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Veröffentlicht am 04.05.2026

Wenn mutige Frauen den Widerstand erheben

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt
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Der Untertitel "Der Auftakt" des historischen Romans "Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer" von Charlotte von Feyerabend ist Programm. Mit diesem Roman gelingt der Autorin ein mehr als gelungener Auftakt ...

Der Untertitel "Der Auftakt" des historischen Romans "Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer" von Charlotte von Feyerabend ist Programm. Mit diesem Roman gelingt der Autorin ein mehr als gelungener Auftakt in eine neue Buchreihe über eine mutige und selbstbewusste Gruppe von intelligenten Frauen, die in einer von Männern dominierten Zeit aufbegehren, um ihre eigenen Ziele, Träume, Wünsche und Rechte durchzusetzen.

Unter diesen Frauen befinden sich unter anderem die zu dieser Zeit noch sehr junge heute bekannte Dichterin Annette von-Droste-Hülshoff, ihre Schwester Jenny und Bettina von Arnim geb. Brentano. Zusammen mit anderen Frauen müssen sie sich wo immer es möglich ist heimlich treffen um sich auszutauschen, Pläne zu schmieden und ihre Flugblätter (Streitschrift) zu entwerfen und drucken zu lassen. Doch, werden die Männer tatenlos zusehen? Werden sie diesen Widerstand zulassen? Oder sind die Frauen sogar in Gefahr?

Charlotte von Feyerabend lässt uns Leser/innen mitreisen zu den verschiedenen Gutshäusern, Höfen und Burgen und stellt uns ihre Protagonist/innen so wunderbar lebhaft, realistisch und hautnah dar, das wir stets das Gefühl haben, Teil der Unterhaltungen und Reisen zu sein.

Die 12 Episoden dieses Romans geleiten uns über zwei Jahre (1810 bis 1812) in eine sehr spannende Zeit, in der neben den immer selbstbewussteren Frauen mit ihren wichtigen Beiträgen, sei es in Schrift und Bild oder auch den Naturwissenschaften, auch die Technik immer größere Entwicklungssprünge vollzieht. Erwähnt sei hier nur die Erfindung der Dampfmaschine. Weiterhin ist es die Zeit, in der die Gebrüder Grimm ihre Märchensammlungen veröffentlichen und zu hohem Bekanntheitsgrad und Berühmtheit gelangen.

Die einzelnen Abschnitte, Episoden sind in einem sehr gut lesbaren Schreibstil verfasst und haben eine sehr angenehme Länge. Um die Vielzahl der Personen gleich von Beginn an besser kennenzulernen und den Überblick nicht zu verlieren hat die Autorin ein Personenregister dem Roman vorangestellt.

Ein wunderschön gestaltetes Cover, auf dem vier elegant gekleidete überzeugt blickende Frauen dargestellt sind, eine sehr gut illustrierte Buchdeckelinnenseite, Auszüge aus Märchen und Fabeln, die den Episoden vorangehen, sehr lehrreiche Erläuterungen zu den Episoden und die unter Leser/innen von von-Feyerabend-Romanen bereits bekannten Rezepten runden dieses herrliche Lesevergnügen hervorragend ab.

Allen Leser/innen, die historische Romane mit bekannten Personen in einem spannenden Kontext lieben und auch als Mann sich nicht scheuen, die Welt mal aus Sicht der Frauen zu betrachten, kann ich diesen "Auftakt" nur wärmstens und uneingeschränkt empfehlen. Eine absolut gelungene Komposition aus tatsächlicher Historie und künstlerischer Fiktion.

Ich freue mich bereits heute auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es der "Liga" weiter ergehen wird und was sie noch erreichen.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Eine Jagd im eher gemächlichen Tempo

1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd
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David Petry lässt uns Leser/innen in seinem historischen Roman "1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd" tief in diese Zeit um 1736 eintauchen. Dieses gelingt ihm auch ganz hervorragend. Durchgehend hat man ...

David Petry lässt uns Leser/innen in seinem historischen Roman "1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd" tief in diese Zeit um 1736 eintauchen. Dieses gelingt ihm auch ganz hervorragend. Durchgehend hat man beim Lesen das Gefühl in den damals sehr altertümlichen Städten und Dörfern durch deren Gassen und/ oder holprigen Wegen zu laufen. Wir riechen förmlich den Gestank von Exkrementen, Schweiß und Angst in den Gefängnissen und haben ein klares Bild vor Augen.

Bereits auf den ersten Seiten erzeugt David Petry eine spannende Einführung in das turbulente Leben des Einbrecherpaares Agnes und Andreas Roß, deren letzter Einbruch jedoch scheitert und sie somit in die Fänge der Jäger gelangen. Sie finden sich im Gefängnis wieder, aus dem sie zunächst noch einmal entkommen können. Doch können sie ihren Jägern entkommen?

Alles spricht für eine sehr spannende Hetzjagd durch das damalige Süddeutschland. Leider opfert der Autor aber die Spannung der sehr detaillierten Darstellung des historischen Ambientes. Auch den Protagonisten - egal ob es das Diebespaar ist oder deren Gegner, Geheimrat Dr. Pistorius und sein Gefolge - kommen wir zu keiner Zeit wirklich näher. Es entsteht keinerlei Bindung.

Somit konnten leider bei mir weder das sehr gut gestaltete Cover noch der spannungsverheißende Klappentext die Erwartungen erfüllen.

Allen Leser/innen, die eine interessante und gut recherchierte Chronik lesen wollen, werden mit diesem Buch sehr gut bedient. Leser/innen, die jedoch einen spannenden, temporeichen historischen Roman erwarten, kommen hier nicht so auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Wenn die Vergangenheit Dich nicht loslassen will

Ostseehölle
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Zum inzwischen 21. Fall muß die Kommissarin Pia Korittki erneut ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um in einem Mordfall zu ermitteln.

In der Marienkirche in Lübeck wird in einem der Türme ...

Zum inzwischen 21. Fall muß die Kommissarin Pia Korittki erneut ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um in einem Mordfall zu ermitteln.

In der Marienkirche in Lübeck wird in einem der Türme eine Frauenleiche gefunden. Wie sich durch die Obduktion herausstellt wurde sie unmittelbar nach einer Führung in der Kirche ermordet. Erste Befragungen der anderen Teilnehmer dieser Führung und auch der Mitglieder des Chores, in dem die tote Sybille Freigang erst wenige Male mitgesungen hatte, bringen das Team um Pia nicht viel weiter.
Warum musste Sybille sterben? Da sie sehr zurückgezogen lebte, handelt es sich wohl möglich um eine Beziehungstat?

Der Autorin Eva Almstädt gelingt es bereits in dem gerade 3 Seiten langen Prolog eine starke Spannung aufzubauen, die sich durch den kompletten Kriminalroman hindurchzieht. Es werden zahlreiche Fäden während der Ermittlungen gesponnen, Verdachtsmomente geschildert und Beziehungen zwischen den Personen beschrieben, das wir Leser/innen bis zum Ende der Ermittlungen gespannt und aufregend mit ermitteln können.
Erfreulicherweise wird in diesem 21. Fall von Pia das Hauptaugenmerk auf die Fahndung nach der/ dem Mörder/in gelegt und das Privatleben von Pia und ihren Mitarbeiter/innen rückt in den Hintergrund. Obgleich genau die Schilderungen der privaten Probleme und Sorgen auch den einzigartigen Charme dieser Krimireihe ausmacht. Die Protagonisten wirken dadurch extrem authentischer und greifbarer und stellen beinahe einen reellen Bezug zum tatsächlichen Polizeidienst her.

Die Covergestaltung ist auch wieder sehr gut gelungen. Unter dem im strahlenden Weiß gehaltenen Titel "Ostseehölle" ist hinter einem Flusslauf die Silhouette zweier Kirchtürme unter einem bedrohlich verdunkelnden Wolkenhimmel zu sehen. Der Titel macht direkt neugierig und stellt auch einen nahen Bezug zum Inhalt dar.

Der Schreibstil von Eva Almstädt ist prägnant, sehr flüssig zu lesen und für Krimiliebhaber/innen mit der genau passenden verdeckt und irreführenden Wortwahl bestückt. Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge gehalten, so das zum einen der Zusammenhang nicht verloren geht und das Buch auch für Intervallleser/innen kein Problem darstellt.

Der 21. Fall gehört für mich zu einem der besten der Reihe.

Für Pia Korittki-Fans ein Muß! Für alle Krimiliebhaber/innen eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Sehr lebendig geschriebener Briefroman

Die Liste der Lebenden
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"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian ...

"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen uns das Schiffsunglück der "Austria" und die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten näher bringt.
Henriette (Jette) Wulff entschliesst sich Dänemark zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Ihr brüderlicher Freund, Hans Christian Andersen, jedoch - als treuer Anhänger der Monarchie - entscheidet sich in Dänemark zu verbleiben. Erhält er doch vom König Stipendien, um seine Werke weiter veröffentlichen und schreiben zu können. Während der Überfahrt nach Amerika gerät dann aber die "Austria" in Brand und zahlreiche Reisende als auch die Besatzung kommen dabei ums Leben. Jette kann sich völlig entblösst auf eine im Meer treibende Tür retten. Hilflos, sie auf dem Ozean treibend und er auf Nachricht von ihr wartend, beginnen beide eine fiktive Korrespondenz, in dem sie ihre Gefühle, Gedanken austauschen und ihr gemeinsames Leben Revue passieren lassen.

Mit diesem Briefroman ist Stefan Kutzenberger ein sehr überzeugender und wunderbar lebendig erzählter Roman gelungen. Er stellt uns Leser/innen nicht nur ein sehr authentisches Gesellschaftsbild der damaligen Zeit vor Augen, sondern bringt uns auch sowohl bildhaft als auch stilistisch die Verbundenheit der beiden Protagonisten näher. Besonders erwähnenswert sei hier die Verkettung der "Briefe" miteinander erwähnt. Jeder neue Brief greift das Schlusswort, den letzten Gedanken des vorherigen Briefes/ Gedanken des anderen wieder auf. Das ist zum einen sehr erfrischend zu lesen als auch emotional gekonnt in Szene gesetzt.
Wir tauchen bei der Lektüre tief in die Seele der beiden ein und erleben hautnah die Seekatastrophe und auch die zerrüttende Hoffnung und das schier endlose Bangen auf Nachricht mit.
Der Briefroman greift dabei auf sehr abwechslungsreiche Art und Weise das damalige Gesellschaftsbild auf; die Unabhängigkeitskriege, die nie völlig geklärte Homosexualität von Hans Christian Andersen und vieles mehr.

"Die Liste der Lebenden" ist trotz des basierenden Schiffsunglücks eine sehr positiv erzählte Geschichte, die obgleich der historisch belegten Fakten über die Toten der Katastrophe seine Spannung durch die beiden Persönlichkeiten und deren lebendigen Austausches bezieht. Eine wunderbare Verknüpfung zwischen Fiktion und Historie in dem heute doch eher ungewöhnlichen Kleid eines Briefromans gestaltet. Ein Muss für Liebhaber von Historienromane!

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Woyzeck einmal anders, verständlich, aber wenn möglich mit dem Original als Kontext

Woyzeck verstanden! Lektürehilfe frei nach Georg Büchner
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Die Autorin Latona hat mit "Woyzeck verstanden!" eine sehr gute literarische Unterstützung zum Verständnis eines komplexen und schwierigen Dramas - im Original von Georg Büchner verfasst - geschrieben.

In ...

Die Autorin Latona hat mit "Woyzeck verstanden!" eine sehr gute literarische Unterstützung zum Verständnis eines komplexen und schwierigen Dramas - im Original von Georg Büchner verfasst - geschrieben.

In dem Drama wird das Seelenchaos von Woyzeck beschrieben. Hervorgerufen durch seine Armut, die Herabwürdigung der Mitmenschen und seiner Eifersucht Marie gegenüber. Eigentlich möchte er Marie unbedingt heiraten. Er hat jedoch zu wenig Geld, um eine Familie ernähren zu können. Als er dann von Maries Seitensprung mit dem Tambourmajor erfährt, nimmt das Drama seinen Lauf.

Viele Schüler/innen wären mit Sicherheit dankbar gewesen, hätten sie bei der Lektüre des Originals von Georg Büchner diese Lektürehilfe schon als Unterstützung gehabt. Die Autorin versteht es in leichter Sprache uns die Geschichte näher zu bringen und in einer verständlichen Sprache zu präsentieren.

Jedoch empfehle ich allen Leser/innen diese tatsächlich nur als Lektürehilfe zu verwenden, damit die Intention, die Originalsprache und die Dramaturgie des Originals nicht verloren geht.

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