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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2025

Dramatische Liebe

Maybe Meant To Be
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Ihr ganzes Umfeld geht fest davon aus, dass die besten Freunde Sage und Charlie füreinander bestimmt sind und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die beiden zusammen kommen. Dabei könnte ihr Beziehungsleben ...

Ihr ganzes Umfeld geht fest davon aus, dass die besten Freunde Sage und Charlie füreinander bestimmt sind und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die beiden zusammen kommen. Dabei könnte ihr Beziehungsleben kaum unterschiedlicher sein. Charlie, der jeden Monat eine neue Freundin hat und Sage, die noch nie eine richtige Beziehung hatte. Dann taucht Luke Morrissey auf dem Campus auf und bringt alles durcheinander. Zwischen Charlie und Luke funkt es und auch Sage traut sich endlich mehr Zeit mit Charlies Zwillingsbruder Nick zu verbringen.

Doch Charlie hat Angst seine wahren Gefühle der ganzen Welt zu zeigen und auch Sage fürchtet sich, Nicks Herz zu brechen. Kann die Freundschaft zwischen Charlie und Sage ihr Ängste überwinden lassen.

Maybe Meant to Be von K. L. Walther konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich mochte die Grundidee der Story sehr gerne, doch die Figuren waren mir in ihrem Verhalten viel zu jung und unreif. Viele der vermeintlichen Probleme wären mit etwas Kommunikation schnell gelöst und nur das Coming-Out hatte für mich wirklich eine begründbare Angst, aber hier gab es leider wenig Kommunikation und dafür deutlich mehr Drama. Der angesprochene Campus lässt zwar jüngere Protagonisten vermuten, im Verbund mit dem Cover dachte ich jedoch an einen universitären Campus und dementsprechend an reifere Protagonisten und eine tiefgründigere Story.

Die Geschichte erleben wir aus den Perspektiven Charlie und Sages, die beide eine langjährige Freundschaft eint. Ich konnte zu beiden leider keine richtige Beziehung aufbauen, weil mir ihr Verhalten nicht immer nachvollziehbar erschien und ich auch ihre Gefühle nicht wahrnehmen konnte. Mir fehlte es leider an einer tieferen Charakterzeichnungen, vor allem Charlie hätte noch viel mehr Emotionen wecken können. Seine Perspektive gefiel mir, auch thematisch, am besten. Ich mochte seine Entwicklung.

Maybe Meant to Be war durch die jungen Protagonisten deutlich anders als erwartet. Wer sich von Beginn an auf Drama einstellt, der wird dieses Buch mögen.

Ich habe einige Teile der Geschichte als Hörbuch gehört. Dieses wurde von Corinna Dorenkamp und Julian Horeyseck super eingesprochen und macht es einfach, der Geschichte zu folgen.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Verschwunden in Skønien

Dark Cinderella
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Sofia Larsson möchte das Verschwinden ihrer besten Freundin Alva aufklären, doch dafür muss sie ins Schloss der Monarchie Skøniens kommen. Denn dort hat Alva sich vor ihrem spurlosen Verschwinden aufgehalten ...

Sofia Larsson möchte das Verschwinden ihrer besten Freundin Alva aufklären, doch dafür muss sie ins Schloss der Monarchie Skøniens kommen. Denn dort hat Alva sich vor ihrem spurlosen Verschwinden aufgehalten und ein mysteriöser Hinweis lässt Sofia aufhorchen. Kurzerhand bewirbt sich Sofia im königlichen Hause, zuerst abgelehnt, spielt ihr das Schicksal in die Hände und bringt ihr einen ganz besonderen Arbeitsplatz, der sie nah an den Prinzen kommen lässt und die königliche Hoheit ist ganz anders als Sofia gedacht hätte. Sofia muss aufpassen, dass sie ihre Suche nach Alva nicht aus den Augen und ihr Herz an Prinz Maximilian verliert.

Dark Cinderella ist der erste Teil der Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah. Ich habe bereits zwei Bücher der Autorin gelesen, durch die ich regelrecht geflogen bin. Der Schreibstil ist unfassbar gut, lässt sich super lesen und bietet auch immer wieder eine Prise Humor. Dennoch hat mir zeitweise in der Geschichte etwas das Tempo gefehlt, u.a. weil die Hauptcharaktere zu lange, zu glatt wirkten und kaum Ecken und Kanten bewiesen. Aber auch, weil die Suche nach Alva lange Zeit nicht wirklich im Fokus stand und doch eigentlich ein großer Bestandteil der Geschichte ist. Gegen Ende wurde das Thema wieder aufgenommen und die Story hat direkt ordentlich an Tempo zugenommen.

Der Hintergrund des Königshauses bzw. die familiären Strukturen erinnerten sehr stark an ein sehr bekanntes Königshaus, das hat mich aber keineswegs gestört. Mir gefiel aber sehr gut, dass die Monarchie und das Leben in ihr nicht als besonders erstrebenswert dargestellt wurde und die Schattenseite aufgezeigt wurden, die man mit der Geburt in ein Königshaus (oder gut situiertes Haus) erfährt.

