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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2025

Du bist stark!

Ganz aus Splittern
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Der YA-Roman Ganz aus Splittern von Danae Lake handelt von Chrissy, einer Schülerin, die im Problemviertel aufwächst und diesem entkommen möchte. Dabei steht ihr ihr bester Freund zur Seite. Doch kann ...

Der YA-Roman Ganz aus Splittern von Danae Lake handelt von Chrissy, einer Schülerin, die im Problemviertel aufwächst und diesem entkommen möchte. Dabei steht ihr ihr bester Freund zur Seite. Doch kann man so gut befreundet sein, ohne dass mehr passiert? Und was ist, wenn plötzlich große Veränderungen bevorstehen - was ist Chance und was ist Utopie?

Die Geschichte ist sehr intensiv und nimmt den Leser mit in die Höhen und vor allem die Tiefen des Lebens eines Mädchens, das etwas ändern möchte, aber dies nicht kann. Doch wie lange kann man das alles aushalten und wann geht man daran unweigerlich selbst kaputt?

Die Kapitel sind aus Chrissys Sichtweise erzählt, wodurch man als Leser noch mehr in das Geschehen hineingezogen wird. Dieses Buch ist keine bloße Erzählung, es zu lesen wird zu einer Erfahrung mit Abgründen, über die man sich im Normalfall keine Gedanken macht, weil man das Schlechte dieser Welt doch viel lieber verdrängt und wegsieht. Nein, hier wird kein Alltag geschildert und gleichzeitig eben doch ein Alltag, dem viel zu viele Menschen auf dieser Welt und auch bei uns ausgesetzt sind und die einfach keine Möglichkeit haben oder sehen, diesem zu entkommen. Dennoch waren mir die Schilderungen teilweise etwas übertrieben oder vielleicht auch nur zu oberflächlich geschildert. Dennoch ein im absolut positiven Sinne aufwühlendes Buch über ein tabuisiertes Thema.

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate:

"Mein Körper wird schwer und gleichzeitig schwerelos, ich fühle, dass ich wieder fühle."
"Plötzlich wird mir klar, dass sie genauso viel Angst hat wie ich. Vor dem, was ich ihr gleich sagen werde. Vor dem, was sie hören muss. Womit sie umgehen muss, denn sie ist gekommen, um mir zuzuhören, und das finde ich mutig. Ihr Mut macht mir Mut, ihr die Wahrheit zu sagen."
"Egal. Die Frau heißt Chrissy, der Mann Alex, und das hier ist die reale Welt. Die sehr viel romantischer ist als die in Christmas Dreams. Weil sie echt ist."

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Veröffentlicht am 16.03.2025

"Heute geht es nicht um die Vergangenheit. Es geht um uns."

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Der Roman Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch beschreibt die Geschichte von Elijah Leith, den man vom Teenager bis zum erwachsenen Mann begleitet. Elijah muss erst seinen eigenen Weg finden und ...

Der Roman Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch beschreibt die Geschichte von Elijah Leith, den man vom Teenager bis zum erwachsenen Mann begleitet. Elijah muss erst seinen eigenen Weg finden und sich darüber klar werden, welche Menschen ihm dabei wie wichtig sind. Diese Erkenntnis braucht Zeit und vor allem einige Irrwege, die als solche erkannt werden müssen. Die Geschichte nimmt den Leser mit auf diese Reise.

Die Kapitel sind in mehreren Zeitsträngen und aus unterschiedlichen Perspektiven verfasst, was zunächst zu leichten Verwirrungen führen kann, allerdings für meine Begriffe hier eine sehr gelungene Gestaltung darstellt und Abwechslung verspricht. Die Spannung wird konstant hochgehalten, da ständig neue Informationen eingebracht werden, die das Geschehen in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ich mag es, beim Lesen mitzurätseln und mitzufiebern, um Zusammenhänge bereits vorab zu erkennen. Hier ist das sehr gut möglich und gleichzeitig ändert man im Laufe der Kapitel seine Ideen komplett, da weitere Infos gestreut werden.

