Profilbild von Judiko

Judiko

Lesejury Profi
offline

Judiko ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Judiko über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2018

Nicht vom Hype "irr"itieren lassen. Der Insasse hat mich tatsächlich verrückt gemacht!

Der Insasse
3 0

Nicht vom Hype „irr“itieren lassen!!! Der Insasse hat mich „verrückt“ gemacht!

Wie gewohnt konnten wir einen großen Hype um das neue Buch von Sebastian Fitzek beobachten. Riesen Propaganda, dass sogar ...

Nicht vom Hype „irr“itieren lassen!!! Der Insasse hat mich „verrückt“ gemacht!

Wie gewohnt konnten wir einen großen Hype um das neue Buch von Sebastian Fitzek beobachten. Riesen Propaganda, dass sogar Nichtleser inzwischen das Cover kennen. By the way… was ich übrigens sehr gelungen finde. Als eingefleischter Fitzek-Fan kam ich natürlich nicht drum rum, mich quasi einweisen zu lassen und schon mit dem Griff zum Buch, was sich anfühlt, als wäre man in einer echten Gummizelle, seinem blutrotem Buchschnitt und der krakeligen Schrift, die einem Hilferuf ähnelt, sind wir auch schon mitten drin…

Der kleine Max wird seit einem Jahr vermisst. Nur der Täter weiß, was mit ihm geschah, doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt einer Berliner Psychiatrie und schweigt sich aus. Max‘ Vater kommt mit dem Gedanken, sein Sohn würde noch leben und vielleicht schreckliche Qualen erleiden, nicht klar und so bleibt ihm nur ein Ausweg, um endlich Gewissheit zu haben, -er muss selbst Insasse werden.

Wenn man die Geschichte beginnt, bleibt man gar nicht lange verschont. Haargenau beschreibt Herr Fitzek, wie gewohnt, die Szenerie und der Leser hechtet von Kapitel zu Kapitel, wofür der Autor natürlich auch bekannt ist. Cliffhanger am Kapitelende sind ja seine Spezialität.

Auch in diesem Fall war es wieder so, wobei ich aber sagen muss, dass es hier ganz besonders heftig war. Nicht umsonst habe ich das Buch in zwei Tagen verschlungen. Normalerweise könnte man es aber auch gut an, einem verregneten Sonntag z.B., schaffen. Achtung Lebensgefahr! Atmen nicht vergessen! Der Spannungsbogen lässt einem kaum zum Zeit zum Luft holen.

Mir hat der Insasse bis etwas über die Mitte hinaus großartig gefallen. Ab da wurden die Handlungsstränge dann so umfassend und verstrickt, dass man gedanklich kaum noch hinterher kam. Teilweise war ich wirklich überfordert, wenn ich z.B. gerade in einem Kapitel vertieft war und mir wieder ein Handlungsstrang von vorher einfiel, der sich aber noch nicht aufgeklärt hatte und schon wieder neue hinzukamen. Bis kurz vor Ausgang der Geschichte, hatte ich kaum eine Ahnung, wie sich das alles noch auflösen soll, umso mehr war ich dann enttäuscht, dass ich mit meiner, „mal kurz in Raum geworfenen Vermutung“, dann doch richtig lag, wobei mir immer noch einige Antworten dazu fehlten. Das bedeutete, also erstmal weiterlesen.

Deswegen muss ich am Ende für mich ein paar minimale Abzüge machen, denn ich finde manchmal ist weniger mehr. Einige Handlungsstränge hätte es einfach nicht gebraucht und hat nur unnütz „verrückt“ gemacht. Vielleicht war das aber auch passenderweise das Ziel von Herrn Fitzek?

Trotz, dass für mich am Ende immer noch ein paar Fragen offen sind, ist dieser Thriller, vor allem wegen der anhalten Spannung, ganzheitlich betrachtet, wieder ein typischer Fitzek, den ich einfach mag und wofür ich gerne einen Lese Tipp vergebe.

Also, nicht vom Hype“ irr“itieren lassen, Koffer packen und ab in die nächste Psychiatrie, die da heißt: Der Insasse!

Veröffentlicht am 31.07.2017

Wie der Phönix aus der Asche...Herzzerreißend und berührend!

Wie das Feuer zwischen uns
3 0

Wie der Phönix aus der Asche…

…Ihr alle kennt bestimmt die Sage des Phönix. Ein mythischer Vogel, der am Ende verbrennt, um aus der Asche wieder neu zu entstehen.

Logans Leben kann schlimmer nicht sein. ...

Wie der Phönix aus der Asche

…Ihr alle kennt bestimmt die Sage des Phönix. Ein mythischer Vogel, der am Ende verbrennt, um aus der Asche wieder neu zu entstehen.

Logans Leben kann schlimmer nicht sein. Seine ganze Kindheit wurde er nicht erzogen, nicht beachtet, nicht versorgt und vor allem nicht geliebt. Da ist es natürlich klar, dass auch er kaum bereit ist zu lieben. Die einzigen Menschen, denen er vertraut, sind sein Halbbruder Kellan und seine beste Freundin Alyssa.

Diese Freundschaft zu Alyssa wird eines Tages auf eine harte Probe gestellt, als die beiden sich eingestehen, dass sie sich lieben. Doch Logan verfällt immer wieder in sein altes Muster, sodass etwas geschieht, wo er sich wünscht, dass diese Sage bei ihm, eines Tages, nicht zutreffen wird. Er möchte nur noch verschwinden und nie wieder zurückkehren – nicht auferstehen. So geht er und lässt alles hinter sich.

Nach 5 Jahren möchte sein Bruder heiraten und er bittet Logan, zurück zu kommen, um dabei zu sein.
Logan rafft sich auf, aber was er dort vorfindet, übertrifft all das, was er in der Vergangenheit bereits erlebte.

Diese Geschichte ist so herzzerreißend, dass ich sie in einem Rutsch gelesen habe, obwohl es sich wieder um eine Leserunde handelte. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass die Autorin es schafft, nach „Wie die Luft zum Atmen“ an ihren Erfolg anzuknüpfen. Doch, das hat sie geschafft. Ich kann zwar jetzt nicht sagen, dass mir das eine oder andere besser gefallen hat, weil sie doch auch sehr unterschiedlich waren und dennoch auch irgendwie gleich. Da hat man halt den Wiedererkennungswert der Autorin. Aber eins kann ich sagen, dass beide absolut lesenswert sind. Sie gehören zu der Kategorie „Must read“.

Ob Logen es am Ende schafft, wie der Phönix aus der Asche neu geboren zu werden, müsst ihr schon selbst herausfinden.

Aber eins müsst ihr dafür noch wissen – haltet Taschentücher bereit, viele!

Ich möchte mich bei der Lesejury und bei Bastei Lübbe für die Möglichkeit des Vorablesens bedanken. Ebenso für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar und außerdem möchte ich mich bei Brittainy C. Cherry, für ihre grandiosen Ideen bedanken. <3

Ich freue mich so, dass es Ende Januar 2018 mit der Reihe weiter geht und kann es kaum erwarten.

Veröffentlicht am 13.09.2017

Spannende Familiengeschichte, mit einer Prise britischem Humor

Die Liebe, die uns bleibt
2 0

Die Liebe, die uns bleibt oder was wäre wenn…?

Ich habe, im Rahmen einer Leserunde, das Buch von Jenny Eclair „Die Liebe, die uns bleibt“ vorab lesen dürfen.

Wenn man nur das Cover betrachtet und den ...

Die Liebe, die uns bleibt oder was wäre wenn…?

Ich habe, im Rahmen einer Leserunde, das Buch von Jenny Eclair „Die Liebe, die uns bleibt“ vorab lesen dürfen.

Wenn man nur das Cover betrachtet und den dazugehörigen Klappentext liest, könnte man meinen, es handelt sich um eine romantische, schöne, aber auch traurige Familiengeschichte, wobei da der Schein etwas trügt, so finde ich.

Es geht um Edwina, die ihr Haus verkaufen möchte. Seit 50 Jahren lebte sie nun dort. Als sie den Makler von Zimmer zu Zimmer führt, kommen all die Erinnerungen wieder hoch, die Edwina dort mit ihrem ersten Ehemann und ihren Zwillingen erlebte. Als ihr Mann starb, zog kurze Zeit später Dickie, ihr neuer Ehemann zu ihr, der bereits einen Sohn hatte – Lucas! Auch mit ihnen, erzählen die Räume diese eine Geschichte.
Zu schlimm sind aber die Erinnerungen an Lucas, sodass Edwina nicht mal seinen Namen aussprechen kann. Als Leser spürt man schnell, irgendetwas muss in der Vergangenheit passiert sein, und eigentlich weiß man auch nicht, wer von der Familie überhaupt noch in der Gegenwart lebt. Was war damals passiert? Was ist aus den Zwillingen geworden, aus Dickie oder Lucas?

So viele Fragen, die sich als roter Faden spannend bis ans Ende der Geschichte durchziehen.

Der Schreibstil ist, womit ich, aufgrund des Covers und Klappentextes, nicht gerechnet hätte, humorvoll und ziemlich unverblümt. Doch eigentlich hätte man sich das auch gleich denken können, denn die Autorin zählt zu den erfolgreichsten Komikerinnen Englands. Sie veröffentlichte bereits vier Bücher und auch dieses Buch, schaffte es auf Anhieb in die Top Ten der britischen Bestsellerliste.
Für mich kein Wunder, denn auch mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich mochte vor allem den unterschwelligen, typisch britischen Humor. Das ganze wurde gekonnt verknüpft, mit einer traurigen Familiengeschichte und jeder Menge Geheimnisse.

Es gab viele offene Fragen und als Leser rätselte und fieberte man bis zum Schluss mit. Es blieb also eine Menge Raum zu spekulieren, was mir nochmal gut gefiel, denn so konnte jeder auch noch seine ganz eigene kleine Geschichte dazu spinnen. Nämlich, was wäre wenn…?

Leider war der letzte Leseabschnitt, mit Lucas als Charakter, für mich ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen. Lieber hätte ich auch noch mehr über andere Charaktere erfahren, die leider ein bisschen zu kurz gekommen sind.

Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Lesejury, für das Manuskript und das noch folgende Buch.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Besonders und einzigartig - perfekt!

Ich, Eleanor Oliphant
2 0

Ich hatte das große Glück, im Rahmen einer Leserunde, dieses ganz besondere Buch zu lesen und ich kann Jojo Moyes nur zustimmen, es ist „absolut mitreißend“

Miss Eleanor Oliphant, wie sie sich selbst ...

Ich hatte das große Glück, im Rahmen einer Leserunde, dieses ganz besondere Buch zu lesen und ich kann Jojo Moyes nur zustimmen, es ist „absolut mitreißend“

Miss Eleanor Oliphant, wie sie sich selbst nennt, lebt einsam und zurückgezogen, in einer kleinen Sozialwohnung. Seit Jahren arbeitet sie als Buchhalterin in dem gleichen Betrieb, aber soziale Kontakte hat sie keine. Nicht mal zu ihren Arbeitskollegen. Äußerlichkeiten und Freunde sind ihr nicht wichtig, doch das ändert sich schlagartig, als sie sich verliebt. Verliebt in einen Musiker, den sie kaum kennt. Doch für sie ist es der Richtige. Wird sie es schaffen, dass auch er sich in sie verliebt?

Man begleitet Eleanor auf ihrem Weg zu sich selbst. Man lacht mit ihr, man fühlt mit ihr, mitunter versteht man sie auch nicht und dann wiederum weint und leidet mit ihr.
Kaum ein Protagonist hat mich so sehr berührt, wie Eleanor.

Zu Anfang fand ich Eleanor einfach nur urkomisch und skurril, dann dachte ich, mit ihr könnte ich niemals klar kommen, aber dann gab es einen Moment, da hat sie mein Herz berührt. Ich kann kaum in Worte fassen, wie schön ich diese Geschichte fand.

Am meisten hat mir gefallen wie die Autorin schreibt.
Eleanors Gedanken sind so absurd und gleichzeitig grandios. Ihre Gedankengänge machten diese Geschichte für mich perfekt, eben einzigartig und besonders!

Gail Honeyman hat einen so tollen Schreibstil, wie man ihn selten liest. So klug, witzig und tief berührend, sodass man dieses Buch kaum aus den Händen legen kann. Mit dem Schreiben hat sie auch schon mehrere Preise gewonnen, jedoch ist diese Geschichte ihr erstes Buch. Wie ich finde, ein sehr gelungener Debütroman, den man einfach gelesen haben muss. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass jemand diese Geschichte nicht mögen wird.

Zum Schluss kamen mir dann auch ein paar Tränen, vor allem, weil ich Eleanor jetzt wieder sich selbst überlassen muss…

…aber sie ist stark, genau wie dieses Buch!

Mein ganz besonderer Dank gilt der Autorin Gail Honeyman, für diese wunderschöne Geschichte. Ich hoffe, man liest bald wieder von ihr. <3

Dankeschön auch an die Mitleser der Lesejury. Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, mit euch über Eleanor zu sprechen.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch bei dem Bastei-Lübbe Verlag bedanken, für das zur Verfügung gestellte Manuskript/Buch.

Veröffentlicht am 08.04.2019

Eine außergewöhnliche Geschichte, die mich am Ende etwas enttäuscht hat

Das geheime Glück
1 0

>> Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen.

>> Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen. <<

Diese Geschichte verspricht außergewöhnlich, berührend und wunderschön zu sein und außergewöhnlich ist sie, allein schon durch die Gestaltung. Es wird nämlich rückwärts erzählt.

Als Leser startet man in der Gegenwart, im Jahre 2016, als Robbie 80 Jahre alt ist.
Es ist September, früh morgens. Der Nebel steht noch über Clyde Bay und die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als Robbie erwacht. Emily liegt, genau wie all die Jahre schon, mit ihrem Po an ihm geschmiegt, doch heute ist der Tag gekommen, wo Robbie das tun muss, was er schon länger plant. Er geht leise nach unten und verfasst einen Brief, den er Emily auf den Nachtschrank legt. Danach geht er nach draußen, folgte dem Pfad zum Ufer und schwimmt. Er schwimmt solange, bis die Strömung so stark wird, dass er nicht mehr kann…

Ab hier wird die Geschichte rückwärts erzählt, indem der Leser erfährt, dass Robbie und Emily mehrere Geheimnisse hatten.

Genau diese Geheimnisse machten die Story spannend, weil man durch das Eintauchen und durch das rückwärts erzählen Stück für Stück der Wahrheit immer näher kommt.

Somit kommen wir auch schon zu dem, was mir nicht so gut gefallen hat. Diese „vielen“ Geheimnisse! Sie waren mir dann einfach zu viel. Man liest und liest, um die Wahrheit zu erfahren und dann wird zum Schluss das größte Geheimnis aufgelöst, dass ich dann viel zu überzogen fand. Dabei wurde ganz außer Acht gelassen, dass über ein anderes Geheimnis gar nicht mehr gesprochen wurde. Natürlich kann man das so stehen lassen, aber genau diese Stelle fand ich am spannendsten und deswegen hätte ich gerne mehr darüber erfahren.

Diese Geschichte hatte, mir persönlich, zu viele Thematiken angeschnitten, dass ich sagen kann, manchmal ist weniger mehr.

Trotzdem ist es aber auch irgendwie eine schöne Geschichte, die mal etwas anders war und die auf alle Fälle, durch die Geheimnisse, die Spannung im Mittelteil aufrechterhält.

Fazit:
Eine schöne und außergewöhnliche Geschichte, die mich aber zum Ende hin etwas enttäuscht hat.