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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2019

Ganz große Liebe!

First Comes Love
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Kennt ihr diese Bücher, bei denen ihr schon nach ein paar Seiten wisst, dass sie etwas ganz Besonderes sind? Wie ein Schatz, den man hegen und beschützen und immer wieder ansehen muss? “First comes Love” ...

Kennt ihr diese Bücher, bei denen ihr schon nach ein paar Seiten wisst, dass sie etwas ganz Besonderes sind? Wie ein Schatz, den man hegen und beschützen und immer wieder ansehen muss? “First comes Love” ist so ein Buch. Ich habe es im Rahmen der Leserunde bei der Lesejury lesen und mich mit den anderen Teilnehmern in Dylan, Gray und ihre Geschichte verlieben dürfen. Danke dafür!

“First comes Love” definiert sich nicht durch eine spannende Handlung oder eine außergewöhnliche Prämisse, aber das muss der Roman auch gar nicht, denn er hat zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen liebenswerte Protagonisten, die sich in Windeseile in die Leserherzen schleichen.

Wie der Klappentext schon verrät, ist Gray dunkel und in sich gekehrt. Die Beschreibung trifft es perfekt. Im Gegensatz dazu ist Dylan wie ein Sonnenstrahl am wolkenverhangenen Himmel, wie ein Lichtstreif am Horizont. Das Mädchen sprüht vor Lebenslust, liebt die verrücktesten Dinge und sie hat das Ziel, einen Freund zu finden. Dafür hat sie sich für Gray entschieden, der sie nun nicht mehr los wird.

Die Geschichte der Beiden beginnt ganz banal, mit einer Begegnung auf dem Campus des Community Colleges, und entwickelt sich zu etwas ganz Großem. Die Autorin behandelt nicht nur leichte Themen wie die erste Liebe, zeigt nicht nur die unbeschwerten Seiten des Lebens, sondern thematisiert auch Konflikte, die schwerer wiegen und den Leser mitfühlen lassen. Verlust und Zukunftsängste spielen eine Rolle, ebenso das Loslassen und in die Zukunft blicken.

Es ist so leicht, sich in Dylan und Gray zu verlieben und mitzuerleben, wie die beiden Gefühle füreinander entwickeln. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus beiden Sichten erzählt wird, schlüpft man in beide Rollen, lernt das Innenleben beider Protagonisten kennen. Dabei ist besonders, dass die Liebesgeschichte mehr in Grays Sicht vorkommt, als bei Dylan. Eine Romanze aus männlicher Perspektive und doch gefühlvoll und herzerweichend.

Auch die Message ist wunderbar! Es sind die kleinen, kostbaren Momente, die Dylan und Gray miteinander teilen, die das Buch unvergesslich machen und die am Ende so viel mehr zählen als alles andere. Nicht immer braucht es große, bedeutsame Ereignisse, um ein – oder gar zwei – Leben zu verändern, aber Dylan und Gray haben einander verändert.

Der Schreibstil ist ebenso wie der Rest des Buches einfach nur schön. Die Sichten springen zwar ab und an, so dass man sich erstmal umgewöhnen muss, aber es ist herrlich realistisch und wenn überdramatisiert. Ein weiterer Punkt, der mich an “First comes Love” beeindruckt hat. Die Liebesgeschichte kommt ohne Drama aus und schafft es trotzdem, zu berühren. Weil sie echt ist. Weil sie genau so passieren könnte. Genauso wie das Ende, das ebenso echt ist. Eigentlich mag ich keine offenen Enden, aber hier war es passend, um nicht zu sagen: absolut perfekt.

IM GROSSEN UND GANZEN…
“First comes Love” von Katie Kacvinsky ist die berührendste Liebesgeschichte, die ich seit langem gelesen habe. Mit liebenswerten Charakteren, einer fantastischen Message und ganz, ganz viel Herz schleicht sich das Buch in meine Jahreshighlights.

  • Cover
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 13.03.2019

Zwei wie Pro und Contra

Pro und Contra. Mein Licht in deiner Dunkelheit
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Bekanntermaßen bin ich ein großer Fan von Sabine Schulter und habe sowohl ihre “Melody of Eden”-Trilogie als auch die “Geschichte von Sin und Miriam” verschlungen. Dass ich mir ihren neuen dystopischen ...

Bekanntermaßen bin ich ein großer Fan von Sabine Schulter und habe sowohl ihre “Melody of Eden”-Trilogie als auch die “Geschichte von Sin und Miriam” verschlungen. Dass ich mir ihren neuen dystopischen Einzelband “Pro und Contra” ebenfalls zu Gemüte führe, war daher klar. Dass meine Erwartungen hoch waren, ebenfalls. Sie wurden erfüllt, keine Frage, dennoch habe ich auch einiges zu meckern, worauf ich im Folgenden zu sprechen kommen werde.

DIE PRÄMISSE …
… klingt wirklich gut. In der Zukunft können Menschen nicht mehr selbst Storm erzeugen und sind damit a) auf die Sonnenstürme und b) auf die Pro und Contras – gemeinsam als “Stormpaar” bezeichnet – angewiesen. Klar, dass die Regierung deshalb gerne alle Pro und Contras unter Verschluss hält, um ja nichts von der kostbaren Energie zu verschwenden.

Nur finden die Pros und Contras das nicht so toll, aber dazu später mehr. Befassen wir uns erst einmal mit dem Phänomen, dass es Menschen gibt, die eigenständig in ihren Zellen Elektrizität erzeugen, und solche, die diesen Storm dann leiten und nutzbar machen können. Hört sich an sich erstmal echt cool an und ja, ist es irgendwie auch, aber … wie?!

Das ist die Frage, die immer wieder während des Lesens in meinem Kopf aufgeploppt ist. Wie ist das möglich? Wie kann das gehen? Im Vorwort des Buches, das kurz das vorangegangene Szenario erklärt, stellt die Existenz der Strompaare als gegeben dar, erklärt sie aber nicht. Tatsächlich gibt es in der Story eine Chemikerin, die sich genau damit befasst und diese Frage beantworten möchte, aber auch hier waren meine Hoffnungen vergebens. Spoiler-Alert: Erklärungen gibt es nicht und das wurmt mich ein wenig an dem Buch, was echt schade ist, weil ich es in so vielen Facetten richtig cool finde, aber über diesen Punkt konnte ich nicht hinwegsehen.

WAS HÄLT DIE HANDLUNG BEREIT?
Aber gegeben der Tatsache, dass es irgendwie möglich ist, hat die Story mich binnen weniger Seiten (nach dem Vorwort, denn davon kann man halten, was man will. Ich bin kein Fan von Vorworten.) in ihren Bann gezogen.

Wir folgen dabei sowohl Summer als auch Kayden, die abwechselnd in der Ich-Perspektive erzählen, und die sich zu Beginn noch gar nicht kennen. Wie das Schicksal das aber so will, begegnen sie sich recht schnell und dann ist das Gejammer groß, hatten beide doch dafür gebetet, ihr Gegenstück niemals zu finden. Das bedeutet nämlich, dass die Regierung Anspruch auf sie erheben und sie einsperren kann, damit ja nichts von ihrer Energie verschwendet wird. Beide können sich ein sehr viel besseres Schicksal als dieses vorstellen und suchen schnell das Weite, aber es ist bereits zu spät und ihre Verbindung aktiviert.

So lässt auch eine weitere Begegnung nicht lange auf sich warten und damit kommt die Geschichte dann richtig ins Rollen. Beide wollen sich nämlich nicht von der Regierung gefangen nehmen lassen, weil die so unfassbar böse ist, also werden sie wohl kämpfen müssen, um ihre Freiheit zu bewahren. Ihre anfängliche Abneigung wandelt sich schnell in etwas anderes und es funkt ganz schön zwischen ihnen – im wahrsten Sinne des Wortes.

SUMMER UND KAYDEN – ZWEI WIE PRO UND CONTRA
Summer und Kayden sind ziemlich unterschiedlich, nicht nur, weil sie Pro und Contra sind, sondern auch von ihren Persönlichkeiten her. Kayden ist eher der Typ Draufgänger, mürrisch, wenn man ihm einen Grund dafür gibt, und Kämpfe, die er entfacht, will er auch selbst beenden. Gleichzeitig macht er es dem Leser leicht, in sein Innerstes zu sehen und zu erkennen, dass er ein herzensguter Mensch ist. Obwohl man kaum einen Bruchteil seiner Facetten kennenlernt – zumindest habe ich das Gefühl, dass noch so viel mehr in ihm steckt – wirkt er auf der Stelle sympathisch.

Im Gegenzug dazu ist Summer eine kleine Zicke und steht ständig unter Storm – woran das wohl liegen mag? Sie ist pampig und aufmüpfig, was Kayden oftmals an den Rand der Verzweiflung treibt, und sehr nah am Wasser gebaut. Das mit den zwischenmenschlichen Beziehungen hat sie auch noch nicht ganz raus, aber sie bessert sich im Laufe des Buches. Gerade die beiden im Zusammenspiel machen es umso leichter, auch Summer zu mögen. Schließlich gehören die beiden auch zusammen, sie komplettieren sich und machen sich gegenseitig stärker. Außerdem spürt man richtig, wie die Funken zwischen ihnen fliegen.

DAS ENDE ODER AUCH: WIESO IST DAS EIN EINZELBAND?
Am Anfang dachte ich: Yay, Einzelband. Eine Geschichte, die ich schnell lesen und nach deren Ende ich zufrieden das Buch schließen kann, ohne auf eine Fortsetzung zu warten. Nun, ich bin nicht zufrieden mit dem Ende. Ich möchte auch gar nicht vorweggreifen und das Ende spoilern, aber es ging mir einfach alles zu schnell.

Schon auf den letzten 100 Seiten beschlich mich das ungute Gefühl, dass es nicht mehr zu einem guten Ende kommen wird, weil zu viel ungeklärt ist, und es war mir ein Rätsel, wie Sabine Schulter das noch hinkriegen wollte. Letztendlich weiß ich, wie sie es gemacht hat, aber ich persönlich bin kein Fan von dieser Lösung und hätte stattdessen gerne eine ausgebautere Version gehabt, auch wenn das vielleicht in einen zweiten Band resultiert hätte. Die Welt und die Story hätte da sicher noch genug Spielraum gehabt.


Puh, das ist jetzt erstmal viel Kritik, aber versteht mich nicht falsch. Ich finde “Pro und Contra. Mein Licht in deiner Dunkelheit” wirklich gut. Wäre es anders, hätte ich es nicht binnen weniger Stunden durchgelesen. Das Buch hat einfach eine tolle Atmosphäre, eine prickelnde Liebesgeschichten und zwei Protagonisten, die sich mit ihren Freunden rasend schnell in mein Herz geschlichen haben, aber trotzdem gibt es diese Kritikpunkte, die mich stören und die ich daher erwähnen musste. Auch wenn sie schwerwiegender klingen, als sie eigentlich sind.

Wer sich aber nicht so sehr am Worldbuilding und einem etwas zu übereilten Ende aufhängt, der wird sicher sehr viel Spaß mit Summer und Kayden haben. Letztendlich habe ich das Lesen immerhin auch sehr genossen und freue mich auf weitere Bücher aus der Feder der Autorin.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Zuckerwattesüß, aber ein kleiner Erklärbär

In Amors Auftrag
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Ihr wisst ja, ich lese alles, was eine Liebesthematik hat oder sich um Amor dreht. Da bin ich ein echtes Fangirl. Unschwer zu erraten, dass ich mich demnach auch “In Amors Auftrag” von Marisa Liehner zu ...

