Cover-Bild Radikal Einsam.
(3)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
11,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Vast Chili Nova
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Soziale und ethische Themen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 92
  • Ersterscheinung: 19.05.2025
  • ISBN: 9783887770822
Nadine Primo

Radikal Einsam.

Eine Gesellschaft in der Dauerkrise
Radikal einsam, radikale Entscheidungen.

Wir leben in der Dauerkrise – Covid, Krieg, Inflation, Klimakrise – direkt live ins Wohnzimmer gestreamt. Kein Wunder, dass kollektive Erschöpfung und lähmende Ohnmacht sich breitmachen.
Eine Generation zwischen Zeitarbeitsverträgen und Zwischenmiete, Performance-Druck und Kontrollverlust, ständiger Erreichbarkeit und Burnout. Während sich die einen in Arbeit, Sport, ungesunde Beziehungen oder Drogen flüchten, radikalisieren sich andere – und rennen blindlings (rechts-)extremen, antifeministischen Gruppierungen, Verschwörungstheoretikern oder egozentrischen Gurus in die Arme.
Nadine Primo macht klar: Es wird Zeit, Brücken zu bauen statt Mauern hochzuziehen. Diskurs statt Shitstorms.
Dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern ein Realitätscheck – unbequem, ehrlich, nötig.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2025

Ein ehrlicher, aber zu oberflächlicher Spiegel unserer Zeit

0

„Radikal Einsam“ ist ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft: Dauerkrise, Überforderung, Entfremdung – Themen, mit denen sich viele Menschen (mich eingeschlossen) aktuell stark identifizieren können. Nadine ...

„Radikal Einsam“ ist ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft: Dauerkrise, Überforderung, Entfremdung – Themen, mit denen sich viele Menschen (mich eingeschlossen) aktuell stark identifizieren können. Nadine Primo gelingt es, diese gesellschaftlichen Entwicklungen pointiert zu beschreiben und dabei eine Sprache zu finden, die ehrlich, nahbar und oft auch unbequem ist. Besonders gelungen fand ich ihren Appell, mehr Brücken zu bauen statt Mauern – das ist nicht nur eine schöne Metapher, sondern ein echtes Bedürfnis in dieser polarisierten Gesellschaft.

Allerdings hatte ich an vielen Stellen das Gefühl, dass das Buch mehr will, als es leisten kann. Die Themenvielfalt ist enorm: Von toxischer Männlichkeit über Verschwörungstheorien bis hin zu Klimakrise und Sexualität wird viel angeschnitten – doch selten wird etwas wirklich vertieft. Gerade weil das Buch mit Quellen arbeitet und ein analytischer Anspruch mitschwingt, hätte ich mir mehr Kontext, Einordnung und strukturelle Erklärungen gewünscht. Stattdessen bleibt vieles im Persönlichen oder im Fragment.

Auch die Struktur hat mich teilweise irritiert: Übergänge wirken sprunghaft, einige Abschnitte wirken wie Gedankenfetzen ohne klar erkennbaren roten Faden. Der Titel verspricht eine Auseinandersetzung mit Einsamkeit – das kommt zwar immer wieder durch, verliert sich aber im Themenwirrwarr.

Trotz dieser Schwächen halte ich Radikal Einsam für ein wichtiges Buch. Es benennt Missstände, gibt der Erschöpfung einer Generation eine Stimme und regt zum Weiterdenken an. Als Einstieg in gesellschaftliche Reflexion absolut lesenswert – aber mit dem Wunsch, dass es bei einem Folgeband etwas tiefer gehen darf.

Fazit: Starker Aufschlag mit gesellschaftlicher Relevanz, aber zu kurz und oberflächlich, um wirklich in die Tiefe zu gehen.
Empfehlung für alle, die sich selbst im Zustand der Dauerkrise wiederfinden und erste Impulse für neue Perspektiven suchen.

Veröffentlicht am 11.07.2025

2,5 Sterne

0

"Radikal Einsam" ist ein Buch, das auf den ersten Blick durch seine Aktualität überzeugt. Die Autorin beschreibt verschiedene Themen prägnant und kann diese auch direkt aufgreifen, sodass man sofort in ...

