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Veröffentlicht am 08.07.2020

Kann die Liebe zweier Menschen den Krieg überdauern?

Eine Liebe zwischen den Fronten
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"Eine Liebe zwischen den Fronten" ist ein Historienroman von Maria W. Peter zur Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71.
Eine junge Französin, Madeleine Tellier, und ein preußischer Arzt, Paul von ...

"Eine Liebe zwischen den Fronten" ist ein Historienroman von Maria W. Peter zur Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71.
Eine junge Französin, Madeleine Tellier, und ein preußischer Arzt, Paul von Gerlau wollen sich gerade am 15. Juli 1870 in Berlin verloben, als Paul vor Vollendung der Zeremonie in den Krieg gegen Frankreich berufen wird.
Madeleine muß nun zusammen mit ihrem Vater versuchen auf dem schnellsten Weg zurück über die Grenze nach Hause in die Stadt Metz zu fliehen. Ein sehr gefährliches und abenteuerliches Unterfangen.
Sowohl Madeleine als auch Paul wissen nicht, ob sie sich je wiedersehen werden und ob ihre Liebe dem gegenseitigen Hass ihrer Landsleute gegenüber dem zukünftigen Partner standhalten wird. Beide müssen ihren Weg vorerst alleine gehen und lernen während dieser Trennung die unterschiedlichsten Menschen kennen, die sie oft in ihrem Verhalten überraschen - positiv wie negativ.
Neben diesen beiden Hauptprotagonisten wird der Roman noch von Madeleines Bruder, Clément, und dem algerischen Geschwisterpaar Djamila und Karim getragen. Djamila ist Dienstmädchen im Hause Tellier und ihr Bruder kämpft auf der Seite der Franzosen gegen die Preußen.
Obwohl diese Charaktere doch sehr unterschiedlich sind, so werden sie im Laufe des Krieges doch immer mal wieder zusammentreffen. Aber finden auch Madeleine und Paul wieder zueinander?

In der im Roman allgegenwärtig bedrückenden und beängstigenden Athmosphäre des deutsch-französischen Krieges durchlaufen die fünf namentlich genannten Charaktere die unterschiedlichsten Entwicklungen. Dadurch wird der Leser nicht nur mit dem Grauen des Krieges konfrontiert, sondern erlebt auch sehr viele und schöne menschliche Momente, die er so nicht zwingend erwartet hätte.
Maria W. Peter gelingt es durch eine herausragende Recherche, sehr viel Fingerspitzengefühl und einem wunderbaren lebendigen und sehr authentischen Schreibstil, die Geschichte stets dem Leser bildhaft, dabei aber nie zu übertrieben blutig oder zu seicht vor Augen zu führen. Man fühlt während der Lektüre regelreecht den Rauch in den Lungen brennen, hört die Schreie der Verwundeten und ist dann doch auch wieder sehr gerührt, den Tränen nahe oder einfach erleichtert.

Mein Fazit:
Von Beginn an habe ich als Liebhaber von historischen Romanen mit Madeleine und Paul mitgefiebert, mit ihnen gelitten und einfach nur gehofft, das ihre Liebe den Krieg überstehen wird. Auch die Nebendarsteller wie Djamila und Karim sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen.
Als Leser fühlt man, dass dieser Roman eine Herzensangelegenheit der Autorin gewesen sein muss.
Erneut sind an dieser Stelle die sehr aufwendige und bis ins Detail ausgeführte Recherche zu loben und hervorzuheben.
Die einzelnen Kapitel sind angenehm kurz gehalten, der Schreibstil bei aller detailierten Beschreibungen sehr flüssig und lebendig, so dass der Roman auch trotz seiner 594 Seiten stets fesselt und fließend zu lesen ist.
Ein ausgezeichneter Epilog, ein wunderbar erläuterndes Nachwort, ein präzises Glossar und ein übersichtliches Personenregister runden das Lesevergnügen perfekt ab.

In der Sparte der Historienromane habe ich meine Lieblingsautorin in Maria W. Peter gefunden.
"Eine Liebe zwischen den Fronten" ist für mich das Lese-Highlight dieses Jahres und für jeden, der historische Romane liebt ein unbedingtes Muss!

