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Veröffentlicht am 16.01.2026

Hätte ein Magazin sein können

Doc Diessners Muskel-Code
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Leider leider kann ich diesem Buch keine bessere Bewertung geben, was ich wirklich schade finde. Erhofft hatte ich mir ein tiefergehendes Verständnis für Muskeln im weiblichen Kontext. Bekommen habe ich ...

Leider leider kann ich diesem Buch keine bessere Bewertung geben, was ich wirklich schade finde. Erhofft hatte ich mir ein tiefergehendes Verständnis für Muskeln im weiblichen Kontext. Bekommen habe ich stattdessen überwiegend sehr kurze Erklärungen, Bekanntes oder reine Faktennennungen und dazu eine große Menge an Rezepten.

Insgesamt sind es 63 Rezepte, von vegan bis sehr fleischlastig. Es gibt Frühstücksideen, Hauptgerichte und Desserts. Erfreulicherweise finden sich auch Nährwerte zu den Gerichten, Ballaststoffe fehlen aber leider. Das erste Rezept, das ich ausprobiert habe (Mangocreme mit püriertem Hüttenkäse) konnte ich ehrlich gesagt kaum essen. Das ist natürlich Geschmackssache, vielleicht funktionieren andere Rezepte besser. Grundsätzlich wirken sie alltagstauglich, aber nichts davon ist besonders innovativ oder sticht heraus.

Was mir aber wirklich gefehlt hat, ist die Theorie. Diese findet nur am Rande statt. Auf den ersten rund 48 Seiten gibt es Wissensbubbles, Übungen, ein Quiz und viele sich wiederholende Aussagen. Themen wie Akupressurmatten, Eisbadetrends oder Kollagenpulver werden jeweils in ein paar Sätzen abgehandelt. Für ein fundiertes Verständnis von Zusammenhängen, Mechanismen oder Hintergründen reicht das einfach nicht aus.

Insgesamt liest sich das Buch eher wie ein Magazin als wie ein Sachbuch. Für einen schnellen Überblick vielleicht okay, für echtes Wissen zum Thema Muskelaufbau bei Frauen leider nicht.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Kein wirklicher Durchblick

Durchblick Künstliche Intelligenz
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Das Buch soll eigentlich einen Durchblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz geben, doch das gelingt leider nur bedingt. Ich hatte mir erhofft, nach der Lektüre wenigstens ein Grundverständnis davon ...

Das Buch soll eigentlich einen Durchblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz geben, doch das gelingt leider nur bedingt. Ich hatte mir erhofft, nach der Lektüre wenigstens ein Grundverständnis davon zu haben, wie KI funktioniert, das war aber nicht der Fall. Die Erklärungen sind zwar einfach gehalten, aber nicht wirklich verständlich. Vieles bleibt vage und kratzt nur an der Oberfläche.

Der Aufbau ist recht schlicht: Auf jeder Seite findet man eine Frage mit einer kurzen Antwort und viel Illustration. Dadurch wirkt das Buch leicht und modern, aber inhaltlich bleibt kaum etwas hängen. Von den rund 160 Seiten geht gefühlt die Hälfte für Bilder drauf. Diese sehen zwar schön aus, können den fehlenden Tiefgang aber nicht auffangen.

Clegg schafft es nicht, komplexe Sachverhalte greifbar zu machen. Statt echte Erklärungen zu liefern, stellt er immer neue Fragen, die man sich beim Lesen gar nicht unbedingt stellt. Die Kürze der Texte lässt außerdem keine wirkliche Tiefe zu.

Insgesamt: wirklich hübsch gestaltet, schnell gelesen, aber ohne tiefgehenden Erkenntnisgewinn. Wer wirklich verstehen will, was hinter KI steckt, wird hier enttäuscht.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Guter Überblick

Das Psyche-Darm-Paradox
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Ich muss ja zugeben: Ich bin bei Matthias Riedl Wiederholungstäterin. Die gesamte Medical-Cuisine-Reihe mag ich sehr und ich habe auch einige andere Bücher von ihm gelesen, unter anderem „Iss deine Psyche ...

Ich muss ja zugeben: Ich bin bei Matthias Riedl Wiederholungstäterin. Die gesamte Medical-Cuisine-Reihe mag ich sehr und ich habe auch einige andere Bücher von ihm gelesen, unter anderem „Iss deine Psyche gesund“. Dieses Buch hier ist im Grunde die theoretische Ergänzung dazu, denn Rezepte gibt es hier keine.

Im Fokus steht die Verbindung zwischen Darm und Gehirn und die Frage, wie wir uns möglichst „artgerecht“ ernähren sollten. Das ist gut verständlich aufbereitet und insgesamt auch schlüssig. Im Vergleich zum Kochbuch geht es allerdings weniger tief ins Detail, was einzelne Lebensmittel und ihren konkreten Einfluss auf die Psyche angeht. Das blieb für mich vergleichen mit „Iss deine Psyche gesund“.

