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Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn Jack the Ripper plötzlich Töchter hat

Ripper's Daughters Gesamtausgabe
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Nebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, ...

Nebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, wenn dieser Mann Töchter hatte? Töchter mit Fähigkeiten, die alles andere als normal sind. Genau hier beginnt der wilde Ritt.

Die Geschichte springt zwischen dem London von 1904 und der Gegenwart hin und her. Reporterin Beth und Lady Cassandra entdecken Stück für Stück, dass sie mehr verbindet als nur ein schockierendes Familiengeheimnis. Währenddessen stolpert in Hamburg die junge Ella in eine Wahrheit hinein, die ihr Leben komplett auf links dreht. Familiengeschichte kann kompliziert sein. Aber wenn dein Vorfahre Jack the Ripper ist, wird es schnell… sagen wir mal… eskalierend.

Was Markus Heitz hier auffährt, fühlt sich an wie eine Mischung aus viktorianischem Mysterykrimi, düsterer Urban Fantasy und einer Prise Verschwörungsthriller. Die Atmosphäre ist herrlich finster. London wirkt lebendig, dreckig und geheimnisvoll, genau so wie man es sich wünscht. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der Spaß daran hat, mit historischen Mythen zu spielen.

Besonders stark fand ich die Idee mit den übersinnlichen Fähigkeiten der Schwestern. Jede Fähigkeit hat ihren Preis und genau das macht die Sache spannend. Keine Superhelden, sondern Figuren, die mit ihren Kräften genauso kämpfen wie mit ihrer Herkunft.

Und dann dieser Gedanke, der einem immer wieder im Kopf herumspukt: Vielleicht hat Jack the Ripper damals gar nicht aus purem Wahnsinn gemordet. Vielleicht steckte etwas viel Größeres dahinter.

Unterm Strich ist Ripper's Daughters eine herrlich düstere, kreative und manchmal ziemlich abgefahrene Reise durch Geschichte, Geheimnisse und eine verdammt ungewöhnliche Familie. Genau die Art von Buch, bei der man nach ein paar Seiten merkt, dass der Abend wohl länger wird als geplant.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Briefe voller Funken und unausgesprochener Gefühle

Feuerfeder - Briefe an den König
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Zwischen funkelnden Worten und leisen Gefühlen entfaltet sich eine Geschichte, die sich anfühlt wie ein geflüsterter Brief bei Kerzenschein. Feuerfeder Briefe an den König beginnt beinahe unscheinbar mit ...

Zwischen funkelnden Worten und leisen Gefühlen entfaltet sich eine Geschichte, die sich anfühlt wie ein geflüsterter Brief bei Kerzenschein. Feuerfeder Briefe an den König beginnt beinahe unscheinbar mit einem gefundenen Mörser auf einem Acker und entwickelt daraus ein zartes, kluges Spiel aus Widerspruch, Stolz und unerwarteter Nähe.

Die Briefe zwischen der Protagonistin und König Laurent tragen die Handlung mit einer Intensität, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Jeder Austausch wirkt wie ein kleines Gefecht aus Worten, voller Ironie, Trotz und unterschwelliger Spannung. Besonders faszinierend ist dabei die Dynamik zwischen beiden Figuren. Laurent ist nicht der klassische Märchenkönig, sondern ein widersprüchlicher Charakter, der zwischen Macht, Sturheit und verletzlicher Neugier schwankt.

Während die Geschichte voranschreitet, wächst nicht nur die politische Spannung, sondern auch eine leise, gefährliche Anziehung. Genau dieses langsame Annähern hat mich besonders berührt. Es knistert zwischen den Zeilen, manchmal zart, manchmal wie ein Funke, der jederzeit ein größeres Feuer entfachen könnte.

Anne Danck schafft eine Atmosphäre, die sich märchenhaft und zugleich erstaunlich menschlich anfühlt. Manche Passagen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tempo vertragen, doch die emotionale Tiefe, der poetische Ton und die ungewöhnliche Erzählform haben mich dennoch verzaubert.

Eine Geschichte über Mut zum Widerspruch, über Stolz, Worte und darüber, dass selbst zwischen Feuer und Papier etwas Wunderschönes entstehen kann.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Die Schweiz wie man sie garantiert noch nie gesehen hat

DUMONTs Unnützes Reisewissen Schweiz
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Manchmal stolpert man über ein Buch und denkt sich: Das brauche ich eigentlich nicht. Zwei Seiten später sitzt man grinsend auf dem Sofa und merkt, dass man es offenbar doch ganz dringend gebraucht hat. ...

Manchmal stolpert man über ein Buch und denkt sich: Das brauche ich eigentlich nicht. Zwei Seiten später sitzt man grinsend auf dem Sofa und merkt, dass man es offenbar doch ganz dringend gebraucht hat. Genau so ging es mir mit DUMONTs Unnützes Reisewissen Schweiz.

Die Schweiz kennt man ja irgendwie. Berge, Käse, Uhren, ein bisschen Alpenromantik und sehr viel Ordnung. Dachte ich zumindest. Und dann kommt dieses Buch daher und wirft einem eine Ladung völlig absurder, kurioser und herrlich unnützer Fakten um die Ohren. Plötzlich gibt es ein Museum, in dem absolut nichts ausgestellt wird. Eine Treppe, die scheinbar nie endet. Sherlock Holmes hat dort gleich zwei Arbeitszimmer. Und irgendwo in den Alpen besitzt der Dalai Lama den kleinsten Weinberg der Welt. Spätestens da sitzt man da, schüttelt den Kopf und denkt: Wie genial ist das denn bitte?

Genau das ist die große Stärke dieses Buches. Es nimmt die Schweiz, dieses scheinbar so perfekte Postkartenland, und zeigt sie von ihrer schrägen, überraschenden und manchmal herrlich absurden Seite. Kurze Geschichten, skurrile Details und kleine Anekdoten, die man sofort weitererzählen möchte. Ich habe mich mehr als einmal dabei ertappt, wie ich laut vorgelesen habe, einfach weil dieser Fakt gerade zu gut war, um ihn für mich zu behalten.

Perfekt ist das Ganze für Zugfahrten, für den Strand, für ein paar Minuten auf dem Sofa oder für genau diesen Moment, wenn man auf einer Party plötzlich mit völlig unnützem Wissen glänzen möchte. Und ja, genau dann merkt man, wie viel Spaß unnützes Wissen eigentlich macht.

Diese Reihe kann man nur lieben ❤️

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn aus Wolle kleine Leckereien entstehen

30 kleine Häkelträume aus der Küche
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Zwischen bunten Wollknäueln, Häkelnadel und einer guten Portion Fantasie entfaltet dieses Buch eine kleine Welt voller liebevoller Küchenleckereien. Seite für Seite entstehen aus Garn täuschend echte Snacks, ...

Zwischen bunten Wollknäueln, Häkelnadel und einer guten Portion Fantasie entfaltet dieses Buch eine kleine Welt voller liebevoller Küchenleckereien. Seite für Seite entstehen aus Garn täuschend echte Snacks, Obst und Gemüse, die sofort Lust machen, selbst zur Nadel zu greifen. Die Modelle wirken erstaunlich realistisch und besitzen gleichzeitig diesen charmanten, handgemachten Charakter, der jedes Stück zu etwas Besonderem macht.

Die Anleitungen sind angenehm verständlich aufgebaut und führen Schritt für Schritt durch die Projekte. Selbst mit wenig Erfahrung fühlt man sich schnell sicher, während Fortgeschrittene genügend Raum finden, um sich kreativ auszuleben. Besonders schön ist die Vielfalt der Ideen. Von fruchtigen Melonenstücken über knusprige Pommes bis hin zu süßen Waffeln entsteht nach und nach eine komplette kleine Spielküche aus Garn.

Während des Häkelns stellt sich eine wunderbar ruhige, fast meditative Stimmung ein. Masche für Masche wächst etwas, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch zum Spielen, Dekorieren oder Verschenken einlädt. Gerade für Kinderküchen oder Kaufläden sind diese kleinen Häkelstücke ein echtes Highlight.

Am Ende bleibt vor allem eines zurück: das warme Gefühl, mit eigenen Händen etwas Niedliches geschaffen zu haben. Ein kreatives, liebevoll gestaltetes Buch, das Lust auf viele gemütliche Häkelstunden macht und mit seinen charmanten Projekten einfach gute Laune verbreitet.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Eine kleine Zeitreise zu den Giganten der Urzeit

WAS IST WAS Kids Dinosaurier. Gefährlich, gigantisch, genial
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Zwischen riesigen Farnen, uralten Wäldern und donnernden Fußspuren beginnt eine kleine Zeitreise in eine Welt, die Kinderaugen sofort zum Leuchten bringt. Dieses Klappenbuch aus der WAS IST WAS Kids Reihe ...

Zwischen riesigen Farnen, uralten Wäldern und donnernden Fußspuren beginnt eine kleine Zeitreise in eine Welt, die Kinderaugen sofort zum Leuchten bringt. Dieses Klappenbuch aus der WAS IST WAS Kids Reihe führt mit lebendigen Illustrationen und vielen überraschenden Details mitten hinein in die Zeit der Dinosaurier. Schon beim ersten Durchblättern entsteht das Gefühl, selbst auf Entdeckungstour zu gehen.

Besonders schön ist die Mischung aus Wissen, Staunen und Mitmachen. Hinter den Klappen verbergen sich kleine Aha-Momente, die neugierig machen und gleichzeitig kindgerecht erklären, wie Dinosaurier lebten, jagten oder sich um ihren Nachwuchs kümmerten. Selbst ungewöhnliche Fragen wie die nach Dino-Kacke werden hier so charmant beantwortet, dass Kinder garantiert kichern und gleichzeitig etwas lernen.

Die Illustrationen sind farbenfroh, lebendig und voller Bewegung. Jede Seite wirkt wie eine kleine Szene aus der Urzeit, in der es überall etwas zu entdecken gibt. Genau das macht das Buch auch beim Vorlesen so besonders, weil Kinder immer wieder neue Details zeigen und Fragen stellen.

Mein Neffe ist völlig vernarrt in Dinosaurier und hat das Buch sofort begeistert durchgeblättert. Die Klappen wurden neugierig geöffnet, die Dinos genau betrachtet und zwischendurch immer wieder ein begeistertes Schau mal hier gerufen. Genau solche Momente zeigen, wie gut dieses Buch Wissen und Abenteuer verbindet.

Ein wunderbar gestaltetes Sachbilderbuch, das neugierig macht, zum Staunen einlädt und kleine Dino-Fans garantiert immer wieder zurück in die Urzeit reisen lässt.

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