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Aglaja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

China gestern und heute

Fliegt, Wilde Schwäne
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Ein junges Mädchen in China geht zur Schule und freut sich am Leben. Sie wird mit dem Personenkult um Mao groß. Als sie 14 Jahre alt ist, beginnt der eiserne Sturm der sogenannten Kulturrevolution über ...

Ein junges Mädchen in China geht zur Schule und freut sich am Leben. Sie wird mit dem Personenkult um Mao groß. Als sie 14 Jahre alt ist, beginnt der eiserne Sturm der sogenannten Kulturrevolution über das Land zu fegen und sollte erst nach zehn Jahren und hundert Millionen Toten ein Ende finden.
Nach dem Tod Mao Tse Dongs konnte China langsam unter der Regierung von Deng Xiao Ping aufatmen, die Autorin konnte in England studieren, promovieren und heiraten.
Durch ihre Lebensgeschichte und die ihrer Familie erhält man einen Eindruck von der Zeit der Unterdrückung unter Mao und von der Zeit danach, in der eine wahre Explosion an Kreativität in allen Bereichen stattgefunden hat.
Ein Hauch von Freiheit durchwehte die Gesellschaft bis zu dem Geschehen auf dem Tienanmen Platz. Die Zügel wurden wieder angezogen und unter dem Maoisten Xi Jinping fester gezurrt denn je.
Es ist fast unglaublich, dass viele Chinesen heute die Wahrheit über Mao Tse Dong nicht kennen und das die Bücher der Autorin in China verboten sind.
Weder ihr Name noch ihre Werke sind im chinesischen Internet zu finden, aber das Interesse daran ist groß, sodass doch eine Anzahl von Exemplaren auch in Form von Raubdrucken ihren Weg nach China gefunden haben.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Machtspiele

Die Liebeshungrigen
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In dem Buch von Karine Tuil begegnet man Wahrheiten, die sonst nur im tiefsten Inneren eines Menschen verborgen bleiben, sie werden versteckt hinter "modernem Denken", freigelassen würden sie weh tun.
Noch ...

In dem Buch von Karine Tuil begegnet man Wahrheiten, die sonst nur im tiefsten Inneren eines Menschen verborgen bleiben, sie werden versteckt hinter "modernem Denken", freigelassen würden sie weh tun.
Noch mehr aber, begegnet man Sätzen, die wie Maximen daherkommen, die den Anschein der Allgemeingültigkeit erwecken,kategorische Attitüden, die der Leser glauben kann, oder auch nicht.
Einige wenige Beispiele: "Den Sex, den du während deiner politischen Karriere hast, ist nicht zu überbieten." "Angst ist erregend." "Politiker sind entweder depressiv oder alkoholabhängig."
Und es geht immer wieder um Sex, nicht um Liebe wie der Titel implizieren könnte.
Ein französischer Präsident von 64 Jahre wird nach fünf Jahren Regierungszeit nicht wieder gewählt, Dieser Verlust der Macht beherrscht sein Leben, die entstandene Leere kann er nur mit Alkohol füllen. "Er glaubt an die kathartische Mach des Alkohols; Alkohol erhebt und errettet. Er verfremdet die Realität, verleiht ihr mehr Glanz - er macht sie erträglich."
"Lieben bedeutet, die eigene Zerstörung heraufzubeschwören." "jede Bindung führt zu Verlust." "Zu lieben, bedeutet, jemandem eine Waffe zu geben und ihm zu erlauben, auf uns zu feuern."
Diese Erkenntnisse hat Marianne, die erste Frau des Präsidenten gewonnen, nachdem er sie nach langjähriger Ehe für eine jüngere Schauspielerin verlassen hat.
Und es geht in diesem Buch neben politischer Macht, sexueller Macht noch um Gewalt gegen Frauen.
Am Ende gewinnt Lehmann, der Politiker noch folgende Einsicht:
"Jeder Politiker weiß, dass es sein Schicksal ist zu verschwinden. Manchmal, mit ein bisschen Glück, hinterlässt er eine Spur in der Geschichte. Meistens wird er vergessen."

Karin Tuil hat ein Buch mit zweifelhaften Wahrheiten geschrieben, es fehlt an Tiefe um ein wirklich gutes Buch zu sein. Trotzdem ist es spannend und unterhaltsam, aber nicht mehr.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

botanisch

Ein Ort, der bleibt
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Die Hauptpersonen des Buches sind Botaniker, Wissenschaftler mit Leib und Seele und es sind historisch verbürgte Personen.
Prof.Dr. Alfred Heilbronn, seine Frau Dr.Magda Heilbronn und ihre Kinder werden ...

Die Hauptpersonen des Buches sind Botaniker, Wissenschaftler mit Leib und Seele und es sind historisch verbürgte Personen.
Prof.Dr. Alfred Heilbronn, seine Frau Dr.Magda Heilbronn und ihre Kinder werden vom Schicksal im Jahr 1945 mit Frau Dr. Mehpareh Basarman, die im Botanischen Institut in Istanbul arbeitet, zusammengeführt.
Prof.Heilbronn ist Jude, man entzieht ihm die Lehrerlaubnis an der Münsteraner Universität und er hat großes Glück, dass er mit seiner Familie einem Ruf an das Botanische Institut nach Istanbul folgen kann.
Dort baut er einen botanischen Lehrgarten auf, der noch heute seinen Namen trägt. Bis vor kurzrer Zeit, noch während das Buch geschrieben wurde war er zur Besichtigung seiner außergewöhnlichen, fast hundertjährigen Schönheit zugänglich, jetzt leider nicht mehr.
Die Gründe dafür werden vielfältig benannt, doch die Wahrheit bleibt im Dunkeln.
Die Autorin hat ein unterhaltsames Buch geschrieben mit vielen interesanten Aspekten, die es sich lohnt weiter zu verfolgen.

In dem Forum: Jugend Gesellschaft und Kultur wurde ein ausführlicher Artikel:"Istanbuls erster Botanischer Garten" veröffentlicht, in dem alle seine Aspekte beleuchter werden. Zwei junge türkische Wissenschaftlerinnen rufen dazu auf diesen Garten nicht zu vergessen und um seinen Erhalt zu kämpfen.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Verpasste Liebe

Die Liste der Lebenden
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Von katharina.51

Der Autor schreibt einen Roman über den dänischen Dichter Hans Christian Andersen, Henriette Wulff einer weltgewandten Dame, die einen literarischen Zirkel in Kopenhagen unterhält und ...

Von katharina.51

Der Autor schreibt einen Roman über den dänischen Dichter Hans Christian Andersen, Henriette Wulff einer weltgewandten Dame, die einen literarischen Zirkel in Kopenhagen unterhält und dem Untergang der Austria vor Neufundland im Jahre 1858.
Stefan Kutzenberger schreibt, dass beide Personen einen fast lebenslangen intensiven Briefwechsel führten.
Henriette, genannt Jette war unglücklicherweise auf diesem Dampfer. Sie rettet sich durch einen beherzten Sprung in die Fluten und findet eine Holztür auf der sie im Wasser treibt. In Gedanken führt sie den Briefwechsel an Andersen weiter und legt zum ersten Mal ihre waren Gefühle zu ihm offen. Es geht um Liebe, Erotik und anderes. Genauso macht es der Dichter, nachdem ihn die Nachricht von dem Unglück erreicht hat. Er schreibt ihr über seine wahren Gefühle, obwohl er weiß, dass sich das Schicksal längst vollzogen hat, gerade deswegen hat er den Mut dazu.
Schön geschrieben, leicht zu lesen, gut zu empfinden.
Ein kleines Buch, bei dem vieles ungesagt und offen bleibt.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein harter Weg

Das Tränenhaus. Roman
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Cornelie Reimann, gebildete Tochter aus gutem Hause, landet in der schwäbischen Provinz, in einem für ihre Kreise unpassendem Haus. Es wird das Tränenhaus genannt weil es junge unverheiratete Mädchen beherbergt, ...

Cornelie Reimann, gebildete Tochter aus gutem Hause, landet in der schwäbischen Provinz, in einem für ihre Kreise unpassendem Haus. Es wird das Tränenhaus genannt weil es junge unverheiratete Mädchen beherbergt, die "in der Hoffnung" sind, also in Schande leben.
Anfangs zieht sie sich zurück, die anderen Bewohnerinnen scheinen ihr doch zu ungleich und sie will mit ihrem Schmerz lieber allein sein.

Cornelie ist eine Denkerin und Schriftstellerin, die mit ihren Arbeiten über soziale Missstände ihrer Zeit europaweit Erfolg hat. Sie befasst sich mit Themen über die Frau. Ihr letztes Werk, "Über das Seelenleben eines modernen Kulturweibes" wurde hochgelobt und als"ein Fanal in der Dunkelheit" gepriesen. Nach einer Zeit der selbstgewählten Einsamkeit und Isolation schließt sie sich doch den anderen Mädchen an und öffnet ihren Geist und auch ihr Herz für deren Schicksale. Als ihre Zeit gekommen ist erkennt sie, dass ihre Furcht, ihr Kind nicht lieben zu können völlig unbegründet war. Sie ist sich sicher, dass sie ihre Tochter selbst erziehen wird und das sie das ohne den Vater des Kindes tun will. Das Wesen der Ehe sagt sie,......".ist wohl im letzten Grund immer die Herrschaft und Tyrannei der Frauen über den Mann".

Ihr letzter Satz, ..."ein harten Schädel und einen harten Willen,...denn beides kann ein Weib gebrauchen

Ein Roman aus dem 19.Jahrhundert Gabriele Reuter schreibt in einer Sprache, die nicht mehr die unsere ist, als ob man Fraktur lesen würde, auch die Probleme von denen sie und ihre Generation umgetrieben werden, sind nicht mehr die der heutigen Frauen. Sie schreibt in einer poetischen Sprache, getragen von tiefen Emotionen, die sich in modernen Ohren befremdlich anhören könnten, sie schreibt in Sprachbildern, schwärmerisch, theatralisch, vielleicht sogar manchmal schwülstig, doch alles tief durchdacht und gefühlt.
Es ist schön gerade in dieser Sprache zu lesen!

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