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Veröffentlicht am 21.01.2020

Was für ein mega spannendes Buch

A Good Girl’s Guide to Murder
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Fünf Jahre ist es her, dass die damals siebzehnjährige Andie Bell aus dem kleinen Ort Kilton verschwand. Ihr damaliger Freund Sal Singh wurde verdächtigt und als man ein paar Tage nach Andies Verschwinden ...

Fünf Jahre ist es her, dass die damals siebzehnjährige Andie Bell aus dem kleinen Ort Kilton verschwand. Ihr damaliger Freund Sal Singh wurde verdächtigt und als man ein paar Tage nach Andies Verschwinden Sal tot in einem Waldstück aufgefunden hat, glaubt man, dass der Fall gelöst sei. Angeblich habe Sal mit seiner Schuld an Andies Tod nicht Leben können und Selbstmord begangen. Alle glauben, dass Sal schuldig ist, bis auf seine Familie und Pippa. Als Pippa bei einem Highschool Projekt beginnt, den Fall neu aufzurollen, stösst sie auf einige Ungereimtheiten im Fall und viele Geheimnisse rund um Andie. Als Pippa immer tiefer gräbt wird klar, dass nicht jeder will, dass der Fall noch einmal überdacht wird.
Meine Meinung
Das Cover wirkt beinahe unscheinbar und doch machte mich die Schrift und vor allem der Titel unheimlich neugierig. Auch der Klappentext verspricht eine spannende Story und ich kann sagen: genau diese ist es auch. Wer Geschichte á la Pretty little Liars mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Holly Jackson beginnt gleich mit Pippas Nachforschungen rund um den Mord an Andie Bell, deren Leiche nie gefunden wurde. Eine Mischung aus Protokollen, Interviews und der Geschichte rund um Pippa und deren Erlebnissen bei ihren Nachforschungen machen diesen Jugendthriller zu einem wahren Pageturner. Die Autorin hat mich hier absolut in ihrem Bann gezogen und es liest sich leicht und mitreißend. Dabei ist es auch für die Zielgruppe perfekt, da es im großen und ganzen noch recht unblutig bleibt. Doch ich finde, diesen Jugendthriller können auch Erwachsene lesen, da es einfach absolut spannend und fesselnd ist.
Während man Pippa bei ihren Nachforschungen begleitet, hat man so einige Momente, in denen man miträtseln und mitfiebern kann. Mit einigen unvorhersebaren Plottwists wird es dem Leser schon fast unmöglich gemacht, das Buch auf Seite zu legen. Letzten Endes bin ich nicht darauf gekommen, was wirklich hinter der Geschichte um Andie steckt und konnt absolut verblüfft werden. Kleinstadtflair mit all seinen Vorurteilen, vor allem Sals Familie gegenüber werden geschickt mit eingebunden und machen diese Geschichte glaubhaft und authentisch. Pippa deckt so manch ein Geheimnis rund um Andie auf und während sie in der Kleinstadt als der blonde Engel gilt, wird klar, dass auch Andie mehr als ein Gesicht hatte.
Pippa als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie ist hartnäckig, lässt sich nicht so leicht beeinflussen und bleibt dabei einfach sympathisch und authentisch. Sie ist sehr intelligent und was sie macht, macht sie äußerst durchdacht. Sie bleibt ihrer Linie treu und auch wenn sie auf so manch ein Hindernis stösst, gibt sie so schnell nicht auf.
An ihrer Seite steht Ravi Singh, Sals jüngerer Bruder, der genau wie Pippa davon überzeugt ist, dass Sal nicht der Täter sein kein. Zunächst bleibt Ravi distanziert, doch je mehr er durch Pippa erfährt, desto mehr vertraut er auch ihr. Das Zusammenspiel der beiden fand ich absolut gelungen. Natürlich spielen hier auch weitere Charaktere eine Rolle, wie z. B. die Befragten, Pippas Familie und Freunde. Manche beobachtet man mit Abstand, manche sind auf Anhieb sympathisch. Wer hinter Andies Verschwinden steckt, bleibt rätselhaft.
Mein Fazit
Mit diesem Jugendbuch hat Holly Jackson einen wahren Pageturner geschrieben, mit dem sie mich völlig in ihren Bann gezogen hat. Miträtseln, Geheimnisse lüften, verblüffende Plottwists, die Charaktere – all das passte perfekt zusammen, machte eine spannende Mischung und ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Ein ganz klares Lesehighlight!

