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Veröffentlicht am 10.03.2026

Zwischen Schattenkönig und Sonnenherrscher

Grim & Oro: Lightlark – Duell um Islas Herz
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Magische Inseln, uralte Mächte und zwei Könige, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Schon nach wenigen Seiten entsteht dieses vertraute Lightlark-Gefühl aus Geheimnissen, Sehnsucht und gefährlicher ...

Magische Inseln, uralte Mächte und zwei Könige, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Schon nach wenigen Seiten entsteht dieses vertraute Lightlark-Gefühl aus Geheimnissen, Sehnsucht und gefährlicher Anziehung, das mich sofort wieder in die Welt von Isla gezogen hat.

Besonders faszinierend ist der Perspektivwechsel. Grim wirkt aus seiner eigenen Sicht noch düsterer, verletzlicher und gleichzeitig unwiderstehlich entschlossen. Hinter der Fassade des gefürchteten Nightshade-Königs verbirgt sich eine Geschichte voller Schmerz und Loyalität. Oro dagegen zeigt eine ganz andere Art von Stärke. Pflichtbewusst, aufrichtig und voller innerer Konflikte ringt er zwischen Verantwortung und seinen Gefühlen für Isla.

Gerade dieser Kontrast macht das Buch so spannend. Zwei Männer, zwei Arten zu lieben, zwei Wege, Macht zu tragen. Viele Szenen aus der Reihe bekommen durch ihre Gedanken plötzlich eine ganz neue emotionale Tiefe.

Man merkt jedoch auch, dass ein Teil der Handlung bereits aus den Hauptbänden bekannt ist. Wer komplett neue Handlung erwartet, könnte sich stellenweise etwas mehr frische Szenen wünschen. Trotzdem hat mich das Wiedererleben aus den beiden Perspektiven unglaublich gepackt.

Ein wunderschön gestaltetes Zusatzbuch für Fans der Reihe, das die Herzen zwischen Grim und Oro noch ein bisschen stärker ins Wanken bringt. Am Ende blieb vor allem dieses Gefühl zurück: Diese Geschichte lebt von ihren Figuren.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Zwischen Analyse und Wirklichkeit

Es war einmal ein Land
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Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell, dass es kein gemütlicher Lesestoff für zwischendurch ist. Hier geht es um große Fragen, um Enttäuschung, um Politik und um die Stimmung in einem ...

Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell, dass es kein gemütlicher Lesestoff für zwischendurch ist. Hier geht es um große Fragen, um Enttäuschung, um Politik und um die Stimmung in einem Teil des Landes, der sich seit der Wende irgendwie nie ganz angekommen fühlt.

Jana Hensel versucht zu erklären, warum viele Menschen in Ostdeutschland heute so skeptisch auf die Demokratie schauen. Dabei blickt sie zurück auf den großen Aufbruch nach der Wende, auf Hoffnungen, Erwartungen und auf das, was davon übrig geblieben ist. Beim Lesen hatte ich öfter diesen Gedanken im Kopf: Ja, das ist interessant, aber irgendwie greift es nicht immer ganz.

Hensel schreibt klug und reflektiert, keine Frage. Man merkt, dass sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat und dass sie selbst Teil dieser Geschichte ist. Genau das macht viele Passagen stark, weil persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Beobachtungen zusammenkommen.

Trotzdem hat mich das Buch nicht komplett gepackt. An manchen Stellen wirkt es eher wie eine lange Analyse als wie eine wirklich packende Erzählung. Ich hätte mir mehr konkrete Geschichten gewünscht, mehr Stimmen, mehr Leben zwischen all den Gedanken.

Unterm Strich bleibt ein Buch, das wichtige Fragen stellt und zum Nachdenken anregt, aber nicht immer die Tiefe oder Kraft entwickelt, die man sich bei so einem großen Thema vielleicht erhofft. Interessant zu lesen ist es trotzdem, nur eben kein Titel, der einen komplett umhaut.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein treuer Begleiter auf dem Weg zum Pferdeführerschein

Pferdeführerschein Reiten
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Der Duft von Leder, das leise Schnauben eines Pferdes und die besondere Ruhe, die nur ein Ausritt in der Natur schenken kann. Genau dieses Gefühl begleitet mich beim Lesen von Pferdeführerschein Reiten ...

Der Duft von Leder, das leise Schnauben eines Pferdes und die besondere Ruhe, die nur ein Ausritt in der Natur schenken kann. Genau dieses Gefühl begleitet mich beim Lesen von Pferdeführerschein Reiten und macht das Buch zu einem wunderbaren Begleiter für alle, die sich ernsthaft und mit Herz auf die Prüfung vorbereiten möchten.

Die Inhalte sind klar, verständlich und unglaublich praxisnah aufgebaut. Vom richtigen Sitz im Sattel über die Vorbereitung des Pferdes bis hin zu wichtigen Verhaltensregeln beim Ausreiten wird alles Schritt für Schritt erklärt. Besonders schön finde ich, wie verständlich auch komplexere Themen vermittelt werden, sodass man sich nicht wie beim trockenen Lernen fühlt, sondern eher wie bei einer ruhigen Unterrichtsstunde im Stall.

Sehr hilfreich ist der Wissenscheck mit Fragen und Antworten. Dabei merkt man schnell, wo man sicher ist und wo man noch einmal nachlesen möchte. Das nimmt der Prüfung viel von ihrem Schrecken und sorgt für ein gutes Gefühl beim Lernen.

Besonders schön war für mich zu sehen, wie begeistert meine beiden großen Pferdekinder durch das Buch geblättert haben. Sie fanden es richtig spannend und haben sofort angefangen, sich gegenseitig Fragen aus dem Wissenscheck zu stellen. Genau so macht Lernen Spaß.

Ein rundum gelungener Begleiter für alle, die sich auf den Pferdeführerschein vorbereiten möchten und dabei nicht nur Wissen sammeln, sondern auch ein Stück Pferdeliebe zwischen den Seiten finden wollen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Netzer und die wilden Jahre des deutschen Fußballs

Günter Netzer
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Fußball kann vieles sein. Leidenschaft, Drama, Stammtischstoff. In den Siebzigern konnte er aber auch Stil haben. Genau das zeigt dieses großartige Buch über Günter Netzer, und nach ein paar Seiten wird ...

Fußball kann vieles sein. Leidenschaft, Drama, Stammtischstoff. In den Siebzigern konnte er aber auch Stil haben. Genau das zeigt dieses großartige Buch über Günter Netzer, und nach ein paar Seiten wird schnell klar, warum dieser Mann weit mehr war als nur ein genialer Spielmacher.

Zwischen alten Fotos, starken Momentaufnahmen und sehr persönlichen Einblicken entsteht hier das Bild eines Fußballers, der irgendwie immer ein bisschen größer wirkte als das Spiel selbst. Netzer war kein braver Mitläufer. Der Mann hatte Haltung, Haare, Stil und vor allem einen linken Fuß, der offenbar Dinge konnte, von denen andere Spieler nur träumten. Beim Lesen tauchen sofort Bilder auf von Borussia Mönchengladbach, von eleganten Pässen und von dieser lässigen Art, die Netzer zu einer echten Ikone gemacht hat.

Besonders stark ist, wie nah das Buch an den Menschen hinter der Legende herankommt. Mode, Autos, Zeitgeist, große Spiele und kleine Geschichten aus einer wilden Fußballzeit. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der nicht nur Daten und Fakten sammelt, sondern das Lebensgefühl dieser Ära wirklich versteht.

Das Zeitzeugeninterview bringt zusätzlich richtig Leben in die Seiten. Da spricht kein Denkmal aus Bronze, sondern ein Typ, der Fußball gelebt hat und genau wusste, dass er anders war als viele seiner Kollegen.

Am Ende bleibt ein Buch, das sich anfühlt wie eine Zeitreise in eine Epoche, in der Fußball noch Charakterköpfe hatte. Und ganz ehrlich, während man durch die Seiten blättert, wächst die Erkenntnis: Günter Netzer war nicht nur ein Fußballer. Er war Stil, Haltung und ein Stück Fußballkultur.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Wenn Glück nur von außen perfekt aussieht

Alle glücklich
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Perfekte Familien gibt es nur auf Fotos. Oder auf Instagram. Und selbst da meistens nur bis zum dritten Swipe.

Bei dieser Familie wirkt erst mal alles geschniegelt und geschniegelt. Erfolgreicher Arzt, ...

Perfekte Familien gibt es nur auf Fotos. Oder auf Instagram. Und selbst da meistens nur bis zum dritten Swipe.

Bei dieser Familie wirkt erst mal alles geschniegelt und geschniegelt. Erfolgreicher Arzt, engagierte Mutter, zwei Kinder, die ihr Leben scheinbar im Griff haben. Klingt nach dem typischen Bilderbuch. Doch je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto mehr merkt man: Hinter dieser Fassade knarzt es gewaltig.

Nina funktioniert. Als Mutter, Ehefrau, im Job. Alles läuft, alles organisiert, alles geschniegelt. Nur irgendwo zwischen Einkaufszetteln und Alltag ist sie selbst verloren gegangen. Alexander rackert sich im Krankenhaus auf und glaubt, alles für die Familie zu tun. Und trotzdem fühlt sich niemand wirklich gesehen. Währenddessen stolpert Emilia durch ihre erste große Liebe und Ben versucht verzweifelt, sich selbst einzureden, dass bei ihm alles super läuft. Spoiler: tut es nicht.

Was dieses Buch so stark macht, ist die Ehrlichkeit. Keine übertriebene Dramatik, keine künstlichen Wendungen. Stattdessen diese leisen Momente, in denen man plötzlich denkt: Oh verdammt, das fühlt sich erschreckend real an.

Immer wieder ertappt man sich beim Lesen dabei, wie man innerlich nickt. Wie schnell man sich selbst verliert, wenn man nur noch funktioniert. Wie wenig manchmal fehlt, bis eine scheinbar stabile Familie Risse bekommt.

Kira Mohn schaut unglaublich genau hin, aber ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln. Die Figuren sind menschlich, verletzlich, manchmal auch ein bisschen anstrengend. Genau deshalb funktionieren sie so gut.

Am Ende bleibt dieses Gefühl, dass Glück nicht automatisch entsteht, nur weil von außen alles richtig aussieht. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Romans.

Ein Buch, das leise unter die Haut kriecht und dort erstaunlich lange bleibt.

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