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Veröffentlicht am 27.08.2021

Leben oder Sterben?

Vollendet – Die Flucht
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“ In einer perfekten Welt wäre alles entweder weiß oder schwarz, richtig oder falsch, und jeder würde den Unterschied erkennen. Aber die Welt ist nicht perfekt. Das Problem sind die Menschen, die denken, ...

“ In einer perfekten Welt wäre alles entweder weiß oder schwarz, richtig oder falsch, und jeder würde den Unterschied erkennen. Aber die Welt ist nicht perfekt. Das Problem sind die Menschen, die denken, sie wäre es.“


Ich liebe Neal Shustermans Bücher und deshalb war die Frage anfangs gar nicht, ob ich das Buch mögen würde, sondern wie sehr ich es mögen würde. Die Antwort lautet: Sehr sehr!

Der Autor gehört aufgrund seiner Ideen und seines Schreibstils mit Wiedererkennungswert zu meinen Liebsten und dahingehend hat auch Vollendet-Die Flucht mich nicht enttäuscht. Jede einzelne Seite habe ich inhaliert, habe kaum gemerkt, wie lange ich schon wieder lese. Und genau so soll es doch sein? Ich konnte vollkommen in diese ziemlich schmerzvolle Geschichte abtauchen.

Es ist ein wenig wie bei Scythe. Für die Menschen in den Büchern ist alles so normal, während man sich als LeserIn fragt, was da eigentlich zum Teufel schief gelaufen ist. Dabei wird nichts beschönigt. So gibt es eine Szene, die mich wirklich sprachlos gemacht hat, die wirklich heftig ist und die nicht unbedingt für schwache Nerven gedacht ist (für Erklärung mit Spoiler –> unter dem Fazit). Und gleichzeitig fasziniert und beeindruckt es mich, wie sehr der Autor es dort schafft zu mir durchzudringen.

Mit Risa, Connor und Lev hat Vollendet-Die Flucht drei sehr unterschiedliche Charaktere, die aber sehr gut harmonieren und die alle eine Entwicklung durchmachen. Doch auch Nebencharaktere bekommen ihre Geschichten, sodass ein großen Ganzes entsteht und es noch mehr Seelen gibt, mit denen mitgelitten werden kann.

Fazit

Der erste Band von Vollendet ist für mich ein absolutes Highlight und genau so muss sich Lesen für mich anfühlen. Außerdem beeindrucken mich Shustermans Welten und vor Allem seine intelligente Art zu schreiben.



Anmerkung zur Szene mit Spoiler

Wie oben beschrieben gab es eine Szene, die sehr heftig war. Es wird ein Teenager umgewandelt, das heißt, dass der ganze (!) Körper der Organspende dient, obwohl der Teenager noch nicht tot ist. Somit ist der Wandler noch bei vollem Bewusstsein. Ich persönlich empfand die Szene schon als schockierend, theoretisch könnte dieses Kapitel aber auch übersprungen werden 🙂

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Veröffentlicht am 26.08.2021

Willkommen beim Welten-Hopping

Cryptos
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Dieses Buch durfte ich in einem Buddyread mit zwei ganz lieben Mädels lesen und die Geschichte ist auch wie gemacht dafür. Zum Einen unterhält das Buch seine LeserInnen ziemlich gut. Zum Anderen gibt es ...

Dieses Buch durfte ich in einem Buddyread mit zwei ganz lieben Mädels lesen und die Geschichte ist auch wie gemacht dafür. Zum Einen unterhält das Buch seine LeserInnen ziemlich gut. Zum Anderen gibt es immer wieder neue Rätsel und Geheimnisse, die es zu lösen und aufzudecken gilt. Und als Gruppe lassen sich doch viel besser Theorien aufstellen!

Das Worldbuilding (oder fast schon besser gesagt "Worldbuildings"?) ist sehr gelungen. Jana springt auf ihrer Reise durch sehr viele Welten, die alle ihren ganz eigenen Stil haben. Ich hatte anfangs befürchtet, dass diese Welten vielleicht zu kurz kommen, aber es tritt beinahe schon das Gegenteil ein. Denn durch die vielen Wechsel des Ortes rannte mir die Geschichte manchmal etwas davon. Auch das Ende wirkt etwas fix erzählt.

Darunter leiden leider auch die Figuren. Denn bei den meisten Charakteren würden mir kaum mehr als zwei oder drei Worte einfallen, um diese zu beschreiben. Ich würde nicht behaupten, dass diese blass wirken, aber sie sind mir nicht komplex genug und zu gradlinig. Oft scheint es wirklich nur gut und böse zu geben und wenig dazwischen. Auch die Beziehungen der Personen entwickeln sich für meinen Geschmack zu schnell.

Fazit 

Cryptos hat mich wunderbar unterhalten und hat ganz besondere Szenerien, die dieses Buch einzigartig machen. Trotzdem fehlt mir leider eine Charakterentwicklung und ab und an ist Jana mir sogar zu viel hin und her gesprungen.




Klitzekleiner Spoiler :)

Es gibt auch eine Liebesgeschichte in Cryptos, die meiner Meinung nach absolut überflüssig ist und gleichzeitig zu kurz kommt. Das Buch wäre wunderbar ohne ausgekommen.

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Veröffentlicht am 11.08.2021

Zu wenig erzählt, zu viel erklärt?

Der Muttercode
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Es gibt einfach Bücher, da funkt es nicht. Der Muttercode ist für mich leider eins davon. Da es um Roboter und Krankheiten geht, wird sehr vieles erklärt. Das finde ich grundsätzlich gut, denn ich hasse ...

Es gibt einfach Bücher, da funkt es nicht. Der Muttercode ist für mich leider eins davon. Da es um Roboter und Krankheiten geht, wird sehr vieles erklärt. Das finde ich grundsätzlich gut, denn ich hasse es, wenn etwas in Büchern keinen Sinn ergibt. Trotzdem geht das hier schon sehr ins Detail. Ich hatte (als Biologiestudientin kurz vor einer Epigenenetik-Klausur) manchmal eher das Gefühl zu lernen oder ein Paper zu lesen 😀

Obwohl der Schreibstil sehr angenehm ist und ich es eigentlich sehr mag, wenn es verschiedene Handlungsstränge gibt, wirkte das hier sehr unausbalanciert. Während der Fokus im Klappentext auf den Kindern liegt, liest man im Buch mehr über die Rolle des Militärs bezüglich der Krankheit und des Muttercodes. Das wirkte auf mich leider wie eine viel zu lange Einleitung.

Leider bleiben auch zwischenmenschliche Beziehungen und Charakterzüge auf der Strecke. Es gibt zwar ein paar Entwicklungen, aber gerade die Figuren vom Militär habe ich sehr oft vertauscht, weil sie mir so ähnlich vorkamen.

Fazit

Wahrscheinlich gehört dieses Buch in die Kategorie „Man liebt es oder es gefällt einem gar nicht“. Ich finde den Klappentext dazu etwas trügerisch, denn von Kais Geschichte erfährt man weniger als über das Militär und bis derdie Leserin an dem Punkt angelangt, der am Ende des Klappentexts steht, ist das halbe Buch auch schon um.

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Veröffentlicht am 04.08.2021

Ein fantastisches Abenteuer

Die Rückkehr der Wirker
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Fangen wir mal mit drei einfach Worten an: Ich liebe es! Ehrlich! Bei High Fantasy gibt es immer ein paar Punkte, die ich oft kritisiere, die in dem Fall aber unheimlich gut umgesetzt werden.

Da hätten ...

Fangen wir mal mit drei einfach Worten an: Ich liebe es! Ehrlich! Bei High Fantasy gibt es immer ein paar Punkte, die ich oft kritisiere, die in dem Fall aber unheimlich gut umgesetzt werden.

Da hätten wir einmal den Schreibstil. Bei über 600 Seiten ist die Gefahr groß, dass es langatmige und trockene Stellen gibt. Die sucht man hier aber zum Glück vergeblich. Durch den sehr angenehmen aber trotzdem zur Geschichte passenden Schreibstil und den verschiedenen Strängen der Geschichte, die aber alle miteinander verknotet sind, wird das Buch zu einem richtigen Pageturner!

Dabei hat die Geschichte zwar wunderbare Fantasyelemente, wird aber nicht zu sehr damit überladen. Die Hintergründe der Wirker mag ich total und ihre Kraft und Macht fasziniert mich sehr. Da gleichzeitig so viele Dinge passieren, weiß man als Leserin ab und an mehr als die Charaktere. Das nimmt aber keinesfalls die Spannung raus, sondern sorgt dafür, dass man manchmal das Gefühl hat, einem Boot in Zeitlupe beim Sinken zuzusehen.

Im Klappentext ist von hauptsächlich drei Protagonisten die Rede, aber in dem Buch stecken noch so viele liebenswürdige und tiefgründige Charaktere. Selbst kurz auftauchende Personen bekommen ihre Hintergrundgeschichte und so wird jeder einzelnen Figur Leben eingehaucht. Mein persönlicher Liebling ist trotzdem Arken. Ihr wisst ja: Ich habe eine Schwäche für Meisterdiebe (;

Fazit

Ich kann dieses Buch sehr guten Gewissens alten Fantasy-Liebhaber
innen empfehlen, da es neue Elemente bietet. Aber auch Neulinge in dem Genre werden aufgrund des lockeren Schreibstils ihre Freude daran finden.

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Der Lotus muss Blühen ...

Der Lotuskrieg 1
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„Sieh dich um. Kein Tier mehr am Leben, die Flüsse schwarz, das Land überwuchert und erstickt. Der Himmel rot wie Blut. Und wofür?“

Die Regel besagt: Ein Jay Kristoff muss gelesen werden, selbst wenn ...

„Sieh dich um. Kein Tier mehr am Leben, die Flüsse schwarz, das Land überwuchert und erstickt. Der Himmel rot wie Blut. Und wofür?“

Die Regel besagt: Ein Jay Kristoff muss gelesen werden, selbst wenn dich der Klappentext dich gar nicht so packt. Jedenfalls war das bei mir der Fall, denn ich war mir so unsicher, ob ich mit dem Japan-Steampunk-Thema etwas anfangen kann. Gut, dass ich’s probiert habe!

Zu Beginn fiel es mir aber zugegebener Maßen wirklich schwer reinzukommen. Es gibt viele japanische Begriffe, die zwar im Glossar erklärt stehen, aber das störte natürlich meinen Lesefluss. Mit der Zeit wurde das aber angenehmer und ich war vollends in der Geschichte versunken. Am Anfang fehlte mir auch der typische Jay Kristoff, aber Entwarnung gegen Mitte des Buches: Es wird unanständig geflucht!

Was der Autor einfach kann ist die Charakterentwicklung. So war mir Yukiko anfangs gar nicht sympathisch, aber mit ihrer Entwicklung wuchs auch meine Sympathie. Gerade die Beziehung zwischen ihr und dem Donnertiger ist so interessant und toll gestaltet!

Aber auch das Worldbuilding begeistert. So lassen sich einige Parallelen zu unserer Welt ziehen und ich liebe es ja, wenn so ein Buch zum Nachdenken anregt und wachrüttelt. Außerdem ist die ganze Welt so spannend und neu gestaltet, dass es sehr erfrischend ist.

Fazit

Ich freue mich wirklich sehr auf den zweiten Band und habe das Buch sehr sehr gern gelesen. Kleinen Abzug gibt es für die anfänglichen Schwierigkeiten und weil mir noch eine Kleinigkeit gefehlt hat. So ist die Geschichte zwar total spannend, aber mir noch nicht überraschend genug.

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