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Veröffentlicht am 26.01.2020

Die Vergangenheit läßt keine Ruhe

Ostseeangst
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Pia Korritki ermittelt in ihrem vierzehnten Fall rund um den Hemmelsdorfer See.
Eine Gruppe Jugendlicher entdeckt auf Ihrer Kajaktour in einem Lagerfeuer eine abgetrennte Hand. Wenig später wird eine junger ...

Pia Korritki ermittelt in ihrem vierzehnten Fall rund um den Hemmelsdorfer See.
Eine Gruppe Jugendlicher entdeckt auf Ihrer Kajaktour in einem Lagerfeuer eine abgetrennte Hand. Wenig später wird eine junger Anhalter und die Begleiterin der Jugendgruppe vermisst und weitere Leichenteile tauchen auf, die nicht zur gefundenen Hand passen.

Rund um den See führen die Ermittlungen der Polizei erst ganz allmählich in die richtigen Bahnen und in die Vergangenheit einer ehemaligen Jugendamtbeamtin.

Eva Almstädt läßt ihre Protagonisten erneut in sehr bildhafter und detailierter Sprache ermitteln.
Früh baut sich ein Spannungsbogen auf, der in diesem Fall jedoch zwischendurch ein wenig abfällt, da man sich in den vielen Charakteren und deren schwierigen Verbindungen verrennt.
Zum Ende nimmt der Kriminalroman jedoch noch einmal richtig Fahrt und den anfänglichen Spannungsbogen wieder gekonnt auf und gipflet in einem spannenden und nachdenklich machenden Ende.

Fazit:
Ein Krimi, der auf jeden Fall wieder zu lesen lohnt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2020

Ein Attentat aus dem Jahr 1914 erwacht zum Leben

Der Attentäter
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In dem historischenThriller von Ulf Schiewe werden die letzten 7 Tage vor dem Attentat von Gavrilo Princip an Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seiner Frau Herzogin Sophie aus drei verschiedenen ...

In dem historischenThriller von Ulf Schiewe werden die letzten 7 Tage vor dem Attentat von Gavrilo Princip an Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seiner Frau Herzogin Sophie aus drei verschiedenen Blickwinkeln beschrieben.
Der Leser begleitet dabei die Männer um Gavrilo Princip von deren Vorbereitung bis zum Tag des Anschlages,
Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau von ihrem Abschied aus Wien bis zur Ankunft in Sarajevo und der verhängnisvollen Fahrt im offenen Wagen durch die bosnische Stadt und Major Rudolf Markovic auf der Suche nach den Attentätern.

Wird Markovic das Attentat verhindern können, oder nimmt die Geschichte ihren aus dem Schulunterricht noch bekannten Verlauf?

Ulf Schiewe entführt den Leser in sehr flüssiger, bildhafter und anschaulicher Schreibweise in die Zeit kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges.
Die spannende Handlung, die dem geschichtskundigen Leser, zumindest was das tragische Ende anbelangt, bekannt ist, bekommt durch fiktive, vom Autor gekonnt eingeworfene Ergänzungen eine völlig neue Dimension. Hier seien die Bemühungen des Majors Markovic besonders erwähnt und hervorgehoben.
Zudem erfährt der Leser interessante Informationen über das Leben des Adels und der einfachen Bevölkerung zu dieser Zeit.
Die geschickten Perspektivwechsel der unterschied-lichen Charaktere ermöglichen es dem Leser sich in die mannigfaltigen Gefühlsregungen der einzelnen Protagonisten nahezu 1 : 1 hineinzuversetzen.
Sehr authentisch wirken die Zeitungsanzeigen zu Beginn eines jeweiligen historischen Tages.

Mein Fazit:
Sehr gute Recherchen und ein sehr einfühlsames Gespür für die reellen als auch fiktiven Personen durch Ulf Schiewe haben einen hervorragend gelungenen historischen Thriller entstehen lassen, der ein von Anfang bis Ende fesselt und nicht mehr loslässt.
Viele Leser werden sich bei der Lektüre des Thrillers dabei ertappen, daß sie Dank der sehr geschickten Kombination aus belegter Historie und kreativer Fiktion, selten so spannend und unterhaltsam Geschichte erleben durften.
Ein Top-Thriller, der sich seine 5 Sterne absolut verdient hat.

  • Spannung
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Thema
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2019

Wer will schon von einem Mörder getröstet werden?

Die perfekte Strafe
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"Die perfekte Strafe" ist der dritte Thriller von Helen Fields, in dem Ava Turner und Luc Callanach einem Serienmörder auf der Spur sind, der seine Opfer mit unterschiedlichen Drogen tötet und sich am ...

"Die perfekte Strafe" ist der dritte Thriller von Helen Fields, in dem Ava Turner und Luc Callanach einem Serienmörder auf der Spur sind, der seine Opfer mit unterschiedlichen Drogen tötet und sich am Schmerz der wichtigsten Bezugspersonen der Toten danach weidet und ihre Trauer genießt.

