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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2017

Bezaubernd

Luna
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Schon vor ihrer Geburt wurde der Kronprinzessin des Ardenreiches, Analina, großes vorhergesagt. Laut der Prophezeiung ist sie es, die das Reich eines Tages retten soll, denn dem Reich droht die Gefahr ...

Schon vor ihrer Geburt wurde der Kronprinzessin des Ardenreiches, Analina, großes vorhergesagt. Laut der Prophezeiung ist sie es, die das Reich eines Tages retten soll, denn dem Reich droht die Gefahr durch die dunkle Magierin Gwenda. Kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag erhält Anlina einen Brief der Akademie des Meeres. Dort soll sie sich einfinden, um zu erlernen, wie sie ihr Land mit ihren magischen Kräften gegen die dunklen Kräfte verteidigen kann. Doch eine Reise zu Pferd scheint zu gefährlich, auch Drachen würden die Feinde zu schnell aufmerksam machen. Also muss Analina gemeinsam mit einigen Gefährten ihre Reise zu Fuß antreten. Doch der Weg bis zur Schule ist voller Gefahren und Abenteuer und die Gefährten müssen einmal mehr zusammenhalten.
Meine Meinung:
Dieses Cover ist so bildhübsch, dass es bereits beim ersten Blick meine Aufmerksamkeit erhielt und auch meine Tochter war vom ersten Blick auf das Buch begeistert. Sie hat auch ganz ungedulsig gewartet, bis ich es endlich gelesen hatte, um es schnellstmöglich ihr eigen zu nennen.
Auch der Einstieg in dieses Fantasyabenteuer gelingt sehr gut, denn die Geschichte ist vom ersten Moment an sehr einnehmend geschrieben. Der Leser erhält einen kurzen Einblick auf die bereits im Klappentext erwähnte Prophezeiung und ist somit gleich mitten im Geschehen.
Die Geschichte ist sehr anschaulich beschrieben, denn die Autorin Anne Buchberger schafft es sehr gut, sowohl bildlich als auch sehr verständlich von den Begebenheiten zu erzählen. Somit ist diese magische Geschichte perfekt für den jüngeren Leser, aber auch richtig spannend für Erwachsene geschrieben. Man wird hier schnell mitgezogen und möchte immer mehr wissen, da es eine sehr abenteuerliche Reise ist, bei der man förmlich die Magie spüren kann.
Die Welt, die Anne Buchberger hier erschaffen hat, ist zum einen gut vorstellbar, zum anderen durchweg magisch. Man spürt beim Lesen die Atmosphäre, ist aber gleichzeitig mitten im Abenteuer und somit wird es hier auch zu keiner Zeit langweilig. Man wird gemeinsam mit den Gefährten mit Gefahren konfrontiert und muss so einige Kämpfe, innerlich wie äußerlich, durchstehen. Aber der Zusammenhalt der Gefährten wird hier zu einem sehr wichtigen Inhalt, die Beziehung zwischen diesen sehr unterschiedlichen Personen und wie sie miteinander umgehen, wird hier sehr gut umgesetzt. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, die ebenfalls die Spannung hoch halten und zu fesseln wissen.
Ein Erzähler in dritter Person führt den Leser durch das Abenteuer und lässt diesen dabei zuschauen, was rund um die Personen geschieht. Hier hätte es gerne mal ein wenig in die Tiefe gehen können, aber ich denke, da sollte man dann wiederum das Lesealter mit berücksichtigen. Man erlebt also die gesamte Gefühls- und Gedankenwelt hier nicht aus erster Hand und doch spürt man eine gewisse Verbundenheit mit den Charakteren. Dazu dienen hier auch sehr gut die wechselnden Perspektiven, die uns unterschiedliche Personen und deren Ansichten verdeutlichen.
Die Charaktere sind es, die hier die Geschichte zu etwas besonderem machen. Anne Buchberger legt hier sehr viel Wert auf Freundschaft und Zusammenhalt und genau dieser Aspekt wird deutlich. Doch es gibt hier auch durchaus Konflikte, gerade zwischen Analina und ihrer Mutter Lynda, die die Geschichte, auch wenn es eine Fantasywelt mit magischen Figuren ist, sehr lebendig macht. Unbedingt erwähnenswert sind hier die tollen Fantasygeschöpfe, die es so oft in der Welt der Erwachsenenfantasy gibt, wie z. B. die Drachen, die hier noch einmal das gewissen Etwas dazugeben.
Mein Fazit:
Eine sehr schöne, lebendige und magische Geschichte, die nicht nur junge LeserInnen begeistern wird. Sehr anschaulich ge- und beschrieben und dadurch durchaus auch ein wenig anspruchsvoller, aber auch mit sehr viel Abenteuer und etwas ganz wichtigem: nämlich die Bedeutung der Freundschaft. Mit Luna, im Zeichen des Mondes erschien der erste Band einer Fantasytrilogie, auf dessen Fortsetzung ich durchaus gespannt bin. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.11.2017

