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AndyRiedl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2025

Eine berührende Familiengeschichte zwischen Deutschland und Japan

Onigiri
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Das Cover hat mich in diesem Falle nicht abgeholt und mir nicht gefallen. Es wäre für das Buch wohl förderlicher gewesen, ein anderes Cover zu haben, um in den Buchhandlungen mehr Menschen anzusprechen. ...

Das Cover hat mich in diesem Falle nicht abgeholt und mir nicht gefallen. Es wäre für das Buch wohl förderlicher gewesen, ein anderes Cover zu haben, um in den Buchhandlungen mehr Menschen anzusprechen. Dafür bin ich von dem interkulturellen Aspekt der Geschichte sehr angezogen worden. Ich bin seit einigen Jahren von Japan und seiner Kultur fasziniert. Das hat auch in diesem Falle dazu geführt, dass ich das Buch gerne zur Hand genommen habe. Und – soviel kann man jetzt schon verraten – nicht enttäuscht worden bin.
Abseits des interkulturellen Aspekts des Romans hält eine Kernkomponente dieses Buch zusammen: der Umgang einer erwachsenen Tochter mit ihrer alten, dementen Mutter in dem Bewusstsein, dass diese nicht mehr allzu lange zu leben hat. Die Tochter beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven ihr Leben an der Seite ihrer Mutter und geht dabei auch die Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit durch. Das Buch folgt dabei keiner geradlinigen Erzählstruktur, was zur Abwechslung beiträgt. Ich habe im Verlauf des Romans sowohl Tochter als auch Mutter ins Herz geschlossen. Ich kann mich zudem total mit dem Nähe/Distanz-Problem der Tochter identifizieren, dass fundamental für das Thema dieses Buchs ist.
Insgesamt möchte ich dem Buch den Stempel „Gute Literatur“ aufdrücken. Es lässt mich über meine eigenen Erfahrungen aus neuen Perspektiven nachdenken. Ich kann den Finger nicht genau darauf packen, warum es für mich nicht perfekt war, aber ich habe es in jedem Falle sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Ein Hit, der zum Nachdenken anregt

Das Geschenk
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Gaea Schoeters hat zuletzt mit „Die Trophäe“ einen Roman abgeliefert, der den Leser auf eine eindrucksvolle Reise nach Afrika mitgenommen hat. Das Buch war eines meiner Lektüre-Highlights in 2024. Die ...

Gaea Schoeters hat zuletzt mit „Die Trophäe“ einen Roman abgeliefert, der den Leser auf eine eindrucksvolle Reise nach Afrika mitgenommen hat. Das Buch war eines meiner Lektüre-Highlights in 2024. Die Vorfreude auf „Das Geschenk“ war entsprechend riesig.
Vom Cover weg, welches erneut toll ist, bis zur letzten Seite enttäuscht „Das Geschenk“ überhaupt nicht. Es kommt erneut mit einer sehr originellen Idee daher, die ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte. Nimmt man diese Idee einfach hin und lässt sich von Gaea Schoeters mitnehmen, dann wird man diesen Roman sehr gern haben. Schoeters bringt ihre Charaktere erneut in Zwickmühlen. Die Welt steht Kopf. Und sie führt mit ihren klaren und präzisen Sprache durchs Chaos. Dabei regt sie einiges an eigener Reflektion an. Sie ist eine der Autorin, die durch ihr Werk, die Sichtweise ihrer Leser*innen auf die Welt ändert. Wenn man an diesem Roman etwas mäkeln möchte: der Spaß ist nach 140 Seiten schon zu Ende. Die Ideen hätten Stoff für mehr gehabt, aber ich mag es so lieber, als wenn sich ein Autor in der Länge und seinen eigenen Ideen verliert. Von mir gibt es volle Punktzahl und eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein spannendes Gedankenexperiment

Gesellschaftsspiel
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Dora Zwickaus Roman „Gesellschaftsspiel“ war ein Zufallsfund. Der Rezensionsstapel wurde immer dünner und ich habe in vielerlei Leseproben hineingelesen. Hier war mir schnell klar, dass ich dieses Buch ...

Dora Zwickaus Roman „Gesellschaftsspiel“ war ein Zufallsfund. Der Rezensionsstapel wurde immer dünner und ich habe in vielerlei Leseproben hineingelesen. Hier war mir schnell klar, dass ich dieses Buch gern lesen mag. Die Hauptfiguren Isabelle, Annika und Dagmar haben alle ihre Ecken und Kanten, sind aber jede auf ihre Art äußerst liebenswert und werden von mir schnell ins Herz geschlossen. Dazu ist Zwickaus Sprache sehr gut verdaulich und das gewählte Format zwischen Romanpassagen und Auszügen erdachter Social Media zu springen etwas, das genau zu meinem Leserhythmus passt.
Zum Inhalt des Romans mag ich dann gar nicht spoilern. Es geht um ein großes Sozialexperiment eines Milliardärs in Weimar und die Idee ist spannend und faszinierend. So faszinierend, dass diese Idee es ist, die hauptsächlich dieses Buch trägt und ein sehr solides Fundament durch diesen Handlungsstrang ist. Gerne würde ich einen zweiten Teil lesen, der die Idee weiterführt. Ähnlich geht es mir aber auch mit den Figuren. Die Frauen sind alle alleinstehend und stark und es wird das weibliche Leben der Unabhängigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Ich als Leser nehme auch durch die Perspektiven und das Leben der Frauen neue Impulse für mein Weltbild mit. Charaktere und Handlungsstränge sind klar und ausgewogen ausgearbeitet.
Insgesamt macht das „Gesellschaftsspiel“ zu einem meiner liebsten Bücher aus 2025. Es ist ein erstes Highlight meines Lesesommers und ich habe Angst, dass die nachfolgende Lektüre da leider nicht rankommen wird. Unverhofft ein Hit. Ich empfehle dieses Buch vollen Herzens weiter!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Viele bereichernde Einblicke in die europäische Geschichte

Sputnik
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Wenn ich nun ein paar Tage nach der Lektüre über dieses Buch nachdenke, klingt es immer noch positiv nach. Der Einstieg hat mich irritiert und an manchen Stellen fehlt dem Werk etwas mehr Klarheit. Ich ...

Wenn ich nun ein paar Tage nach der Lektüre über dieses Buch nachdenke, klingt es immer noch positiv nach. Der Einstieg hat mich irritiert und an manchen Stellen fehlt dem Werk etwas mehr Klarheit. Ich glaube der Einstieg in das Buch ist nicht besonders gelungen, weil Berkel sich klar an die zeitlichen Abläufe hält und entsprechend sogar noch im Mutterleib seine Geschichte beginnen lässt. Wer sich da denkt: „Oh, oh“ dem sei geraten durchzuhalten. Grundsätzlich ist dies aber ein Roman, den ich auch Freunden und Bekannten in die Hand drücken würde.
Dies liegt an einigen Aspekten im Besonderen. Einerseits fand ich Berkels herausgearbeitete Perspektive auf Nachkriegstrauma sehr spannend. Ich fand zudem seine eigene, sehr frühe Leidenschaft für den Schauspiel- und Theaterbetrieb inspirierend. Auch Berkels Perspektive über sich selbst als Deutschen in Frankreich und seine Perspektive auf seine Zeit dort hat mich sehr begeistert. Danach traut er sich an den innerdeutschen Konflikt heran, in dessen Mittelpunkt die RAF stand. Auch das hat mir sehr gut gefallen.
Und am Ende war das dann ein sehr guter Roman, den ich gerne gelesen und der mich mehr mitgenommen hat, als ich mir erhofft hätte. Mit einer noch klareren Sprache und leichten inhaltlichen Anpassungen wäre das herausragend gewesen, aber auch so hat das in der Lektüre sehr viel Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Mehr-Generationen-Geschichte rund um den römischen Garten in Hamburg

Flusslinien
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Ich war sehr unvoreingenommen, was dieses Buch angeht. Ich hatte von Katherina Hagena noch keine Werke gelesen und mich auch vorher nicht informiert. Das Buch ist dann schon mal rein äußerlich ein Schmuckstück. ...

Ich war sehr unvoreingenommen, was dieses Buch angeht. Ich hatte von Katherina Hagena noch keine Werke gelesen und mich auch vorher nicht informiert. Das Buch ist dann schon mal rein äußerlich ein Schmuckstück. Das Cover ist schön und die Farbkombination auch mit dem Lesebändchen sind ästhetisch schön anzuschauen.
Bei der Lektüre musste ich mich dann erstmal einfinden. Das Buch spielt mit drei und einer halben Erzählperspektiven und hat dadurch auch einen lyrischen Einschlag. Es ist in jedem Fall kein Werk, in dem sich die Handlungsstränge überschlagen. Die Erzählgeschwindigkeit ist gering und die Detailtiefe groß. Das hat einen beruhigenden Effekt und lässt sich sehr gut lesen.
Die Hauptpersonen, die in der Mehrzahl weiblich sind (für mich ein Plus), bringen die unterschiedlichsten Themen mit in die Geschichte ein. Einerseits haben alle vergangene Erlebnisse zu bewältigen. Andererseits besteht eine große Unsicherheit über zukünftige Geschehnisse. Dies sorgt für Spannung in diesem, in Blankenese verorteten, Roman.
Flusslinien kommt insgesamt mit ruhiger Gangart, Spannungsbögen aber vor allem mit liebenswerten Charakteren daher, denen man gerne folgt. Eine etwas unscheinbarere, aber umso ansprechendere Frühjahrserscheinung, die ich gerne weiterempfehle.

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