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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2017

Bezaubernd

Luna
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Schon vor ihrer Geburt wurde der Kronprinzessin des Ardenreiches, Analina, großes vorhergesagt. Laut der Prophezeiung ist sie es, die das Reich eines Tages retten soll, denn dem Reich droht die Gefahr ...

Schon vor ihrer Geburt wurde der Kronprinzessin des Ardenreiches, Analina, großes vorhergesagt. Laut der Prophezeiung ist sie es, die das Reich eines Tages retten soll, denn dem Reich droht die Gefahr durch die dunkle Magierin Gwenda. Kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag erhält Anlina einen Brief der Akademie des Meeres. Dort soll sie sich einfinden, um zu erlernen, wie sie ihr Land mit ihren magischen Kräften gegen die dunklen Kräfte verteidigen kann. Doch eine Reise zu Pferd scheint zu gefährlich, auch Drachen würden die Feinde zu schnell aufmerksam machen. Also muss Analina gemeinsam mit einigen Gefährten ihre Reise zu Fuß antreten. Doch der Weg bis zur Schule ist voller Gefahren und Abenteuer und die Gefährten müssen einmal mehr zusammenhalten.
Meine Meinung:
Dieses Cover ist so bildhübsch, dass es bereits beim ersten Blick meine Aufmerksamkeit erhielt und auch meine Tochter war vom ersten Blick auf das Buch begeistert. Sie hat auch ganz ungedulsig gewartet, bis ich es endlich gelesen hatte, um es schnellstmöglich ihr eigen zu nennen.
Auch der Einstieg in dieses Fantasyabenteuer gelingt sehr gut, denn die Geschichte ist vom ersten Moment an sehr einnehmend geschrieben. Der Leser erhält einen kurzen Einblick auf die bereits im Klappentext erwähnte Prophezeiung und ist somit gleich mitten im Geschehen.
Die Geschichte ist sehr anschaulich beschrieben, denn die Autorin Anne Buchberger schafft es sehr gut, sowohl bildlich als auch sehr verständlich von den Begebenheiten zu erzählen. Somit ist diese magische Geschichte perfekt für den jüngeren Leser, aber auch richtig spannend für Erwachsene geschrieben. Man wird hier schnell mitgezogen und möchte immer mehr wissen, da es eine sehr abenteuerliche Reise ist, bei der man förmlich die Magie spüren kann.
Die Welt, die Anne Buchberger hier erschaffen hat, ist zum einen gut vorstellbar, zum anderen durchweg magisch. Man spürt beim Lesen die Atmosphäre, ist aber gleichzeitig mitten im Abenteuer und somit wird es hier auch zu keiner Zeit langweilig. Man wird gemeinsam mit den Gefährten mit Gefahren konfrontiert und muss so einige Kämpfe, innerlich wie äußerlich, durchstehen. Aber der Zusammenhalt der Gefährten wird hier zu einem sehr wichtigen Inhalt, die Beziehung zwischen diesen sehr unterschiedlichen Personen und wie sie miteinander umgehen, wird hier sehr gut umgesetzt. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, die ebenfalls die Spannung hoch halten und zu fesseln wissen.
Ein Erzähler in dritter Person führt den Leser durch das Abenteuer und lässt diesen dabei zuschauen, was rund um die Personen geschieht. Hier hätte es gerne mal ein wenig in die Tiefe gehen können, aber ich denke, da sollte man dann wiederum das Lesealter mit berücksichtigen. Man erlebt also die gesamte Gefühls- und Gedankenwelt hier nicht aus erster Hand und doch spürt man eine gewisse Verbundenheit mit den Charakteren. Dazu dienen hier auch sehr gut die wechselnden Perspektiven, die uns unterschiedliche Personen und deren Ansichten verdeutlichen.
Die Charaktere sind es, die hier die Geschichte zu etwas besonderem machen. Anne Buchberger legt hier sehr viel Wert auf Freundschaft und Zusammenhalt und genau dieser Aspekt wird deutlich. Doch es gibt hier auch durchaus Konflikte, gerade zwischen Analina und ihrer Mutter Lynda, die die Geschichte, auch wenn es eine Fantasywelt mit magischen Figuren ist, sehr lebendig macht. Unbedingt erwähnenswert sind hier die tollen Fantasygeschöpfe, die es so oft in der Welt der Erwachsenenfantasy gibt, wie z. B. die Drachen, die hier noch einmal das gewissen Etwas dazugeben.
Mein Fazit:
Eine sehr schöne, lebendige und magische Geschichte, die nicht nur junge LeserInnen begeistern wird. Sehr anschaulich ge- und beschrieben und dadurch durchaus auch ein wenig anspruchsvoller, aber auch mit sehr viel Abenteuer und etwas ganz wichtigem: nämlich die Bedeutung der Freundschaft. Mit Luna, im Zeichen des Mondes erschien der erste Band einer Fantasytrilogie, auf dessen Fortsetzung ich durchaus gespannt bin. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.11.2017

Geht ans Herz

Das saphirblaue Zimmer
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Einst war das riesige Gebäude in Manhattan eine Luxuvilla, die einer reichen Unternehmerfamilie gehörte. Doch im Jahr 1944 dient die Villa als Krankenhaus und viele Männer, die ihrem Land im Krieg gedient ...

Einst war das riesige Gebäude in Manhattan eine Luxuvilla, die einer reichen Unternehmerfamilie gehörte. Doch im Jahr 1944 dient die Villa als Krankenhaus und viele Männer, die ihrem Land im Krieg gedient haben, werden hier behandelt. Als der junge Cooper Ravenel mit einer schweren Verletzung am Bein eingeliefert wird, ist sich die Ärztin Kate Schuyler nicht sicher, ob sie es retten kann, aber nur ein Blick in die Augen des jungen Soldaten genügt, um sie alles versuchen zu lassen. Schnell wird Beiden klar, dass sie eine gegenseitige, beinahe schon unwiderstehliche Anziehungskraft verspüren. Als Kate dann ein Amulett bei Cooper findet, auf dem eine junge Frau abgebildet ist, die ihr zum verwechseln ähnlich sieht, ahnen sie, dass der Ursprung ihrer Gefühle in der Vergangenheit zu finden ist.
Meine Meinung:
Zeitenübergreifende Familiensagen finde ich immer sehr spannend und hier lockte auch gleich wieder ein wunderschönes Cover, dessen Farbtöne einfach unheimlich harmonisch wirken. Auch der Einstieg in das Buch fällt hier sehr leicht, denn auch wenn es hier gleich drei Autorinnen gibt, hat man rein vom Schreibstil her nicht den Eindruck, dass es durcheinander wirkt. Ganz im Gegenteil, die drei Damen harmonieren vom Stil her einfach perfekt miteinander und man wird förmlich in die Geschichte gezogen. Sprachlich ist es zwar ein wenig den Zeiten angepasst, in der die jeweiligen Geschichten spielen, wirkt dabei aber weder verschnörkelt noch überholt. Stattdessen befindet man sich mit der jeweiligen Protagonisten des jeweiligen Zeitstrangs recht schnell verbunden.
Die Geschichte an für sich ist dann auch sehr spannend und geheimnisvoll und auch wenn man zunächst glaubt zu wissen, wohin die Geschichte führt, ist man dann doch immer wieder aufs neue überrascht. Hier gibt es doch so einige Familienintrigen und Geheimnisse, die herausgefunden werden wollen und die durchweg durch die drei unterschiedlichen Zeitstränge führen.
Wie gerade erwähnt haben wir es mit drei Frauen aus drei Generationen zu tun, bei denen man schnell den Verwandtheitsgrad erahnt, ob man dabei recht behält, erfährt man dann allerdings tatsächlich erst am Ende der Geschichte. So gibt es hier drei Zeitstränge, wobei der erste am Ende des 19. Jahrhunderts, der zweite in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts und der dritte zum Zeitpunkt des zweiten Weltkrieges spielt. In jedem einzelnen Strang gibt es eine andere Protagonistin, aus deren Perspektive der Leser das Geschehen verfolgt. Während man Kates Geschichte aus der Ich-Perspektive erlebt, erzählt ein Erzähler in der dritten Person von Olive und Lucy.
Alle drei Frauen sind ganz besondere Charaktere und jede Einzelne hat eine ganz eigene Geschichte, die doch mit den anderen Parallelen aufweist und trotzdem etwas eigenes erzählt. Die Frauen der Geschichte haben mir allesamt sehr gut gefallen. Sie passen in ihrer jeweiligen Zeiten perfekt hinein und doch ist jede von ihnen eine eigene Persönlichkeit. Sie sind lebendig und haben alle etwas wichtiges zu erzählen und letzten Endes gibt es auch noch eine kleine Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann.
Neben diesen Frauen gibt es durchaus noch weitere, interessante Charaktere, seien es die Männer an den Seiten der Frauen oder weitere Personen. Doch der Hauptaugenmerk liegt hier deutlich auf den Damen, die weiteren Charaktere bleiben hier recht blass, aber nicht völlig farblos, sondern einfach nur Nebenrollen.
Mein Fazit:
Ein Buch, bei dem ich in dieser Rezension sehr aufpassen musste, um nicht zu viel zu verraten. Dabei gibt es hier Spannung, Geheimnisse, Intrigen, aber auch ganz viel fürs Herz. Ein Buch, das perfekt für gemütliche und entspannende Lesestunden ist und dabei mit einem leichten und fesselnden Schreibstil überzeugt. Wer Familiengeschichten mit Herz und Drama mögen, der ist hier genau richtig. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 11.12.2017

Düster, spannend und doch auch romantisch

Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt
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Einst war das Königreich Ruina das mächtigste der vier Königreiche, denn die Ruined besitzen unterschiedliche Gaben, wie z. B. das Beherrschen der Elemente. Doch dann wurde das Königreich von ihren Nachbarn, ...

Einst war das Königreich Ruina das mächtigste der vier Königreiche, denn die Ruined besitzen unterschiedliche Gaben, wie z. B. das Beherrschen der Elemente. Doch dann wurde das Königreich von ihren Nachbarn, den Lera überfallen, viele aus ihrem Volk starben und auch die Königin Wenda Flores überlebte den Angriff nicht. Olivia, eine der beiden Töchter Wendas, wurde vom König Leras entführt, Emelina, Em, die Tochter ohne Gabe, entkam. Nun sollte der Prinz von Lera heiraten und die Prinzessin, die es schafft, den König der Ruined zu töten, bekommt die Hand des Prinzen. Prinzessin Mary aus Vallos gelang es und so befindet sie sich nun auf den Weg nach Lera, doch mit einem hat sie nicht gerechnet, den Plane Emelinas, ihre Schwester zu befreien und sich zu rächen. Em und eine kleine Anzahl Ruined überfallen Mary auf den Weg nach Lera und Em nimmt ihre Stelle ein.
Meine Meinung:
Ich liebe Geschichten rund um Königreiche und Intrigen etc. und der Klappentext von Die Legende der vier Königreiche sprach mich gleich an. Aber natürlich ist auch hier das Cover wieder ein richtiger Magnet und gefällt mir richtig gut.
Amy Tintera beginnt ihre Geschichte mitten im Geschehen und das auch gleich sehr actionreich. Der Kampf zwischen Emelina und Mary bietet den Einstieg in die insgesamt immer wieder temporeiche und actiongeladene Geschichte und damit wurde ich auch gleich mitten in diese gezogen. Mit einem sehr flüssigen und leichten Schreibstil wird man an die Seiten gefesselt. Sprachlich ist es durchaus für jüngere geeignet, wobei ich mir hier beim Inhalt nicht ganz so sicher bin, denn es geht hier immer mal wieder zur Sache, wenn es auch nicht detailliert beschrieben wird, so fällt doch schon hier und da mal ein Finger und stirbt jemand in einer Blutlache.
Die Geschichte selber ist immer wieder voller Action, Tempo und unvorhersehbaren Wendungen und doch gelingt es der Autorin, hier auch die romantische Seite nicht zu kurz kommen zu lassen. Für mich war die Legende der vier Königreiche einfach eine richtig gelungene Mischung aus Fantasy, Action und Romantik und ließ sich in einem Rutsch lesen, ohne langweilig zu werden.
Das Worldbuilding hat mir sehr gut gefallen, wobei mir die Unterschiede zwischen den Ländern bzw. zwischen den Königreichen noch nicht so ganz klar sind. Die Ruined sind als einzige ein Volk mit übernatürlichen Begabungen, wobei die Olso ein Volk von Kriegern sind. Vallos und Lera scheinen da eher benachteiligt und haben früher unter den Ruined zu leiden gehabt und Wenda, die verstorbene Königin der Ruined war bekannt für grausame Folterungen. Doch auch Cas' Vater, der König von Lera, macht seine Sache nicht viel besser. Hier stellt sich ganz klar heraus: gib einem Menschen macht und er zeigt dir seinen wahren Charakter. Diese ganzen Intrigen und Machtspielchen unter einander finden statt, noch bleibt es allerdings recht vage, womit dies alles begann.
Ein Erzähler in der dritten Person führt den Leser durch die Geschichte, doch man kann hier immer wieder aus wechselnden Perspektiven das Geschehen verfolgen. Em und Cas sind hier die Protagonisten, die man auch sehr gut kennenlernt in diesem ersten Band.
Diese beiden Charaktere haben mir dann auch richtig gut gefallen. Sie waren vielschichtig, handelten manches Mal ganz anders als erwartet und wirkten glaubwürdig in ihrem Tun. Emelina, Em, ist mir hier richtig ans Herz gewachsen. Sie hat mich mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Einsatz, das richtige Tun zu wollen, überzeugt. Prinz Casimir, Cas, hat mich sogar noch ein wenig mehr überraschen können, denn wenn man sieht, wie er erzogen wurde und wie er aufwuchs, so ist er doch eine sehr ehrliche Persönlichkeit. Die Beiden zusammen haben mir richtig gut gefallen, vor allem die Entwicklung die sie nehmen, nicht zuletzt auch, weil sie jeweils vom anderen lernen können.
Aber es gibt hier auch den ein oder anderen Nebencharakter, der mir gefallen hat, z. B. Iria, ein Kriegerin Olsos, die mit ihrer Art mich immer mal wieder zum Schmunzeln brachte. Auch Galo, einer von Cas' Wächtern ist eine sehr interessante Figur, bei der ich auf ein Wiedersehen in Band 2 hoffe. Aber auch die gegnerischen Charaktere der Geschichte waren interessant und lassen auf ein intigen- und actionreiche Fortsetzung hoffen.
Mein Fazit:
Ein tolles Fantasybuch, das mich von der ersten Seite an abgeholt hat und erst beim Schließen wieder aus seinen Fängen ließ. Wobei der Cliffhanger wieder ganz schön fies ist und ich es kaum abwarten kann, wie die Geschichte weitergehen wird. Schreibstil, Weltenaufbau, Romantik, Spannung, Action und Atmosphäre haben mir richtig gut gefallen und sorgten für unterhaltsame und abwechslungsreiche Lesestunden. Auch die Charaktere wussten zu überzeugen, vor allem die Protagonisten sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ein weiteres Highlight für mich aus dem Bereich Fantasy und Königreiche.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Wohlfühlroman

Rette mich, wer kann
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Jette ist achtunddreißig, Radiomoderatorin in einer Late Night Show, in der sie an einer Hotline Menschen berät. Als sie von einer Frau angerufen wird, die ihr berichtet, dass sie eine Beziehung zu einem ...

Jette ist achtunddreißig, Radiomoderatorin in einer Late Night Show, in der sie an einer Hotline Menschen berät. Als sie von einer Frau angerufen wird, die ihr berichtet, dass sie eine Beziehung zu einem Mann hegt, der bereits eine Familie hat und sogar schwanger ist, rät sie ihr, ihm die Pistole auf die Brust zu setzen. Doch dann verrät die Frau ihr etwas, das Jette aus allen Wolken fallen lässt: dieser Mann ist nämlich ihrer und der Vater ihrer beiden Töchter. Vor den Trümmern ihres Lebens erfährt sie von einem neuartigen Wohnprojekt: es gibt ein Hotel, in dem frisch getrennte für maximal 12 Wochen Unterschlupf finden. Jette zieht in das Hotel und lernt dort einige Leidensgenossen kennen. Um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, hat Jette einen Plan: Selbstoptimierung. Während die anderen Hotelbewohner ihr helfen wollen, ist Nick, der ihr den Tipp mit dem Hotel erst gab, eher skeptisch. Ist der Weg zum Glück wirklich die Selbstoptimierung?
Meine Meinung:
Allein dieses Cover, der Igel auf dem Luftballon, ließ mich schmunzeln, als ich den ersten Blick darauf warf und anch dem Beenden des Romans muss ich sagen: es passt so herrlich zur Situation, in der sich Protagonistin Jette zu Beginn des Buches befindet. Auch der Einstieg in den Roman fiel mir sehr leicht, denn Jule Maiwalds Schreibstil ist sehr leicht und locker, man fliegt nur so durch die Seiten und fühlt sich gleich wohl in der Geschichte. Was wohl auch zum Teil daran liegt, dass diese Geschichte, wenn auch ein wenig überzogen, einfach so mitten aus dem Leben gegriffen scheint. Als Frau kann man sich hier durchaus mit Jette identifizieren und an manch einer Stelle kann man sich auch mal wiedererkennen. Die Geschicht ist auf jeden Fall ein rundum Wohlfühlbuch, das zu heiteren Lesestunden bei diesem Schmuddelwetter zum einkuscheln auf dem Sofa verführt.
Gleich zu Beginn erleben wir mit, wie Jette mit einem Knall auf den kalten Boden der Tatsachen geworfen wird. Dieser Telefonanruf ihrer Nebenbuhlerin war einfach nur herrlich und man ahnt schon, wohin dieses Gespräch führen wird und würde Jette gerne warnen und dann - ist es zu spät. Ich hatte hier schnell Mitleid, als Jette in aller Öffentlichkeit vom Fremdgehen ihres Mannes erfährt und ab da fühlte ich so richtig mit ihr mit. Man begleitet nun Jette dabei, wie sie am Boden ankommt, aber auch wie sie sich durch Selbstoptimierung wieder versucht hinauszumanövrieren. Ob dies allerdings wirklich der richtige Weg ist? Mit vielen heiteren Momenten, die mich auflachen oder in mich hineinschmunzeln ließen, beschreibt Jule Maiwald die Veränderung Jettes und letzten Endes muss ich wohl zugeben: sind wir nicht alle ein bisschen wie Jette?
In der Ich-Form erzählt die Protagonistin Jette von ihrem Leben, dabei kann man mit ihr lachen, sich ärgern, mit ihr hoffen, träumen und einfach leben. Jule Maiwald bringt Jette dem Leser nah und macht sie lebendig.
Jette ist mir gleich von der ersten Seite an sehr sympathisch, sie steht mitten im Leben, Mann, Haus, zwei Kinder, Job und dann ist plötzlich alles anders. Sie ist eine tolle Persönlichkeit, die mir gleich von Anfang an sehr sympathisch erschien und auch wenn ich sie manchmal gerne geschüttelt hätte, so kann ich sie mir doch auch irgendwie als Freundin vorstellen.
Aber auch die Nebencharaktere sind hier gut dargestellt und man hat schnell ein lebendiges Bild vor Augen, wie es in diesem Hotel ist und wie die Menschen, die hier für eine Weile leben, so sind.
Mein Fazit:
Wunderbar unterhaltsam, aber auch sehr einfühlsam beschreibt die Autorin hier das Leben von Jette und wie sie in Angriff nimmt, sich selbst zu optimieren. Ob wirklich alles nach Plan läuft? Hm, Leben kann man wohl nur selten planen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und war für mich eine schöne, leichte Lektüre für zwischendurch, die trotz des Humors auch ernst sein konnte und dadurch auch nicht oberflächlich wirkte. Toller Frauenroman zum Wohlfühlen!

Veröffentlicht am 07.12.2017

Tolles Jugendbuch

Viel näher als zu nah
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Lucas Svensson, cool, gutaussehend, beliebt und von seinem besten Freund Ben nur Captain - Cap - genannt, hatte sich die Party anders vorgestellt, denn eigentlich hatte er vor, heute Suzie abzuschleppen. ...

Lucas Svensson, cool, gutaussehend, beliebt und von seinem besten Freund Ben nur Captain - Cap - genannt, hatte sich die Party anders vorgestellt, denn eigentlich hatte er vor, heute Suzie abzuschleppen. Doch diese muss ihre beste Freundin trösten und so tingelt Lucas ein wenig allein durch das Partygedrängel. Auf der Terrasse lernt er ein Mädchen kennen und diese beeindruckt ihn durch ihre Art, doch leider müssen sowohl Lucas als auch die Unbekannte die Party verlasssen. Auf dem Heimweg mit dem Motorrad neckt Lucas Ben soweit, dass die Beiden sich ein Rennen liefern. Zum Glück ist es Nacht und ausserhalb der Stadt, doch plötzlich tauchen im Dunkeln Rücklichter auf, ein Autor. Während es Ben mit einem gewagten Manöwer gelingt, das Autor noch zu überholen, rammt Lucas dieses. Im Krankenhaus wacht er mit unzähligen Verletzungen auf und muss sich eingestehen, mit seiner leichtsinnigen Handlung auch andere gefährdet zu haben, denn die beiden Insassen des Autos, zwei junge Frauen, wurden ebenfalls beide schwer verletzt. Von schlechtem Gewissen geplagt, besucht er nach seiner Entlassung die junge Frau, die ebenfalls nach Hause durfte und die Überraschung ist groß, als er sie zum ersten Mal sieht.
Meine Meinung:
Dieses Jugendbuch ist allein durch seine ganz spezielle Optik ein richtiger Hingucker und spontan fällt mir auch kein weiteres Buch ein, das so besonders gestaltet wurde, allein dafür würde es sich schon lohnen. Doch auch der Inhalt kann sich sehen lassen und das nicht zu knapp. Angela Kirchner hat mich überrascht und zwar so richtig, denn bereits auf den ersten Seiten gelingt es der Autorin, mich mit ihrem sehr flüssigen Schreibstil zu fesseln. Dabei bleibt sie auch sprachlich locker, leicht und jugendlich modern, also auch perfekt für die Zielgruppe. Doch auch erwachsene Leser, vor allem die, die Jugendbücher mögen, dürften hier auf ihre Kosten kommen.
Das Thema dieser Geschichte hat mir sehr gut gefallen, es geht hier ein wenig um Schuld und Reue nach einer mehr als leichtsinnigen Handlung. Lucas gehört zu den eher privilegierten Teenagern und ist allseits beliebt, das spürt man sehr gut zu Beginn durch sein Aufreten. Doch der Dämpfer kommt schnell und genau das ließ mich kurz innehalten, denn ich gebe zu, dass ich anhand des Klappentextes eher auf einen typischen Jugendroman getippt hätte. Aber hier gibt es ganz viel Tiefgang, Momente zum Nachdenken, aber auch Momente zum Schmunzeln. Es ist alles so gut aufeinander abgestimmt, dass man sich einfach wohlfühlt mit der Geschichte.
Aus abwechselnder Perspektive lässt die Autorin ihre beiden Protagonisten in der Ich-Form erzählen. Allerdings hat hier Lucas durchaus den größeren Part der Beiden bekommen. Genau das hat mir sehr gut gefallen, denn so konnte ich das Denken und Handeln von Lucas sehr gut nachvollziehen, wurde aber durch Fey immer mal wieder zurückgeholt, wenn sie beschreibt, wie sie empfindet. Man hat hier dank der unterschiedlichen Sichtweisen auch selber immer wieder die Gelegenheit, das Geschehen von allen Seiten zu betrachten und über auch die jeweiligen Sichtweisen nachzudenken. Wie so oft im Leben ist nicht alles schwarz oder weiß und manchmal muss man über seinen Schatten springen. Genau das hat Angela Kirchner mit sehr viel Gefühl hervorgeholt und rübergebracht.
Die Charaktere machen es dann auch, dass dieses Buch im Kopf bleibt, denn vor allem Fey, aber auch Lucas sind ganz besonders. Sie wirken lebendig und authentisch, haben Ecken und Kanten und sorgen dadurch dafür, dass es nicht langweilig wird. Ich möchte gar nicht so viel über Lucas und Fey verraten, denn es lohnt sich hier einfach, sie selbst kennenzulernen.
Neben den Beiden gibt es auch ein paar Nebencharaktere, wobei diese einfach hier perfekt auf das Gesamtbild einwirken. Sie geben Hilfe, sie lassen nachdenklich werden und bleiben doch eher im Hintergrund der Handlung.
Mein Fazit:
Ein unheimlich gut geschriebenes Jugendbuch, das mich völlig überrascht hat, da ich hier gar nicht unbedingt mit dieser Tiefe gerechnet habe. Doch die Autorin beschreibt mit viel Gefühl, wie aus jugendlichem Leichtsinn etwas wirklich furchtbares werden kann. Die Protagonisten haben mich hier überzeugen können, denn sie sind beide alles andere als oberflächlich, stattdessen laden sie gerade dazu ein, noch einmal über alles nachzudenken. Richtig gut umgesetzt und wirklich einnehmend geschrieben - Leseempfehlung!