Helen Fields Schreibstil ist sowohl in Bezug auf die Darstellung der Morde und deren Vorbereitung als auch der Charaktere sehr bildhaft und detailiert und sehr flüssig.
Zum Finale hin gewinnen Handlung und Spannung noch einmal so richtig an Intensität und hinterlassen den Leser mit einer gewissen Fassungslosigkeit.
Die Figur des Mörders ist sehr feinfühlig und intensiv gezeichnet und hinterläßt beim Leser einen zwiespältigen Beigeschmack.
Einesteils verurteilt man die Morde und die Hinterhältigkeit gegenüber den Angehörigen aufs Schärfste. Andererseits leidet man mit dieser zerstörten Seele geradezu mit.

Mein Fazit:
Der Thriller beginnt sehr spannend und aufregend, verliert sich dann jedoch für meinen Geschmack in zu vielen und etwas langatmigen Nebenschauplätzen und Beschreibungen der privaten Problemen und Zweifel der Hauptprotagonisten.
Das Finale entschädigt dann noch einmal durch ein rasantes Tempo, hohe Spannung und einen gekonnten Showdown.
Hervorzuheben sind für mich die Darstellung des Mörders und die Entwicklung, die DS Lively erfahren darf.
Insgesamt ein lesenswerter Thriller, der es nicht ganz schafft, an das Format des Vorgängers anzuknüpfen.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 11.10.2019

Verzweifelte Suche im sinnlosen Dolomitenkrieg

Die Rote Wand
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"Die Rote Wand" ist David Pfeifers dritter Roman.

Der Roman ist eine autobiographische Geschichte über die 15jährige Victoria Savs, die während der erbitterten Kämpfe in den Südtiroler Dolomiten zwischen ...

"Die Rote Wand" ist David Pfeifers dritter Roman.

Der Roman ist eine autobiographische Geschichte über die 15jährige Victoria Savs, die während der erbitterten Kämpfe in den Südtiroler Dolomiten zwischen Österreich-Ungarn und Italien nahe der Stadt Sexten sich zu den Gebirgsjägern rekrutieren lässt.
Sie verkleidet sich dazu als Junge, nennt sich Richard und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, der ebenfalls in den Kämpfen um den Grenzbereich über fast 3000 m Höhe als Soldat beteiligt ist.
Historische Einschübe über den Herog von Avarna oder den Tod von Kaiser Franz Joseph erläutern dem Leser das Kriegsgeschehen und seine Entwicklung.

Ein wunderbares Lokalkolorit, welches zwischenzeitlich fast ein wenig vom Krieg abzulenken scheint, lässt das Herz eines jeden Dolomiten-Wanderfreundes höher schlagen.

Schmerzlich beschriebene Verluste von gewonnenen Freunden und eigene Verletzungen, Kälte und Hunger holen den Leser dann jedoch wieder schnell in die brutale Realität zurück.

David Pfeifers Roman "Die Rote Wand" ist nicht nur ein sehr detailiert und spannend beschriebener tatsächlich stattgefundener Überlebenskampf eines gerade mal 15jährigen Mädchens, sondern auch eine unbedingte Anklage an die Sinnlosigkeit des Krieges, insbesondere des Dolomitenkrieges während des ersten Weltkrieges.
Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 07.10.2019

Ein Komponist und ein Dirigent fordern durch Musik eine Stadt auf, gegen Nazi-Deutschland durchzuhalten

Der Dirigent
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Sarah Quigleys erster Roman in deutscher Sprache ist eine autobiographische Fiktion über zwei - für die Jahre 1941 und 1942 - bedeutende russische Männer.
Der eine ist der bekannte und berühmte Komponist ...

Sarah Quigleys erster Roman in deutscher Sprache ist eine autobiographische Fiktion über zwei - für die Jahre 1941 und 1942 - bedeutende russische Männer.
Der eine ist der bekannte und berühmte Komponist Dimitri Schostakovitsch.
Der andere, der inzwischen fast vergessene Dirigent des Leningrader Rundfunkorchesters, Karl Eliasberg.
Beide Männer verbindet neben der Liebe zu Leningrad natürlich die Musik.
Die 7. Symphonie von Dimitri Schostakovitsch wird das bedeutende bis heute bewegende musikalische Durchhaltesymbol der Bevölkerung von Leningrad.

Sarah Quigley gelingt es in sehr bildhafter Sprache, zum einen das Grauen des Belagerungskrieges der Nazis als auch zum anderen die Willenskraft der beiden Männer und der Mitglieder des Rundfunkorchesters und ihrer privaten Probleme, Ängste und Qualen gekonnt widerzuspiegeln.

Der Überlebenswille der Leningrader Bevölkerung bekommt ein musikalisches Gesicht:
Die 7. Symphonie von Dimitri Schostakovitsch

Eine sehr lesenswerte Darstellung der Belagerungssituation von Leningrad 1941/42.