Viel Potential, das nicht genutzt wurde
My Roommate is a Vampire - Ein Mitbewohner zum AnbeißenIch liebe Vampire. Das Zusammenspiel aus Historie, Weltfremdheit und Fantasy bietet jede Menge Potential. Eigentlich so auch hier. Eigentlich. Denn das Potential wird hier leider nicht ausgeschöpft.
Spielt ...
Ich liebe Vampire. Das Zusammenspiel aus Historie, Weltfremdheit und Fantasy bietet jede Menge Potential. Eigentlich so auch hier. Eigentlich. Denn das Potential wird hier leider nicht ausgeschöpft.
Spielt es hier eine Rolle, dass es sich bei Frederick um einen Vampir handelt? Nein, er hätte auch ein britischer Aristokrat sein können, der kürzlich aus einem längeren Koma erwacht ist. Gibt es weitere Fantasyelemente? Nein. Gibt es Spannung? Nein. Von Anfang bis Ende ist klar, was als nächstes passieren wird. Gut, nicht ganz. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass die Handlung sich mit der Erklärung von Instagram, Internet und Kochgeschirr befassen wird.
Zwischendrin gibt es an den Kapitelanfängen Briefwechsel, Ankündigungen und ähnliches, und genau diese bieten Potential. Oder besser: boten. Denn sie gehen komplett unter und werden nicht genutzt. Dabei hätten genau diese kleinen Ankündigungen, ausgeschrieben und in die Handlung eingewoben, so vieles Lustiges und Spannendes eingebracht. So aber bleibt die Handlung flach und gewöhnlich. Ich lese keinen Vampirroman, um dann seitenweise zu lesen, warum der Vampir Instagram nicht versteht. Auch Reginald hätte mehr vorkommen können. Das Buch wurde als "lustig" betitelt, aber wo blieb da der Witz? Wo das Skurille? Nur in der Einrichtung der Wohnung?
Davon mal abgesehen, habe ich mich gefragt, ob sich mit den Epochen, die Frederick tatsächlich durchlebt hat, beschäftigt wurde. Sein Verhalten ist sehr keusch, sehr zurückhaltend und unwissend. Dabei traf gerade das auf Männer der damaligen Zeit nicht zu. Männer durften damals ihre Gelüste ausleben, nur nicht mit adligen Damen.
Neben der Handlung hat mich auch der Schreibstil nicht überzeugt. Es gibt unglaublich viele Wortwiederholungen, gefühlt auf jeder Seite fünf Dass-Sätze und drei Blicke. Besonders zu Anfang hat mich das sehr gestört.