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Veröffentlicht am 28.06.2020

Rauschliebe

Rauschliebe
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Seit ihrer Jugend schwärmen Stella und Pavlos füreinander. Es dauert jedoch 20 Jahre, bis sie endlich zusammen kommen und ein Paar werden. Doch es gibt von Beginn an ein Problem. Pavlos ist alkoholkrank. ...

Seit ihrer Jugend schwärmen Stella und Pavlos füreinander. Es dauert jedoch 20 Jahre, bis sie endlich zusammen kommen und ein Paar werden. Doch es gibt von Beginn an ein Problem. Pavlos ist alkoholkrank. Stella glaubt jedoch an die große Liebe und gerät dadurch in die Co-Abhängigkeit.

Zu Beginn lernt der Leser Stella und Pavlos sowie ihre Beziehung zueinander kennen. Stella erzählt in der „Ich-Form“ von allen Höhen und Tiefen ihrer Beziehung zu Pavlos. Was zu Beginn bei mir nur ein Kopfschütteln auslöste, steigerte sich im Laufe des Romans zu inneren Wutausbrüchen.

Schon früh merkt Stella, dass der Alkohol die Macht über Pavlos und sein Verhalten hat. Trotzdem schafft sie es nicht aus dieser Beziehung heraus. Sie fällt immer wieder in ihr altes Verhaltensmuster. Dabei weiß sie genau, dass es so nicht weitergehen kann. Oft schrie ich in diesen Momenten in Gedanken „Stella, tu es nicht“, „Warum?“ oder „Verdammt noch mal“.

Karmen Rurela zeigt in „Rauschliebe“ deutlich, welche Auswüchse die Alkoholkrankheit hat. Wie schwer es trotz allen Niederschlägen – im wahrsten Sinne des Wortes – ist, den Teufelskreis zu durchbrechen. Die Reaktionen aus dem Umfeld von Stella und Pavlos sind vielfältig, oft wird die Krankheit entweder verleugnet oder als „so schlimm wird es schon nicht sein“ abgetan. Stella hat zum Glück ein Umfeld, welches ihr trotz aller Rückschläge immer wieder Hilfe anbietet und sich nicht von ihr abwendet. Es entwickelt sich eine sehr komplexe Dreierbeziehung zwischen Stella, Pavlos und dem Alkohol, die es so leider tagtäglich auf der Welt gibt.

Diese Geschichte führt klar vor Augen, dass es zwischen Alkoholgenuss und Alkoholsucht, die eigentlich eine Krankheit und keine Sucht ist, nur ein schmaler Grad existiert. Ein Alkoholiker wie Pavlos versteht es, seine Umwelt jahrelang zu täuschen. Zumal er nach außen nicht dem typischen Bild eines Alkoholikers entspricht, wie man ihn sich vorstellt.

„Rauschliebe“ ist ein emotionales Buch, welches dem Leser deutlich vor Augen führt, dass ein Alkoholkranker nicht nur sich selbst, sondern auch sein Umfeld zerstört. Auch, wie schwer das Entkommen aus der Co-Abhängigkeit ist, wird deutlich.

Ich danke der Autorin Karmen Jurela für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Der Roman hat 260 Seiten (ISBN: 978-3750460720) und ist über die bekannten Online-Plattformen und den örtlichen Buchhandel zu beziehen.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Die Flut

Die Flut
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Michael hat seinem Kollegen Andreas versprochen, bei dessen Ausbau des Dachgeschosses des Ferienhauses auf Amrum zu helfen. Seine Freundin Julia begleitet ihn. Nach ein paar Tagen auf der Insel geschieht ...

Michael hat seinem Kollegen Andreas versprochen, bei dessen Ausbau des Dachgeschosses des Ferienhauses auf Amrum zu helfen. Seine Freundin Julia begleitet ihn. Nach ein paar Tagen auf der Insel geschieht ein grausamer Mord. Eine Frau wurde im Sand eingegraben, ihr Mann in der Nähe festgebunden. Er muss hilflos mit ansehen, wie seine Frau in der aufkommenden Flut qualvoll ertrinkt.

Der Leser erhält Einblicke in die Gedankenwelt des Täters. Diese bietet im Laufe der Geschichte förmlich die nächste Spannungsstufe, zumal der Täter Spuren legt, denen die Polizei wie vorher geplant folgt. Der Täter hält sich für unbesiegbar und allen anderen, besonders den Ermittlern gegenüber, überlegen.

Die Spuren führen die Ermittler immer wieder zu Michael, der seine Unschuld nur schwer beweisen kann. Während des Lesens begegnen dem Leser noch viele weitere mögliche Täter, so dass es bis zum Schluss offen bleibt, wer dieser ist.

Viele gute Wendungen machen das Lesen zum Vergnügen. Gut ausgearbeitete Charaktere, die man förmlich vor Augen sieht, und eine Örtlichkeit, zu der diese bestialischen Morde einfach nicht passen wollen. Grausame Morde auf einer so schönen, friedlichen Insel?

Der Psychothriller verdient diese Bezeichnung zu Recht. Die Seiten fliegen nur so dahin, und bereits nach wenigen Stunden ist das Buch beendet. Aber nur das Buch, denn das Geschehene hallt noch lange in den Gedanken des Lesers nach, und die verursachte Gänsehaut geht nur langsam vorbei.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Kein Sterbenswort

Kein Sterbenswort
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Vor acht Jahren hat der Kinderarzt Dr. David Beck die Liebe seines Lebens verloren. Wenige Monate nach ihrer Hochzeit wurde Elisabeth von einem Serienkiller entführt und ermordet. David hat diesen Angriff ...

Vor acht Jahren hat der Kinderarzt Dr. David Beck die Liebe seines Lebens verloren. Wenige Monate nach ihrer Hochzeit wurde Elisabeth von einem Serienkiller entführt und ermordet. David hat diesen Angriff damals knapp überlebt, und die Ereignisse verfolgen ihn bis heute. Eines Tages erhält er eine seltsame E-Mail, deren Inhalt und dessen Bedeutung nur David und Elisabeth etwas sagt.

David Beck erzählt die Geschichte aus der „Ich-Perspektive“ und spricht den Leser ab und zu direkt an. Hierdurch soll zwischen Figur und Leser eine enge, emotionale Bindung entstehen. Bei mir funktionierte dies jedoch nicht. Ich kam zwar in die Geschehnisse gut hinein, aber es gab auch langatmige Abschnitte, und überraschende Wendungen blieben aus.

Insgesamt sind die Figuren gut ausgearbeitet. Der Leser wird sanft auf das große Finale vorbereitet, echte Spannung wollte aber nicht aufkommen. Der Schreibstil ist gut, und trotz der Längen ist das Buch relativ schnell gelesen.

„Kein Sterbenswort“ ist ein durchschnittlicher Roman, den man lesen kann, wenn man zwar Lust auf ein wenig Spannung, aber keine Nerven, Zeit oder Geduld für einen (PsychThriller hat. Insgesamt ist es ein gutes Buch.

Veröffentlicht am 28.06.2020

M.O.N.A.

Mona
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Eine israelische Splitterbombe tötet Samir Mustafs kleine Tochter Mona. Er ist verzweifelt und voller Rachegefühle. Samir ist IT-Spezialist und erhält die Möglichkeit, den aggressiven Computervirus M.O.N.A. ...

Eine israelische Splitterbombe tötet Samir Mustafs kleine Tochter Mona. Er ist verzweifelt und voller Rachegefühle. Samir ist IT-Spezialist und erhält die Möglichkeit, den aggressiven Computervirus M.O.N.A. Zu entwickeln. Dieser soll das israelische Finanzsystem zerstören. Zeitgleich präsentiert der Programmierer Eric Söderqvist seiner Frau Hanna „Mind-Surf“. Mit Hilfe dieses Programms kann der Nutzer alleine durch Gedanken das Internet erkunden. Nach dem Test fällt Hanna ins Koma. Eric ist überzeugt, dass M.O.N.A. dahinter steckt, und begibt sich auf die gefährliche Suche nach Samir Mustaf.

Wie Eric ist der Leser plötzlich mittendrin im Nah-Ost-Konflikt und gerät in einen Strudel, der ihn immer mehr in die Tiefe zieht. Zwischen den Fronten versucht er, Samir Mustaf zu finden. Hanna befindet sich in einer Art „Zwischenwelt“, aus der sie sich nicht befreien kann. Es hätte mir gut gefallen, mehr über diese Welt zu erfahren und mit Hanna diesen seltsamen Ort zu erkunden. Der Schwerpunkt der Geschichte ist eindeutig bei Eric und seinen kompliziert miteinander Verbundenen Geschehnisse.

Das Buch ist gut geschrieben, mir fehlte jedoch etwas der „Thrill“. Dies könnte daran liegen, dass ich keine Bindung zu den Figuren herstellen konnte. Mir blieben die Charaktere zu oberflächlich. An wenigen Stellen zieht sich die Geschichte etwas dahin, was etwas von der Spannung herausnimmt.

Insgesamt ist M.O.N.A. ein guter Roman, den man durchaus zwischendurch lesen kann.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Harte Hunde

Harte Hunde
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Im idyllisch gelegenen Grafenberg explodiert das neue Biogaskraftwerk. Kurz darauf werden die zwei reichsten Bauern ermordet. Der örtliche Polizist Stefan Brandl ermittelt gemeinsam mit den Kollegen von ...

Im idyllisch gelegenen Grafenberg explodiert das neue Biogaskraftwerk. Kurz darauf werden die zwei reichsten Bauern ermordet. Der örtliche Polizist Stefan Brandl ermittelt gemeinsam mit den Kollegen von der Mordkommission. Bald gerät er in einen Strudel aus Gewalt, Sex und dem Bayerischen Nationalgefühl.

Der Kriminalroman „Harte Hunde“ ist inhaltlich überfrachtet. Zu viele nicht richtig abgeschlossene Handlungsstränge sorgen dafür, dass man als Leser oftmals den kaum zu findenden roten Faden verliert.

Autor Harry Kämmerer ist bemüht, der ganzen Geschichte auch Humor, oft schwarzen, einfließen zu lassen. Es gibt die ein oder andere Stelle, an der ihm das durchaus gelungen ist. Doch diese retten das Durcheinander im Krimi nicht mehr.

Die Figuren sind nur oberflächlich bis schwach ausgearbeitet. Ihnen fehlt es an Gefühl und Tiefe, bis zum Schluss schaffte es keine, mich emotional zu erreichen. Der Schreibstil ist in Ordnung, die Geschichte zieht sich jedoch wie Kaugummi, springt dabei ständig zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin und her.

Es fällt schwer, beim Lesen die kleinen, teilweise versteckten Geschichten in der Geschichte zu finden. Genauer kann ich ohne zu spoilern leider nicht darauf eingehen. Für die, die diesen Krimi bereits kennen: Ich nenne die Begriffe „Reha-Klinik“, „Stollen“ und „Rocker“. Diese unscheinbaren, oft nur aus einem oder zwei Nebensätzen bestehenden Geschehnisse sind für mich noch das Beste an diesem Buch.

Auch, wenn mich „Harte Hunde“ nicht ganz überzeugen konnte, so dürfte der Krimi seine Fans haben.