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Veröffentlicht am 25.09.2024

Total verhext

Pina Ponyhexe – Eine magische Freundschaft
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Pina ist total aufgeregt, denn ihr großer Tag beginnt und der große Junghexen-Prüfungstag steht an. Als Junghexen würden ganz viele Abenteuer auf sie warten, doch Pina vermasselt häufig ihre Zaubersprüche, ...

Pina ist total aufgeregt, denn ihr großer Tag beginnt und der große Junghexen-Prüfungstag steht an. Als Junghexen würden ganz viele Abenteuer auf sie warten, doch Pina vermasselt häufig ihre Zaubersprüche, weswegen sie auch nach der Prüfung ein ganz schlechtes Gefühl hat.
…und dann trifft Pina auch noch auf ein seltsames Pony, das sogar für Pinas Geschmack etwas zu frech ist. Kann Pina ihre Prüfung bestehen und dem maroden Hexenwald helfen?

Pina Ponyhexe - Eine magische Freundschaft von Marlene Jablonski ist ein zauberhaftes Abenteuer für junge Leser:innen ab acht Jahren. Die Geschichte wird durch wunderschöne Zeichnungen der Illustratorin Elena Livanios untermalt und zeichnet sich besonders durch einen tollen Humor aus.

Die kleine Protagonistin Pina ist ein Mädchen mit dem man sich als junge:r Leser:in gut identifizieren - u.a. durch ihre Angst vor der Prüfung - kann und die es einem leicht macht, sie ins Herz zu schließen. In der Kombination mit dem mürrischen Pony kommt es zudem zu lustigen Dialogen, die jedoch leider erst in der zweiten Hälfte des Buches wirklich präsent sind. Die erste Hälfte war hingegen etwas langatmig. Schwierig empfinde ich auch das Einbauen von „Sprachfehlern“, wenn sich das Buch an junge Selbstleser:innen richtet, da es den eigenen Schriftspracherwerb erschweren kann. Zum Vorlesen und/oder als Hörbuch eignet sich dies besser und macht das Hörerlebnis variabler, weswegen mir die Umsetzung des Hörbuchs, vorgelesen von Ilka Teichmüller, sehr gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

1910: EastEnd

Maybrick und die Toten vom East End
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1910 in London wird der neuernannte Divisionsinspektor Joseph Maybrick, der selbst aus den Slums des EastEnds kommt, mit seinem Kollegen und Doktor Dave Roberts an einen Tatort in Whitechapel gerufen. ...

1910 in London wird der neuernannte Divisionsinspektor Joseph Maybrick, der selbst aus den Slums des EastEnds kommt, mit seinem Kollegen und Doktor Dave Roberts an einen Tatort in Whitechapel gerufen. Am Tatort findet sich die Leiche eines Jungen, abgeladen in einem Haufen Müll und in der Hand einen menschlichen Fingerknochen. Maybrick und Roberts erkennen schnell, dass das Kind vor seinem Tod großer Wut ausgesetzt war und machen sich auf die Suche, um den Täter zu stoppen, bevor er weitere Kinder in die Hand kriegt.

Maybrick und die Toten vom EastEndvon Vanessa Glas ist ein historischer Kriminalroman, der einen in die Gassen des damaligen EastEnd mitnimmt und den damaligen Flair hervorragend rüberbringt. Die Charaktere wirken komplett stimmig für die damalige Zeit und vor allem für die Gegend.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven geschrieben, weshalb wir einen Einblick in viele verschiedene Seiten und gesellschaftliche Stände bekommen. Besonders die Perspektive des jungen Jormas konnte mich überzeugen und auch emotional mitnehmen.

