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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2017

Spannende Familiengeschichte, mit einer Prise britischem Humor

Die Liebe, die uns bleibt
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Die Liebe, die uns bleibt oder was wäre wenn…?

Ich habe, im Rahmen einer Leserunde, das Buch von Jenny Eclair „Die Liebe, die uns bleibt“ vorab lesen dürfen.

Wenn man nur das Cover betrachtet und den ...

Die Liebe, die uns bleibt oder was wäre wenn…?

Ich habe, im Rahmen einer Leserunde, das Buch von Jenny Eclair „Die Liebe, die uns bleibt“ vorab lesen dürfen.

Wenn man nur das Cover betrachtet und den dazugehörigen Klappentext liest, könnte man meinen, es handelt sich um eine romantische, schöne, aber auch traurige Familiengeschichte, wobei da der Schein etwas trügt, so finde ich.

Es geht um Edwina, die ihr Haus verkaufen möchte. Seit 50 Jahren lebte sie nun dort. Als sie den Makler von Zimmer zu Zimmer führt, kommen all die Erinnerungen wieder hoch, die Edwina dort mit ihrem ersten Ehemann und ihren Zwillingen erlebte. Als ihr Mann starb, zog kurze Zeit später Dickie, ihr neuer Ehemann zu ihr, der bereits einen Sohn hatte – Lucas! Auch mit ihnen, erzählen die Räume diese eine Geschichte.
Zu schlimm sind aber die Erinnerungen an Lucas, sodass Edwina nicht mal seinen Namen aussprechen kann. Als Leser spürt man schnell, irgendetwas muss in der Vergangenheit passiert sein, und eigentlich weiß man auch nicht, wer von der Familie überhaupt noch in der Gegenwart lebt. Was war damals passiert? Was ist aus den Zwillingen geworden, aus Dickie oder Lucas?

So viele Fragen, die sich als roter Faden spannend bis ans Ende der Geschichte durchziehen.

Der Schreibstil ist, womit ich, aufgrund des Covers und Klappentextes, nicht gerechnet hätte, humorvoll und ziemlich unverblümt. Doch eigentlich hätte man sich das auch gleich denken können, denn die Autorin zählt zu den erfolgreichsten Komikerinnen Englands. Sie veröffentlichte bereits vier Bücher und auch dieses Buch, schaffte es auf Anhieb in die Top Ten der britischen Bestsellerliste.
Für mich kein Wunder, denn auch mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich mochte vor allem den unterschwelligen, typisch britischen Humor. Das ganze wurde gekonnt verknüpft, mit einer traurigen Familiengeschichte und jeder Menge Geheimnisse.

Es gab viele offene Fragen und als Leser rätselte und fieberte man bis zum Schluss mit. Es blieb also eine Menge Raum zu spekulieren, was mir nochmal gut gefiel, denn so konnte jeder auch noch seine ganz eigene kleine Geschichte dazu spinnen. Nämlich, was wäre wenn…?

Leider war der letzte Leseabschnitt, mit Lucas als Charakter, für mich ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen. Lieber hätte ich auch noch mehr über andere Charaktere erfahren, die leider ein bisschen zu kurz gekommen sind.

Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Lesejury, für das Manuskript und das noch folgende Buch.

Veröffentlicht am 31.07.2017

Wie der Phönix aus der Asche...Herzzerreißend und berührend!

Wie das Feuer zwischen uns
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Wie der Phönix aus der Asche…

…Ihr alle kennt bestimmt die Sage des Phönix. Ein mythischer Vogel, der am Ende verbrennt, um aus der Asche wieder neu zu entstehen.

Logans Leben kann schlimmer nicht sein. ...

Wie der Phönix aus der Asche

…Ihr alle kennt bestimmt die Sage des Phönix. Ein mythischer Vogel, der am Ende verbrennt, um aus der Asche wieder neu zu entstehen.

Logans Leben kann schlimmer nicht sein. Seine ganze Kindheit wurde er nicht erzogen, nicht beachtet, nicht versorgt und vor allem nicht geliebt. Da ist es natürlich klar, dass auch er kaum bereit ist zu lieben. Die einzigen Menschen, denen er vertraut, sind sein Halbbruder Kellan und seine beste Freundin Alyssa.

Diese Freundschaft zu Alyssa wird eines Tages auf eine harte Probe gestellt, als die beiden sich eingestehen, dass sie sich lieben. Doch Logan verfällt immer wieder in sein altes Muster, sodass etwas geschieht, wo er sich wünscht, dass diese Sage bei ihm, eines Tages, nicht zutreffen wird. Er möchte nur noch verschwinden und nie wieder zurückkehren – nicht auferstehen. So geht er und lässt alles hinter sich.

Nach 5 Jahren möchte sein Bruder heiraten und er bittet Logan, zurück zu kommen, um dabei zu sein.
Logan rafft sich auf, aber was er dort vorfindet, übertrifft all das, was er in der Vergangenheit bereits erlebte.

Diese Geschichte ist so herzzerreißend, dass ich sie in einem Rutsch gelesen habe, obwohl es sich wieder um eine Leserunde handelte. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass die Autorin es schafft, nach „Wie die Luft zum Atmen“ an ihren Erfolg anzuknüpfen. Doch, das hat sie geschafft. Ich kann zwar jetzt nicht sagen, dass mir das eine oder andere besser gefallen hat, weil sie doch auch sehr unterschiedlich waren und dennoch auch irgendwie gleich. Da hat man halt den Wiedererkennungswert der Autorin. Aber eins kann ich sagen, dass beide absolut lesenswert sind. Sie gehören zu der Kategorie „Must read“.

Ob Logen es am Ende schafft, wie der Phönix aus der Asche neu geboren zu werden, müsst ihr schon selbst herausfinden.

Aber eins müsst ihr dafür noch wissen – haltet Taschentücher bereit, viele!

Ich möchte mich bei der Lesejury und bei Bastei Lübbe für die Möglichkeit des Vorablesens bedanken. Ebenso für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar und außerdem möchte ich mich bei Brittainy C. Cherry, für ihre grandiosen Ideen bedanken. <3

Ich freue mich so, dass es Ende Januar 2018 mit der Reihe weiter geht und kann es kaum erwarten.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Besonders und einzigartig - perfekt!

Ich, Eleanor Oliphant
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Ich hatte das große Glück, im Rahmen einer Leserunde, dieses ganz besondere Buch zu lesen und ich kann Jojo Moyes nur zustimmen, es ist „absolut mitreißend“

Miss Eleanor Oliphant, wie sie sich selbst ...

Ich hatte das große Glück, im Rahmen einer Leserunde, dieses ganz besondere Buch zu lesen und ich kann Jojo Moyes nur zustimmen, es ist „absolut mitreißend“

Miss Eleanor Oliphant, wie sie sich selbst nennt, lebt einsam und zurückgezogen, in einer kleinen Sozialwohnung. Seit Jahren arbeitet sie als Buchhalterin in dem gleichen Betrieb, aber soziale Kontakte hat sie keine. Nicht mal zu ihren Arbeitskollegen. Äußerlichkeiten und Freunde sind ihr nicht wichtig, doch das ändert sich schlagartig, als sie sich verliebt. Verliebt in einen Musiker, den sie kaum kennt. Doch für sie ist es der Richtige. Wird sie es schaffen, dass auch er sich in sie verliebt?

Man begleitet Eleanor auf ihrem Weg zu sich selbst. Man lacht mit ihr, man fühlt mit ihr, mitunter versteht man sie auch nicht und dann wiederum weint und leidet mit ihr.
Kaum ein Protagonist hat mich so sehr berührt, wie Eleanor.

Zu Anfang fand ich Eleanor einfach nur urkomisch und skurril, dann dachte ich, mit ihr könnte ich niemals klar kommen, aber dann gab es einen Moment, da hat sie mein Herz berührt. Ich kann kaum in Worte fassen, wie schön ich diese Geschichte fand.

Am meisten hat mir gefallen wie die Autorin schreibt.
Eleanors Gedanken sind so absurd und gleichzeitig grandios. Ihre Gedankengänge machten diese Geschichte für mich perfekt, eben einzigartig und besonders!

Gail Honeyman hat einen so tollen Schreibstil, wie man ihn selten liest. So klug, witzig und tief berührend, sodass man dieses Buch kaum aus den Händen legen kann. Mit dem Schreiben hat sie auch schon mehrere Preise gewonnen, jedoch ist diese Geschichte ihr erstes Buch. Wie ich finde, ein sehr gelungener Debütroman, den man einfach gelesen haben muss. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass jemand diese Geschichte nicht mögen wird.

Zum Schluss kamen mir dann auch ein paar Tränen, vor allem, weil ich Eleanor jetzt wieder sich selbst überlassen muss…

…aber sie ist stark, genau wie dieses Buch!

Mein ganz besonderer Dank gilt der Autorin Gail Honeyman, für diese wunderschöne Geschichte. Ich hoffe, man liest bald wieder von ihr. <3

Dankeschön auch an die Mitleser der Lesejury. Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, mit euch über Eleanor zu sprechen.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch bei dem Bastei-Lübbe Verlag bedanken, für das zur Verfügung gestellte Manuskript/Buch.

Veröffentlicht am 20.09.2017

Sehr schöne, aber auch traurige Geschichte, mit einem Gedankenanstoß

Bis zum letzten Herzschlag
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Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die einem das Leben bereichern. Ich bin durch Zufall, bei Instagram, auf die Autorin und Selfpublisherin Jasmin Winter gestoßen. Immer wieder habe ich das Cover ihres ...

Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die einem das Leben bereichern. Ich bin durch Zufall, bei Instagram, auf die Autorin und Selfpublisherin Jasmin Winter gestoßen. Immer wieder habe ich das Cover ihres Romans „Bis zum letzten Herzschlag“ gesehen und das machte mich neugierig. So entschied ich mich, sie anzuschreiben, um zu fragen, ob ich ihr Buch rezensieren dürfte. Schnell waren wir uns sympathisch und einige Zeit später zog das wunderschöne Buch bei mir ein.

Diese sehr berührende Geschichte, passte für mich genau in diese Jahreszeit – Herbst! Auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke, habe ich es mir dann mit diesem Buch gemütlich gemacht.

Es geht um Kate & Evan. Als Kinder kennengelernt und als Teenager lieben gelernt, leben die zwei glücklich bis zum dem Tag, als diese Geschichte beginnt, nämlich als Kate nach Hause kommt und Evan in flagranti mit einer anderen Frau erwischt.

Für Kate bricht eine Welt zusammen, denn sie kann so gar nicht verstehen, warum er ihr das angetan hat. Es gab nie Anzeichen, dass etwas in ihrer Beziehung nicht stimmen könnte. War sie so blind?

Verletzt fasst sie einen Entschluss. Sie möchte nach Deutschland, wo ihre Wurzeln sind. Eigentlich hatte sie genau das mit Evan eines Tages vor, doch nun reist sie mit ihrer besten Freundin Josie.

Leider überschattet das nächste Schicksal Kates Leben. Sofort stellt sie in Deutschland fest, sie ist schwanger. Jonas wird geboren und zu dritt meistern die 3 nun ihr Leben in Deutschland.

10 Jahre später erhält Kate einen Anruf von ihrer Mutter. Es ist Zuhause etwas geschehen, sodass Kate keine andere Wahl bleibt, zurück in die USA zu fliegen.

Was ist passiert? Wie wird es werden, wenn sie auf Evan trifft und wie wird Evan auf Jonas reagieren?

Schnell liest sich hier, hierbei handelt es sich um einen Schicksalsroman und was das am Ende bedeutet, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Von der Autorin weiß ich, dass diese Geschichte ihre Art war, ihr eigenes Schicksal zu verarbeiten.

