sie nicht nur eine Heimat, sondern auch ein neugeborenes Baby am Waldrand.

Dieser Roman der Schwestern-Reihe ist komplex und nimmt den Leser in beiden Zeitebenen emotional mit. Da ist Elektra, die sich selbst noch nicht gefunden hat, und Cecily, die nach einer Enttäuschung ein neues Leben anfängt. Zuerst begleitet man die beiden Frauen in ihrer Geschichte. Nach und nach zeigt sich, was Elektra und Cecily verbindet.

Autorin Lucinda Riley schafft es, die künstliche Welt um Elektra mit der wunderschönen Natur von Kenia zu verbinden. Man möchte Elektra helfen, von den Drogen und Alkohol los zu kommen. Sie hat mich emotional sehr gepackt. Denn, was die Sucht mit ihrem Leben macht, erleben viele Menschen auch außerhalb einer Romangeschichte. Allerdings sind die meisten auch keine Top-Modells.

Nicht weniger emotional ist das Aufblühen von Cecily in Afrika, auch wenn ihr Leben dort nicht einfach ist. Beide Erzählstränge haben ihre eigene Spannung, und man fiebert mit beiden Frauen mit. Die Geschichte liest sich gut, und den Wechsel der Übersetzerinnen bemerkte ich nicht.

Es ist interessant zu verfolgen, wie die Reihe der sieben Schwestern weitergeht. Alle sechs Schwestern haben ihren Weg gefunden und ihre Wurzeln kennen gelernt. Jedoch sind die Pleyaden, nach denen die Schwestern benannt wurden, sieben. Demnächst erscheint der letzte Teil. Dort geht es um diese unbekannte, fast schon geheimnisvollen Frau. Ob sie das einzige Geheimnis des letzten Teils ist, oder wartet noch mehr darauf, aufgedeckt zu werden?

Veröffentlicht am 05.04.2021

Milchsblut

Milchsblut
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Ein kleines Dorf irgendwo in den Bergen. Seit Generationen lebt Elviras Familie hier auf ihrem Hof. Eines Tages findet Elvira auf dem Nachbarhof eine Leiche. Ihr Nachbar wurde getötet und auf ein Wagenrad ...

Ein kleines Dorf irgendwo in den Bergen. Seit Generationen lebt Elviras Familie hier auf ihrem Hof. Eines Tages findet Elvira auf dem Nachbarhof eine Leiche. Ihr Nachbar wurde getötet und auf ein Wagenrad gebunden. Er wird nicht das letzte Opfer bleiben. Elvira findet heraus, dass die Morde in Verbindung zu einer Heiligenlegende stehen. Ein Unwetter sorgt dafür, dass ihr Hof von der Außenwelt abgeschnitten wird. Sie ahnt, dass auch ihr Leben in Gefahr ist.

Zu Beginn des Romans rechnete ich mit einem gemütlichen Landkrimi. Diese Erwartung wurde auch erfüllt, denn die Geschichte beginnt leicht, und die Spannung bleibt auf einem guten Niveau. Doch dann geschehen Dinge, die eher zu einem Thriller gehören könnten. Unerwartete Wendungen lassen große Spannung aufkommen.

Die Seiten fliegen beim Lesen plötzlich nur so dahin. Dazu beigetragen hat auch, dass ich mich ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte. Alle Charaktere haben Hochdeutsch gesprochen, und so viel das „Übersetzen“ des Dialektes weg. Natürlich dürfte es unwahrscheinlich sein, dass die Bewohner in den Bergen ohne Dialekt miteinander sprechen. Dies könnte auch den einen oder anderen Leser stören, mich störte es nicht.

Die einzelnen Figuren sind gut ausgearbeitet und haben mich emotional erreicht. Die Bergwelt mit ihren Bewohnern wird vielleicht etwas naiv dargestellt, aber für einen Landkrimi geht das in Ordnung. Autorin Clara Weiss ist ein wunderbarer Krimi gelungen, der nach ruhigem Einstieg bei mir ein großartiges Kopfkino ausgelöst hat.