"Mein Blick versinkt in seinem. Wunderschönes Waldgrün wie die Tannen im Sommer, wie der Cold River nach dem Regen."
Inhalt:
Wo Cowboy-Herzen weich werden ... Willkommen auf der Cold River Ranch!
Mara hält es in New York nicht mehr aus. Aus einer Laune heraus bewirbt sie sich auf eine Stelle als Tourguide für Reitausflüge auf der Cold River Ranch der Familie Davis in Wyoming.
Dass sie null Erfahrung mit Pferden hat, verschweigt sie. Doch bevor sie auffliegt, erhält sie überraschend Hilfe von Noah Davis, der im Sattel großgeworden ist. Während zwischen den beiden sofort heftig die Funken fliegen, bleibt der Rest der Familie distanziert, und Mara merkt schnell, dass auf Cold River so einige dunkle Geheimnisse begraben liegen …
Meinung:
Authentisch, gefühlvoll und tiefgreifend: Diese Cowboy-Romance wird euer Herz im Sturm erobern!
Auf dieses neue Buch von Mimi Kylling war ich unglaublich gespannt. Bereits zuvor konnte mich die Autorin immer wieder mit ihren Geschichten begeistern und auch dieser Roman geht absolut unter die Haut.
Dabei liebe ich aber auch die Gestaltung so sehr. Das Panorama im Hintergrund zusammen mit der Schrift ergibt einfach ein wunderschönes Gesamtbild. Und dieses wird wiederum vom Farbschnitt abgerundet. So wäre das Buch definitiv auch nur wegen des Covers sofort bei mir eingezogen.
Auch der Schreibstil der Autorin war wieder toll. Wahnsinnig einfühlsam, ehrlich und dennoch berührend schreibt sie Geschichten, die ich nicht mehr aus der Hand legen will. Durch die unterschiedlichen Perspektiven konnte ich mich auch ideal in beide Gedankenwelten hineinversetzen.
Inhaltlich treffen wir auf Mara, die ihr altes Leben in New York hinter sich lassen und für einen Sommer endlich das umsetzen will, was sie eigentlich mit ihrem Vater geplant hatte. Blöd nur, das dieser jetzt eine neue Familie hat und Mara dabei irgendwie auf der Strecke bleibt. Ich konnte ihre Beweggründe absolut nachvollziehen und fand auch den Prozess über die Geschichte hinweg wirklich großartig.
Sie ist eine lebensfrohe und tolle Protagonistin gewesen, mit der man sich leicht identifizieren kann. Dennoch hat sie auch ihr eigenes Päckchen zu tragen, das merkt man auf jeder Seite mehr.
Als sie auf der Cold River Ranch ankommt, gibt sie dabei vor, eigentlich Erfahrungen im Umgang mit Pferden zu haben. Doch schnell wird klar, dass das nicht der Fall ist. Und niemand Geringeres als Noah möchte ihr helfen. Natürlich mit einer Gegenleistung: einem Date!
So kommen sich die beiden Stück für Stück in einem nachvollziehbaren Tempo näher und entdecken ihre Gefühle füreinander. Zwischen Pferden, der Arbeit und kleinen gestohlenen Momenten lernen sie einander kennen.
Noah war für mich ein unglaublich toller Protagonist, den die Autorin mit all seinen Ecken und Kanten sehr authentisch zeichnete. Er steht zu seinen Gefühlen, struggelt und kann nicht immer in Worte fassen, was er gerade sagen will, aber genau das macht ihn ja auch so sehr aus. Besonders seine Schuldgefühle, die ihn gewissermaßen aufgefressen haben, konnte ich aus Leserperspektive wahnsinnig gut greifen. Auch wenn ich dieses Ereignis wirklich unglaublich fand und selbst auch kurz innehalten musste.
Gleichzeitig beinhaltet die Geschichte auch einen extremen Familienkonfikt, in den wir als Lesende tiefer eintauchen. Auch wenn es mir an der einen oder andere Stelle das Herz gebrochen hat, wie sie miteinander umgegangen sind, ist das dennoch leider keine Szene, die nicht so schon einmal im echten Leben passiert ist. Doch auch hier gibt es Veränderung, vor allem in Bezug auf Noahs Vater, was ich eine realistische Entwicklung fand.
Denn Noah selbst hat immer den Träumen anderer hinterhergejagt, war für sie da und hat dennoch nie an seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche gedacht. Umso schöner, das Mara ihm genau das zeigen kann. Und auch seine Schwester, für die er all das eigentlich getan hat. Und dann wäre da ja noch ein weiteres Familienmitglied, das im Schatten lebt und doch eigentlich nur gesehen werden will.
Auch die Entwicklung der Geschichte fand ich wirklich richtig toll. Viele Momente und Szenen werde ich deshalb auch auf keinen Fall mehr so schnell vergessen können, da bin ich mir sicher. Zudem ist das Ende sehr schön und dennoch realistisch gezeichnet. Denn man kann nicht immer alles sofort stehen und liegen lassen.
Diese unglaublich schöne Kulisse in Wyoming war darüber hinaus einfach toll. Ich konnte mir all die Momente direkt selbst vorstellen und fand das die Autorin diese wirklich sehr authentisch eingefangen hat.
Aus diesem Grund kann ich nur eine große Empfehlung für diesen Titel aussprechen. Vor allem, da es ein Einzelband ist, den man zwischendurch einfach total leicht weglesen kann.
Ich freue mich derweil schon auf alle weiteren Bücher der Autorin, die zukünftig noch erscheinen werden. Denn ihre Geschichten sind für mich immer etwas ganz besonderes und ich werde auch dieses Buch für immer in Erinnerung behalten.