Geht ans Herz

Das saphirblaue Zimmer
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Einst war das riesige Gebäude in Manhattan eine Luxuvilla, die einer reichen Unternehmerfamilie gehörte. Doch im Jahr 1944 dient die Villa als Krankenhaus und viele Männer, die ihrem Land im Krieg gedient ...

Einst war das riesige Gebäude in Manhattan eine Luxuvilla, die einer reichen Unternehmerfamilie gehörte. Doch im Jahr 1944 dient die Villa als Krankenhaus und viele Männer, die ihrem Land im Krieg gedient haben, werden hier behandelt. Als der junge Cooper Ravenel mit einer schweren Verletzung am Bein eingeliefert wird, ist sich die Ärztin Kate Schuyler nicht sicher, ob sie es retten kann, aber nur ein Blick in die Augen des jungen Soldaten genügt, um sie alles versuchen zu lassen. Schnell wird Beiden klar, dass sie eine gegenseitige, beinahe schon unwiderstehliche Anziehungskraft verspüren. Als Kate dann ein Amulett bei Cooper findet, auf dem eine junge Frau abgebildet ist, die ihr zum verwechseln ähnlich sieht, ahnen sie, dass der Ursprung ihrer Gefühle in der Vergangenheit zu finden ist.
Meine Meinung:
Zeitenübergreifende Familiensagen finde ich immer sehr spannend und hier lockte auch gleich wieder ein wunderschönes Cover, dessen Farbtöne einfach unheimlich harmonisch wirken. Auch der Einstieg in das Buch fällt hier sehr leicht, denn auch wenn es hier gleich drei Autorinnen gibt, hat man rein vom Schreibstil her nicht den Eindruck, dass es durcheinander wirkt. Ganz im Gegenteil, die drei Damen harmonieren vom Stil her einfach perfekt miteinander und man wird förmlich in die Geschichte gezogen. Sprachlich ist es zwar ein wenig den Zeiten angepasst, in der die jeweiligen Geschichten spielen, wirkt dabei aber weder verschnörkelt noch überholt. Stattdessen befindet man sich mit der jeweiligen Protagonisten des jeweiligen Zeitstrangs recht schnell verbunden.
Die Geschichte an für sich ist dann auch sehr spannend und geheimnisvoll und auch wenn man zunächst glaubt zu wissen, wohin die Geschichte führt, ist man dann doch immer wieder aufs neue überrascht. Hier gibt es doch so einige Familienintrigen und Geheimnisse, die herausgefunden werden wollen und die durchweg durch die drei unterschiedlichen Zeitstränge führen.
Wie gerade erwähnt haben wir es mit drei Frauen aus drei Generationen zu tun, bei denen man schnell den Verwandtheitsgrad erahnt, ob man dabei recht behält, erfährt man dann allerdings tatsächlich erst am Ende der Geschichte. So gibt es hier drei Zeitstränge, wobei der erste am Ende des 19. Jahrhunderts, der zweite in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts und der dritte zum Zeitpunkt des zweiten Weltkrieges spielt. In jedem einzelnen Strang gibt es eine andere Protagonistin, aus deren Perspektive der Leser das Geschehen verfolgt. Während man Kates Geschichte aus der Ich-Perspektive erlebt, erzählt ein Erzähler in der dritten Person von Olive und Lucy.
Alle drei Frauen sind ganz besondere Charaktere und jede Einzelne hat eine ganz eigene Geschichte, die doch mit den anderen Parallelen aufweist und trotzdem etwas eigenes erzählt. Die Frauen der Geschichte haben mir allesamt sehr gut gefallen. Sie passen in ihrer jeweiligen Zeiten perfekt hinein und doch ist jede von ihnen eine eigene Persönlichkeit. Sie sind lebendig und haben alle etwas wichtiges zu erzählen und letzten Endes gibt es auch noch eine kleine Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann.
Neben diesen Frauen gibt es durchaus noch weitere, interessante Charaktere, seien es die Männer an den Seiten der Frauen oder weitere Personen. Doch der Hauptaugenmerk liegt hier deutlich auf den Damen, die weiteren Charaktere bleiben hier recht blass, aber nicht völlig farblos, sondern einfach nur Nebenrollen.
Mein Fazit:
Ein Buch, bei dem ich in dieser Rezension sehr aufpassen musste, um nicht zu viel zu verraten. Dabei gibt es hier Spannung, Geheimnisse, Intrigen, aber auch ganz viel fürs Herz. Ein Buch, das perfekt für gemütliche und entspannende Lesestunden ist und dabei mit einem leichten und fesselnden Schreibstil überzeugt. Wer Familiengeschichten mit Herz und Drama mögen, der ist hier genau richtig. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 22.10.2017

