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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2021

Dora Maar - eine Frau zwischen Liebe Kunst

Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe
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Auf das Buch aufmerksam geworden war ich durch das ansprechende Titelbild, das mir sehr gut gefällt, und mich durch die malerische französische Landschaft gut auf die Geschichte eingestimmt hat. Wir lernen ...

Auf das Buch aufmerksam geworden war ich durch das ansprechende Titelbild, das mir sehr gut gefällt, und mich durch die malerische französische Landschaft gut auf die Geschichte eingestimmt hat. Wir lernen die Fotografin und Malerin Dora Maar kennen, die ihre familiären Wurzeln eigentlich in Argentinien hat und in den 20iger Jahren nach Frankreich kommt und als junge Frau auf ein künstlerisches Genie des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso trifft und ihn kennen und lieben lernt. Er wird zur Liebe ihres Lebens, sie liebt ihn mit einer Intensität und Leidenschaft, die ihresgleichen sucht. In der Gesellschaft wird Dora als Picassos Muse wahrgenommen und dargestellt, doch eigentlich ist sie viel mehr als das. Dora Maar war schon bevor sie auf den großen Maler traf, eigenständige Künstlerin, die beiden haben sich gegenseitig inspiriert und zu neuen Werken animiert, Dora Maar hat Picasso sogar dazu motiviert, eins seiner bekanntesten Bilder, Guernica, als Reaktion auf den spanischen Bürgerkrieg zu schaffen. Ich hatte anfangs zugegebenermaßen ein paar Startschwierigkeiten, in das Buch hinein zu kommen, da Doras Begegnung mit Picasso einige Zeit auf sich warten ließ. Doch der angenehme und flüssige Schreibstil von Bettina Storks entwickelt dann schnell eine Art Sogwirkung, die einen immer tiefer in die Geschichte eintauchen lässt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen, die Künstlerclique, deren Teil Dora und Picasso sind, wird mit all ihren Mitgliedern, die sich untereinander kannten, von der Autorin authentisch geschildert. Ich fühlte mich gut unterhalten und habe nebenher unglaublich viel Wissenswertes über die Kunstszene erfahren, das ich bis dato nicht wusste. Ich spreche deshalb gerne eine Leseempfehlung aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2021

Mehr als gelungener Abschluss der Trilogie

Erntejahre
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Mit dem dritten Band der Warthenberg Saga bring Isabelle Jardin die Triologie nun gekonnt zu Ende. Auch die Geschichte, in der Bettina, Evas Tochter und Constances Enkelin, die Hauptrolle spielt, hat mir ...

Mit dem dritten Band der Warthenberg Saga bring Isabelle Jardin die Triologie nun gekonnt zu Ende. Auch die Geschichte, in der Bettina, Evas Tochter und Constances Enkelin, die Hauptrolle spielt, hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt in ihrem gewohnt flüssigen und angenehmen Schreibstil weiter, wofür in den ersten beiden Teilen der Grundstein gelegt wurde. Viele neuere deutsche geschichtliche Ereignisse werden mit eingeflochten, alles wieder exakt recherchiert! Einige Male habe ich ein paar Tränen der Rührung vergossen und mit allen bekannten und neuen Protagonisten mitgefiebert und gelitten. Sehr gut von Izabelle Jardin gezogene Parallelen zwischen den beiden Diktaturen, die dieses unser Vaterland in den vergangenen Jahrzehnten erleben musste. Aber ich finde auch wir sind von keiner Schuld freigesprochen, denn die Autorin attestiert meines Erachtens zu recht besonders den Deutschen einen Hang dazu, die Augen vor Obrigkeitshörigkeit zu verschließen! Ein großes Dankeschön für überaus gelungene Leseunterhaltung! Mit Ungeduld erwarte ich etwas Neues von Izabelle Jardin!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2021

Ein Sommer-Wohlfühlbuch mit Tiefgang

Die Frau im Park
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Angesprochen fühlte ich mich von der ersten Sekunde an von dem überaus geschmackvollen und liebevoll gestalteten Cover, was sich beim Layout im Inneren des Buches fortsetzt. Dass dann die gesamte Geschichte ...

Angesprochen fühlte ich mich von der ersten Sekunde an von dem überaus geschmackvollen und liebevoll gestalteten Cover, was sich beim Layout im Inneren des Buches fortsetzt. Dass dann die gesamte Geschichte auch noch rundum gelungen, unterhaltend, bewegend war, hat mich natürlich doppelt gefreut! Aber zum Inhalt: Wir lernen unsere Protagonistin Eva kennen, Ehefrau von Johannes und Mutter von Alisa, die gerade im Alter von Anfang 20 zu Hause auszieht. Eva, kurz vor ihrem 50. Geburtstag hat sich die letzten Jahre ausschließlich um ihre Tochter gekümmert, da diese in ihrer frühestens Kindheit durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt war. Durch diesen Umstand blieb Evas eigenes Leben, ihre Selbstverwirklichung und Karriere als Schauspielerin auf der Strecke, ganz zu schweigen von ihrer Ehe und Beziehung zu Ehemann Johannes, der völlig in seiner Rolle als Geschäftsführer eines weltweiten Firmenimperiums aufgeht und kaum zu Hause ist. Als Alisa nun - trotz Behinderung - das elterliche Nest in München Richtung Berlin verlässt, fällt ihre Mutter in ein tiefes schwarzes Loch, da sie sich in den letzten Jahren nicht mal für eigene Hobbies, Beschäftigungen etc. interessiert hat. In ihrer neuen Einsamkeit macht sie lange Spaziergänge durch den Münchner englischen Garten, auf denen sie Ben, einen attraktiven, etwas jüngeren Lehrer, kennenlernt. Ben ist der erste, der Eva seit langem zuhört, den ihre inneren Ängste, Wünsche, Träume interessieren. Unsere Protagonistin fühlt sich wieder angenommen, als Frau begehrt. Ella Janek hat hier eine zauberhafte Geschichte komponiert, die in meinen Augen keine oberflächliche Liebesgeschichte, kein üblicher Frauenroman ist. Es werden durchaus existenzielle Fragen gestellt, was will man in der Lebensmitte als Frau, wenn die Hauptaufgabe, eine Familie zu organisieren und zusammen zu halten, wegbricht? Was verbindet einen als Paar nach mehr als 20jähriger Ehe/Beziehung, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Ich fühlte mich als jemand, der in etwa im Alter der Figuren im Roman ist, exrem angesprochen! Hinzu kommt der mehr als flüssige, angenehme und kurzweilige Schreibstil der Autorin. Die Charaktere sind so authentisch geschildert, dass man sich ihnen, vor allem natürlich Eva, von Anfang an nahe fühlt. Von mir gibt es mindestens fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung, ein leichtes Wohlfühlbuch, das durchaus Tiefgang hat, und somit für mich ein Highlight für die Lektüre an derzeitigen Sommertagen darstellt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2021

Mitgefangen - mitgehangen

Der Nachlass
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Sowohl durch den Klappentext als auch die Leseprobe war meine Neugier geweckt, war ich doch in der Vergangenheit immer mal wieder über den Namen des Autors gestolpert und kannte bisher kein Buch von Jonas ...

Sowohl durch den Klappentext als auch die Leseprobe war meine Neugier geweckt, war ich doch in der Vergangenheit immer mal wieder über den Namen des Autors gestolpert und kannte bisher kein Buch von Jonas Winner. Dies hat sich nun hiermit geändert, und ich muss sagen, selten hat mich eine Lektüre so zwiegespalten zurück gelassen. Wir befinden uns auf einer Insel im Tegeler See namens Sandwerder im Norden von Berlin gelegen, ich bin im benannten Orsteil Tegel, ein Teil vom Bezirk Reinickendorf zur Schule gegangen, insofern hatte die Story für mich viel Lokalkolorit, was mir gut gefiel! In einer herrschaftlichen Villa treffen sich viele Familienmitglieder, alle Angehörige von Hedda, einer alten Dame, deren über 80jähriges Leben zu Ende geht, sie ist schwer krank und hat deshalb Kinder und Kindeskinder sowie ihren Bruder um sich versammelt, auch ihr Mann ist anwesend. Sofort nach ihrem Ableben erfolgt durch einen Notar die Testamentseröffnung, alle sind erstaunt, ja wenn nicht sogar geschockt, denn Hedda hat nicht einfach entschieden, wer was von ihrem beträchtlichen Vermögen erbt, sondern die Hinterbliebenen müssen tagelang, auf der abgeschiedenen Insel zahlreiche Aufgaben erfüllen, wer als Sieger aus dem Wettstreit hervorgeht, soll den Löwenanteil des Geldes und der Immobilien bekommen. An dieser Stelle zeigt sich, wozu Menschen in ihrer Geldgier fähig sind! Es entsteht ein geradezu blutiger Kampf darum, die Challenge hat es in sich, und die Frage taucht auf, hat tatsächlich Hedda sich all diese teilweise brutalen Herausforderungen, die die Familienmitglieder gegeneinander aufbringen, selber einfallen lassen, oder steckt noch jemand anders dahinter? Jeder ist sich selbst der nächste, es entsteht in der winterlichen Atmospäre, man ist quasi mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschlossen, eine morbide Stimmung, der ich mich als Leser so gut wie nicht entziehen konnte, ich mochte das Buch nicht aus der Hand legen, musste wissen, wie der Autor dieses zum Schluss teilweise widerliche Szenario entwirrt und auflöst. Der Schreibstil der Geschichte ist sehr flüssig und spannend, man ist sofort in der Handlung drin, alles ist authentisch geschildert, die Figuren allerdinngs alle so distanziert angelegt, dass einem niemand wirklich sympathisch wird. Somit war ich auch nicht parteiisch, sondern habe mir alles nur kopfschüttelnd von außen mit angeschaut. Das Ende war für mich nicht vorhersehbar, ich habe bis zum Schluss mitgerätselt, wie alles zusammenhängt. Ob es tatsächlich stellenweise so für mich als zart Besaitete brutal hätte daher kommen müssen, bin ich nicht sicher, aber da möge sich jeder sein eigenes Bild machen. Von mir vier Sterne und eine gut gemeinte Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2021

Dramatisches Familienschicksal

Von hier bis zum Anfang
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Der Klappentext und die Leseprobe hatten mich sehr neugierig gemacht, und mir wurde hier von Chris Whitaker durchaus spannende Leseunterhaltung geboten. Zwar hat mich das Cover in seiner Farbwahl nicht ...

Der Klappentext und die Leseprobe hatten mich sehr neugierig gemacht, und mir wurde hier von Chris Whitaker durchaus spannende Leseunterhaltung geboten. Zwar hat mich das Cover in seiner Farbwahl nicht unbedingt 100%ig angesprochen, doch passt es tatsächlich sehr gut zur Geschichte, die den Leser mit nach Cape Haven, einen beschaulichen Ort in Kalifornien nimmt. Wir lernen das Mädchen Duchess kennen, das sich eigentlich mitten in der Pubertät befindet, doch für altersadäquate Themen und Beschäftigungen bleiben ihr leider keine Zeit! Sie wirkt für ihr Alter ungeheuer erwachsen, denn hat sie schon früh die Mutterrolle bei ihrem jüngeren Bruder Robin übernehmen müssen. Star, die Mutter der beiden, ist alkoholabhängig und extem depressiv und dämmert größtenteils im Bett vor sich hin. Duchess ist nach außen hin rotzig und ruppig und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen, doch hat sie einen weichen Kern und ein liebevolles Wesen, sonst könnte sie sich nicht so aufopfernd um ihren Bruder kümmern, dessen Bedürfnisse sie exakt kennt und alles für ihn tut. Fast nie ist genug zu essen da für die beiden Kinder, Duchess spart sich selbst alles vom Munde ab, damit ihr kleiner Bruder zumindest annähernd ausreichend satt wird. Der Autor schildert uns seine Protagonisten unglaublich intensiv, ich konnte mit dem jungen Mädchen mitleiden und ihre Handlungen sehr sehr gut nachvollziehen. Star, die Mutter der beiden, scheint an einem Ereignis, das 30 Jahre zurück liegt, verzweifelt zu sein, ihre Schwester kam als Kind ums Leben, der Mörder kommt am Anfang unserer Geschichte aus dem Gefängnis frei, wirkt aber auf den Leser nicht wirklich gewalttätig. Der Constable des Ortes, namens Walker, die gute Seele der Gemeinde, kümmert sich sowohl um Duchess und ihre Familie als auch um Vincent, den vermeintlichen freigelassenen Mörder. Der Hüter des Gesetzes scheint hier alles ein wenig zusammen zu halten und ist einer der weiteren zentralen Charaktere. Chris Whitaker erzählt sehr atmosphärisch in einem fast poetischen Schreibstil, und auch wenn es einige Längen gibt, schreibt er flüssig und sehr angenehm. Ich fühlte mich an die Stimmung bei "Herr der Gezeiten" von Pat Conroy erinnert, auch wenn wir uns hier an einem gänzlich anderen Ort der USA befinden. Von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere