Cover-Bild Mittendrin im Lilabunt
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Ulrike Helmer Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 297
  • Ersterscheinung: 20.03.2025
  • ISBN: 9783897414952
Mirjam Müntefering

Mittendrin im Lilabunt

Inge Klottka (71) lebt auf dem Dykenhof ihren Traum einer Frauenwohngemeinschaft. Als der benachbarte queere Facettenhof sein zehnjähriges Jubiläum mit einem großen Fest feiern will, zieht Inge nach – mit ihrer eigenen Feier zum Dreißigsten, am selben Tag! Wiesenbüttel steht Kopf. Bald findet die 17-jährige Kati im Ruhrgebiet eine rätselhafte Einladung. Kati ahnt: In Wiesenbüttel könnte sie das Geheimnis um die Trennung ihrer Mütter lüften. Ihre Reise führt sie mitten hinein in ein turbulentes Doppel-Jubiläum – zwischen lila Luftballons, bunten Festtagsfähnchen und Begegnungen, die ihr Leben für immer verändern …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Wiesenbüttel in Aufruhr

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Wiesenbüttel – das ist ein kleiner, harmonischer Ort, in dem Inge Klottka ihren Traum auf dem Dykenhof mitveiner Frauen-WG lebt Doch als der queren Facettenhof sein 10jähriges Jubiläum feiert, ist die ...

Wiesenbüttel – das ist ein kleiner, harmonischer Ort, in dem Inge Klottka ihren Traum auf dem Dykenhof mitveiner Frauen-WG lebt Doch als der queren Facettenhof sein 10jähriges Jubiläum feiert, ist die Idylle mehr als getrübt. Und dann wäre da noch Kati, 17 Jahre jung, die es nach Wiesenbüttel verschlägt, um ein Geheimnus zu lüften.

"Mittendrin im Lilabunt" von Mirjam Müntefering kommt nicht nur im bunten, farbenfrohen Cover daher, sondern birgt auch im Inneren mehr als das.

Wir treffen auf wunderbare queere Menschen,die man einfach ins Herz schließt, ein harmonisches Dorf, wo man auch zu gern wohnen würde und auf Schicksale, die zim Nachdenken bewegen.

Mirjam Müntefering schreibt locker, frei und so herrlich, dass die Zeilen nur so dahin fliegen und Kopfkino entsteht. Sie spricht mit diesem Roman nicht nur die queere Community an, sondern auch die Themen Familie, häusliche s*xualisierte Gewalt, Coming-Out, Fehlgeburt, Gemeinschaft, Freundschaft, Liebe. Daher gibt es auch eine Triggerwarnung hinten im Buch, jedoch übersieht man den kleinen Satz beim Impressum leicht. Außerdem gibt es ein Glimmerversprechen und Glimmermomente gibt es einige.

"Mittendrin im Lilabunt" ist ein hochaktueller Roman, der in mir viel ausgelöst und zum Nachdenjen gebracht hat. Vor allem aber macht dieses Buch eines: Mut zu sich selbst zu stehen. Mut für andere einzustehen. Mut auch mal Neues zu wagen.

Welche wunderbaren Weisheiten sich darin verbergen und warum es auch einiges zum Schmunzeln gibt? Das entdecke am besten selbst, wenn du Wiesenbüttel besuchst. ;)

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Auch mit 70 ist frau noch mittendrin

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Worum es geht:
Nachdem die nunmehr 71-jährige Inge von ihrem Onkel den Dykenhof geerbt hatte, hat sie sich einen Traum erfüllt und eine Lesbenwohngemeinschaft gegründet. Seit 10 Jahren gibt es nun noch ...

Worum es geht:
Nachdem die nunmehr 71-jährige Inge von ihrem Onkel den Dykenhof geerbt hatte, hat sie sich einen Traum erfüllt und eine Lesbenwohngemeinschaft gegründet. Seit 10 Jahren gibt es nun noch einen weiteren Hof, in dem queere Menschen einen Zufluchtsort haben, den Facettenhof. Als dieser indessen meint, er müsste ein 10-jähriges Bestehen feiern, empfindet Inge dies als eine Kampfansage und plant ebenfalls eine Feier am selben Tag. Die 17-jährige Kati erlebt gerade die langweiligsten Sommerferien ihres Lebens, dann ihre beste Freundin Jasna ist mit ihren Eltern in Berlin. Dort soll sie ihre leibliche Mutter kennenlernen, denn Jasna wurde adoptiert. Da findet Kati die Einladung zu einem Jubiläumsfest eines Dykenhofs im Mülleimer. Über diesen Hof weiß Kati nicht viel, aber sie weiß, dass sie eigentlich 2 Mamas hat. Und so macht sie sich heimlich auf in die Lüneburger Heide, um Antworten zu bekommen.

Mein Fazit:
Ich habe mich schon riesig auf den neuen Mirjam Müntefering gefreut und wurde natürlich nicht enttäuscht. Die Story wird abwechselnd aus der Sicht der 17-jährigen Kati und der 71-jährigen Inge erzählt. Kati ist eine total süße junge Dame, die man einfach lieben muss. Sie ist eher ängstlich und nimmt nun allen Mut zusammen, um das Geheimnis ihrer beiden Mütter zu lüften. Inge ist mir gleich ans Herz gewachsen. Sie war mir sehr sympathisch und ich habe mit ihr gelitten. Inge ist mit ihren, seit Jahren gültigen Ansichten gefangen und hadert mit sich. Beide Frauen machen eine tolle Entwicklung durch, wobei die Story stellenweise echt witzig ist. Ich habe da Buch in einem Rutsch durchgelesen und ich wurde gut unterhalten, habe auch viel gelacht. Das Buch landet auf alle Fälle auf meiner Liste der Top Ten des Jahres.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung mit 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Amüsante queere Unterhaltung

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Die fünfundsechzigjährige Mechthild lebt seit dreißig Jahren mit ihren beiden Esel*innen bei der sechs Jahre älteren Inge auf den Dykenhof. Sie hatte Hanni und Nanni seinerzeit vor dem Schlachthof gerettet. ...

Die fünfundsechzigjährige Mechthild lebt seit dreißig Jahren mit ihren beiden Esel*innen bei der sechs Jahre älteren Inge auf den Dykenhof. Sie hatte Hanni und Nanni seinerzeit vor dem Schlachthof gerettet. Bisher hat es niemand so lange bei Inge ausgehalten, vielleicht weil sie keine romantischen oder leidenschaftlichen Gefühle verbindet. Das Pärchen Nadine und Lena teilen sich seit sechs Jahren die Zweiraumwohnung im Erdgeschoss. Inge hatte den Hof von ihrem Großvater geerbt, lange nachdem die Eltern sie rausgeworfen haben, weil sie Frauen liebt. In den späten 80er-Jahren war der Dykenhof das erste Resthof-Lesben-Wohnprojekt in ganz Deutschland und Inges ganzer Stolz, aber dann hat sie bei einer demokratischen Abstimmung einen schweren Fehler gemacht, für den sie sich noch heute in den Hintern beißen könnte.

Vor zehn Jahren hat dann Konstanze am anderen Dorfende den Facettenhof gegründet. Ein Begegnungsort für alle queeren Menschen. Im Gegensatz zu ihr regiert sie matriarchal alleinbestimmend. Jetzt erfährt Inge ganz nebenbei, dass der Facettenhof zehnjähriges Bestehen feiern will und das schlägt ihr gewaltig auf den geschundenen Magen. Sie hatte damals das ganze Dorf gegen sich gehabt und es in mühevoller Umstimmungsarbeit für ihren Hof gewinnen können, insofern sollte sie, die Vorreiterin aller Emanzen, gefeiert werden. Nachdem sich der Schock gesetzt hat, bläst Inge zum Gegenangriff.

Die siebzehnjährige Kati lebt mit ihrer Mutter in Bochum, das ihr Großstadtplaque verursacht. Mit Adam ist sie nur zusammen, weil er der Bruder ihrer besten Freundin Jasna ist. An dem Tag, als sie sich von ihrer besten Seite zeigen muss, bringt sie den Papiermüll zur Tonne. Auf dem Bodes des Korbs entdeckt sie ein lilafarbenes Blatt Papier, eine Einladung aus der Lüneburger Heide. Sie weiß, dass Jasna in den Ferien nach Berlin fährt und hält es für eine gute Idee, ganz allein in den Norden zum Dykenhof zu fahren.

Fazit: Mirjam Müntefering hat eine unterhaltsame Prosa über queere Menschen geschrieben. Die sture Protagonistin, Gründerin einer Frauenkommune, Vorreiterin für Frauenrechte, genießt ihr Leben in der idyllischen Ruhe ihres Dorfes. Ihre etwas jüngere Mitstreiterin gibt sich die Ehre und in Inge erstarken allerlei menschliche Gefühle wie Ablehnung, Neid und Unwille. Ganz ihrer alten Zeiten treu bleibend sagt sie der Konkurrentin den Kampf an, wie sellemols dem Patriarchat. Es kommt zu allerlei komischen Verwicklungen, die Inge nicht kommen sah. Und auch die Vergangenheit und frühere Fehlentscheidungen kreisen sie ein. Die junge Generation holt sie aus ihrer stolzen Erstarrung, weicht sie auf und verbindet die Streithennen. Eine muntere, amüsante Geschichte, die mich keine Seite gelangweilt hat.

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