Zudem werden viele Zusammenhänge zwischen Ernährungsweisen und psychischen Erkrankungen aufgezeigt, meist auf Basis von Korrelationen. Kausale Zusammenhänge lassen sich nur selten belegen. Da liegen für mich auch die Grenzen des Buches.

Trotzdem ist es ein solides, gut lesbares Sachbuch, das einen guten Überblick gibt und zum Nachdenken über die eigene Ernährung anregt.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Mental Road am Rande

Freier Kopf statt Mental Load - Ihr Weg zu mehr Klarheit und mentaler Stärke
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Ich bin mit der Erwartung an Freier Kopf statt Mental Load gegangen, wirklich etwas Substanzielles zur mentalen Last in Partnerschaften zu lesen, und wurde leider enttäuscht. Stattdessen bekommt man größtenteils ...

Ich bin mit der Erwartung an Freier Kopf statt Mental Load gegangen, wirklich etwas Substanzielles zur mentalen Last in Partnerschaften zu lesen, und wurde leider enttäuscht. Stattdessen bekommt man größtenteils die üblichen Verdächtigen: Achtsamkeit, Pareto-Prinzip, Eisenhower-Matrix, Schulz von Thun, „Nein sagen“, „Aufgaben abgeben“ und People-Pleasing stoppen. All das mag nützlich sein, aber es ist eben nicht das Gleiche wie eine gründliche Auseinandersetzung mit Mental Load als Macht- und Verteilungsproblem.

Das Buch richtet sich offenbar vor allem an Mütter und liefert viele allgemein brauchbare Tipps zur Selbstorganisation und Stressreduktion. Wer einfache Tools, Mindset-Erinnerungen und Basics zur Priorisierung sucht, findet hier einiges zum Nachschlagen. Für mich war das aber nicht der Kern: Ich wollte wissen, wie Mental Load in Partnerschaften wirklich entsteht, wie man die Arbeit neu aushandelt, wie man Konflikte führt, wenn Aufgaben schlicht nicht fair verteilt sind. Dazu hätte ich gern tiefere Konzepte, Praxisbeispiele und Interventionen gelesen.

Stattdessen bleibt es oft bei simplen Lösungen: Delegieren, mal fünf gerade sein lassen, Wünsche äußern. Nett und ja, nötig aber eben zu kurz gedacht. Was passiert, wenn das Gegenüber nicht mitzieht? Wer managt dann das Nachmanagen? Wer trägt emotional die Mehrarbeit, obwohl formal Aufgaben „geteilt“ sind? Das sind Fragen, die in meinem Alltag relevant sind, und die beantwortet dieses Buch meiner Meinung nach nicht.

Fazit: Nützlich als Einstieg oder für Menschen, die noch keine Basisstrategien kennen. Wenn man aber eine tiefere, partnerschafts- und machtkritische Perspektive auf Mental Load erwartet, bleibt das Buch blass. Schade, denn das Thema hätte viel mehr verdient.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Den Ton muss man ignorieren

Cozy baking time
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Das Buch hat eine ganze Menge kreativer Rezepte, die mir richtig Lust aufs Backen gemacht haben. Neben Klassikern finden sich auch viele ungewöhnliche Ideen, die ich so noch nirgends gesehen habe, etwa ...

Das Buch hat eine ganze Menge kreativer Rezepte, die mir richtig Lust aufs Backen gemacht haben. Neben Klassikern finden sich auch viele ungewöhnliche Ideen, die ich so noch nirgends gesehen habe, etwa die Lebkuchen-Brownies oder den Bienenstich-Kuchen. Besonders schön sind auch die Fotografien: stimmig bearbeitet, atmosphärisch und inspirierend. Sie machen richtig Lust aufs Nachbacken und helfen gleichzeitig, sich das Ergebnis besser vorzustellen. Das ist etwas, das leider nicht in jedem Backbuch selbstverständlich ist.

Die Zutatenlisten sind angenehm kurz und die Rezepte insgesamt leicht umzusetzen. Gesunde Varianten sollte man hier allerdings nicht erwarten – es wird reichlich mit Butter, Zucker und hellem Mehl gearbeitet. Ich habe den Zucker an einigen Stellen reduziert, was bei den meisten Rezepten problemlos möglich war.

Ein großer Minuspunkt ist für mich allerdings die Sprache. Das Buch scheint sich klar an eine junge Social-Media-Zielgruppe zu richten, was mir manchmal etwas zu viel war. Viele Rezepte tragen englische oder saloppe Namen, die nicht immer so richtig passen wollen: Aus einer Mandarinen-Schmand-Torte wird etwa „Orange is the New Snack“, aus einem Zitronenkuchen „Basic Btch*“. Auch die Rezepttexte sind sehr umgangssprachlich gehalten. Bei den „Mozartplätzchen“ heißt es zum Beispiel: „Fetzt. Ey, wenn der Bro wüsste, dass sogar Plätzchen nach ihm benannt sind.“… Muss man mögen.

Trotzdem: Die Rezepte selbst sind wirklich lecker, gelingsicher und machen Spaß. Besonders die Pumpkin Spice Muffins waren bei mir ein voller Erfolg, für die gab es Komplimente ohne Ende.

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