5 Sterne, die mehr als verdient sind!

  • Cover
  • Geschichte
  • Thema
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 09.05.2020

Frankfurts Krähe ermittelt zum vierten Mal

Blutige Gnade
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"Blutige Gnade" ist der mittlerweile vierte Band in der Thriller-Reihe um die Frankfurter Kommissarin Mara Billinsky.
In einem Rohbau eines neuen Wohnblocks wird ein Journalist, der an einer "big story" ...

"Blutige Gnade" ist der mittlerweile vierte Band in der Thriller-Reihe um die Frankfurter Kommissarin Mara Billinsky.
In einem Rohbau eines neuen Wohnblocks wird ein Journalist, der an einer "big story" dran war, auf brutalste Weise zu Tode gefoltert. Unmittelbar darauf wird eine Frau in ihrer Wohnung erwürgt.
Die Frankfurter Kripo, in Persona die "Krähe" Mara Billinsky und ihr "Spatz" Jan Rosen beginnen mit ihren Ermittlungen und durchstreifen dabei wieder die unterschiedlichsten Örtlichkeiten - vom Rotlicht- und Bahnhofsviertel bis über Frankfurts Industrie- und Villengebiet.
Hängen die Morde zusammen?

Leo Born versteht es erneut einen bereist rasanten Start durch die 444 Seiten des Buches hinweg nie an Tempo verlieren zu lassen, sondern im Gegenteil, die Geschwindigkeit nochmals bis zum Finale anzuziehen.
Die zwischenzeitlich eingestreuten privaten Episoden von Mara stören dabei keineswegs, sondern treiben die Spannung des Lesers noch weiter voran.
Sehr schön ist die Entwicklung von Maras Kollegen, dem "Spatz" Jan Rosen, zu verfolgen, der sich in diesem Band beinahe zum Falken mausert.

Für mich ist dieser Band der Top-Titel der Thrillerreihe.
Ein Thriller, der bei aller Brutalität und Skrupellosigkeit nie zu detailiert die Geschehen zeichnet, sondern dem Leser ausreichend Nervenkitzel durch die eigene Fantasie und Vorstellungskraft bietet.
Meine Erwartungen auf Band 5 steigern sich täglich ins Unermessliche!
Der Thriller kommt um 5 Sterne nicht herum.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2020

Kommissarin Korittki (ver-)zweifelt am Unfalltod ihrer Schulkameradin

Ostseegruft
1

"Ostseegruft" ist der fünfzehnte Fall der Ermittlerin Pia Korittki.
Auf der Beerdigung ihrer damaligen Schulfreundin Kirsten Welling, geborene Thomsen, bekommt Pia Zweifel an deren Unfalltod, nachdem ein ...

"Ostseegruft" ist der fünfzehnte Fall der Ermittlerin Pia Korittki.
Auf der Beerdigung ihrer damaligen Schulfreundin Kirsten Welling, geborene Thomsen, bekommt Pia Zweifel an deren Unfalltod, nachdem ein ihr unbekannter Mann am Grab von Kirsten seine Bedenken gegenüber einem Unfall lauthals kundtut.
Pias Chef gibt ihr zwei Tage Zeit, um aus den gefühlsbetonten Zweifeln handfeste Fakten und damit einen Fall zu machen.
Hängt der Tod von Kirstens Vater vor fünfzehn Jahren mit ihrem eigenen Tod zusammen?
Auch Pias Privatleben kommt nicht zu kurz, da unter anderem ihre ehemalige kurze Affäre Marten Unruh wieder auftaucht.

Eva Almstädt gelingt es wieder einmal mit ihrem flüssigen und an den passenden Stellen humorvollen Schreibstil mich von Beginn an einzufangen und bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Die Darstellung der einzelnen Charaktere ist so detailiert und feinfühlig, dass der Leser die Personen sogleich vor sich zu sehen meint.
Die Geschichte des Krimis baut sich sorgfältig auf, verwirrt uns immer wieder aufs Neue, um dann rasant und spannungsgeladen die Lösung zu präsentieren.

Mein Fazit:
Eva Almstädt ist mit "Ostseegruft" eine sehr gelungene Fortsetzung ihrer Krimireihe gelungen. Das düster und bedrohlich wirkende Cover passt sich konsequent den Vorgängern an und schafft sofort erste freudige Erwartungen auf einen neuen spannenden Fall!
Pia Korittki gehört für mich zu einer der sympathischsten und menschlichsten Kommissarinnen der deutschen Krimiliteratur!

Erneut bin ich komplett begeistert von dem neuen Krimi und warte bereits gespannt auf den sechzehnten Fall von Pia Korittki. Bedingungslose 5 Sterne!