Ich bin super in die Geschichte reingekommen, wobei ich einige Situationen anfänglich nicht ganz nachvollziehen konnte. Doch ergeben viele davon, im weiteren Verlauf, durchaus einen Sinn und am Ende musste ich feststellen, dass das Schicksal leider nicht beeinflussbar ist.

Ich denke, die Autorin möchte uns mit ihrer Geschichte einen Gedankenanstoß geben und uns eins sagen, nämlich…

…„Nutzt die Zeit mit Dingen, die euch lieb sind, denn wir wissen nicht, was uns der morgige Tag bringt.“

Veröffentlicht am 10.07.2017

Ein Buch zum Verlieben

Wildblumensommer
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Ich liebe Blumen,
ich liebe alle Arten von Blumen,
aber am meisten liebe ich Wildblumen im Sommer.

Nachdem ich die Leseprobe zu dem Buch gelesen hatte, wollte ich mehr lesen und war deswegen froh, für ...

Ich liebe Blumen,
ich liebe alle Arten von Blumen,
aber am meisten liebe ich Wildblumen im Sommer.

Nachdem ich die Leseprobe zu dem Buch gelesen hatte, wollte ich mehr lesen und war deswegen froh, für die dazugehörige Leserunde, ausgewählt worden zu sein.

Diese Geschichte, die in Cornwall und London spielt, ist einfach nur schön. Sie beginnt mit der Diagnose Aneurysma im Gehirn, das schnellstens operiert werden muss. Allerdings ist dies frühestens in 10 Tagen möglich. Die junge Zoe ist total geschockt und soll sich eigentlich ausruhen, damit das Aneurysma nicht noch vorzeitig platzt, denn das könnte den Tod zur Folge haben. Aber auch mit einer Operation seien die Chancen auf Heilung nicht hundertprozentig, da die Stelle am Hirn schon sehr gefährlich ist.

Mit dieser Diagnose hat Zoe nur noch einen Wunsch. Zurück in das kleine Örtchen in Cornwall, wo sie einst ihre Ferien mit ihrer Familie verbracht hatte, ihre erste Liebe traf, aber auch den Alptraum ihres Lebens erlebte.

Vor 14 Jahren ist dort ihr Bruder Chris von den Klippen gestürzt. Ob es Mord war oder Selbstmord oder vielleicht doch nur ein Unfall, wie vermutet wird, wurde nie aufgeklärt.

Selbst den Tod vor Augen, verspürt Zoe den Drang, dem Ganzen nochmal auf die Spur zu gehen und reist dorthin zurück.

Was sie dort erlebt, wie es ihr dabei geht und ob sie ihre erste Liebe wieder trifft, ist so spannend geschrieben, dass ich dieses Buch in einem Rutsch gelesen habe, obwohl es eigentlich eine Leserunde war.

Die Autorin hat so einen tollen Schreibstil, vor allem mit ihren Cliffhanger am Kapitelende, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen.

Das Drama um Zoe ist übrigens nicht das einzige Thema dieser Geschichte. Es sind noch so viel mehr, ohne dabei überladen zu wirken. Möchte aber nicht mehr verraten, da ich jedem diese Geschichte sehr ans Herz legen möchte, damit ihr sie auch so unbedarft genießen könnt, wie ich. Für mich hat die Autorin genau meinen Nerv getroffen. Ich bin total begeistert!

Tränen habe ich auch vergossen, nicht nur vor Freude, sondern auch weil es streckenweise wirklich traurig war.

Ich möchte jetzt definitiv noch mehr von Kathryn Taylor lesen, die mit ihrer Art zu schreiben, absolut meinen Lesegeschmack trifft.

Bedanken möchte ich mich bei der Lesejury, allen anderen aus der Leserunde, mit denen ich mich prima austauschen konnte, beim Bastei Lübbe Verlag, für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar und vor allem bei Kathryn Taylor für diese einzigartig, schöne Geschichte, weswegen es auch mein Buch des Monats Juni wurde.