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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2026

Auf zum Drachenfels

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer am Drachenfels
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Zusammen mit ihren Freunden Igromir, Robinius und Eicho macht sich Hilda auf den Weg zum Drachenfels. Denn der Adler hat ihr verraten, dass Baron von Ratzezahn dort zuletzt gesehen wurde und Hilda ist ...

Zusammen mit ihren Freunden Igromir, Robinius und Eicho macht sich Hilda auf den Weg zum Drachenfels. Denn der Adler hat ihr verraten, dass Baron von Ratzezahn dort zuletzt gesehen wurde und Hilda ist gewillt ihn zu finden, um mehr über ihre verschollenen Eltern herauszufinden.

Das Abenteuer am Drachenfels ist der dritte Hilda-Hasenherz-Band von Tobias Goldfarb. Das Buch ist durch kurze Kapitel, eine einfache Satzstruktur und kurze Sätze eigentlich bestens für Leseanfänger geeignet, verliert diese Eignung jedoch gegen Ende, weil das Axolotl einen Sprachfehler hat und damit das Lesen erschwert und für vermeidbare Fehler im eigenen Schrifterwerb sorgen könnte. Aber zum Vorlesen eignet es sich wunderbar. Durch die Zeichnungen der Illustratorin Verena Körting wird auch dem Auge ganz viel geboten, denn über das ganze Buch hinweg begleiten uns ihre farbenfrohen und niedlichen Zeichnungen des Hasenabenteuers.

Das Abenteuer bietet eine gute Portion Spannung und die Dialoge sorgen immer wieder für ein Lächeln. Die Freundschaft zwischen den vier Tieren ist unglaublich schön gestaltet und zeigt, was ein festes Band bewirken kann. Hilda Hasenherz wächst während des Abenteuers immer wieder über sich hinaus, zeigt Mut und ist eine wundervolle Protagonistin.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Drama Lama!

Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!
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Nelly ist die Urururenkelin des berühmten Dr. Frankenstein und lebt mit ihrer Familie in einem alten Schloss, indem ständig seltsame Dinge passieren. Ihre Eltern sind sich des Erfindergens bewusst und ...

Nelly ist die Urururenkelin des berühmten Dr. Frankenstein und lebt mit ihrer Familie in einem alten Schloss, indem ständig seltsame Dinge passieren. Ihre Eltern sind sich des Erfindergens bewusst und wollen unbedingt verhindern, dass jemand in die Fußstapfen des berüchtigten Dr. Frankenstein tritt. Doch Nelly kann gar nicht anders als ihrer Passion zu folgen und werkelt immer wieder an neuen Erfindungen, dabei ist sie meist nicht ganz so erfolgreich.

Little Miss Frankenstein von Astrid Göpfrich ist ein skurriles Abenteuer aus dem Hause Frankenstein. Nelly ist eine urkomische Protagonistin, die einen seltsamen Humor hat und damit für einige Lacher sorgen konnte. Doch ganz besonders wird die Geschichte durch das zum leben erweckte Alpaka Monserrat, das einfach Spaß macht! Durch sehr kurze Kapitel kommt man unglaublich schnell durch die Geschichte und verliert nie den Spaß am weiterlesen, außerdem werden immer mal wieder Tagebucheinträge eingestreut, welche die Geschichte nochmal auflockern.

Nicht gut gefallen hat mir der Umgang mit Elektrizität. Besonders der Tagebucheintrag in dem Nelly einen Füller in die Steckdose steckt, ist mir absolut unverständlich. Zwar wird erwähnt, dass man dies nicht nachmachen soll, dennoch erschließt sich mir die Beschreibung grundsätzlich nicht. Aus dieser Szene entsteht nichts lustig oder skurriles, das ggf. auch die Gefahren der Aktion beschreiben würde, sie wird auch nicht weiter erklärt und führt nur zu einer weiteren misslungenen Erfindungen. Aus diesem Grund hätte die Szene ziemlich einfach verändert werden können, ohne eine Situation zu erstellen, die für Leser:innen zu einer potenziell realen Gefahr werden könnte (leicht nachzumachen, was sicherlich nicht durch den Hinweis verhindert werden würde). Aus diesem Grund fällt es mir auch sehr schwer das Buch zu bewerten, grundsätzlich ist der Humor toll und die skurrilen Figuren machen wirklich Spaß, aber es widerstrebt mir das Buch zum alleine Lesen weiterzuempfehlen.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Zwischen den Tagen

Marie und die Woche ohne Donnerstag
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Marie muss am Donnerstag zu ihrem absoluten Nicht.Lieblingsarzt, dem Zahnarzt. Das vermiest ihr ihre Ferien bereits am Sonntag, umso glücklicher ist sie über ihre neuen T-Shirts, die sich als magisch herausstellen ...

Marie muss am Donnerstag zu ihrem absoluten Nicht.Lieblingsarzt, dem Zahnarzt. Das vermiest ihr ihre Ferien bereits am Sonntag, umso glücklicher ist sie über ihre neuen T-Shirts, die sich als magisch herausstellen und mit dem sie zwischen den Tagen wechseln kann. Wie praktisch, wenn man immer wieder den Besuch auf dem Rummel und das Lieblingsessen essen kann, doch dann fällt Marie auf, dass sie in dieser Woche feststeckt. Kann sie dafür sorgen, dass sich die Zeit wieder weiterdreht?

Marie und die Woche ohne Donnerstag von Elke Michel ist ein magisches Abenteuer, das ziemlich ruhig daherkommt, aber eine unheimlich schöne Botschaft hat. Marie findet die außergewöhnlichen, magischen T-Shirts und kann durch sie zwischen den Wochentagen hin- und herwechseln, doch irgendwann verliert sie auch an den schönsten Dingen die Lust, weil diese ihre Besonderheit verloren haben. Durch Mut kann sie sich aus der Tristesse befreien und in eine neue Woche wechseln, doch dafür muss sie zum unbeliebten Zahnarzt.

Die Botschaft, dass auch unschöne Dinge wie der Besuch eines Zahnarztes dazu gehören, finde ich super. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass schöne Erlebnisse auch irgendwann ihren Zauber verlieren könnten, wenn man sie ‚zu oft‘ erlebt. Marie vermittelt dadurch, dass man den Moment genießen muss und durch Mut belohnt wird. Und auch Tage mit unliebsamen Terminen sind nicht automatisch schlechte Tage, sie können dennoch schöne Momente erschaffen.

Die Geschichte kommt jedoch sehr ruhig rüber, durch den ständigen Wechsel zwischen den Tagen wirkt sie gleichzeitig zwangsläufig an einigen Stellen repetitiv, was etwas die Spannung und das Tempo herausnimmt und der Geschichte eher ruhige Töne mitgibt. Das Ende lässt erahnen, was im nächsten Band passieren könnte und obwohl die Idee wirklich toll war, weiß ich nicht, ob sie ein zweites Mal auf diese Weise funktionieren kann. Aber vielleicht ist genau das die große Überraschung für des nächsten Bands.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Die Fohlenschau

Judiths kleine Farm, Band 3,
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Für Charlie geht es in diesem Band zur Fohlenschau und auf der ganzen Farm herrscht Aufregung, kann Charlie überzeugen? Davon wollen sich Kater Jack und Katze Lotti live überzeugen und reisen als blinde ...

Für Charlie geht es in diesem Band zur Fohlenschau und auf der ganzen Farm herrscht Aufregung, kann Charlie überzeugen? Davon wollen sich Kater Jack und Katze Lotti live überzeugen und reisen als blinde Passagiere mit.

Judiths kleine Farm ist ein Kinderbuch der Moderatorin Judith Rakers, deren tierische Charaktere auch im echten Leben zusammen leben. Die Illustrationen von Julia Weinmann sind wunderschön gezeichnet und verdeutlichen den Textinhalt wunderbar für die zuhörenden Kinder.

Das Buch selbst wird ab vier Jahren empfohlen und daher eher als Vorlesebuch gesehen, außerdem gibt es über eine App die Möglichkeit, sich die Geschichte von der Autorin vorlesen zu lassen. Auch ich sehe das Buch als Vorlesebuch und würde es eher nicht zum Erstlesen empfehlen. Denn der Text ist auf den Seiten doch relativ klein gedruckt, was das Lesen erschwert. Zudem wurde der Text in die Zeichnungen integriert, was dem Schriftbild weniger zu Gute kommt, auch haben sich ein paar Schreibfehler eingenistet. Für gekonnte Leser:innen ist das sicherlich kein Problem, für Erstleser:innen jedoch eine weitere Herausforderung.

Die Geschichte konnte uns leider nicht so überzeugen, vor allem als Charlie am Strick gezogen wurde und sein Hals immer länger wurde, was die Illustration auch noch extrem verdeutlicht hat, war hier ein enormes Gefühl von Unwohlsein vorhanden und der Spaß verpuffte. An der Stelle hätte ich mir eher gewünscht, dass Charlie entweder wirklich Spaß am Lernen hat und sich auf diesen Tag freut oder dass Kritik an den von Menschen gemachten ‚Shows‘ aufkommt (was als Vorlesebuch vielleicht etwas zu früh wäre), aber die gewählte Darstellung finde ich unpassend. Ebenso die Erkenntnis, dass Judith erst dann Stolz ist, wenn Charlie den Trab perfekt beherrscht und einen Preis abräumt. Eine Botschaft, die Druck erzeugt.

Spannender hätte ich es auch gefunden, wenn Lotti und Jack den Rückweg nicht über Himmelsrichtungen erkannt hätten, sondern wie für Katzen üblich durch sich selbst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Katzen absolut kein Problem haben, solche Strecken zurückzugehen (auch wenn sie diese vorab gefahren sind).

Gut gefallen haben mir die eingebauten Tipps, vor allem jene mit den Kartoffeln, die für alle Kinder umsetzbar sind. Doch der dritte Band von Judiths kleiner Farm ist leider einer, den ich nicht weiterempfehlen kann. Das hat in dem Fall aber natürlich ganz klar etwas mit der eigenen Einstellung zu solchen Themen zu tun und der individuellen Reaktion meines Lesekindes auf die angesprochene Szene.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Da baut sich was auf.

Das Camp
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Wout Meertens hat das Camp Donkerbloem gekauft und der neue Verwalter Tayfun möchte das Dunkle aus diesem Ort vertreiben. Der Frieden scheint endlich einzukehren, doch dann treibt ein Killer in Deutschland ...

Wout Meertens hat das Camp Donkerbloem gekauft und der neue Verwalter Tayfun möchte das Dunkle aus diesem Ort vertreiben. Der Frieden scheint endlich einzukehren, doch dann treibt ein Killer in Deutschland sein Unwesen und versetzt Frieda Stahnke in Schrecken. Kann sie sich vor dem Killer retten?

Das Camp ist der zweite Band der Donkerbloem-Triologie, die unbedingt in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden sollte, da alles aufeinander aufbaut. Wie den ersten Band erleben wir auch diesen aus mehreren Perspektiven, dieses Mal empfand ich dabei keine besonders stark ausgeprägt, wir wechseln mehrfach zwischen Frieda, Tayfun, Kathinka, Wout und der Täterperspektive. Im Gegensatz zum ersten Band haben mich die Charaktere dieses Mal jedoch teilweise verloren, z.B. empfand ich Wout Meertens nicht mehr ausgewogen genug dargestellt, um ihn noch sonderlich sympathisch zu finden, einzig gegenüber Kathinka habe ich das noch wahrgenommen, ansonsten war er mir deutlich zu ‚drüber‘ dargestellt.

Der Schreibstil ist jedoch wie immer super gut, man fliegt durch die Geschichte und selbst etwas ruhigere Passagen liest man schnell weg. Auch das Konstrukt um den Täter fand ich super dargestellt und hätte gerne noch präsenter vorhanden sein dürfen.

Inhaltlich konnte mich Das Camp leider kaum begeistern. Der Klappentext nimmt unheimlich viel vorweg, da sich das meiste auf die Vier bezieht und ihre Entwicklung bezieht. Einzig die Täterperspektive konnte etwas Spannung reinbringen, wobei auch ziemlich schnell eine Idee für diesen kommt und auch hier etwas die Luft rausnimmt. Weswegen ich die Geschichte eher als ruhig empfand und glaube, dass hier viel für den Abschlussband aufgebaut wurde. Ich hoffe, dass mir die Protagonist:innen dann auch wieder etwas sympathischer sind und ich mehr mit ihnen mitfiebern kann, das Ende verspricht auf jeden Fall nochmal eine interessante Fortsetzung.