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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2019

Nicht perfekt, aber spannend

AchtNacht
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Es ist der 8.8. 8 Uhr 8 abends, als Ben sein eigenes Gesicht auf einem riesigen Bildschirm sieht. Er wurde ausgelost, für ein Kopfgeld von zehn Millionen Euro zur Jagd freigegeben und für die nächsten ...

Es ist der 8.8. 8 Uhr 8 abends, als Ben sein eigenes Gesicht auf einem riesigen Bildschirm sieht. Er wurde ausgelost, für ein Kopfgeld von zehn Millionen Euro zur Jagd freigegeben und für die nächsten zwölf Stunden darf ihn jeder ungestraft töten. Und ganz schnell ist ein massenpsychologisches Experiment außer Kontrolle geraten.

Ich muss zugeben, dass ich nicht unbedingt ein Fan von Fitzek bin, habe ich mit diesem hier auch gerade erst mein drittes Buch des Autors gelesen. Dennoch haben mir diese bisher wirklich gut gefallen, wenn auch „AchtNacht“ einige Schwächen hatte.

An sich ist der Schreibstil von Sebastian Fitzek in diesem Thriller wirklich mitreißend und packend, aber an manchen Stellen auch etwas zu ausführlich. Vor allem fand ich einige Beschreibungen einfach überflüssig und auch, dass ständig irgendwelche Straßen benannt wurden, war mir manchmal ein wenig zu viel. Gerade, wenn man sich in Berlin, wo die Geschichte spielt, nicht besonders gut auskennt, sagt einem vieles davon gar nichts und verwirrt bloß unnötig. Trotzdem konnte ich dieses Buch partout nicht aus der Hand legen und wurde gut unterhalten.

Auch die Handlung war im Großen und Ganzen nämlich wirklich gut und hatte einige spannende Twists, aber auch sie hatte ihre Schwächen. So begann die Geschichte erst einmal mit teilweise ellenlangen Charaktervorstellungen, wobei einige Informationen gar nicht wichtig gewesen wären, womit die Spannung erst ziemlich langsam zum Tragen kam. Außerdem war manches nicht ganz schlüssig, vereinzelt sogar unrealistisch. Allerdings mochte ich die Idee hinter dem Buch recht gern. Na klar, wer den Film „The Purge“ kennt, denkt vielleicht, dass dieser Thriller ein Abklatsch davon ist, aber so ist es ganz und gar nicht. Zwar hat Fitzek die Grundidee übernommen, aber daraus eine ganz eigenständige, innovative Story gezaubert, die am Ende eine Wendung zu bieten hatte, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte. Die letzten Seiten nach der Auflösung der eigentlichen Geschichte haben mich jedoch ein bisschen verwirrt.

Was die Charaktere angeht, so fand ich diese sehr gut geschrieben. Am besten gefiel mir, dass Ben eine recht vielschichtige Figur ist, die man erst im Laufe der Geschichte lieben lernt. Auch Arezu fand ich wirklich interessant, wenn auch etwas undurchsichtig. Ansonsten gibt es einige psychopathisch wirkende Charaktere, die, so grausam sie geschrieben waren, aber auch ebenso gut.

Insgesamt denke ich, dass dieser Thriller wohl nicht der beste aus der Feder von Sebastian Fitzek ist, aber auf keinen Fall so schlecht ist, wie er teilweise geredet wurde. Insgesamt hat er mir trotz seiner Schwächen jedenfalls richtig gut gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 14.09.2019

Traurigschön

Die Stille meiner Worte
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Als ihre Schwester starb, verlor Hannah mit ihr auch ihre Stimme. Seither lebt sie in tiefer Trauer und schreibt ihr jeden Tag Briefe, die sie dann verbrennt. Ihre Eltern wissen jedoch nicht mehr, wie ...

Als ihre Schwester starb, verlor Hannah mit ihr auch ihre Stimme. Seither lebt sie in tiefer Trauer und schreibt ihr jeden Tag Briefe, die sie dann verbrennt. Ihre Eltern wissen jedoch nicht mehr, wie sie mit ihrer verbliebenen Tochter umgehen sollen und so bringen sie sie nach Sankt Anna, ein Internat für Kinder und Jugendliche mit seelischen Problemen. Vorher soll es aber noch mit anderen neuen Schülern in ein Camp gehen. Dort trifft Hannah auf viele verschiedene Jugendliche, die selbst ein Päckchen zu tragen haben, jeder für sich. Und auch Levi ist dort, ein Junge, der ganz langsam zu Hannah durchzudringen scheint.

Dieser Roman ist einfach traurigschön. Das war mein erster Gedanke, nachdem ich dieses für mich erstes Jugendbuch von Ava Reed zu ende gelesen hatte. Es hat mir wahnsinnig gut gefallen und mir so einige Tränen entlockt, mich gleichermaßen aber auch zum Lachen gebracht und mich seht gut unterhalten.

Die Autorin hat aber auch einen sehr mitnehmenden, poetischen und tiefgründigen Schreibstil, der ausgezeichnet zur emotionalen Geschichte passte. Dazu ließ er sich wirklich rasant und flüssig lesen. Perfekt, wenn man ein Buch für zwischendurch sucht, welches aber dennoch keine reine Unterhaltungsliteratur ist,

Denn das ist die Geschichte tatsächlich nicht. Vielmehr werden die Themen, die sich rund um Tod, Verlust und andere wirklich schlimme Dinge drehen, nicht nullachtfünfzig behandelt, sondern feinfühlig und realistisch. Dabei erfährt man anfangs noch ziemlich wenig über das, was Hannah passiert ist und erst nach und nach wird aufgedeckt, was geschah und warum ihre Schwester gestorben ist. So wurde neben den ganzen emotionalen Szenen auch eine gewisse Spannung aufgebaut und ich musste einfach weiter lesen, weil ich wissen wollte, wie es dazu kam, dass Hannah so leidet. Und auch dieses Leid wurde extrem gut beschrieben, die Gedanken und Gefühle der Protagonistin waren nachvollziehbar und ich konnte sie sehr gut verstehen. Aber die Stimmung ist trotzdem nicht durchweg düster, sondern es gibt auch einige durchaus erfrischend witzige Szenen und gerade Kater Mo ist ein Garant für einige Lacher. Ebenfalls gibt es so etwas wie eine kleine Liebesgeschichte, welche aber so gar nicht im Vordergrund steht und sich nur ganz sachte und langsam entwickelt.

Auch die Charaktere sind in diesem Buch toll geschrieben. Wie schon gesagt, sind Hannahs Gefühle und Gedanken in ihre Situation schlüssig und ich mochte sie wirklich gern, hatte aber auch Mitleid mit ihr. Der Held in dieser Geschichte ist für mich jedoch Levi, denn er ist trotz seiner eigenen Problematik unschlagbar einfühlsam und hat mir ein kleines Stück meines Herzens geraubt. Ich denke ja, dass jeder seinen eigenen Levi braucht. Und dann ist da natürlich noch Mo, der heimliche Star der Story, ein frecher und unglaublich süßer Kater, der eigentlich mehr Hund ist als Katze.

Ein bewegendes Buch über Tod und Schuld und über Wege, damit umzugehen. Aber auch ein Buch über Freundschaft und über Neuanfänge. Dieses Buch hat mich zutiefst berührt und ich bin sicher, dass ich auch weitere Werke der Autorin lesen werde. Ihr müsst es auf jeden Fall lesen.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Nichts für zarte Seelen, aber trotzdem gut

Das Labyrinth des Fauns
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Vor sehr langer Zeit flüchtete die junge Prinzessin Moanna aus ihrem unterirdischen Reich, verlor ihre Erinnerungen daran und starb als Mensch.
1944 zieht die dreizehnjährige Ofelia mit ihrer schwangeren ...

Vor sehr langer Zeit flüchtete die junge Prinzessin Moanna aus ihrem unterirdischen Reich, verlor ihre Erinnerungen daran und starb als Mensch.
1944 zieht die dreizehnjährige Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zur ihrem grausamen Stiefvater in die Berge Spaniens. Auf ihren Streifzügen durch den Wald trifft sie auf einen Faun, ein altes, mysteriöses Wesen, welches ihr drei Aufgaben stellt. Sollte das Mädchen diese bestehen, erweist sie sich als Prinzessin Moanna.

2006 kam der Film „Pan's Labyrinth“ vom Kultregisseur Guillermo del Toro in die deutschen Kinos. Eine märchenhafte Geschichte über Krieg, Mut und Fantasie, die nun, dreizehn Jahre später, durch Cornelia Funke auch ihren Weg in die Bücherregale gefunden hat. Und ich muss sagen, dass mir die Umsetzung in Buchform sehr gut gefallen hat.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach einmalig, bild- und sprachgewaltig, aber auch märchenhaft und poetisch. Dennoch ließ sich dieser Roman durch die recht kurzen Kapitel sehr schnell lesen und ich war tatsächlich ein klein wenig erstaunt, wie schnell ich dann durch die Geschichte hindurch gerast bin. Außerdem sind die zahlreichen, super zur Handlung passenden Illustrationen, auch wenn sie teilweise recht düster und morbide daher kommen, eine echte Augenweide.

