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Veröffentlicht am 26.02.2026

Abenteuer zwischen Hieroglyphen und Magie

Im Zeichen der Kobra
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Flirrender Wüstensand, uralte Geheimnisse und der Atem der Geschichte. Im Zeichen der Kobra von Fabian Lenk hat uns mitten hinein ins Tal der Könige gezogen. Zwischen Hieroglyphen, Grabkammern und einem ...

Flirrender Wüstensand, uralte Geheimnisse und der Atem der Geschichte. Im Zeichen der Kobra von Fabian Lenk hat uns mitten hinein ins Tal der Könige gezogen. Zwischen Hieroglyphen, Grabkammern und einem Hauch Magie entfaltet sich ein Abenteuer, das Wissen und Spannung wunderbar verbindet.

Gemeinsam mit meiner Tochter bin ich Seite für Seite durch Ägypten gereist. „Mama, stell dir vor, ich wäre ein Falke!“, flüsterte sie, als Yamon sich in Horus verwandelte und plötzlich haben wir beide die Arme ausgebreitet und lautlos durch unser Wohnzimmer „geflogen“. Diese Verwandlungen in Bastet, Horus und Anubis haben uns begeistert, auch wenn wir uns an manchen Stellen etwas mehr Tiefe für die Figuren gewünscht hätten.

Besonders die Szene im Ägyptischen Museum ließ unsere Herzen schneller schlagen. „Das ist wie ein Film!“, rief sie, während wir abwechselnd gelesen haben und ich merkte, wie sehr uns diese halsbrecherische Verfolgungsjagd gepackt hat. Die historischen Details wirken sorgfältig recherchiert und schenken der Geschichte Substanz, ohne zu belehren.

Manchmal ging alles sehr rasant voran, Konflikte lösten sich fast zu glatt da hätten wir uns mehr Atempausen gewünscht. Und doch blieb dieses warme Gefühl eines gemeinsamen Abenteuers, das Fantasie und Wissensdurst gleichermaßen füttert. Ein spannender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht und in dem Magie und Geschichte eine mitreißende Verbindung eingehen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Unsichtbar zwischen Blazern

Prep
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Vierzehn, ein Hochglanzprospekt und dieser eine Moment, in dem man glaubt, die Tür in ein besseres Leben geht gerade auf. Genau da steht Lee Fiora und ich stand innerlich direkt neben ihr. Diese Mischung ...

Vierzehn, ein Hochglanzprospekt und dieser eine Moment, in dem man glaubt, die Tür in ein besseres Leben geht gerade auf. Genau da steht Lee Fiora und ich stand innerlich direkt neben ihr. Diese Mischung aus Ehrgeiz, Unsicherheit und diesem leisen Wunsch, endlich dazuzugehören, trifft einen härter, als man erwartet.

Ault ist kein Internat, Ault ist ein Haifischbecken mit Blazerpflicht. Reichtum tropft aus jeder Ecke, Selbstbewusstsein wird wie Parfum versprüht, und Lee? Versucht, nicht aufzufallen. Während andere scheinbar mühelos durch diese Welt gleiten, kämpft sie mit jedem Blick, jedem Gespräch, jeder Einladung. Und verdammt, das tat beim Lesen manchmal richtig weh.

Was dieses Buch so stark macht, ist nicht das große Drama. Es sind die kleinen, fiesen Gedanken. Dieses Überanalysieren jeder Begegnung. Dieses ständige Vergleichen. Dieses Gefühl, nie genug zu sein. Man will Lee manchmal schütteln und gleichzeitig in den Arm nehmen. Ihre Verliebtheit, ihre Scham, ihre stillen Siege, alles wirkt erschreckend echt.

Große Explosionen gibt es hier nicht, aber dafür diese messerscharfe Beobachtungsgabe. Sittenfeld seziert Teenager-Seelen mit einer Präzision, die fast unangenehm ist. Und ja, stellenweise hätte ich mir gewünscht, Lee wäre mutiger gewesen. Aber genau das macht sie so glaubwürdig.

Prep ist kein lauter Internatsroman. Es ist ein leises, ehrliches Buch über Klassenunterschiede, Selbstzweifel und die ewige Suche nach dem eigenen Platz. Und irgendwie erkennt man sich selbst öfter wieder, als einem lieb ist.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Planeten plötzlich im Kinderzimmer schweben

Science & Kids – Unser Sonnensystem
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Zwischen funkelnden Sternen, staunenden Kinderaugen und raschelnden Bastelbögen entstand bei uns zu Hause ein ganz besonderes kleines Universum. Science & Kids – Unser Sonnensystem von Lauren Fairgrieve, ...

Zwischen funkelnden Sternen, staunenden Kinderaugen und raschelnden Bastelbögen entstand bei uns zu Hause ein ganz besonderes kleines Universum. Science & Kids – Unser Sonnensystem von Lauren Fairgrieve, übersetzt von Marcus Schenk und illustriert von Anja Sušanj, erschienen im arsEdition Verlag, hat uns nicht nur Wissen vermittelt, sondern echte Begeisterung entfacht.