Veröffentlicht am 21.01.2020

Zurück nach Baltimore

Todesfalle
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Als die elfjährige Jazzie nach Hause kommt, befindet sie sich mitten in einem Alptraum, denn im Wohnzimmer liegt ihre Mutter, auf grausame Weise getötet von jemanden, den sie kennt. Schnell muss sie sich ...

Als die elfjährige Jazzie nach Hause kommt, befindet sie sich mitten in einem Alptraum, denn im Wohnzimmer liegt ihre Mutter, auf grausame Weise getötet von jemanden, den sie kennt. Schnell muss sie sich verstecken, denn der Mörder befindet sich nach wie vor noch in der Wohnung. Das Mädchen kommt mit einem großen Schock davon, doch seitdem weigert sie sich, zu sprechen. Eine Therapie auf auf einer Pferdefarm soll ihr und ihrer kleinen Schwester helfen, über das furchtbare Grauen hinwegzukommen. Nach und nach fasst Jazzie Vertrauen zu ihrer jungen Therapeutin Taylor. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei, denn der Mann, der ihre Mutter tötete, will auch noch die Mädchen.
Meine Meinung
Im Laufe der Jahre habe ich sehr viele Bücher der Autorin Karen Rose gelesen und auch wenn diese immer nach einem ähnlichen Schema ablaufen, waren sie doch immer absolut spannend zu lesen.
Karen Rose versteht es einfach, mit leichten und verständlichen Worten den Leser mitten in ihre Geschichte zu versetzen und bisher kannte ich es, dass sie auch ordentlich Spannung aufbauen kann.
Doch genau diese Spannung blieb hier einfach über weite Teile der Geschichte weg, die ich im Nachhinein auch gar nicht unbedingt als Thriller bezeichnen würde, sondern vielmehr als einen Abschluss ihrer Baltimore Reihe. Der Täter wurde schon ganz zu Beginn entlarvt und hier gab es dann auch so gut wie keine Überraschungsmomente mehr. Vielmehr wurden von allen Charakteren der Vorgänger über weite Strecken der Geschichte erzählt, wie es ihnen geht und wie sich ihre Geschichten weiterentwickelt haben. Der reinen Kriminalfall bleibt hier eher nebensächlich, was mir selbst leider überhaupt nicht gefallen hat. Vieles wurde zu ausführlich erzählt, manches war mir schlicht und einfach zu kitschig.
In diesem Band der Baltimore Reihe sollten meiner Meinung nach eher die beiden Mädchen, deren Mutter getötet wurde, im Mittelpunkt stehen. Die Geschichte dieser hat mich auch absolut berührt und war so mein Highlight des Buches. Das ganze drumherum war mir zu aus- und abschweifend.
Hier gibt es einige Erzählperspektiven, unter anderem auch die der Therapeutin Taylor. Doch auch das, was sie erlebte, wurde einfach viel zu geradlinig aufgelöst und wenn sich hier mal etwas zunächst geheimnisvolles anbahnte, wurde die Erklärung viel zu schnell gebracht. Miträtseln und mitzittern wurden mir dadurch nicht gegeben und so plätscherte das Buch nur so vor sich hin.
Die Charaktere waren hier sehr vorhersehbar, ob es nun die Geschichte rund um Taylor und Ford ging oder über das, was mit Clay im Zusammenhang steht. Für mich boten sie nur wenige Überraschungen und blieben mir einfach zu stereotyp, teilweise sogar einfach nur langweilig. Die einzige Ausnahme bietet hier Jazzie, die mit ihren elf Jahren ein sehr cooles, cleveres und vor allem toughes Mädchen ist. Doch leider bleibt sie einfach zu sehr im Hintergrund.
Mein Fazit
Dadurch, dass ich bereits einige Bücher der Autorin gelesen habe, war mir durchaus bewusst, dass sie oft ihrem Schema folgt. Doch sonst bieten ihre Bücher immer gute Unterhaltung und eine spannende Story. Diese wurde hier zu schnell gelöst und Geheimnisse waren vorhersebar und brachten keine Überraschungen. Für mich fühlte sich das Buch eher so an, als hätte sie die Geschichten der Baltimore Charaktere einfach zu Ende erzählen wollen, doch leider war das ohne großartig Tempo zu entwickeln oder für Überraschungen zu sorgen. Leider nicht das, was ich erwartet habe.

