Cover-Bild Das Verhalten ziemlich normaler Menschen
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 17.10.2024
  • ISBN: 9783423650403
K. J. Reilly

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen

Ute Mihr (Übersetzer)

1.700 Kilometer – Lachen, Tränen, Wut und Liebe

Asher Hunter will Rache. Er will sich an dem Mann rächen, der betrunken seine Mutter totgefahren hat und vor Gericht durch einen Formfehler ungestraft davongekommen ist. Asher besucht gleich mehrere Trauergruppen, und er findet dort unerwartet Freunde: Da sind Sloane und Will, die etwa so alt sind wie er, und da ist der 80-jährige Henry. Sie alle verbindet, dass sie ihren liebsten Menschen verloren haben. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip von New Jersey nach Memphis, Tennessee. Was Asher den anderen verschweigt: Er will dort den Mörder seiner Mutter töten. Tausende Kilometer, jede Menge Caesar Salads und einen filmreifen Kuss später steht er vor der Entscheidung seines Lebens. Und wählt: das Leben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein Orkan an Gefühlen

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„Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“ hat mich schon während des Lesens so berührt, dass ich mir nebenher direkt einmal angeschaut habe, was K.J. Reilly schon sonst so geschrieben hat und da habe ...

„Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“ hat mich schon während des Lesens so berührt, dass ich mir nebenher direkt einmal angeschaut habe, was K.J. Reilly schon sonst so geschrieben hat und da habe ich mich auch direkt angesichts eines noch verfügbaren Audible-Guthabens auf meinem Konto dazu verleitet gesehen, mir das Hörbuch zum Jugendroman „Words we don’t say“ (bisher wohl noch nicht übersetzt) anzuschaffen und während ich dieses Buch dann eben auf Deutsch zu Ende gelesen habe, habe ich zur gleichen Zeit den anderen Roman auf Englisch gehört – und wen „Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“ zu begeistern wusste, der wird auch an „Words we don’t say“ sicherlich Freude haben.

Auch wenn der jugendliche Asher im „Verhalten ziemlicher Menschen“ als Hauptfigur auftritt, hat die tragende Rolle hier für mich doch der persönliche Umgang mit Trauer. Nach dem seine Mutter, bei einem durch einen betrunkenen Fahrer verursachten Autounfall, gestorben ist, findet sich Asher, inzwischen völlig aus der Bahn geworfen, erst in der einen Trauergruppe wieder und trotz allem Widerwillen besucht er sehr schnell gleich mehrere solcher Gruppen mit demselben Schwerpunkt, in denen er zunächst zwar immer sehr aufmüpfig auftritt, aber sich dann doch auch zu öffnen beginnt und vor Allem auch interessiert den weiteren Teilnehmenden gegenüber auftritt, zu denen sich sehr einzigartige Freundschaften entwickeln.

Ich mag es ja sehr, wenn grade in derlei Romanen (im Bereich der Erwachsenenliteratur war dies für mich auch ganz schön in „Mein drittes Leben“ von Daniela Kriens erkennbar) mittels Gesprächen mit Nebenfiguren deutlich wird, dass jeder Mensch seine eigenen Päckchen zu tragen und Schicksalsschläge zu verwinden hat und dass man nicht alleine mit solchen Erfahrungen ist, dass man weder der Erste noch der Letzte ist, der Verluste zu betrauern hat, und wie tröstlich es sein kann, sich da einfach mal auszutauschen und vor Allem: seine Gedanken auch mal rauszulassen.
In diesem Fall werden all diese Punkte besonders akut dargestellt, da die Figuren eben an diese Trauergruppen angebunden sind und doch auf ganz unterschiedliche Weisen betroffen sind, aber eben alle doch auch die gleichen Trauerphasen durchlaufen.

Dabei vermochte es der Roman, auch in mir ganz verschiedene Emotionen auszulösen, ob es nun eine gewisse Traurigkeit war, wenn ich mich an eigene Verluste erinnert sah, oder Freude ob einiger „Lichtblicke“ im Leben der Figuren, und zuweilen war ich auch sauer auf Asher, der, sich so nachvollziehbar seine Trauer und seine Wut auf den Unfallfahrer auch war, grade anfangs, vom Rachegedanken getrieben, auch Anderen gegenüber selbst absolut nicht korrekt verhielt: da dieser Punkt gleich zu Beginn aufs Tapet kommt, nehme ich da nun nicht groß was vorweg, wenn ich erzähle, dass Asher sich von seiner damaligen Freundin getrennt hat und nun online eine andere Persona kreiert hat, mit der er quasi die Tochter des Unfallverursachers scammt, auf die er vor Allem deswegen ebenfalls wütend ist, weil ihr Vater noch lebt. Also da wird Trauer, nebst Rachegedanken, auch sehr auf Andere projiziert und Menschen verletzt, die nicht direkt mit dem Todesfall in Verbindung stehen.

In „Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“ findet nun ein Roadtrip statt, an dessen Ende Asher seiner Rache freien Lauf zu lassen vorhat, wobei dieses Vorhaben bei mir von Anfang an ein mehr als flaues Gefühl auslöste, denn in dieser Hinsicht verstand die Erzählart es vorzüglich, mir als Leserin mehr als deutlich vor Augen zu führen, wie festgefahren Asher in dieser Gedankenwelt war, dass er erstmal auch gar nicht berücksichtigte, dass sein Racheplan grad auch seinen kleinen Bruder, um den er sehr besorgt war, an eine ähnliche Stelle wie ihn führen könnte – oder eben die Kinder des Unfallverursachers.
„Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“ wartet zum Ende hin noch mit einem kleinen Wendepunkt auf, wobei ich nicht weiß, ob ich den als überraschend bezeichnen soll, denn wirklich unerwartet kam der für mich nicht; das war prinzipiell etwas, mit dem man auch hatte rechnen können; Menschen, die sich aktuell in Trauer befinden, würde ich vermutlich nicht unbedingt zu diesem Buch raten, sofern sie nicht klar kommunizieren, dass sie es als hilfreich empfinden, über anderer Leute Umgang und Empfindungen mit und in diesen Phasen zu hören/lesen, denn hier sterben zudem auch einfach Alte, Junge, Kranke, Gesunde… und manche plötzlich, manche langwierig. In den Gesprächen der Trauergruppe(n) kommt da halt echt so ziemlich alles vor.

Generell ist es aber ein sehr nachdenklich machendes, bewegendes Buch, nicht nur für Jugendliche mit einer wichtigen Thematik und wie gesagt, wer diesen Roman dann gerne mochte, dem würde ich auch „Words we don’t say“ ans Herz legen, auch sehr berührend und aber mehr von inneren Monologen anstatt von Gespräch(sgrupp)en und einem stärkeren Fokus auf Freundschaft anstelle auf Trauer geprägt.

Veröffentlicht am 02.01.2025

Berührende, humorvolle, jedoch niemals kitschige Geschichte

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An "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" von K.J. Reilly hatte ich zugegebenermaßen gar nicht so hohe Erwartungen, da mir der Name der Autorin bisher gar nichts sagte. Um so mehr war ich überrascht, ...

An "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" von K.J. Reilly hatte ich zugegebenermaßen gar nicht so hohe Erwartungen, da mir der Name der Autorin bisher gar nichts sagte. Um so mehr war ich überrascht, dass ich von der ersten Seite an sofort gepackt war und gleich in der Geschichte dran. Zum einen lag das natürlich am tollen, flüssigen Schreibstil, aber auch die einzelnen Charaktere sind so authentisch skizziert, dass man meint, jeden einzelnen bereits zu kennen. Die Situation des Protagonisten Asher, eines Jungen, der durch einen Unfall seine Mutter verloren hat, ist von der Autorin so empathisch und berührend, jedoch nie kitschig, sondern sogar mit einem stellenweise humorvollen Ton zwischen den Zeilen geschrieben, dass die Lektüre extrem leicht fällt, auch wenn das Thema eigentlich ein trauriges ist. Das Buch lässt sich nur schwer aus der Hand legen und bekommt deshalb von mir die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung! Das liebevoll gestaltete Cover, das mich ebenfalls sehr angesprochen hat, tat sein Übriges. Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten!

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Tod bringt Wut

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K.J. Reillys Das Verhalten ziemlich normaler Menschen ist ein Roman, der in seiner Mischung aus Trauer, Wut, Hoffnung und Humor eindrucksvoll berührt. Ein Roman, der genau das richtige ist für Jugendliche ...

K.J. Reillys Das Verhalten ziemlich normaler Menschen ist ein Roman, der in seiner Mischung aus Trauer, Wut, Hoffnung und Humor eindrucksvoll berührt. Ein Roman, der genau das richtige ist für Jugendliche und hier super für Jungs ab 14 Jahren, die sich ohnehin einigeln und abkapseln.
Es geht um Asher Hunter und seine Wut, denn seine Mutter wurde durch einen Betrunkenen überfahren. Seine Wut ist unermesslich, denn nicht mal eine Strafe muss der Mann absitzen durch ein Verfahrensfehler! Diese tiefen Wut, die Asher antreibt und ihn wie einen Gefangenen seiner eigenen Gedankenwelt erscheinen lässt, ist sein Feuer. Doch auf dem Weg zur Rache wird aus Ashers Plan ein Roadtrip, der alles verändert. Denn er geht zu einer Trauergruppen, um seinen Schmerz zu verarbeiten, dort trifft er auf eine ungewöhnliche Gruppe von Wegbegleitern. Sloane und Will, zwei Jugendliche, die selbst Verluste erlitten haben, sowie der 80-jährige Henry, witzig und mit Lebenserfahrung ausgestattet. Diese Gruppe nimmt eine besondere Rolle ein, denn sie geben Asher: Gemeinschaft und Verständnis.
Der Roadtrip von New Jersey nach Memphis wird zu einer Reise, die weit über geographische Kilometer hinausgeht. K.J. Reilly erzählt von tiefen Gesprächen, albernen Momenten und den kleinen Dingen, die den Schmerz für einen Augenblick erträglicher machen – wie unzählige Caesar Salads und ein filmreifer Kuss. Die Dynamik zwischen den Charakteren ist herzerwärmend und lebendig. Sie streiten, lachen, unterstützen sich und geben einander das, was jede:r von ihnen braucht, um den eigenen Verlust zu bewältigen.
Was die Geschichte so besonders macht, ist, wie sie die Wut und Trauer, die Asher antreiben, glaubhaft und greifbar darstellt. Seine Gedanken, die oft zwischen Rachegelüsten und dem Wunsch nach Frieden schwanken, sind nachvollziehbar und tief menschlich. Der Roman zeigt, wie Schmerz und Verlust Menschen verändern können, aber auch, wie Beziehungen und Hoffnung sie wieder zurück ins Leben bringen.
Das Alter ab 14 Jahre laut Verlag passt gut und ist wirklich ein tolles Buch für dieses Alter, in dem so viel aus den Fugen gerät, auch wenn es (zum Glück!) oft sehr viel weniger dramatisch ist wie in dieser Geschichte.

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen ist eine bewegende Geschichte über Verlust, Wut und die Kraft von Freundschaft. K.J. Reilly schafft es, schwere Themen mit einer feinen Prise Humor und viel Mitgefühl zu erzählen. Der Roadtrip ist eine Metapher für das Leben: chaotisch, unvorhersehbar, aber voller Möglichkeiten, zu wachsen und sich selbst zu finden.
Ein herzerwärmender Roman, der nachdenklich stimmt und zeigt, dass selbst in den dunkelsten Momenten Hoffnung zu finden ist.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Emotional, ehrlich, schonungslos und richtig gut

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Ich mag Roadtrip-Romane.⁣
Ich mag Geschichten die berühren.⁣
Ich mag es zu lachen und ich mag Protagonist*innen, die wachsen können. All das verspricht diese Geschichte. ⁣

𝙆𝙡𝙖𝙥𝙥𝙚𝙣𝙩𝙚𝙭𝙩:

Eine Gruppe ...

Ich mag Roadtrip-Romane.⁣
Ich mag Geschichten die berühren.⁣
Ich mag es zu lachen und ich mag Protagonist*innen, die wachsen können. All das verspricht diese Geschichte. ⁣

𝙆𝙡𝙖𝙥𝙥𝙚𝙣𝙩𝙚𝙭𝙩:

Eine Gruppe von Freunden, ein Roadtrip durch Amerika und ein Racheplan. Asher Hunter will den Mörder seiner Mutter finden und Vergeltung üben. Doch nach tausenden Kilometern und jeder Menge Ceaser Salad steht er vor der Entscheidung, die sein ganzes Leben verändern könnte.

𝙀𝙞𝙜𝙚𝙣𝙚 𝙈𝙚𝙞𝙣𝙪𝙣𝙜: ⁣

Kaum angefangen zu lesen, hatte ich schon dieses Gefühl, das hier wird etwas ganz Besonderes. Asher leidet sehr unter dem Unfalltod seiner Mutter. Besucht deswegen mehrere Trauergruppen und hat nur einen einzigen Gedanken, – Gerechtigkeit. Die äußert sich aber in Form von Rache. Der Unfallverursacher muss sterben! - Durch ihn! Allein dieser Gedanke bescherte mir Gänsehaut. Mit ein paar Freunden aus einer der Trauergruppen, darunter der 80-jährige Henry, den ich übrigens auch sofort in mein Herz geschlossen habe, will er seinen Gedankengang vollenden. Das ganze Buch über habe ich gehofft, dass die drei Gefährten ihn von dieser Idee abhalten können. Aber die wissen gar nichts davon, was die Spannung natürlich aufrecht erhalten hat. Die Charaktere wurden äußerst tiefgründig behandelt, sodass man sehr mitfühlen konnte.⁣
Bis weit über die Mitte dachte ich, dieses Buch würde meinen Stempel Prädikat Lieblingsbuch erhalten, so sehr hat mich das Geschriebene berührt. Dabei hat mir die Art des Schreibens besonders gefallen. Schonungslos haut die Autorin Sätze raus, die nachhallen und sich dazu wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen. Dann kam allerdings eine kleine Flaute, wo nicht allzu viel passierte, für meinen Geschmack.⁣
Das Ende hat mich aber wieder glücklich gestimmt, sodass ich, trotz dieser kleinen Kritik, jeden dieses Buch ans Herz legen möchte. ⁣

𝙁𝙖𝙯𝙞𝙩: ⁣

Emotional, ehrlich, schonungslos! Wer das mag, wird diesen Roadtrip lieben, genauso wie ich. ♡

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Unheimlich intensive Geschichte

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Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass der siebzehnjährige Asher Hunter seine Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren hat. Der Fahrer des Trucks, der sogar betrunken war, wurde für sein Vergehen nicht ...

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass der siebzehnjährige Asher Hunter seine Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren hat. Der Fahrer des Trucks, der sogar betrunken war, wurde für sein Vergehen nicht belangt, was nochmal mehr an Asher nagt. Auch das ihm jeder sagt, er solle sich endlich normal verhalten stört ihn, denn wie genau ist man denn normal, wenn um einen herum alles falsch ist? Um ihm zu helfen, hat sein Vater ihn zu einer therapeutischen Sitzung angemeldet. Hier lernt er nicht nur den achtzigjährigen Henry, sondern auch die Teenager Sloane und Will und alle haben eins gemeinsam, sie alle haben einen geliebten Menschen verloren. Doch in Asher wächst der Wunsch nach Rache und irgendwie beschließen diese vier, einen Roadtrip zu wagen, bei dem Asher besondere Pläne hat, doch dass dieser Trip ihr Leben verändern könnte, hat keiner erwartet.
Das Cover, aber auch der Titel, haben mich absolut neugierig gemacht, denn irgendwie konnte ich mir so gar nicht vorstellen, worum es hier ging. Der Klappentext versprach dann eine hoch emotionale Geschichte und genau die ist hier auch verborgen.
Autorin K. J. Reilly nimmt den Leser hier mit auf eine hoch emotionale Reise. Sie schafft es unheimlich gut Ashers Gedanken zu transportieren und den Leser dadurch ganz besonders zu berühren.
Es war gar nicht so leicht, nicht gemeinsam mit Asher in das Loch der Trauer zu fallen. Seine Gedanken konnte ich so unglaublich gut nachempfinden, ebenso wie die Gedanken, wem und was er alles die Schuld geben kann am Tod der Mutter, unter anderem sich selber, denn ihre Mutter war für ihn zum Einkaufszentrum unterwegs, um neue Sportschuhe zu kaufen, die ihm in der Schule gestohlen worden sind.
Das Thema ist sehr intensiv und mit Sicherheit auch keine leichte Kost. Trauerbewältigung, die Phasen dahin, bis es sich etwas besser anfühlt, alles ist ein harter Weg und das wird unglaublich gut gezeichnet. Aus einer Mischung aus schonungsloser Darstellung, da wir ja permanent Ashers Gedanken lesen, bis hin zur Selbstironie und ganz feinem Humor finden wir in diesem Buch alles.
Asher ist ein sehr intensiver Protagonist, dessen Gedanken ich wirklich gut nachempfinden konnte. Allein ein ganz bestimmter Moment im Buch, als er aufzählt, wem er alles die Schuld am Tod der Mutter geben könnte, hat mich auf eine ganz tiefe Art berührt. Es ist so unheimlich menschlich erzählt, die Suche nach einem Schuldigen, an den man den ganzen Schmerz loswerden könnte, aber auch die Gespräche während der Trauertherapie fand ich unglaublich.
Dadurch lernen wir nämlich nicht nur Asher kennen, sondern auch seine drei Reisebegleiter, Henry, Sloane und Will. Jeder von ihnen hat einen lieben Menschen auf eine andere Art verloren und jeder geht mit dem Verlust anders um. Diese feinen Unterschiede wurden ebenfalls unheimlich gut dargestellt und man spürt einfach, dass die Autorin selber Psychologie studiert hat.
Mein Fazit: Das Buch ist ein sehr emotionaler und auch schwerer Roman, der den Leser absolut intensiv mitfühlen und mitdenken lässt. Dabei gibt es hier noch eine unheimlich wichtige Botschaft, denn jeder Mensch ist anders, jeder geht anders mit Trauer und Verlust um und niemand kann beurteilen, wie sich ein anderer zu fühlen hat. Wer mit diesem harten Thema umgehen kann, sollte dieses Buch unbedingt lesen.