Die märchenhafte und magische Handlung des Romans hält sich in ihren Grundzügen so gut wie eins zu eins an die Handlung im Film, wurde aber durch die vielen Hintergrundstories zu verschiedenen Charakteren und Nebenhandlungen extrem spannend und interessant. So erfährt man unter anderem mehr über das unterirdische Reich und seine Bewohner oder aber auch die Geschichte der Mühle. Dabei ist die ganze Geschichte jedoch sehr düster und freudlos und auch vor expliziten Beschreibungen von Gewalt wurde kein Halt gemacht. Dies alles ist zwar absolut nichts für Kinder und jüngere Jugendliche, aber dennoch realistisch, spielt die Geschichte doch in einer Zeit, die düster, freudlos und grausam war. Hoffnung gibt es nur wenig und so flieht Ofelia in die magische Welt des Fauns und wer dieses Buch nicht nur als reine Unterhaltungsliteratur sieht, wird erkennen, dass sehr viele tiefgründige Gedanken hinter der Geschichte stecken, die es zu entdecken lohnt. Auf jeden Fall gibt es viel Potential zur Interpretation und das gefällt mir wahnsinnig gut.

Genauso tiefgründig wie die Handlung in diesem Roman sind auch die Charaktere. Es gibt hier keine stupiden, einfältigen Figuren, sondern alle sind vielschichtig und nachvollziehbar geschrieben. Mit Ofelia bekommt man eine großartige, mutige Protagonistin vorgesetzt, die ihre Welt hinterfragt und sich nicht anpassen will nur um zu gefallen. Ihre Mutter hingegen ist das genaue Gegenteil ihrer Tochter. Sie hat den Glauben an das Magische verloren und passt sich, auf der Suche nach Anerkennung und Liebe, widerspruchslos an. Dann gibt es noch den Capitán Vidal, eine grausame, aber gleichzeitig auch mitleiderregende Figur, die gar keine Chance hatte, ein guter Mensch zu werden. Und außerdem ist da der Faun, ein Wesen, welches ich bis zum Ende des Buches nicht so richtig einschätzen konnte. Ist er gut oder ist er böse. oder ist er irgendetwas dazwischen?

Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, aber nicht vorbehaltlos. Tatsächlich sollte man ein dickes Fell haben, wenn man es zur Hand nimmt, denn es beinhaltet sehr grausame Szenen, es brechen Knochen und es fließt Blut und selbst vor Kindern wird nicht unbedingt Halt gemacht. Wer sich dessen aber bewusst ist und das Buch trotzdem lesen will, den erwartet eine atmosphärische und märchenhafte Geschichte, voller Magie.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Wie gewohnt großartig

The Light in Us
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Charlotte ist eine überaus talentierte und ambitionierte Violinistin, bis ein schrecklicher Verlust ihr die Freude an der Musik raubt. Seither versucht sie, sich mit diversen Jobs über Wasser zu halten, ...

Charlotte ist eine überaus talentierte und ambitionierte Violinistin, bis ein schrecklicher Verlust ihr die Freude an der Musik raubt. Seither versucht sie, sich mit diversen Jobs über Wasser zu halten, doch als es selbst für die Miete nicht mehr reicht, kommt ihr ein besonderes Jobangebot gerade recht. Als Assistentin soll sie sich um Noah kümmern, welcher bei einem Unfall sein Augenlicht verlor. Seitdem lebt der ehemalige Extremsportler und Journalist zurückgezogen und stößt jedem vor den Kopf, der ihm zu nahe kommt, auch Charlotte. Doch die hat nicht vor, sich so einfach vertreiben zu lassen.

Als dieser Roman erschien, war mir klar, dass die Autorin einmal mehr ein Meisterwerk geschrieben haben musste. Deshalb konnte ich auch nicht warten, ihn zu lesen und wurde in keinster Weise enttäuscht. Auf typische Emma Scott-Weise hat mich die Geschichte absolut in ihren Bann gezogen und mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten.

Der Schreibstil war wieder einmal ein Genuss. Emma Scott weiß einfach, mit tiefgründigen und poetischen Worten Gefühle zum Ausdruck zu bringen, wie kaum eine andere. Dabei ließ sich die Geschichte aber wieder einmal super einfach und schnell lesen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Auch die Handlung war von vorn bis hinten einfach wunderschön. Wie schon in ihrem All In-Duett hat die Autorin auch hier wieder Themen angesprochen, von denen man so noch nicht oft in New Adult-Romanen gelesen hat. Eines davon ist Musik, aber nicht einfach Rock oder Pop, denn das gibt es schon recht oft in Büchern, sondern vielmehr die Liebe zu ihr, die Gefühle, die sie transportiert und die Emotionen, die sie auslösen kann. Dem gegenüber steht die Blindheit Noahs und wie er, der er einmal ein sehr aktiver und risikoliebender Mensch war, damit zurecht kommen muss. Und natürlich darf die Liebe nicht fehlen, eine Liebe, die nicht einfach da ist, sondern sich entwickelt und wächst. Das alles wurde super schön, emotional und realitätsnah beschrieben, aber nicht klischeehaft oder kitschig. Die ganze Handlung, sowie die Charaktere wirkten vielmehr absolut realistisch und ich habe mit den beiden Protagonisten einfach nur mit geliebt, gelebt und gelitten.

