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Veröffentlicht am 04.07.2024

Kein Stillstand

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
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Aubry Tourvel - die Frau, die nicht bleiben kann. Eigentlich ein verlockender Gedanke, das ganze Leben mit einer Weltreise verbringen zu dürfen. Aber wenn es ein Muss ist? Da scheint es den Reiz das ein ...

Aubry Tourvel - die Frau, die nicht bleiben kann. Eigentlich ein verlockender Gedanke, das ganze Leben mit einer Weltreise verbringen zu dürfen. Aber wenn es ein Muss ist? Da scheint es den Reiz das ein oder andere Mal doch zu verlieren. Aubry ereilt mit neun Jahren eine mysteriöse Krankheit, die sie dazu zwingt, jeden Ort im Leben nur einmal besuchen zu können, nach wenigen Tagen kommt die Krankheit wieder und sie muss weiterreisen, um zu überleben. Sie lässt ihr Zuhause somit hinter sich und zieht durch die Welt, einzig geheimnisvolle Bibliotheken geben ihr die Gelegenheit zu Ruh und Rast, ohne, dass sie die Symptome der Krankheit heimsuchen.

Der Klappentext und die Leseprobe haben mich ganz sehr an ein anderes Buch erinnert, nämlich "Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" - ein ganz bezauberndes Roman, so dass meine Erwartungen hier zugegeben sehr hoch waren und zu Beginn des Buchs auch erfüllt schienen. Leider entwickelt sich das Buch dann doch sehr zäh, manche Orte werden ewig lang beschrieben, manche Begegnungen so detailreich, andere wiederum viel zu oberflächlich. Das Buch lebt von vielen Zeitsprüngen, durch welche ich hier und da nicht mehr richtig folgen konnte. Bedingt durch die erzwungene Rastlosigkeit werden aus selbst tiefgründigeren Begegnungen dann keine tiefgründigen Beziehungen, so dass man eigentlich ein wenig durch Aubrys Leben hastet. Sie kommt eben nie an, wie soll der Leser oder die Leserin das dann schaffen. Einzig mit Marta scheint es mal eine Episode zu sein, die sich über einige Jahre zieht. Die Journalistin Marta ist von Aubrys Leben so fasziniert, dass sie sich ihr anschließt. Weitere Begegungen wie Uzair, der Prinz Surasiva oder Lionel Kyengi enden dann doch immer wieder so schnell, wie sie begonnen haben.

Da mir die Idee der Geschichte allerdings weiterhin gut gefallen hat, war ich dann natürlich auch auf die Auflösung gespannt. Doch diese ließ mich dann doch eher verwirrt zurück. Vielleicht muss man Fantasy mehr lieben, als ich es tue, um mit dem Buch richtig warm zu werden, es war in Summe doch märchenhafter und fantastischer, als ich es erwartet habe, vielleicht liegt da auch der Grund, dass ich mich in diesem Buch nicht so richtig wiederfinden konnte.

Die Sprache, die geschriebenen Bilder und die Grundidee der Geschichte sind für mich in Summe dann aber zumindest die drei Sterne wert.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Der Schmetterlingseffekt

In den Farben des Dunkels
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"In den Farben des Dunkels" - ein tiefgründiger Roman darüber, was wie der sinnbildliche Flügelschlag eines Schmetterlings, in diesem Fall ein einzelner Tag ganze Leben verändert, ein Roman über Liebe ...

"In den Farben des Dunkels" - ein tiefgründiger Roman darüber, was wie der sinnbildliche Flügelschlag eines Schmetterlings, in diesem Fall ein einzelner Tag ganze Leben verändert, ein Roman über Liebe und Freundschaft, über Abweisung und Trauer.

Als der dreizehnjährige Patch zufällig dazu kommt, wie die gleichaltrige Misty von einem Mann im Wald bedroht wird, geht er dazwischen und rettet sie damit, wird vom Täter aber daraufhin entführt und taucht erst einmal nicht mehr auf. Seine beste Freundin Saint will die Hoffnung nicht aufgeben und setzt alles daran, Patch zu finden und alle davon zu überzeugen, dass er noch lebt und sich die Suche lohnt. Als er nach fast einem Jahr dank ihrer Hilfe gefunden wird, soll alles wieder so sein, wie vorher. Doch das wird nicht passieren. Patch überlebte die Zeit in Gefangenschaft seiner Meinung nach nur durch Grace, einem Mädchen, das er nur gehört und gefühlt, nicht aber gesehen hat. Sein ganzes Leben wird sich von da ab daraufhin ausrichten, Grace zu finden, von der irgendwann alle denken, sie existiert nur in seiner Fantasie. Der Titel des Romans erschließt sich damit sehr schnell, denn er schafft es, ein Bild von ihr zu zeichnen.

Saint hingegeben wünscht sich nichts mehr, als ihren alten Patch zurück. Sie klammert sich an die Hoffnung, sollte nur Grace gefunden werden, wird alles wieder gut. Sie vergisst darüber jedoch sich selbst, so dass mir Saints Leben an vielen Stellen fast körperlichen Schmerz verursacht und ich mich frage, wie sehr man sich selbst eigentlich für eine Sache aufgeben kann und sollte.

So begleitet das Buch die beiden durch ihr Leben und durch eine Reise quer über die ganze USA, eine Geschichte voller schicksalhafter Begegnungen, vermisster Mädchen, mit guten und schlechten Menschen. Nicht nur einmal dachte ich beim Lesen "Was soll jetzt noch kommen?", doch dann kam der nächste Plot Twist und man will wissen, wie es damit weiter geht. Zwischenzeitlich waren manche Gedankensprünge zwischen den Handlungen etwas zu sprunghaft für mich und ich brauchte immer mal kurz, um den roten Faden wieder zu finden. Das scheint aber Whitakers Handschrift zu sein, trifft aber nicht zu 100% meinen Geschmack.

Dennoch ein grandioser Roman, der es am Ende schafft, alle losen Enden zu einem Ende zusammenzuführen, das dem Ganzen würdig ist.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Wieder gut, aber nicht sein bester Thriller

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Chris Carter ist ja ein Garant für Spannung, bei wenig Autoren fiebere ich einem neuen Titel so entgegen, wie bei ihm.

"Der Totenarzt" ist der 13. Teil der Reihe "Robert Hunter & Carlos Garcia", einem ...

Chris Carter ist ja ein Garant für Spannung, bei wenig Autoren fiebere ich einem neuen Titel so entgegen, wie bei ihm.

"Der Totenarzt" ist der 13. Teil der Reihe "Robert Hunter & Carlos Garcia", einem unschlagbaren Ermittlerteam der UV-Einheit des LAPD, hier landen nur die wirklich üblen Fälle.

Während einer Autopsie entdeckt die Gerichtsmedizinerin Dr. Hove, dass die vor ihr liegende Leiche, eigentlich Opfer eines Verkehrsunfalls, sozusagen vor ihrem Tod gestorben sein muss. Und zwar durch grausame Folter. Doch wer tut sowas und warum? Ein klarer Fall für Hunter & Garcia, und spätestens, als eine zweite Leiche auftaucht, auf die der "Tod vor dem Tod" ebenfalls zutrifft, ist klar, hier muss ein Serientäter am Werk sein und die Frage stellt sich, wie lang dieser schon agiert.

Auch der 13. Teil liest sich wieder wie gewohnt flüssig, die typisch Carter-mäßigen Cliffhanger am Ende der Kapitel zwingen einen förmlich, doch noch einmal umzublättern und ein weiteres Kapitel zu verschlingen. Dieser Schreibstil ist wirklich einmalig und so sind seine Bücher immer viel zu schnell vorbei.

