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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Buch wie ein Schlag ins Herz – und eine Umarmung dazu

Zeit der Abschiede
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Manchmal stolpert man über Bücher, die eigentlich viel zu ernst klingen, um sie freiwillig in die Hand zu nehmen – und dann erwischen sie einen mitten in der Brust, wie ein Punch von Mike Tyson. Zeit der ...

Manchmal stolpert man über Bücher, die eigentlich viel zu ernst klingen, um sie freiwillig in die Hand zu nehmen – und dann erwischen sie einen mitten in der Brust, wie ein Punch von Mike Tyson. Zeit der Abschiede ist genau so ein Buch. Klingt nach schwerer Kost: Tod, Eltern, Vergänglichkeit. Das volle Programm. Aber Klaus Brinkbäumer schreibt so, dass man nicht in Selbstmitleid versinkt, sondern fast schon schmunzelnd über das große Drama des Lebens nachdenkt.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass mir jemand einen Spiegel vorhält, in dem nicht nur Falten und Augenringe, sondern auch jede Erinnerung an Menschen auftauchen, die wichtig waren. Der Ton ist dabei nie pathetisch, sondern klar, warm, manchmal sogar überraschend leichtfüßig. Man merkt: Da schreibt einer, der seine eigene Trauer nicht versteckt, sondern aufmacht wie ein Fenster. Und durch dieses Fenster kommt frische Luft – auch wenn draußen gerade Herbst ist und die Blätter fallen.

Was ich besonders mochte: Brinkbäumer schafft es, die ganz großen Themen – Verlust, Dankbarkeit, Weitergehen – mit so viel Leben zu füllen, dass man nach der Lektüre nicht betrübt, sondern fast gestärkt zurückbleibt. Ich hatte richtig Lust, alte Fotos rauszukramen, ein Glas auf die Menschen zu erheben, die nicht mehr da sind, und gleichzeitig nach vorne zu schauen.

Kurzum: Ein Buch, das nicht nur beim Lesen, sondern auch danach arbeitet. Trauer wird hier nicht als Sackgasse dargestellt, sondern als Teil der Strecke. Und die Pointe ist klar: Wenn man den Abschied annimmt, kann man das Leben umso mehr feiern. Klingt kitschig? Mag sein. Aber es fühlt sich verdammt echt an.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Buddyread im Sturm der Elemente

Skandar und der Verrat der Helden
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Wer braucht schon normale Pferde, wenn man Einhörner haben kann, die nicht nur glitzern, sondern auch ordentlich Chaos stiften? Genau das war wieder unser Gedanke, als wir gemeinsam mit Skandar ins dritte ...

Wer braucht schon normale Pferde, wenn man Einhörner haben kann, die nicht nur glitzern, sondern auch ordentlich Chaos stiften? Genau das war wieder unser Gedanke, als wir gemeinsam mit Skandar ins dritte Ausbildungsjahr gestartet sind. Meine Tochter und ich haben das Buch wie eine Staffel unserer Lieblingsserie verschlungen – immer abwechselnd gelesen, kommentiert, diskutiert und natürlich hitzig gestritten, wer das nächste Kapitel bekommt.

Schon die ersten beiden Bände haben uns begeistert, aber dieser Teil legt noch eine Schippe drauf. Die Prüfungen in den verschiedenen Elementarzonen sind so spannend und abwechslungsreich, dass wir das Gefühl hatten, selbst über glühende Lava oder durch tosende Stürme zu balancieren. Manchmal haben wir laut gelacht, weil Skandar wieder herrlich verpeilt reagiert, und ein anderes Mal mussten wir gemeinsam Luft holen, weil es so richtig dramatisch wurde.

Besonders die Dynamik zwischen Skandar und seiner Schwester Kenna hat uns gepackt. Meine Tochter war sofort Team Kenna („Papa, sie ist einfach die Coolste!“), während ich mir dachte: hm, ein wildes Einhorn ist nicht gerade das, was man unter sicherem Haustier versteht. Aber genau diese Grauzonen, diese Frage nach Vertrauen und Loyalität, machen das Ganze so stark. Es geht eben nicht nur um Kämpfe und Magie, sondern auch darum, was Familie, Freundschaft und Mut wirklich bedeuten.

