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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2017

Bezaubernd

Luna
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Schon vor ihrer Geburt wurde der Kronprinzessin des Ardenreiches, Analina, großes vorhergesagt. Laut der Prophezeiung ist sie es, die das Reich eines Tages retten soll, denn dem Reich droht die Gefahr ...

Schon vor ihrer Geburt wurde der Kronprinzessin des Ardenreiches, Analina, großes vorhergesagt. Laut der Prophezeiung ist sie es, die das Reich eines Tages retten soll, denn dem Reich droht die Gefahr durch die dunkle Magierin Gwenda. Kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag erhält Anlina einen Brief der Akademie des Meeres. Dort soll sie sich einfinden, um zu erlernen, wie sie ihr Land mit ihren magischen Kräften gegen die dunklen Kräfte verteidigen kann. Doch eine Reise zu Pferd scheint zu gefährlich, auch Drachen würden die Feinde zu schnell aufmerksam machen. Also muss Analina gemeinsam mit einigen Gefährten ihre Reise zu Fuß antreten. Doch der Weg bis zur Schule ist voller Gefahren und Abenteuer und die Gefährten müssen einmal mehr zusammenhalten.
Meine Meinung:
Dieses Cover ist so bildhübsch, dass es bereits beim ersten Blick meine Aufmerksamkeit erhielt und auch meine Tochter war vom ersten Blick auf das Buch begeistert. Sie hat auch ganz ungedulsig gewartet, bis ich es endlich gelesen hatte, um es schnellstmöglich ihr eigen zu nennen.
Auch der Einstieg in dieses Fantasyabenteuer gelingt sehr gut, denn die Geschichte ist vom ersten Moment an sehr einnehmend geschrieben. Der Leser erhält einen kurzen Einblick auf die bereits im Klappentext erwähnte Prophezeiung und ist somit gleich mitten im Geschehen.
Die Geschichte ist sehr anschaulich beschrieben, denn die Autorin Anne Buchberger schafft es sehr gut, sowohl bildlich als auch sehr verständlich von den Begebenheiten zu erzählen. Somit ist diese magische Geschichte perfekt für den jüngeren Leser, aber auch richtig spannend für Erwachsene geschrieben. Man wird hier schnell mitgezogen und möchte immer mehr wissen, da es eine sehr abenteuerliche Reise ist, bei der man förmlich die Magie spüren kann.
Die Welt, die Anne Buchberger hier erschaffen hat, ist zum einen gut vorstellbar, zum anderen durchweg magisch. Man spürt beim Lesen die Atmosphäre, ist aber gleichzeitig mitten im Abenteuer und somit wird es hier auch zu keiner Zeit langweilig. Man wird gemeinsam mit den Gefährten mit Gefahren konfrontiert und muss so einige Kämpfe, innerlich wie äußerlich, durchstehen. Aber der Zusammenhalt der Gefährten wird hier zu einem sehr wichtigen Inhalt, die Beziehung zwischen diesen sehr unterschiedlichen Personen und wie sie miteinander umgehen, wird hier sehr gut umgesetzt. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, die ebenfalls die Spannung hoch halten und zu fesseln wissen.
Ein Erzähler in dritter Person führt den Leser durch das Abenteuer und lässt diesen dabei zuschauen, was rund um die Personen geschieht. Hier hätte es gerne mal ein wenig in die Tiefe gehen können, aber ich denke, da sollte man dann wiederum das Lesealter mit berücksichtigen. Man erlebt also die gesamte Gefühls- und Gedankenwelt hier nicht aus erster Hand und doch spürt man eine gewisse Verbundenheit mit den Charakteren. Dazu dienen hier auch sehr gut die wechselnden Perspektiven, die uns unterschiedliche Personen und deren Ansichten verdeutlichen.
Die Charaktere sind es, die hier die Geschichte zu etwas besonderem machen. Anne Buchberger legt hier sehr viel Wert auf Freundschaft und Zusammenhalt und genau dieser Aspekt wird deutlich. Doch es gibt hier auch durchaus Konflikte, gerade zwischen Analina und ihrer Mutter Lynda, die die Geschichte, auch wenn es eine Fantasywelt mit magischen Figuren ist, sehr lebendig macht. Unbedingt erwähnenswert sind hier die tollen Fantasygeschöpfe, die es so oft in der Welt der Erwachsenenfantasy gibt, wie z. B. die Drachen, die hier noch einmal das gewissen Etwas dazugeben.
Mein Fazit:
Eine sehr schöne, lebendige und magische Geschichte, die nicht nur junge LeserInnen begeistern wird. Sehr anschaulich ge- und beschrieben und dadurch durchaus auch ein wenig anspruchsvoller, aber auch mit sehr viel Abenteuer und etwas ganz wichtigem: nämlich die Bedeutung der Freundschaft. Mit Luna, im Zeichen des Mondes erschien der erste Band einer Fantasytrilogie, auf dessen Fortsetzung ich durchaus gespannt bin. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.11.2017

Geht ans Herz

Das saphirblaue Zimmer
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Einst war das riesige Gebäude in Manhattan eine Luxuvilla, die einer reichen Unternehmerfamilie gehörte. Doch im Jahr 1944 dient die Villa als Krankenhaus und viele Männer, die ihrem Land im Krieg gedient ...

Einst war das riesige Gebäude in Manhattan eine Luxuvilla, die einer reichen Unternehmerfamilie gehörte. Doch im Jahr 1944 dient die Villa als Krankenhaus und viele Männer, die ihrem Land im Krieg gedient haben, werden hier behandelt. Als der junge Cooper Ravenel mit einer schweren Verletzung am Bein eingeliefert wird, ist sich die Ärztin Kate Schuyler nicht sicher, ob sie es retten kann, aber nur ein Blick in die Augen des jungen Soldaten genügt, um sie alles versuchen zu lassen. Schnell wird Beiden klar, dass sie eine gegenseitige, beinahe schon unwiderstehliche Anziehungskraft verspüren. Als Kate dann ein Amulett bei Cooper findet, auf dem eine junge Frau abgebildet ist, die ihr zum verwechseln ähnlich sieht, ahnen sie, dass der Ursprung ihrer Gefühle in der Vergangenheit zu finden ist.
Meine Meinung:
Zeitenübergreifende Familiensagen finde ich immer sehr spannend und hier lockte auch gleich wieder ein wunderschönes Cover, dessen Farbtöne einfach unheimlich harmonisch wirken. Auch der Einstieg in das Buch fällt hier sehr leicht, denn auch wenn es hier gleich drei Autorinnen gibt, hat man rein vom Schreibstil her nicht den Eindruck, dass es durcheinander wirkt. Ganz im Gegenteil, die drei Damen harmonieren vom Stil her einfach perfekt miteinander und man wird förmlich in die Geschichte gezogen. Sprachlich ist es zwar ein wenig den Zeiten angepasst, in der die jeweiligen Geschichten spielen, wirkt dabei aber weder verschnörkelt noch überholt. Stattdessen befindet man sich mit der jeweiligen Protagonisten des jeweiligen Zeitstrangs recht schnell verbunden.
Die Geschichte an für sich ist dann auch sehr spannend und geheimnisvoll und auch wenn man zunächst glaubt zu wissen, wohin die Geschichte führt, ist man dann doch immer wieder aufs neue überrascht. Hier gibt es doch so einige Familienintrigen und Geheimnisse, die herausgefunden werden wollen und die durchweg durch die drei unterschiedlichen Zeitstränge führen.
Wie gerade erwähnt haben wir es mit drei Frauen aus drei Generationen zu tun, bei denen man schnell den Verwandtheitsgrad erahnt, ob man dabei recht behält, erfährt man dann allerdings tatsächlich erst am Ende der Geschichte. So gibt es hier drei Zeitstränge, wobei der erste am Ende des 19. Jahrhunderts, der zweite in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts und der dritte zum Zeitpunkt des zweiten Weltkrieges spielt. In jedem einzelnen Strang gibt es eine andere Protagonistin, aus deren Perspektive der Leser das Geschehen verfolgt. Während man Kates Geschichte aus der Ich-Perspektive erlebt, erzählt ein Erzähler in der dritten Person von Olive und Lucy.
Alle drei Frauen sind ganz besondere Charaktere und jede Einzelne hat eine ganz eigene Geschichte, die doch mit den anderen Parallelen aufweist und trotzdem etwas eigenes erzählt. Die Frauen der Geschichte haben mir allesamt sehr gut gefallen. Sie passen in ihrer jeweiligen Zeiten perfekt hinein und doch ist jede von ihnen eine eigene Persönlichkeit. Sie sind lebendig und haben alle etwas wichtiges zu erzählen und letzten Endes gibt es auch noch eine kleine Moral, die man aus dieser Geschichte ziehen kann.
Neben diesen Frauen gibt es durchaus noch weitere, interessante Charaktere, seien es die Männer an den Seiten der Frauen oder weitere Personen. Doch der Hauptaugenmerk liegt hier deutlich auf den Damen, die weiteren Charaktere bleiben hier recht blass, aber nicht völlig farblos, sondern einfach nur Nebenrollen.
Mein Fazit:
Ein Buch, bei dem ich in dieser Rezension sehr aufpassen musste, um nicht zu viel zu verraten. Dabei gibt es hier Spannung, Geheimnisse, Intrigen, aber auch ganz viel fürs Herz. Ein Buch, das perfekt für gemütliche und entspannende Lesestunden ist und dabei mit einem leichten und fesselnden Schreibstil überzeugt. Wer Familiengeschichten mit Herz und Drama mögen, der ist hier genau richtig. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 22.10.2017

