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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein Märchen, das frech zurücklächelt

Fabula – Eine Braut für den Prinzen
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Märchen funktionieren ja eigentlich immer nach Plan. Prinz zieht los, rettet jemanden, heiratet, Ende gut, alles gut. Fabula nimmt diesen Plan, schüttelt ihn kräftig durch und grinst dabei frech über den ...

Märchen funktionieren ja eigentlich immer nach Plan. Prinz zieht los, rettet jemanden, heiratet, Ende gut, alles gut. Fabula nimmt diesen Plan, schüttelt ihn kräftig durch und grinst dabei frech über den Rand der Seiten. Schon nach den ersten Kapiteln ist klar: Das hier meint es liebevoll ironisch mit dem Genre und weiß ganz genau, wann es klassische Tropes bedienen und wann es sie charmant brechen muss.

Leander ist kein strahlender Held mit Dauerlächeln, sondern ein Prinz mit nachvollziehbarer Abwehrhaltung gegen das eigene Schicksal. Diese unfreiwillige Brautschau fühlt sich an wie ein gesellschaftlicher Albtraum in märchenhaftem Gewand. Dazu Evelyne, die als Hexe nicht einfach nur böse sein will, sondern eigene Gründe, Zweifel und Gefühle mitbringt. Genau hier punktet die Geschichte: Figuren dürfen mehr sein als ihre Rollen, und das macht sie angenehm nahbar.

Besonders viel Spaß machen die Nebenfiguren. Ein freundlicher Drache, der Große Böse Wolf und all die bekannten Märchenmotive wirken nie wie bloße Gags, sondern wie liebevoll platzierte Zutaten. Humor entsteht oft leise, in Dialogen, Blicken und kleinen gedanklichen Seitenhieben, die genau den richtigen Ton treffen. Das Buch liest sich leicht, aber nicht belanglos – wie ein modernes Märchen, das weiß, dass Erwachsene mitlesen.

Natürlich ist nicht alles überraschend. Manche Wendungen sieht man kommen, manche romantischen Entwicklungen folgen vertrauten Pfaden. Doch genau hier liegt auch der Reiz: Fabula will kein düsteres Fantasy-Epos sein, sondern eine warme, verspielte Geschichte über Selbstfindung, Erwartungen und die Freiheit, Nein zu sagen. Und manchmal reicht das vollkommen.

Am Ende bleibt dieses wohlige Gefühl, ein modernes Märchen gelesen zu haben, das Herz zeigt, ohne kitschig zu werden. Kein Buch, das die Welt neu erfindet, aber eines, das sie für ein paar Stunden deutlich märchenhafter macht.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Verlockend, düster, fesselnd

Game of Deception
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Dieses Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen! 🔥 Everly flieht vor ihrer Vergangenheit direkt hinein in das dunkle Nachtleben von L.A. und genau dort beginnt ein Spiel aus Täuschung, Gefahr und ...

Dieses Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen! 🔥 Everly flieht vor ihrer Vergangenheit direkt hinein in das dunkle Nachtleben von L.A. und genau dort beginnt ein Spiel aus Täuschung, Gefahr und verbotener Anziehung. Zwei Brüder, jede Menge Geheimnisse und eine Welt, in der nichts so ist, wie es scheint.

Die Story ist spannend, düster und emotional aufgeladen. Ich habe jede Seite förmlich verschlungen, weil man nie weiß, wem man trauen kann und genau das macht den Reiz aus. Die morally gray Charaktere sind intensiv, die Dynamik im Love Triangle knistert spürbar und der Spice sitzt perfekt, ohne die Handlung zu überrollen. 😮‍🔥

Meine Meinung:
Everly hat mich mit ihrer inneren Zerrissenheit total abgeholt und ich liebe es, wie gefährlich und verlockend diese Geschichte gleichzeitig ist. Dark Romance Fans bekommen hier genau das, was sie sich wünschen: Thrill, Tabus, starke Gefühle, aber mit Consent und Happy End.

Fazit:
Absolute Leseempfehlung für alle, die es düster, spicy und emotional mögen! 🖤📖
(Ist zwar ein 2. Band kann man aber unabhängig von einander lesen!)
4,5 ⭐️

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Ein leises Buch gegen laute Zeiten

Zuversicht
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Schwere Zeiten sind kein literarisches Alleinstellungsmerkmal, aber selten wurden sie so leise, ehrlich und unaufgeregt betrachtet wie hier. Zuversicht ist kein Buch, das einen anschreit oder mit Durchhalteparolen ...

Schwere Zeiten sind kein literarisches Alleinstellungsmerkmal, aber selten wurden sie so leise, ehrlich und unaufgeregt betrachtet wie hier. Zuversicht ist kein Buch, das einen anschreit oder mit Durchhalteparolen bewirft. Es setzt sich neben einen, bestellt einen Kaffee und hört erst mal zu.

Louise Brown macht nichts Spektakuläres. Genau das ist ihre größte Stärke. Ein Jahr lang richtet sie den Blick auf das Gute, das Flüchtige, das oft Übersehene. Ein freundlicher Satz, ein Moment der Ruhe, ein Gedanke, der kurz Licht macht. Das klingt simpel, fast banal – und entfaltet gerade deshalb Wirkung. Beim Lesen schleicht sich immer wieder dieser Gedanke ein: Stimmt. Hätte ich auch merken können.

