Ein Liebesbrief an Wien, der satt macht
Wiener KücheWer glaubt, Wiener Küche sei nur Schnitzel mit Kartoffelsalat und Strudel auf Omas Spitzendeckchen, wird hier gnadenlos eines Besseren belehrt. Dieses Buch macht keine halben Sachen – hier wird geklotzt, ...
Wer glaubt, Wiener Küche sei nur Schnitzel mit Kartoffelsalat und Strudel auf Omas Spitzendeckchen, wird hier gnadenlos eines Besseren belehrt. Dieses Buch macht keine halben Sachen – hier wird geklotzt, nicht gekleckert. Schon beim ersten Durchblättern hatte ich das Gefühl, direkt in einem Wiener Kaffeehaus zu sitzen, umgeben von Mehlspeisen, Kellnern mit grantigem Charme und einem Hauch Melange in der Luft.
Susanne Zimmel – oder wie Insider sagen: Frau Ziii – serviert hier eine Sammlung, die einfach mehr ist als ein Kochbuch. Es ist ein Liebesbrief an Wien und an den Genuss. Dabei kriegt man nicht nur die Klassiker wie Tafelspitz oder Kaiserschmarrn aufgetischt, sondern auch herrlich schräge Neuinterpretationen, die man so schnell nicht vergisst. Krautfleckerl karamellisiert? Ja, bitte! Und dann gleich noch die Ingwer-Nuss-Variante hinterher.
Das Beste: Die Rezepte sind nicht abgehoben oder kompliziert. Man muss keine Michelin-Sterne im Ärmel haben, um loszulegen. Die Anleitungen sind so geschrieben, dass man sich beim Kochen fast begleitet fühlt – als würde Frau Ziii einem zwischendurch ins Ohr flüstern: „Trau dich, das wird was!“ Dazu die Fotos, die einem beim Anschauen schon das Hemd verkleckern lassen – so schön, dass man das Kochbuch eigentlich ins Wohnzimmerregal stellen möchte, nur um ständig reinzugucken.
Und weil’s eben nicht nur ums Essen geht, sondern auch ums Lebensgefühl, gibt’s kleine Anekdoten aus Wien obendrauf. Das macht das Ganze so charmant, dass man am Ende fast automatisch in den Schmäh verfällt. Kurzum: Dieses Buch ist ein Must-have für alle, die Wien lieben, essen lieben oder beides gleichzeitig. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss Palatschinken machen.