Die Story war diesmal anders...weniger umfangreich, weniger grausam, weniger blutig, dafür umso tiefer. Das Motiv des Täters lässt einen mit Gänsehaut zurück, empfindet man vielleicht sogar Mitleid und Verständnis? Dafür kommen mir die Ermittlungen und die Jagd auf den Täter in dieser Geschichte etwas zu kurz, am Ende dachte ich mir "Das war jetzt irgendwie alles zu einfach und zu glatt.", was die Spannungskurve etwas flacher verlaufen lässt. Nichtsdestotrotz wieder ein starkes Buch und bereits jetzt steigt die Vorfreude auf den hoffentlich 14. Teil.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Selbstjustiz als Mittel der Wahl?

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
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Nele Neuhaus ist ja eigentlich ein Garant für spannende Lektüre, so auch bei ihrem neuesten Werk. Sie schafft es wieder einmal, komplexe Handlungsstränge und vielschichtige Charaktere zu verbinden, ohne ...

Nele Neuhaus ist ja eigentlich ein Garant für spannende Lektüre, so auch bei ihrem neuesten Werk. Sie schafft es wieder einmal, komplexe Handlungsstränge und vielschichtige Charaktere zu verbinden, ohne dass die Handlung am Ende verworren und unübersichtlich wird. Der 11. Band um das Team Pia Sander und Oliver Bodenstein übertrifft sich wieder einmal selbst.

Das Buch beginnt mit der Leiche eines jungen Mädchens, erdrosselt und im Schnee liegen gelassen - das Umfeld und die Presse sind sich schnell einig - das kann nur ein wegen Vergewaltigung bereits vorbestrafter Geflüchteter gewesen sein, die Hetzjagd beginnt. Doch weitere Mordfälle geschehen ohne eine eindeutige Handschrift - wie steht das alles im Zusammenhang?

Mit jedem neuen Handlungsstrang erscheinen neuen Möglichkeiten und Verdächtige und am Ende kommt doch wieder alles anders, als gedacht. Der Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Problemen macht einen nachdenklich und an mancher Stelle ist das Buch realistischer, als man es möchte und regt zum Nachdenken an.

"Monster" ist ein weiteres Meisterwerk einer meiner Lieblingsautorinnen, jede neue Ausgabe dieser Krimi-Reihe wird von mir sehnsüchtig erwartet und auch dieses Buch hat mich wieder darin bestätigt, dass die Sehnsucht berechtigt

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Zwiegespalten

Krummes Holz
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Krummes Holz - ein Buch, bei dem ich nicht so recht wusste, was mich erwartet.

Jirka, der nach Jahren im Internat das erste Mal in sein Elternhaus zurückkehrt. Die Heimkehr des verlorenen Sohnes? Oder ...

Krummes Holz - ein Buch, bei dem ich nicht so recht wusste, was mich erwartet.

Jirka, der nach Jahren im Internat das erste Mal in sein Elternhaus zurückkehrt. Die Heimkehr des verlorenen Sohnes? Oder Bruders? Oder Freundes? Jirka, der auf eine Wand aus Schweigen stößt, die sich aber auch nicht so schnell auflöst, wie man es erwartet. Jirka, der mit seinen Dämonen der Vergangenheit kämpft. Jirka, der von seinen eigenen Gefühlen überfordert ist. Seit Kindertagen. Ein riesiger Haufen unaufgearbeiteter Konflikte in der Familie und keiner redet darüber.

Das ganze Buch hat eine für mich wahnsinnig destruktive Stimmung, die ich wie eine Welle vor mir hergeschoben habe. Das letzte Mal diese Art Gefühle beim Lesen hatte ich bei "Ein wenig Leben" - leider empfinde ich "Krummes Holz" aus literarischer Sicht nicht halb so stark und kraftvoll. Ich hatte teilweise Probleme, den Zeitsprüngen zu folgen, die ganze Zeit wartete ich eigentlich darauf, dass etwas passiert. So tiefgründig das Buch ist, so wenig Handlung hat es. Eine interessante Diskrepanz und auch generell sicher überhaupt nichts Schlechtes, aber damit leider nicht mein Genre.

Es las sich aber dennoch recht flüssig und ich wollte wissen, wie es weiter geht, das rettet die Sterne für mich ein wenig. Kann mir aber gut vorstellen, dass andere Leser*innen das ganz anders empfinden.

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