Cover-Bild King Cobra
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 12.03.2026
  • ISBN: 9783423285186
Muri Darida

King Cobra

Roman | Eine Spurensuche in der ungarischen Familiengeschichte: ein dringliches Debüt, persönlich und politisch

»Manche fliehen von und andere nach zu Hause. Und manche beides zugleich.«

Lazi sitzt im Zug nach Budapest und hat ein Ziel: Das Gewehr des Großvaters András, der während des Ungarnaufstands 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen landete. Im ungarischen Dorf erwarten Lazi unberechenbare Tanten, unzählige Schnäpse und die Großcousine Zsófi, die Lazi das Schießen beibringt. Nur Mónika, die Schwester der Mutter, versteht, was Lazis veränderter Körper zu bedeuten hat, nur sie ahnt den wahren Grund für Lazis Rückkehr: Rache üben, Gerechtigkeit finden. Auf der Suche nach dem Ursprung der Gewalt in der Familiengeschichte trennt Lazi eine Naht aus Scham und Schweigen auf. Hat schließlich das Gewehr des Großvaters und alle Fäden der Erzählung in der Hand. Und trifft eine Entscheidung. ›King Cobra‹ erzählt zwischen Humor, Zärtlichkeit und Wut vom Widerstand gegen das Schweigen und davon, dass die Liebe kein Bluthund ist.

»Muri Darida erzählt in gewaltigen Bildern von dem, was sich uns eingeschrieben hat, macht daraus Atem, Leben, Befreiung - und entzündet ein Feuer, das die Sprache zum Glühen bringt.« Yael Inokai

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Lesejury-Facts

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  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2026

Wenn Familien schweigen, wird es gefährlich

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Manchmal steigt man in einen Zug und merkt erst unterwegs, dass man nicht nur Richtung Budapest fährt, sondern mitten rein in den alten Familienkeller, in dem seit Jahren keiner mehr gelüftet hat. King ...

Manchmal steigt man in einen Zug und merkt erst unterwegs, dass man nicht nur Richtung Budapest fährt, sondern mitten rein in den alten Familienkeller, in dem seit Jahren keiner mehr gelüftet hat. King Cobra ist genau so ein Buch. Es riecht nach Schnaps, Staub, alten Wunden und diesem unangenehmen Schweigen, das in Familien gern mal als Tradition verkauft wird.

Lazi kommt nach Ungarn zurück, auf der Suche nach dem Gewehr des Großvaters. Klingt erstmal nach Roadtrip mit leicht gefährlichem Gepäck, wird aber schnell zu etwas viel Größerem. Da geht es um Gewalt, Herkunft, Körper, Scham und die Frage, was eigentlich passiert, wenn man nicht mehr brav stillhält. Und ja, zwischendurch dachte ich schon: Junge, dieses Buch nimmt aber keine Abkürzung zum Wohlfühlregal.

Was mir richtig gefallen hat, ist diese Mischung aus Wut und Zärtlichkeit. Darida schreibt nicht glattgebügelt, sondern rau, bildhaft und manchmal mit einem Humor, der genau dann reinknallt, wenn man kurz Luft holen will. Diese unberechenbaren Tanten, die Schnäpse, die Dorfstimmung, das hat Leben. Nicht immer bequem, aber verdammt lebendig.

King Cobra ist kein Buch, das man einfach wegliest und dann hübsch ins Regal stellt. Es kriecht nach, zischt ein bisschen im Kopf herum und zwingt einen, hinzuschauen. Für mich ein starkes, mutiges Debüt mit Ecken, Giftzähnen und Herz.

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