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Veröffentlicht am 20.05.2026

Odysseus ohne Heldenpolitur

Odysseus
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Odysseus klingt erstmal nach Schulbuch, Sandalenfilm und diesem einen Namen, den man irgendwie immer kennt, aber selten wirklich greifen kann. Und dann kommt Raimund Schulz um die Ecke und sagt sinngemäß: ...

Odysseus klingt erstmal nach Schulbuch, Sandalenfilm und diesem einen Namen, den man irgendwie immer kennt, aber selten wirklich greifen kann. Und dann kommt Raimund Schulz um die Ecke und sagt sinngemäß: Halt mal kurz den Weinbecher, wir schauen uns den Mann jetzt richtig an.

Das Buch macht aus Odysseus keinen glattgebügelten Held mit glänzendem Umhang. Zum Glück. Hier geht es um einen Überlebenskünstler, einen Taktiker, einen Heimkehrer, aber auch um eine ziemlich raue Welt, in der List manchmal wichtiger ist als Moral und ein falscher Schritt direkt ins Verderben führen kann.

Gerade das hat mir gefallen. Diese Antike wirkt nicht wie ein Museum mit Vitrinenlicht, sondern lebendig, hart, gefährlich und manchmal erschreckend nah an uns dran. Man merkt, dass Schulz weiß, wovon er spricht, ohne dabei ständig mit Fachbegriffen um sich zu werfen. Trotzdem muss man wach bleiben. Das ist kein Buch, das einem alles in mundgerechte Häppchen serviert. Manchmal musste mein Kopf kurz sagen: Moment, Kaffee nachfüllen, wir sind hier gerade historisch unterwegs.

Besonders stark fand ich den Blick hinter den Mythos. Odysseus wird nicht kleiner gemacht, sondern menschlicher. Und genau dadurch wird er spannender. Kein makelloser Held, sondern einer, der fällt, trickst, kämpft, zweifelt und trotzdem weitermacht.

Für mich ein kluges, dichtes und überraschend modernes Sachbuch über einen alten Stoff. Nicht immer leicht, aber lohnend. Wer Antike mag, bekommt hier kein trockenes Referat, sondern eine Reise mit Seegang, Abgründen und ziemlich viel Hirnfutter.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Magisches Chaos mit ganz viel Herz

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Magische Schulflure, kleine Katastrophen und eine Heldin, die erst lernen muss, dass Anderssein kein Fehler ist, haben mich bei diesem Buch sofort abgeholt.

Gemeinsam mit meiner Nichte gelesen und vorgelesen, ...

Magische Schulflure, kleine Katastrophen und eine Heldin, die erst lernen muss, dass Anderssein kein Fehler ist, haben mich bei diesem Buch sofort abgeholt.

Gemeinsam mit meiner Nichte gelesen und vorgelesen, hatte die Geschichte genau diesen Zauber, den Kinderfantasy für mich haben darf. Vin ist keine perfekte Heldin, sondern wild, unsicher, eigensinnig und manchmal herrlich chaotisch. Gerade deshalb mochte ich sie so gern. Man spürt schnell, wie viel in ihr brodelt und wie sehr sie sich nach einem Ort sehnt, an dem sie nicht ständig das Problem ist.

Das Internat für magische Talente fühlt sich an wie ein sicherer Zufluchtsort für alle, die sonst nirgends richtig reinpassen. Die Freundschaften entwickeln sich schön, der Schulalltag ist lebendig beschrieben und die magischen Elemente sind kindgerecht, aber nicht zu einfach. Beim Vorlesen gab es immer wieder Stellen, an denen meine Nichte neugierig nachgefragt hat, und genau das macht für mich ein gutes Kinderbuch aus.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Humor, Gefühl und Spannung. Es ist nicht düster überladen, aber trotzdem geheimnisvoll genug, um dranzubleiben. Einige Wendungen waren für mich recht vorhersehbar, doch für die Zielgruppe funktioniert das wunderbar.

Ein liebevoller, fantasievoller Auftakt mit Herz, Chaos und ganz viel Magie.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Wenn Geschichte leise anklopft und mitten ins Herz trifft

Und sie schenkten ihnen ein Zuhause
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Manchmal liegt da so ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Na gut, emotionaler Schutzhelm wäre jetzt angebracht gewesen. Und sie schenkten ihnen ein Zuhause ist genau so ein Roman. ...

Manchmal liegt da so ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Na gut, emotionaler Schutzhelm wäre jetzt angebracht gewesen. Und sie schenkten ihnen ein Zuhause ist genau so ein Roman. Einer, der nicht laut brüllt, sondern sich leise neben dich setzt, dir die Hand auf die Schulter legt und dann trotzdem mitten ins Herz trifft.

Laura Baldini erzählt von Anna Freud, den Kriegswaisenhäusern und Kindern, die Dinge erlebt haben, für die es eigentlich keine Worte geben sollte. Das ist schwer, ja. Aber nie reißerisch. Nie billig auf Tränen gedrückt. Eher so, als würde jemand ganz vorsichtig eine alte Tür öffnen und sagen: Schau hin, auch wenn es weh tut.

Besonders stark fand ich diese Verbindung aus Vergangenheit und späterer Spurensuche. Rose entdeckt nach und nach, dass Herkunft manchmal kein gerader Weg ist, sondern ein ganzes Knäuel aus Schweigen, Liebe, Verlust und Mut. Und Helen? Puh. Diese Figur trägt so viel Wärme in sich, dass man zwischendurch wirklich kurz durchatmen muss.

Der Roman ist historisch, aber nicht staubtrocken. Er hat Herz, Haltung und diesen leisen Sog, bei dem man denkt: Nur noch ein Kapitel. Spoiler: Lüge. Es werden drei.

Für mich ist das kein Buch, das man mal eben nebenbei wegliest. Es bleibt hängen. Nicht, weil es einen kaputt macht, sondern weil es zeigt, wie viel Menschlichkeit selbst dort wachsen kann, wo vorher alles zerstört wurde.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wenn Reisen mehr ist als nur Kofferpacken

Reisen
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Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Na gut, dann reisen wir eben los. Nur merkt man bei Felicitas Hoppe ziemlich schnell, dass hier niemand einfach den Koffer packt, Sonnencreme einsteckt ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Na gut, dann reisen wir eben los. Nur merkt man bei Felicitas Hoppe ziemlich schnell, dass hier niemand einfach den Koffer packt, Sonnencreme einsteckt und einen netten Reisebericht abliefert.

Reisen ist eher ein gedanklicher Aufbruch. Einer mit Umwegen, kleinen Stolperern, klugen Sätzen und diesem leichten Gefühl, dass man nach drei Seiten schon wieder mehr über sich selbst nachdenkt als über irgendeinen Ort auf der Landkarte.

Felicitas Hoppe schreibt über das Unterwegssein, über Freiheit, Sehnsucht, Rastlosigkeit und diese seltsame menschliche Angewohnheit, ständig irgendwohin zu wollen. Und ja, manchmal musste ich kurz innerlich die Hand heben und fragen: Moment, wo genau sind wir gerade? Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Reisen ist eben nicht immer geradeaus. Manchmal ist es Umweg, Müdigkeit, Staunen, Zweifel und ein belegtes Brötchen auf einem Bahnsteig, das erstaunlich viel über das Leben erzählt.

Sprachlich ist das Buch richtig stark. Klug, verspielt, manchmal fast schwebend. Kein Buch, das man mal eben nebenbei wegatmet, sondern eins, bei dem man zwischendurch innehält und denkt: Verdammt, schöner Satz. Gleichzeitig fordert es auch ein bisschen Geduld. Wer klare Reiserouten, exotische Schauplätze und Postkartengefühl erwartet, wird hier vielleicht nicht komplett abgeholt.

Für mich ist Reisen ein literarischer Essay mit Herz, Kopf und ordentlich Bewegung im Gepäck. Kein Wohlfühlurlaub, eher eine kluge Zugfahrt mit Fensterplatz, bei der draußen die Welt vorbeizieht und drinnen plötzlich ziemlich viel passiert.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wenn ein Kochbuch nach Zuhause schmeckt

Einfach wie bei Oma
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Schon beim ersten Durchblättern riecht dieses Buch innerlich nach Sonntagsbraten, frisch gebackenen Waffeln und diesem einen Topf Suppe, der früher gefühlt den ganzen Tag auf dem Herd stand. Einfach wie ...

Schon beim ersten Durchblättern riecht dieses Buch innerlich nach Sonntagsbraten, frisch gebackenen Waffeln und diesem einen Topf Suppe, der früher gefühlt den ganzen Tag auf dem Herd stand. Einfach wie bei Oma ist kein Kochbuch, das laut sein muss. Es kommt leise, warm und vertraut daher und genau darin liegt sein besonderer Charme.

Mir gefällt besonders, dass die Rezepte nicht künstlich kompliziert wirken. Kartoffelsalat, Gulaschsuppe, Königsberger Klopse, Rotkohl oder Eierlikörkuchen lesen sich wie kleine Erinnerungen auf Papier. Viele Gerichte kennt man, manche hat man vielleicht lange nicht mehr gegessen, und plötzlich ist da wieder dieses Gefühl von Küche, Familie und einem vollen Teller, der nicht nur satt macht, sondern irgendwie auch tröstet.

Die Gestaltung wirkt herzlich und nahbar. Die Tipps von Oma geben dem Ganzen etwas Persönliches, fast so, als würde jemand neben einem stehen und sagen: Mach dir keinen Stress, das wird schon. Genau das macht das Buch so sympathisch.

Ganz perfekt ist es für mich nicht, weil ich mir an manchen Stellen noch ein bisschen mehr Überraschung oder Tiefe gewünscht hätte. Trotzdem ist Einfach wie bei Oma ein wunderschönes Wohlfühlkochbuch für alle, die traditionelle Küche lieben und beim Kochen gern ein kleines Stück Zuhause zurückholen möchten.

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