Mal etwas ganz Anderes
PauseMit dem Buch „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman verfasst, der irgendwie ganz anders ist als vieles, was ich sonst so lese. Im Mittelpunkt steht Hanna, Mitte 30, eine junge Frau, die irgendwann in der Vergangenheit ...
Mit dem Buch „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman verfasst, der irgendwie ganz anders ist als vieles, was ich sonst so lese. Im Mittelpunkt steht Hanna, Mitte 30, eine junge Frau, die irgendwann in der Vergangenheit ihr Elternhaus verlassen und zum Arbeiten nach Berlin gezogen war, wo sie seit vier Jahren mit Paul in einer Beziehung zusammenlebt. Als Hanna bei einer Panikattacke zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt, ist es nicht wie zu erwarten wäre, ihr Freund Paul, der sich um sie kümmert, sondern ihre Eltern holen sie ab. Was anfangs als kurzfristige Lösung gedacht war, wird zu einem längeren Abschnitt: Hanna wohnt wieder in ihrem Elternhaus, ganz als wäre sie noch ein Teenager! Sie selbst ist mehrmals täglich hin und her gerissen, ob sie sich dabei wohl fühlt oder nicht, ja von ihren Eltern geradezu genervt ist. Einerseits merkt sie und mit ihr auch der Leser, dass der Alternsunterschied zwischen Hanna und ihren Eltern vieles naturgemäß erschwert, andererseits möchte Hanna sich in die Geborgenheit der Kinderrolle fallen lassen, weil es so einfach erscheint, und ihr derzeit offenbar die Kraft für eine selbstständige Lebensführung zu fehlen scheint. Worunter Hanna eigentlich tatsächlich leidet, hat sich mir als Leser nicht wirklich in Gänze erschlossen, sind es Depressionen, ist es ein Burnout? Zumindest ist sie krank an der Seele, das steht fest. In ihren Eltern und ihrer ebenfalls erwachsenen Schwester Sara findet sie nicht die hilfreichen Gesprächspartner, die sie bräuchte. Die Beziehung zu Paul geht während der räumlichen Trennung in die Brüche, man gewinnt den Eindruck, dass dies längst überfällig war! Was die letztendliche Einordnung und Beurteilung der Thematik psychische Erkrankung angeht, bin ich etwas hin und hergerissen! Zwar habe ich dieses Buch wirklich gerne und schnell gelesen, weil Lena Kupke einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil hat, aber die Herangehensweise erschien mir manchmal auch etwas auf die Comedy Schiene abgerutscht, u. ich sehe es skeptisch, ob das der Ernsthaftigkeit des Themas gerecht wird, auch wenn es abwechslungsreiche Unterhaltung bietet. Das Ende ist sehr offen gestaltet, aber das passt gut zur Geschichte! Möge jeder sich seine eigene Meinung bilden. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und würde gerne weitere Bücher von ihr lesen.