Cover-Bild Landleben
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: mareverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 21.03.2025
  • ISBN: 9783866486904
Nina Polak

Landleben

Stefanie Ochel (Übersetzer)

Nachdem ihre Beziehung die erste hürdenreiche Zeit überstanden hat, beschließen Rivka und Esse, der Enge Amsterdams zu entfliehen. Am Rande des Dorfs Onderweer, wo man an guten Tagen das Meer riechen kann, finden sie ein altes Haus inmitten eines großen Gartens. Hier hofft Esse, ihre Gefühlswelt zu erden, und Rivka, neue Inspiration für ihr Schreiben zu finden. Doch nach dem Umzug ist der Mistgeruch penetrant, das Wetter oft schlecht, und der Garten stellt sich als unbändiges Monster heraus, in dem das Unkraut wuchert, sobald man ihm den Rücken kehrt. Spätestens aber, als die Pferdestallbesitzerin und Ratgeberautorin Eva Alta aus dem Nachbardorf auftaucht, um Rivka und Esse ungefragt durch ihr neues Leben zu coachen, fällt ein tiefschwarzer Schatten auf ihren Traum der ländlichen Idylle.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Idylle pur - oder nicht?

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Rivka und Esse ziehen aufs Land. Am Rand des Maisfelds liegt ihr neues Heim. Es gibt einen Garten mit einer schattenspendenden Platane und mit einem Gartenhaus. Während sich Rivka das Gartenhaus zum Schreiben ...

Rivka und Esse ziehen aufs Land. Am Rand des Maisfelds liegt ihr neues Heim. Es gibt einen Garten mit einer schattenspendenden Platane und mit einem Gartenhaus. Während sich Rivka das Gartenhaus zum Schreiben einrichtet, fühlt sich Esse bei der Gartenarbeit so wohl, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Schon bald wird die Idylle getrübt. Anfeindungen, ein Wanderweg, die unüberwindbare Schreibblockade, eine Psychaterin, die sich in die Beziehung drängt.

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Der Roman hat sich wunderbar in meine zappelige Gedankenwelt eingefügt. Völlig unerwartet ergaben sich neue Schauplätze, skurrile Charaktere tauchten auf. Situationen erforderten schnelles Handeln, wurden anschließend überdacht, neu beleuchtet, hinterfragt. Damit konnte ich mich super identifizieren.

Ein bisschen wuselig ist die Handlung also und super spontan. Und alles ist ausgekleidet mit Sarkasmus und ein bisschen Genugtuung - eben absolut menschlich.

Auch ernste Themen werden auf diese Weise enttabuisiert, was mir sehr gut gefallen hat. Die mentale Gesundheit spielt bei vielen verschiedenen Figuren eine Rolle, in völlig unterschiedlichen Ausprägungen. Die Autorin zeigt, wie wichtig es ist, sich damit zu beschäftigen und einen ganz individuellen Weg zu finden.

Vor dieser Herausforderung stehen auch die beiden Hauptcharaktere. Sowohl Rivka als auch Esse sind auf der Suche nach sich selbst, nach ihrem Glück und überaus sympathisch, ich habe beide sehr gemocht - gerade weil sie so gegensätzlich handeln, lieben, leiden.

Ich empfehle „Landleben“ sehr gerne, vor allem weil die Handlung so unvorhersehbar war. Viele Romane handeln von der Flucht aus der Stadt in die Natur - dieser gibt dem Thema mal eine völlig neue Facette. Wir dürfen miterleben, dass nicht jeder Mensch dafür geschaffen ist und dass es okay ist, zu scheitern.

Wer nach hübscher Landidylle sucht, ist mit diesem Roman vielleicht nicht ganz glücklich. Wer aber nach schonungsloser Ehrlichkeit und ganz viel Authentizität sucht, umso mehr. Ich fand‘s klasse!