Ihr wisst ja, ich lese alles, was eine Liebesthematik hat oder sich um Amor dreht. Da bin ich ein echtes Fangirl. Unschwer zu erraten, dass ich mich demnach auch “In Amors Auftrag” von Marisa Liehner zu Gemüte geführt habe. Zunächst dachte ich: Dieses Buch ist sicher so süß wie Zuckerwatte, aber die Ernüchterung kam schnell.

ACHTUNG, ERKLÄRBÄR!
Okay, was ist ein Erklärbär? Nein, kein Teddy, der alles erklärt. Das ist auch gar nicht notwendig, denn diese Aufgabe übernimmt bereits die Protagonistin Pia. So fühlt es sich zumindest an, denn die ersten Kapitel gibt es ellenlange Passagen über die Wirkungsweise des Amor-Gens und ihre Aufgaben, Exkurse in die Vergangenheit mit dem Kennenlernen der besten Freundin und der kompletten Freundschafts-Historie und ich weiß jetzt sogar, wie die Erdkundelehrerin von Bram (Pias kleinem Bruder) so drauf ist.

Einiges davon kam mir ziemlich unnötig vor und hat mich nicht wirklich interessiert. Das Interessante und Wichtige wurde so schnell abgehandelt, als hätte die Protagonistin es tatsächlich den Lesern erklärt, was im Grunde nicht möglich ist, da sie ja eine Geschichte erklebt und demnach nichts von den Lesern weiß. Das sind die Momente beim Lesen, in denen ich mir denke: Klar, ich sitze auch öfter mal bei einer Versammlung und erkläre mir selbst in meinem Kopf, wer die Personen sind und das alles eigentlich zusammenkommt. Total logisch. Nein.

Das hört sich jetzt erstmal schwerwiegender an, als es eigentlich ist, aber nach den ersten Kapiteln legen sich diese Anwandlungen und es werden nur noch ab und an Erklärungen geliefert. Also keine Sorge.

DER ALLTAG EINER KLISCHEEBEAUFTRAGTEN
Zunächst einmal folgt die Handlung Pias Alltag und stellt neben ihrem Job im Blumenladen ihrer Mutter die Aufträge, die sie mit ihrem kleinen Bruder erledigen muss, in den Vordergrund. Dabei hat sich die Autorin eine echt coole Wirkungsweise einfallen lassen, die einen unhandlichen Bogen und auffällige Pfeile unnötig machen.

Stattdessen verlieben sich zwei Menschen durch die Berührung eines magischen, goldenen Ringes, mit dem Bram sie berührt. Währenddessen ist Pias “Magie” ein wenig magischer. Sie spürt Klischees und sieht sie wie Visionen in ihrem Kopf, bevor sie sie in ihren Gedanken ähnlich einem Drehbuch umschreiben kann. Hier muss ich wirklich sagen: Hut ab! Nicht nur, dass ich das so noch nicht gelesen habe, die Autorin macht es auch sehr leicht, zu verstehen, wie das alles funktioniert. (Vielleicht etwas zu erklärungslastig, aber das muss ja nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein)

Nun passiert jedoch das, was Pia so überhaupt nicht gebrauchen kann. Einen Auftrag hat ihr Bruder nämlich vor ihr geheimgehalten. Zielperson: Sie selbst. Als sie Joshua begegnet, ist es schnell um sie geschehen, doch um aus Amors Magie so etwas wie Liebe entstehen zu lassen, muss sie sich selbst einen Ruck geben und an den aufkeimenden Gefühlen arbeiten. Sonst wird das nichts.

Gleichzeitig ist das nicht ihr einziges Problem, denn jemand geht rum und stielt die magischen Ringe. Da diese essentiell für die Aufträge und damit für die Liebe sind, ist das natürlich eine massive Katastrophe, für die es nur eine Lösung gibt: Die Schuldigen müssen geschnappt werden.

ZWISCHEN LIEBESGESCHICHTE UND KRIMI
Der Fokus des Buches liegt irgendwo dazwischen, legt sich aber nicht fest, ob nun die Romanze zwischen Pia und Joshua im Vordergrund steht oder die Sache mit den magischen Ringen, die zweifelsohne auch wichtig ist. Einerseits mochte ich das, denn Pia lässt nicht direkt alles stehen und liegen, um sich ihrem Love Interest zu widmen, andererseits geht es daher vor allem in der Mitte keinem der Handlungsstränge wirklich weiter.

Ich bin ja eine Romantikerin und hätte mir in der Zeit, in der Informationen zu den Ringen fehlen, gerne mehr Pia und Joshua gewünscht, denn die beiden sind echt süß zusammen, aber irgendwie haben die Gefühle unter Pias ständigem “Ich habe gerade Besseres zu tun” echt gelitten. Klar, sie wollte davon erst überhaupt nichts wissen und hat sich bemüht und vielleicht liegt es einfach nur an mir, aber ich konnte die Emotionen der beiden vor allem am Ende nicht nachfühlen.


Das war mal wieder eine Menge Kritik, aber dennoch muss ich sagen, dass ich mich von “In Amors Auftrag” trotzdem gut unterhalten gefühlt habe. Es war mal was anderes, das Setting nach Amsterdam zu verlegen hat der Story ein richtig cooles Gefühl gegeben und Pia, die Protagonstin, und ihre Freunde haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Vor allem Bram war einfach so süß.

Bloß der erklärungsreiche Anfang (und das Ende, das locker Raum für mehr gelassen hätte) hat mich beim Lesen gestört, aber beim Mittelteil habe ich bis auf die Romanze, die etwas mehr in den Mittelpunkt hätte rücken können, kaum etwas zu bemängeln.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Supersüß und weihnachtlich!

All I Want for Christmas. Eine Weihnachts-Romance in Manhattan
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Es ist nun schon zwei Jahre her, seitdem ich “Winterzauber in New York” von Julia K. Stein gelesen habe, aber ich erinnere mich, dass es mir wirklich gut gefallen hat. Daher wollte ich unbedingt ihr neues ...

Es ist nun schon zwei Jahre her, seitdem ich “Winterzauber in New York” von Julia K. Stein gelesen habe, aber ich erinnere mich, dass es mir wirklich gut gefallen hat. Daher wollte ich unbedingt ihr neues Weihnachtsbuch “All I want for Christmas” lesen und ich wurde absolut nicht enttäuscht.

ZWISCHEN WEIHNACHTSTRUBEL …
Es ist Dezember in New York. Alles ist verschneit, überall glitzert und leuchtet alles, die ganze Stadt ist schon total in Weihnachtsfieber und Pippa voll und ganz mit der Planung von allem Möglichen beschäftigt. Weihnachtsfeier hier, Ausflug mit ein paar Senioren da. Jetzt auch noch spontan als Trauzeugin bei der Hochzeit ihrer besten Freundin einspringen und einen Junggesellinnenabschied zusammen mit Hunter organisieren – dafür hat sie eigentlich gar keine Zeit. Trotzdem lässt sie sich dazu breitschlagen.

Nur weiß sie da noch nicht, wer auf der Seite des Bräutigams Trauzeuge ist: Hunter. Den neureichen Sohn eines inzwischen berühmten Musikers. Sie könnte sich wirklich Besseres vorstellen, als mit ihm zusammen die Hochzeit ihrer Freunde zu organisieren. Trotz allem kommt es aber genau so und während der Vorbereitungen müssen die beiden schnell einsehen, dass sie sich in dem jeweils anderen getäuscht haben.

… UND HOCHZEITSVORBEREITUNGEN …
Selbstverständlich nimmt die Hochzeit einen hohen Stellenwert im Buch ein. Es geht schließlich darum. So lernen wir auch schnell Lauren (die Braut) und David (den Bräutigam) sowie deren Familien kennen. Da diese sich noch nicht untereinander kennen, treffen hier zwei Welten aufeinander.