  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 07.04.2020

Wenn Blut mal nicht dicker als Wasser ist!

Schweigende See
2

"Schweigende See" ist der siebte Krimi des Ermittlerteams um John Benthien und Lilly Velasco von Nina Ohlandt.

In der Dünenlandschaft der Insel Sylt wird eine brennende Leiche entdeckt, die durch das ...

"Schweigende See" ist der siebte Krimi des Ermittlerteams um John Benthien und Lilly Velasco von Nina Ohlandt.

In der Dünenlandschaft der Insel Sylt wird eine brennende Leiche entdeckt, die durch das Feuer nahezu unkenntlich zurückgelassen wurde.
Auf der Suche nach der Identität des Opfers und dessen Brandstifter oder vielleicht sogar Mörder müssen die Kommissare weit bis in die 60er Jahre der DDR und zwischen Wuppertal und Sylt ermitteln. Dabei folgt für sie Rätsel auf Rätsel und eine Lösung scheint lange Zeit nicht in Sicht.

Der Krimi von Nina Ohlandt wartet wieder einmal zwischen den spannenden Darstellungen der Ermittlungsarbeit auch mit gekonnt und stellenweise humoristischen Einblicken in das Privatleben der einzelnen Protagonisten und dem wunderbaren Lokalkolorit der Nordseeinsel auf.
Dem Leser entstehen von Kapitel zu Kapitel immer wieder neue von der Autorin bewußt eingeworfene, verwirrende Bilder, die ähnlich einem Puzzleteil Stück für Stück zu einem Ganzen zusammengesetzt werden müssen.
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Mein Fazit:
"Schweigende See" ist eine sehr gelungene Fortsetzung der Krimireihe um John Benthien, Lilly Velasco und Tommy Fitzen.
Bereits der Prolog mit seinem wunderschönen pittoresken eigenen Titel fordert gleich zum Weiterlesen auf. Nach einem detaillierten Aufbau der Geschichte und ihrer einzelnen Akteure läßt Nina Ohlandt einen Spannungsbogen bis zum entwirrenden Finale durch ihr Buch hindurchziehen.
Diese Spannung verstärkt sie noch durch historische Tagebucheinträge einer Teenagerin in den 60er Jahren der DDR.
Ein Personenverzeichnis zu Beginn (Kriminalisten) und am Ende des Krimis (andere Personen) verschaffen dem Leser einen leichteren und schnelleren Überblick.

Nina Ohlandts sehr bildhafter und spannender Schreibstil konnten mich erneut überzeugen.
Ich vergebe daher 5 verdiente Sterne mit anknüpfender Leseempfehlung und freue mich auf die achte Ermittlung!

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Geschichte
Veröffentlicht am 26.01.2020

Die Vergangenheit läßt keine Ruhe

Ostseeangst
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Pia Korritki ermittelt in ihrem vierzehnten Fall rund um den Hemmelsdorfer See.
Eine Gruppe Jugendlicher entdeckt auf Ihrer Kajaktour in einem Lagerfeuer eine abgetrennte Hand. Wenig später wird eine junger ...

Pia Korritki ermittelt in ihrem vierzehnten Fall rund um den Hemmelsdorfer See.
Eine Gruppe Jugendlicher entdeckt auf Ihrer Kajaktour in einem Lagerfeuer eine abgetrennte Hand. Wenig später wird eine junger Anhalter und die Begleiterin der Jugendgruppe vermisst und weitere Leichenteile tauchen auf, die nicht zur gefundenen Hand passen.

Rund um den See führen die Ermittlungen der Polizei erst ganz allmählich in die richtigen Bahnen und in die Vergangenheit einer ehemaligen Jugendamtbeamtin.

Eva Almstädt läßt ihre Protagonisten erneut in sehr bildhafter und detailierter Sprache ermitteln.
Früh baut sich ein Spannungsbogen auf, der in diesem Fall jedoch zwischendurch ein wenig abfällt, da man sich in den vielen Charakteren und deren schwierigen Verbindungen verrennt.
Zum Ende nimmt der Kriminalroman jedoch noch einmal richtig Fahrt und den anfänglichen Spannungsbogen wieder gekonnt auf und gipflet in einem spannenden und nachdenklich machenden Ende.

Fazit:
Ein Krimi, der auf jeden Fall wieder zu lesen lohnt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere