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Veröffentlicht am 15.11.2019

Absolutes Wohlfühlbuch

Bernsteintränen
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Die dreißigjährige Nicola gehört zu einer der besten in ihrem Fach, denn die junge Justitiarin handelt immer ganz nach dem Motto: halte dich nicht mit Gefühlsduseleien auf. Kurzerhand trennt sie sich ausgerechnet ...

Die dreißigjährige Nicola gehört zu einer der besten in ihrem Fach, denn die junge Justitiarin handelt immer ganz nach dem Motto: halte dich nicht mit Gefühlsduseleien auf. Kurzerhand trennt sie sich ausgerechnet in der Weihnachtszeit von ihrem Freund und verbringt die Tage nach Weihnachten im Büro. Zum Glück für ihren Chef, denn dieser hat einen Auftrag für Nicola. Sie soll nach Polen fahren, um dort einen alten Gutshof aufzukaufen. Hätte Nicola damit gerechnet, was alles auf dieser Reise passiert, wäre sie wohl nie gefahren. Denn die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich befindet sich Nicola nicht nur auf einer gedanklichen Zeitreise, sondern begegnet auch noch einem Mann, der es schaffen könnte, dass sie ihr Motto doch noch überdenkt.
Meine Meinung
Das Cover erinnert an einen historischen Roman, wobei sich hier in der Geschichte die Zeiten ein wenig überschneiden. Mir persönlich gefallen diese Romane, die mit Geheimnissen aus der Vergangenheit arbeiten und auch Izabelle Jardin konnte mich an ihre Geschichte fesseln.
Die Autorin schreibt mit viel Gefühl, aber auch mit viel Liebe zu detaillierten Bildern. So wird die Geschichte sehr lebendig und man hat das Gefühl, sich gemeinsam mit der Protagonistin Nicola in Polen zu befinden.
Diese entdeckt durch puren Zufall in einem alten Gutshaus einen Brief, der mehrere Seiten umfasst und damit beginnt für Nicola nicht nur eine gedankliche Zeitreise, sondern auch ein wenig das Umdenken. Der Brief handelt von E., die in der Zeit zum Ende des zweiten Weltkrieges auf dem Gutshof lebte und dort im tiefsten Winter zur Flucht vor der russischen Armee gezwungen wird und das unter den widrigsten Umständen. Mit diesen beiden Geschichten beginnt Izabelle so nach und nach den Leser immer tiefer zu berühren. Gerade das, was E. in ihrem Brief schildert, ging mir sehr nahe und man hatte hier wirklich den Eindruck, einer Zeitzeugin beim Erzählen zu lauschen. Dieser Roman ist dadurch aber auch etwas ganz besonders, denn die Art, wie Izabelle Jardin die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet, liest sich nicht nur äußerst fesselnd, sondern auch absolut zu Herzen gehend. Wer also das perfekte Wohlfühlbuch für gemütliche Lesestunden sucht, sollte hier zugreifen.
Erzählt wird in weiten Teilen durch einen dritte Person Erzähler, der Protagonistin Nicola begleitet. Dabei lernt man Nicola sehr genau und intensiv kennen. Doch auch die Briefe von E. erzählen eine sehr emotionale und auch traurige Geschichte. Wie die unterschiedlichen Erzählstränge dann miteinander verknüpft werden, hat mich dann noch einmal ganz besonders berührt und auch überrascht.
Protagonistin Nicola ist voller Facetten und auch wenn sie mir zu Beginn noch nicht ganz so sympathisch war, brachte sie mich doch auch immer mal wieder mit ihrer Art zum Schmunzeln. Schnell stellte sich dann auch heraus, dass wenn man genauer hinter die Fassade der kühlen Geschäftsfrau blickt, eine Frau kennenlernt, die durchaus ihre Gründe für ihre Distanziertheit hat. Marcin, der polnische Arzt, bei dem Nicola ein Zimmer für die Zeit ihres Aufenthalts erhält, war mir auf den ersten Blick sympathisch. Das sich da zwischen den beiden etwas anbahnt, war mir zwar bewusst, aber hier fand ich es wirklich toll erzählt. Dann wäre da noch E. die eine wichtige Rolle spielt, zu der ich aber hier einfach nicht viel verraten möchte.
Nebencharaktere bleiben hier einfach das, was sie in ihrem Wort ausdrücken, eher Nebensache und sie dienen hier dem glaubhaften und authentischen Handlungsablauf.
Mein Fazit
Mit Bernsteintränen hat sich Izabelle Jardin gleich tief in mein Herz geschrieben. Mit viel Gefühl, Liebe zu landschaftlichen Details ohne ausschweifend zu erscheinen und ein Gespür für die Besonderheit der Charaktere erzählt die Autorin eine wunderschöne Geschichte, die nicht nur unterhalten kann, sondern mit der man sich ganz besonders wohlfühlt. Wer sich gerne einmal in Träume verliert, erhält hier eine gefühlvolle Geschichte, die zum tiefen Versinken einlädt.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Durchweg gute Unterhaltung

Moses und das Mädchen im Koffer
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Eigentlich sollte es für Stefan Moses und seine Lebensgefährtin Juliane ein entspannter Nachmittag auf ihrem Segelschiff werden. Doch nicht nur das Wetter macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, auch ...

Eigentlich sollte es für Stefan Moses und seine Lebensgefährtin Juliane ein entspannter Nachmittag auf ihrem Segelschiff werden. Doch nicht nur das Wetter macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, auch ein Anruf von Bonnekamp, Moses’ Chef, zwingt die beiden dazu gleich wieder umzukehren. Nicht weit vom Hafen an einem Strandabschnitt wurde ein großer Koffer angespült und dessen Inhalt ist graunhaft, denn die Leiche eines Mädchens im Teenageralter, herausgeputzt wie eine Puppe, befindet sich darin. Wer ist das Mädchen? Warum musste sie sterben? Moses und seine Kollegin Helwig beginnnen, zu ermitteln.
Meine Meinung
Mit Moses und das Mädchen im Koffer erscheint bereits der zweite Band der Hamburg Krimi Reihe rund um den Ermittler Stefan Moses aus der Feder von Ortwin Ramadan. Schon mit dem ersten Band Moses und das Schiff der Toten, konnte mich Ramadan sehr gut unterhalten und dementsprechend neugierig war ich auf den nächsten Teil der Reihe. Die Bücher lassen sich im Grunde auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn es im Leben der Ermittler natürlich Entwicklungen gibt, bleiben diese hier in einem angemessenen Rahmen, so dass auch Quereinsteiger keine inhaltlichen Probleme mit der Story bekommen.
Der Einstieg ist gleich spannend, denn wir treffen hier auf ein Entführungsopfer und man spürt schon hier, dass die Gefahr, in der das Mädchen schwebt, enorm ist.
Dabei liest sich das Buch locker und flüssig und Ramadan verliert sich nicht in kleinste Details oder unnötige Ausschmückungen, was für einen spannenden Handlungsverlauf sorgt. Moses steht vor einem Fall, der ihm durchweg ungewöhnlich vorkommt, dabei tappt der erfahrene Ermittler durchaus für eine Weile im Dunkeln. Erfahrenerer Krimileser oder Vielleser in diesem Bereich könnten zwar vom psychologischen Hintergrund her durchaus Ahnungen bekommen, wohin die Reise führt, doch Ramadan packt hier einige Überraschungen mit ein. Ich fühlte mich mit diesem Buch rundum gut unterhalten.
Erzählt wird die Story aus zwei Perspektiven, zum einen beobachtet der Leser Moses bei seinen Ermittlungen, zum anderen bekommen wir die Sicht des entführten Mädchens. Gerade letztere Perspektive “mag” ich in Spannungsromanen immer ganz besonders, sorgen sie doch dafür, dass man hier mitleiden und mithoffen kann. Auch hier brachten das eine Menge Spannung und Abwechslung mit in den Krimi. In diesem Fall weiß man als Leser dann auch noch ein kleines bisschen mehr über den Täter, so dass man den Ermittlern zumindest einen Tick weit voraus ist.
Stefan Moses ist ein sehr interessanter Protagonist, über den ich gerne mehr erfahren würde. Selbst kam er einst als kleiner Junge mit einem Containerschiff nach Deutschland, wo er adoptiert wurde. Bis heute quälen ihn Alpträume, von denen er selbst nicht genau sagen kann, woher sie kommen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, ob sich da im Laufe der Reihe mehr aufklären wird.
Die weiteren Figuren bleiben im Gegensatz zu Moses eher blass, bzw. bekommen soweit ein klares Bild, wie es für die Handlung notwendig ist. Dadurch sticht hier aber vor allem Moses deutlich hervor.
Mein Fazit
Ein gelungener Krimi, der für gute Unterhaltung sorgt. Vor allem die Perspektive des entführten Mädchens sorgte für Spannung. Zwar hatte ich hin und wieder Ideen wohin mich die Ermittlungen führen werden, doch es gab auch hier immer wieder mal Überraschungen. Moses ist mir sehr sympathisch und ich bin durchaus neugierig auf weitere Fälle des Ermittlers.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Genialer Reihenauftakt

Der letzte Magier von Manhattan
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Manhattan, seit vielen Jahren werden die Mageus hinter einer unsichtbaren Schwelle in der Stadt regelrecht gefangen gehalten. Dahinter steckt der Orden Ortus Aurea, doch dessen Machenschaften reichen viel ...

Manhattan, seit vielen Jahren werden die Mageus hinter einer unsichtbaren Schwelle in der Stadt regelrecht gefangen gehalten. Dahinter steckt der Orden Ortus Aurea, doch dessen Machenschaften reichen viel tiefer, als zunächst angenommen wird, denn mit Hilfe der Magie der Mageus wäre ihre Macht unerreichbar. Als die junge Mageus Esta von ihrem Professor aus unsere Zeit in die Vergangenheit geschickt wird, um dort das Ars Arcana, das magische Buch, das den Mageus ein Entkommen aus der Stadt sichern sollte, zu stehlen, ahnt sie nicht, was sie dort wirklich erwartet. Denn während sie langsam immer mehr das Vertrauen der Mageus gewinnt und auch das des berühmten Magiers Harte Darrigan, ist sie sich nur zu sehr bewusst, dass sie sie demnächst betrügen muss.
Meine Meinung
Wieder einmal ist dem Droemer Knaur Verlag ein wirklich großartiges Cover gelungen, das schon eine magische Geschichte versprach. Doch der Einstieg fiel mir gar nicht so leicht, denn es gab nicht nur einige Perspektiv- und Zeitwechsel, auch die Handlung war mir ein großes Rätsel. Hier lohnt es sich aber über alle Maße am Ball zu bleiben, denn nach Beenden des Buches kann ich nur sagen, dass ich es bewundere, wie die Autorin Lisa Maxwell all ihre Ebenen miteinander verknüpft.
Auch wenn das Buch im Manhattan zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts spielt, erzählt die Autorin sehr frisch und modern und doch hatte ich ein klares Bild der damaligen Zeit vor Augen. Der Schreibstil hat mir dadurch ganz besonders gut gefallen. Gerade Dialoge zwischen Esta und Harte bringen Schwung in die Handlung.
Die Handlung selber jedoch ist zunächst noch alles andere als klar. Man erfährt als Leser immer nur Bruchstücke der Wahrheit. Doch keine Sorge, alle Zusammenhänge bekommen eine schlüssige Auflösung, mit der mich die Autorin absolut geflashed hat. Hier haben mich so einige Überraschungen erwartet und ich war mehr als verblüfft, als ich nach und nach die Zusammenhänge verstand.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen, diese Mischung aus historischen Begebenheiten und doch ganz viel erzählerischer Freiheit liest sich absolut interessant. Lisa Maxwell hat etwas ganz besonderes in ihrer Art zu erzählen, was mich völlig eingefangen hat. Dabei ist die Geschichte sehr komplex und das Tempo zwischendurch immer wieder ruhiger, doch gerade in diesen Momenten webt die Autorin ganz geschickt ihre Handlungen zusammen und man sollte hier wirklich nichts verpassen, denn erst zum Ende hin gibt es den Aha-Effekt.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei Esta und Harte hier den Mittelpunkt bilden. Dadurch, dass man diese beiden hauptsächlich begleitet, werden sie dem Leser sehr vertraut und man fiebert mit ihnen mit.
Esta mochte ich vom ersten Augenblick an, sie ist tough und mutig und würde alles für die Menschen tun, die ihr am Herzen liegen. Doch während sie genau für diese in die Vergangenheit reist, beginnt sie immer mehr in innere Konflikte zu verraten. Denn auch die Vergangenheit hält Charaktere bereit, die Esta immer vertrauter werden, was den angedachten Verrat für sie immer schwerer werden lässt.
Harte Darrigan ist zunächst der etwas klischeebehaftete männliche Protagonist der Geschichte, gutaussehend, etwas geheimnisvoll und doch, je mehr ich ihn kennenlernte, desto mehr wuchs auch er mir ans Herz. Das es zwischen äußerst interessanten Dialogen zwischen ihm und Esta kommt, lockert das gesamte noch ein wenig auf. Auch die sich langsam anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden fand ich hier richtig gut gelungen, denn diese hat etwas, dass den Leser mit ihnen mitfiebern lässt.
Doch nicht nur Esta und Harte wurden mir näher gebracht, auch mit weiteren Charakteren fühlte ich mich immer mehr verbunden. Lisa Maxwell zeichnet sie insgesamt glaubwürdig und authentisch und auch hier gab es so manch eine Überraschung.
Mein Fazit
Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten entwickelte sich “Der letzte Magier von Manhattan” zu einem ungeahnten Highlight. Das es Lisa Maxwell gelingt, aus all den zunächst verworrenen erscheinenden Handlungsstränge ein so gelungenes Gesamtbild zu zeichnen, hat mich regelrecht beeindruckt. Ich bin völlig vernarrt in Harte Darrigan und Esta von Filosik und ich habe tüchtig mit den beiden mitgelitten und mitgefiebert. Eine beeindruckende Fantasygeschichte, im historischen Szenario, die mich fesseln und begeistern konnte Wer komplexe Handlungen mag, sollte hier reinlesen. Ich für mein Teil erwarte jetzt sehnsüchtig die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Würdest du für das Leben vieler, den Tod von wenigen in Kauf nehmen?

DAMAGED
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Amerika, wir schreiben das Jahr 2050 und unsere Welt besteht nur noch aus Terror, Krieg und Kampf. Nirgendwo ist man noch sicher und man lebt in ständiger Angst, auf offener Straße angegriffen zu werden. ...

Amerika, wir schreiben das Jahr 2050 und unsere Welt besteht nur noch aus Terror, Krieg und Kampf. Nirgendwo ist man noch sicher und man lebt in ständiger Angst, auf offener Straße angegriffen zu werden. Abgeschottet in einem unterirdischen Versuchslabor mitten im Wald leben die siebzehnjährigen Zwillinge Insha und Odarka. Seit ihrer Kindheit leben sie hier abgeschottet, denn in ihrer DNS befindet sich etwas, was dafür sorgen könnte, die Welt von Hass und Terror zu befreien. Doch die Versuche, die nicht nur an ihnen, sondern auch an Kindern vorgenommen werden, sind alles andere als harmlos.
Meine Meinung
Also als alter Coverlover schlug mein Herz schon schneller, als ich dieses hier erblickte, doch auch der Klappentext zog mich magisch an.
Der Einstieg gelingt mühelos, denn wir erleben gleich zu Beginn, mit welchen Ängsten die beiden Protagonistinnen, die Zwillinge Insha und Odarka, leben müssen. Carina Müller erzählt locker, leicht, dabei modern und vor allem voller Bilder, so dass man einem lebendigen Kopfkino folgt. Was mir besonders gefallen hat, sind die Bezüge zu unserer Welt, die es leichter machen, die Welt, in der wir uns hier befinden vorzustellen. Die Dialoge, vor allem zwischen der sarkastischen Odarka und deren jeweiligen Gegenüber, brachten mich, trotz all der Grausamkeiten in dieser Welt, zum Schmunzeln.
Carina Müller nimmt sich hier Zeit, die Welt in der die Zwillinge aufwachsen, genau zu beschreiben. Doch auch was in der Welt ausserhalb des Labors passiert, wird schnell vorstellbar. Das wirklich Erschreckende daran ist, dass auch hier mal wieder ein Zukunftsszenario gezeichnet wird, das gar nicht so unglaubwürdig erscheint. Terror, Krieg und Angriffe auf offener Straße sind hier an der Tagesordnung und niemand kann sich verstecken. Klingt ganz schön beängstigend, oder?
Die Geschichte wird sehr mitreißend erzählt, da man sich gleich mit den Zwillingen anfreundet. Auch wenn das Tempo zunächst noch recht ruhig bleibt, wird es dann immer spannender, die Ereignisse spitzen sich zu und letzten Endes bleibe ich mit vielen Fragen und ganz viel Vorfreude auf Band zwei zurück.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive in der Ich-Form aus der Sicht von Insha und Odarka. Zwar helfen schon die Überschriften über den Kapiteln, die jeweiligen Sichten auseinanderzuhalten, doch die Zwillinge sind so unterschiedliche Charaktere, dass man auch ohne diese Hilfe schnell weiß, wer gerade erzählt.
Insha und Odarka sind zwei intensiv gezeichnete Protagonistinnen, die man hier sehr gut kennenlernt und mit denen ich mich ganz schnell verbunden fühlte. Sie gleichen sich optisch bis ins kleinste Detail, doch ihre Charaktere sind völlig verschieden. Beide haben besondere Gaben, die zu ihnen passen und bei denen ich gespannt bin, wohin das noch führen wird. Insha ist die liebe und ruhige, die gerne Streit schlichtet und Odarka spricht fließend sarkastisch, was mir ganz besonders gefallen hat.
Doch nicht nur diese beiden Protagonistinnen sind besonders gut gezeichnet, auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen und versprühen mal große Sympathien und mal genau das Gegenteil. Also auch hier eine gelungene Mischung, die den Leser dicht an den Charakteren hält und mitfiebern und bangen lässt.
Mein Fazit
Ein Buch, dessen Inhalt mich so sehr gefesselt hat, dass ich es an einem Abend durchgesuchtet habe. Charaktere, Worldbuilding und Handlung haben mich eingefangen und lassen mich auch jetzt noch nicht los, da ich einfach noch unheimlich viele Fragen habe. Das relativ offene Ende lässt mich darauf hoffen, dass ich ganz schnell den zweiten Band in den Händen halten darf. Ich bin mehr als positiv überrascht und sage: lest das Buch!

Veröffentlicht am 06.11.2019

Gruselstimmung vom Feinsten

Der Fluch von Carrow House
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Carrow House, das berüchtigte Spukhaus direkt an der Steilküste gelegen, sorgte schon immer für Gänsehaut, denn in seinen Mauern geschahen einst grauenvolle Dinge. Remy, eine der Dorfbewohnerinnen, arbeitet ...

Carrow House, das berüchtigte Spukhaus direkt an der Steilküste gelegen, sorgte schon immer für Gänsehaut, denn in seinen Mauern geschahen einst grauenvolle Dinge. Remy, eine der Dorfbewohnerinnen, arbeitet als Tourguide und führt Reisegruppen durch das riesige Anwesen. Als Remy von Marc, einem der Tourteilnehmer, darum gebeten wird, gleich zwei Wochen im Carrow House verbringen zu dürfen, ist Remy zunächst skeptisch, doch auch neugierig, denn sie würde zu gerne einmal die Geschehnisse im Haus erleben. Als kurz darauf Marc, Remy und eine Gruppe weiterer Personen ins Carrow House einziehen, dauert es nicht lange, bis das Grauen seinen Lauf nimmt.
Meine Meinung

Ist dieses Cover nicht schon für sich ein absolutes Highlight? Ich war gleich angetan von dieser düsteren und unheimlichen Szenen und Bücher über Spukhäuser ziehen mich eh magisch an.
Zu Beginn begleitet der Leser Remy und eine Gruppe Touristen durchs Haus, so dass man selbst schon einmal das riesige und unheimliche Anwesen kennenlernt. Man bekommt gleich Infos darüber, was dort einst geschah und befindet sich ganz schnell mitten im Carrow House wieder.
Darcy Coates schreibt absolut mitreißend und baut schnell eine Beziehung zwischen Leser und Charaktere auf. Was mir hier aber auf den ersten Blick richtig gut gefallen hat, ist die düstere und spannende Atmosphäre. Seien es die knirschenden Balken und Dielen, die finstere Umgebung, das einsame Haus und das draußen tobende Unwetter, als Leser fühlte ich mich hier direkt in das Haus versetzt. Da gab es so manches Mal richtig doll Gänsehaut und allein im Dunkeln, während im eigenen Haus die Balken knirschen, schaute man beim Lesen gerne mal über die Schulter, ob nicht eins der Geister hinter einem steht. Sehr genial und absolut fesselnd, wer solche Spukgeschichten mag, wird hier begeistert sein.
Die Geisterbegegnungen sind unheimlich, doch auch die Geschichte an für sich ist sehr spannend erzählt. Nach und nach steigern sich die gruseligen Ereignisse, bis hin zur wirklich bedrohlichen Stimmung und ich habe das Buch erst zur Seite gelegt, nachdem ich es beendet hatte.
Carrow House hat eine wirklich grauenhafte Geschichte zu erzählen, die aber tatsächlich so gut erzählt wird, dass man diese tatsächlich so glauben könnte. Zumindest klangen all die Hintergrundgeschichten rund um das Anwesen sehr glaubwürdig. Dadurch wirkte die gesamte Geschichte durchweg lebendig und fesselte.
Die Charaktere sind mir hier unheimlich ans Herz gewachsen. Nicht nur Protagonistin Remy bekommt eine klare Zeichnung, sondern auch all die anderen Personen, die gemeinsam ihre Zeit im Carrow House verbringen. Sie sind zwar teilweise etwas klischeehaft, passten hier aber einfach perfekt in die gesamte Atmosphäre und ich habe ordentlich mit ihnen mitgezittert und auch mitgelitten.
Mein Fazit

Der Fluch von Carrow House ist absolut unheimlich, düster und fesselnd. Schon nach wenigen Seiten wurde es zu einem Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wer Geschichten rund um Spukhäuser mag, wird seine wahre Freude am und im Carrow House haben, denn Darcy Coates schreibt so atmosphärisch, dass man sich selbst fühlt, als wäre man im Haus. Perfekte Spukhausgeschichte gerade jetzt in der düsteren Jahreszeit! Herrlich gruselig und mega atmosphärisch!