Allerdings haben mir etwas die Emotionen gefehlt. Der Roman ist für meinen Geschmack etwas zu nüchtern geschrieben. Natürlich wird die Stimmung der Protagonisten in den einzelnen Situationen durch den Inhalt deutlich, aber ich hätte mir gewünscht, diese Gefühle beim Lesen noch mehr fassen zu können.

Insgesamt ein Roman mit viel Spannung, der sich gar nicht so richtig in eine Kategorie einordnen lässt.

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate:

"Leben und Tod wechseln sich auf den Seiten der Zeitung mit schwindelerregender Schnelligkeit ab, und das würde sich in der nächsten Zeit auch nicht ändern."
"Aber das Leben ist lang, wenn wir Glück haben, und irgendwann wirst du auf diese Weggabelung zurückblicken, mit dem Abstand vieler Jahre."
"Es waren die kleinen Momente, gewöhnliche Momente, Momente wie dieser, die ihre Beziehung so besonders machten."

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Zwischen Kontrolle und Wahrheit

Coldhart - Strong & Weak
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Den Auftakt der YA-Trilogie ColdHart von Lena Kiefer bildet der Roman Strong & Weak. Wer bereits WestWell gelesen hat, der kennt einige der Protagonisten; wer diese Trilogie noch nicht gelesen hat, der ...

Den Auftakt der YA-Trilogie ColdHart von Lena Kiefer bildet der Roman Strong & Weak. Wer bereits WestWell gelesen hat, der kennt einige der Protagonisten; wer diese Trilogie noch nicht gelesen hat, der sollte das nachholen wenn ihm dieses Buch gefällt, es lohnt sich!

Thematisiert wird Elijah Coldwells Geschichte, wobei seine Entführung bereits einige Jahre in der Vergangenheit liegt und er mittlerweile neben seinem Studium ins Familienunternehmen eingestiegen ist. Doch auch heute kämpft er noch mit den Dämonen, welche die damaligen Erfahrungen in ihm geweckt haben. Was passiert, wenn plötzlich eine Frau auftaucht, die ihm mehr bedeuten könnte, als er jemals geplant hat, als er jemals wollte? Felicity kommt zum Studieren in die Stadt und lernt dabei erst ihren Vater kennen, von dessen Existenz sie zwar wusste, jedoch nie Kontakt bestand.

Eine Geschichte voller versteckter Hinweise, Geheimnisse und Gefühl! Die Kapitel sind abwechselnd aus Elijahs und Felicitys Perspektiven erzählt und man wird als Leser vom ersten Wort an in die Geschichte hineingezogen. Ich weiß nicht, wie es die Autorin immer wieder schafft, solche Gesamtkunstwerke zu erschaffen, aber die Geschichte bleibt nicht auf dem Papier, sondern nimmt Gestalt an vor meinem geistigen Auge. Bei diesem ganzen Lob müsste es eigentlich fünf Sterne geben, aber ich bleibe hier mal bei vieren. Richtig begründen kann ich das gar nicht; dieser Roman ist brillant, aber irgendetwas hat mir noch gefehlt, um es perfekt werden zu lassen. Ich konnte mich sehr gut in die Personen hineindenken und dennoch habe ich an ein paar Stellen gezweifelt oder etwas war für meine Begriffe zu offensichtlich gestaltet, sodass das Überraschungsmoment ein wenig verloren gegangen ist...

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate aus diesem berührenden Roman:

"Im Grunde tat gerade alles mehr oder weniger weh, aber vielleicht gehörte das dazu, wenn man seinen eigenen Weg finden wollte."
"Sie hatte sich nicht darum geschert, was man über mich redete, sondern hatte mich gesehen, und in dem Moment, als mir das bewusst geworden war, hatte ich mich in sie verliebt."
" "Ich fühle mich nirgendwo sicherer als bei dir." Der Gedanke war da, ohne dass ich ihn aktiv dazu eingeladen hatte."
"Sie brachte mich dazu, mich zu öffnen. Nein, falsch, sie brachte mich dazu, mich öffnen zu wollen. Das war viel riskanter."
"Keiner von uns regte sich, keiner sagte ein Wort. Aber es war auch nicht nötig. Das hier war einer dieser Momente, in denen nicht gesprochen werden musste, um einander zu verstehen."

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Wo wir uns finden

Vom Leuchten der Sterne
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Der Roman Vom Leuchten der Sterne von Wolfgang Schnellbächer handelt von vier Freunden, die gerade ihr Abitur bestanden haben und die jeder für sich ein gewaltiges Päckchen zu tragen haben. Sie machen ...

Der Roman Vom Leuchten der Sterne von Wolfgang Schnellbächer handelt von vier Freunden, die gerade ihr Abitur bestanden haben und die jeder für sich ein gewaltiges Päckchen zu tragen haben. Sie machen sich auf eine Reise zu sich selbst, um zu verstehen. Die vier sind komplett unterschiedliche Charaktere und dennoch sind ihre Geschichten miteinander verwoben.

In dieser Geschichte steckt sehr viel Philosophie und sie wollte definitiv zum Nachdenken anregen. Leider wurde ich persönlich aber nicht in den Bann des Geschehens gezogen, sodass ich angefangen hätte, nachzudenken und alles auch auf mein eigenes Leben zu beziehen. Der Romanfortschritt ist recht flott und die Geschichte dadurch relativ gerafft erzählt. Besonders ist zudem, dass es keine Kapitel in dem Sinne gibt, sondern einzelne kleinere Abschnitte, die aus den Sichtweisen der vier Freunde erzählt sind.

Insgesamt handelt es sich definitiv um ein außergewöhnliches Werk, bei dem ich persönlich lange nicht wusste, ob ich begeistert bin oder nicht. In jedem Fall war ich fasziniert von der Geschichte.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Weihnachtsmänner und Winterengel

My Christmas Wish
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Der YA-Winterroman My christmas wish von Sarah Saxx erzählt die Geschichte der Psychologiestudentin Lydia, die eine Initiative gründet, um alleinstehenden Menschen ein Weihnachten in Gesellschaft zu ermöglichen. ...

Der YA-Winterroman My christmas wish von Sarah Saxx erzählt die Geschichte der Psychologiestudentin Lydia, die eine Initiative gründet, um alleinstehenden Menschen ein Weihnachten in Gesellschaft zu ermöglichen. Bei der Planung ist besonders Shawn mit Engagement dabei und auch wenn viel zu wenig Zeit bleibt, kommen sich die beiden dennoch näher. Aber letztlich bleibt die Frage, ob jemand wirklich so perfekt sein kann...

Der Roman ist abwechselnd aus den Sichtweisen von Lydia und Shwan verfasst, was gute Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten der beiden Protagonisten ermöglicht. Darüber hinaus bietet sich dadurch die Möglichkeit, den Leser bereits mehr ahnen zu lassen als der jeweils andere weiß, aber dennoch besteht keine absolute Sicherheit, da doch immer nur Andeutungen getätigt werden, wodurch die Spannung weiter aufrecht erhalten wird.

Die Thematik, auf deren Grundlage die Geschichte aufgebaut ist, steht absolut im Vordergrund, aber das auf angenehme Art und Weise ohne anderen Aspekten ihren Platz zu nehmen. Die Organisation einer solchen Weihnachtsaktion und der Hintergrund dessen ist natürlich fiktiv, kann uns Leser aber auch im Kleinen inspirieren, Dinge zu tun, die wir sonst vielleicht nicht tun würden und besonders der Dank am Ende mit dem Hintergrund der Romanidee, zeigt, dass man manchmal einfach mutig sein sollte und sich nicht hinter der eigenen Schüchternheit verstecken, um nicht Chancen verstreichen zu lassen.

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