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5teffi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2023

Fehlender Tiefgang

Männer sterben bei uns nicht
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In "Männer sterben bei uns nicht" geht es um Luise, die bei der Beerdigung ihrer Grossmutter die anderen Frauen ihrer Familie wieder trifft. In Rückblenden erzählt sie von den Begebenheiten, an die sie ...

In "Männer sterben bei uns nicht" geht es um Luise, die bei der Beerdigung ihrer Grossmutter die anderen Frauen ihrer Familie wieder trifft. In Rückblenden erzählt sie von den Begebenheiten, an die sie sich erinnert. Immer wieder wird deutlich gemacht, welch grosse Macht die Grossmutter innehatte, selbst am Tag ihrer Beisetzung. Keine der Frauen konnte sich davon losmachen, vor allem nicht Luise, die als Erbin bestimmt wurde und das Anwesen und all die Macht übernehmen soll.

Ich muss leider sagen: Ich verstehe die Grundaussage des Buches nicht und habe mich mehr als einmal gefragt, ob ich irgendetwas überlesen habe. Luise empfinde ich als plumpe Person die "blind" ausführt, was die Grossmutter verlangt. Auch der Schreibstil hat mir nicht gepasst. Die Zeitsprünge werden nicht gekennzeichnet.
Die Handlung ist trist. Es werden war einige spannende Passagen angerissen, aber nie aufgeklärt. Immer wieder geht es um das Thema "Erbe antreten" und ich habe mich immer nur gefragt: "Na und jetzt?!". Es geht schliesslich nur um ein grosses Anwesen, mehr nicht. Was das ganze mit fehlenden Männern zu tun hat, weiss ich auch nicht. Vielleicht hat die Autorin versucht, auf eine mir unverständliche Art das Patriarchat auf die Schippe zu nehmen. Das kommt aber auch nicht klar rüber, sondern ist eher ein Versuch meinerseits, dem Buch doch noch etwas Sinnvolles abzugewinnen.

Ohne das Rezensionsexemplar hätte ich wohl abgebrochen, trotz des sehr schön gestaltetem Covers.

Ich kann es leider nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Eine Liebesgeschichte in Amsterdam

Das Haus an der Herengracht
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Im Buch geht es um die achtzehnjährige Thea, die ihren Weg im Leben und in der Liebe finden will. Die Geschichte dieser Familie ist sehr geheimnisvoll und verwirrend. Mit viel Spannung wird die momentane ...

Im Buch geht es um die achtzehnjährige Thea, die ihren Weg im Leben und in der Liebe finden will. Die Geschichte dieser Familie ist sehr geheimnisvoll und verwirrend. Mit viel Spannung wird die momentane Situation aus der Sicht der einzelnen Mitglieder erzählt. Teile der Vergangenheit spielen dabei eine große Rolle. Teilweise hatte ich das Gefühl, es würde nicht schaden, wenn man Jessie Burtons Debütroman “Die Magie der kleinen Dinge” vorgängig gelesen hat. Das diese alten Geheimnisse nicht vollständig aufgeklärt werden, tut der Sache aber keinen Abbruch. Das Wichtigste erfährt der Leser und somit erschließen sich auch alle Zusammenhänge. Die Geschichte liest sich wie von alleine, da sie an keiner Stelle langweilig oder belanglos wird. Auch ist sie in sich schlüssig und logisch aufgebaut, so dass nie das Gefühl entsteht, sie könnte so im realen Leben nicht stattgefunden haben. Das Ende löst sich relativ unspektakulär auf aber wer weiß, vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung. Das Cover wurde aus meiner Sicht gut auf die Geschichte abgestimmt.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Fokus liegt auf Bildern

Die kleine Rittereule
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Man merkt gleich, dass der Autor Christopher Denise bisher mit der Illustration von Kinderbüchern zu tun hatte. Diese stehen nämlich anscheinend im Fokus, während der Text in weniger als 5 Minuten vorgelesen ...

Man merkt gleich, dass der Autor Christopher Denise bisher mit der Illustration von Kinderbüchern zu tun hatte. Diese stehen nämlich anscheinend im Fokus, während der Text in weniger als 5 Minuten vorgelesen ist. Die Illustrationen finde ich sehr hübsch und altersgerecht. Auch wird dadurch die jeweilige Stimmung der Handlung gut dargestellt.

Vom Text hätte ich mir mehr erhofft. Einerseits ist die Geschichte extrem kurz gehalten. Hier hätte man durchaus mehr Handlung reinbringen können (zum Beispiel wie eine Eule von menschlichen Rittern akzeptiert wird). Zum anderen sind einige Sätze oder Aussagen so hochtrabend, dass ich bezweifle, Vierjährige - das ist die Altersempfehlung des Herausgebers - verstehen diese. Ein Beispiel: "Und zur Überraschung aller wurde er angenommen". So ein Satz müsste viel einfacher und kindgerechter formuliert werden.

