Cover-Bild Der Schrein
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Knaur eBook
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Psycho
  • Genre: Krimis & Thriller / Horror
  • Ersterscheinung: 01.04.2026
  • ISBN: 9783426567814
Nanami Kamon

Der Schrein

Der preisgekrönte japanische Horror-Thriller endlich auf Deutsch
Bernd Sambale (Übersetzer)

Ein abgelegener Ort in den japanischen Bergen wird einer Gruppe von Besuchern zum Verhängnis - wer kann dem Iwaiyama entkommen?


Die Autorin Minami steht in Tokio unter enormem Druck: Die Deadline für ihren neuen Horrorroman rückt näher – doch die richtigen Worte wollen ihr nicht mehr einfallen. Da meldet sich plötzlich Asako, eine frühere Freundin, und bittet Minami um Hilfe.
Asako erzählt von einem Ausflug auf einen abgelegenen Berg, von einer düsteren Ruine, und von einem Schrein, den man besser nicht betreten hätte. Vier Menschen waren dort – und keiner von ihnen ist unverändert zurückgekehrt. Seitdem geschehen Dinge, die sich jeder Erklärung entziehen. 
Je mehr Minamo hört, je mehr sie die verstörenden Fotografien des Ortes betrachtet, desto stärker gerät sie selbst in den Bann der Geschichte. Was als Recherche beginnt, dringt bald in ihr eigenes Leben ein. Geräusche, Schatten, Erinnerungen – und eine Angst, die sie nicht mehr abschütteln kann.
Fasziniert und zunehmend beunruhigt beginnt Minami zu recherchieren und stößt auf beängstigende alte Legenden über den Berg.
Als die Situation eskaliert, muss Minami erkennen, dass sie nicht länger nur Beobachterin ist. Was in den Bergen begann, hat Tokio längst erreicht – und fordert seinen Preis.
Der preisgekrönte Horror-Thriller, der Japan im Stum erobert hat, endlich auf Deutsch!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2026

Solider Mysteryroman

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„Der Deckel des Höllenkessels lichtet sich.“

❓Habt ihr schon einmal einen Gruselroman aus Japan gelesen?

Gruselgeschichten über Berge und die dort wohnenden Geister gibt es viele - und sie ziehen ...


„Der Deckel des Höllenkessels lichtet sich.“

❓Habt ihr schon einmal einen Gruselroman aus Japan gelesen?

Gruselgeschichten über Berge und die dort wohnenden Geister gibt es viele - und sie ziehen sich über die ganze Welt und durch alle Kulturkreise. Und immer bleibt die Warnung: Wer den Berg betritt, kehrt nie ganz zurück.

Eins, zwei solcher Geschichten habe ich schon gelesen. Umso neugieriger war ich auf diesen kurzen Roman über den Berg und den alte Schrein.

Minami verdient ihre Brötchen mit dem Schreiben von Gruselromanen, die Deadline immer im Nacken. Plötzlich meldet sich eine alte Freundin mit einer merkwürdigen Geschichte: Sie war mit Bekannten auf einem Berg in einer alten Ruine, seit dem geschehen seltsame Dinge. Minami wird hellhörig. Vielleicht kann sie etwas von den Vorfällen in ihrem Roman verarbeiten? Als die Ereignisse eskalieren, fordern sie längst ihren Preis.

Ich bin angetan von diesem Buch. Besonders witzig fand ich am Anfang Minamis Gedanken über die gruseligen Vorfälle und dem Roman, an dem sie gerade arbeitet. Beide hält sie nämlich für ziemlich dämlich. Wie kann ein Mensch bei klarem Verstand nur an einen Ort reisen, an dem nachweislich unheimliche Dinge geschehen? Spoiler: Auch ihre Neugierde siegt!

Der Roman fokussiert sich auf Minamis unheimliche Erlebnisse auf dem Berg und auf ihre Recherchen um diese Ereignisse herum. Für mehr war auf den knapp 200 Seiten auch kaum Platz, ich hätte mir aber trotzdem ein bisschen mehr Charakterarbeit gewünscht. Insbesondere die Nebencharaktere blieben für meinen Geschmack sehr blass und wurden nur benötigt, um die Handlung voran zu treiben. Minamis Erlebnisse hingegen waren für mich spannend, sodass meine Neugierde auf die Auflösung groß blieb.

Pluspunkte hat der Roman für die kleinen Abzweige in Richtung Mythen und Legenden genommen. Das mochte ich sehr.

Vier Sterne vergebe ich für „Der Schrein“ und spreche eine Empfehlung für alle aus, die einen handlungsfokussierten Roman suchen, der nahe bei der Protagonistin bleibt.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Unheimlich

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Der Autorin Minami fehlt die Inspiration für ihr neues Buch, da kommt die Anfrage einer Freundin gerade recht: diese hat gemeinsam mit anderen an einer Geistertour teilgenommen – und seitdem passieren ...

Der Autorin Minami fehlt die Inspiration für ihr neues Buch, da kommt die Anfrage einer Freundin gerade recht: diese hat gemeinsam mit anderen an einer Geistertour teilgenommen – und seitdem passieren seltsame Dinge.

Das klang für mich nach etwas völlig Neuem, vor allem durch das japanische Setting. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen. So schlimm wird es schon nicht werden, dachte ich mir.

Falsch gedacht. Bereits nach knapp 60 Seiten wurde es mir eindeutig zu unheimlich – und dabei werden zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur Fotos angeschaut. Ich musste das Buch tatsächlich abbrechen, weil ich mich einfach zu sehr gegruselt habe.

Das liegt allerdings nicht daran, dass das Buch schlecht wäre, ganz im Gegenteil. Die Atmosphäre ist unglaublich stark geschrieben und die bedrückende Stimmung wird so greifbar vermittelt, dass sich das Unbehagen beim Lesen regelrecht einschleicht. Wirklich beeindruckend gemacht – für mich persönlich nur leider etwas zu intensiv.

Der Schreibstil erinnert stark an andere japanische Literatur, die ich bisher gelesen habe. Der Lesefluss fühlt sich anfangs oft etwas ungewohnt an, aber nach einigen Seiten habe ich gut hineingefunden.

Besonders faszinierend finde ich immer wieder, wie unterschiedlich zwischenmenschliche Interaktionen im Vergleich zu unserer Kultur dargestellt werden. Genau das bringen auch die Charaktere hier sehr gut zur Geltung. Trotz der kurzen Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, wirkten die Figuren bereits angenehm unterschiedlich und interessant.

Für alle, die deutlich weniger schreckhaft sind als ich, könnte das wirklich richtig starke Unterhaltung sein. Allein wegen der Atmosphäre würde ich definitiv empfehlen, dem Buch eine Chance zu geben

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Potenzial nicht ganz ausgeschöpft

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Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen reingegangen. Japanischer Horror, düstere Legenden, ein verfluchter Ort - genau mein Ding. Und am Anfang dachte ich auch: Okay, das könnte richtig gut werden. Diese ...

Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen reingegangen. Japanischer Horror, düstere Legenden, ein verfluchter Ort - genau mein Ding. Und am Anfang dachte ich auch: Okay, das könnte richtig gut werden. Diese leise, fast schon fremdartige Erzählweise, wie ein Theaterstück, distanziert, kühl, beobachtend. Irgendwie faszinierend. Aber auch seltsam leer.

Und genau da beginnt das Problem. Denn während ich weitergelesen habe, hatte ich ständig das Gefühl, dass gleich etwas passiert. Dass sich die Spannung aufbaut. Dass dieser unterschwellige Horror irgendwann zuschlägt. BÄMM! Aber dieses „gleich“ kam einfach nicht. Stattdessen: Gedanken. Zweifel. Angst, die sich in den Figuren aufbläht, ohne dass ich wirklich greifen oder verstehen konnte, warum.

Ich saß da und dachte: Übersehe ich etwas? Passiert der Horror vielleicht zwischen den Zeilen? Oder passiert hier einfach nichts?

Und trotzdem - und das macht es so widersprüchlich - hatte das Ganze eine gewisse Wirkung. Diese ruhigen, beinahe meditativen Passagen. Dieses bewusste Innehalten. Diese kleinen Details, die fast zu lange betrachtet werden. Das ist kein lauter Horror. Kein Blut, keine Schockmomente. Eher ein schleichendes Unbehagen, wenn man sich darauf einlässt.

Aber genau das ist der Punkt: Man muss sich darauf einlassen wollen. Denn wenn ihr eine klare Handlung erwartet, Wendungen, echte Spannung usw., dann wird euch dieses Buch wahrscheinlich eher frustrieren. Die Figuren bleiben auf Distanz, besonders die Protagonistin. Ich konnte sie nie wirklich greifen. Ihre Entscheidungen? Oft widersprüchlich. Ihr Verhalten? Eher ausweichend als mutig. Und irgendwann habe ich gemerkt, wie mich das mehr ermüdet als fesselt.

Und trotzdem… diese Idee dahinter. Diese leise, fast schon moralische Ebene. Der Gedanke, dass hinter alten Legenden mehr steckt. Dass etwas zurückfordert, was genommen wurde. Das hatte Kraft. Das hätte richtig unter die Haut gehen können. Hat es aber für mich leider nicht ganz geschafft.

Ich bin also zwiegespalten zurückgeblieben. Einerseits enttäuscht, weil so viel Potenzial da war und ich mir ehrlich gesagt deutlich mehr Horror, mehr Intensität gewünscht hätte. Andererseits fasziniert von dieser ungewöhnlichen Art zu erzählen, die sich komplett gegen das stellt, was wir normalerweise von Thrillern erwarten.

Wenn ihr also etwas Schnelles, Packendes sucht, lasst lieber die Finger davon. Aber wenn ihr bereit seid für etwas Ruhiges, Unheimliches, etwas, das mehr andeutet als zeigt, dann könnte euch genau dieses diffuse Gefühl verfolgen, das mich jetzt noch nicht ganz loslässt.

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