Und das Ende? Sagen wir mal so: Wir haben das Buch zugeschlagen, uns angeschaut und beide gleichzeitig gerufen: „Wie sollen wir jetzt bitte warten?!“ Dieses Buddyread war ein echtes Abenteuer – mit Herzklopfen, Lachkrämpfen und ein bisschen Gänsehaut. Ein dritter Band, der beweist: Skandar ist längst nicht am Ende seiner Reise angekommen. Und wir sind sowas von dabei.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Zwischen Dorfflucht und Sehnsucht nach Liebe

Öffnet sich der Himmel
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Ein Roman, der sich wie eine weiche, flackernde Flamme in die eigene Erinnerung an Jugend einschreibt. Die Geschichte von James entfaltet sich in einer Sprache, die manchmal so leise wirkt, als könnte ...

Ein Roman, der sich wie eine weiche, flackernde Flamme in die eigene Erinnerung an Jugend einschreibt. Die Geschichte von James entfaltet sich in einer Sprache, die manchmal so leise wirkt, als könnte sie im nächsten Moment verwehen – und doch bleibt sie wie ein Nachhall im Herzen bestehen. Der Herbst 2002 im verschlafenen Thornmere wird nicht nur Kulisse, sondern eine Art Resonanzraum für all das, was es bedeutet, jung zu sein und ausbrechen zu wollen. Die Enge des Dorflebens, das bedrückende Gewicht familiärer Verantwortung und die ständige Angst, anders zu sein, legen sich wie Nebel über die Seiten.

Dann tritt Luke auf. Mit ihm zieht eine ungezähmte Kraft in James’ Welt ein – Verheißung und Gefahr zugleich. Zwischen den beiden entspinnt sich etwas, das mehr ist als erste Verliebtheit. Es ist ein Aufeinanderprallen von Sehnsucht, Angst, Hingabe und der quälenden Frage, was man bereit ist zu riskieren, um ein Stück von diesem wilden, ungestümen Leben zu spüren.

Seán Hewitt gelingt es, das Taumeln zwischen Zärtlichkeit und Schmerz in eine Sprache zu fassen, die poetisch schillert und doch nie den Blick für das Dunkle verliert. Immer wieder blitzen Bilder auf, die wie kleine Gedichte wirken, und machen deutlich, dass dieser Roman ebenso sehr ein lyrisches Werk wie eine Erzählung ist.

Nicht jede Passage trägt gleich stark, manchmal verliert sich die Handlung in langen poetischen Strömungen. Doch genau darin liegt auch der besondere Reiz: Dieser Roman ist weniger eine Geschichte, die man einfach liest, als ein Empfinden, das man durchlebt. Mit 4,5 Sternen bleibt am Ende ein Buch, das nachklingt, lange nachdem die letzte Seite geschlossen ist – eine Hymne an das Risiko, die Verletzlichkeit und die Schönheit der ersten Liebe.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Zwischen Heldenmut und göttlicher Laune

Das Lied des Dionysos
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Mythen haben ja so einen ganz speziellen Trick drauf: Sie packen dich, lassen dich taumeln und bevor du dich versiehst, sitzt du mitten in einem Strudel aus Blut, Wahnsinn und göttlicher Eitelkeit. Genau ...

Mythen haben ja so einen ganz speziellen Trick drauf: Sie packen dich, lassen dich taumeln und bevor du dich versiehst, sitzt du mitten in einem Strudel aus Blut, Wahnsinn und göttlicher Eitelkeit. Genau das liefert Natasha Pulley mit ihrem „Lied des Dionysos“. Wer denkt, hier gibt’s nur verstaubte Helden in Sandalen, liegt daneben – das Ganze ist eine wilde Mischung aus antiker Tragödie, Fantasy-Feuerwerk und einem Schuss Humor, der überraschend modern daherkommt.