Die Texte sind ruhig, manchmal nachdenklich, manchmal überraschend warm. Kein Zwang zur Selbstoptimierung, kein toxisches Positivdenken. Zuversicht wird hier nicht behauptet, sondern vorsichtig ertastet. Auch an dunklen Tagen. Vielleicht gerade dann. Man merkt, dass Brown weiß, wovon sie schreibt – vom Zweifeln, vom Stolpern, vom langsamen Wiederaufstehen.

Dieses Buch will nicht alles lösen. Es will den Blick schärfen. Für das, was noch da ist, wenn vieles schwer wird. Und das gelingt ihm mit einer stillen Konsequenz, die lange nachhallt. Kein Feuerwerk, sondern ein dauerhaftes Licht. Eines, das man gut gebrauchen kann, wenn der Kopf mal wieder zu laut ist.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wenn Ideologie zur tödlichen Falle wird

Dunkle Mächte
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Dunkle Mächte fühlt sich an wie ein Krimi, der einem langsam die Luft abdrückt. Kein reißerisches Geballer, sondern dieses stetige, unangenehme Ziehen im Bauch, wenn klar wird: Hier geht es nicht um Spinner ...

Dunkle Mächte fühlt sich an wie ein Krimi, der einem langsam die Luft abdrückt. Kein reißerisches Geballer, sondern dieses stetige, unangenehme Ziehen im Bauch, wenn klar wird: Hier geht es nicht um Spinner am Rand, sondern um Ideologien, die leise wachsen und tödlich enden können. Genau diese Nähe zur Realität macht das Buch so verdammt wirkungsvoll.

Bruno Cavalli verschwindet in einer völkisch-esoterischen Parallelwelt, und mit jeder Seite wird spürbarer, wie dünn die Grenze zwischen Beobachten und Verlorengehen ist. Die Regeln, die Rituale, das Gerede von Reinheit – das alles wirkt erschreckend plausibel. Petra Ivanov gelingt es, diese Szene ohne sensationslüsterne Überzeichnung darzustellen. Kein plattes Bösewicht-Theater, sondern Menschen, die glauben, im Recht zu sein. Und genau das macht Angst.

Regina Flint steht daneben, außen vor, abgeschnitten. Dieses Nichtstun-Müssen, dieses Warten, ob der andere noch lebt, frisst sich tief ins Herz der Geschichte. Die Dynamik zwischen Flint und Cavalli trägt den Roman emotional und hebt ihn deutlich über den klassischen Ermittlerkrimi hinaus. Da ist Vertrauen, da ist Zweifel, da ist diese leise Frage, ob beide noch dasselbe Ziel haben.

Sprachlich sitzt das alles trocken, präzise und ohne unnötige Umwege. Der Plot entwickelt sich kontrolliert, fast kühl, und schlägt dann punktgenau zu. Kein Wohlfühlkrimi, sondern einer, der hängen bleibt, weil er unangenehme Fragen stellt. Genau deshalb wirkt dieser zehnte Fall so stark und so aktuell.

Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern nachhallt. Und das ist im Krimi-Genre alles andere als selbstverständlich.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wenn Begehren weh tut und trotzdem lacht

Half His Age
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Dieser Roman ist laut, unbequem und schmerzhaft komisch, eine Stimme, die nicht gefallen will, sondern gehört werden muss. Waldo stolpert durch Begehren, Scham und Klassenunterschiede, getrieben von einem ...

Dieser Roman ist laut, unbequem und schmerzhaft komisch, eine Stimme, die nicht gefallen will, sondern gehört werden muss. Waldo stolpert durch Begehren, Scham und Klassenunterschiede, getrieben von einem Hunger, der weit über Sex hinausgeht. Hinter jeder provokanten Beobachtung lauert Einsamkeit, hinter jeder Pointe ein leiser Schmerz.

Beobachtet wird mit messerscharfer Präzision, nichts bleibt verschont: Machtgefälle, weibliches Begehren, das Internet als Verstärker von Sehnsucht und Selbstverachtung. Die Sprache ist roh und gleichzeitig überraschend zärtlich, manchmal brutal ehrlich, dann wieder verletzlich bis zur Schmerzgrenze. Dabei entsteht eine Intimität, die fast unangenehm nah kommt.

Immer wieder kippt das Lachen in Traurigkeit. Die Beziehung zu Mr. Korgy wirkt zugleich absurd, verzweifelt und erschreckend nachvollziehbar. Genau darin liegt die Stärke dieses Buches: Es verurteilt nicht, es seziert. Zwischen Konsumkritik, Klassenfragen und innerer Leere entsteht ein Porträt einer jungen Frau, die gesehen werden will, koste es, was es wolle.

Nicht jede Szene sitzt perfekt, manche Gedankenschleifen wiederholen sich. Doch gerade diese Ungeschliffenheit passt zur Figur und zum Thema. Zurück bleibt ein intensives, widersprüchliches Gefühl – und das Wissen, etwas sehr Echtes gelesen zu haben.

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