Profilbild von Alrik

Alrik

Lesejury Star
offline

Alrik ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alrik über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2026

Wenn Glaube wieder atmen lernt

Walk by FAITH
0

Zwischen zerbrochenen Träumen, leiser Hoffnung und einem Glauben, der nicht laut sein muss, um tief zu berühren, erzählt Walk by FAITH eine Geschichte, die sich wie ein vorsichtiges Wiederaufatmen anfühlt.

Valerie ...

Zwischen zerbrochenen Träumen, leiser Hoffnung und einem Glauben, der nicht laut sein muss, um tief zu berühren, erzählt Walk by FAITH eine Geschichte, die sich wie ein vorsichtiges Wiederaufatmen anfühlt.

Valerie kommt nach Berlin, innerlich müde, verletzt und voller Fragen. Ihr Jura Studium, der Tod ihrer geliebten Oma und dieses Gefühl, den Boden unter den Füßen verloren zu haben, machen sie unglaublich greifbar. Ich konnte ihren Schmerz spüren, aber auch diese zarte Sehnsucht nach Frieden, nach Halt und nach einem Gott, der auch dann noch da ist, wenn alles in Scherben liegt.

Jayden bringt mit seiner Musikbar Balou Wärme in die Geschichte. Er wirkt charmant, geheimnisvoll und gleichzeitig wie jemand, der selbst viel mehr mit sich trägt, als er zeigt. Die Verbindung zwischen ihm und Valerie entwickelt sich sanft, gefühlvoll und nicht überstürzt. Genau das hat mir gefallen, weil die Liebe hier nicht alles heilt, sondern begleitet.

Besonders schön ist, wie Glaube, Trauer, Neuanfang und Romantik miteinander verwoben werden. Manchmal hätte die Handlung für mich etwas straffer sein dürfen, doch die Atmosphäre, die Figuren und die emotionale Tiefe haben mich trotzdem getragen.

Ein berührender Faithful New Adult Roman voller Herz, Hoffnung und leiser Stärke.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2026

Zeitreise mit Sand in den Schuhen und Spannung im Gepäck

Jonathan Clock (Band 1) – Die Rache des Pharao
0

Zeitreisen, alte Gräber und ein Herzskarabäus. Mehr braucht es eigentlich nicht, um meinen Neffen und mich neugierig zu machen. Bei Jonathan Clock hatten wir beide ziemlich schnell dieses typische „Nur ...

Zeitreisen, alte Gräber und ein Herzskarabäus. Mehr braucht es eigentlich nicht, um meinen Neffen und mich neugierig zu machen. Bei Jonathan Clock hatten wir beide ziemlich schnell dieses typische „Nur noch ein Kapitel“ Gefühl. Spoiler: Aus einem Kapitel wurden natürlich mehrere. Wer kennt es nicht?

Jonathan ist kein Held, der direkt mit wehender Jacke durch die Geschichte rennt. Er wirkt eher wie ein Junge, der plötzlich merkt, dass sein Leben ein riesiges Fragezeichen ist. Seine Mutter kann Türen durch die Zeit öffnen, Fremde tauchen auf, Gefahr liegt in der Luft und irgendwo wartet das alte Ägypten mit Nofretete, Rätseln und ordentlich Sand in den Schuhen.

Besonders schön fanden wir die Mischung aus Abenteuer und Geschichte. Mein Neffe war bei den Ägypten Szenen richtig dabei, während ich innerlich dachte: Okay, Geschichtsunterricht hätte damals ruhig öfter so spannend sein dürfen. Die Illustrationen geben dem Ganzen zusätzlich Atmosphäre und machen die Welt noch greifbarer.

Ganz ehrlich, der Einstieg braucht ein bisschen Geduld. Da wird einiges erklärt und aufgebaut. Aber sobald die Geschichte loszieht, wird es richtig stark. Geheimnisse, Verfolgung, Zeitportale und die Frage, was passiert, wenn man in der Vergangenheit Mist baut. Kleiner Druck, würde ich sagen.

Für uns ein richtig gelungener Reihenauftakt mit Herz, Tempo und Abenteuergefühl. Nicht perfekt, aber genau die Art Buch, bei der Kinder mitfiebern und Erwachsene heimlich genauso gespannt weiterlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2026

Wenn das Herz gegen jede Regel schlägt

Oceanburn | Im Griff der Jäger
0

Dunkle Wellen, salzige Luft und eine Welt voller Regeln, die sich wie Ketten um Cliffs Leben legen. Oceanburn hat mich direkt mit dieser besonderen Mischung aus karibischem Flair, gefährlicher Magie und ...

Dunkle Wellen, salzige Luft und eine Welt voller Regeln, die sich wie Ketten um Cliffs Leben legen. Oceanburn hat mich direkt mit dieser besonderen Mischung aus karibischem Flair, gefährlicher Magie und innerer Zerrissenheit eingefangen.

Cliff ist kein strahlender Held, der einfach weiß, was richtig ist. Gerade das hat ihn für mich so spannend gemacht. Er wächst in einer Welt auf, in der Nixen gejagt, ausgeblutet und wie Ware behandelt werden, doch tief in ihm regt sich immer stärker der Zweifel. Dieses Ringen zwischen Pflicht, Erwartung und dem eigenen Herzen fühlt sich intensiv und glaubwürdig an.

Besonders schön fand ich die verbotene Verbindung, die nicht nur prickelt, sondern auch moralisch weh tut. Die Begegnung mit der Nixe bringt Cliffs Weltbild ins Wanken und plötzlich verschwimmen die Grenzen zwischen Monster und Mensch, zwischen Jäger und Gejagter. Genau da entfaltet die Geschichte ihre stärkste Magie.

Der Schreibstil ist atmosphärisch, sinnlich und bildhaft, ohne die Spannung aus den Augen zu verlieren. Manche Entwicklungen bedienen vertraute Romantasy Muster, aber die Idee mit Nixenjägern, Vampiren und jamaikanischer Enklave gibt dem Ganzen einen eigenen Sog.

Für mich ist Oceanburn ein fesselnder Romantasy Auftakt über Mut, Identität und die Frage, ob man dem Schicksal wirklich gehorchen muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2026

Wenn Blau nach Freiheit schmeckt

In Zeiten des blauen Lichts
0

Paris, Blau, verbotene Träume und eine Frau, die sich nicht in die Ecke stellen lässt. Klingt erstmal nach hübschem historischen Roman mit ein bisschen Farbeimerromantik, aber nein, da steckt deutlich ...

Paris, Blau, verbotene Träume und eine Frau, die sich nicht in die Ecke stellen lässt. Klingt erstmal nach hübschem historischen Roman mit ein bisschen Farbeimerromantik, aber nein, da steckt deutlich mehr drin.

Alouette hat mich schnell gepackt. Diese junge Frau will nicht einfach nur zusehen, wie Männer entscheiden, was sie darf und was nicht. Sie will erschaffen. Dieses perfekte Blau, dieses Blau der Hoffnung, wird beim Lesen fast greifbar. Man riecht die Werkstätten, sieht die Stoffe, hört innerlich wahrscheinlich irgendeinen alten Zunftmeister meckern und denkt sich nur: Junge, lass sie doch einfach machen.

Die zweite Zeitebene mit Kristof bringt dann eine dunklere Schwere rein. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Kunst, Handwerk und verbotene Träume, sondern um Schutz, Angst, Widerstand und die Frage, wie viel Mut ein Mensch aufbringen kann, wenn die Welt um ihn herum immer enger wird.

Besonders schön fand ich, dass beide Ebenen nicht einfach nur nebeneinander herlaufen, sondern sich langsam wie Fäden in einem großen Wandteppich verbinden. Ja, manchmal braucht das Buch etwas Geduld. Es ist kein Roman, der laut an die Tür hämmert. Eher einer, der sich neben dich setzt, eine Tasse Kaffee nimmt und dann irgendwann mitten ins Herz trifft.

Ein atmosphärischer, gefühlvoller und starker Roman über Freiheit, Liebe, Kunst und den Mut, den eigenen Platz zu suchen. Nicht perfekt, aber wunderschön nachhallend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2026

Wenn Kunst plötzlich Leben retten kann

Das Lied der Amsel
0

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Okay, Graphic Novel, Amsterdam, Widerstand, Familiengeheimnis. Klingt spannend. Und dann klappt man es auf und merkt ziemlich schnell: Hoppla, das hier ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Okay, Graphic Novel, Amsterdam, Widerstand, Familiengeheimnis. Klingt spannend. Und dann klappt man es auf und merkt ziemlich schnell: Hoppla, das hier will nicht nur hübsch aussehen, das will etwas mit einem machen.

Das Lied der Amsel verbindet zwei Zeiten, die erst einmal weit auseinanderliegen. Amsterdam 1943, wo Emma mitten in eine Welt aus Angst, Mut, Fälschungen und Widerstand gerät. Und Amsterdam 2011, wo Annick durch die Krankheit ihrer Oma plötzlich vor einer Familiengeschichte steht, die mehr Fragen aufreißt als Antworten gibt.

Besonders stark ist für mich, wie Kunst hier nicht als Deko benutzt wird. Sie wird zum Werkzeug, zum Schutzschild, manchmal fast zur letzten Möglichkeit, Menschlichkeit festzuhalten. Das klingt jetzt groß, ist es auch. Aber keine Sorge, das Buch steht nicht mit erhobenem Zeigefinger neben einem und sagt: Fühl jetzt bitte etwas. Es macht das viel klüger. Leiser. Und genau deshalb trifft es.

Die Mischung aus Illustrationen, Originalfotos, Karten und verschiedenen Stimmen gibt der Geschichte etwas sehr Echtes. Man blättert nicht einfach nur weiter, man bleibt hängen. An Blicken. An kleinen Details. An diesem bitteren Gedanken, wie schnell ein Leben kippen kann, wenn die falschen Menschen Macht bekommen.

Für mich ist das eine Graphic Novel, die Jugendliche ernst nimmt und Erwachsene gleich mit. Bewegend, kunstvoll, wichtig und trotzdem gut lesbar. Kein bequemes Buch, aber eins, das nachhallt. Und ja, die Amsel singt hier nicht einfach nur. Sie erinnert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere