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Veröffentlicht am 26.06.2025

Lesenswert

Nacht über Föhr
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Am Tag nach dem Mord an dem Inseljungen Ingwer trifft Johann Georg Kohl auf Föhr ein. Er ist Reiseschriftsteller, viel in der Welt herumgekommen und will nun über die Insel schreiben. Doch seine Pläne ...

Am Tag nach dem Mord an dem Inseljungen Ingwer trifft Johann Georg Kohl auf Föhr ein. Er ist Reiseschriftsteller, viel in der Welt herumgekommen und will nun über die Insel schreiben. Doch seine Pläne werden durchkreuzt von der Verhaftung des Südländers Pana, der den Jungen umgebracht haben soll. Das wäre die beste Lösung für alle. Kohl hört sich um, was die Leute erzählen und lernt auch Laura, die Schwester des Toten, kennen. Sie glaubt nicht, dass Pana der Täter ist. Der lebt schon sehr lange auf der Insel, ist immer ruhig und zurückhaltend, nie auffällig. Kohls Neugier ist geweckt und er geht verschiedenen Spuren nach.
So lernt man zusammen mit ihm die damals noch zweigeteilte Insel kennen, ebenso die armen Leute und die feine Gesellschaft, die ihre Ferien dort verbringt. Aber auch da gibt es schwarze Schafe, die einiges zu verbergen haben. Ausführlich wird das schwere Leben der Inselbewohner beschrieben, wobei man Laura und ihre Mutter besser kennenlernt. Die Mutter ist bei den Einheimischen als ‚De Spöök‘ bekannt, die Geister sieht und Visionen hat. Aber vielleicht hat sie in der Nacht des Mordes wirklich etwas gesehen? Die 13jährige Laura ist ein intelligentes Mädchen, das Zusammenhänge schnell erkennt und auch den Mörder ihres Bruders finden will, was sie selbst in Gefahr bringt.
Kohl wird in die feine Gesellschaft eingeführt und hat es dabei immer wieder mit Emma Kühl zu tun, die sich ihm bereits auf der Fähre bekannt gemacht hat. Sie ist eine aufdringliche Person und immer für Klatsch und Tratsch bereit, was ihm überhaupt nicht behagt. Er selbst ist ein sehr angenehmer Mensch, immer höflich und respektvoll zu allen, nicht aufdringlich und sehr sympathisch. Immer mit seinem Notizbuch in der Tasche macht er sich auf die Suche nach dem wirklichen Täter.
Der Schreibstil ist flüssig und gut der Zeit des 19. Jahrhunderts angepasst. Die Atmosphäre auf der Insel ist ebenfalls gut eingefangen. Es gibt viele interessante historische Fakten, aber auch Amüsantes aus der Welt der Reichen und Schönen. Am Ende findet man ein Personenregister, u.a. auch mit realen historischen Persönlichkeiten, die in die Handlung eingeflossen.
Insgesamt ein lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Zwei Weihnachtskrimis

Elsässer Bescherung
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„Elsässer Bescherung“ ist der 8. Teil mit Major Jules Gabin und beinhaltet zwei Geschichten.
Major Jules Gabin freut sich auf das Adventtreffen mit seinen alten Schulfreunden des Abschlussjahrgangs. Nach ...

„Elsässer Bescherung“ ist der 8. Teil mit Major Jules Gabin und beinhaltet zwei Geschichten.
Major Jules Gabin freut sich auf das Adventtreffen mit seinen alten Schulfreunden des Abschlussjahrgangs. Nach und nach treffen alle ein. Doch noch vor dem Hauptgang stirbt einer der Freunde an einem vergifteten Plätzchen. Da Jules in dem Fall befangen ist, übernimmt die Untersuchungsrichterin Joanna Laffarque, gleichzeitig Jules Frau, die Befragungen. Denn der Mörder muss unter den Anwesenden sein. Danach ist die Stimmung unter den Freunden angespannt, bis hin zu aggressiv. Jeder verdächtigt Jeden des Mordes. Der Tote war ein eher mittelmäßiger Autor. Nun plante er, einen True Crime zu schreiben, der ihn erfolgreich und bekannt machen sollte. Wollte er ein altes Geheimnis seiner Freunde aufdecken? Musste er deshalb sterben? Bei den Befragungen vor Ort stellt sich heraus, dass jeder ein Geheimnis hat und auch, wie gut die ehemaligen Schulfreunde wirklich noch befreundet waren. Dann geschieht ein weiterer Mord.
Gleich nach Lösung dieses Falls folgt der nächste. Jules bekommt Drohbriefe. Im neuesten wird sogar ein Mord an einer ihm nahestehenden Person angedroht. Durch die beruflichen Beziehungen von Jules und Joanne gelingt es recht schnell, den Briefeschreiber zu identifizieren, doch die Suche nach ihm gestaltet sich dann doch schwierig. Das Ende war enttäuschend, es kam zu abrupt und war unbefriedigend.
Da ich die vorherigen Teile nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob dieses Buch besser oder schlechter ist. Mir hat es jedenfalls gut gefallen, auch wenn es, jedenfalls bei der ersten Geschichte, eher ruhig zuging. Die zweite dagegen war schon etwas aufregender. Auf das Leben von Jules und Joanne wird nicht näher eingegangen, was wohl daran liegt, dass es bereits der 8. Teil mit den beiden ist. Charakterlich mag ich sie. Jules scheint eher ein etwas ruhiger Mensch zu sein und stellt sich nicht in den Vordergrund. Joanne dagegen handelt sehr entschieden, professionell und wirkt auch mal einschüchternd.
In dem Buch wird in beiden Geschichten bildhaft auf kulinarische Spezialitäten der Gegend eingegangen, sodass ich gleich Appetit bekam. Auf den letzten Seiten des Buches findet man noch einige Rezepte der Region.
Der Schreibstil ist gut und ich konnte zügig lesen. Das Cover finde ich sehr schön.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Ein Dorf dreht durch

Mörderisches Halleluja
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Beim Pilze sammeln im Wald begegnet die tiefgläubige Monika dem Jesus, der sich mitten auf der Pilzwiese sonnt. Nach und nach erscheint Jesus auch anderen Bewohner von Fackenreuth. Und nicht nur das, ein ...

Beim Pilze sammeln im Wald begegnet die tiefgläubige Monika dem Jesus, der sich mitten auf der Pilzwiese sonnt. Nach und nach erscheint Jesus auch anderen Bewohner von Fackenreuth. Und nicht nur das, ein Dieb geht um im Ort und sogar ein Mörder, ein Bauer verschwindet und nicht nur die Esel drehen durch. Das alles ruft den Bischof, die Medien, Jesusjünger, Satanisten und viele Schaulustige herbei. Dorfpolizist Xaver lässt sich vom Jesus nicht beeindrucken, hat nur aber eine Menge zu tun.
Für dieses Buch braucht man eine hohe Humor-Toleranzgrenze, was ich anfangs bei mir bezweifelt habe. Man bekommt den Eindruck, dass das halbe Dorf, einschließlich Esel und Schweine, durchgeknallt ist. Aber die Geschichte entwickelte sich nicht nur spaßig, sondern auch mörderisch.
Neben den vielen skurrilen Personen gibt es noch Xaver, den anscheinend einzigen Menschen, der sich nicht veräppeln lässt. Er ist ziemlich intelligent und kommt nach und nach dem eigenartigen Verhalten der Menschen auf die Spur und löst auch die Mordfälle. Er und sein Freund und Kollegen Lucki sind ein sehr gutes Team.
Der Schreibstil ist einfach und mit einigen bayrischen Dialekten verfeinert, was aber zu verstehen ist. Die Handlung geht rasant voran, es wird langweilig, was auch an den vielen verschiedenen Themen liegt, die hier aufgegriffen werden und nicht nur Jesus betreffen.
Das Cover gefällt mir sehr und lässt schon eine amüsante Geschichte vermuten. Es ist ein gelungener Auftakt der Fackenreuth-Reihe.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Eiskalte Verfolgungsjagd

Die Tote in der Gracht
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„Die Tote in der Gracht“ ist der 2. Fall für Griet Gerritsen.
Die Vorbereitungen für den endlich wieder stattfindenden Elfstädtelauf, dem längsten und härtesten Schlittschuh-Rennen der Welt, laufen auf ...

„Die Tote in der Gracht“ ist der 2. Fall für Griet Gerritsen.
Die Vorbereitungen für den endlich wieder stattfindenden Elfstädtelauf, dem längsten und härtesten Schlittschuh-Rennen der Welt, laufen auf vollen Touren. Da der letzte Lauf aufgrund der Witterungsverhältnisse 1997 stattfand, werden viele Läufer und Gäste erwartet.
Doch noch bevor der Startschuss fällt, wird eine Tote in der Gracht gefunden. Nachdem Griet und Pieter nach ihrem letzten Fall kaltgestellt wurden und nur noch Cold Cases auf dem Tisch hatten, dürfen sie jetzt endlich wieder ermitteln. Die Tote ist eine junge Reporterin, die vergiftet wurde. Griet und ihr Kollege Pieter gehen den Spuren nach. Langsam kristallisieren sich Zusammenhänge zum letzten Elfstädtelauf heraus und sie finden ein Gruppe Läufer, die schon 1997 teilgenommen hatten. Aber was war damals passiert? Was hat die Tote herausgefunden? Es ist eine langwierige, aber keine langweilige, Ermittlungsarbeit, die immer auf neue und unterschiedliche Spuren führt. Dabei geht es nicht nur um Regelverstöße beim damaligen Lauf, sondern auch um Geldgier und kriminelle Familienangelegenheiten.
Für Griet und Pieter als Team ist es der zweite Fall. Die beiden mag ich sehr, sie sind inzwischen gute Freunde geworden, obwohl Pieter hier etwas verschweigt und Griet durch ihre Hartnäckigkeit auch dieses Rätsel löst. Dabei hat auch sie noch ein Problem. Ihr Ex-Mann will mit der gemeinsamen Tochter über Weihnachten zu ihr kommen. Doch dann bringt er Fenja einige Tage vorher vorbei und lässt sie bei Griet. Diese ist nicht die typische Mutter, sie hat keinen Beug zu Fenja und weiß nicht, was sie mit ihr machen soll. Dabei ist die Kleine ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen. Doch auch hier steht ihr Pieter und seine Familie hilfreich zur Seite. Noemi kommt unerwartet früher von ihrem Einsatz aus London zurück und keiner weiß, warum. Sie verhält sich sehr verschlossen und niemand würde sich wundern, wenn sie dort wieder einen Alleingang gestartet hätte. Aber auch dahinter steckt etwas anderes.
Am Ende gehen alle drei bis an ihre Grenzen, um den Fall zu lösen.
Sehr interessant fand ich die historischen Fakten und Hintergründe des Laufes, der leider kaum noch stattfinden kann.
Der Schreibstil ist gut und flüssig, allerdings mit relativ vielen friesischen und niederländischen Sätzen oder Wörtern. Die meisten waren selbsterklärend und viele auch übersetzt worden, sodass es mich nicht weiter gestört hat.
Mir hat das Buch mit diesem außergewöhnlichen Schauplatz sehr gut gefallen. Ich würde gern noch mehr mit diesen Ermittlern lesen.
Auch das Cover passt prima zur Handlung und ist sehr schön.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Amors Pfeil bringt den Tod

Ausgespielt
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Die Partnervermittlung AMOR verspricht ihren Mitgliedern den perfekten Partner und gibt eine Erfolgsgarantie. Doch nach einem Blind Date ist eine Kundin tot. Das ruft Kommissarin Liv Dorn auf den Plan. ...

Die Partnervermittlung AMOR verspricht ihren Mitgliedern den perfekten Partner und gibt eine Erfolgsgarantie. Doch nach einem Blind Date ist eine Kundin tot. Das ruft Kommissarin Liv Dorn auf den Plan. Sie hat jahrelang undercover gearbeitet. Bei ihrem letzten Einsatz kam es jedoch zu einem Zwischenfall, sodass ihr Vorgesetzter sie abziehen musste. Es stellt sich heraus, dass die tote Frau nicht die erste war. Liv meldet sich bei AMOR an, um die letzten Kontakte der Toten zu treffen. Dabei entwickelt sie starke Gefühle für ein Date.
Als die pensionierte Kriminalkommissarin Alice Gerber von AMOR erfährt, sieht sie sofort Parallelen zu einem ihrer ersten Fälle als Vorgesetzte im Jahr 1986, bei dem es um eine Partnervermittlung namens Cupido ging. Der damalige Mörder wurde gefasst. Oder war es doch nicht der richtige? Alice nimmt Kontakt zu Liv auf, und gemeinsam wollen sie den Fall aufklären.
Liv ist eine vielschichtige Person. Sie hat viele Jahre mit verschiedenen Identitäten gearbeitet. Nun muss sie eine ganz andere Rolle spielen, was ihr anfangs etwas schwerfällt. Zudem hat sie mit ihrer persönlichen Geschichte zu kämpfen. Vor vielen Jahren ist ihre kleine Schwester verschwunden, die sie immer noch sucht. Sie ist eine mutige und kämpferische Person, die sich nicht unterkriegen lässt.
Auch Alice hatte es damals als eine der ersten Frauen in einer Führungsposition bei der Polizei nicht leicht. Was sie im Nachhinein alles herausfindet, ist furchtbar.
Durch den Perspektivwechsel vom Cupido-Fall im Jahr 1986 zur Gegenwart von Liv und Alice sowie die kurzen Kapitel wird die Spannung durchgehend aufrechterhalten. In jeder Zeit gibt es viele überraschende Wendungen und falsche Fährten. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und ist einfach großartig.

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