Es geht weiter in Kingsbridge

Das Fundament der Ewigkeit
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Kingsbridge, England, wir schreiben das Jahr 1558, doch die Katholiken und die Protestanten des Landes befinden sich in einem Widerstreit. Es entsteht ein regelrechter Kampf zwischen den Religionen und ...

Kingsbridge, England, wir schreiben das Jahr 1558, doch die Katholiken und die Protestanten des Landes befinden sich in einem Widerstreit. Es entsteht ein regelrechter Kampf zwischen den Religionen und selbst Familien und Freunde sind zerstritten. In dieser Zeit leben Ned Willard und Margery Fitzgerald, die sich eigentlich sehr einander zugetan sind. Als Ned nach einem Jahr aus Calais zurückkehrt, muss er genau diesen Widerstreit erfahren, denn er gehört zu den Protestanten und Margery zu den Katholiken. Zunächst glauben beide, dass es doch noch dazu kommt, dass sie einander heiraten dürfen, doch Margerys Eltern haben dem ganzen schon einen Riegel vorgeschoben und Margery soll Bart Shiring, den Sohn des Grafen und Katholik, heiraten. Ned verlässt Kingsbridge und ist der späteren Königin Elizabeth Tudor als einer der ersten Geheimagenten zu Diensten, denn die protestantische Königin bringt ganz Europe gegen sich auf. Doch was ist mit Neds Liebe zu Margery? Ist diese für immer verloren?
Meine Meinung:
Ich muss ja zugeben, dass ich an diesem dicken Wälzer eine ganze Zeit lang gelesen habe, was aber auch wirklich mit an dem Umfang liegt und ich nicht, wie sonst, alles in einem Rutsch gelesen habe, sondern doch immer mal wieder pausieren musste. Das liegt hier allerdings nicht an dem Schreibstil Ken Folletts, denn der ist wirklich großartig. Er schafft es, hier mit passenden Bildern und Details die damalige Zeit einzufangen und auch sprachlich kann man spüren, in welcher Zeit man sich befindet. Trotzdem lässt sich das Buch angenehm lesen, da es nicht so sehr hochgestochen erscheint, sondern eigentlich recht modern.
Auch sonst ist es dem Autor wieder einmal sehr gut gelungen, seine fiktive Geschichte in das wirkliche Zeitgeschehen zu integrieren. Wobei es für mich hier doch so einige Momente gab, die Längen hatten, es ist zwar vieles sehr spannend und immer wieder war ich mitten in der Zeit gefangen, doch ich benötigte auch immer wieder Pausen, wenn es zu weiten Ausschweifungen kam.
Auch wenn Das Fundament der Ewigkeit wieder in Kingsbridge spielt, ist es keine direkte Fortsetzung, denn allein in der Zeit sind wir nun viel weiter als zuvor. Wir befinden uns kurz nach der Reformation und es herrscht eine sehr bedrohliche Stimmung, allein schon, weil sich die Protestanten gegen die Katholiken wenden und sich gegenseitig bekriegen, dabei spielen weder Familie noch Freundschaft eine Rolle.
Follett setzt auch in diesem Buch wieder sehr viele, verschiedene Handlungsstränge ein und gerade zu Beginn musste ich immer mal wieder schauen, wer gerade handelte. Wobei der Autor dem Leser durchaus genügend Zeit einräumt, seine Protagonisten kennenzulernen und einschätzen zu können. Wir können den Charakteren bei den Reisen zusehen und bekommen hier durchaus einen sehr guten Eindruck vom Geschehen der Zeit und das nicht nur in England.
Allerdings gibt Follett, wie so oft, hier seinen Lesern ein klares Bild, wer und was hier zu den Guten gehört und wer oder was hier Böse ist. Man befindet sich hier also in einer sehr festgefahrenen Schiene und bleibt ein Beobachter des Geschehens. Dieses ist, zu einem großen Teil jedoch, äußerst spannend zu verfolgen, es gibt Intrigen, Mord und noch vieles mehr. All das in das aktuelle Zeitgeschehen integriert, bilden hier Fiktion und Realität nahtlose Übergänge und genau diese Kunst beherrscht der Autor einfach perfekt.
Ned Willard ist hier einer der Protagonisten der Geschichte und mir äußerst sympathisch. Man verfolgt sein Leben und dieses wurde durchaus durchdacht und stimmig aufgebaut. Aber auch den weiteren Charakteren haucht er Leben ein und lässt die fiktiven Personen so mit den realen Persönlichkeiten agieren, dass man als Leser hier keine Zweifel hat.
Mein Fazit:
Wer Ken Folletts Bücher kennt und liebt, kommt auch an Das Fundament der Ewigkeit nicht drum herum. Es fordert durchaus Interessa an dem damaligen Geschehen in Europa und man muss auch damit rechnen, dass Follett den Leser in seine Richtung des Denkens lenkt, sprich Gut/Böse oder schwarz/weiß sind hier klar vorgegeben. Trotzdem sorgt das Buch für gute Unterhaltung und gerade seine Hauptfigur Ned ist eine tolle und gut ausgearbeitete Persönlichkeit. Es gab hier zwar auch die ein oder andere Länge, aber im Großen und Ganzen ist es wieder ein großes Werk des Autors, auf das es ich zu warten gelohnt hat.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Tolle Geschichte

Die Zeitwächterin
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Die achtzehnjährige Thekla ist anders als viele ihrer Altersgenossen, denn sie liebt es in antiquarischen Büchern zu stöbern. Als sie mit ihrem Freund Ivo und ihrer kleinen Schwester Nele ein Museum in ...

Die achtzehnjährige Thekla ist anders als viele ihrer Altersgenossen, denn sie liebt es in antiquarischen Büchern zu stöbern. Als sie mit ihrem Freund Ivo und ihrer kleinen Schwester Nele ein Museum in der Gegend besucht, geschieht etwas Unglaubliches, denn plötzlich steht die Zeit still. Allerdings bemerkt nur Thekla dies und stösst bei den Menschen, die sie davon erzählt auf Unglaube. Erst als ihr neuer Chef, der Antiquar Matteo ihr glaubt und ihr etwas aus seinem eigenen Leben anvertraut, beginnt Thekla ebenfalls an ihrer ungewöhnlichen Gabe zu glauben. Gemeinsam mit Matteo beginnt sie durch die Zeit zu reisen, doch dabei stösst sie auf einen Gegner, von dem sie zunächst nur die Stimme hört. Dann beginnt sich alles um sie herum zu verändern und Thekla steht vor einer schwer wiegenden Entscheidung.
Meine Meinung
Das Cover allein ist schon ein absolutes Highlight und hat mir von der Gestaltung her unheimlich gut gefallen, ein wahres Eyecandy, absolut großartig.
Auch der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, denn man befindet sich umgehend mitten im Geschehen und begleitet die Protagonistin auf ihren Abenteuern. Sehr gut gefällt mir der sehr leichte und gut verständliche Schreibstil der Autorin Lilith Korn, bei dem man kaum merkt, wie die Seiten beim Lesen verfliegen. Er ist modern und mitreißend und detailliert in den Beschreibungen, ohne zu ausschweifend zu werden.
Die Geschichte selber fand ich sehr gut umgesetzt. Es beginnt ruhig und ein wenig geheimnisvoll, da man noch keine wirklich greifbare Ahnung hat, wohin es führen wird, steigert sich aber immer mehr, bis es so spannend wird, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die letzten 100 Seiten habe ich förmlich inhaliert. Vieles an der Handlung wirkt absolut durchdacht und auch glaubhaft und selbst für die Zeitreisen findet die Autorin eine glaubwürdige Erklärung. Ich hätte hier tatsächlich noch sehr gerne mehr Zeitreisen gemeinsam mit der Protagonistin erlebt, denn Lilith Korn schafft es, die Bilder lebendig werden zu lassen. Aber auch die tatsächlichen Hintergründe zu Theklas Gabe dürften für meinen Geschmack noch mehr ausgebaut werden. Man erfährt hier zwar schon einiges, aber ich denke, es wäre auch noch Raum für mehr über. Das ist jetzt aber auch nicht negativ gemeint, sondern ich hätte hier einfach noch mehr lesen wollen, da es mir richtig gut gefallen hat.
Erzählt wird die Geschichte von Thekla, der Protagonistin, durch deren Augen man alles miterlebt und die man dadurch doch sehr gut kennenlernen kann.
Thekla machte auf mich einen sehr bodenständigen Eindruck, sie ist weder die Schwerter schwingende Kick-Ass-Prota noch das naive graue Mäuschen, sondern ein ganz normales Mädchen von nebenan. Nur das sie halt gar nicht so normal ist, wie sie immer glaubte. Bis zum Erwachen ihrer Gabe standen Freunde und Familie in Theklas Leben im Mittelpunkt und diese bleiben auch durchweg besonders wichtig für sie. Ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte hat mir gut gefallen und war auch so absolut glaubwürdig.
Die Nebencharaktere bekommen genug Leben und wirken ebenfalls sehr natürlich. Ich mochte sowohl Theklas Familie als auch Theklas Freunde unheimlich gern. Auch wenn sie hier ein wenig in den Hintergrund rücken, waren sie doch authentisch und bekommen so viel Raum, wie sie auch brauchen.
Matteo, Theklas Chef, war für mich lange Zeit undurchschaubar und ein äußerst spannender Charakter.
Einzig über den Antagonisten, der hier hauptsächlich als Stimme in Erscheinung tritt, hätte ich gerne noch mehr erfahren.
Mein Fazit
Eine tolle Geschichte rund um die Zeit, mit Zeitreisen und Geheimnissen, deren Umsetzung mir sehr gut gefallen hat. Je mehr die Geschichte voran schritt, desto mehr gelang ich in ihren Sog und war völlig gefesselt. Die Spannung steigert sich langsam aber kontinuierlich bis zum erreichen des Höhepunkts. Die Protagonistin fand ich sehr glaubwürdig und auch ihre Entwicklung gut gelungen. Von mir bekommt die Geschichte eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.06.2018

Spannender Einstieg in ein göttliches Abenteuer

Magnus Chase 1: Das Schwert des Sommers
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Seit dem Tod seiner Mutter lebt der fast sechzehnjährige Magnus Chase auf der Straße. Er schläft unter einer Brücke, findet Kleidung in der Altkleidersammlung und Essen in der Mülltonne. Doch eines Tages ...

Seit dem Tod seiner Mutter lebt der fast sechzehnjährige Magnus Chase auf der Straße. Er schläft unter einer Brücke, findet Kleidung in der Altkleidersammlung und Essen in der Mülltonne. Doch eines Tages ändert sich für Magnus alles auf einmal, denn sein Onkel und seine Cousine scheinen ihn verzweifelt zu suchen. Als er seinen anderen Onkel aufsucht, teilt dieser ihm schier Unglaubliches mit: er soll ein Nachfahre eines der Götter von Asgard sein und er soll ein Schwert vom Grund des Flusses bergen. Magnus begleitet seinen Onkel, auch wenn er sehr an dessen Worte zweifelt, doch schon auf der Brücke stösst Magnus auf seinen ersten Gegner. Schneller als er gucken kann, befindet er sich in Walhalla, aber das soll erst der Beginn aller Abenteuer sein. Magnus soll nämlich die Götterdämmerung Ragnarök verhindern.
Meine Meinung
Schon sehr lange schleiche ich um die Bücher von Rick Riordan herum, warum ich bisher noch zu keinem gegriffen habe, ist mir nach diesem Buch ein absolutes Rätsel.
Das Cover des Buches gefällt mir von seiner Aufmachung her sehr gut, es sieht gleich nach Fantasy und Abenteuer aus und wirkt mit Sicherheit nicht nur ansprechend auf seine Zielgruppe, nämliche Jugendliche. Die Geschichte hinter diesem Cover verspricht viel Spannung, Mythen und Abenteuer und gleich vorweg: all das konnte das Buch auch halten.
Rick Riordan konnte mich gleich von Beginn an mit seinem jugendlichen und auch bildreichen Schreibstil begeistern. Schnell werden Orte und Personen vor dem inneren Auge lebendig und sorgen für ein lebhaftes Kopfkino. Besonders gut hat mir gefallen, dass es dem Autor mühelos gelingt, modern und fließend zu erzählen und trotzdem die mythische, nordische Götterwelt lebendig zu beschreiben. Mit diesem Erzählstil wird er nicht nur junge Leser begeistern können, denn man erfährt hier einfach unheimlich viel.
Spannend ist es gleich von Beginn an, denn der Leser wird hier förmlich mitten ins Geschehen geworfen. Danach wird ein wenig das Tempo gebremst, doch es wird nicht langweilig, denn hier lernt der Leser erst einmal Magnus und seine Bestimmung kennen. Hat man dann einmal kurz Luft geholt, folgt ein Abenteuer dem nächsten und so geht es immer weiter. Magnus und seine Freunde gelangen immer wieder in spannende Situationen und in Schwierigkeiten und müssen immer wieder Lösungen suchen. Vielleicht hätte man hier das ein oder andere Abenteuer weglassen oder kürzen können, da es für den Fortgang der Geschichte nicht unbedingt relevant war, aber ich glaube, dass gerade jüngere Leser genau daran sehr viel Spaß haben werden. Für mich wurde dies etwas lang, aber nicht langweilig, da Riordan einfach unheimlich gut erzählen kann.
Die gesamte nordische Sagenwelt wird hier sehr lebhaft dargestellt und neben all dem Abenteuern erfährt man als Leser so einiges rund um die Götterdämmerung, der vielen Welten, dem Weltenbaum Yggdrasil usw. Wer bis dato noch nichts von dieser sagenhaften Welt wusste, erhält hier sehr viele Informationen, die ganz geschickt mit der Handlung verstrickt sind. Die Weltengestaltung hat mir unheimlich gut gefallen, da sie lebendig wird.
Aus Magnus Perspektive in der Ich-Form verfolgt man die Handlung. Dabei wendet sich Magnus immer mal wieder beim Erzählen an den Leser, was diesen gleich einmal mehr mit in die Handlung integriert. Man fühlt sich dabei, als würde Magnus einen selber bei seinen Abenteuern mitnehmen wollen und als würde man ihn kennen.
Magnus ist ein unheimlich sympathischer Protagonist, der mit sehr viel Selbstironie von seinen Erlebnissen erzählt. Er ist kein typischer, starker Held, sondern hat seine Schwächen, die er auch ohne Umschweife zugibt. Trotzdem ist er durch und durch loyal und hat das Herz am rechten Fleck. Auch seine Weggefährten und die weiteren Nebencharaktere, ob gut oder böse, haben mir alle gut gefallen, denn sie wirken lebendig. Ihre Handlungen sorgen immer mal wieder für Überraschungen und Wendungen und wenn man glaubte, einen von ihnen jetzt völlig zu kennen, kam wieder etwas Neues hinzu. Sie sorgen für viel Abwechslung und Spannung und machen die Geschichte noch einmal mehr rund.
Mein Fazit
Ein tolles, spannendes Fantasyabenteuer sowohl für den jüngeren Leser, aber auch für Erwachsene gleichermaßen geeignet. Riordan erzählt modern und schafft es trotzdem ein glaubwürdiges Bild der mythischen Götterwelt zu zeichnen. Vor allem Magnus ist mir hier sehr ans Herz gewachsen und ich bin gespannt darauf, wie es mit seinen Abenteuern weitergehen wird. Für alle Fantasyfans jeden Alters eine Leseempfehlung! Mein erster, aber mit Sicherheit nicht mein letzter Riordan.