So kommt Laurens Familie aus Texas, ihre Brüder jagen für ihr Leben gerne und sehen Veganismus als lästige, aber nicht unheilbare Krankheit, während David – selbst Veganer – und seine Familie aus den gehobenen Kreisen von New York stammen. Das ist nur einer der Punkte, weshalb Pippa und Hunter der Meinung sind, dass Lauren und David nicht zusammenpassen. Ich persönlich fand die Treffen der Familien sehr amüsant und hat mir definitiv ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert.

Genauso sind natürlich auch Pippa und Hunter mit von der Partie und dürfen sich nicht nur gemeinsam das Christmas Glamourama am Broadway anschauen, sondern auch Zeit in den Catskills verbringen. Romantisches Setting pur.

… FINDET SICH MANCHMAL DIE GROSSE LIEBE.
Habe ich zu Beginn mit einer knuffigen Weihnachtsromanze gerechnet – was dieses Buch zweifelsohne auch ist -, haben mich die Tiefe und die Hintergründe der Figuren doch sehr positiv überrascht. Pippa selbst scheint auf den ersten Blick wie die typische überambitionierte Studentin, die alles täte, um ihren Lebenslauf aufzupolieren, aber wenn man genauer hinsieht, verbirgt sie doch einiges mehr. Der gesellschaftliche Druck – auch durch ihre Mutter bedingt – zwingt sie in eine Rolle und gibt ihr vor, wie sie zu sein hat. Pippa muss erst lernen, dagegen ihre Stimme zu erheben, und dabei hilft ihr ausgerechnet Hunter.

Der junge Mann, der am Anfang auch wirkt, als wäre er alles, nur nicht der nette Junge von nebenan, hat seit dem plötzlichen Durchbruch seines Vaters auch mit einigem zu kämpfen. Plötzlich kennt die ganze Welt das Weihnachtslied, dass sein Vater für seine Mutter geschrieben hat. Es läuft im Radio rauf und runter, beinahe schlimmer als “Last Christmas”

Was beide gemeinsam haben, ist … das es da nichts gibt. Die stammen aus verschiedenen Kreisen mit unterschiedlichen Weltanschauungen und dennoch kommen sie sich im Laufe des Buches immer näher. Natürlich ist das alles nicht so einfach, aber sonst wäre es ja auch langweilig. Ich mag die Dynamik der Beiden auf jeden Fall sehr gerne, weil man ihnen diese sich langsam entwickelnden Gefühle abnimmt und mit ihnen mitfühlen kann. Auch die Streitereien haben mir viel Spaß gemacht.

ZUM SCHREIBSTIL NOCH EIN PAAR WORTE.
Julia K. Stein schreibt aus der dritten Person, also der personellen Erzählperspektive und wechselt dabei immer zwischen Pippa und Hunter hin und her. So ist es möglich, einen Einblick in ihrer beider Leben zu erhaschen und sie dadurch beide so gut wie möglich zu verstehen.

Außerdem ist ihr Stil sehr bildhaft und lässt einen für ein paar Stunden wirklich glauben, man wäre im verschneiten glitzernden New York. Dazu kommen die Gefühlslagen der Figuren heraus und mit wenigen Worten schafft sie es, immer wieder Schnipsel aus der Vergangenheit der Charaktere und Dinge, die sie gerade beschäftigen, hineinzubringen. Es ist genau das richtige Maß an Show, don’t tell.


“All I want for Christmas” von Julia K. Stein konnte mich mit jeder Seite mehr in seinen Bann ziehen. Ein absolut gelungenes Weihnachtsbuch in den verschneiten Straßen Manhattans, das ich jedem empfehlen kann, der eine romantische Liebesgeschichte mit authentischen Charakteren lesen möchte.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Positiv überrascht

Elya 1: Der weiße Drache
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Mir ist lange keine Rezension mehr so schwer gefallen. Nachdem ich mit den letzten Büchern der Autorin meine Probleme hatte, wusste ich zunächst nicht, ob ich mich an “Elya” wagen soll. Dabei hat mich ...