Neben der Lovestory, dessen Chemie mir gut gefallen hat. Find ich besonders die Suche nach Alva interessant, die Sofia aber in einige Situationen gebracht hat, die mir vollkommen unverständlich waren. Ihre Handlungen wirkten viel zu übereilt und unbedacht, wenn man bedenkt, dass sie bereits über ein halbes Jahr nach Alva sucht, ging Sofia mir viel zu große Risiken für wenig Erkenntnisgewinn ein.

Das Ende konnte mich dann leider nicht überzeugen. Ich mag es, wenn auch erste Teile einen Strang besitzen, der abgeschlossen wird und nicht, wie in diesem Fall, nur sehr viele Fragen offen bleiben, die am Ende noch mit einem riesen Cliffhanger getoppt werden, der praktisch aus dem Nichts kommt. Natürlich ist mein Interesse für den nächsten Band nun sehr groß, aber ich habe diesen Band auch komplett enttäuscht abgeschlossen, weil eben keine einzige Frage beantwortet wurde.

Ärgerlich - aber ohne Einfluss auf die Bewertung - finde ich auch einige Flüchtigkeitsfehler wie u.a. die Falschschreibung des Namens der Protagonistin (Sophia statt Sofia), falsche Wort- oder Ziffernennung (Augenpaare statt Augen oder 7 statt 14) oder falsche Uhrzeiten.

Dennoch hat mich Dark Cinderella gut unterhalten und ich freu mich wirklich auf den Abschlussband und darauf, dass dann hoffentlich all meine Fragen beantwortet werden.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Das Verschwinden

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Der 6-jährige Rocco verschwand einst spurlos von einem Campingplatz, fünfzehn Jahre später verschwindet auch seine ältere Schwester Dana Karasch auf mysteriöse Weise. Keiner scheint sich für ihr verschwinden ...

Der 6-jährige Rocco verschwand einst spurlos von einem Campingplatz, fünfzehn Jahre später verschwindet auch seine ältere Schwester Dana Karasch auf mysteriöse Weise. Keiner scheint sich für ihr verschwinden zu interessieren, nur Art Mayer möchte ihren Fall aufklären. Denn Art hat Danas kleine Tochter Milla in sein Herz geschlossen und möchte ihre unbedingt ein ähnliches Schicksal, wie er es erfahren hat, ersparen. Dafür bittet Art einen einflussreichen Freund um Hilfe, ohne zu wissen, dass er sich in einen gefährliches Spiel begeben hat. Bald darauf finden Art Mayer und seine Kollegin Nele Tschaikowski die ersten Opfer.

Die Nacht von Marc Raabe ist der dritte Band der Thriller-Reihe um das Ermittlerteam Artur ‚Art‘ Mayer und Nele Tschaikowski. In diesem Band fand ich die Chemie zwischen den beiden am besten und verständlichsten, gleichzeitig jedoch die Handlungsweisen teilweise sehr seltsam bzw. unausgereift. Ich glaube, dass die Handlungen grundsätzlich nachvollziehbar wären, aber die Erklärungen für diese hätten doch griffiger ausgearbeitet sein können. Gerade im Bezug auf Neles Verhalten in privaten Bereichen. Art und seine Fürsorge für Milla hat ihn aber deutlich sympathischer werden lassen.

In den Vorgängerbänden habe ich gerne kritisiert, dass Art Mayer mir zu sehr der Dreh- und Angelpunkt der Story war. Das finde ich hier deutlich besser umgesetzt, da sich aus dem Verschwinden von Dana Karasch bereits das persönliche Interesse Arts ergeben hat und er dadurch natürlich im Fokus steht. Aus diesem Grund wirkte der Band auf mich auch deutlich weniger konstruiert und mir gefiel auch das kleine Easter Egg, durch den wir einen alten Bekannten wieder treffen.

Besonders gut hat mir das Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefallen, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven erleben und wodurch wir einen größeren Einblick auf die Konstellationen bekommen. Die Auflösungen konnte mich positiv überraschen und das große Finale hätte ich gerne noch tiefgründiger erlebt, weil die Auflösung dies auf jeden Fall hergab. Am Ende blieb mir auch eine Frage zu viel offen, bei der ich mir nicht sicher bin, ob sie im nächsten Band noch eine Rolle spielen wird. Wünschen würde ich es mir allerdings.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Zwischen zwei Welten!

Jo & Jomoto – Das Portal nach Kinko
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Jo geht mit seinem besten Freund Finn in die sechste Klasse einer Hamburger Schule. In seiner Klasse gehört er nicht zu den beliebtesten Schülern, weswegen Jos großes Idol der Mangaheld Jomoto ist. Jomoto ...

Jo geht mit seinem besten Freund Finn in die sechste Klasse einer Hamburger Schule. In seiner Klasse gehört er nicht zu den beliebtesten Schülern, weswegen Jos großes Idol der Mangaheld Jomoto ist. Jomoto beherrscht nicht nur die Elemente, sondern ist auch noch ein super Kampfsportler und mit Sicherheit sehr beliebt in seiner Welt. Doch plötzlich verbinden sich die beiden Welten und Jo entdeckt Jomoto klitschnass in seinem Kleiderschrank. Jo braucht einen Plan, damit Jomoto unentdeckt bleibt und erfindet die Geschichte eines Austauschschülers aus Japan und Jomoto bedankt sich auf seine eigene Weise bei Jo. Doch der Held wird in seiner Welt gebraucht und als seine Freunde auch noch in Hamburg auftauchen, muss Jomoto unbedingt zurück. Nur warum möchte Jomoto ausgerechnet das vermeiden? Jo kommt hinter das Geheimnis seines Helds und reist mit ihm nach Kinko.

Das Portal nach Kinko ist der erste Band der neuen Jo&Jomoto-Serie von Frauke Scheuermann. Der Einstieg in das Buch fiel nicht ganz so leicht, weil zu Beginn Realität und Fiktion schwer voneinander zu trennen waren. Sobald diese aber eindeutig eingegrenzt bzw. zuzuordnen waren, hat das Abenteuer von Jo&Jomoto eine Menge Spaß geboten. Insgesamt kommt der erste Band zwar noch ruhig daher, dennoch wurden die Figuren schön eingeführt, sodass man Sympathien (aber auch Antipathien) entwickeln konnte. Das Ende verspricht eine spannende Fortsetzung. Ganz gespannt sind wir auf die Welt Kinko, die im ersten Band noch relativ blass bleibt.

Besonders gut gefallen haben uns die Zeichnungen des Illustrators Heige Vogt, die trotz der schwarz-weiß-Optik eine unglaubliche Tiefe besitzen und wunderschön anzuschauen sind. Auch das Einbetten von Manga-Abschnitten fanden wir besonders ansprechend und wir sind sehr gespannt, ob der zweite Band noch mehr dieser Abschnitte bereit hält.
Außerdem fanden wir es toll, wie selbstverständlich und vorbildlich Jo auf Jomotos Geheimnis reagiert!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Kannst du ihm trauen?

Die Schwester des Serienkillers
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Nach schrecklichen Erlebnissen in ihrem Elternhaus, hat Anna hat viele Jahre mit ihrem Bruder in einem Kinderheim verbracht. Viele Jahre später ist Anna Price in ihrem Leben angekommen. Ihr geht es gut, ...

Nach schrecklichen Erlebnissen in ihrem Elternhaus, hat Anna hat viele Jahre mit ihrem Bruder in einem Kinderheim verbracht. Viele Jahre später ist Anna Price in ihrem Leben angekommen. Ihr geht es gut, sie hat ein schönes Haus, einen Ehemann und einen Job als Lehrerin, der sie vollkommen erfüllt. Bis eines Tages DI Walker vor ihrer Tür steht und ihr mitteilt, dass ihr Bruder ein Serienmörder ist und er ihre Hilfe benötigt, um ihren Bruder zu fassen. Denn der Serienmörder begeht seine Morde in einem bestimmten Muster und demnach steht der nächste Mord kurz bevor. Kann Anna das Muster erkennen und die Mordserie brechen oder holt sie die eigene Vergangenheit ein?

Die Schwester des Serienkillers von Alice Hunter ist der letzte Teil der 'Die Familie des Serienkillers'-Reihe. Alle Teile sind komplett unabhängig voneinander zu lesen, vor allem dieser Band ist in seiner Struktur komplett anders als seine Vorgänger und kann mögliche Erwartungen, die sich aufgrund der beiden anderen Teile ergeben, möglicherweise nicht gerecht werden. 

Im Gegensatz zu den Vorbänden wirkt dieser Band linearer und weniger verwoben, ein Perspektivwechsel in der Gegenwart findet nicht statt und wir erleben die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht Annas. Wenige Kapitel ändern jedoch sowohl die Perspektive als auch die Zeitebene und geben einen Einblick in die Heimzeit der beiden Geschwister.

Alice Hunters Schreibstil ist super einnehmend, lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen und trägt einen durch die Geschichte. Durch meine Erwartungen an eine verwobene Geschichte, war ich zu Beginn etwas über den doch eher linearen Verlauf enttäuscht und fand es ziemlich vorhersehbar, wohin die Reise des Buches gehen muss. Grundsätzlich war der Aufbau aber gar nicht schlecht, sondern meine Erwartungen eben andere und ich bin mir sicher, dass man von Beginn an deutlich mehr Spaß haben kann, wenn man genau das erwartet (oder sich schneller als ich darauf einlassen kann). Und am Ende muss man feststellen, dass vielleicht doch nicht alles so linear ist, wie man denkt!

Einzig die Frage nach Logikfehlern bleibt noch etwas länger hängen, einige konnte sich für mich schlüssig erklären, andere nicht vollständig. Dennoch hatte ich während des Lesens wieder eine gute Zeit und war am Ende aufgrund einiger Überraschungen doch positiv überrascht. Am Ende reiht sich die Reihe für mich zwischen seinen Vorgängern ein und lässt hoffen, dass wir noch viele Bücher von Alice Hunter erleben dürfen.

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