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Veröffentlicht am 14.03.2026

Sehr blutige Version eines Horror-Psycho-Thrillers

Hör auf zu bluten
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Und wieder kann mich Matthias Krause auch mit dem Horrorthriller "Hör auf zu bluten!" absolut überzeugen.

Dabei ist der Titel Programm.

In jungen Jahren werden Jakob und seine Freundin Wiebke Zeugen, ...

Und wieder kann mich Matthias Krause auch mit dem Horrorthriller "Hör auf zu bluten!" absolut überzeugen.

Dabei ist der Titel Programm.

In jungen Jahren werden Jakob und seine Freundin Wiebke Zeugen, wie der kleine Nachbarsjunge Ludwig vor ihren Augen ein Kanninchen brutal ermordet und die beiden im Anschluss mit einer Machete verfolgt. Jahre später stellt Jakob fest, das er hochgradig erregt ist, wenn ihm körperliche Schmerzen zugefügt werden. Weder seine Frau und seine Tochter noch sein Psychologe, dem er von Ludwig und seinen Brüdern berichtet, die für ihren Vater alle Dämonen töten sollen, können ihm helfen. Während dessen haben die Polizisten Coco und Berno immer häufiger mit grausam ermordeten Leichenfunden zu tun. Besteht eine Verbindung zwischen den Leichenfunden und Oswin und seinen Söhnen? Kann Jakob seinen Fetisch erfolgreich bekämpfen?

Matthias Krause erzählt uns die Geschichte von Jakob und Ludwig im gewohnt atemberaubenden und blutigen Stil. Da wird auch das ekeligste Detail nicht groß verschleiert, sondern offen dargelegt. Ich habe mich bei dieser Lektüre oft an die Filme von Quentin Tarantino erinnern müssen. Die Figuren werden in diesem Horror-Thriller bewußt überspitzt beschrieben und dargestellt, um die Grausamkeit der Protagonisten noch deutlicher hervorzuheben. Selbstverständlich kommt auch der besondere Humor von Matthias Krause bei allem Blut nicht zu kurz.

Bereits das Cover macht sehr überzeugend deutlich was die Leser/innen inhaltlich erwartet. Ein vom Kampf gezeichneter Mann, der einen Baseballschläger über der Schulter trägt und dem unter der Gürtellinie im kräftigen Blutrot erscheinenden Buchtitel.

Mein Fazit:

Matthias Krause beschreibt wieder sehr überzeugend einen sehr blutigen und ungewöhnlichen Zweikampf zweier völlig verschiedener Charaktere. Eine unbedingte Leseempfehlung an alle Leser/innen, die sich im Horror-Genre zu Hause fühlen und die Lektüre nicht gleich beim ersten Blutstropfen beenden würden.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Fiktiver Dialog mit dem Propheten der Finsternis

Hitler – Prophet der Finsternis
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In seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter ...

In seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter vor dem Gericht des Nürnberger Prozesses erschienen.

Aus dieser These entwickelt sich ein permanenter Dialog zwischen Adolf Hitler, seinem Verteidiger Hellmut von Darda, den vier Chefanklägern der vier Siegermächte (Großbritannien, Frankreich, der USA und Russland) und dem vorsitzenden Richter.

Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Ist der vor Gericht erschienene Mann wirklich Adolf Hitler oder ein perfekt instruierter Doppelgänger? Sowohl die ebenfalls angeklagten deutschen Kriegsverbrecher als auch die anwesenden Gesetzesvertreter können diese Frage nicht eindeutig beantworten. Allerdings ist diese Frage auch nicht so entscheidend, geht es doch vielmehr darum den Menschen Adolf Hitler in dieser Fiktion näher zu durchleuchten, ihn als den manipulativen, perfekt selbst inszenierten und nie eindeutig einzuordnenden Mann darzustellen, der bis heute eines der finstersten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben hat.

Durch den sehr lebendigen Schreibstil, der ausgezeichneten Recherche und den andauernden Dialog zwischen Hitler und den Vertretern des Gesetztes sind wir als Leser/innen durchweg und permanent Teil des Geschehens und haben das Gefühl, an der Vernehmung Hitlers direkt teilzunehmen. Christoph Fromm konfrontiert uns dabei mit Hitlers Art und Weise der Selbstinszenierung, der Kunst der verdeckten Lüge, der höchsten Form der Manipulation aber auch seiner Selbstüberschätzung: "Ich habe Kant, Bach, Beethoven, Schiller und Goethe ausgelöscht." Dieses ist Hitler, Gott sei Dank, nicht gelungen. Jedoch hat er es erschreckenderweise geschafft, das er neben diesen bedeutenden Menschen nun in den Geschichtsbüchern unseres Staates erscheint.

Bei der aufmerksamen Lektüre dieses Romans müssen wir immer wieder feststellen, das das Buch - ob gewollt oder nicht - sehr aktuelle Bezüge aufweist.

Allen Leser/innen, die sich für das finstere Kapitel der deutschen Geschichte und seiner Hauptperson immer schon interessiert haben, und dieses lebendig erzählt und nicht als nüchternes Sachbuch dargestellt bekommen möchten, kann ich diesen Roman sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Besser kann man eine Trilogie kaum abschliessen

Wishkeeper, Band 3 - In der Eiswelt von Eterna
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Die Fantasie-Erzählung "Wishkeeper - In der Eiswelt von Eterna" ist der letzte Band der Wishkeeper-Trilogie um das jugendliche Trio von Lexi, Milo und Talon.

Als die drei wieder nach Everwish über das ...

Die Fantasie-Erzählung "Wishkeeper - In der Eiswelt von Eterna" ist der letzte Band der Wishkeeper-Trilogie um das jugendliche Trio von Lexi, Milo und Talon.

Als die drei wieder nach Everwish über das Portal kommen, müssen sie zu ihrem großen Erschrecken feststellen, das die Wunschwelt in einen tiefen Schlaf gefallen ist. Zudem ist das Wunschbuch Libros spurlos verschwunden. Damit ist Everwish das Gedächtnis verloren gegangen. Zusammen mit den Wunschwesen Sirabelle, Hope und Baxter machen sich die drei auf die Suche nach einem ehemaligen Wishkeeper namens Raklis und nach vier benötigten Materialien aus den verschiedenen Regionen von Everwish, um ihre geliebte Welt zu retten und Libros wiederzufinden. Aber wird es ihnen auch gelingen?

Erneut bin ich absolut fasziniert von der Geschichte an sich als auch von Barbara Labans Schreibstil. Die Story ist so herrlich lebendig erzählt, die Figuren inzwischen so intensiv vertraut, das man beim Lesen das Gefühl hat Lexi, Milo und Talon auf Schritt und Tritt zu begleiten. Wer, wie ich, die beiden vorherigen Bände bereits gelesen hat, hat Everwish außerdem so lieb gewonnen, das wir mit den drei Jugendlichen mitfiebern, bangen und hoffen, ob es gelingt, diese herrliche Wunschwelt zu retten.

Neben dem Verschwinden von Libros, dem Tiefschlaf von Everwish ist darüber hinaus durch das erneute Auftauchen von Tremoris, einem so genannten Horroxer, für ausreichend und permanente Spannung gesorgt Tremoris will um alles in der Welt verhindern, das Everwish gerettet wird.

Neben der sehr spannenden und liebevoll erzählten Geschichte sind wieder einmal die wunderbaren Illustrationen von Alessia Trunfio hervorzuheben, die zur Lebendigkeit und Verdeutlichung der Erzählung sehr schön beitragen.

Natürlich kann dieses Buch durchaus auch für sich gelesen werden. Ich empfehle jedoch in jedem Fall die Bände 1 und 2 vorab zu lesen, um erheblich besser in Everwish eintauchen zu können und einen Gesamteindruck zu erhalten.

Wer Barbara Laban noch nicht entdeckt hat, sollte sich schnellstens auf die Suche machen.

Allen Leser/innen, die für jegliche Wünsche offen sind, die es lieben fantasievolle Kinder-/Jugendbücher zu lesen kann ich diesen dritten und leider letzten Band der "Wishkeeper" nur sehr empfehlen. Mehr Spannung, gepaart mit sympathischen Protagonisten und Fantasiewesen und liebevollen menschlichen Details kann man kaum bekommen. Unbedingt lesen!!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannende, realistische und interessante Reise

TINTE und SCHWERT
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Matthias Soeder nimmt uns in "Tinte und Schwert" mit auf die Reise in die Zeit zu Beginn des dreißigjährigen Krieges.
Wir treffen dort auf die Familie von Jacob Wolffen, einem jungen Mann, der mehr durch ...

Matthias Soeder nimmt uns in "Tinte und Schwert" mit auf die Reise in die Zeit zu Beginn des dreißigjährigen Krieges.
Wir treffen dort auf die Familie von Jacob Wolffen, einem jungen Mann, der mehr durch seine Intelligenz besticht als durch Wehrhaftigkeit. Und genau bei diesem Mann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Seine Familie wird brutal überfallen und Jacob, der diesen Überfall knapp überlebt, wird genötigt, der Armee von General Mansfeld als Schanzer beizutreten. Durch eine glückliche Fügung erreicht er die Stellung eines Schreibers und lernt Anna kennen. Zusammen mit ihr schmiedet er einen Plan, sich an die Mörder seiner Familie zu rächen. Doch wird es den beiden gelingen? Und wie kommt Jacob mit seinem Gewissen klar, da er Priester werden möchte?

Die Geschichte ist so lebendig und realistisch erzählt, das wir Leser/innen Jacobs Schmerzen, Ängste und Verzweiflung mehr als nachempfinden können. Wir erhalten einen historischen Einblick in die Ränke und Gewalten des Kriegsgeschehens und lernen das umkämpfte Böhmen und ihre Städte Pilsen und Budweis kennen. Die Personen, fiktiv wie historisch belegt, sind sehr lebendig dargestellt, so das auch hier unsere Gefühle und Sympathien wie Antipathien direkt angesprochen werden.
Der Spannungsbogen beginnt durch den frühen Überfall auf die Wolffens zeitnah während der Lektüre und zieht sich durch den kompletten Roman hindurch. Jacobs Schicksal fesselt von Beginn an und lässt uns nicht mehr los.

Da ein zweiter Band dem ersten Band "Tinte und Schwert" folgt, endet dieser Roman völlig offen, so das ich es kaum erwarten kann zu erfahren, wie es Jacob und Anna weiter ergeht.
Allen Leser/innen, die spannende und gut recherchierte Historienromane lieben, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Kurzweiliger Regionalkrimi ohne Spannung

Blutroter Wein
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Max Oban erzählt in seinem Regionalkrimi "Blutroter Wein" die zähe Ermittlungsarbeit des Detektivs Tiberio Tanner, der ausgerechnet an seinem gerade gewonnenen Weinstock einen ermordeten Journalisten vorfindet. ...

Max Oban erzählt in seinem Regionalkrimi "Blutroter Wein" die zähe Ermittlungsarbeit des Detektivs Tiberio Tanner, der ausgerechnet an seinem gerade gewonnenen Weinstock einen ermordeten Journalisten vorfindet. Dieser hatte sehr kritisch über ein Golfplatzprojekt zweier Weinhändler berichtet und hatte ein Foto einer geheimnisvollen Höhle mit Widmung bei sich. Während der Ermittlungen zu diesem Mordfall stößt Tanner auf weitere Verdächtige und Leichen, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Mord an dem Journalisten stehen.

Was verbirgt sich um das Geheimnis der Höhle? Warum musste der Journalist Delago sterben?

Alle Zutaten für einen spannenden Kriminalfall sind perfekt vorhanden. Doch Max Oban beschreibt lieber ausgiebig die wunderschöne Südtiroler Landschaft und zudem die ausgezeichneten Gaststätten, ihre wunderbar mundenden Speisen und Getränke. Hier wird dann auch der Titel des Krimis wieder aufgegriffen, wobei eigentlich das Blut an dem Weinstock gemeint ist und nicht die Mengen an Rot- und Weißwein, die Tanner bei seinen Ermittlungen zu sich nimmt. Und genau hier zerfällt dann der Spannungsbogen in seine Einzelteile. Dabei gesellen sich zu dem Mord noch sehr interessante weitere Nebenschauplätze, die der Spannung durchaus hätten zuträglich sein können. Leider gelingt dieses in meinen Augen jedoch gar nicht.

Mein Fazit:

Eine durchaus schöne kurzweilige Lektüre für alle die Südtirol in ihr Herz geschlossen haben und sich an viele wunderschöne Plätze zurückerinnern möchten. Krimiliebhaber, die atemberaubende Spannung und den entsprechenden Nervenkitzel bevorzugen, kommen hier nicht auf ihre Kosten.

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