Cover-Bild Die Liste der Lebenden
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Picus Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 11.03.2026
  • ISBN: 9783711721679
Stefan Kutzenberger

Die Liste der Lebenden

Roman
September 1858, mitten auf dem Atlantik. Eine nicht mehr ganz junge Frau treibt nackt auf einer Tür liegend in den sachten Wellen. Die Sonne scheint und in Gedanken ist sie in Dänemark.
Henriette Wulff, aus bester dänischer Familie, ist dreiundfünfzig, als sie sich entschließt, ihre Heimat hinter sich zu lassen und nach Amerika auszuwandern. Trotz ihres umtriebigen Soziallebens in den Salons Kopenhagens, trotz ihrer zahlreichen Bekanntschaften in Europa. Und trotz ihrer intensiven Freundschaft mit dem Dichter Hans Christian Andersen, mit dem sie über Jahrzehnte hinweg Hunderte Briefe wechselte.
Doch die Überfahrt endet in einer Katastrophe, der größten Schifffahrtskatastrophe des 19. Jahrhunderts. Inmitten der Trümmer des Dampfers »Austria« bleibt Henriette nichts übrig, als in Gedanken weiter Briefe an Andersen zu verfassen, ahnend, dass er zu Hause in seiner Schreibstube auch nicht anders kann, als ihr zu schreiben.

Stefan Kutzenberger erzählt die Geschichte einer unerkannten Liebe zwischen zwei Menschen, die erst im Angesicht des Todes begreifen, wie eng sie einander verbunden sind.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Hans Christian Andersen hautnah erleben

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Am 13. September 1858 geschah das Unglaubliche. Das eigentlich unsinkbare Schiff, mit modernster Technik ausgestattet, sank. 495 Menschen starben. Unter ihnen auch eine enge Freundin des berühmten Dänen ...

Am 13. September 1858 geschah das Unglaubliche. Das eigentlich unsinkbare Schiff, mit modernster Technik ausgestattet, sank. 495 Menschen starben. Unter ihnen auch eine enge Freundin des berühmten Dänen Hans Christian Andersen, Henriette Wulff. Sie rettete sich zunächst auf eine Türe und hoffte stundenlang auf die Erlösung. Dabei schrieb sie fiktive Briefe. Also in Gedanken. Alles, was sie Herrn Christian schon immer sagen wollte, kam ihr im Angesicht des Todes in den Sinn.

In Kopenhagen wartete der Dichter auf ein Lebenszeichen von Henriette. Obwohl er sehr verärgert war, dass sie ihn verließ und in die USA auswandern wollte. Sie fehlt ihm schon jetzt. Um seine Sorgen zu vergessen, schreibt auch er Briefe. Beide trauen sich endlich, ihre Gefühle füreinander zu offenbaren. Gleichzeitig erfährt der Leser auch noch eine Menge über das Leben von Andersen und Wulff.

Ein Buch, das nicht mit Spannung oder Erotik aufwartet. Leise Töne und versteckte Sympathiebekundungen machen es so lesenswert. Die Sprache ist ein genaues Abbild jener Zeit. Ein wunderschönes Stück Vergangenheit, das mir den Dichter noch ein Stück näher brachte. Die Recherchen des Autors waren äußerst umfangreich, denn über Frau Wulff gibt das Netz nur wenig her. Interessant fand ich seinen Verweis auf Artikel zu den beiden Briefschreibern.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Sehr lebendig geschriebener Briefroman

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"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian ...

"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen uns das Schiffsunglück der "Austria" und die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten näher bringt.
Henriette (Jette) Wulff entschliesst sich Dänemark zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Ihr brüderlicher Freund, Hans Christian Andersen, jedoch - als treuer Anhänger der Monarchie - entscheidet sich in Dänemark zu verbleiben. Erhält er doch vom König Stipendien, um seine Werke weiter veröffentlichen und schreiben zu können. Während der Überfahrt nach Amerika gerät dann aber die "Austria" in Brand und zahlreiche Reisende als auch die Besatzung kommen dabei ums Leben. Jette kann sich völlig entblösst auf eine im Meer treibende Tür retten. Hilflos, sie auf dem Ozean treibend und er auf Nachricht von ihr wartend, beginnen beide eine fiktive Korrespondenz, in dem sie ihre Gefühle, Gedanken austauschen und ihr gemeinsames Leben Revue passieren lassen.

Mit diesem Briefroman ist Stefan Kutzenberger ein sehr überzeugender und wunderbar lebendig erzählter Roman gelungen. Er stellt uns Leser/innen nicht nur ein sehr authentisches Gesellschaftsbild der damaligen Zeit vor Augen, sondern bringt uns auch sowohl bildhaft als auch stilistisch die Verbundenheit der beiden Protagonisten näher. Besonders erwähnenswert sei hier die Verkettung der "Briefe" miteinander erwähnt. Jeder neue Brief greift das Schlusswort, den letzten Gedanken des vorherigen Briefes/ Gedanken des anderen wieder auf. Das ist zum einen sehr erfrischend zu lesen als auch emotional gekonnt in Szene gesetzt.
Wir tauchen bei der Lektüre tief in die Seele der beiden ein und erleben hautnah die Seekatastrophe und auch die zerrüttende Hoffnung und das schier endlose Bangen auf Nachricht mit.
Der Briefroman greift dabei auf sehr abwechslungsreiche Art und Weise das damalige Gesellschaftsbild auf; die Unabhängigkeitskriege, die nie völlig geklärte Homosexualität von Hans Christian Andersen und vieles mehr.

"Die Liste der Lebenden" ist trotz des basierenden Schiffsunglücks eine sehr positiv erzählte Geschichte, die obgleich der historisch belegten Fakten über die Toten der Katastrophe seine Spannung durch die beiden Persönlichkeiten und deren lebendigen Austausches bezieht. Eine wunderbare Verknüpfung zwischen Fiktion und Historie in dem heute doch eher ungewöhnlichen Kleid eines Briefromans gestaltet. Ein Muss für Liebhaber von Historienromane!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Emotionale Geschichte

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Emotionale Geschichte

Im Jahr 1858 wandert die 53-jährige Dänin Henriette Wulff trotz ihres erfüllten Lebens und ihrer engen Freundschaft zu Hans Christian Andersen nach Amerika aus. Die Überfahrt endet ...

Emotionale Geschichte

Im Jahr 1858 wandert die 53-jährige Dänin Henriette Wulff trotz ihres erfüllten Lebens und ihrer engen Freundschaft zu Hans Christian Andersen nach Amerika aus. Die Überfahrt endet jedoch in einer schweren Schiffskatastrophe des Dampfers »Austria«. Während sie auf den Trümmern im Atlantik treibt, hält sie sich gedanklich an ihren Briefwechsel mit Andersen fest, als letzte Verbindung zu ihrem früheren Leben.

Ich fand die Ausgangslage der Geschichte sehr spannend. An den Schreibstil bzw. eher an die Art und Weise musste ich mich etwas gewöhnen, doch dann hat sich eine ganz tolle und emotionale Geschichte aufgebaut.

Es ist geprägt von leisen und auch lauten Zwischentönen, von historischen Ereignissen und von einer Ungewissheit rund um Jette.

Ich glaube, ich muss das Buch zu einem späteren Zeitpunkt erneut lesen. Denn ich denke, dann entfaltet sich die Geschichte erst richtig.

ISBN: 978-3711721679
Autorin: Stefan Kutzenberger
Verlag: Picus
ET: 18.03.26

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Dramatisch, emotional und gefühlvoll

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Von Stefan Kutzenberger habe ich bisher noch nichts gelesen. Sein flüssiger Schreibstil gefällt mir sehr gut. Es ist eine ungewöhnliche fesselnde Geschichte, hervorragend erzählt. Das Cover mit der Rauchsäule ...

Von Stefan Kutzenberger habe ich bisher noch nichts gelesen. Sein flüssiger Schreibstil gefällt mir sehr gut. Es ist eine ungewöhnliche fesselnde Geschichte, hervorragend erzählt. Das Cover mit der Rauchsäule der untergehenden "Austria" passt perfekt.

Henriette Wulff ist 53 Jahre und mit dem Dichter Hans Christian Andersen befreundet. Sie hat sich entschlossen, Dänemark den Rücken zu kehren und mit dem Dampfschiff "Austria" nach Amerika auszuwandern. Bei der Desinfektion durch Ausräuchern mit Teer eines Zwischendecks passiert das Unglück und Feuer bricht aus. Jette springt mutig und nackt in den Atlantik und findet Rettung auf einer Holztür. Jette fängt an, sich imaginären Briefwechsel mit Hans Christian auszudenken, ein offener Dialog über ihre Gefühle und Gedanken.

Die Geschichte über den Ausbruch und Untergang der "Austria" am 13. September 1858 mit über 540 Menschen an Bord ist dramatisch und berührend. Es war die größte Schiffskatastrophe im 19. Jahrhundert. Nur 89 Menschen konnten gerettet werden.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Leise Worte mit großer Wirkung

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Der schlichte, beinahe etwas skizzenhafte Cover verbirgt, welch starke Geschichte sich hinter diesem verbirgt.

Nach dem größten Schiffsunglück des 19. Jahrhunderts, dem Brand und anschließendem Untergang ...

Der schlichte, beinahe etwas skizzenhafte Cover verbirgt, welch starke Geschichte sich hinter diesem verbirgt.

Nach dem größten Schiffsunglück des 19. Jahrhunderts, dem Brand und anschließendem Untergang der "Austria" treibt Henriette Wulff allein auf einer Holztür auf den erbarmungslosen Wogen des Meeres. In Gedanken ist sie dabei aber Meilenweit weg, bei ihrem Freund, Hans Christian Andersen, bekannt für seine wunderschönen, aber unendlich traurigen Märchen.

Dieselbe Melancholie fängt auch der Autor Stefan Kutzenberger ein. Sie ist das Grundgerüst, auf dem diese Geschichte steht, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht.

Als Briefdialog verfasst berichten Henriette und Andersen abwechselnd von ihren Gedanken und Gefühlen: zu dem Unglück, zu den politischen Turbulenzen der Zeit, die Hoffnung, welche Amerika damals für die Menschen noch verkörperte, bis hin zu ihren Emotionen und Wünschen.

Meilenweit getrennt treffen sich ihre Gedanken und weben eine fiktive Geschichte mitten hinein in die wahren Begebenheiten der Zeit. Denn all dies, das Schiffsunglück, die Protagonisten, den freundschaftlichen Briefwechsel davor. Das alles gab es wirklich. Nur dieser letzte Gedankenaustausch, in seiner mutigen Verletzlichkeit, den gab es nicht.

"Die Liste der Lebenden" gab es, gibt es immer noch, doch wie Anderson es richtig erkannte, braucht es Mut, diese zu lesen. Denn mit der Gewissheit stirbt auch die Hoffnung.

Es ist ein unglaublich berührendes Buch und ein Muss für all jene, die historische Begebenheiten in Romanform gegossen lieben. Doch trotz seiner wenig anmutenden Seiten dauert es, dieses Buch zu lesen. Denn die Geschichte fordert die Zeit ein, die sie braucht, um anzukommen und verstanden zu werden.

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