Es geht weiter in Kingsbridge

Das Fundament der Ewigkeit
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Kingsbridge, England, wir schreiben das Jahr 1558, doch die Katholiken und die Protestanten des Landes befinden sich in einem Widerstreit. Es entsteht ein regelrechter Kampf zwischen den Religionen und ...

Kingsbridge, England, wir schreiben das Jahr 1558, doch die Katholiken und die Protestanten des Landes befinden sich in einem Widerstreit. Es entsteht ein regelrechter Kampf zwischen den Religionen und selbst Familien und Freunde sind zerstritten. In dieser Zeit leben Ned Willard und Margery Fitzgerald, die sich eigentlich sehr einander zugetan sind. Als Ned nach einem Jahr aus Calais zurückkehrt, muss er genau diesen Widerstreit erfahren, denn er gehört zu den Protestanten und Margery zu den Katholiken. Zunächst glauben beide, dass es doch noch dazu kommt, dass sie einander heiraten dürfen, doch Margerys Eltern haben dem ganzen schon einen Riegel vorgeschoben und Margery soll Bart Shiring, den Sohn des Grafen und Katholik, heiraten. Ned verlässt Kingsbridge und ist der späteren Königin Elizabeth Tudor als einer der ersten Geheimagenten zu Diensten, denn die protestantische Königin bringt ganz Europe gegen sich auf. Doch was ist mit Neds Liebe zu Margery? Ist diese für immer verloren?
Meine Meinung:
Ich muss ja zugeben, dass ich an diesem dicken Wälzer eine ganze Zeit lang gelesen habe, was aber auch wirklich mit an dem Umfang liegt und ich nicht, wie sonst, alles in einem Rutsch gelesen habe, sondern doch immer mal wieder pausieren musste. Das liegt hier allerdings nicht an dem Schreibstil Ken Folletts, denn der ist wirklich großartig. Er schafft es, hier mit passenden Bildern und Details die damalige Zeit einzufangen und auch sprachlich kann man spüren, in welcher Zeit man sich befindet. Trotzdem lässt sich das Buch angenehm lesen, da es nicht so sehr hochgestochen erscheint, sondern eigentlich recht modern.
Auch sonst ist es dem Autor wieder einmal sehr gut gelungen, seine fiktive Geschichte in das wirkliche Zeitgeschehen zu integrieren. Wobei es für mich hier doch so einige Momente gab, die Längen hatten, es ist zwar vieles sehr spannend und immer wieder war ich mitten in der Zeit gefangen, doch ich benötigte auch immer wieder Pausen, wenn es zu weiten Ausschweifungen kam.
Auch wenn Das Fundament der Ewigkeit wieder in Kingsbridge spielt, ist es keine direkte Fortsetzung, denn allein in der Zeit sind wir nun viel weiter als zuvor. Wir befinden uns kurz nach der Reformation und es herrscht eine sehr bedrohliche Stimmung, allein schon, weil sich die Protestanten gegen die Katholiken wenden und sich gegenseitig bekriegen, dabei spielen weder Familie noch Freundschaft eine Rolle.
Follett setzt auch in diesem Buch wieder sehr viele, verschiedene Handlungsstränge ein und gerade zu Beginn musste ich immer mal wieder schauen, wer gerade handelte. Wobei der Autor dem Leser durchaus genügend Zeit einräumt, seine Protagonisten kennenzulernen und einschätzen zu können. Wir können den Charakteren bei den Reisen zusehen und bekommen hier durchaus einen sehr guten Eindruck vom Geschehen der Zeit und das nicht nur in England.
Allerdings gibt Follett, wie so oft, hier seinen Lesern ein klares Bild, wer und was hier zu den Guten gehört und wer oder was hier Böse ist. Man befindet sich hier also in einer sehr festgefahrenen Schiene und bleibt ein Beobachter des Geschehens. Dieses ist, zu einem großen Teil jedoch, äußerst spannend zu verfolgen, es gibt Intrigen, Mord und noch vieles mehr. All das in das aktuelle Zeitgeschehen integriert, bilden hier Fiktion und Realität nahtlose Übergänge und genau diese Kunst beherrscht der Autor einfach perfekt.
Ned Willard ist hier einer der Protagonisten der Geschichte und mir äußerst sympathisch. Man verfolgt sein Leben und dieses wurde durchaus durchdacht und stimmig aufgebaut. Aber auch den weiteren Charakteren haucht er Leben ein und lässt die fiktiven Personen so mit den realen Persönlichkeiten agieren, dass man als Leser hier keine Zweifel hat.
Mein Fazit:
Wer Ken Folletts Bücher kennt und liebt, kommt auch an Das Fundament der Ewigkeit nicht drum herum. Es fordert durchaus Interessa an dem damaligen Geschehen in Europa und man muss auch damit rechnen, dass Follett den Leser in seine Richtung des Denkens lenkt, sprich Gut/Böse oder schwarz/weiß sind hier klar vorgegeben. Trotzdem sorgt das Buch für gute Unterhaltung und gerade seine Hauptfigur Ned ist eine tolle und gut ausgearbeitete Persönlichkeit. Es gab hier zwar auch die ein oder andere Länge, aber im Großen und Ganzen ist es wieder ein großes Werk des Autors, auf das es ich zu warten gelohnt hat.

Veröffentlicht am 22.02.2018

Auch der zwölfte Band war ein Highlight

Blutzeuge
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In ihrer Wohnung wird die Leiche der gerade einmal sechsundzwanzigjährigen Cassandra Coyle ausgerechnet von ihrem Vater gefunden, denn der jungen Frau wurden post mortem die Augäpfel entfernt und in die ...

In ihrer Wohnung wird die Leiche der gerade einmal sechsundzwanzigjährigen Cassandra Coyle ausgerechnet von ihrem Vater gefunden, denn der jungen Frau wurden post mortem die Augäpfel entfernt und in die offenen Hände gelegt. Doch ansonsten weißt sie keinerlei offensichtlichen Verletzungen auf. Maura Isles steht vor einem Rätsel und Jane Rizzoli vor dem Beginn eines turbulenten Falls. Kurze Zeit später wird nämlich eine weitere Leiche gefunden: ein junger Mann wird an Heilig Abend auf einem Pier gefunden, sein Oberkörper wurde von drei Pfeilen durchbohrt, doch diese waren nicht die Todesursache. Das es sich um den selben Täter handelt, ist den Ermittlern durchaus bewusst, doch wohin sie der Fall führt, damit hätten sie nicht gerechnet, denn der Fall nimmt seinen Ursprung bei etwas, das bereits vor Jahrzehnten begann.
Meine Meinung:
Mit Blutzeuge erscheint der bereits zwölfte Fall rund um Detective Jane Rizzoli und Gerichtsmedizinerin Maura Isles und da ich bisher alle ihre Fälle verfolgt habe, war es ein Gefühl, als würde ich guten, alten Freundinnen zuschauen.
Der Schreibstil ist, wie ich es auch von der Autorin Tess Gerritsen gewohnt bin, absolut fesselnd und einnehmend und auch in ihrem neuesten Buch konnte die Autorin mich vom ersten Augenblick an in die Geschichte ziehen. Genau das ist es auch, was mich hier immer wieder beeindrucken kann, denn auch wenn ich das Gefühl habe, nach Hause zu kommen, schafft Gerritsen doch immer wieder aufs Neue, mich zu fesseln mit ihrer Erzählung.
Der Fall ist wieder einmal etwas besonderes und auch wenn Gerritsen das ein oder andere blutigere Detail von sich gibt, wird es niemals ins extreme gerückt. Ja, ich konnte mir hier durchaus vorstellen, wie die Leichen oder die Tatorte aussahen und doch wird nicht alles bis ins kleinste Detail erörtert. Auch hier hat man als Leser jede Menge Gelegenheit, mitzurätseln und Theorien aufzustellen und genau das macht es auch wieder sehr spannend. Auch sonst war der Thriller kaum aus der Hand zu legen, denn Gerritsen schafft es einmal mehr, die Ermittlungen der beiden Protagonistinnen mit ihrem Privatleben zu vermischen. Die Ermittlungen bleiben auf einem vorstellbaren Level und natürlich gibt es immer wieder Überraschungen und Wendungen, mit denen man nicht rechnen konnte.
Zum großen Teil wird hier in der dritten Person erzählt, aber es gibt auch einen Bereich, der durch einen Ich-Erzähler wiedergegeben wird. Somit wechseln sich hier die Perspektiven wieder einmal zwischen Maura, Jane und dem geheimnisvollen Ich-Erzähler ab. Gerade diese letzte Perspektive lädt zum Rätseln ein und auch wenn man dadurch ein wenig mehr erfährt, als die Ermittler, bleibt es undurchschaubar.
Wer bisher noch keinen der vorausgegangenen Teile der Reihe kannte, dürfte hier vom reinen Fall her keine Verständnisprobleme haben, allerdings entwickeln sich die Protagonistin der Reihe natürlich beständig weiter und vieles wird als bekannt vorausgesetzt.
Detective Jane Rizzoli ist eine sehr lebhafte Person, aber ich habe hier durchaus auch das Gefühl, dass sie "ruhiger" geworden ist. Sie hat eine nachdenklichere Seite bekommen, was vielleicht mit an ihrer eigenen kleinen Familie liegt. Aber auch Maura Isles hat sich im Laufe der Jahre merkbar verändert, nicht nur die Beziehung zu dem Pfarrer Daniel, den sie trotz aller Versuche nie ganz vergessen kann, lassen sie nicht mehr so unterkühlt wirken, wie noch zu Beginn der Reihe. Alles in allem kommt sie mir offener vor, als früher und doch bleibt sie Menschen gegenüber auf Abstand.
Neben diesen Beiden trifft man auch hier wieder bekannte Gesichter wieder, doch diese agieren eher im Hintergrund und bekommen, zum großen Teil, nur wenig Raum. Familienfeste bei Familie Rizzoli sind aber auch in diesem Band wieder dabei und sie sind immer wieder lesenswert.
Mein Fazit:
Wer Fan der Reihe rund um Maura Isles und Jane Rizzoli ist, wird auch um deren zwölften Fall nicht drumherum kommen. Für mich ist es, wie schon erwähnt, doch ein Gefühl von Heimkehren und schauen, wie es meinen alten Bekannten geht. Der Fall ist spannend, teilweise sehr berührend, aber auch absolut erschreckend, denn die Auflösung ist doch wieder sehr überraschend. Wer Thriller mag und diese Reihe bisher nicht kannte, dem lege ich diese doch ans Herz, für Fans wieder ein must read.

Veröffentlicht am 22.02.2018

Die Welt dreht sich, weil dein Herz schlägt

Wie die Stille unter Wasser
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Nachdem die zehnjährige Maggie gemeinsam mit ihrem Vater in das Haus der neuen Lebensgefährtin zieht, scheint es, als hätten die beiden endlich eine Familie gefunden. Neben einer Mom erhält Maggie auch ...

Nachdem die zehnjährige Maggie gemeinsam mit ihrem Vater in das Haus der neuen Lebensgefährtin zieht, scheint es, als hätten die beiden endlich eine Familie gefunden. Neben einer Mom erhält Maggie auch noch zwei Geschwister und seitdem zieht sie immer fröhlich und tanzend durchs Leben. Der Nachbarsjunge und beste Freund ihres Bruders, Brooks, hat es ihr angetan und so beschließt Maggie Brooks zu heiraten, hinten im Wald, bei den verschlungenen Bäumen. Als es soweit ist, wartet Maggie auf ihn, doch Brooks kommt nicht, stattdessen wird Maggie Zeugin von etwas, das ihr Leben für immer verändern wird. Seitdem traut sie sich nicht mehr das Haus zu verlassen und auch ihre Stimme hat sie verloren.
Meine Meinung:
Seit ihrem Debüt "Verliebt in Mr Daniels" bin ich ein Fan von Brittainy C. Cherry und mit ihrem neuen Roman "Wie die Stille unter Wasser" konnte sie mich restlos überzeugen.
Das Cover passt hervorragend in die Romance Elements Reihe und der Inhalt war einfach nur wunderschön. Der Schreibstil der Autorin ist etwas ganz besonderes, denn sie schafft es mit ihren Worten nicht nur Bilder lebendig werden zu lassen, sondern auch Emotionen. Ich konnte vieles regelrecht am eigenen Leib nachempfinden und fühlte mich völlig von der Geschichte gefangen genommen. Zu Beginn der Geschichte habe ich permanent gelächelt, weil ich mich einfach nur wohl gefühlt habe, mit diesem bezaubernden Mädchen und ihrer durchweg positiven Ausstrahlung. Aber dadurch machte die Autorin mich umso betroffener, als sie mir die stark traumatisierte Maggie präsentierte. Sprachlich ist dieses Buch eins der besten, dass ich in diesem Bereich gelesen habe, denn hätte ich Seiten mit wundervollen Zitaten markiert, hätte es kaum eine gegeben, die nicht eine Markierung benötigt hätte.
Wer Geschichten mit viel Action und hohem Tempo mag, wird hier allerdings eher enttäuscht, denn das Buch beinhaltet eine leise Geschichte, die dafür umso gefühlvoller ist. Dabei ist hier nichts überzogen oder unglaubwürdig, denn ich könnte mir vorstellen, dass es so ähnlich durchaus eine Maggie gibt, die unter ähnlichem leidet, wie die Maggie in der Geschichte.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive, einmal aus der Sicht Maggies, einmal aus der Sicht Brooks. Dabei konnte ich mich sehr intensiv in die beiden Protagonisten versetzen. Ich muss zwar zugeben, dass es mir etwas schwer fiel, mich so richtig in Maggies Verhalten über so lange Zeit hineinzudenken, aber die Autorin wählt ihre Worte so gefühlvoll, dass es durchaus nachvollziehbar wurde.
Der Hauptaugenmerk dieser Geschichte liegt klar und deutlich in den Charakteren, die durchweg sehr überzeugend und lebendig gezeichnet wurden. Protagonistin Maggie macht hier gleich mehrere Wandel durch und wir dürfen sie über eine gewisse Zeitspanne ihres Lebens begleiten. Aus einem lebenslustigen, fröhlichen Kind wird eine traumatisierte junge Frau, die auf den ersten Blick in sich gekehrt wirkt, für die lebendige Schwester Cheryl ein Freak und für die Mutter ein Mensch, den man, komme was wolle, beschützen muss. Mittendrin steht Maggie, die keine Stimme ihr eigen nennt und doch gibt es einen, der sie hören kann, nämlich Brooks. Maggies gesamte Entwicklung nimmt gefangen und berührt unheimlich und sie wuchs mir schnell ans Herz. Auch ihre Liebe zu den Büchern konnte mich für sie einnehmen und näher bringen und letzten Endes hat mich Maggie gelernt, dass es durchaus in Ordnung ist, anders zu sein und trotzdem ist man genau so richtig, wie man ist.
Brooks ist einfach nur toll und sympathisch und ich mochte ihn vom ersten Moment an. Er gibt Maggie das, was sie braucht, drängt sie nie und lässt ihr Raum. Er ist unglaublich liebevoll, lustig und ein Mensch, mit dem Gewissen Gespür für andere.
Neben diesen Beiden spielen aber auch weitere Personen eine wichtige Rolle, Maggies gesamte Familie, die Freunde des Bruders, aber auch die nöglerisch wirkende Nachbarin. Sie alle machen die Geschichte noch lebendiger, dank ihrer vielen Facetten.
Mein Fazit:
Ein Buch, bei dem beinahe jede Seite ein Zitat beinhaltet, dass ausdrückt, was Leben wirklich bedeutet. Eine Geschichte mit vielen Facetten, mit vielen Emotionen und wunderbaren Charakteren, die mir alle ans Herz wuchsen. Brittainy C. Cherry hat es geschafft, mich mit ihrem Buch zu begeistern und zu fesseln und mit Worten Gefühle lebendig werden zu lassen. Wer Bücher aus dem New Adult Bereich mag, wird auch hier seine Freude finden, aber auch Leser der besonderen Geschichten mit vielen Emotionen sind hier genau richtig. Danke, liebe Brittainy für diese emotionale Reise!