Veröffentlicht am 04.06.2025

Für meinen Geschmack zu viele Klischees

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Rivka ist fünfunddreißig und eine alleinstehende Frau. Sie weiß, dass sie bedauernswert ist. Ihr Vater Dr. Jacob Shaab muss in der Eckkneipe zur Toilette gehen, weil seine Tochter ihn per Gegensprechanlage ...

Rivka ist fünfunddreißig und eine alleinstehende Frau. Sie weiß, dass sie bedauernswert ist. Ihr Vater Dr. Jacob Shaab muss in der Eckkneipe zur Toilette gehen, weil seine Tochter ihn per Gegensprechanlage an der Haustüre abweist. Es passe gerade nicht so gut. Ihr schlechtes Gewissen und die Traurigkeit lassen sie ihre Zähne in die Fingergelenke schlagen. Sie geht dazu über die Wohnung zu putzen, entschuldigt sich telefonisch bei Eltern und Freunden und ruft den Anwalt an, dessen Nummer sie sich notiert hatte und zeigt Gesprächsbereitschaft.

Die Hausbesichtigung mit Esse war zu schön, um wahr zu sein. Nachdem der Makler sie durch die Räume geführt und Snibbe sich unter der alten Platane gewälzt hatte, saßen sie im Auto und ließen, jede für sich, die Eindrücke auf sich wirken. Es war perfekt, aber beide hatten genug Lebenserfahrung gesammelt, um zu wissen, dass es immer einen Haken gab und es einfach nur auf dessen Größe ankam. Nach einem kurzen Blick hielt Esse an und machte dem Makler telefonisch ein Angebot.

Der Abschied aus Amsterdam verlief schnell und unsentimental. Die Stadt weckte Bedürfnisse, die laufend Befriedigung suchten. In den Cafés und Kneipen grassierte die alles entscheidende Frage, ob dies eine Welt sei, in die man noch Kinder setzen sollte. Die Leute stressten sich. Rivka brauchte dringend Inspiration für ihre Bücher, die ihr die Stadt nicht lieferte und Esse suchte einen Ort, der sie zur Ruhe kommen ließ. Und vielleicht wäre Onderweer so ein Ort geworden, wenn ihnen die Autorin Eva Alta nicht begegnet wäre.

Fazit: Nina Polak hat eine Geschichte geschrieben, die zwei Frauen zeigt, die sich aus guten Gründen für das Leben auf dem Land begeistern. Esse findet ihr Glück in der Gartenarbeit und im Fotografieren, während Rivka nach Worten sucht. Die Autorin verhandelt die Themen Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Depression, Liebe, Selbstfindung, Eifersucht und Manipulation und ich fand das ganz schön viel für ein Buch. Es dauerte etwa die Hälfte der Geschichte, bis ich mich angenehm unterhalten fühlte. Neben den vielen Klischees und den Charakteren, von denen mir keine einzige sympathisch war, störte mich das infantile Agieren aller Beteiligten. Die Sprache fand ich nicht außergewöhnlich und die Themen auch nicht. Auch wenn es mir nicht gefallen hat, wird das Buch sicher seine Leserinnen finden.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

beklemmende Stimmung

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Der Roman macht keine Lust auf das Landleben, im Gegenteil. Die Atmosphäre ist schon von Beginn an sehr drückend und ernst, es kommt nie Freude oder Leichtigkeit auf, das muss man beim Lesen mögen und ...

Der Roman macht keine Lust auf das Landleben, im Gegenteil. Die Atmosphäre ist schon von Beginn an sehr drückend und ernst, es kommt nie Freude oder Leichtigkeit auf, das muss man beim Lesen mögen und aushalten können. Depressionen, Probleme, Ängste, Ärger mit den Nachbarn und unerwünschten Maulwürfen sind auch der neue Alltag für Rivka und Esse auf ihrem kleinen Hof am Land. So haben sich die beiden die Flucht aus der Stadt nicht vorgestellt. Die beklemmende Stimmung zieht sich durch die gesamte Geschichte, die auch etwas durcheinander erzählt wirkt, sodass sie mich nicht überzeugen konnte.