Veröffentlicht am 21.01.2020

Sci-Fi Dystopie mit Highlight Charakter

Die Rebellion von Laterre
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Vor über 500 Jahren mussten die Menschen die zerstörte Erde verlassen, seitdem bieten ihnen mehrere Planeten im Weltraum eine neue Heimat. Einer von ihnen ist Laterre. Doch die Menschen sind, was sie sind ...

Vor über 500 Jahren mussten die Menschen die zerstörte Erde verlassen, seitdem bieten ihnen mehrere Planeten im Weltraum eine neue Heimat. Einer von ihnen ist Laterre. Doch die Menschen sind, was sie sind und haben sich nach wie vor nicht verhindert. Während die Elite über den Planeten herrscht und regiert, verhungern die Armen in den Gassen des wolkenverhangenen Planeten. Die junge Diebin Chatine ist eine von ihnen, die alles dafür tun würde, um Laterre zu verlassen. Als sie den jungen Marcellus, Enkel des ersten Generals des Planeten, kennenlernt und er ihr vertraut, zumal er sie für einen Jungen hält, wird sie vom General zur Spionage verführt. Marcellus soll einst der mächtigste Mann Laterres werden, doch schon sein Vater galt als Verräter. Zu guter Letzt ist da noch Alouette, die in einem unterirdischen Zuflucht aufwächst, um dort die letzten Bücher der irdenen Welt zu bewachen und zu beschützen.
Meine Meinung
Wieder einmal ist es ein wirklich großartiges Cover, das meine Aufmerksamkeit auf dieses Buch lenkte. Auch der Klappentext versprach eine aussergewöhnliche Geschichte, die sich beim Lesen dann auch schnell für mich zu einem absoluten Highlight entwickelte.
Die Geschichte liest sich eigentlich leicht und flüssig, allerdings sind hier einige Begriffe so gelassen, wie sie wohl auch im Original zu sein scheinen, nämlich mit französischem Hintergrund. So ließen mich Fabrique, Mètres und Centimètres zu Beginn noch ein wenig zögern. Doch schnell gewöhnte ich mich an diese Begriffe.
Ansonsten haben die Autorinnen mit Laterre ein absolut aussergewöhnliches Worldbuilding geschaffen. Ja, es ist nicht die Erde, auf der diese Geschichte spielt und doch bleibt hier eher das dystopische Setting im Vordergrund und nur wenige Details geben den Sci-Fi Charakter wieder, wie z. B. die Cyborgs. Laterre wirkt düster, schmutzig, hoffnungslos, regnerisch, kalt und die Sols (Sonnen) sind weit entfernt. Die Menschen leben in drei unterschiedlichen Schichten: der erste Etat, die Herrscherfamilie, der zweite Etat, der regiert und der dritte Etat, die Arbeiterklasse. Während die ersten beiden unter einer Art klimatisierter Kuppel leben, verbringen die Armen ihr Leben hungernd im Schmutz Laterres. Verbrechen sind im dritten Etat an der Tagesordnung und eine der Protagonisten kämpft hier täglich um ihr Überleben.
Die Geschichte hat mich absolut in ihren Bann gezogen. Es war unheimlich spannend und vieles geheimnisvoll und undurchschaubar. Viele Fragen bleiben weiterhin offen und manches wird im Laufe der Geschichte, einiges erst zum Ende hin geklärt. Ich war absolut eingefangen vom gesamten Geschehen. Die Rebellion von Laterre ist eine von diesen Geschichten, die nachdenken lassen und trotzdem noch spannend und unterhaltsam sind. Die gesamte Umsetzung hat mir auf jeden Fall ein abolutes Highlight gebracht.
Erzählt wird das ganze aus drei Perspektiven durch einen personalen Erzähler in der Er-/Sie-Form. Dadurch bekommt der Leser einen guten Blick auf drei junge Menschen, die nicht unterschiedlicher hätten aufwachsen können.
Chatine, die Diebin aus dem dritten Etat, mochte ich vom ersten Augenblick an. Sie handelt zunächst nur, um sich selbst Vorteile zu verschaffen, doch genau das konnte ich zu jeder Zeit absolut nachvollziehen. Ihre Eltern gehören einer der kriminellen Banden an und sie muss sehen, wo sie bleibt und wie sie klar kommt.
Marcellus, der Enkel des mächtigsten Mannes Laterres, wird hier zum ersten Mal mit dem Leben im dritten Etat konfrontiert. Er bekommt Zweifel an dem, was sein Großvater ihm über all die Jahre eingetrichtert hat und ist einfach ein so ehrlicher und freundlicher Charakter, der es dem Leser leicht macht, ihn zu mögen. Er wirkte durchaus sehr naiv, doch seine gesamte Entwicklung wurde richtig gut umgesetzt und man spürt, wie er immer mehr zum Nachdenken und Handeln angeregt wird.
Alouette, das Mädchen aus dem Untergrund, wirkt zunächst sehr geheimnisvoll. Man weiß nicht, wer sie wirklich ist und warum sie so versteckt wird. Sie selbst tappt ebenfalls lange im Dunkeln und bleibt so ein bisschen der geheimnisvolle Charakter.
Alle Charaktere, ob Haupt- oder Nebencharaktere, haben eines gemeinsam: sie sind facettenreich, authentisch und glaubwürdig.
Mein Fazit
Die Rebellion von Laterre ist eine spannende, mitreißende und flüssig erzählte Geschichte, die mit vielen neuen und interessanten Ideen punkten kann. Dabei werden hier ein dystopieartiges Setting mit Sci-Fi verknüpft und die Charaktere lassen den Leser mitfiebern und mithoffen. Großartige Geschichte, die mich nicht losgelassen hat und die ich regelrecht verschlungen habe. Ganz klares Lesehighlight!

Veröffentlicht am 19.01.2020

Ein magischer Kampf

California´s next Magician
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Eigentlich glaubt die junge Josephine Streisand, völlig fehl am Platze zu sein, denn ausgerechnet sie hat einen der fünfundzwanzig Umschläge erhalten, die junge Magier aus den vier Gilden Californiens ...

Eigentlich glaubt die junge Josephine Streisand, völlig fehl am Platze zu sein, denn ausgerechnet sie hat einen der fünfundzwanzig Umschläge erhalten, die junge Magier aus den vier Gilden Californiens dazu einladen, an den Kampf rund um die Regentschaftswahl teilzunehmen. Doch ihr bleibt keine andere Wahl, als sich dieser Herausforderung zu stellen. Anders als erwartet, scheint in Josephine doch viel mehr magisches Talent zu schlummern, aber der derzeitige Regent Californiens macht es ihr alles andere als leicht. So muss sich Josephine nicht nur den Aufgaben stellen, sondern auch noch mit Anschlägen auf ihr Leben rechnen. Zum Glück gibt es da Ivan, der ihr als ihr Coach zur Seite steht, doch kann sie ihm wirklich trauen?
Meine Meinung

Mit California’s next Magician erschien im Oktober letzten Jahres der erste Band der Fantasy Dilogie aus der Feder von Isabel Kritzer. Allein das Cover ist ein absolutes Eyecandy, weswegen das Buch mich gleich auf den ersten Blick neugierig machte. Auch der Klappentext klingt absolut spannend und so war klar: dieses Buch muss einziehen!
Der Einstieg fällt leicht, wir werden hier gleich gemeinsam mit Protagonistin Josephine auf die Bühne gestellt und blinzeln in das Publikum, das nicht erwarten kann, dass die magischen Kämpfe rund um die Regentschaftswahl beginnen.
Isabel beschreibt und schreibt leicht und flüssig und durch die Ich-Perspektive aus Josephines Sicht fühlt man sich mitten ins Geschehen versetzt.
Richtig gut gefallen hat mir die Welt, die Isabel Kritzer hier entstehen lässt, denn wir sind in einer Zukunft gelandet, in der unsere Welt längst nicht mehr so existiert, wie wir sie kennen. Vieles wirkt modern und futuristisch, anderes ist wieder fabelhaft und magisch. Eine wirklich gelungene Mischung aus Fantasy und Big Brother is watching you, denn Protagonistin Josephine bleibt hier in so gut wie jedem Augenblick unter Beobachtung.
Josephine muss sich hier einigen Prüfungen stellen und die haben es ganz schön in sich. Diese Szenen sind spannend und auch Action geladen, allerdings gibt es auch viele, eher ruhige Momente, in denen Josephine mir ein wenig zu grüblerisch wurde. Dafür bekommt sie ein paar mythische Begleiter, die für so manch einen Schmunzler sorgten und das ganze dann auch wieder auflockerten.
Josephine ist mir auf den ersten Blick sehr sympathisch, sie liebt es auf der Couch in gemütlichem Putfit in Büchern zu versinken und mag es so gar nicht, immer im Mittelpunkt zu stehen. Sie steckt voller Selbstzweifel und die Herausforderungen, die hier auf sie warten, fallen ihr, gerade zu Beginn, nicht ganz leicht. Doch sie wächst an ihren Aufgaben und hinter ihrem Charakter steckt so manch ein Geheimnis, mit dem ich nicht gerechnet hätte.
Neben Josephine sind noch Ivan und Rayn zwei wichtige Charaktere für die Entwicklung des Geschehens. Hatte ich zu Beginn noch eine Dreiecksgeschichte befürchtet, wurde dies doch schnell geklärt.
Meine ganz persönlichen Highlights sind die beiden mythischen Wesen, die Josephines Begleiter werden. Sie lockern hier die gesamte Stimmung gut auf und sind doch etwas besonderes.
Mein Fazit

California’s next Magician ist eine tolle, magische Geschichte mit vielen interessanten Ideen, die abwechslungsreich und unterhaltsam sind. Auch wenn man hier beim Klappentext ein wenig in Richtung Tribute von Panem denken musste, sind diese beiden Geschichten doch nicht miteinander zu vergleichen, was CnM auch nicht nötig hat. Hier sind mehr Mythos und Fantasy in ein dystopisch wirkendes Setting eingebaut und das macht diese Geschichte einfach anders und lesenswert. Das Ende hat es dann ganz schön in sich und ich bin absolut gespannt darauf, wie es mit Josephine und Co weitergehen wird. Innen und außen eine Schönheit!

Veröffentlicht am 09.01.2020

Mal etwas ganz anderes

Das schwarze Mal
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Als ein Schreiber der Gilde der Historiker die Stadt der Türme aufsucht, scheint sein Anliegen eher aussergewöhnlich. Denn er ist auf der Suche nach Vincha, eine Frau, die die Geschichte eines ganz besonderen ...

