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Veröffentlicht am 09.03.2026

Asiatische emotionale HighFantasy

The sword of Kaigen: Eine theonitische Kriegsgeschichte
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„Ihr werdet stark und mächtig sein. Ihr werdet etwas finden, wofür es sich zu kämpfen lohnt, und ihr werdet eure Chance bekommen, zu kämpfen. Eines Tages.“

The Sword of Kaigan ist keine einfache Geschichte. ...

„Ihr werdet stark und mächtig sein. Ihr werdet etwas finden, wofür es sich zu kämpfen lohnt, und ihr werdet eure Chance bekommen, zu kämpfen. Eines Tages.“

The Sword of Kaigan ist keine einfache Geschichte. Sie ist hart und ist tief in die Gefühle der einzelnen Charaktere hineingeschrieben. Ich glaube, sie war nicht das, was ich eigentlich erwartet hatte. Ich glaube keiner, würde das, was eigentlich hinter dieser Geschichte steckt, in diesem HighFantasy-Buch vermuten. Macht euch auf viele Schwertkämpfe, einen anderen Schwerpunkt bei der Charakterentwicklung und beim Worldbuilding, als ihr zunächst vermuten werdet, und auf den ein oder anderen Schockmoment gefasst.

Im Buch geht es um eine abgelegene Region im Kaiganesischen Imperium - dort lebt eine mächtige Kriegerfamilie, die mit Klingen aus Eis kämpft und das Wasser kontrollieren kann. Mamoru ist auf dem besten Weg ein ebenso mächtiger Krieger zu werden wie sein Vater, der eisige Takeru (über den wir später auch noch einiges erfahren). Doch als eines Tages ein Junge von außerhalb an die Akademie kommt, auf der er unterrichtet wird, und behauptet, dass er und alle anderen vom Kaiserreich belogen werden, muss sich Mamoru entscheiden. Zur gleichen Zeit hält seine Mutter Misaki ihre Vergangenheit begraben. Unter den Dielenbrettern ihres Hauses ruht ihr Schwert … Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, der alles verändern soll.

Wir lernen zuerst Mamoru kennen, mit seinem gefestigten Wertesystem, mit seinen Wünschen und geradlinigen Zielen. Ein großer Kämpfer werden und wenn nötig für das Kaiserreich sterben. Oh, wie gerne bin ich dem Jungen auf der Schwelle zum Mann gefolgt und habe mit ihm seine Schule, sein Haus, seine kleinen Brüder und die Umgebung kennengelernt. Doch Wang wäre nicht Wang, wenn sie es den Charakteren so einfach machen würde. Bald muss Mamoru alle seine Überzeugungen in Frage stellen.

Misakis Perspektive war ebenso spannend. Mit Mitte 30 versucht sie den Haushalt der Familie zu führen und ihre Kinder zu erziehen - und ihrem Mann möglichst wenig Fläche zu bieten für sein Missfallen. Aber da war doch noch ein Schwert? Misaki hat nämlich noch eine Vergangenheit, in der sie gar nicht so brav war! Die Vergangenheit wird in Rückblicken beleuchtet - und oh, habe ich da eine andere Misaki erlebt! Während Mamoru seine Identität erst noch finden muss, sucht Misaki eher nach einer Linie zwischen den zwei Welten: Die Welt, in der sie lebt und nach der sie sich sehnt. Doch auch das ist nicht einfach.

In diesem Buch steht die Liebe zwischen Mutter und Kind ganz klar im Vordergrund. Misaki würde für ihre Kinder alles tun - und das reißt den Leser emotional in die tiefsten Abgründe. Diese Gefühle, dieses Herauskitzeln der Löwin, wenn die Not am größten ist, ist für mich der eigentliche Kern und die eigentliche Stärke des Buches! Mit Misaki, mit ihrem Zorn und ihren emotionalen Gräben, die sie selbst geschaffen hat, muss man einfach mitfühlen.

