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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2026

Helen Merlin bleiben positiv im Erinnerung

Eine Maus namens Merlin
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Wieder einmal ist meine Freundin schuld. Sie versorgt mich zuverlässig mit neuen Buchideen. Als sie mir „Eine Maus namens Merlin“ von Simon van Booy gezeigt hat, war ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Wieder einmal ist meine Freundin schuld. Sie versorgt mich zuverlässig mit neuen Buchideen. Als sie mir „Eine Maus namens Merlin“ von Simon van Booy gezeigt hat, war sofort klar, das muss ich vorbestellen, damit es direkt zum Erscheinungstermin bei mir einzieht. Und als dann auch noch Jojo Moyes meinte, wer Freude am Lesen haben möchte, sollte dieses Buch kaufen, na ja, was soll ich sagen 🤷🏻‍♀️🤣,
kaum war es da, habe ich direkt neugierig danach gegriffen.

🧠 Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch wirklich sehr ins Herz geschlossen. Helen ist eine unglaublich tolle Buchfigur, eine Frau, die vom Leben gezeichnet ist. Nach und nach erfährt man mehr über ihre Vergangenheit, versteht ihre Entscheidungen, ihre Trauer und auch, warum ihr der Lebensmut abhandengekommen ist. Genau dieses langsame Enthüllen hat mich sehr berührt.
Und dann ist da Merlin. Diese kleine Maus ist so viel mehr als nur ein Tier, sie ist Auslöser, Symbol und irgendwie auch stiller Held der Geschichte. Natürlich möchte ich im echten Leben keine Maus im Haus haben 😅, aber hier konnte ich gar nicht anders, als Liebe und Mitgefühl zu empfinden.
Was ich besonders stark fand, Merlin ist nicht einfach nur „niedlich“, sondern gibt Helen wieder eine Aufgabe, Verantwortung, Struktur, eben ein kleines Stückchen Sinn. Diese Idee, eine Maus als Wendepunkt im Leben einer so einsamen Frau zu nutzen, fand ich unglaublich schön.
Ich hatte mir die Geschichte anfangs zwar ein wenig anders vorgestellt, vor allem in Bezug auf die Rolle von Merlin, aber ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Auch die Kürze des Buches (man fliegt wirklich durch die Seiten) hat dazu geführt, dass ich mir an manchen Stellen einfach nur noch ein bisschen mehr Zeit gewünscht hätte. Aber gleichzeitig passt genau diese Leichtigkeit auch zur Erzählweise und macht das Buch sehr kurzweilig und zugänglich.
Denn am Ende bleibt für mich etwas ganz anderes hängen, eine warme, tiefgehende Geschichte mit zwei absolut besonderen Charakteren. Helen und Merlin funktionieren eben nur zusammen und genau das macht ihre Verbindung so einzigartig und berührend.
Die Themen rund ums Älterwerden, Einsamkeit, Trauer, aber auch Freundschaft und neue Lebensperspektiven wurden so feinfühlig umgesetzt, dass ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen wollte.

✅️ Fazit:

Eine ruhige, berührende und besondere Geschichte über das Leben und darüber, dass es manchmal die kleinsten Begegnungen sind, die alles verändern.
Helen und Merlin werde ich so schnell nicht vergessen. 🐭💛

🔎 Worum geht’s?

Nach vielen Jahrzehnten in Australien kehrt Helen Cartwright, inzwischen 83 Jahre alt, in ihren englischen Heimatort zurück. Dort lebt sie zurückgezogen und beinahe schon wartend auf das Ende. Doch dann taucht völlig unerwartet eine kleine Maus in ihrem Leben auf. Merlin.
Was zunächst als Störung beginnt, entwickelt sich langsam zu etwas ganz anderem und bringt Helen nicht nur aus ihrer Routine, sondern auch wieder ein Stück näher zu sich selbst und zu den Menschen um sie herum.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Humorvolles Chaos mit Tiefgang

Andere nennen es Urlaub
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Aufgrund meiner momentanen Situation brauchte ich etwas Leichtes, vielleicht auch Lustiges, einfach eine Geschichte, die mich mal kurz aus dem Alltag rauszieht. Und ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Aufgrund meiner momentanen Situation brauchte ich etwas Leichtes, vielleicht auch Lustiges, einfach eine Geschichte, die mich mal kurz aus dem Alltag rauszieht. Und ganz ehrlich, schon beim Cover hatte ich dieses Gefühl von „Wir zwei könnten genau jetzt gut zusammenpassen“. Und das war es dann auch.