Phaidros ist so eine Figur, die man gleichzeitig anfeuern und kopfschüttelnd betrachten will. Loyal bis zur Selbstaufgabe, mit einem Herzen, das sich ausgerechnet an Dionysos hängt – diesen launischen, blendend schönen Gott, der zwischen verführerisch und zerstörerisch im Sekundentakt wechselt. Da kracht es ordentlich, und zwar nicht nur auf dem Schlachtfeld. Pulley schafft es, den Wahnsinn des Dionysos so lebendig zu machen, dass man fast selbst anfängt, Stimmen zu hören.

Die Stärke des Buches liegt in der Bildgewalt. Szenen, in denen ganze Städte von Trockenheit und Wahnsinn zerfressen werden, haben echtes Kinoformat. Gleichzeitig gibt es intime Momente, in denen Phaidros’ Humor durchscheint und man sich dabei ertappt, zu grinsen, obwohl gerade alles den Bach runtergeht. Genau diese Kontraste machen die Geschichte spannend.

Aber – und deswegen auch vier Sterne – manchmal verliert Pulley die Zügel. Da ufert der Text aus, Dialoge drehen sich im Kreis, und man hat das Gefühl, Dionysos habe nicht nur die Figuren, sondern auch die Autorin kurzzeitig in den Wahnsinn getrieben. Kürzer wäre hier tatsächlich mehr gewesen. Trotzdem: Wer antike Stoffe in neuem, verrücktem Gewand liebt, kriegt hier ein Festmahl serviert. Wild, schräg, manchmal überfordernd – aber definitiv unvergesslich.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Gesund essen mit Herz und Sinn – ein Buch voller Inspiration

Eat Yourself Healthy
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Gesund essen und dabei das Gefühl haben, dem Körper wirklich etwas Gutes zu tun – genau das vermittelt dieses Buch von Jamie Oliver auf eine Art, die berührt und inspiriert. Die Seiten öffnen eine Welt, ...

Gesund essen und dabei das Gefühl haben, dem Körper wirklich etwas Gutes zu tun – genau das vermittelt dieses Buch von Jamie Oliver auf eine Art, die berührt und inspiriert. Die Seiten öffnen eine Welt, in der einfache Zutaten plötzlich zu strahlenden Verbündeten der eigenen Gesundheit werden. Mit jedem Umblättern entfaltet sich ein Gefühl von Leichtigkeit, fast so, als würde man eine persönliche Reise beginnen, bei der Genuss und Wohlbefinden Hand in Hand gehen.

Besonders eindrucksvoll ist, wie alltagstauglich die Rezepte gestaltet sind. Es gibt keine komplizierten Zutatenlisten, die nur in ausgewählten Feinkostläden erhältlich wären. Stattdessen finden sich viele vertraute Produkte, die in der eigenen Küche nur darauf warten, neu entdeckt zu werden. Die Kombinationen überraschen immer wieder und lassen erkennen, wie sehr Balance und Raffinesse in jedem Gericht stecken.

Ein weiterer Aspekt, der tief beeindruckt, ist die bildliche Gestaltung. Die Fotografien laden ein, das Essen nicht nur zu kochen, sondern es mit allen Sinnen zu erleben. Allein beim Durchblättern spürt man die Freude am Kochen, die fast schon ansteckend wirkt. Gleichzeitig vermittelt das Buch fundiertes Wissen über Ernährung, ohne belehrend oder schwer verständlich zu sein. Alles wirkt leicht, greifbar und motivierend.

Beim Ausprobieren einiger Rezepte stellte sich schnell ein Gefühl von neuer Energie und Klarheit ein. Das Essen schmeckte nicht nur köstlich, sondern hinterließ auch eine angenehme Leichtigkeit – kein Völlegefühl, sondern Wohlbefinden pur. Es ist dieses Zusammenspiel aus Genuss und Achtsamkeit, das das Buch so besonders macht.

Für alle, die gesunde Ernährung nicht als Einschränkung, sondern als Bereicherung erleben möchten, ist dieses Werk ein Schatz. Es schafft den Spagat zwischen Kochbuch und Lebensbegleiter und zeigt eindrucksvoll, dass Essen der Schlüssel zu mehr Lebensqualität sein kann.

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