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Veröffentlicht am 20.08.2019

Wenn das Wispern ertönt

Der Kinderflüsterer
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“Wenn die Tür halb offen steht, ein Flüstern zu dir rüberweht…” Mit diesen gruseligen Worten verblüfft der kleine Jake seinen Vater, kurz nachdem sie in das Gruselhaus in Featherbank eingezogen sind. Nicht ...

“Wenn die Tür halb offen steht, ein Flüstern zu dir rüberweht…” Mit diesen gruseligen Worten verblüfft der kleine Jake seinen Vater, kurz nachdem sie in das Gruselhaus in Featherbank eingezogen sind. Nicht allzu lange ist es her, dass Jake seine Mutter verlor und Tom, sein Vater, versucht alles, was in seiner Macht steht, damit es dem kleinen Jungen wieder besser geht. Featherbanks scheint ein beschauliches Dörfchen zu sein, doch vor kurzem verschwand hier ein kleiner Junge auf seinem Nachhauseweg. Das erschreckende an der Sache: bereits vor zwanzig Jahren verschwanden gleich mehrere Jungs auf die gleiche Art. Doch der damalige Täter sitzt in Haft. Ein Nachahmungstäter? Doch woher kennt er Details, die nie an die Öffentlichkeit gerieten. Ermittler Pete, der schon damals auf den ersten Fall angesetzt wurde, beginnt auch nun dem Geheimnis des Kinderflüsterers auf die Spur zu kommen.
Meine Meinung
Das Cover hat mich schon irgendwie neugierig gemacht und so bin ich eine Weile um das Buch herumgeschlichen, bei dem dann letzten Endes meines Neugier siegte.
Was mir gleich positiv aufgefallen ist, ist, dass dieser Roman nicht als Thriller betitelt wird, denn er ist definitiv ein Roman mit Spannungs- aber auch Gruselelementen. Alex North schafft es immer wieder, eine gewisse Gänsehautatmosphäre zu erzeugen. Dabei erzählt er leicht und eingänglich vom Geschehen in Featherbanks.
Die Handlung ist im großen und ganzen ruhig gehalten, denn hier stehen eher Elemente des Übernatürlichem im Vordergrund, was die Geschichte unheimlich werden lässt. Gerade durch die empfindsame Psyche des kleinen Jake, werden diese Momente vertieft. Mit wem spricht er da? Hat er, wie viele Kinder in seinem Alter, einen unsichtbaren Freund, bzw. in diesem Fall Freundin? Doch warum kann er sie so genau darstellen? Ich habe das Buch im Dunkeln gelesen und ich kann hier sagen, dass ich hier immer wieder einen Schauer über dem Rücken laufen hatte.
Erzählt wird das ganze aus wechselnden Perspektiven in recht kurz gehaltenen Kapiteln. Mal beobachtet man den alleinerziehenden Vater Tom, mal Jake, mal den Ermittler und hin und wieder auch den Täter. Dadurch bekommt der Leser einen guten Überblick über das Geschehen, kann aber auch ein wenig miträtseln.
Sehr gut dargestellt wurden die einzelnen Charaktere und wie sie mit ihren unterschiedlichen Situationen umgehen. Tom und Jake leiden beide unter dem Verlust der Ehefrau, bzw. Mutter. Gerade Tom hat so manch eine Schwierigkeit, mit dem sehr sensiblen Jungen umzugehen und einen Zugang zu ihm zu finden. Denn Jake lebt in seiner eigenen Welt und ihm fällt es alles andere als leicht, Freunde zu finden.
Tom selber ist teilweise sehr unbeholfen, wenn es darum geht, zu seinem Sohn zu finden. Er selbst hat scheinbar schlechte Erfahrungen in seiner Kindheit gemacht und projiziert das ganze immer Mal wieder in die Beziehung zu seinem eigenen Sohn. Doch so nach und nach findet er immer mehr in die Rolle des Vaters.
Eine weitere tiefere Rolle spielt der Polizist Pete, der schon vor zwanzig Jahren den Fall der verschwundenen Jungen bearbeitet hat. Einer von ihnen ist nie aufgetaucht und daran knabbert Pete auch heute noch. Einst hatte er Probleme mit Alkohol und auch heute noch kämpft er immer wieder gegen seine eigenen Dämonen.
Somit fand ich alles in allem die Darstellung der Charaktere sehr gelungen. Einziges Manko waren die vielen Zufälle, die die Lösung ein wenig zu leicht machten, doch eine Verfilmung zu diesem Buch kann ich mir sehr gut vorstellen.
Mein Fazit
Ein gut gelungenes Debüt, das mich vor allem mit seinen schaurigen Momenten packen und fesseln konnte. Auch die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere fand ich sehr gut gelungen, vor allem was die drei Hauptcharaktere angeht. Wer actionreiche und blutige Thriller mag, wird hier wohl eher enttäuscht, wer aber Bücher mit den gewissen Gruselmomenten und der dementsprechenden Atmosphäre mag, ist hier genau richtig. Ich bin schon jetzt gespannt auf weitere Bücher des Autors.

Veröffentlicht am 20.08.2019

Was geschah im Ferienlager?

Schwarzer See
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Fünfzehn Jahre sind vergangen seit die Malerin Emma ihre Sommerferien im Camp Nightingale am Lake Midnight verbrachte. Allerdings endeten diese Ferien damals für alle Campbewohnerinnen schneller und plötzlicher ...

Fünfzehn Jahre sind vergangen seit die Malerin Emma ihre Sommerferien im Camp Nightingale am Lake Midnight verbrachte. Allerdings endeten diese Ferien damals für alle Campbewohnerinnen schneller und plötzlicher als erwartet, denn in einer Nacht verschwanden drei Mädchen spurlos und bis heute hat sich daran nichts geändert. Ausgerechnet Emma war es, die ihre Hütte mit den Mädchen teilte und bis heute fällt es ihr mehr als schwer, diesen Vorfall zu vergessen. Dann erhält Emma unerwartet eine Einladung von Franny, der Besitzerin des Feriencamps. Camp Nightingale öffnet wieder seine Tore und Emma ist als Betreuerin eingeladen. Auf der Suche nach Antworten begibt sie sich wieder ins Camp, doch wird sie finden, was sie sich erhofft?
Meine Meinung
Das düstere Cover mit dem Steg und dem Schatten der drei verschwundenen Mädchen fand ich schon äußerst atmosphärisch und da mir schon der erste Thriller aus der Feder des Autors gut gefallen hat, war ich gespannt auf das neue Buch.
Schon der direkte Einstieg, in dem der Leser indirekt vom Erzähler angesprochen wird, machte den Thriller sehr geheimnisvoll. Danach geht es weiter in der Ich-Form aus der Sicht der Protagonistin Emma. Im Wechsel zwischen den Zeiten zum Zeitpunkt des Verschwindens der Mädchen und zur Gegenwart beginnt der Autor so langsam eine Geschichte zu erzählen, die voller Geheinmisse zu sein scheint. Immer wenn ich dachte, eine Ahnung zu haben, was wirklich passiert ist, nahm die Geschichte eine neue Wendung und immer wieder gelang es dem Autor, mich zu überraschen. Puzzlestück für Puzzlestück setzt sich dann die Geschichte zusammen.
Neben dem wirklich flüssig und leicht zu lesendem Schreibstil, konnte mich Sager auch mit seiner mysteriösen und zeitweise auch unheimlichen Stimmung einfangen. Allein die Vorstellung der Hütten an diesem einsamen See und das Geheimnis, das sich rund um diesen dreht, sorgten dafür, dass ich immer weiter wissen wollte, was wirklich passiert ist. Dabei bleibt die Geschichte eher auf einem ruhigen Level, die Action bleibt im Hintergrund, jedoch habe ich diese hier überhaupt nicht vermisst.
Das Setting fand ich hier richtig gut gelungen und der Autor beschreibt das ganze mit dem gewissen Maß an Details, so dass die Vorstellung lebendig wird und den Raum für eigene Fantasien. Auch hier bleibt alles düster und geheimnisvoll.
Protagonistin Emma fand ich sehr gut dargestellt und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Allein ihre Art des Verarbeitens des damaligen Geschehens, das Malen der Bilder von den verschwundenen Mädchen, fand ich gelungen. Aber ansonsten bleibt auch Emma über weite Strecken immer wieder geheimnisvoll.
Doch nicht nur Emma gibt immer wieder Grund zum Rätseln, auch alle anderen Charaktere haben etwas, was sie nicht leicht durchschaubar macht. Seien es ehemalige Mädchen aus dem Camp, die nun, genau wie Emma, als Betreuerinnen zurückkehren, die Söhne der Besitzerin oder diese selbst, jeder Einzelne scheint etwas zu verbergen zu haben. Selbst die verschwundenen Mädchen, allen voran Vivian, geben Rätsel auf. Hier ist nichts so, wie es scheint und wem man wirklich sein Vertrauen schenken kann, bleibt bis zum Ende undurchschaubar.
Mein Fazit
Wer es geheimnisvoll und atmosphärisch mag, wird dieses Buch hier mögen, denn Riley Sager versteht es ausserordentlich gut, eine Gänsehaut zu bereiten. Durch wechselnden Zeiten wird nach und nach das Geheimnis aufgedeckt, doch ob wirklich alles so ist, wie es im ersten Moment erscheint? Das müsst ihr selber herausfinden, denn dazu verrate ich an dieser Stelle nichts. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich konnte es erst aus der Hand legen, nachdem die letzte Seite beendet war.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Gewöhnungsbedürftig

Das Haus am Ende der Welt
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Ferien, da heißt es auch für die kleine Familie Andrew, Eric und ihre fast achtjährige Adoptivtochter Wen, endlich ausspannen und Urlaub machen. Doch schon als die kleine Wen beim Spielen von einem Fremden ...

Ferien, da heißt es auch für die kleine Familie Andrew, Eric und ihre fast achtjährige Adoptivtochter Wen, endlich ausspannen und Urlaub machen. Doch schon als die kleine Wen beim Spielen von einem Fremden angesprochen wird, wird das Geschehen unheimlich. Der Mann scheint sehr nett und zuvorkommend zu sein und beschäftigt sich mit dem kleinen Mädchen. Doch dann kommen noch drei weitere Fremde hinzu und diese tragen Waffen und möchten Wens Väter sprechen. Sie schwören, nichts böses im Sinn zu haben, doch kann man ihnen das wirklich glauben?
Meine Meinung
Das Cover ist gruselig, der Klappentext macht unheimlich neugierig und selbst der Titel zog mich hier magisch an. Dieses Buch landete sofort auf meiner Wunschliste, als ich es entdeckt hatte.
Doch schon beim Einstieg fiel es mir recht schwer, am Ball zu bleiben, denn durch die vom Autor gewählten Perspektive des knapp achtjährigen Mädchens klingt alles nach Friede, Freude; Eierkuchen. Auf der einen Seite fand ich diesen Kniff des Autors unheimlich gelungen, denn es wiegelt den Leser durchaus in Sicherheit, doch leider bleibt dieser Stil dem Buch auch während der folgenden Seiten und das brachte mich immer wieder raus aus der Geschichte.
Wie eben erwähnt beginnt das Buch harmlos, doch schon schnell merkt man, dass es da ganz schön crazy wird. Das alles in diesem Stil gehalten, weckt schon unterschwelliges Grauen und doch war es einfach in der Art nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Es hat hier auf jeden Fall eine ganze Zeit gedauert, bis ich wirklich warm wurde mit dem Inhalt. Dabei gefiel mir diese Mischung aus Thrill und Endzeit durchaus. Wie ihr hier also merkt, bin ich ganz schön hin- und hergerissen. Wer allerdings gerne ganz viel Raum für eigene Interpretationen hat und sich mit dem Schreibstil anfreunden kann, erhält ein Buch abseits vom Mainstream. Definitiv ist “Das Haus am Ende der Welt” einfach mal etwas anderes, auf das man sich allerdings einlassen muss.
Was ich hier noch positiv betonen möchte, ist, dass der Autor eine, selbst für heutige Zeiten, besondere Familie wählt. Zwei Väter und ein adoptiertes Mädchen fand ich hier absolut überzeugend, denn er stellt es als genau das hin, was es ist: völlig normal!
Die Handlung selber spielt nur in der Hütte, was das Geschehen hier durchaus einschränkt. Doch dadurch wird auch ein wenig dieses Grauen der Familie hervorgeholt und nachvollziehbar.
Die Charaktere der Geschichte sind glaubhaft gezeichnet und dadurch, dass der Autor seinen Charakteren in gewissem Rahmen eigenen Raum zuteilt, bekommen sie den nötigen Tiefgang.
Mein Fazit
Wäre diese Geschichte nicht so furchtbar langatmig geschrieben, der Schreibstil nicht in diesem eher kindlichem Ton, hätte mir dieses Buch wohl wesentlich besser gefallen. Der subtile Horror war hier durchaus gegeben und die Charaktere fand ich im nötigen Maße gut gezeichnet, so dass ich hier durchaus mitfühlen konnte. Doch so richtig warm wurde ich einfach nicht, da ich durch den anstrengend Stil immer wieder mit den Gedanken abschweifte. Wer Bücher abseits vom Mainstream mag, sollte hier einfach mal reinschnuppern, denn der Stil ist gewöhnungsbedürftig.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Solider Thriller

Kenne deine Feinde
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Als der achtzehnjährige Jeremy bei einer Party sturzbetrunken mit dem Porsche eines Bekannten eine Mitschülerin überfährt, ist das Entsetzen in der Kleinstadt Promise Falls groß. Über das Internet erhält ...

Als der achtzehnjährige Jeremy bei einer Party sturzbetrunken mit dem Porsche eines Bekannten eine Mitschülerin überfährt, ist das Entsetzen in der Kleinstadt Promise Falls groß. Über das Internet erhält der Junge schwere Drohungen, die man zunächst noch leicht genommen hat. Doch als dann den Drohungen in den Netzwerken Taten folgen, beschließen seine Großtante und seine Mutter, Jeremy unter den Schutz des Privat-ermittlers Cal Weaver zu stellen. Dieser ist zunächst nicht davon überzeugt, doch schon bald merkt auch Cal, dass die Drohungen ernst zu nehmen sind.
Meine Meinung
Höre ich den Namen Linwood Barclay, muss ich immer wieder an das erste Buch aus seiner Feder denke, das ich damals gelesen habe: Ohne ein Wort. Dieses Buch kreiste über mehrere Monate durch meinen Freundeskreis und sogar bei den Eltern der Freunde. Deshalb sind seine Bücher bis heute ein absolutes Muss bei mir.
Mit “Kenne deine Feinde” erschien der vierte Fall der Promise Falls Reihe aus der Feder des Autors. Hier fiel mir aber der Einstieg nicht allzu leicht, denn der Beginn zog sich für meinen Geschmack zu sehr. Trotzdem ist es der wirklich großartige Schreibstil des Autors, der mich in die Geschichte zieht und so nach und nach wurde es dann auch immer spannender. Also ein recht klassischer Aufbau des Plots, mit kleinerer Vorstellung des Geschehens zu Beginn bis es dann immer spannender und interessanter wurde und zum Schluss es zum Showdown kam.
Der Inhalt wird wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wobei die Haupterzählstränge aus der Sicht des Privatermittlers Cal Weaver und des Polizisten Barry Duckworth erzählt werden. Immer Mal wieder werden auch kleinere Zwischenspiele eingeblendet, die mich durchaus in die Irre führen konnten. Irgendwann hatte der Autor mich dann auch endlich soweit, dass ich hier mit spekulieren konnte, was wirklich hinter den merkwürdigen Ereignisse steckt. Denn zu Beginn scheint es noch, als hätten die beiden Haupthandlungsstränge nur wenig miteinander zu tun. Doch geschickt beginnt der Autor die losen Fäden zu verknüpfen, bis es zum Ende ein logisches Gesamtbild ergibt.
Mit den Erzählsträngen wechseln auch die Erzähler, denn während Cal aus Ich-Form erzählt, berichtet ein dritte Person Erzähler von den Ereignissen Barrys.
Trotz dieser unterschiedlichen Formen hatte ich das Gefühl, doch beide Ermittler mittlerweile ganz gut zu kennen. Ich finde beide äußerst sympathisch und beide haben auf ihre Art ein ganz eigenes Gespür für ihre Fälle. Mit diesen Ermittlern, aber auch mit den Nebenfiguren, hat es Linwood Barclay geschafft, lebendige Charaktere zu zeichnen, deren Geschichten man einfach gerne mitverfolgt.
Mein Fazit
Für mich gehört Linwood Barclay auf jeden Fall mit zu den Autoren, die ich einfach gerne lese und von denen ich alle Bücher im Regal stehen habe. Der vierte Band seiner Promise Falls Reihe kann man auch bedenkenlos lesen, ohne die Vorgänger zu kennen, denn rein inhaltlich bleibt es gut verständlich. Auch das Private der Ermittler bleibt hier recht nebensächlich. Zugegeben, hier hat es etwas gedauert, bis die Spannung aufkam, aber letzendlich habe ich das Buch dann doch noch verschlungen.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Interessant, aber auch ausschweifend

