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Veröffentlicht am 17.02.2026

Stimmungsvolle queere Fantasy

A Midsummer's Nightmare
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Auf der schottischen Insel Hilma steht den Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität ein außergewöhnlicher Sommer bevor: Wie jedes Jahr proben sie die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch ...

Auf der schottischen Insel Hilma steht den Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität ein außergewöhnlicher Sommer bevor: Wie jedes Jahr proben sie die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch dieses Mal entdecken vier Mitglieder der Theatergruppe ihre übernatürlichen Fähigkeiten – und den rachsüchtigen Geist eines Mädchens, der im Gemäuer der Universität gefangen ist.

„A Midsummer’s Nightmare” von Noah Stoffers ist ein Dark-Academia-Roman, gelesen von Magnus Rook. Die Geschichte spielt an einem alten Elite-College auf einer schottischen Insel. Die Kombination aus akademischem Setting, schottischer Inselkulisse, Theatervibes und Übernatürlichem schafft eine dichte, mystische Stimmung, die gerade im Hörbuch gut zur Geltung kommt. Magnus Rook verleiht den Figuren viel Leben und Dynamik. Allerdings zieht sich das Hörbuch über weite Strecken und wirkt insgesamt eher langweilig. Die Handlung ist recht verzweigt und besonders im ersten Drittel geht es vorrangig um Identität, Leistungsdruck und Collegealltag, sodass es dauert, bis die Spannung richtig greift. Auch die angekündigte Verbindung zu Shakespeare, die viel Atmosphäre und Tiefe hätte bringen können, spielt letztlich nur eine untergeordnete Rolle.

Die Queerness bereichert die Handlung, doch die Hauptfigur bleibt unsympathisch und schwer zugänglich, sodass es schwerfällt, emotional mitzufiebern und Entscheidungen nachzuvollziehen.

Trotz der ansprechenden Atmosphäre, einiger interessanter Ansätze und der gelungenen Sprecherleistung vermag das Hörbuch nicht sonderlich zu fesseln und ist vor allem für Leserinnen und Leser empfehlenswert, die die Kombination aus Urban Fantasy mit Mystery-Elementen und Dark-Academia-Stimmung mögen.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Magisches Abenteuer mit frischen Ideen

Rebel Skies – Verbotene Papiermagie (Rebel Skies 1)
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Kurara hütete ein großes Geheimnis: Sie kann Papiermagie wirken, die von der Königsfamilie verboten wurde. Als ihr bester Freund in Gefahr gerät, muss sie ihre verborgenen Kräfte trainieren und sich auf ...

Kurara hütete ein großes Geheimnis: Sie kann Papiermagie wirken, die von der Königsfamilie verboten wurde. Als ihr bester Freund in Gefahr gerät, muss sie ihre verborgenen Kräfte trainieren und sich auf eine gefährliche Reise zum königlichen Hof begeben. Dort darf sie auf keinen Fall auffallen, denn seitdem das Land von den Shikigami heimgesucht wird, ist die Prinzessin auf der Suche nach denen, die die Magie kontrollieren können und Kurara weiß, dass dadurch ihr eigenes Leben in Gefahr ist ...

Ann Sei Lin entführt in eine atemberaubende Welt voller schwebender Städte, Luftschiffe und lebendiger Papierwesen. Das Worldbuilding ist kreativ und detailverliebt. Besonders die Shikigami sind faszinierend und zugleich furchteinflößend und verleihen der Geschichte eine originelle Note.

Im Zentrum der Geschichte steht Kurara, die die Gabe besitzt, Papierfiguren zum Leben zu erwecken. Als sie sich der Crew eines Luftschiffs anschließt, das wilde Papiergeister jagt, lernt sie nicht nur den Umgang mit ihrer Gabe, sondern wird auch mit Fragen zu Freiheit, Kontrolle und Verantwortung konfrontiert. Kurara ist eine sympathische und vielschichtige Protagonistin, die zwischen Pflichtgefühl, Angst und Mut hin- und hergerissen ist. Ihre Gabe macht sie zugleich mächtig und verletzlich, und ihre Handlungen sind glaubwürdig und nachvollziehbar. Auch die Nebenfiguren erhalten genügend Raum, wirken jedoch etwas distanziert und schwer greifbar.

„Rebel Skies” verbindet fernöstliche Einflüsse, Papiermagie und emotionale Themen zu einem mitreißenden Abenteuer. Die Geschichte steckt voller Geheimnisse, faszinierender Wesen und actionreicher Szenen. Insbesondere im Umgang mit den Shikigami setzt sie sich mit den Themen Unterdrückung und freier Wille auseinander, wodurch sie zusätzliche Tiefe gewinnt und auch für ältere Leserinnen und Leser spannend wird.

Alles in allem ist „Rebel Skies” ein atmosphärischer und origineller Fantasy-Auftakt, der mit einer kreativen Welt, einer komplexen Heldin und einer spannenden Geschichte dazu einlädt, im nächsten Band weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Fantasievolles Abenteuer in den Wolken

Starminster - Stadt in den Wolken
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Astrid hat ihr ganzes Leben in einem kleinen Schuppen verbracht. Ihre Mutter hatte sie aus Angst vor der Welt dort versteckt. Doch eines Tages taucht eine mysteriöse Frau mit Flügeln auf und bringt Astrid ...

Astrid hat ihr ganzes Leben in einem kleinen Schuppen verbracht. Ihre Mutter hatte sie aus Angst vor der Welt dort versteckt. Doch eines Tages taucht eine mysteriöse Frau mit Flügeln auf und bringt Astrid in die Schule Starminster, die sich hoch oben in Überlondon befindet. Dort soll sie fliegen lernen und ein neues Leben beginnen. Doch Astrid stößt auf ein beunruhigendes Geheimnis: Kinder verschwinden – und Astrids Mutter scheint diese Welt in den Wolken zu kennen ...

„Starminster – Stadt in den Wolken” ist der Auftakt zu einer fantasievollen Kinderbuchreihe, die Abenteuer, Magie und innere Konflikte geschickt miteinander verbindet.

Astrid hat noch nie den Sternenhimmel gesehen und wird in eine geheimnisvolle Stadt hoch über London gebracht. Was zunächst wie ein Neuanfang wirkt, entpuppt sich schnell als Eintritt in eine Welt voller Magie, geflügelter Menschen und prunkvoller Bauten. Während sie versucht, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, Freundschaften zu schließen und ein Gefühl für Freiheit zu entwickeln, offenbart die Stadt auch ihre unschönen Seiten. Astrid muss lernen, Mut zu fassen und Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere.

Die Welt von Starminster ist detailreich und lebendig gezeichnet und besitzt trotz der Nähe zu London ganz eigene Traditionen und Regeln.

Astrid ist eine äußerst sympathische Protagonistin, an deren Geschichte man sofort Anteil nimmt. Ihre Angst, ihre Gefühlswirrungen und ihr Wunsch nach Selbstbestimmung wirken glaubwürdig, und ihr einfühlsames und verständnisvolles Wesen macht sie zu einer tollen Hauptfigur.

Der Einstieg in die Geschichte ist recht ruhig und zentrale Konflikte entfalten sich erst nach und nach. Zudem wechselt der Fokus der Handlung häufig, sodass es schwerfällt, einen klaren roten Faden zu erkennen. Viele Spannungen werden relativ schnell aufgelöst, wodurch dem Plot etwas von seiner Wirkung genommen wird.

Nichtsdestotrotz ist „Starminster” ein spannendes und fantasievolles Abenteuer, das besonders mit einer faszinierenden Welt, vielschichtigen Figuren und emotionaler Tiefe überzeugt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Magisches Abenteuer zwischen Licht und Schatten

Dämmernachtstraum
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Die 13-jährige Lilimott Förster würde sich an ihrer neuen Schule im Nobelstadtteil am liebsten unsichtbar machen denn sie kommt aus dem sogenannten „Gebirge“, einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. ...

Die 13-jährige Lilimott Förster würde sich an ihrer neuen Schule im Nobelstadtteil am liebsten unsichtbar machen denn sie kommt aus dem sogenannten „Gebirge“, einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. Doch damit nicht genug: Als sie ein geheimnisvolles, funkelndes Wesen entdeckt, wird sie in eine magische Welt hineingezogen, in der Tag- und Nachtwesen seit Jahrhunderten verfeindet sind und ausgerechnet Lilimott soll den uralten Konflikt beenden.

„Dämmernachtstraum“ ist ein magisches Abenteuer, das Alltag und Fantastisches geschickt verknüpft. Anne Ameling schreibt bildhaft und mit viel Einfühlungsvermögen für ihre Figuren, die sich in gegensätzlichen Welten zurechtfinden müssen. Lilimott muss sich sowohl im sozialen Brennpunkt als auch an einer Nobelschule behaupten. Darüber hinaus entdeckt sie eine Welt voller Lichtgeister, Schattenwesen und geheimnisvoller Orte, was große Verantwortung mit sich bringt. Lilimott ist keine typische Heldin, sondern ein Mädchen mit Zweifeln und Ängsten. Anfangs ist sie unsicher und verletzlich, doch sie wird zunehmend selbstbewusster und mutiger. Sie ist eine sympathische und glaubwürdige Figur, der man gerne dabei zusieht, wie sie über sich hinauswächst.

Der Einstieg in die Geschichte ist eher ruhig und verlangt etwas Geduld, da sich die Handlung nur langsam entfaltet und die Welt nach und nach ihre Geheimnisse preisgibt. Die hohe Figurendichte und der ständige Wechsel zwischen Realität und Fantasiewelt können stellenweise verwirrend sein, doch die Spannung steigt stetig an und mit jeder Seite wird deutlicher, dass Lilimotts Geschichte weit mehr ist als ein Fantasy-Abenteuer. Es ist auch eine Erzählung über soziale Ungleichheit, Zugehörigkeit und den Mut, Brücken zu bauen.

Dämmernachtstraum ist eine berührende und fantasievolle Geschichte für Leserinnen und Leser ab zehn Jahren, die nicht nur verzaubert, sondern auch zum Nachdenken anregt. Ein spannendes Fantasy-Abenteuer, das wichtige Themen anspricht und zugleich in eine Welt zwischen Licht und Schatten entführt, wobei die geheimnisvolle, fast traumhafte Atmosphäre durch die liebevolle Gestaltung und die stimmungsvollen Illustrationen von Timo Grubing perfekt untermalt wird.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Eine rachsüchtige Diebin & ein stummer Prinz

Kingdom of crystal Hearts
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Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank der Edelsteinmagie in Wohlstand. Elodie hat hingegen ihre ganze Familie in den Minen verloren und schlägt sich als Diebin durch. Als auf einem Turnier des ...

Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank der Edelsteinmagie in Wohlstand. Elodie hat hingegen ihre ganze Familie in den Minen verloren und schlägt sich als Diebin durch. Als auf einem Turnier des Königshofes ungeahnte Magie in ihr erwacht, zwingt die grausame Königin sie, ihre neuen Kräfte als die des magielosen Prinzen Rafe auszugeben.

„Kingdom of Crystal Hearts” entführt die LeserInnen in eine fantasievolle Welt, in der magische Edelsteine Macht, Reichtum und gesellschaftlichen Status verleihen. Die Zweiklassengesellschaft, der Unmut des einfachen Volkes, das in den Minen schuften muss, sowie eine rebellische Diebin, eine grausame Königin und ein stummer Prinz bieten viel erzählerisches Potenzial. Leider bleibt die Geschichte insgesamt hinter den Erwartungen zurück, da einige Aspekte zu oberflächlich erzählt werden. Die politischen Strukturen, die gesellschaftlichen Gegensätze und die Konflikte sind zu grob gezeichnet, um eine nachhaltige Wirkung zu entfalten, sodass einen die Geschehnisse nicht sonderlich mitreißen. Auch die emotionale Entwicklung zwischen Elodie und Rafe wirkt blass und wenig greifbar; echte Nähe oder spürbare Spannung entsteht kaum.

Das Magiesystem ist faszinierend, doch obwohl Edelsteine für die Handlung und das Machtgefüge zentral sind, bleiben die Regeln, Grenzen und Konsequenzen unklar. Magie scheint oft genau dann zu funktionieren, wenn es die Handlung erfordert, ohne dass eine nachvollziehbare Logik erkennbar ist.

Abgesehen von einigen verschachtelten Sätzen ist Sina Brings Schreibstil anschaulich und gut lesbar. Das Erzähltempo ist hingegen etwas schwankend: Nach einem spannenden Beginn verlangsamen längere Passagen mit inneren Monologen und Reflexionen den Fortgang der Handlung und das Ende wirkt sehr überhastet.

Insgesamt ist „Kingdom of Crystal Hearts” ein Fantasy-Abenteuer voller Intrigen und Konflikte mit einem interessanten Magiesystem, einer düsteren Atmosphäre und einer sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte. Allerdings mangelt es der Geschichte an Tiefe und erzählerischer Ausarbeitung, wodurch die Spannung oftmals auf der Strecke bleibt.

Wer gerne Fantasy ohne große Komplexität liest, könnte von der Geschichte aufgrund der interessanten Ideen und der leicht düsteren Romantik zwischen Misstrauen und langsamer Zuneigung dennoch gut unterhalten werden.

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