Warum vergeben ich dann nur 4,5 Sterne? Weil mich das Buch nicht wirklich vollkommen für sich vereinnahmen konnte. Trotz der großartigen Inszenierung, den verschlungen außergewöhnlichen Pfaden, denen die theonitische Kriegsgeschichte folgt, und dem asiatischen Setting, habe ich das Buch über einige Strecken mit einer kleinen Distanz gelesen, ehe es mich wieder zwischen die Seiten gezogen hat.

Aber es ist trotzdem ein richtig gutes Buch! HighFantasy mit einem asiatischen Setting zwischen Tradition und Moderne und Figuren, wie ihr sie euch berührender kaum vorstellen könnt. Eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Bombastische Fantasy

The strength of the few
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„Kette deinen Zorn in der Dunkelheit an, und er wird nur wachsen. Aber manchmal sind Ketten der einzige Weg.“

Mit „The strength of the Few“ holt uns James Islington genau da ab, wo er uns im ersten Teil ...

„Kette deinen Zorn in der Dunkelheit an, und er wird nur wachsen. Aber manchmal sind Ketten der einzige Weg.“

Mit „The strength of the Few“ holt uns James Islington genau da ab, wo er uns im ersten Teil seiner Hierarchy- Reihe zurückgelassen hat. Strauchelnd, voller Trauer und den Cliffhanger-Moment noch in den Gliedern - und er fordert den Leser mit neuen Überraschungen, mit neuen Komplexitäten und neuen Welten heraus. Wisst ihr was? Das hat mir nicht das geringste ausgemacht! Seine Bücher starre ich sehr gerne sprachlos an, während mein Hirn versucht die Tetrissteine in die richtigen Lücken zu bugsieren.

Ich hatte „Will of the many“ zuvor nicht noch einmal gelesen, sondern ein Bonuskapitel, in dem Vis, der Protagonist und Ich-Erzähler, monologartig die Ereignisse von Band eins noch einmal rekapituliert. Mir hat das als Einstieg vollkommen ausgereicht und mir auch die nötige emotionale Grundrichtung eingeflüstert. Ihr könnt das Bonuskapiteln im Netz finden.

Ich musste mich zunächst zurechtfinden und klammerte mich an die schon bekannte Welt (Res) und an die Truppe, die zu Freunden geworden war. Neben dieser römisch inspirierten Welt hatte Islington noch zwei andere in Petto - Obiteum, eine entfernt an das alte Ägypten erinnernde Welt und Luceum, wo Druiden und Clankämpfe an der Tagesordnung sind. Wir erkunden alle drei. Ich persönlich fühlte mich auch in allen dreien zuhause nach einer gewissen Schnupperzeit. Islington hat bewusst auf die drei Welten zurückgegriffen: Res kannten wir schon auf dem letzten Buch, Luceum ist dem Fantasyleser bekannt mit seinen Driuden, Speeren und dem englisch-irischen Setting - so blieb für ihn eigentlich nur noch Obiteum, das er erklären musste und dass er auch als ein bisschen surreale Spielwiese gebrauchen konnte. Dadurch, dass alle paar Kapitel die Welten wechselten, wurde es für mich auch nie langweilig. Im Gegenteil, ich wollte unbedingt wissen, wie es in Luceum weitergeht, wenn ich die ersten Zeilen von Res gelesen hatte und umkehrt. Das brachte ein ständig wachsendes Gefühl der Dringlichkeit mit sich, das mich förmlich ans Buch klettete. Gleichzeitig gestaltete Islington seine Welten und Magiesystem, das auf dem Willen basiert, aus - und zwar so verteilt, dass trotz dessen dass es komplexer wurde und neue Komponenten hinzukamen, ich immer am Ball blieb - und Tetris spielte.