🧠 Meine Meinung:

Ich mochte diesen Roadtrip wirklich sehr. Er war chaotisch, manchmal ein bisschen drüber, aber vor allem unglaublich witzig. Ganz besonders der Vater hat es mir angetan. Mit seinen Kommentaren (Stichwort: „Wo bleibst du denn, heute ist Gulaschtag!“) hat er mich mehrfach zum Lachen gebracht. Auch wenn mir Netti dabei nicht selten leidtat.
Genau so eine Geschichte habe ich gebraucht. Leicht, unterhaltsam und trotzdem nicht komplett oberflächlich. Neben all dem Humor gibt es nämlich auch ruhigere, tiefere Momente. Themen wie Pflege von Angehörigen, Trauer, Schuldgefühle oder Neuanfang werden angesprochen, ohne dass es zu schwer wird. Die Mischung hat für mich richtig gut funktioniert.
Auch das italienische Flair hat seinen Teil dazu beigetragen. Dieses kleine Urlaubsgefühl zwischendurch hat einfach gutgetan. Die Charaktere waren allesamt auf ihre eigene Art sympathisch und nahbar, mit ihren kleinen und großen Baustellen.
Ich habe das Buch immer wieder zwischendurch zur Hand genommen, weil es mich zuverlässig ablenken konnte. Und ja, ich habe wirklich ein paar Mal laut gelacht. Gegen Ende wird es etwas emotionaler, fast schon traurig, aber nie so, dass es einen runterzieht. Eher im Gegenteil.

✅️ Fazit:

Ein wunderbar leichtes, lustiges und gleichzeitig berührendes Buch mit viel Herz und genau der richtigen Portion Tiefgang. Für mich ein klassisches „Wegsnack“-Urlaubsbuch, das man einfach gerne in die Hand nimmt und nur schwer wieder weglegt.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Sehr atmosphärisch

Fünf Fremde
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Kurz: Ich war neugierig!
Eine abgeschiedene Insel, ein alter Vermisstenfall und mehrere Figuren mit Geheimnissen, genau die Mischung, die ich liebe. Dazu kam die besondere ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Kurz: Ich war neugierig!
Eine abgeschiedene Insel, ein alter Vermisstenfall und mehrere Figuren mit Geheimnissen, genau die Mischung, die ich liebe. Dazu kam die besondere Kulisse von Neuwerk, die ich selbst zumindest aus der Ferne kenne. Dieses raue, nordische Setting hat mich direkt angesprochen und ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte sich dahinter verbirgt.

🧠 Meine Meinung:

Der Einstieg hat mich direkt überzeugt. Besonders gelungen fand ich, dass man die „fünf Fremden“ nach und nach kennenlernt, ihre Rollen, ihre Verbindungen und vor allem ihre Beweggründe, auf die Insel zurückzukehren. Von Anfang an schwingt da etwas Düsteres mit, dieses unterschwellige Gefühl, hier hat jeder etwas zu verbergen.
Was mir richtig gut gefallen hat, war die Erzählstruktur. Gegenwart und Vergangenheit greifen ineinander und führen die Leser*innen zum Ziel. Nämlich, was 1995 wirklich geschehen ist und noch heute Auswirkungen hat? Dazu die wechselnden Perspektiven, was Charaktere, aber auch Situationen betrifft. Unterschiedliche Blickwinkel von ein und der gleichen Situationen, lassen ein ständiges Hinterfragen entstehen, wem kann man trauen, wer spielt ein falsches Spiel?
Atmosphärisch ist das Buch wirklich stark. Die Insel, das Wetter, die Abgeschiedenheit, ich konnte mir alles sehr bildlich vorstellen. Ich habe mich sogar nebenbei intensiver mit Neuwerk beschäftigt, weil mich das Setting und deren Geschichte so fasziniert hat. Neuwerk gehört zu Hamburg? Krass,  wusste ich nicht!
Besonders viel Spaß gemacht hat mir das Miträtseln. Ich hatte relativ früh eine Theorie und war ehrlich gesagt ziemlich begeistert, dass ich am Ende zumindest teilweise richtig lag. Trotzdem blieb die Spannung erhalten, weil der Weg zur Auflösung noch einige Überraschungen bereithält. Gerade in einer Leserunde entfaltet das Buch nochmal eine ganz eigene Dynamik, weil man ständig neue Ansätze und Ideen diskutiert.
Aber 👆 Ganz ohne Kritik geht es nicht.
Der Showdown war zwar intensiv, aber für mich nicht komplett rund. Einige Entwicklungen wirkten nicht ganz logisch. Dazu kamen ein paar kleinere Momente, bei denen ich kurz gestutzt habe. Das hat den Gesamteindruck leicht getrübt, auch wenn es meine Lesefreude nicht geschmälert hat, denn unterm Strich habe ich das Buch unglaublich gern gelesen und immer wieder gerne in die Hand genommen. Dazu ist es auch optisch ein Hingucker, mit seinem tollen Farbschnitt.