Das Geständnis der Frannie Langton
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London im Jahre 1826, die aus Jamaica stammende Frannie Langton wird angeklagt, ihren Dienstherren und dessen Gattin getötet zu haben. Das besondere an Frannie: sie ist eine ehemalige Sklavin und eine ...

London im Jahre 1826, die aus Jamaica stammende Frannie Langton wird angeklagt, ihren Dienstherren und dessen Gattin getötet zu haben. Das besondere an Frannie: sie ist eine ehemalige Sklavin und eine Mulattin, was in London zu dieser Zeit eine wahre Seltenheit ist. Vor Gericht wird Frannie dazu gedrängt, die Morde zu gestehen, doch Frannie, die überaus intelligent und gebildet ist, erzählt eine ganz andere Geschichte. Eine Geschichte, die sich völlig von denen unterscheidet, die die angeblichen Zeugen vor Gericht wiedergeben.
Meine Meinung
Bei diesem Buch machte mich vor allem der spannende Klappentext auf die Geschichte neugierig. Der Beginn ließ mich auch auf eine äußerst ungewöhnliche Geschichte hoffen, doch insgesamt gestaltete sich diese als eher langatmig und ich habe immer Mal wieder Pausen benötigt und das Buch zur Seite gelegt. Der Schreibstil ist eher trocken und nüchtern, auch wenn der Inhalt mich doch immer wieder berühren konnte, wurde die Geschichte für mich zu zäh.
Erzählt wird das Geschehen in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Protagonistin Frannie Langton. In einer Art Tagebuch erzählt sie in Rückblenden von dem, was sich wirklich ereignet hat. Dabei ist die Geschichte, die Frannie erzählt, durchaus interessant und teilweise sehr bewegend und berührend. Wie ihr hier schon merkt, bin ich absolut hin und her gerissen, denn es gab Momente, die mich nicht losließen und Momente, bei denen ich mich ertappte, in Gedanken vom Buch abzuschweifen. Auf alle Fälle ist das Buch keine Geschichte für zwischendurch, die sich mal eben nebenbei lesen lässt, da sie doch viel Aufmerksamkeit benötigt. Ein für mich sehr spannender Aspekt waren hier die gelegentlich eingestreuten Auszüge aus den Gerichtsprotokollen, die sehr gut die damalige, und wohl leider auch teilweise immer noch existierenden, gesellschaftlichen Vorurteile wiederspiegeln.
Die Geschichte ist zwar eine rein fiktive Geschichte, doch die Autorin hat hier durchaus gute Hintergrundrecherche geleistet und stellt auch immer wieder den Bezug zu historisch realen Ereignissen her.
Frannie ist kein einfacher Charakter und sie ist in der damaligen Zeit etwas besonderes. Zwar liegt diesem Besonderen die Tatsache zu Grunde, dass man an ihr Forschungen betrieben hat, doch Frannie ist äußerst gebildet und das spürt man auch in ihrer Erzählung und in ihren Darstellungen. Mit ihrer Bildung und ihrer Andersartigkeit weckt Frannie so einiges an Misstrauen bei den Menschen in ihrer Umgebung.
Mein Fazit
Ein Buch, das mich absolut zwiegespalten zurücklässt, denn der Inhalt ist so unglaublich wichtig und hallt noch länger nach. Doch mir fiel es unheimlich schwer, mich mit der Protagonistin wirklich anzufreunden. Auch der Schreibstil, der die Geschichte zwischenzeitlich sehr zäh werden ließ, macht mir die Bewertung nicht leicht. Alles in allem jedoch lässt mich Sara Collins nachdenklich zurück.