"Radikal Einsam" ist ein Buch, das auf den ersten Blick durch seine Aktualität überzeugt. Die Autorin beschreibt verschiedene Themen prägnant und kann diese auch direkt aufgreifen, sodass man sofort in der Thematik drin ist. Besonders beeindruckt hat mich, wie ehrlich und ungeschönt sie den Zustand unserer Gesellschaft beschreibt, ohne dabei in Larmoyanz oder Belehrung zu verfallen.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist der Aufruf am Ende, den gesellschaftlichen Zusammenhalt wieder stärker in den Blick zu nehmen. Es wird Diskurs statt Shitstorms, Austausch statt Abgrenzung gefordert. Solche Werte vertrete ich ebenfalls, auch wenn ich sie ehrlicherweise nicht immer schaffe, gut umzusetzten.

Allerdings hat das Buch auch Schwächen. Auf gerade einmal 92 Seiten will Primo sehr viel ansprechen, was leider dazu führt, dass jedes Thema nur angerissen wird. Ich habe mir dadurch an fast allen Stellen mehr Tiefe und Einordnung gewünscht, denn Probleme werden zwar benannt, ohne dass wirklich hinterfragt wird, warum bestimmte Entwicklungen so verlaufen sind oder welche größeren gesellschaftlichen Strukturen dahinterstehen. Auch konkrete Lösungsansätze bleiben eher vage. Stattdessen bleibt es häufig bei einer Bestandsaufnahme und der Aufforderung, sich dem Ganzen bewusst zu werden.

Insgesamt bleibt für mich der Eindruck eines gut gemeinten, wichtigen, aber zu knappen Buches, das einen Nerv trifft. Doch als Einstieg in das Thema Einsamkeit im digitalen Zeitalter funktioniert es sehr gut.

Veröffentlicht am 04.07.2025

Themenvielfalt ohne Tiefe

0

Ich hatte große Erwartungen an das Buch - es behandelt gesellschaftlich relevante Themen wie Abschottung, Mental Health, Radikalisierung, Feminismus, Sexualität und mehr, ist mit Quellen belegt und wirkt ...

Ich hatte große Erwartungen an das Buch - es behandelt gesellschaftlich relevante Themen wie Abschottung, Mental Health, Radikalisierung, Feminismus, Sexualität und mehr, ist mit Quellen belegt und wirkt auf den ersten Blick gut recherchiert. Der Schreibstil ist auch wirklich angenehm - ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und sogar Stellen markiert, was ich sonst nie mache. Trotzdem hat es mich enttäuscht.

Das Buch hat mir einfach keine neuen Informationen, Fakten oder Sichtweisen gegeben und das ist bei einem Buch, das sich als gesellschaftskritisch und reflektiert versteht, echt schade. Ich bin erst 18 und habe keine besondere Expertise in diesen Themen. Alles, was in dem Buch stand, war mir schon bekannt. Und an vielen Stellen hatte ich sogar das Gefühl, dass ich selbst mehr Tiefe und Kontext hatte geben können. Gerade weil das Buch mit Quellen arbeitet, hätte ich erwartet, dass komplexe Themen klarer entwickelt werden. Stattdessen bleibt vieles vage und wird direkt vom nächsten Thema überlagert - das wirkt eher sprunghaft als tiefgehend.

Beispiel Suizidrate: Es wird gesagt, Männer dürfen gesellschaftlich keine Gefühle zeigen, und das wird mit toxischer Männlichkeit erklärt - aber das war's. Statt weiter in die Thematik einzutauchen, geht es plötzlich um Urlaub und Klimakrise. Genauso beim Thema Homofeindlichkeit im Unterschied der Geschlechter: Die Sexualisierung lesbischer Frauen durch hetero Männer wird zwar erwähnt, aber es bleibt bei einer persönlichen Spekulation - es fehlt die Einordnung, dass weibliche Sexualitat im Patriarchat generell nicht ernst genommen wird.

Auch die persönlichen Geschichten im Text bleiben ohne Kontext - sie wirken teilweise fremd, weil nicht klar ist, wer da eigentlich spricht. Der rote Faden Einsamkeit geht in der Themenfülle unter. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch weniger will - aber das dafür richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere