"... geht unter die Haut" (Neue Presse Coburg)
Nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis
Übler Geruch dringt aus der Wohnung der alten Frau im zwölften Stock eines Hochhauses. Als das Nachbarsmädchen Alarm schlägt, wird die vereinsamte Seniorin tot aufgefunden. Alle gehen davon aus, dass sie eines natürlichen Todes gestorben ist – bis drei weitere Menschen ein ähnliches Schicksal erleiden.
Plötzlich geraten gleich zwei Pflegedienste ins Visier der Polizei. Sind falsche Insulin-Gaben die Ursache? War es gar heimtückischer Mord? Die Ermittlungen führen in ein sozial problematisches Milieu, dem nur schwer zu entkommen ist. Gesellschaftliche und menschliche Abgründe tun sich für das Bamberger Ermittlerduo Alfred Meister
und Dominique Brodbecker auf.
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Lesejury-Facts
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Dass ein Krimi im Bereich der Pflege spielt, hat mich von Anfang an neugierig auf das Buch gemacht und ich wurde beim Lesen auch nicht enttäuscht. Ich fand das Buch spannend, schon nach wenigen Seiten, ...
Dass ein Krimi im Bereich der Pflege spielt, hat mich von Anfang an neugierig auf das Buch gemacht und ich wurde beim Lesen auch nicht enttäuscht. Ich fand das Buch spannend, schon nach wenigen Seiten, und das ließ auch bis zum Ende hin nicht nach, was auch an einigen überraschenden Wendungen lag. Die Figuren sind interessant angelegt und haben auch besondere Hintergründe. Der Schreibstil ist packend und aufregend. Der Bereich der Pflege wird sehr realistisch dargestellt und ist für das Buch gut recherchiert worden. Auch das Cover passt. Ich empfehle das Buch deshalb sehr gerne weiter.
Lina wohnt im 12. Stock eines Hochhauses. Als ein übler Geruch aus der Nachbarwohnung immer schlimmer wird und die Bewohnerin nicht öffnet, verständigt das 14jährige Mädchen den Pflegedienst. Dieser kann ...
Lina wohnt im 12. Stock eines Hochhauses. Als ein übler Geruch aus der Nachbarwohnung immer schlimmer wird und die Bewohnerin nicht öffnet, verständigt das 14jährige Mädchen den Pflegedienst. Dieser kann nur noch den Tod der alten Frau feststellen. Für die Tochter der Toten ist ihre Mutter keines natürlichen Todes gestorben und sie ruft die Polizei. Doch auch nach einigen Nachforschungen von dem Ermittlerteam Meister und Brodecker wird kein Anhaltspunkt für einen Mord gefunden. Dann stirbt ein weiterer älterer Mann und auch bei ihm stellt sich ein Verdacht auf Tötung mit Insulin heraus. Hat ein Pflegedienst etwas damit zu tun?
Die Charaktere und die Schauplätze sind sehr gut und authentisch beschrieben. Gerade die menschlichen Seiten der Ermittler haben mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und durchwegs spannend zu lesen. Die tiefen Einblicke in die Pflegedienste und ihre Probleme Personal zu finden, haben mich nachdenklich gemacht. Klare Leseempfehlung!
„...Vor der Wohnungstür zieht Lina den Kragen ihres dünnen Jäckchens vor die Nase. Das ist nicht auszuhalten. Sie hämmert wütend an die Tür von Hilde Fuchs...“
Lina stört der Geruch im Hausflur. Doch ...
„...Vor der Wohnungstür zieht Lina den Kragen ihres dünnen Jäckchens vor die Nase. Das ist nicht auszuhalten. Sie hämmert wütend an die Tür von Hilde Fuchs...“
Lina stört der Geruch im Hausflur. Doch die alte Frau öffnet nicht. Als Lina zufällig das Auto des Pflegedienstes sieht, ruft sie dort an. In der Wohnung finden sie dann die tote Frau.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen. Sie ist äußerst sozialkritisch.
Der Arzt geht von einem natürlichen Todesfall aus. Die Tochter aber glaubt nicht daran. Sie vermutet, dass der Pflegedienst beim Spritzen des Insulins einen Fehler gemacht hat.
Der Fall landet bei Alfred Meister und Dominique Brodbecker. Doch es gibt keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden. Dann aber werden zwei weitere Tote gemeldet. Nur im letzten Fall liegt eindeutig ein Mord vor.
Ins Visier gerät ein Pflegedienst. Auch Sonja, eine der Hinterbliebenen, macht denen Vorwürfe.
„...Hätten Sie nicht den Arzt auf die zunehmende Demenz meiner Mutter hinweisen müssen? Das bekommen Sie doch eher mit als er!…“
Deutlich wird, dass bei der Pflege einiges im Argen liegt. Auch Dominique ist persönlich davon betroffen, denn ihr 18jähriger Sohn Jan hat nur noch wenige Tage zu leben. Allerdings macht sie den Pfleger sehr schnell klar, was geht und was nicht.
Der erste Fall spielt sich in einem Hochhaus ab. Man kennt einander kaum. Lina gehört zu den Kindern, um die sich die Eltern, hier insbesondere die Mutter, kaum kümmern. Das 14jährige Mädchen aber nimmt im Verlaufe der Handlung eine positive Entwicklung. Sie stellt die Weichen für ihre eigene Zukunft neu und gewinnt Freunde, die ihr gut tun.
Kursiv eingebunden sind kurze Lebensberichte einer anderen Frau. Sie stammt aus ähnlichen Milieu, landet im Kinderheim und kompensiert die fehlende Liebe durch Gewalt.
Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig. Es scheint so, als ob ein weiterer privater Pflegedienst eine Rolle spiele. Der ist aber nirgendwo zu erreichen.
Die Geschichte verfügt über einen hohen Spannungsbogen. Die komplexen Beziehungen der Protagonisten und das soziale Milieu sorgen außerdem für eine innere Spannung.
Das Ende birgt einige Überraschungen, passt aber perfekt zum Geschehen.
Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten.