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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2026

Mal etwas ganz Anderes

Pause
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Mit dem Buch „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman verfasst, der irgendwie ganz anders ist als vieles, was ich sonst so lese. Im Mittelpunkt steht Hanna, Mitte 30, eine junge Frau, die irgendwann in der Vergangenheit ...

Mit dem Buch „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman verfasst, der irgendwie ganz anders ist als vieles, was ich sonst so lese. Im Mittelpunkt steht Hanna, Mitte 30, eine junge Frau, die irgendwann in der Vergangenheit ihr Elternhaus verlassen und zum Arbeiten nach Berlin gezogen war, wo sie seit vier Jahren mit Paul in einer Beziehung zusammenlebt. Als Hanna bei einer Panikattacke zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt, ist es nicht wie zu erwarten wäre, ihr Freund Paul, der sich um sie kümmert, sondern ihre Eltern holen sie ab. Was anfangs als kurzfristige Lösung gedacht war, wird zu einem längeren Abschnitt: Hanna wohnt wieder in ihrem Elternhaus, ganz als wäre sie noch ein Teenager! Sie selbst ist mehrmals täglich hin und her gerissen, ob sie sich dabei wohl fühlt oder nicht, ja von ihren Eltern geradezu genervt ist. Einerseits merkt sie und mit ihr auch der Leser, dass der Alternsunterschied zwischen Hanna und ihren Eltern vieles naturgemäß erschwert, andererseits möchte Hanna sich in die Geborgenheit der Kinderrolle fallen lassen, weil es so einfach erscheint, und ihr derzeit offenbar die Kraft für eine selbstständige Lebensführung zu fehlen scheint. Worunter Hanna eigentlich tatsächlich leidet, hat sich mir als Leser nicht wirklich in Gänze erschlossen, sind es Depressionen, ist es ein Burnout? Zumindest ist sie krank an der Seele, das steht fest. In ihren Eltern und ihrer ebenfalls erwachsenen Schwester Sara findet sie nicht die hilfreichen Gesprächspartner, die sie bräuchte. Die Beziehung zu Paul geht während der räumlichen Trennung in die Brüche, man gewinnt den Eindruck, dass dies längst überfällig war! Was die letztendliche Einordnung und Beurteilung der Thematik psychische Erkrankung angeht, bin ich etwas hin und hergerissen! Zwar habe ich dieses Buch wirklich gerne und schnell gelesen, weil Lena Kupke einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil hat, aber die Herangehensweise erschien mir manchmal auch etwas auf die Comedy Schiene abgerutscht, u. ich sehe es skeptisch, ob das der Ernsthaftigkeit des Themas gerecht wird, auch wenn es abwechslungsreiche Unterhaltung bietet. Das Ende ist sehr offen gestaltet, aber das passt gut zur Geschichte! Möge jeder sich seine eigene Meinung bilden. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und würde gerne weitere Bücher von ihr lesen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Kaum aus der Hand zu legen

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Da ich schon mehrere Bücher von Alena Schroeder kenne, war ich auch auf ihr neustes Werk mit dem originellen Titel "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" sehr gespannt. Und wie erwartet, hat ...