Mir ist lange keine Rezension mehr so schwer gefallen. Nachdem ich mit den letzten Büchern der Autorin meine Probleme hatte, wusste ich zunächst nicht, ob ich mich an “Elya” wagen soll. Dabei hat mich die Drachenthematik von Anfang an gereizt und schlussendlich auch den Ausschlag gegeben, diesem Buch doch eine Chance zu geben. Innerhalb weniger Tage habe ich nun den ersten Band der Trilogie beendet und weiß nicht, wie ich meine Meinung in Worte fassen soll. Nicht weil ich das Buch nicht gut fand – ich bin tatsächlich echt positiv überrascht -, sondern weil “Elya. Der weiße Drache” mich in einigen Punkten zwiegespalten zurücklässt. Punkte, die ich eigentlich nicht gut finden sollte, es aber trotzdem tue.

VON EINEM NEUBEGINN MIT VIELEN GEHEIMNISSEN …
Das erste Geheimnis bildet allein schon der Anfang des Buches, der nur aus einer kurzen Sequenz besteht, die dem Leser erst einmal Rätsel aufgibt. Erst danach springt die Handlung zu Elya, die mit ihrer Mutter auf den Weg nach June Lake ist. Die jüngsten Ereignisse, die Elyas Gedanken zunächst so sehr beherrschen, dass wir immer wieder Einblicke in sie bekommen, haben dazu geführt, dass ein Tapetenwechsel das beste für die beiden ist.

Durch die Arbeit an der Wasserskianlage trifft Elya schnell auf die anderen Jugendlichen, die jedoch allesamt etwas zu verheimlichen haben. Allen voran Levyn, der sich nicht nur immer in ihrer unmittelbaren Nähe aufhält, obwohl er sich doch von ihr fernhalten sollte. Irgendetwas verbindet die beiden, aber um was es sich genau handelt, liegt erst einmal im Dunkeln. Etwas, was ich “Elya” definitiv zugute halten muss, denn die Geschichte ist alles – nur nicht vorhersehbar.

Und das nicht nur in diesem Aspekt, sondern in so ziemlich allen. Obwohl mir beim Lesen die ganze Zeit klar war, was genau dieses große, ominöse Geheimnis beinhaltet (schließlich verrät der Titel hier schon eine ganze Menge), gibt es immer wieder Neues, das es zu ergründen gilt. Eines ist klar: Die Autorin hat Drachen hier mal vollkommen neu definiert, weshalb man sich nicht auf das verlassen kann, was die gängigen Fantasy-Romane einem bereits vermittelt haben.

… UND EINEM WORLDBUILDING, DAS SICH SEHEN LASSEN KANN.
Hierzu möchte ich gar nicht allzu viel verraten, um die Überraschung nicht zu nehmen, aber wenn mich eines an dem Reihenauftakt rund um Elya und Leyvn beeindruckt hat, dann war es der Weltenbau, der gut durchdacht und verständlich herübergebracht wurde. Dieser hat den vermutlichen Urban-Fantasy-Roman auf eine andere Stufe erhoben, die ich zwar noch nicht als High-Fantasy bezeichnen würde, die dem aber schon ziemlich nahe kommt.

Mit der Einführung des weitreichenden Worldbuildings kommen auch neue Charaktere auf die Bildfläche, die sich recht schnell ihren Weg in mein Herz gefunden haben. In ihrem Handeln wirken sie reifer als die Figuren in June Lake, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil mir zu diesem Zeitpunkt noch die nötigen Informationen gefehlt haben, um das Gesamtbild zu sehen. Eventuell sollte ich “Elya” noch mal lesen und mehr darauf achten.

Auch die Bräuche, die Regierung und die Lebewesen der Welten haben ihren eigenen Charme. Wobei … die Regierung in den meisten Fällen eher nicht, aber es würde mich schwer wundern, wenn das nicht so geplant gewesen wäre.

DIE CHARAKTERE UND MEINE PROBLEME MIT IHNEN
Die Überschrift sagt es schon: Ich hatte Probleme mit den Charakteren. Nichts allzu Schlimmes, aber trotzdem nicht unbedeutend genug, um es unerwähnt zu lassen. Da wäre zunächst die Protagonistin Elya selbst. Zu Beginn mochte ich sie nicht. Sie war mir zu aufbrausend und ist wegen jeder Kleinigkeit erstmal an die Decke gehüpft. Klar, das alles ist neu für sie, aber sie verbringt sicherlich die erste Hälfte damit, die Leute, die ihr helfen wollen, anzukeifen, zu brüllen oder zornig anzuschreien. Aber keine Sorge, der Wendepunkt kommt und sie sieht ein, dass es so nicht weitergehen kann. Gegen Ende des Buches (dazu später mehr) bin ich dann auch mit ihr warm geworden und hoffe, dass sich die Fortsetzungen ihre Entwicklung noch weiter vorantreibt.

Außerdem war ihre Wut ja auch nicht immer Fehl am Platz. Vor allem die auf Levyn, denn auf den war ich auch einige Male ganz schön sauer. Und da wären wir bei meinem Zwiespalt, den ich am Anfang angekündigt habe. Sein Name ist Levyn. Er ist der typische, düstere Bad Boy, der immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat und der sofort Gefallen an Elya findet. So weit, so gut. Ich habe ja nichts gegen Bad Boys.

ABER Levyn trifft im Laufe des Buches einige Entscheidungen und tut Dinge, die ich nicht gutheiße. Inbesondere eine Sache (keine Spoiler, ihr wisst schon) hat mich wirklich den Kopf schütteln lassen. Es ist so, dass ich seine Beweggründe vollkommen verstehe und auch nachvollziehen kann, aber es stößt mir trotzdem sauer auf, dass er Elya nicht zumindest eingeweiht hat. Ich bin der Meinung, er hätte es tun sollen und dann wäre das alles kein Ding gewesen, denn seine Absichten waren gut. Der Weg nur nicht so sehr.

Und trotzdem fällt es mir schwer, pauschal zu sagen: Nö, das finde ich echt doof. Weil es a) zur Geschichte und b) zu Levyn gepasst hat, so zu handeln, wie er es nun mal getan hat. Vielleicht ist diese Zerissenheit doch etwas Gutes. Ich werde mir auf jeden Fall noch lange Gedanken darüber machen, ob das nun gut oder schlecht war. Ihr seht also, alles nicht so einfach.

EIN PAAR WORTE ZUM SCHREIBSTIL UND WIESO ICH UNBEDINGT BAND 2 BRAUCHE
Der Schreibstil ist angenehm und bildhaft, so dass der Wälzer (“Elya” besitzt über 400 Seiten) sich schnell und ohne große Mühen lesen lässt. Trotzdem kann es zum Ende hin gar nicht schnell genug gehen. Mit einem solchen Cliffhanger hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Der hat mich dann doch ziemlich sprachlos zurückgelassen, so dass ich sehr froh darüber bin, dass Band 2 und 3 jeweils mit einem Monat Abstand folgen.


“Elya. Der weiße Drache” hat mich sehr positiv überrascht. Die Autorin gibt Drachen, als bereits bekannte Fantasy-Gestalten, ein vollkommen neues Gewand, überzeugt mit einem gut durchdachten Worldbuilding und einem angenehmen Schreibstil. Auch wenn ich länger gebraucht habe, um mit den Charakteren warm zu werden, freue ich mich auf den zweiten Band “Elya. Das Bündnis der Welten”.