Gemeinsam mit meiner Nichte habe ich Seite für Seite die Planeten erkundet, ihre Eigenheiten bestaunt und mich selbst dabei ertappt, wie sehr mich Saturns Ringe und die gewaltigen Stürme auf Jupiter noch immer faszinieren. Die Texte sind klar, verständlich und dennoch gehaltvoll, sodass auch ich Neues mitgenommen habe. Die Illustrationen wirken freundlich und lebendig, ohne überladen zu sein – genau richtig für neugierige Kinder ab zehn Jahren.

Das absolute Highlight war jedoch das Bastelprojekt am Ende. Mit erstaunlich stabilen, vorgestanzten Bögen entstand Stück für Stück unser eigenes 3D-Sonnensystem. Kein Kleber, kein Frust – nur konzentriertes Werkeln, Lachen und dieses stolze Strahlen, als das Mobile schließlich über dem Schreibtisch meiner Nichte schwebte.

Wissen und Kreativität greifen hier wunderbar ineinander. Insgesamt ist dieses Buch ein liebevoll gestaltetes Gesamtpaket, das Lernen zu einem echten Erlebnis macht.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Mehl in den Haaren und Glück im Herzen

Ich will mitkochen!
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Zwischen Mehlstaub in der Luft und lachendem Gemurmel am Küchentisch hat dieses Buch unser Zuhause in eine kleine Kochschule verwandelt. „Ich will mitkochen!“ von Susanne Dorner aus dem Riva Verlag fühlt ...

Zwischen Mehlstaub in der Luft und lachendem Gemurmel am Küchentisch hat dieses Buch unser Zuhause in eine kleine Kochschule verwandelt. „Ich will mitkochen!“ von Susanne Dorner aus dem Riva Verlag fühlt sich nicht wie ein klassisches Kochbuch an, sondern wie eine Einladung, gemeinsam Zeit zu verbringen – mit schmutzigen Fingern, roten Backen und großem Stolz auf dem Teller.

Schon beim ersten Durchblättern blieben wir an den farbigen Markierungen hängen. „Das darf ich alleine!“, kam es begeistert neben mir, während ich noch die Zutaten sortierte. Die klar gekennzeichneten Kinderschritte geben Sicherheit, ohne die Kreativität auszubremsen. Bei der bunten Veggie-Pizza wurde geschnippelt, diskutiert („Paprika in Herzform!“) und am Ende mit breitem Grinsen probiert. Nicht jedes Rezept ist ein neues Geschmackserlebnis, manches kennt man in ähnlicher Form – aber genau das macht es familientauglich und alltagstauglich.

Besonders schön finde ich die Mischung aus einfachen Klassikern wie Grießbrei und moderneren Ideen wie Smoothie-Bowls. Die Erklärungen zu Schnitttechniken und Küchensicherheit sind praxisnah, ohne belehrend zu wirken. Während wir lasen, planten wir schon das nächste Gericht, stritten liebevoll über Toppings und lachten über kleine Küchenpannen.

Dieses Buch schenkt keine Sterne-Momente, weil es perfekt sein will – sondern weil es Nähe schafft. Und genau deshalb vergebe ich aus voller Überzeugung fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Zuhause im Dazwischen

Trotzdem zuhause
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Zwischen zwei Welten aufzuwachsen klingt nach Abenteuer. In „Trotzdem zuhause“ von Tupoka Ogette aus dem Penguin Verlag fühlt es sich allerdings erst mal nach Dauerregen an – mit kurzen Sonnenstrahlen, ...

Zwischen zwei Welten aufzuwachsen klingt nach Abenteuer. In „Trotzdem zuhause“ von Tupoka Ogette aus dem Penguin Verlag fühlt es sich allerdings erst mal nach Dauerregen an – mit kurzen Sonnenstrahlen, die umso heller brennen.

Hier steht kein glattgebügelter Lebenslauf, sondern ein echtes Leben. Tochter einer weißen Mutter und eines Schwarzen Vaters. Südtansania und Thüringen. Koloniale Geschichte und DDR. Schon beim Lesen saß ich da, Kaffee in der Hand, und dachte: Wie viel kann ein Mensch eigentlich gleichzeitig tragen? Und warum reden wir so wenig darüber?

Ogette schreibt offen, klar, ohne Pathos und genau das trifft. Rassismus, Gewalt, Sexismus, Flucht, Verlust. Keine Schock-Show, sondern ehrliches Erinnern. Und trotzdem, oder gerade deshalb, steckt so viel Kraft zwischen den Zeilen. Mutterschaft, Freundschaften, Neuanfang, diese leise, trotzige Resilienz. Dieses „Ich bin noch hier“. Und zwar ganz.

Besonders hängen geblieben ist dieses Dazwischen. Nie ganz hier, nie ganz dort und trotzdem zuhause. Dieser Widerspruch fühlt sich beim Lesen plötzlich erschreckend logisch an. Mehr als einmal habe ich das Buch kurz sinken lassen, tief durchgeatmet und gemerkt, wie viel eigene Bequemlichkeit da gerade wackelt.

Kein leichtes Buch. Aber ein verdammt wichtiges. Für alle, die verstehen wollen, wie sich deutsche Geschichte nicht nur im Schulbuch, sondern im Körper anfühlt. Fünf Sterne, weil es weh tut, weil es wärmt und weil es bleibt.

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