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Veröffentlicht am 08.05.2020

Motorradgangs und geheime Fluchtgänge

Remsmord
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„Remsmord“ von Tanja Roth, emons-Verlag, habe ich als Taschenbuchmit 239 Seiten gelesen. Diese sind in 14 Kapitel eingeteilt.

In einem historischen Fluchtgang in Schwäbisch Gmünd wird ein toter Jugendlicher ...

„Remsmord“ von Tanja Roth, emons-Verlag, habe ich als Taschenbuchmit 239 Seiten gelesen. Diese sind in 14 Kapitel eingeteilt.

In einem historischen Fluchtgang in Schwäbisch Gmünd wird ein toter Jugendlicher gefunden. Die Ermittlungen führen Eva Brenner und Gerhard Vollrath in die Motorradclubszene, zum organisierten Verbrechen und zum Drogenhandel.

Ich bin mit dem Buch und auch den Ermittlern leider nicht wirklich warm geworden.
Zu Beginn gab es viele verschiedene Schauplätze und Personen, mit denen ich Schwierigkeiten hatte. Dann waren es meiner Meinung nach zu viele Insiderbegriffe aus der Motorradszene und zu ausführliche Beschreibungen, was ich teilweise überhaupt nicht verstanden habe.

Auch Eva und Gerhard fand ich nicht so toll als Team. Sie macht viele Alleingänge, ist ständig wegen irgendwas misstrauisch und verpfeift eine Kollegin beim Chef, anstatt vielleicht vorher mit ihr zu reden. Zugute halte ich ihr, dass sie sich für ihren kranken Kollegen einsetzt.
Und Vollrath hat anscheinend die berufliche Distanz gegenüber der Mutter des Toten verloren.
Der neue Kollege Gergle kommt ein bisschen dümmlich rüber und Kollege SchIecht ist ein arroganter Fatzke. Insgesamt finde ich es als kein gutes Team.

Sicher hat sich die Autorin viel Mühe gemacht und sehr gut recherchiert. Aber es ist wohl einfach nicht mein Thema.
Das Cover finde ich sehr schön mit dem dichten Wald, der einsamen Straße und dem einzelnen Motorrad.

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Veröffentlicht am 04.05.2020

Absolute Leseempfehlung

Das Dorf der toten Seelen
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„Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten, Verlag Harper Collins Germany, habe ich als ebook mit 333 Seiten gelesen. Die Geschichte erzählt Alice in der Ich-Form.
Im Sommer 1959 verschwinden alle ...

„Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten, Verlag Harper Collins Germany, habe ich als ebook mit 333 Seiten gelesen. Die Geschichte erzählt Alice in der Ich-Form.
Im Sommer 1959 verschwinden alle Bewohner des Dörfchens Silvertjärn auf unerklärliche Weise. Nur eine Leiche und ein Säugling bleiben zurück.
In der Gegenwart plant Alice Lindstedt ihren ersten Dokumentarfilm über Silvertjärn zu drehen. Sie will herausfinden, was damals geschah und sucht mit ihrem Team den Ort auf. Einiges über die Menschen dort weiß sie bereits, da ihre Großmutter von dort weggezogen ist, kurz bevor alle verschwanden. Im Vorfeld hat sie viel recherchiert und alte Briefe der Familie an ihre Großmutter zu Hilfe genommen. Nicht alle Entdeckungen teilt sie ihrem Team mit. Und auf das, was dann kommt, konnten sie sich auch nicht vorbereiten.
Vor Ort wirkt das Städtchen schon etwas gruselig, alte verfallene Häuser, zugewachsene Wege, eine eingestürzte Brücke, kein Handyempfang. Als dann aus dem Walkie-Talkie ein schauriges Lachen zu hören ist, vermuten sie, dass sie nicht allein in der Gegend sind und beobachtet werden. Es passieren immer mehr unheimliche Dinge und alle haben inzwischen Angst.
In einzelnen Kapiteln wird rückblickend das Dorfleben in Sivlertjärn beschrieben, erst, als alles noch in Ordnung war, die Männer im Bergwerk Eisenerz abgebaut haben, bis die Mine geschlossen wurde. Und dann, wie sich die Menschen veränderten. Es war sehr bewegend, wie die Menschen mit ihrer Angst umgingen und auch falsche Entscheidungen trafen.
Der Verfall des Ortes wird sehr anschaulich geschildert und stimmt schon etwas traurig. Beim Lesen kam ein ordentlicher Gruselfaktor bei mir auf, besonders als die alten Gebäude erkundet wurden und was alles noch so zu finden war, was vom Leben dort zeugte. Die Charaktere waren gut beschrieben, hauptsächlich die damaligen. Von Alice’s Vorfahren erfährt man sehr viel.
Es ist eine sehr spannende, schaurige aber auch bedrückende Geschichte. Gerade auch, was den Briefkontakt zwischen Alice’s Großmutter und ihrer Familie betrifft, die in Silvertjärn geblieben und verschwunden ist.
Bis zum Ende war mir nicht klar, was wirklich passiert ist und dann kam es richtig schlimm.
Durch den sehr guten Schreibstil und natürlich den Spannungsaufbau war das Buch zügig zu lesen. Auch das Cover passt prima zur Geschichte des verschwundenen Dorfes.
Ich bin hochbegeistert von dem Buch.

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Veröffentlicht am 04.05.2020

Zu viele Fälle für ein Buch

Der gute Cop
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„Der gute Cop“ von Scott Thornley, Verlag Suhrkamp, habe ich als Taschenbuch mit 523 Seiten gelesen, diese sind in 54 Kapitel eingeteilt.
Detective Superintendent MacNeice wird zum Hafen von Dundurn gerufen. ...

„Der gute Cop“ von Scott Thornley, Verlag Suhrkamp, habe ich als Taschenbuch mit 523 Seiten gelesen, diese sind in 54 Kapitel eingeteilt.
Detective Superintendent MacNeice wird zum Hafen von Dundurn gerufen. Im Rahmen des dortigen Hafenerneuerungsprojektes wurde ein altes Auto mit zwei Leichen aus dem Wasser gezogen, ebenso wurden mehrere einbetonierte Leichen geborgen. An anderer Stelle bekriegen sich zwei Biker-Gangs und ein Frauenmörder ist unterwegs. Es gibt also viel zu tun.
Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Fälle irgendwie zusammenführen und alles passt. Musste aber feststellen, dass es mehrere einzelne Fälle sind, die, bis auf zwei, nichts miteinander zu tun hatten. Die Geschichte der beiden Leichen in dem alten Auto hätte man auch weglassen können, die waren überhaupt nicht von Relevanz. Ich fand den Teil des Frauenmörders spannend, der auch teilweise aus Sicht des Täters beschrieben wurde. Leider wurde auch dieser Teil immer wieder unterbrochen durch die Biker-Sache, die ich nicht wirklich gut verstanden habe.
Für mich waren es einfach zu viele Fälle, zu viele Personen, auf nichts wurde sich speziell konzentriert.
Im Gegensatz zur Buchbeschreibung redet MacNeice nicht mit seiner toten Frau und mit Vögeln, er träumt von ihr und beobachtet die Vögel. Auch seine charakterliche Beschreibung kommt der Person im Buch nur ansatzweise nahe. MacNeice ist ein sympathischer Mensch, anscheinend ohne Fehler und ohne schlechte Eigenschaften – also ein guter Cop. Die gesamten Charaktere sind relativ farblos beschrieben, man erfährt nichts über sie. Nur Fiza Aziz lernt man etwas näher kennen, sie meint, den Fall des Frauenmörders aufklären zu können, wenn sie den Köder spielt. Dafür, dass sie anscheinend beim letzten Fall etwas Schlimmes erlebt hat, ist sie sehr schnell wieder dabei. Das hat mich schon gewundert.
Der Schreibstil war gut und ich konnte recht zügig lesen. Man muss sich nur eben auf die immer wieder wechselnden Schauplätze und Fälle konzentrieren, was nicht immer einfach war.
Das Cover passe wenigstens zu einem der Fälle und gefällt mir daher ganz gut.

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Veröffentlicht am 27.04.2020

Wunderbar unterhaltsam

Die Toten vom Lärchensee
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„Die Toten vom Lärchensee“ von Joe Fischler, Verlag KIWI, habe ich als ebook mit 238 Seiten gelesen, die in 30 Kapitel eingeteilt sind. Die Handlung spielt in einem Zeitraum von sechs Tagen. Es ist der ...

„Die Toten vom Lärchensee“ von Joe Fischler, Verlag KIWI, habe ich als ebook mit 238 Seiten gelesen, die in 30 Kapitel eingeteilt sind. Die Handlung spielt in einem Zeitraum von sechs Tagen. Es ist der zweite Fall für Arno Bussi.
Zu Beginn findet man eine Karte der Gegend.

Arno kommt zurück ins BKA Wien und an seine „geliebte“ Kriminalstatistik, obwohl er in Tirol als Alpen-Columbo gefeiert wurde. Da er dem Innenminister Hörner aufgesetzt hat, braucht er auch kein zweites Versetzungsgesuch stellen. Nun wird Arno ausgerechnet zu ihm in sein eiskaltes Glasbüro bestellt, um einen fünf Jahre alten Fall aufzuklären. Damals ertrank der Seewirt Sebastian Baldauf im Lärchensee, nachdem er betäubt ins Wasser geworfen wurde und Arno soll das nun aufklären. Also geht es wieder nach Tirol und in das Örtchen Stubenwald. Dort lernt er erstmal den verhexten Brunnen und die beiden Bernhards kennen, der eine kommuniziert im Sparflammen-Modus und der andere fühlt sich immer angesprochen.
Schnell wird der kalte Fall zu einem heißen, als es einen aktuellen Toten gibt und Major Katz vom LKA Tirol auftaucht. Arno ahnt, dass es zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang gibt und will seinem Titel des Alpen-Columbo alle Ehre machen.
Alles scheint im Zusammenhang mit dem Projekt „Chaletdorf“ zu stehen, welches Arthur Aschenwald um den Lärchensee errichten will. Aber das scheint Arno zu einfach zu sein. Er hat sich in den Fall verbissen und klärt ihn in seiner eigenen Art und Weise auf.
Gegen Ende wird es richtig dramatisch und ich musste mir das eine oder andere Tränchen verkneifen.

Insgesamt ein herrliches Buch, sehr humorvoll, aber auch spannend und wunderbar unterhaltsam. Durch den guten und lockeren Schreibstil war ein zügiges Lesen möglich. Und durch die Karte zu Beginn konnte man alle Wege nachvollziehen, außerdem ist Stubenwald ja auch nicht so wahnsinnig groß. Manchmal wird in den Dialekt abgeschweift, aber alles ist verständlich. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, ich war sofort mitten im Geschehen. Und Arno ist schon ein ganz spezieller Typ, sehr sympathisch und unkompliziert.

Das Cover hat mir auch sehr gut gefallen, obwohl statt des Eises eine Käse-Sahne-Torte noch besser gepasst hätte.

Veröffentlicht am 27.04.2020

Spannend und rasant

Ostseegruft
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„Ostseegruft“ von Eva Almstädt, Verlag Lübbe, habe ich als ebook mit 310 Seiten gelesen, diese sind in 40 Kapitel eingeteilt. Es ist der 15. Fall für Pia Korittki.
Kommissarin Pia Korittki nimmt an der ...

„Ostseegruft“ von Eva Almstädt, Verlag Lübbe, habe ich als ebook mit 310 Seiten gelesen, diese sind in 40 Kapitel eingeteilt. Es ist der 15. Fall für Pia Korittki.
Kommissarin Pia Korittki nimmt an der Beerdigung ihrer Schulfreundin Kirsten teil, auf deren Hochzeit sie erst vor zwei Jahren war. Kirsten ist beim Joggen in ein Wehr gefallen und ertrunken. Als ein Fremder ans Grab tritt und behauptet, dass es kein Unfall war, wird Pia hellhörig. Der Fremde war schnell wieder weg und keiner kannte ihn. Pia überredet ihren Chef, die Ermittlungen aufzunehmen. Sie erfährt, dass Kirsten sich verfolgt gefühlt hatte. Das Verhältnis zu ihrem Mann Harro war abgekühlt. Die Schwiegereltern, die mit im Haus und auf dem Hof wohnen, mischen sich permanent in die Ehe ein und drängen auf ein Enkelkind. Genauso war es mit Birte, Harro's erster Frau. Auf die wurde angeblich auch ein Anschlag verübt.
Kirsten's Familie kennt Pia noch aus der Schulzeit. Vor vielen Jahren ist der Vater verschwunden. Während die Mutter auszog, wohnt Sohn Jörg allein in dem Elternhaus. Allerdings musste er es nun verlassen, weil es wegen alter unterirdischer Bunker einsturzgefährdet ist. Bei Sicherungsarbeiten wird unter dem Haus eine mumifizierte Leiche gefunden.
Es beginnt eine umfangreiche Ermittlungsarbeit. Nicht nur Kirsten's Tod muss nun aufgeklärt werden, sondern auch der Tod der unbekannten Leiche. Und was hat Jörg damit zu tun? Ist es vielleicht sein Vater? Nun wird auch in der Vergangenheit des Vaters nachgeforscht.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war spannend, rasant und es wurden viele Aspekte der verschiedenen Personen und Familien beleuchtet. Es geht um Liebe, Eifersucht, verletzte Gefühle. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Pia ist sehr engagiert. In dem Fall trifft sie auf alte Bekannte und eine alte Liebschaft. Aber sie geht professionell damit um. Harro’s Ehefrauen ähneln sich in ihren Ansichten. Beide hatten ihre Arbeit und kein Interesse an der Stallarbeit. Seine Eltern fand ich regelrecht impertinent. Kein Wunder, dass es die jungen Frauen nicht ausgehalten haben. Und Harro hält doch eher zu den Eltern.
Durch den guten Schreibstil und den spannenden Fortgang der Geschichte war das Buch zügig zu lesen. Auch das Cover hat mir sehr gut gefallen

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