Aber warum? Normalerweise verzweifle ich doch beim Tetris und scheide schon bei den ersten Leveln aus! Die Figuren nahmen mich an die Hand: Vis, der voller Gram und Zorn trotzdem seine Freunde im Blick hatte, Aequa, voller Lebensfreude, Eidhin, immer ein Grinsen auf dem Gesicht - ganz zu schweigen von den neuen Freunden in anderen Welten! Es galt so viele actiongeladene Situationen zu meistern und so viele Intrigen zu unterwandern, dass man gar nicht dazu kam, irgendwo in dem Buch nach Längen zu suchen. Genau diese Balance zwischen World- und Characterbuilding ist James Islingtons große Stärke, mit der er reihenweise Tetriswürfel pulverisiert!

Er verknüpft eine spannende, komplexe Handlung mit tollen Charakteren und essentiellen Fragen, wie weit man bereit ist zu gehen.

Zum Schluss entlässt er uns mit einem großen Cliffhänger - ich hungere förmlich nach dem dritten Teil.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Das Ende einer Ära (vorerst)

Die Kinder des Seefahrers 2
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Ein Ende wie ein Rausch!

Die finale Schlacht um die Hexenholzkrone hat begonnen - und die war wirklich filmreif. Stellt euch Popcorn bereit! Ich habe einmal mehr gemerkt, wie fesselnd Tad Williams schreiben ...

Ein Ende wie ein Rausch!

Die finale Schlacht um die Hexenholzkrone hat begonnen - und die war wirklich filmreif. Stellt euch Popcorn bereit! Ich habe einmal mehr gemerkt, wie fesselnd Tad Williams schreiben kann und wie meisterhaft er die Erzählstränge, am Beginn der Reihe angelegt, jetzt verwebt - und plötzlich ergeben sie alle einen Sinn. Die Schlacht ist in meinem Kopf wie ein Actionfilm abgelaufen. Splitternde Schilde, dumpfe Schläge von Äxten auf weiches Fleisch oder widerstandsfähige Kettenhemden, Schreie und strahlendes Leben oder grausamer Tod. Was habe ich um meine liebsten Figuren belangt!

Was eine Menge waren, muss ich sagen: Allen voran Jiriki vom Feenvolk, Morgan und Nezeru oder Binabik, der Troll. Und natürlich das Paar unter dem Hochkönigsbann. Ich habe ihnen so gern gelauscht.

Tad Williams schlägt in diesem letzten Band Töne der Demokratie und der Verständigung an - ein wenig kann man die Fantasypolitik auf die Realpolitik beziehen - und bei manchen Sätzen konnte ich nur zustimmend nicken. Neue Zeiten brechen in Osten Ard an - und die Völker haben aus den alten Fehlern gelernt.

Tad Williams nimmt sich viel Zeit für das, was nach der großen Schlacht geschieht. Ich persönlich finde das grandios - es ist so viel schlimmes passiert und so viel musste unerledigt im Land zurückgelassen werden, um die große Schlacht zu schlagen. Da finde ich es wichtig, dass Williams viel Raum dafür lässt, was danach geschieht und mich noch ein bisschen am Leben der Figuren teilhaben lässt. Um sie geht es schließlich - und um die Veränderungen, politisch, menschlich, sozial, die sie durchgemacht haben.

Einige Erzählstränge verknotet er nicht - lässt sich also Raum, um nach Osten Ard zurückzukehren. Die nächste Geschichte ist schon angekündigt. Ich bin glücklich, noch nicht ganz Abschied von dem Reich nehmen zu müssen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Wie Narben trennen und einen

Die Narben, die uns einen 02
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Das zarte Cover in den Pastellfarben steht im starken Gegensatz zum Manga.

Er schmerzt. Er schmerzt, genauso wie der erste Band von „Die Narben, die uns einen“ - Kyonosuke und Akira sind vor Gewalt und ...

Das zarte Cover in den Pastellfarben steht im starken Gegensatz zum Manga.

Er schmerzt. Er schmerzt, genauso wie der erste Band von „Die Narben, die uns einen“ - Kyonosuke und Akira sind vor Gewalt und Mobbing in der Schule und in ihren Familien geflohen. Wollen einen Neuanfang wagen und finden unverhofft Zuflucht bei einem Paar, das in ihnen Teile ihrer eigenen Geschichte wieder erkennt.

Im zweiten Band werden wir mit einigen süßen Alltagsszenen belohnt. Die beiden sind süß zusammen und ich habe das vorsichtige Lachen von Akira und Kyonsuke gern gehört. Das bekommt man in der Geschichte nicht so oft. Außerdem haben wir in diesem Band einen Schauplatzwechsel - es geht in die winterlichen Berge zu einer Auszeit aus dem Alltag. Auch hier wird sichtbar, dass es sich noch Dinge jenseits von Vorsicht und Schmerz gibt.

Wir erfahren viel über die Backstory von Aiko und Koichi, die ähnlich gewaltvoll war wie die von Kyonsuke und Akira. Kyonsuke und Akira müssen sich noch finden, das habe ich den Seiten so schmerzvoll angemerkt. Aus vielen Panels sprachen Unsicherheit und Angst, die die beiden irgendwie zu kompensieren versuchen - und durch die sie auch immer wieder aneinander geraten. Schön finde ich, dass sie das Gespräch suchen, ihr Meinungsverschiedenheiten und Unsicherheiten beilegen wollen. Allein dieses Aufeinanderzugehen ist gegenläufig zu ihren Erfahrungen in der Vergangenheit und setzt einen starken Kontrapunkt.

Es ist nicht immer alles golden und harmonisch. Natürlich nicht. Das macht es umso echter, meiner Meinung nach. Und umso härter. Was bleibt, ist die Zuneigung der beiden zueinander, trotz aller Widrigkeiten - ich bin unglaublich gespannt auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schonungslos ehrlich

RAINBOW 02
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„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort ...

„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir befinden uns im Jahr 1955, Japan hat den Krieg verloren und es herrschen erbärmliche Zustände im Land. Die Jungs, um die sich die Geschichte des Mangas dreht, sitzen in einer Jugendstrafanstalt für verschiedene Delikte, die sie teils gezwungen waren zu begehen - für ihre Verwandten, für Essen, fürs Überleben.

George Abe hat die Zustände des Nachkriegsjapans am eigenen Leib miterlebt. Er wurde in den 30er geboren und arbeitet mit „Rainbow“ seine Erfahrungen und Beobachtungen in einer solchen Strafanstalt auf.

Im Kern handelt die Geschichte vom Zusammenhalt der Jungs. Im ersten Teil wurden sie von „Bruder“ unter die Fittiche genommen. Dieser lehrte sie, dass solche Dinge wie Zusammenhalt und Freundschaft noch existieren, selbst in der Realität der Jugendstrafanstalt. George Abe setzt damit einen Kontrapunkt zu widerwärtigen Ärzten, sadistischen Wächtern und viel Blut und Leid, die in der Anstalt vorherrschen. Mir kam beim Lesen oftmals der Gedanke, dass das die Hölle auf Erden gewesen sein muss. Mir fehlten oft die Worte - aber die Zeichnungen, schonungslos und detailliert ehrlich, cineastisch und blutig, zeigen in vielen Schattierungen das Leben der Freunde.
Im zweiten Teil benötigt „Bruder“ Hilfe - denn sein Leben ist in Gefahr. Er weiß zu viel. Der, der die anderen anfangs immer beschützt hat, ist nun in einer aussichtslosen Lage. Im zweiten Teil zeigt sich, wie sehr sich die Jungs entwickelt haben und aneinander gewachsen sind. Sie stehen für sich ein und fassen Mut, weil anderen sie brauchen. Für mich ist das die große Stärke der Geschichte.

Es war wieder der Zusammenhalt und die Freundschaft, die Lichtpunkte in diesem Manga setzen und den Leser auf bessere Tage hoffe lassen.

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