✅️ Fazit:

Ein atmosphärischer, ruhiger Thriller mit starkem Setting, vielen Geheimnissen und großem Miträtsel-Faktor. Kleine Schönheitsfehler im Finale nehmen der Geschichte etwas die Perfektion, aber nicht ihre Sogwirkung.
Empfehlung für alle, die düstere Inselsettings lieben, gerne Theorien spinnen und Spaß daran haben, Stück für Stück hinter die Wahrheit zu kommen.


🔎 Worum geht’s?

An einem stürmischen Oktobertag erreichen fünf Menschen die abgelegene Insel Neuwerk. Vier von ihnen verbindet eine gemeinsame Vergangenheit: Vor 30 Jahren verschwanden dort zwei Jugendliche spurlos während eines Schullandheimaufenthalts.
Als ein Orkan die Insel von der Außenwelt abschneidet, werden alte Erinnerungen und lange verdrängte Geheimnisse wieder lebendig. Schnell wird klar, jemand kennt die Wahrheit und ist bereit, sie ans Licht zu bringen, egal um welchen Preis

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Sehr authentisch

Alt genug
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Mit den Büchern von Ildikó von Kürthy habe ich mich schon oft erstaunlich gut aufgehoben gefühlt. Ihre Mischung aus Selbstironie, Ehrlichkeit und diesen kleinen, entlarvenden ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Mit den Büchern von Ildikó von Kürthy habe ich mich schon oft erstaunlich gut aufgehoben gefühlt. Ihre Mischung aus Selbstironie, Ehrlichkeit und diesen kleinen, entlarvenden Alltagsbeobachtungen sorgt bei mir regelmäßig dafür, dass ich mich ertappt fühle und manchmal sogar über mich selbst lachen muss.
Auch diesmal war meine Neugier groß. Außerdem kenne ich ihre Offenheit aus ihren öffentlichen Auftritten (Habe schon mal mit ihr zusammen gekocht) und ihrem Instagram-Account. Ob Besuch auf dem Wacken-Festival oder die Teilnahme bei GNTM, sie probiert Dinge aus, die man vielleicht nicht unbedingt mit einer Frau jenseits der 50 verbindet. Genau diese Mischung aus Mut, Selbstzweifel und Humor macht sie für mich so spannend.
Und ehrlich gesagt, als Teil der Generation X fühle ich mich hiermit ohnehin angesprochen.

🧠 Meine Meinung:

Dieses Buch hat bei mir sofort etwas ausgelöst. Ein zustimmendes Nicken, ein Schmunzeln und manchmal auch einen dicken Kloß im Hals.
Schon früh im Buch gibt es eine Stelle, die zeigt, warum diese Aufzeichnung wichtig ist.

