Profilbild von Anett

Anett

Lesejury Star
offline

Anett ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anett über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2018

Verworrene Familienverhältnisse

Spreewaldrache (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 3)
0

Mit dem Prolog beginnt das Buch schon recht spannend. 1993 fliegt ein Bootshaus in die Luft und eine Leiche wird gefunden. Dieses Ereignis ist die Grundlage für die aktuellen Geschehnisse.

Klaudia und ...

Mit dem Prolog beginnt das Buch schon recht spannend. 1993 fliegt ein Bootshaus in die Luft und eine Leiche wird gefunden. Dieses Ereignis ist die Grundlage für die aktuellen Geschehnisse.

Klaudia und Petra nehmen an einer teambildenden Maßnahme teil und werden zum Wurstmachen bei den Gastgebern Jana und Mario Schenker eingeteilt. Allerdings wäre ihnen eine Leiche lieber. Und schon wird Jana’s Sohn Daniel niedergeschlagen aufgefunden.
Schon bei Daniels Befragung merkt Klaudia, dass er etwas verheimlicht. Auch seine Mutter Jana und Onkel Mario verheimlichen etwas.
Zwischendurch gibt es Abschnitte aus Sicht anderer Personen. Eine davon ist Frank Klingebiel, der zur Beerdigung seines Vaters gekommen ist. Es kommen nach und nach Dinge aus der Vergangenheit zum Vorschein.

Bis hierhin ist für mich noch alles etwas verworren. Da muss man sich beim Lesen schon etwas konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Viele Personen werden nicht mit Namen genannt, man weiß nicht, wer mit wem worüber spricht.

Kurz danach wird ein toter Obdachloser neben Franks Grundstück gefunden.
Man bekommt während der Ermittlungen den Eindruck, dass jeder mit jedem verwandt und verschwägert ist.

Die Schauplätze wechseln zwischen kurzen Geschehnissen von 1993 und der Gegenwart. Den verworrenen Familienverhältnissen zu folgen, war nicht immer einfach, sodass ich mir auch einige Notizen machen musste. Und das Ende habe ich zweimal gelesen, um alles richtig zu verstehen.
Die Handlung des Buches ist zwar in sich abgeschlossen, es kann aber nicht schaden, die Vorgängerbücher zu kennen. Es gibt doch recht viele Andeutungen zur Vergangenheit, insbesondere bei Klaudia.
Der Schreibstil ist zwar einfach und gut zu lesen, aber man muss sich schon sehr konzentrieren, es ist doch eine recht komplizierte Geschichte.
Das Cover ist sehr schön und passt zum Handlungsort.

Veröffentlicht am 07.04.2018

Spannend

Schweigegelübde (Ein Emma-Vaughan-Krimi 2)
0

Inspector der Mordkommission in Sligo Emma Vaughan muss an diesem Morgen zum Gesundheitscheck und Drogenscreening, was ihr natürlich nicht gefällt, weil sie seit ihrem Unfall starke Schmerzmittel nimmt. ...

Inspector der Mordkommission in Sligo Emma Vaughan muss an diesem Morgen zum Gesundheitscheck und Drogenscreening, was ihr natürlich nicht gefällt, weil sie seit ihrem Unfall starke Schmerzmittel nimmt. Im Krankenhaus trifft sie Michael McCaffrey, den Ehemann ihrer Freundin Laura. Dieser erzählt ihr von seinem Verdacht, einen Todesengel auf der Station zu haben. Emma spricht mit ihrem Chef darüber und wird mit diesem Fall betraut.
Als sich der Verdacht bestätigt, beginnen die Ermittlungen.
Emma hat eine Menge Probleme. Zu Hause hat sie einen pubertierenden Sohn, für den sie viel zu wenig Zeit hat. Ihr Ex-Mann Paul wurde verhaftet und soll als IRA-Mann angeklagt werden. Für ihn hat sie einen teuren Anwalt engagiert, obwohl sie nicht weiß, woher sie das Geld nehmen soll. Ein Mitglied der IRA bietet ihr Geld an. Und dann gibt es noch andere Mordfälle und Emma denkt, dass sie die Täterin vor einigen Monaten aus Mitleid hat laufen lassen. Auch hier beginnt sie heimlich zu ermitteln und vermutet bald eine zweite Mordserie.
Wenn mein Mann ein gewalttätiger Säufer wäre, würde ich ihn bestimmt im Knast verrotten lassen und bestimmt kein Geld für einen Anwalt ausgeben.

In dem Buch werden eigentlich zwei Serientäter gefasst. Zum einen der Todesengel. Der Fall war recht unspektakulär. Zum anderen versucht sie, die anderen Morde aufzuklären und Kontakt zu Catherine aufzunehmen, die sie hat laufen lassen. Dazu macht sie Urlaub in einem ehemaligen Kloster, welches in dem Fall eine große Rolle spielt. Die Geschichte um diese Morde und die Aufklärung war schon recht spannend.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, durch den einfachen Schreibstil ließ es sich flüssig und schnell lesen.
Das Cover gefällt mir sehr gut.

Veröffentlicht am 03.04.2018

Sein Gelübde

Sein Gelübde
0

Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von vier Menschen von der Kindheit in den 60er Jahren an bis zu einem Tod.
Da sind zum einen die Geschwister Susanne und Ingrid, die bei den Eltern auf dem heimischen ...

Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von vier Menschen von der Kindheit in den 60er Jahren an bis zu einem Tod.
Da sind zum einen die Geschwister Susanne und Ingrid, die bei den Eltern auf dem heimischen Hof aufwachsen. Die Eltern sind recht lieblos und sehr streng. Die Mädchen hatten Träume von ihrem Leben und Beruf, die sie nicht erfüllen durften.
Dann sind noch Jürgen und Frank, die beide in einem Heim aufgewachsen sind, sich aber da noch nicht kennen. Beide haben Schlimmes durchgemacht.
In den kursiven Abschnitten wird noch die Geschichte eines namenlosen Jungen beschrieben, der schon als Kind ein Mörder war. Man kann recht lange nur vermuten, um wen es sich dabei handelt.

Inzwischen haben die Schwestern geheiratet. Ingrid und Jürgen kennen sich seit Kindertagen. Susanne lernt den attraktiven und charmanten Frank kennen und sie heiraten. Für Frank ist die Ehe mit Haus und Kindern nur eine Fassade, er ist komplett gefühllos. Erstaunlicherweise hält die Ehe. Anfangs schien Susanne Frank eher hörig zu sein, aber im Laufe der Geschichte setzt sie sich doch manchmal durch. Ihre persönlichen Jugendträume konnte auch sie nicht erfüllen. Sie geht in ihrer Rolle als Ehe-, Hausfrau und Mutter auf.
Von Ingrid und Jürgen wird nicht sehr viel erzählt, sie haben inzwischen auch Kinder bekommen und Jürgen hat es bis zur Mordkommission geschafft. Über die Jahre hinweg gibt es immer wieder Mordfälle, die er versucht zu klären. Er ist der Meinung, dass es immer derselbe Täter ist, obwohl kein Muster zu erkennen ist.
Ich finde es schön, dass Ingrid und Susanne so fest zueinander halten, auch weil ihre beiden Männer sich nicht sympathisch sind.

Am Ende hat nicht nur Frank hat sein Gelübde gehalten sondern auch Susanne, die ihrem Mann treu ergeben war in guten wie in schlechten Zeiten.

Durch die recht kurzen Abschnitte und den Schreibstil lässt sich das Buch zügig und gut lesen.
Das Cover ist eher nichtssagend und gibt auch keine Rückschlüsse auf den Inhalt des Buches.
Die Geschichte insgesamt hat mich sehr berührt und traurig gemacht.

Veröffentlicht am 01.04.2018

Axtmorde

Höllenjazz in New Orleans
0

1919 hat in New Orleans ein Axtmörder sein Unwesen getrieben – das ist eine Tatsache.
Das Buch ist in 6 Teile gegliedert, zu Beginn findet man ein sehr umfangreiches Personenverzeichnis, bei dem ich Bedenken ...

1919 hat in New Orleans ein Axtmörder sein Unwesen getrieben – das ist eine Tatsache.
Das Buch ist in 6 Teile gegliedert, zu Beginn findet man ein sehr umfangreiches Personenverzeichnis, bei dem ich Bedenken bekam, ob ich mit der Geschichte überhaupt klar komme. Aber viele Charaktere sind nur Nebendarsteller.
Im ersten Teil lernt man John Riley kennen. Er ist Reporter bei der Times-Picayune und findet unter den Leserbriefen einen Brief des Axeman, der seinen nächsten Mord ankündigt, aber nur an einen Menschen, der an diesem Tag keinen Jazz hört. Statt es der Polizei zu melden, will er den Brief abdrucken.
Dann wird die Zeit um ein paar Wochen zurückgedreht zu Detective Lieutenant Michael Talbot, der erneut an einen Mordschauplatz gerufen wird. Wie auch bei den letzten Malen wurden die Opfer, italienische Einwanderer und Lebensmittelhändler, regelrecht mit einer Axt hingerichtet. Unter der Bevölkerung macht sich Angst breit. Da vermutet wird, dass der Täter ein Schwarzer ist, werden diese oftmals gejagt und bedroht.
Ida arbeitet in einer Privatdetektei, fühlt sich allerdings unterfordert. Als sie in den Unterlagen zu den Axtmorden Zusammenhänge zu erkennen vermeint, wendet sie sich an ihren Freund Lewis um Hilfe bei der Befragung von Zeugen zu den einzelnen Taten. Als Frau und noch dazu als Mischling hat sie keine Chance, alleine zu ermitteln.
Als Luca d’Andrea aus dem Gefängnis entlassen wurde, wandte er sich sofort wieder an Carlo Matranga von der „Familie“. Dieser verlangte von ihm, den Axeman vor der Polizei zu finden. Luca stimmte zu, weil er sich erhoffte, Geld für seine Rückkehr nach Italien dadurch zu verdienen. Er hoffte allerdings auch, seinem früheren Kollegen Michael Talbot dabei nicht über den Weg zu laufen. Schließlich hatte der gegen ihn ausgesagt und ihn somit 5 Jahre hinter Gitter gebracht. Daher hat Michael es auch auf dem Revier nicht leicht und er ist nicht beliebt. Außerdem hütet er ein privates Geheimnis, wodurch er erpressbar wird.
Die Geschichte wir immer mal wieder unterbrochen von tatsächlichen Polizeiberichten zu diesem Fall, was das Buch noch authentischer macht.
Eigentlich gibt es drei Ermittlungen. Zum einen gehen Ida und Lewis ihren Spuren nach, dann Michael und dann ist da noch Luca, der Einzelgänger. Seine Lösung gefällt mir am besten. Aber auch die anderen sind nachvollziehbar. Alle Ermittler bringen sich in große Gefahr und leider überlebenden es nicht alle. Dazu kommt noch der große Sturm mit Überschwemmungen, was alle noch dramatischer macht.
Das Buch erzählt eine wahre Geschichte.
Es ist gut dargestellt, dass NO zum einen eine bunte, lustige, pulsierende Stadt mit viel Musik und großen Künstlern und zum anderen ein geheimnisvoller, durch viele Kulturen vermischter Ort ist, mit dem Glauben an Zauber, Voodoo, Magie. Nach dem Krieg kamen sehr viele Einwanderer aus allen Ländern nach NO, es gab Rassenunterschiede und Rassenhass. Es war die Zeit der bevorstehenden Prohibition, die Mafia regiert überall mit, die Polizei war bestechlich.
Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die Tatsachen des Falles mit eigenen Vorstellungen und Fiktionen darzustellen und daraus einen super spannenden Roman zu schreiben.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Bilderrätsel

Das Vermächtnis des Künstlers
0

Humphrey Murray und seine Frau traf es zuerst. Nach einem abendlichen Stromausfall gingen sie früh ins Bett und am Morgen waren sie tot. Lag es an dem Bild, was sie vor einigen Jahren auf dem Wochenmarkt ...

Humphrey Murray und seine Frau traf es zuerst. Nach einem abendlichen Stromausfall gingen sie früh ins Bett und am Morgen waren sie tot. Lag es an dem Bild, was sie vor einigen Jahren auf dem Wochenmarkt erstanden hatten? Denn kurz nachdem sie es im Haus aufgehängt hatten, begannen ihre Probleme und auch das Haus hatte sich verändert. Danach landete das Bild im Keller, seitdem traute sich keiner mehr dorthin.
Dr. George Mallory ist Psychologe und interessiert sich für Geistererscheinungen und paranormale Phänomene, will diese erforschen und die Ursachen finden.
Ein Brief von Dr. Velmonte, Direktorin eines privaten Kunstmuseums in Venedig mit der Bitte, die Gerüchte um eine Gemäldesammlung zu entkräften, machte ihn neugierig. Es gab in England eine Brandserie über Jahre hinweg, bei der auch die Bewohner der Häuser umgekommen sind, überlebt haben es jeweils nur die Bilder. Diese zeigten unterschiedliche weinende Kinder. Dr. Velmonte hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, all die verdammten Bragolin-Bilder aufzukaufen. Dr. Mallory soll die restlichen beiden Bilder finden. Sie denkt, dass der Spuk ein Ende hat, wenn alle Kinder-Bilder wieder vereint sind.
Zusammen mit Dr. Josephine Canino entschließt sich Mallory, den Vorfällen auf den Grund zu gehen. Die Suche gestaltet sich spannend und gefährlich. Sie werden in Verbrechen verwickelt und geraten selbst in Gefahr. Josephine hat auch noch ihre pubertierende Adoptivtocher Amanda, mit der sie zurzeit große Probleme hat. Als sie Amandas geliebte Comics liest, um sie besser zu verstehen, wird Josephine von den Dämonen ihrer Kindheit eingeholt.

Insgesamt war es eine sehr interessante Geschichte, die beginnend in England, über die USA nach Italien, Spanien und Frankreich führt. Allerdings waren mir einige historische Fakten und andere Beschreibungen zu ausschweifend und haben immer wieder die spannende Handlung unterbrochen. Auch die Lesung der Comics war etwas zu viel. Das Ende ist offen und ich freue mich auf die beiden nächsten Teile.
Das Cover ist sehr kräftig in Rot gestaltet. Es zeigt einen Blick über das Wasser auf Venedig. Meistens ließ sich das Buch gut und flüssig lesen.