Das Buch fühlt sich an wie eine Lagerfeuerlegende
The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)Das Buch fühlt sich an wie eine dieser Legenden, die Abends am ersterbenden Feuer erzählt werden. Leise. Voller zarter Magie, wundersamen Kreaturen, die nur auf den zweiten Blick erkennbar sind, und starker ...
Das Buch fühlt sich an wie eine dieser Legenden, die Abends am ersterbenden Feuer erzählt werden. Leise. Voller zarter Magie, wundersamen Kreaturen, die nur auf den zweiten Blick erkennbar sind, und starker Figuren. Die Erzählstimme tanzt an der Oberfläche und gibt den Blick frei in die Tiefen des Gewässers. In die Unterdrückung der neuen jungen Kaiserin aus dem Norden, der Frauen an sich.
Ich mochte das Buch wirklich gern. Die Novelle ist der Auftakt einer Reihe lose zusammenhängender Geschichten, die sich um Chih aus der Abtei der Singenden Hügel dreht, die ein Reich bereist und dessen Geschichten sammelt. An ihrer Seite ist Nahezu Brilliant. Die erste Novelle, die erste Geschichte, die sie sammelt und versteht, ist die der jungen Kaiserin, ihre Ausgrenzung und ihr Aufstieg zur Macht. Kaninchen, ihre junge Dienerin, ist immer an ihrer Seite und muss dafür viel Leid erdulden.
Die Geschichte wird leise erzählt. Immer wieder durchbrochen von Chihs Fragen und Gedanken. Nach und nach erfahren wir viel über die historischen Zusammenhänge und Gebräuche im Kaiserreich, über die Politik und über die systematische Ausgrenzung derer, die nicht zu Macht gelangen sollten, sei es im Großen oder im Kleinen. Manche Szenen schmerzen, insbesondere jene, in denen sich die Protagonisten öffnen.
Nghi Vo hat das Talent, mit wenigen Worten eine magische Szenerie zu entwerfen, die ich sofort vor Augen hatte. Nicht in prächtigen Farben, sondern mystisch und zart gezeichnet.
Es ist eine leise Geschichte über den Willen aufzubegehren und sein Recht zu fordern. Der Fokus wird auf das Legendhafte gelegt, nicht auf die gesamte Geschichte an sich. Ein spannender Ansatz!