„𝐔𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐬𝐰𝐞𝐠𝐞𝐧 𝐬𝐚𝐠𝐞 𝐢𝐜𝐡, 𝐰𝐚𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐟ü𝐡𝐥𝐞, 𝐰𝐞𝐢𝐥 𝐢𝐜𝐡 𝐰𝐞𝐢ß, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐢𝐦𝐦𝐞𝐫 𝐢𝐫𝐠𝐞𝐧𝐝𝐰𝐨 𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐅𝐫𝐚𝐮 𝐳𝐮𝐡ö𝐫𝐭, 𝐝𝐢𝐞 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐭𝐞𝐡𝐭 …“

That's me!
Ich hatte ständig das Gefühl, ja, genau so ist es!
Viele Gedanken, die sie beschreibt, kenne ich selbst. Und manchmal ist es fast erleichternd, diese Gefühle von außen zu betrachten, denn in der Situation selbst ist man vielleicht frustriert oder beleidigt. Beim Lesen dagegen kann man darüber schmunzeln. Und plötzlich setzt sich das Gedankenkarussell der Selbstreflexion in Bewegung.
Besonders berührt hat mich, wie sehr sich mein eigenes Leben in ihren Büchern spiegelt. Schon in ihrem Roman Es wird Zeit gab es erstaunliche Parallelen zu meiner eigenen Geschichte. (Namensvetterin, Mutter gleicher Name, auch verstorben, selbst der Wellensittich hieß Kasimir, wie unserer, u.v.m) Und auch hier in Alt genug tauchen wieder Momente auf, die sich anfühlen, als hätte jemand in meine Erinnerungskiste geschaut.
Ich habe das gleiche Alter und freunde mich mehr und mehr damit an. Doch gleichzeitig stecke ich mitten in diesem Wandel, Kinder sind aus dem Haus, kleine körperliche Wehwehchen melden sich gelegentlich, die Wechseljahre sind im vollem Gange und plötzlich hat man mehr Freiheit als früher.
Und genau darin liegt die Ambivalenz. Zwischen Alt genug ist es auch noch zu früh.
Man ist angekommen und fühlt sich doch noch nicht ganz dort.
Das Buch beschreibt diese Zwischenphase unglaublich ehrlich. Es verschweigt nichts. Krankheiten, Depressionen, Abschiede, Verluste und trotzdem ist die Stimmung nicht düster. Im Gegenteil. Gerade weil die Autorin sich selbst nicht schont und ihre Gedanken manchmal bewusst überspitzt, entstehen viele humorvolle Momente.
Ich habe beim Lesen gelacht, manchmal laut, aber ich habe auch geweint.
Denn manche Stellen holen einen ein. Erinnerungen, Gefühle, Situationen, die man vielleicht längst weggeschoben hatte.
Besonders gefällt mir die Botschaft, die zwischen den Zeilen mitschwingt.
Mit über fünfzig darf man ehrlicher werden. Freier. Vielleicht sogar ein bisschen egoistischer. Man muss nicht mehr alles kaschieren, weder graue Haare noch Gefühle.
Natürlich gelingt das nicht immer sofort. Auch für die Autorin ist es noch ein Lernprozess. Aber gerade diese Unperfektheit macht das Buch so authentisch.

✅️ Fazit:

Alt genug ist ein ehrliches, warmes und gleichzeitig sehr unterhaltsames Buch über das Älterwerden, besonders für Frauen der Generation X.
Ildikó von Kürthy schreibt offen über Zweifel, Veränderungen und Verluste, aber auch über Mut, Freiheit und die leise Erkenntnis, dass man nicht mehr alles im Leben erfüllen muss.
Ein Buch zum Lachen, zum Nachdenken und manchmal auch zum Weinen. Vor allem aber eines, das zeigt, mit all unseren Ängsten, Fragen und kleinen Lebenskrisen sind wir nicht allein.
Und genau deshalb hat mich dieses Buch so begeistert.

🔎 Worum geht’s?

Alt genug ist kein Roman, sondern ein Memoir, ein persönlicher Einblick in das Leben und die Gedankenwelt der Autorin.
Ildikó von Kürthy erzählt vom Älterwerden, vom Reifen, vom Scheitern und davon, sich selbst immer wieder neu zu begegnen. Sie schreibt darüber, was es bedeutet, in der sogenannten Lebensmitte anzukommen,  einem Alter, das heute gerne mit dem hübschen Begriff „Bestager“ geschmückt wird.
Doch so glänzend dieser Begriff klingt,  auch das „beste Alter“ bringt Unsicherheiten, Zweifel und körperliche Veränderungen mit sich. Zwischen Wechseljahren, kleinen Wehwehchen, politischen Sorgen, Verlusten und neuen Freiheiten stellt sich die Frage: Wer bin ich eigentlich jetzt und wer möchte ich noch werden?
Mit viel Humor, Selbstironie und Offenheit berichtet die Autorin von ihren eigenen Versuchen, Erwartungen loszulassen, mutiger zu werden und sich weniger darum zu kümmern, was andere denken.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Brauchte etwas, aber dann...

Das Ende von gestern ist der Anfang von morgen
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Dieses Buch ist mir tatsächlich schon 2024 ständig auf Social Media begegnet. Überall wurde es empfohlen, geliebt und regelrecht gefeiert und genau das hat meine Neugier ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Dieses Buch ist mir tatsächlich schon 2024 ständig auf Social Media begegnet. Überall wurde es empfohlen, geliebt und regelrecht gefeiert und genau das hat meine Neugier geweckt. Also musste es natürlich bei mir einziehen.
Tja… und dann passierte das, was bei Buchmenschen eben manchmal passiert, es landete erst einmal auf meinem SuB. Dort lag es eine ganze Weile und ich wusste die ganze Zeit, da wartet eigentlich ein kleines Schätzchen auf mich.
Aus irgendeinem Impuls heraus wollte ich jetzt aber genau diese Geschichte lesen.

🧠 Meine Meinung:

Ganz ehrlich? Am Anfang hat das Buch und ich ein bisschen gebraucht, um warm miteinander zu werden. Besonders die Kapitel in der Vergangenheit konnten mich zunächst noch nicht komplett packen. Ich war interessiert, aber noch nicht völlig drin.
Und dann, ab ungefähr der Hälfte, hat mich die Geschichte wirklich erwischt. Pippa und Oz hatten plötzlich meine ganze Aufmerksamkeit. Ihre Liebesgeschichte war mutig, emotional und manchmal auch schmerzhaft. Ich habe mit ihnen gelitten, gehofft und gebangt und genau so muss sich eine gute Lovestory auch anfühlen.
In der Gegenwart mochte ich Gillian (Gilly) unglaublich gern. Sie ist jemand, der sich schnell in Menschen und Dinge verliebt,  aber genauso lange braucht sie auch, um wieder loszulassen. Ihre Entwicklung fand ich richtig schön zu verfolgen. Wie sie Dinge anpackt, über sich hinauswächst und am Ende für das kämpft, was ihr wichtig ist.
Und mal ganz ehrlich, sie schafft es, Basilikum am Leben zu halten.
Das ist für mich fast schon übermenschlich. Bei uns zu Hause schafft das nämlich nur mein Mann.
Je näher ich dem Ende kam, desto stärker hat mich die Geschichte in ihren Sog gezogen. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich die beiden Zeitebenen verbinden und wohin alles führt.
Und ja, es sind tatsächlich ein paar Tränchen geflossen.
Was mich am meisten überrascht hat, am Anfang hätte ich nie gedacht, dass mich dieses Buch am Ende so emotional zurücklassen würde.

✅️ Fazit:

Ein Roman, der ein bisschen Zeit braucht, um zu zünden, einen dann aber umso stärker trifft.
Zwei Zeitebenen, eine bewegende Liebesgeschichte und Figuren, die wachsen, kämpfen und hoffen. Am Ende bleibt ein Gefühl von Melancholie, Wärme und der Frage nach zweiten Chancen.
Und manchmal zeigt dieses Buch auch,
nicht nur Menschen können wachsen,  Basilikum offenbar auch. 🌱😄

🔎 Worum geht’s?


London, 1974:
Die 17-jährige Pippa verliebt sich in Oz, einen Punkmusiker. Eine Beziehung, die eigentlich keine Chance haben dürfte.
London, Gegenwart:
Gilly findet eine Wohnung in einem alten Mietshaus, das jedoch luxussaniert werden soll. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn beginnt sie zu recherchieren und stößt dabei auf eine Geschichte aus der Vergangenheit, die mehr mit ihrer Gegenwart zu tun hat, als zunächst gedacht.

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