Charlotte und Noah sind aber auch sehr gut und nachvollziehbar geschriebene, liebenswerte Charaktere. Natürlich ist Noah oft unausstehlich und ein Ekel, aber das hat eben auch einen Grund. Charlotte hingegen ist ganz anders als er, ruhig und besonnen, obwohl auch sie etwas oder besser jemanden verloren hat. Zusammen ergeben sie aber dennoch ein Traumpaar, welches perfekt zusammen passt, jedoch auch Höhen und Tiefen zu bewältigen hat.

Für mich ist und bleibt Emma Scott auch mit diesem Buch ein Garant für tiefgründige, emotionale Geschichten, in denen Menschen in den Vordergrund gestellt werden, die nicht so sind, wie alle anderen. Ich liebe diesen Roman einfach und kann es kaum erwarten, auch die nächste Geschichte aus der Feder dieser Autorin zu lesen.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Eine tragisch schöne Geschichte in Zeiten des Krieges

Für immer die Deine
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Bei ihrer Recherche zu einem Artikel über den Zweiten Weltkrieg, stößt die Hamburger Journalistin Marie auf Klara und Fritz, ein Ehepaar im Alter von knapp einhundert Jahren. Nach erstem Misstrauen gegenüber ...

Bei ihrer Recherche zu einem Artikel über den Zweiten Weltkrieg, stößt die Hamburger Journalistin Marie auf Klara und Fritz, ein Ehepaar im Alter von knapp einhundert Jahren. Nach erstem Misstrauen gegenüber der jungen Frau öffnet sich Klara ihr gegenüber und erzählt ihr, wie sie mit siebzehn unverhofft schwanger wurde, Fritz heiratete, welcher kurze Zeit später in den Krieg ziehen musste und von einem alten Mann, der nicht der war, der er vorgab zu sein. Sie erzählt Marie ihre ganze tragische aber auch romantische Geschichte, welche auch Auswirkungen auf deren Leben hat.

Wäre ich nicht auf Instagram mit dieser Geschichte konfrontiert und wäre nicht so sehr von ihr geschwärmt worden, ich bin ehrlich, wäre ich niemals an diesem Buch hängen geblieben. Und dennoch bin ich wahnsinnig froh, dass ich sie gelesen habe, denn auch ich muss mich den positiven Stimmen anschließen.

Erzählt wurde die Geschichte in verschiedenen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch bekommt man einen sehr guten Gesamteindruck von den einzelnen Charakteren, ihren Gedanken und ihren Gefühlen, auch wenn sie nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Ansonsten ist Jana Voosens Schreibstil zwar recht niveauvoll und stilsicher, aber auch leicht und einfach zu lesen, weshalb ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Die Handlung in diesem Roman war einfach wundervoll, romantisch, dramatisch und emotional und obwohl sie nicht besonders aufregend war, war sie dennoch sehr interessant und konnte mich absolut in ihren Bann ziehen. Dabei ist sie nicht nur eine Familiengeschichte und auch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern spricht viele verschiedene Themen an, wie zum Beispiel junge, ungestüme Liebe, Familie, Vergebung und das Überleben in Kriegszeiten. Es erzählt von einer starken Frau, Zivilcourage und stillem Heldentum und davon, wie eine Liebe auch durch dramatische Zeiten hindurch bestehen kann. All das hat mir einfach keine Ruhe gelassen und ich musste das Buch einfach in beinahe einem Rutsch durchlesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte von Klara und Fritz ausgeht. Und auch Maries Schicksal hat mich nicht kalt gelassen.

Wobei ich auch schon bei den Charakteren wäre. Diese fand ich zwar nicht alle unbedingt sympathisch, aber das machte mir gar nichts aus, waren sie doch alle sehr gut und nachvollziehbar geschrieben. Für mich wirkten sie durchweg realistisch und greifbar. Klara ist eine selbstbestimmte, starke Frau, egal ob in der Jugend oder im Alter, Fritz hingegen eher ruhig und bodenständig. Zusammen ergeben sie ein süßes Paar, welches ich sehr mochte. Marie hingegen fand ich nicht ganz so sympathisch, aber dennoch nicht weniger gut beschrieben.

Für mich ist dieser Roman auf jeden Fall eine absolute Empfehlung und auch, wenn er mich trotz einiger emotionalen Stellen, nicht zum Weinen gebracht hat, so hat er mich doch berührt. Wer also gern emotionale, realistisch wirkende Geschichten mit historischem Hintergrund liest, sollte hier unbedingt zugreifen.