Fazit: Das Buch ist ok, aber für den Preis (16 Euro!) darf man mehr erwarten.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Die Geschichte einer mutigen Frau

Der Ruf des Eisvogels
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Im Buch wird Olgas Geschichte erzählt. Die Handlung spielt in 2 Zeiten - einerseits in den 1930er / 40er / 50er Jahren, wo es um Olgas Kindheit, ihre Erlebnisse als junge Erwachsene während des 2. Weltkrieges ...

Im Buch wird Olgas Geschichte erzählt. Die Handlung spielt in 2 Zeiten - einerseits in den 1930er / 40er / 50er Jahren, wo es um Olgas Kindheit, ihre Erlebnisse als junge Erwachsene während des 2. Weltkrieges sowie ihre Zeit als Medizinstudentin geht. Zum Anderen spielt die Geschichte Anfang der 1990er Jahre, wo Olga mit ihrer Tochter und Enkelin zum ersten Mal seit ihrer Jugend in ihre alte Heimat zurückkehrt.

Das Buch ist vollgepackt mit Themen des 20. Jahrhunderts - die Grauen des 2. Weltkrieges, die Not der Nachkriegsjahre, Hürden einer alleinerziehenden Mutter, sexuelle Übergriffe durch die Alliierten mit ungewollten Schwangerschaften zur Folge, Flucht in den Westen, der Kampf um ein begehrtes Medizinstudium, kluge Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts immer wieder benachteiligt werden, patriarchalische Rollenverteilungen… Aber auch immer wieder positive Abschnitte - Freundschaften fürs Leben, die wunderbare heilende Kraft der Natur, Liebesgeschichten und gefährliche Zivilcourage. Dazu kommen noch die persönlichen Erlebnisse von Olga, z.B. der Verlust der Mutter direkt nach ihrer Geburt sowie die Schuldfrage, die sie, angeheizt durch die Distanzierung ihres Vaters, ein Leben lang beschäftigt.

Innerhalb der Zeitsprünge werden immer wieder Andeutungen gemacht, die erst viel später aufgeklärt werden. Zum Teil musste ich mir Notizen machen, damit ich nicht den Anschluss verliere oder wichtige Informationen vergesse. Das war etwas verwirrend, hat aber auch zu einer gewissen Spannung beigetragen. Der Erzählstil ist sehr authentisch. Gerade die Zeit, als Olga begonnen hat, als Ärztin zu arbeiten und ihr frisch angetrauter Ehemann (ebenfalls Arzt!) kaum Verständnis für sie zeigt, sondern sie immer wieder an ihre Pflichten als Ehefrau erinnert (inkl. Führung des Haushaltes), haben mich bestürzt.

Mir hat das Buch gut gefallen.

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Zurück zu den eigenen Wurzeln

Saubere Zeiten
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Das Buch handelt von Jakob Auber und dessen Familie. Als Jakob erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt und deshalb in seine Heimatstadt Trier reist, entdeckt er, dass sein Vater ihm viele Tonbänder, ...

Das Buch handelt von Jakob Auber und dessen Familie. Als Jakob erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt und deshalb in seine Heimatstadt Trier reist, entdeckt er, dass sein Vater ihm viele Tonbänder, Tagbücher seines eigenen Vaters (Jakobs Grossvater) und Fotoalben hinterlassen hat. Durch die Aufarbeitung seiner fast 100 Jahre zurückliegenden Familiengeschichte beginnt Jakob auch, sich selbst und seinen Bezug bzw. seine Vaterrolle zu seinem eigenen kleinen Sohn zu hinterfragen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich bin schnell tief in die Handlung eingetaucht und habe es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Mir haben die Zeitsprünge gut gefallen. Aus den Erzählstil ging meiner Meinung nach gut hervor, in welcher Zeit und aus wessen Sicht gerade berichtet wird. Nicht ganz klar ist mir, warum das Buch in 3 Teile unterteilt wurde. In jedem Teil wird sowohl aus der Vergangenheit wie auch aus der Gegenwart berichtet.

Man hätte das Buch durch ein anderes Layout auch etwas kompakter gestalten können. Durch einen etwas engeren Zeilenabstand hätte man einige Seiten gespart, worüber sicher der eine oder andere Leser, der das Buch beispielsweise während des Pendeln liest, froh wäre. So wirkt es etwas aufgebläht. Da ich das Buch aber bequem von zu Hause aus gelesen habe, ziehe ich dafür keinen Bewertungspunkt ab.

Alles in allem aber ein tolles, lesenswertes Buch.

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