Anfangs stark, ab der Mitte enttäuschend
Guilty Pleasure❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Ich liebe Trash-TV, ja leider. 🤣 Genau deshalb greife ich immer wieder gern zu Geschichten rund um Reality-Formate. In der Vergangenheit wurde ich damit allerdings ...
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Ich liebe Trash-TV, ja leider. 🤣 Genau deshalb greife ich immer wieder gern zu Geschichten rund um Reality-Formate. In der Vergangenheit wurde ich damit allerdings häufiger enttäuscht, weil vieles zu oberflächlich oder langweilig war. Umso gespannter war ich, ob Guilty Pleasure mich endlich mal überraschen kann.
🧠 Meine Meinung:
Der Einstieg war für mich erst einmal okay. Ich hatte zwar noch nicht direkt von allen Figuren ein klares Bild im Kopf, konnte der Handlung aber trotzdem gut folgen. Dabei hat vor allem das Personenglossar in der Innenklappe geholfen, das mit den Polaroids wirklich kreativ gestaltet war.
Besonders neugierig gemacht hat mich zu Beginn die Frage, was sich in Zoes Rucksack befindet. Dieses Rätsel war zwar relativ schnell geklärt, dafür öffneten sich danach direkt wieder viele neue Fragen, wodurch die Spannung nie wirklich verloren ging.
Was dieses Buch für mich so besonders gemacht hat, es arbeitet unglaublich viel mit Andeutungen. Vieles wird nie komplett ausgesprochen oder detailliert beschrieben und genau das macht die Geschichte so grausam. Der Horror entsteht oft im eigenen Kopf. Teilweise haben mir meine eigenen Vorstellungen mehr Angst gemacht als das, was tatsächlich auf den Seiten stand. Trotzdem ist das Buch brutal und verstörend, nur eben auf eine eher psychologische Art. Genau das fand ich gleichzeitig genial und unangenehm faszinierend. Die Triggerwarnung hat hier definitiv ihre Berechtigung.
Was ich dem Buch außerdem hoch anrechne, endlich mal eine Reality-Story, die anders ist. Viele Bücher mit ähnlichem Thema konnten mich bisher nicht überzeugen, hier war ich dagegen auf eine verstörende Weise komplett gefesselt. Besonders die wechselnden Perspektiven haben dazu beigetragen. Manche Szenen werden zeitversetzt erzählt, wodurch man als Leser immer wieder neue Puzzleteile bekommt und bereits Gelesenes plötzlich anders einordnet. Dadurch war das Buch zwar komplexer, aber auch unglaublich spannend. Spoiler: Die Ernüchterung kommt eher als mir lieb ist. Zunächst einmal hat mir aber das Miträtseln richtig Spaß gemacht. Vor allem dieses eine Polaroid mit dem durchgestrichenen Namen und der unkenntlichen Berufsbezeichnung hat meine Aufmerksamkeit die ganze Zeit gehalten. Ich wollte unbedingt herausfinden, wer dahinter steckt, ABER☝️am Ende angekommen, weiß ich ehrlich gesagt immer noch nicht, was dort eigentlich steht.
Generell lebt die Geschichte stark von ihren Plot-Twists. Immer wieder dachte ich: „Jetzt hab ich’s verstanden“, nur um kurz darauf wieder komplett umdenken zu müssen.
Gleichzeitig war genau diese Komplexität irgendwann aber auch mein größtes Problem mit dem Buch. Vor allem die technischen Aspekte rund um die Fly Eyes und die ganzen Zusammenhänge haben mich zunehmend überfordert. Ich hatte irgendwann zwar noch das Gefühl, die einzelnen Ereignisse irgendwie zu verstehen, konnte aber kaum noch erklären, wie alles tatsächlich miteinander zusammenhängt oder wer nun eigentlich was geplant hat. Gerade gegen Ende wurde es für mich einfach zu viel.
Die technischen Szenen konnten mich dadurch emotional auch nicht mehr wirklich erreichen. Je näher das Finale rückte, desto mehr verlor mich die Geschichte. Der Anfang und auch der Mittelteil hatten eine enorme Sogwirkung, aber am Ende war ich eher verwirrter als begeistert. Das Buch schreit zwar förmlich nach einer Fortsetzung, für mich persönlich allerdings eher ohne mich. Hälfte des Buches war wirklich gut, der Rest gefiel mir leider nicht.
✅️ Fazit:
Guilty Pleasure punktet mit einer düsteren Atmosphäre, vielen Geheimnissen und einer ungewöhnlichen Reality-TV-Thematik, die mich bis zur Hälfte absolut gefesselt hat. Besonders die psychologische Grausamkeit und die vielen Andeutungen sorgen dafür, dass das Buch unter die Haut geht. Leider wurde mir die Handlung zum Ende hin zu komplex und technisch, wodurch ich irgendwann den Überblick verloren habe. Trotzdem bleibt die Geschichte durch ihre verstörende Art definitiv im Kopf. ≈ 2,5 Sterne
🔎 Worum geht’s?
Im geheimnisvollen Hotel Guilty Pleasure werden den reichsten Menschen der Welt ihre dunkelsten Wünsche erfüllt. Abgeschottet von der Außenwelt und ohne Regeln. Fünf Gäste reisen auf eine abgelegene Insel, ohne zu ahnen, dass jede ihrer Bewegungen beobachtet wird. Denn das luxuriöse Paradies ist Teil einer brutalen Reality-Show, die live ins Internet übertragen wird. Während die Situation zunehmend eskaliert, geraten die Gäste in ein gefährliches Spiel aus Manipulation, Geheimnissen und Gewalt.