Da ich schon mehrere Bücher von Alena Schroeder kenne, war ich auch auf ihr neustes Werk mit dem originellen Titel "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" sehr gespannt. Und wie erwartet, hat die Autorin wieder einmal spannende Leseunterhaltung vom Feinsten geboten! Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen immer kapitelweise wechselnd, was das Ganze sehr sehr kurzweilig und abwechslungsreich gestaltet. Der Schreibstil ist geradezu sogartig, ich war von Beginn an in der Story drin und mochte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Im Mittelpunkt stehen drei starke Frauenfiguren, die alle sehr mochte u. sie mir gut vorstellen konnten, da Alena Schroeder sie extrem authentisch schildert. In der Gegenwart lernen wir Hannah kennen, die gerade darunter leidet, dass ihre beste Freundin Rubi sie "verlässt", die beiden hatten eine gemeinsame WG in Berlin, doch nun ist Rubi schwanger u. zieht mit ihrem Freund aufs Land. Hannah bleibt einsam und frustriert zurück und zu allem Unglück taucht auch noch ihr Vater, den sie gut wie gar nicht kennt, da ihre Mutter ihn ihr vorenthalten hat, auf und möchte plötzlich engen Kontakt zu ihr, was Hannah immens überfordert. Im Teil, der in der Vergangenheit spielt, genauer gesagt 1945, lernen wir Wilma kennen, die in Güstrow lebt und beim Einzug der Russen zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine Waise in ihrem Hause beherbergt, die auf der Flucht ist. Die beiden nähern sich an, doch das Ganze wird kompliziert, da Wilma ein Geheimnis hat, das nicht ans Licht kommen soll. Was all die Frauen über die vielen Jahrzehnte hinweg verbindet, möchte ich gar nicht weiter erläutern, um nicht zu viel zu verraten! Alena Schroeder hat eine wunderbare Geschichte geschrieben, die mich extrem spannend unterhalten hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Dafür gibt es die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Gelungener Genremix

Die Insel meiner Schwester
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An "Die Insel meiner Schwester" von Sara B. Elfgren hatte ich zugegebenermaßen gar nicht mal so hohe Erwartungen. Angekündigt worden war das Buch als "Roman". Ich ließ mich also überraschen! Überrascht ...

An "Die Insel meiner Schwester" von Sara B. Elfgren hatte ich zugegebenermaßen gar nicht mal so hohe Erwartungen. Angekündigt worden war das Buch als "Roman". Ich ließ mich also überraschen! Überrascht wurde ich von einer überaus spannenden Geschichte, die durchaus auch romanhafte Elemente aufwies, die ich aber eigentlich sogar ins Fach "Thriller" einordnen würde. Im Mittelpunkt steht Mirjam, eine junge Frau, die als Kind fast wie nebenbei mitbekommt, dass sie eine Halbschwester hat, ja ihr Vater quasi eine Zweitfamilie, von der ihre Mutter (natürlich) nichts weiß. All das erfahren wir in Rückblicken, der Roman wechselt permanent zwischen Gegenwart und Vergangenheit, alles berichtet aus Mirjams Perspektive. Obwohl der Vater seine Affäre und das daraus entstandene Kind verheimlicht, gelingt es Mirjam, zu ihrer Halbschwester Nia (Kurzform von Lavinia) Kontakt aufzunehmen. Die beiden freunden sich an, diese Beziehung bedeutet Mirjam, die ansonsten wenig bis gar keine Freunde hat, ausgesprochen viel. Doch irgendwann entfernen sich die Schwestern wieder voneinander. Als Nia ihre Halbschwester überraschend zu ihrem 40. Geburtstag einlädt, fährt Mirjam zur Feier auf die Insel, die einst ihrem gemeinsamem Vater gehörte. Mittlerweile ist Nias Ehemann Konrad Eigentümer von Tallholmen, so der Name des Eilands. Doch die Ehe von Konrad und Nia ist alles andere als harmonisch! Auf der Feier droht die toxische Beziehung zu eskalieren. Die Handlung ist von Sara B. Elfgren in flüssigem spannenden Schreibstil geschildert. Nia und Mirjam als Protagonistinnen sind authentisch skizziert, ich fühlte mich ihnen nahe, konnte ihr Verhalten gut nachvollziehen und habe mit beiden mitgefiebert, wie sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren entwickeln. Durch die Thriller Elemente konnte ich das Buch stellenweise nur schwer aus der Hand legen! Von mir gibt es auf jeden Fall die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung! Nur sollte man sich unbedingt eher auf einen Thriller einstellen, sonst könnte man ggf. enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Lehrreicher Auftakt einer großartigen Familiensaga

Schwesternland
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In Katharina Fuchs‘ neuem Roman „Schwesternland“ steht zunächst Antonia, eine von vier Schwestern im Mittelpunkt. Anlässlich des 100. Geburtstag der Großmutter der Familie rückt das Augenmerk auf ein Ahnengutachten. ...

In Katharina Fuchs‘ neuem Roman „Schwesternland“ steht zunächst Antonia, eine von vier Schwestern im Mittelpunkt. Anlässlich des 100. Geburtstag der Großmutter der Familie rückt das Augenmerk auf ein Ahnengutachten. Die Protagonistin nimmt es zum Anlass, um nach Frankreich zu reisen und sich auf die Spuren ihrer Vorfahrin Jeanne Beauvais zu begeben, die im 17. Jahrhundert im Rahmen der Hugenotten-Verfolgung auf der Flucht war und sich schließlich im Brandenburgischen Havelland ansiedelte. Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, zum einen in der Gegenwart, wo wir Antonia begleiten, die ihre Masterarbeit schreibt und sich diesbezüglich mit der zweiten Perspektive des Romans, aus der Sicht ihrer Ahnin Jeanne beschäftigt, die als Hugenottin zwangsweise ihr Heimatland verlassen musste. Der häufige Wechsel zwischen den Zeitebenen macht das Buch extrem abwechslungsreich und die Lektüre sehr kurzweilig! Katharina Fuchs hat einen sehr flüssigen Schreibstil und eine packende Art zu erzählen. Außerdem war Ihre Recherchearbeit grandios, so dass ich als Leser vieles aus: der Historie gelernt habe, was das Lesen um so wertvoller gemacht hat! Ihre Protagonistinnen sind selbstbewusste starke Frauenfiguren, die wenn auch mit Umwegen ihren Lebensweg zielstrebig verfolgen und sich auch von Hindernissen und Widrigkeiten nicht abhalten lassen! Hieran lassen sie uns Leser teilhaben, was sich unglaublich spannend gestaltet, so dass man das Buch kaum zur Seite legen kann! Von mir gibt es auf jeden Fall die Höchstzahl an Punkten und eine absolute Leseempfehlung! Da es den Eindruck macht, als wäre dies ein Auftaktband, freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein Pfarrer und seine Haushälterin

Mirabellentage
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In ihrem neuesten Roman "Mirabellentage" von Martina Bogdahn steht Anna im Mittelpunkt der Handlung. Die etwa 60jährige Frau war nahezu Zeit ihres Lebens die Haushälterin des Pfarrers Josef in einem kleinen ...

In ihrem neuesten Roman "Mirabellentage" von Martina Bogdahn steht Anna im Mittelpunkt der Handlung. Die etwa 60jährige Frau war nahezu Zeit ihres Lebens die Haushälterin des Pfarrers Josef in einem kleinen bayerischen Dorf. Josef ist nun verstorben, und sein letzter Wunsch, einmal ans Meer zu reisen und dort auch begraben bzw als Asche verstreut zu werden soll offenbar von Anna umgesetzt werden, auch wenn dies eigentlich den katholischen Gepflogenheiten widerspricht, die eine Beerdigung auf dem örtlichen Friedhof vorsähe. In vielen Rückblenden erfahren wir so einiges über Josef und Anna, die sich bereits seit ihrer Kindheit kannten. Ebenfalls eine tragende Rolle spielt der sympathische junge und vor allem neue Pfarrer Fridtjof, der sein Amt schon wenige Tage nach Josefs Tod antritt. Die Autorin beschreibt in flüssigem leichten Schreibstil das Dorfleben, dessen Teil der Pastor und seine Haushälterin sind und waren. Hierbei gibt es viele kleine Anekdoten, die humorvoll erzählt werden, leider übertreibt Martina Bogdahn es hiermit etwas. Sowohl was die Anzahl angeht, der Teil, der in der Vergangenheit spielt, nimmt zu großen Raum ein, als auch die Skurrilität, die stellenweise zu überzogen wirkt. Ich als Leser hätte gerne mehr über die Gegenwart der Protagonistin gelesen und habe eigentlich fast das gesamte Buch über auf die Auflösung am Ende und eine eventuelle Reise Annas ans Meer gewartet. Die Geschichte vermittelt trotz der aufgezeigten Schwächen aber trotzdem ein wunderbares Bild der Geborgenheit, die das Leben in einem Dorf bietet und zeigt, was es bedeutet zu wissen, wo die eigene Heimat ist!

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