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Veröffentlicht am 31.08.2025

Schleim, Spaß und Staunen – ein Buch voller Überraschungen

WAS IST WAS Schleim. Eklig? Nein, genial!
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Schleim ist ja so eine Sache. Entweder man findet ihn faszinierend oder man zieht angewidert die Nase kraus. Bei mir war es eher Letzteres – bis dieses Buch ins Haus flatterte und meinen Neffen förmlich ...

Schleim ist ja so eine Sache. Entweder man findet ihn faszinierend oder man zieht angewidert die Nase kraus. Bei mir war es eher Letzteres – bis dieses Buch ins Haus flatterte und meinen Neffen förmlich magisch in den Bann zog. Er saß da, Augen groß wie Untertassen, und wollte Seite für Seite verschlingen. Und was soll ich sagen? Ich habe mitgelesen. Plötzlich wurde aus „igitt“ ein ziemlich überzeugendes „wow“!

Der Autor schafft es, ein Thema, das man sonst eher mit nassen Regenwürmern oder der glitschigen Seite von Steinen verbindet, so spannend und witzig rüberzubringen, dass man glatt selbst Lust bekommt, Schleim anzurühren. Wir haben tatsächlich ein kleines Experiment nachgemacht – das Wohnzimmer sah kurzzeitig aus wie eine Alien-Schleim-Werkstatt. Mein Neffe fand’s genial, ich fand’s anstrengend… aber insgeheim auch ziemlich cool.

Besonders gelungen finde ich, wie vielseitig Schleim in der Natur dargestellt wird: vom Überlebenstrick der Tiere bis hin zu möglichen Zukunftstechnologien. Der Mix aus verblüffenden Fakten, schrägen Details und richtig guten Illustrationen ist genau das, was Kinder ab 8 Jahren (und Erwachsene, die jung im Kopf geblieben sind) brauchen.

Ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit Begeisterung über Schleim spreche. Aber dieses Buch hat meinen Horizont erweitert und meinen Neffen zum kleinen Wissenschaftler mutieren lassen. Und wer weiß – vielleicht klebt eines Tages ein Superkleber nach Schleim-Vorbild in unserer Werkzeugkiste. Bis dahin bleibt dieses Buch ein absoluter Volltreffer für neugierige Kids mit Spaß am Staunen.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Mit Kräutern top, mit dem Mond hab ich’s nicht so

Die Mond-Apotheke
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Ganz ehrlich, die Idee hat was: den Mond als Apothekermeister, der mit jedem Viertel neue Rezepte raushaut. Klingt erstmal nach einem geheimen Club, zu dem man unbedingt dazugehören möchte. Zwischen Badeölen, ...

Ganz ehrlich, die Idee hat was: den Mond als Apothekermeister, der mit jedem Viertel neue Rezepte raushaut. Klingt erstmal nach einem geheimen Club, zu dem man unbedingt dazugehören möchte. Zwischen Badeölen, Teemischungen und selbstgemachten Lotionen fühlt man sich fast wie der Gandalf des Badezimmers. Die Rezepte sind wirklich gelungen, leicht verständlich erklärt und machen auch optisch einiges her. Kräuter wie Rosmarin, Sonnenhut oder Goldnessel werden hier nicht einfach nur aufgezählt, sondern richtig schön in Szene gesetzt – fast so, als würden sie gleich vom Papier springen.

Und jetzt das große Aber: Der ganze spirituelle Überbau hat mich eher ratlos zurückgelassen. Es fühlt sich zu überladen an, Neumondritual hier, Tierkreiszeichen dort, Supermond-Beschwörungen und Energieharmonien – puh. Klar, wer auf Astrologie, Tarotkarten und esoterischen Zauber steht, der wird sich fühlen wie im siebten Mondhimmel. Ich hingegen hab mich dabei ertappt, wie ich nach zwei Seiten überfordert war. Da hilft auch die schön mystische Aufmachung nicht viel.

Unterm Strich: Als Rezeptbuch ist „Die Mond-Apotheke“ echt stark, gerade für Leute, die gerne mit Kräutern experimentieren und natürliche Mittelchen ausprobieren wollen. Der Rest fühlt sich für mich eher nach einer Mondlandung ins Reich der Feenstaub-Fraktion an. Nicht schlecht, aber eben nicht mein Ding. Drei Sterne, weil die Rezepte wirklich klasse sind – die spirituelle Aufmachung hingegen hat mir eher die Stirn runzeln lassen.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Zuckerwatte, Zeitreisen und Zoff – unser Jahrmarkt-Abenteuer

Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall
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Mitten auf dem Jahrmarkt, zwischen Zuckerwatte-Koma und Karussell-Schwindel, haben wir dieses Buch verschlungen. Eigentlich wollten wir nur „kurz reinlesen“ – und plötzlich waren wir im Tunnel der Liebe, ...

Mitten auf dem Jahrmarkt, zwischen Zuckerwatte-Koma und Karussell-Schwindel, haben wir dieses Buch verschlungen. Eigentlich wollten wir nur „kurz reinlesen“ – und plötzlich waren wir im Tunnel der Liebe, im Waggon 8, quer durch die Zeit gerauscht. Meine Tochter grinst immer noch breit, wenn sie an die Szene denkt, in der Liv diesem Hosenträger-Typen auf die Schliche kommt. Ich schwöre, wir haben uns gegenseitig fast die Popcorntüte aus der Hand gerissen, so sehr wollten wir wissen, was als Nächstes passiert.

Dieser Mix aus Magie, Abenteuer und Herzklopfen hat uns komplett abgeholt. Ein Kristall, der die ganze Welt des Jahrmarkts zusammenhält? Klingt vielleicht kitschig, aber im Buch wirkt das richtig genial. Und Liv! So eine mutige, sture, clevere Heldin – meine Tochter meinte sofort: „Papa, die ist wie ich, nur mit mehr Zuckerwatte im Bauch.“ Na ja, ganz unrecht hat sie nicht.

Am meisten Spaß hat uns gemacht, wie man beim Lesen wirklich das Gefühl hat, mitten auf dem Rummel zu stehen: Lichter blinken, Menschen lachen, Zuckerwatte klebt an den Fingern und irgendwo dudelt diese eine Orgelmusik, die nie aufhört. Ich hab fast den Geruch von gebrannten Mandeln in der Nase gehabt – und das ganz ohne Eintrittskarte.

Und dann dieser Junge mit Schiebermütze… wir waren uns erst nicht einig: Verdächtig? Charmant? Beides? Am Ende haben wir beim Lesen halbe Detektivarbeit geleistet. Meine Tochter hat dauernd „Ich wusste es!“ gerufen – meistens lag sie daneben.

Kurz gesagt: Ein wilder, fantasievoller Ritt durch Zeit, Herz und Zuckerwatte. Perfekt zum gemeinsamen Lesen, perfekt zum Abtauchen. Und wir? Wir wollen bitte sofort den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Wie Jane Austen mich in die Graphic Novel-Falle gelockt hat

Verstand und Gefühl - die Graphic Novel nach Jane Austen
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Manchmal frage ich mich echt, warum ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, Klassiker als Graphic Novel zu lesen. Da denkste, Jane Austen, das ist bestimmt staubtrocken, und dann knallt dir dieses ...

Manchmal frage ich mich echt, warum ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, Klassiker als Graphic Novel zu lesen. Da denkste, Jane Austen, das ist bestimmt staubtrocken, und dann knallt dir dieses Buch eine Welle aus Emotionen, scharfen Dialogen und Bildern um die Ohren, die fast so dramatisch sind wie ein überkochender Topf Nudeln, den man vergessen hat.

Elinor, die Vernünftige, und Marianne, die Gefühlsrakete – ich schwöre, die beiden könnten meine Schwestern sein. Die eine mit „erstmal tief durchatmen und nachdenken“ und die andere im Modus „volle Pulle ins Chaos, wird schon irgendwie klappen“. Genau dieses Spannungsfeld macht die Story so herrlich modern. Und ja, klar, es ist England, historische Kleidung, Kutschen und viel Seufzen bei Kerzenlicht, aber trotzdem fühlt sich das Ganze so nah an wie mein letzter WhatsApp-Drama-Chat.

Was die Illustrationen betrifft: Stella Langecker hat hier wirklich Zauberei betrieben. Jede Seite ist wie ein kleines Kunstwerk, das man sich am liebsten ins Wohnzimmer hängen würde – wenn man nicht wüsste, dass es komisch wirkt, wenn die Besucher plötzlich vor Elinors ernster Miene oder Mariannes Tränchen stehen bleiben. Das Ding hat Atmosphäre, Stimmung und gleichzeitig diese gewisse Leichtigkeit, die dich durch die Seiten fliegen lässt.

Und die Neuinterpretation von Anna Opel? Hammer! Sie schafft es, den Austen-Geist zu bewahren und trotzdem die Sprache so frisch zu machen, dass ich mehrmals lachen musste. Es gibt halt nichts Besseres, als wenn ein Klassiker nicht nach Schulpflichtlektüre riecht, sondern nach einem echten Abenteuer für Herz und Kopf.

Kurz gesagt: Wer denkt, Austen sei nur was für Leute mit Spitzendeckchen und Kamillentee, sollte sich mal dieses Buch reinziehen. Danach bist du Team Vernunft oder Team Gefühl – oder, wie in meinem Fall, Team „ein bisschen beides, Hauptsache Drama“.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Wenn Drachen pupsen und Funken sprühen

Furzipups und Lulu Lavazunge (Bd. 6)
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Wenn ein Drache pupst, ist das normalerweise kein Grund für Begeisterung – außer natürlich, er heißt Furzipups. Dann wird es legendär! Und jetzt hat der knatternde kleine Held auch noch eine Schwester, ...

Wenn ein Drache pupst, ist das normalerweise kein Grund für Begeisterung – außer natürlich, er heißt Furzipups. Dann wird es legendär! Und jetzt hat der knatternde kleine Held auch noch eine Schwester, Lulu Lavazunge, die mit ihren Feuersalven das halbe Drachental in Brand steckt. Klingt spektakulär, oder? Ist es auch! Nur eben nicht für Furzipups. Denn plötzlich ist er nicht mehr der Star der Show, sondern der eifersüchtige große Bruder, der mitansehen muss, wie alle über Lulus Feuerspuckerei staunen.

Genau hier liegt die große Stärke dieser Geschichte: Kai Lüftner schafft es, auf unglaublich witzige und gleichzeitig berührende Weise ein Thema zu verpacken, das jedes Kind (und viele Erwachsene!) kennen – Eifersucht und die Suche nach den eigenen Stärken. Und wenn dann noch ein Soundbutton ins Spiel kommt, der für schallendes Gelächter sorgt, ist der Spaß komplett. Mein Neffe hat sich vor Freude kringelig gelacht und ich hab mich fast verschluckt, so oft wie wir auf diesen Knopf gedrückt haben.

Aber neben all dem Kichern steckt eben auch eine wichtige Botschaft drin: Jeder Drache – und jeder Mensch – hat seine eigenen Talente. Es geht nicht darum, besser als jemand anderes zu sein, sondern zu entdecken, was man selbst besonders gut kann. Dass das Ganze mit solchen liebevollen Illustrationen von Wiebke Rauers und mit diesem unvergleichlichen Humor erzählt wird, macht das Buch zum echten Familienhighlight.

Kurz gesagt: Knatterdrache Furzipups liefert wieder mal ein Abenteuer, das Bauch und Herz gleichermaßen trifft. Wer Kinder im Vorlesealter hat oder selbst gerne mal kindisch lacht (hallo, das bin ich), kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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