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Veröffentlicht am 25.05.2026

Dieses Buch macht sogar aus meinem Fensterbrett einen kleinen Gemüsegarten

Gemüse für jeden Garten
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Gemüse für jeden Garten ist so ein Buch, bei dem man kurz reinschauen will und plötzlich innerlich schon Tomaten pflanzt, Kräuter sortiert und darüber nachdenkt, ob auf dem Fensterbrett nicht doch noch ...

Gemüse für jeden Garten ist so ein Buch, bei dem man kurz reinschauen will und plötzlich innerlich schon Tomaten pflanzt, Kräuter sortiert und darüber nachdenkt, ob auf dem Fensterbrett nicht doch noch Platz für ein kleines grünes Wunder ist.

Alan Buckingham schafft hier genau das, was ein guter Gartenratgeber können muss: Er nimmt einen an die Hand, ohne dabei zu klingen wie ein belehrender Gartenzwerg mit Klemmbrett. Alles ist verständlich erklärt, schön aufgebaut und so praktisch, dass man nicht erst ein Diplom in Beetkunde braucht, um loszulegen.

Besonders stark finde ich, wie viel Wissen hier drinsteckt, ohne dass es erschlägt. Aussaat, Pflege, Ernte, Lagerung, Sortenempfehlungen, typische Fehler, kleine Kniffe. Das ist nicht nur nett gemeint, das ist richtig brauchbar. Und die vielen Fotos machen einfach Spaß. Da blättert man nicht nur, da plant man schon heimlich das nächste Gartenprojekt.

Was mir besonders gefällt: Das Buch denkt nicht nur an große Gärten. Balkon, Fensterbrett, kleines Beet, alles bekommt seinen Platz. Genau das macht es so sympathisch. Es sagt nicht: Kauf dir erst mal einen Bauernhof. Es sagt: Fang an, auch wenn es nur mit einem Topf Basilikum ist.

Für Anfänger ist es ein wunderbarer Einstieg, für erfahrene Hobbygärtner eine schöne Ideenkiste. Und für alle, die beim Wort Ernte sofort ein bisschen glücklicher werden, sowieso ein Treffer.

Ein richtig tolles, hochwertiges und motivierendes Gartenbuch, das nicht nur informiert, sondern dieses kribbelige Gefühl auslöst: Komm, wir pflanzen was.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Wenn die ganze Welt auf dem Lesetisch liegt

WAS IST WAS Wissen rund um den Globus. 46 Karten, die uns die Welt nach Hause bringen
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Schon beim ersten Aufschlagen lag dieses schöne Weltgefühl auf dem Tisch, als hätte jemand einmal den Globus geschüttelt und all seine spannendsten Fragen bunt auf Papier verteilt. Zusammen mit meinen ...

Schon beim ersten Aufschlagen lag dieses schöne Weltgefühl auf dem Tisch, als hätte jemand einmal den Globus geschüttelt und all seine spannendsten Fragen bunt auf Papier verteilt. Zusammen mit meinen Nichten und Neffen habe ich WAS IST WAS Wissen rund um den Globus gelesen, bestaunt und immer wieder zurückgeblättert, weil es auf jeder Karte etwas Neues zu entdecken gab.

Besonders schön finde ich, dass hier Wissen nicht trocken erklärt wird, sondern über Bilder, Farben und Zusammenhänge lebendig wird. Plötzlich reden Kinder über Handelsrouten, Haie, Häfen, heilige Orte, Süßigkeiten, Sportarten oder darüber, wo unser Essen eigentlich herkommt. Genau solche Bücher liebe ich, weil sie nicht nur Antworten geben, sondern noch viel mehr Fragen wecken.

Die Illustrationen von Barbara Schulze Frenking sind freundlich, detailreich und trotzdem übersichtlich. Der Text von Birk Grüling bleibt verständlich, ohne die Kinder zu unterschätzen. Meine Nichten und Neffen hatten sichtbar Spaß daran, sich gegenseitig Dinge zu zeigen, zu vergleichen und kleine Aha-Momente zu sammeln.

Für mich ist dieses Buch ein richtig gelungenes Sachbuch für neugierige Kinder und Familien. Es bringt die Welt nicht nur nach Hause, sondern direkt an den gemeinsamen Lesetisch.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Ein Berlin Roman mit Dreck, Herz und Absturz

Rosenemil
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Berlin, 1903, schmutzige Straßen, schiefe Gestalten und mittendrin Emil Lehmann, der als Rosenemil irgendwie versucht, durchs Leben zu kommen. Klingt erstmal nach altem Klassiker, riecht aber beim Lesen ...

Berlin, 1903, schmutzige Straßen, schiefe Gestalten und mittendrin Emil Lehmann, der als Rosenemil irgendwie versucht, durchs Leben zu kommen. Klingt erstmal nach altem Klassiker, riecht aber beim Lesen eher nach kaltem Rauch, Hinterzimmer, nassem Pflaster und diesem unguten Gefühl, dass gleich jemand eine richtig schlechte Entscheidung trifft.

Georg Hermann nimmt einen nicht an die Hand, er schubst einen eher direkt in diese Berliner Unterwelt hinein. Da stehen Ganoven, Zuhälter, Prostituierte und kleine Glücksritter nicht dekorativ herum, sondern wirken erschreckend lebendig. Man merkt schnell, hier wird nichts weichgespült. Das ist rau, beobachtend, manchmal bitter und trotzdem seltsam schön erzählt.

Rosenemil selbst ist keine Figur, die man einfach nur mag oder verurteilt. Genau das macht ihn spannend. Da ist dieser Wunsch nach Aufstieg, nach Bedeutung, nach einem besseren Platz im Leben. Und gleichzeitig spürt man schon früh, dass dieser Weg nicht nach oben führt, sondern eher mit Karacho in den Abgrund. Innerlich sitzt man da und denkt: Junge, lass es. Aber natürlich hört er nicht.

Besonders stark ist die Atmosphäre. Dieses alte Berlin lebt hier nicht wie eine hübsche Postkarte, sondern wie ein dreckiges, lautes, trauriges Biest. Der Stil ist anspruchsvoll, aber nicht trocken. Man muss sich darauf einlassen, dann bekommt man ein echtes Stück Literatur mit Kante, Dreck unter den Fingernägeln und erstaunlich viel Herzschmerz zwischen den Zeilen.

Für mich ein intensiver Berlin Roman, der nicht kuschelt, sondern zeigt, wie schnell ein Mensch zwischen Hoffnung, Milieu und falschen Entscheidungen verloren gehen kann.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Wenn der Nebel mehr verbirgt als nur die Wahrheit

Hinter dem Nebel
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Zwischen grauem Himmel, feuchter Erde und diesem schweren Schweigen, das sich wie Nebel über alles legt, hat mich Hinter dem Nebel langsam, aber ziemlich fest gepackt.

Der Tod von Johan Oskarsson wirkt ...

Zwischen grauem Himmel, feuchter Erde und diesem schweren Schweigen, das sich wie Nebel über alles legt, hat mich Hinter dem Nebel langsam, aber ziemlich fest gepackt.

Der Tod von Johan Oskarsson wirkt auf den ersten Blick wie ein trauriger Selbstmord. Ein zerbrechlicher Schriftsteller, ein erhängter Körper, ein Fall, den man vielleicht einfach schließen möchte. Doch genau da beginnt dieses unangenehme Kribbeln. Dieses Gefühl, dass hinter der offensichtlichen Wahrheit noch etwas lauert, das keiner berühren will.

Vidar Jörgensson ermittelt nicht laut, nicht übertrieben heldenhaft, sondern mit dieser stillen Beharrlichkeit, die ich bei skandinavischen Krimis so liebe. Die Geschichte führt tief in die 1950er Jahre, zu Geheimdiensten, Loyalitäten, Verrat und Menschen, die sich selbst verlieren, um irgendwie zu überleben.

Für mich ist das kein Krimi für nebenbei. Die Handlung braucht Aufmerksamkeit, manchmal auch Geduld, aber gerade diese Schwere macht den Reiz aus. Christoffer Carlsson schreibt atmosphärisch dicht, melancholisch und menschlich. Man spürt die Kälte, die Schuld und dieses leise Unbehagen zwischen den Zeilen.

Am Ende blieb bei mir kein lauter Knall zurück, sondern ein stilles Nachhallen. Und genau das passt hier perfekt.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Zwischen Sehnsucht, Herkunft und leiser Stärke

Wind in meinem Kopftuch
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Manchmal reicht schon ein leiser Comic, um innerlich richtig laut zu werden. Wind in meinem Kopftuch hat mich nicht mit großen Gesten gepackt, sondern mit diesen kleinen, stillen Momenten, die plötzlich ...

Manchmal reicht schon ein leiser Comic, um innerlich richtig laut zu werden. Wind in meinem Kopftuch hat mich nicht mit großen Gesten gepackt, sondern mit diesen kleinen, stillen Momenten, die plötzlich mitten ins Herz treffen.

Ich begleite Roya auf einer Reise, die sich anfühlt wie ein vorsichtiges Tasten nach den eigenen Wurzeln. Deutschland ist ihr Zuhause, der Iran lebt in den Erzählungen ihrer Familie weiter. Als sie mit ihrem Vater dorthin reist, wird aus Erinnerung endlich Wirklichkeit. Und genau da entsteht diese besondere Spannung zwischen Sehnsucht und Vorsicht, zwischen Schönheit und Angst.

Die Graphic Novel zeigt ein Land voller Wärme, Landschaften, Familiennähe und kultureller Kraft. Gleichzeitig liegt über allem ein Druck, der beim Lesen spürbar wird. Besonders als queere Frau bewegt sich Roya durch Situationen, in denen Freiheit nicht selbstverständlich ist. Das macht viele Szenen unglaublich intensiv, ohne dass die Geschichte laut werden muss.

Sehr berührt hat mich die Beziehung zu ihrem Vater. Diese letzte gemeinsame Reise bekommt eine Schwere, die man erst nach und nach richtig begreift. Die Erinnerungen wirken dadurch noch kostbarer, fast wie kleine Bilder, die man festhalten möchte, bevor sie verblassen.

Für mich ist das eine eindrucksvolle, persönliche und wunderschön erzählte Graphic Novel über Herkunft, Identität, Verlust und den Mut, sich selbst nicht zu verlieren.

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