Wenn Jack the Ripper plötzlich Töchter hat
Ripper's Daughters GesamtausgabeNebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, ...
Nebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, wenn dieser Mann Töchter hatte? Töchter mit Fähigkeiten, die alles andere als normal sind. Genau hier beginnt der wilde Ritt.
Die Geschichte springt zwischen dem London von 1904 und der Gegenwart hin und her. Reporterin Beth und Lady Cassandra entdecken Stück für Stück, dass sie mehr verbindet als nur ein schockierendes Familiengeheimnis. Währenddessen stolpert in Hamburg die junge Ella in eine Wahrheit hinein, die ihr Leben komplett auf links dreht. Familiengeschichte kann kompliziert sein. Aber wenn dein Vorfahre Jack the Ripper ist, wird es schnell… sagen wir mal… eskalierend.
Was Markus Heitz hier auffährt, fühlt sich an wie eine Mischung aus viktorianischem Mysterykrimi, düsterer Urban Fantasy und einer Prise Verschwörungsthriller. Die Atmosphäre ist herrlich finster. London wirkt lebendig, dreckig und geheimnisvoll, genau so wie man es sich wünscht. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der Spaß daran hat, mit historischen Mythen zu spielen.
Besonders stark fand ich die Idee mit den übersinnlichen Fähigkeiten der Schwestern. Jede Fähigkeit hat ihren Preis und genau das macht die Sache spannend. Keine Superhelden, sondern Figuren, die mit ihren Kräften genauso kämpfen wie mit ihrer Herkunft.
Und dann dieser Gedanke, der einem immer wieder im Kopf herumspukt: Vielleicht hat Jack the Ripper damals gar nicht aus purem Wahnsinn gemordet. Vielleicht steckte etwas viel Größeres dahinter.
Unterm Strich ist Ripper's Daughters eine herrlich düstere, kreative und manchmal ziemlich abgefahrene Reise durch Geschichte, Geheimnisse und eine verdammt ungewöhnliche Familie. Genau die Art von Buch, bei der man nach ein paar Seiten merkt, dass der Abend wohl länger wird als geplant.