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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2025

Eine Stütze

Trauma ENDLICH überwinden
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Zuerst mal: Das Buch dreht sich inhaltlich vor allem um Entwicklungstraumata – das kommt im Klappentext leider kaum durch. Stattdessen klingt es eher nach einem typischen Ratgeber zum „Lebensfreude zurückholen“. ...

Zuerst mal: Das Buch dreht sich inhaltlich vor allem um Entwicklungstraumata – das kommt im Klappentext leider kaum durch. Stattdessen klingt es eher nach einem typischen Ratgeber zum „Lebensfreude zurückholen“. Auch das Cover mit der springenden Figur wirkt in dem Zusammenhang eher unpassend. Man kann ja auch traumatisiert lachen oder funktionieren – das macht es nicht weniger ernst.

Was mir gut gefallen hat: Das Buch ist sehr ausführlich (über 400 Seiten) und gut strukturiert. Es lässt sich nicht mal eben „weglesen“, aber genau das ist vielleicht seine Stärke. Die Autorin erklärt sehr klar, wie Trauma entstehen kann, wie es sich zeigt und welche Wege es geben kann, damit umzugehen. Besonders hilfreich fand ich die Praxisbeispiele – sie machen das alles greifbarer.

Dr. Thiel betont auch, dass ihr Buch keine Therapie ersetzen kann – das fand ich wichtig. Trotzdem ist es durch die zugängliche Sprache und die nachvollziehbaren Erklärungen eine gute Unterstützung, vor allem, wenn man sich selbst mit dem Thema beschäftigt oder nach einem Einstieg sucht.

Man sollte allerdings bereit sein, sich wirklich darauf einzulassen – mit Zeit, Offenheit und vielleicht einem Notizbuch. Wer nur ein bisschen „schnelle Hilfe“ erwartet, wird hier eher nicht fündig.

Insgesamt ein sehr gutes Buch zu einem wichtigen Thema, aber mit irreführendem Cover und Klappentext.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Gutes Thema, aber leider nicht gut erzählt

Dein Körper glaubt dir alles
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Ich fand das Thema von Anfang an total spannend – wie groß der Einfluss unserer Gedanken auf Heilung sein kann, fasziniert mich schon lange. Umso mehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut und auf wissenschaftlich ...

Ich fand das Thema von Anfang an total spannend – wie groß der Einfluss unserer Gedanken auf Heilung sein kann, fasziniert mich schon lange. Umso mehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut und auf wissenschaftlich fundierte, klar strukturierte Einblicke in den Placebo-Effekt gehofft.

Ein paar interessante neue Perspektiven waren tatsächlich dabei: etwa Placebo-Effekte unter Narkose, der Umgang mit Generika oder der Nocebo-Effekt. Auch der Einstieg ins Thema war vielversprechend und gut verständlich. Danach hat mich das Buch leider zunehmend verloren.

Der Aufbau wirkt sprunghaft, manchmal sogar ein bisschen konfus – es ging plötzlich nicht mehr wirklich um Placebo, sondern eher allgemein um die Arzt-Patienten-Beziehung, Kommunikation, Empathie, Erwartungshaltungen. Alles irgendwie verwandt mit dem Thema, aber nicht immer sinnvoll verbunden. Ich hätte mir da mehr roten Faden gewünscht.

Auch stilistisch war es schwierig: Teilweise klang es fast wie ein wissenschaftlicher Fachartikel, dann wieder sehr locker bis belehrend. Der Wechsel zwischen Ansprache an Ärzt:innen und Patient:innen ohne klare Trennung hat das Ganze zusätzlich unruhig gemacht. Ich hatte oft das Gefühl, das Buch wüsste selbst nicht, an wen es sich eigentlich richtet.

Dazu kamen viele Wiederholungen, viele Abscheifungen und oft nur oberflächliche Studiennennungen – da hätte ich mir mehr Einordnung und Tiefe gewünscht. Vor allem: Was bedeutet ein signifikanter Unterschied konkret? Wie groß ist der Effekt? Ist das übertragbar?

Viel mitnehmen konnte ich leider nicht – außer vielleicht den Appell, als Patientin mit einer positiven Haltung in den Arzttermin zu gehen. Das ist natürlich ein sinnvoller Impuls, aber für ein ganzes Buch über Placebo doch etwas wenig.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Witzige Idee, aber inhaltlich leider überhaupt nicht rund

My Italian Lovestory
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Eine Geschichte, bei der man selbst Entscheidungen treffen kann? Das hat bei mir richtig Nostalgie ausgelöst – sowas mochte ich früher total gern! Im Text verstecken sich sogar Rezeptideen zwischendurch ...

Eine Geschichte, bei der man selbst Entscheidungen treffen kann? Das hat bei mir richtig Nostalgie ausgelöst – sowas mochte ich früher total gern! Im Text verstecken sich sogar Rezeptideen zwischendurch (die Mandelplätzchen klingen super – die probiere ich!).

Aber inhaltlich hat es bei mir leider gar nicht funktioniert. Die Geschichte ist wahnsinnig kurz und fühlt sich total gehetzt an. Die Kapitel springen einfach wild hin und her, ohne dass die Übergänge Sinn ergeben oder irgendwas vernünftig eingeleitet wird. Man ist plötzlich in einer komplett neuen Situation, ohne zu wissen, wie es dazu kam. Teilweise haben die Kapitel nicht mal zusammengepasst, obwohl sie aufeinander folgen sollten – das hat mich echt rausgebracht.