Als ein Schreiber der Gilde der Historiker die Stadt der Türme aufsucht, scheint sein Anliegen eher aussergewöhnlich. Denn er ist auf der Suche nach Vincha, eine Frau, die die Geschichte eines ganz besonderen Jungen kennt und die er unbedingt erfahren soll. Gemeinsam mit dem ehemaligen Söldner Galinak macht der Schreiber sich auf die Suche und trifft tatsächlich auf Vincha. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten erzählt sie die Geschichte von Rafik. Dieser wuchs in einer Wüstenstadt auf, in der man fest an einen Propheten glaubt und in der alles, was anders ist, verteufelt. Darunter fallen z. B. Male, die Aussehen wie Tätowierungen und die für dessen Träger eine besondere Gabe bedeuten. Eines Tages erscheinen ausgerechnet auf Rafiks Finger diese Tätowierungen und seine Familie verbannt den kleinen Jungen. Doch dieser ist selbst unter den Tätowierten etwas ganz besonderes, denn seine Gabe ist fast schon einmalig.
Meine Meinung
Das dunkle Cover mit seinen intensiven Schriftzügen fiel mir gleich auf, doch hier war es vor allem der Klappentext, der eine aussergewöhnliche Geschichte versprach.
Genau dieses bietet auch “Das schwarze Mal”, denn die Geschichte um Rafik verbindet Fantasy mit Steam Punk und Science Fiction in einem Maße, das ich so bisher noch nicht gelesen habe.
Ich muss zugeben, dass ich gerade für die ersten 150 Seiten des doch sehr umfangreichen Buches etwas länger gebraucht habe. Das lag allerdings nicht an dem Schreibstil, denn Autor Eyal Kless beschreibt sehr bildgewaltig und wortgewandt, sondern eher daran, dass man ohne jede Kenntniss mitten in eine so ungewöhnliche Welt geworfen wurde. Nach und nach erschließt sich immer mehr für den Leser und je mehr ich über die Welt und das Leben darin erfuhr, desto spannender fand ich diese.
Das Worldbuilding ist wirklich besonders, denn die Welt wirkt so anders und doch so bekannt. Wie eine dystopische Welt, die mal aus Tausend und einer Nacht stammt, mal wie aus einer Science Fiction Story. Die Menschen können sich durch das Ersetzen von Körperteilen durch Mechanik/Metall verändern, bzw. verbessern. Manche verfügen durch ihre Tätowierungen über eine Art Magie, die von anderen wiederum als Fluch angesehen wird. Also alles gar nicht so einfach, aber so genial durchdacht, dass ich letzten Endes doch absolut begeistert bin und mich auf die Fortsetzung freue.
Das Tempo der Geschichte ist ebenfalls ungewöhnlich, mal werden wir Zeuge von temporeichen Actionszenen und Kämpfen, mal bekommen wir ein Blick auf die Welt und deren Charakteren. Man muss hier durchaus aufmerksam bleiben, denn sonst verpasst man wichtige Momente. Also keine Geschichte für zwischendurch, sondern eher eine zum tiefen Abtauchen in eine völlig fremde Welt.
Erzählt wird das ganze auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Zum einen die Gegenwart, in der der Schreiber, der hier Funkelauge genannt wird, die Geschichte des kleinen Rafik erfahren möchte. Hierzu dient ihm Vincha, die angeblich die letzte ist, die den Puzzler Rafik gesehen haben soll. Sie erzählt Funkelauge und dem Söldner Galinak die wahre Geschichte um Rafik. Doch nicht alle erzählen hier die Wahrheit und so manches wird verschwiegen und bleibt auch zum Ende noch offen.
Die Charaktere sind zwar recht vielzählig, doch auch hier bekommt man immer mehr ein Gefühl dafür, wer für was steht.
Die Menschen der Vergangenheit sind, vor allem technisch, sehr weit entwickelt. Doch natürlich sind die Menschen auch hier davon besessen, immer mehr zu wollen und so ist die Zukunft zum Scheitern verurteilt. Trotzdem wird immer noch versucht, die einst gloreiche Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen.
Die meisten der Charaktere wirken rau und knallhart und sind es gewohnt, mit allen Mitteln zu kämpfen, um zu überleben. Gerade Rafik wirkt hier wie das Gegenteil, denn er wirkt so lieb und menschlich in dieser rauen Welt. Er ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und er ist hier definitiv der Sympathieträger der Geschichte.
Mein Fazit
Mir ist diese Rezension gar nicht so leicht gefallen, denn es ist unheimlich schwierig, all die ungewöhnlichen Punkte so zu schildern, ohne zu spoilern und doch einen Eindruck über die Welt und deren Charaktere zu bieten. Eyal Kless hat hier eine Geschichte geschrieben, in der er eine Menge unterschiedlicher Genres miteinander verwoben hat und die doch absolut stimmig wirkt. Mir hat das Buch, nach kleinen Anlaufschwierigkeiten, unglaublich gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.