Der Kriminalfall selbst war mir an manchen Stellen etwas zu schwach herausgearbeitet, weswegen ich zeitweise die Geschichte etwas zäher empfand. Ich habe mehr das Elend des Viertels/Stadtteils wahrgenommen, als die Grausamkeit der Taten. Erstgenanntes wurde wie bereits erwähnt jedoch sehr gut dargestellt. Dennoch hätte ich gerne noch etwas mehr über den Fall selbst erfahren und auch am Ende bleiben für mich noch ein paar Fragen offen, die möglicherweise auf einen weiteren Teil hindeuten. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn ich nochmal in die Zeit im EastEnd reisen könnte.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Das Ende der Menschheit?

Year Zero 0
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Die Zombie-Apokalypse steht bevor und wir erleben die ersten Tage aus vier verschiedenen Perspektiven - Gleb, ein russischer Polizist; Kessie, eine afroamerikanische Krankenschwester; Jae-Hwa, ein nordkoreanischer ...

Die Zombie-Apokalypse steht bevor und wir erleben die ersten Tage aus vier verschiedenen Perspektiven - Gleb, ein russischer Polizist; Kessie, eine afroamerikanische Krankenschwester; Jae-Hwa, ein nordkoreanischer Soldat und Imka, eine transsexuelle Flugbegleiterin-, die ihre wildesten Gedanken zu dem bevorstehenden Problemen haben.

Year Zero Band 0 des Autoren Daniel Kraus und Zeichner Goran Sudžuka ist der Prequel zur Serie Year Zero von Benjamin Percy und Ramon Rosanas, die ich bisher nicht kenne und daher kein Vorwissen in dieses Prequel mitgenommen habe.

Der Einstieg in den Comic war für mich eher schwierig, vielleicht lag es auch am fehlenden Vorwissen - wobei der Klappentext des ersten Bandes nicht darauf schließen lässt, dass man dieses benötigen würde. Der von Beginn an sehr schnelle Perspektivwechsel hat (m)ein Ankommen etwas erschwert und die Charaktere schwer greifbar gemacht. Dies änderte sich im Laufe der Geschichte. 

Die Zeichnungen von Goran Sudžuka sind hervorragend für diese düstere Zombieatmosphäre umgesetzt. Textlich gab es in meiner Wahrnehmung mehr Informations-, Lagetexte und weniger Dialoge, von denen ich persönlich mehr bevorzuge.

Dennoch hat vor allem gegen Ende, als ich alles etwas besser einordnen konnte, der Spaß am Comic zugenommen. Wenngleich sich jeder bei einem Zombie-Apokalypse-Comic bewusst sein sollte, dass extreme Szenen dargestellt werden, die sich sowohl auf bildliche Darstellungen (Gewaltszenen), als auch auf textliche Inhalte (sexuelle, rassistische, politische Äußerungen) bezieht.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Tierische Freundschaft

Pino – Ein Abenteuer auf vier Pfoten
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Janne und Pino werden ein Wochenende alleine zuhause verbringen, weil sie ihrer Mutter ein Entspannungswochenende gönnen und vor allem Pino freut sich auf die Zeit alleine mit seinem großen Bruder. Doch ...

Janne und Pino werden ein Wochenende alleine zuhause verbringen, weil sie ihrer Mutter ein Entspannungswochenende gönnen und vor allem Pino freut sich auf die Zeit alleine mit seinem großen Bruder. Doch im Gegensatz zu Pino möchte Janne nicht mit seinem kleinen Bruder spielen, sondern viel lieber chillen. Im Eifer des Gefechts bekommt Pino die Tür an den Kopf und als Pino wieder aufwacht, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Ein anderer Duft, eine andere Perspektive und er trägt ein dichtes Fell am ganzen Körper. Pino hat sich in einen kleinen Hund verwandelt. Panisch rennt Pino in die Großstadt und trifft dort auf die Straßenkatze Fritzi, die Pino dabei behilflich sein möchte, wieder ein Mensch zu werden. Gemeinsam mit Fritzi macht Pino sich auf die Suche nach dem magischen Wesen, das ihnen dabei behilflich sein soll.

Pino - Ein Abenteuer auf vier Pfoten von Annika Scheffel ist ein tierisches Abenteuer zum Vorlesen, aber auch um die ersten eigenen Leseerfahrungen zu sammeln und neben den Spaß, den es inhaltlich vermittelt, weil man mit dem kleinen Pino mitfiebert, übermittelt es auch schöne Werte.

Pino zeigt das starke Band zwischen Geschwister, das während des Erwachsenwerdens auch manchmal belastet wird und dennoch zusammengehört und zeigt, dass man vorsichtig mit seinen Wünschen sein sollte, denn schnell kann sich alles ändern. Es zeigt aber auch, dass es ganz normal ist, dass man mal keine Lust hat mit dem Gegenüber Zeit zu verbringen und dass dies viel mehr an dem eigenen Wohlbefinden liegt, als am Gegenüber. Diese Reflexion findet in diesem Buch statt und gibt eine Basis, über die Erwachsene aufgrund des Buches mit ihren Kindern reden können. Neben der Beziehung und Liebe zwischen Geschwistern findet aber auch Freundschaft und Selbstfindung einen großen Platz in der Geschichte.

Pino - Ein Abenteuer auf vier Pfoten konnte mich in jeglicher Hinsicht überzeugen und lege ich vor allem denjenigen ans Herz, deren Kinder gerade auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen sind, weswegen das eine ggf. auch mal Zeit für sich braucht. Für diese Entwicklung wird in diesem Buch Verständnis aufgebracht und eine Tür aufgemacht, um Kindern die unterschiedlichen Gefühlssituationen nahezubringen.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Verfluchtes Katzenbrunn

Finster
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Im Mai 1986 verschwindet ein 13-jähriger Junge spurlos von einem Jahrmarkt in Katzenbrunn, kein Einzelfall. Denn seit Jahren verschwinden immer wieder Jungen aus dem kleinen Dorf. Hans J. Stahl war früher ...

Im Mai 1986 verschwindet ein 13-jähriger Junge spurlos von einem Jahrmarkt in Katzenbrunn, kein Einzelfall. Denn seit Jahren verschwinden immer wieder Jungen aus dem kleinen Dorf. Hans J. Stahl war früher Ermittler in diesem Fall, konnte aber nie jemanden Dingfest machen, eine Sache, die ihn noch heute, außer Dienst, beschäftigt und so macht sich der pensionierte Kommissar auf den Weg in den Odenwald. Katzenbrunn, das vor allem für seine psychiatrische Klinik Waldfrieden bekannt ist, trägt viele Geheimnisse in sich und bald verschwindet der nächste Junge aus dem Ort, Stahl läuft die Zeit davon.

Finster von Ivar Leon Menger ist ein atmosphärischer Thriller, der mich nach einem schwierigen Start noch in den Bann ziehen konnte. Doch zu Beginn haben mir die vielen Perspektiven einige Probleme gemacht, die losen Anfänge, die scheinbar keinerlei Zusammenhänge besitzen und noch sehr willkürlich wirkten, haben das erste Drittel eher zäh gestaltet.

Doch nach diesem ersten Drittel nimmt der Thriller fahrt auf, die einzelnen Perspektiven lassen sich zunehmend besser verorten, wenngleich eine Auswahl einer Perspektive mir bis zum Schluss nicht ganz klar. Diese Verortung und die von Beginn an sehr kurzen Kapitel sorgen auch dafür, dass der Inhalt an Tempo aufnimmt und man immer schneller durch die Geschichte kommt. Die Perspektiven sorgen zwar auch dafür, dass Überraschungen beim Täter ausbleiben, dennoch gibt es im Laufe der Story einige, kleinere und größere Überraschungs- und Schockmomente.

Nachdem Finster mich zu Beginn nicht abholen konnte, hat es mich schnell von sich überzeugen können und mit einer düsteren Atmosphäre und verschrobenen Charakteren gepunktet. Wenn ihr zu diesem Buch greift, gibt ihm Zeit sich zu entfalten und genießt!

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