Die Charaktere bleiben sehr flach, es passiert alles viel zu schnell, und emotionale Entwicklungen wirken eher aufgesetzt als nachvollziehbar. Ich hatte das Gefühl, man arbeitet einfach eine Liste an Romance-Tropes ab, aber ohne Tiefe oder echte Spannung. Auch sprachlich war das Ganze eher schlicht – es hat sich für mich eher wie ein schnell runtergeschriebener Wattpad-Text gelesen als wie ein veröffentlichtes Buch.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Für Viele gut - für mich nix

Sag deiner Angst, sie kann gehen!
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Es freut mich wirklich, dass viele Leserinnen und Leser das Buch als hilfreich und bereichernd empfinden. Das ist schön zu sehen – ein voller Erfolg für die Autorin! Für mich persönlich war es leider nicht ...

Es freut mich wirklich, dass viele Leserinnen und Leser das Buch als hilfreich und bereichernd empfinden. Das ist schön zu sehen – ein voller Erfolg für die Autorin! Für mich persönlich war es leider nicht das Richtige.

Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Er wirkte auf mich ein bisschen zu locker, stellenweise unausgereift und häufig durchsetzt mit Smileys und persönlichen Kommentaren – das ist sicher Geschmackssache, aber für mich eher anstrengend. Dazu kommen viele persönliche Erfahrungen, Geschichten anderer Betroffener und kurze, fast schon philosophische Gedankenanstöße. Wer das mag, findet darin vielleicht etwas – mir war das zu viel.

Das Buch ist in drei große Teile untergliedert (Gedanken, Körper, Seele), die wiederum in viele kleine Unterkapitel aufgeteilt sind. Das liest sich zwar leicht und schnell, aber durch die vielen Überschneidungen und Wiederholungen hätte ich mir eine klarere Struktur gewünscht. Zum Beispiel: Theorie > persönliche Erfahrungen > Umgang > Übungen – das hätte mir mehr Orientierung gegeben. So empfand ich vieles als recht verstreut.

Inhaltlich geht es um das große Thema Angst – und das ist auf 240 Seiten natürlich schwer in der Tiefe zu behandeln. Der Fokus liegt vor allem auf alltäglichen Ängsten wie Fliegen, Autofahren, Einkaufen oder sich zu blamieren. Für viele sicher relevant, aber bei komplexeren sozialen Ängsten hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder andere Schwerpunkte gewünscht.

Die Autorin kommt aus der Soziologie – eine therapeutische Ausbildung hat sie nicht, und das merkt man auch. Es gibt viele Verweise auf andere kluge Köpfe, aber wissenschaftlich fundierte Erklärungen oder neue Erkenntnisse findet man kaum. Die Übungen waren für mich größtenteils bekannt, manche etwas vage oder schwer nachvollziehbar. Es wirkt eher wie ein Gespräch mit einer guten Bekannten, aber nicht wie ein fundierter Ratgeber.

Was mich dann leider wirklich gestört hat, war die Menge an Eigenwerbung. Es ist völlig verständlich, dass man auf eigene Angebote hinweist – aber hier war es mir einfach zu viel: Website, Shop, Kurse, Podcast, Bonusmaterial … Und das Bonusmaterial gibt es nur, wenn man sich für den Newsletter anmeldet – das fand ich schade.

Fazit: Wer einen sehr persönlichen, leicht zugänglichen Einstieg ins Thema Angst sucht, könnte mit dem Buch etwas anfangen. Für mich persönlich war es leider nicht hilfreich – weder inhaltlich noch stilistisch.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Berreichernd

Du bist viel mehr als deine Gefühle
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Der Titel hat mich direkt angesprochen, wenngleich mir das Gesicht der Autorin noch nichts gesagt hatte. „Du bist viel mehr als deine Gefühle“ richtet sich an Menschen, die sich ihren eigenen Gefühlen ...


Der Titel hat mich direkt angesprochen, wenngleich mir das Gesicht der Autorin noch nichts gesagt hatte. „Du bist viel mehr als deine Gefühle“ richtet sich an Menschen, die sich ihren eigenen Gefühlen manchmal schutzlos ausgeliefert fühlen und wenig Zugang oder Umgang mit dem eigenen Erleben finden.

Ich finde den Schreibstil sehr einfühlsam, ich habe mich direkt angesprochen gefühlt. Das vermittelte Wissen ist gut gegliedert und in klaren Abschnitten aufgebaut. Es fühlt sich wie ein roter Faden an, was das Lesen leicht macht. Der Inhalt ist wunderbar griffig erklärt, ohne unnötig kompliziert zu werden – und es sind viele Übungen enthalten, die dabei helfen können, das eigene Nervensystem besser kennenzulernen und zu regulieren.

An ein paar Stellen habe ich mir wissenschaftliche Quellen oder Studien gewünscht. Man muss der Autorin an vielen Stellen einfach glauben. Sie ist, soweit ich weiß, nicht formal geschult im therapeutischen Bereich, sondern arbeitet als Coach. Für viele ist das sicher völlig in Ordnung – ich selbst bin da manchmal etwas skeptischer.

Insgesamt aber ein schönes, stärkendes Buch für alle, die das Gefühl haben, in ihrer Gefühlswelt oft allein gelassen zu sein – oder für die, die sich ein bisschen mehr Selbstmitgefühl und innere Stabilität wünschen. Ich kann es jedem nur ans Herz legen.

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