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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2026

Mut zur Wahrheit – ein Blick in die Tiefe

9 Jahre Wahn
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Eric Stehfest öffnet in seinem neuen Buch ein Fenster zu einer Welt, die nur wenige kennen – und er tut es mit erschütternder Ehrlichkeit. In „9 Jahre Wahn“ beschreibt er, wie aus Jahren von Drogenkonsum, ...

Eric Stehfest öffnet in seinem neuen Buch ein Fenster zu einer Welt, die nur wenige kennen – und er tut es mit erschütternder Ehrlichkeit. In „9 Jahre Wahn“ beschreibt er, wie aus Jahren von Drogenkonsum, Selbstzweifeln und Instabilität schließlich eine Diagnose paranoid-schizophren wurde. Er spricht nicht nur über Symptome, sondern über die Tage, an denen seine Gedanken sich wie fremde Stimmen anhörten, über das Chaos, das Entgleiten der Kontrolle, über Angst, Rückzug und Therapie.

Besonders beeindruckend finde ich, wie Stehfest den Spagat schafft zwischen Rohheit und Hoffnung. Er vermeidet weder das Dunkel seiner Vergangenheit noch beschönigt er die Konsequenzen – und dennoch wirkt seine Stimme nicht verzweifelt, sondern entschlossen. Die Kapitel erzählen nicht nur vom Zusammenbruch, sondern auch vom Wiederaufbau, von der Auseinandersetzung damit, wer man war, wer man ist und wer man sein möchte.

Der Schreibstil ist unmittelbar, klar und oft sehr persönlich – man hat das Gefühl, er spricht direkt mit einem. Einige Passagen sind provozierend, andere schlichtweg traurig, und sie bleiben haften. Minimalistisch in der Sprache, aber maximal in der Wirkung. Besonders stark fand ich die Abschnitte, in denen er beschreibt, wie seine Umgebung reagierte – wie wenig Verständnis erfuhr, wie groß die Isolation war – und wie verklärt manche Hilfe war. Auch wenn man selbst keine psychische Erkrankung kennt, öffnet dieses Buch Augen.

Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Reflexion gewünscht – etwa eine Tieferlegung, wie er heute konkret mit Angehörigen und Alltag umgeht. Aber gerade diese Offenheit macht das Buch umso authentischer: Es ist kein fertiger Ratgeber, sondern das Bekenntnis eines Menschen, der mitten im Leben steht – mit Kampf, Rückschlägen und Lichtblicken.

Fazit:„9 Jahre Wahn“ ist keine leichte Lektüre – und doch eine wichtige. Für Betroffene, Angehörige und alle, die verstehen wollen, wie weit Psycho­pathologien gehen können und wie groß der Mut ist, sich ihnen zu stellen. Ein Buch, das bewegt, inspiriert und nachhallt.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Mutig Nein sagen – schon von klein an

Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein
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Dieses liebevoll gestaltete Bilderbuch greift ein enorm wichtiges Thema auf: Kinder ­wenn Kinder lernen, dass ihr „Nein“ genauso zählt wie das „Ja“ der Erwachsenen. In klaren, kindgerechten Situationen ...

Dieses liebevoll gestaltete Bilderbuch greift ein enorm wichtiges Thema auf: Kinder ­wenn Kinder lernen, dass ihr „Nein“ genauso zählt wie das „Ja“ der Erwachsenen. In klaren, kindgerechten Situationen zeigt es, wie Kinder für sich einstehen können – mit Bauchgefühl, Klarheit und Grenzen. Besonders ansprechend finde ich das interaktive Element: Ein QR-Code führt zum Kinderschutz-Rap, der mit Bewegungen und Lied die Botschaft spielerisch vertieft.

Die Illustrationen sind freundlich und einladend, so dass schon die Zielgruppe (ab etwa 3 Jahren) leicht Zugang findet. Die kurzen Texte und die lebendige Aufmachung geben Eltern und Kindern Gesprächsanlässe. Das Buch vermittelt: „Nein sagen“ ist keine Schwäche, sondern ein Ausdruck von Selbstwert und Schutz. Die Verbindung von Alltagsszenen, Empathie und praktischem Mitmach-Element macht das Werk besonders wertvoll.

Ein kleiner Hinweis: Die Seitenzahl ist kurz (nur 16 Seiten) und das Format relativ kompakt – für Kinder, die lieber längere Geschichten hören, könnte das eine Einschränkung sein. Doch gerade diese Kürze passt zum Thema: Klarheit statt Überfrachtung.

Fazit:„Nein ist Nein!“ ist ein starker Begleiter für Kinder – und für Erwachsene, die ihnen beistehen wollen. Ein Buch, das Selbstbewusstsein, Schutz und Gesprächsanlässe bietet, ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Stille Heldinnen – lauter Widerstand

Wir dachten, das Leben kommt noch
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„Wir dachten, das Leben kommt noch“ ist ein bewegender historischer Roman, der jenseits bekannter Kriegserzählungen jene Frauen in den Mittelpunkt rückt, die in der Besatzungszeit geheime Botschaften übermittelten, ...

„Wir dachten, das Leben kommt noch“ ist ein bewegender historischer Roman, der jenseits bekannter Kriegserzählungen jene Frauen in den Mittelpunkt rückt, die in der Besatzungszeit geheime Botschaften übermittelten, Sabotageakte planten und im Schatten agierten.

Die Hauptfigur Pat wird von einer BBC-Moderatorin aufgesucht, die Licht auf ihre Vergangenheit werfen will. In dieser Suche nach Wahrheit entfaltet sich eine Geschichte voller Mut, Erinnerung und Verdrängung.

Sandmann gelingt es, historische Detailtreue mit literarischem Erzählfluss zu verbinden. Die Figuren wirken glaubwürdig und vielschichtig: Pat trägt ihre Geheimnisse mit Würde, zugleich spürt man die Last, die Jahre des Schweigens hinterlassen haben. Der Roman zeigt eindrücklich, wie widersprüchlich und entbehrungsreich das Leben im Widerstand war – und wie wenig Anerkennung diese Frauen oft bekamen.

Besonders gelungen ist die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart: Erinnerung wird nicht nur rekonstruiert, sie wird erlebt. Der Leser spürt den Druck, die Gefahr, das Versteckspiel – und gleichzeitig den inneren Frieden, der erst nach Jahrzehnten möglich wird. Die Sprache ist klar, bildhaft und mit einem Feingefühl für Atmosphären. Einige Szenen sind so intensiv, dass man kurz innehält.

Ein kleiner Kritikpunkt: Der breite Zeitraum und die vielen Zeitebenen machen das Lesen an manchen Stellen herausfordernd – mir hätten ein paar ruhigere Momente mehr gefallen, um tiefer in einzelne Lebensgeschichten einzutauchen. Doch das schmälert nicht den Gesamteindruck: Das Buch bleibt fesselnd und beeindruckend.

Fazit:Ein Roman, der leise Geschichten laut erzählt. Erzählt von Frauen, die nicht ins Rampenlicht wollten — und dennoch Geschichte schrieben. Wer historische Romane mit starken Charakteren und moralischem Tiefgang schätzt, findet hier eine außergewöhnliche Lektüre.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Starkes Finale mit viel Emotion – trotz kleiner Schwächen im Mittelteil

Bonds of Hercules
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„Bonds of Hercules“ bietet ein beeindruckendes Finale für Alexis’ Geschichte und verbindet erneut Mythologie, Action und Emotionen zu einer spannenden Mischung. Besonders gelungen fand ich, wie vielschichtig ...

„Bonds of Hercules“ bietet ein beeindruckendes Finale für Alexis’ Geschichte und verbindet erneut Mythologie, Action und Emotionen zu einer spannenden Mischung. Besonders gelungen fand ich, wie vielschichtig Alexis dargestellt wird. Sie bleibt verletzlich und impulsiv, aber gleichzeitig spürt man ihren Reifeprozess deutlich. Auch die Beziehungen – vor allem zu Augustus, Kharon und Fluffy Junior – geben dem Roman Wärme und Tiefe.

Die Weltgestaltung ist wie gewohnt facettenreich. Jasmine Mas hat ein Händchen dafür, mythologische Figuren modern und greifbar wirken zu lassen. Einige Szenen, besonders im ersten und letzten Drittel, sind intensiv, atmosphärisch und überraschend emotional. Die Auflösung rund um Medusa gehört für mich zu den stärksten Momenten des Buches.

Im Mittelteil hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Handlung manchmal ins Stocken gerät. Kämpfe und Auseinandersetzungen wiederholen sich ein wenig und nehmen Tempo raus. Auch einige Nebenfiguren bleiben weiterhin schwer greifbar oder wirken sehr extrem.

Der Abschluss selbst hat mich dafür wieder absolut überzeugt. Viele Fäden werden zusammengeführt, Alexis bekommt ein würdiges Finale und gleichzeitig macht das Ende Lust auf den nächsten Band – auch wenn ich bei einzelnen Figuren noch nicht ganz weiß, ob ich mit ihnen warm werde.

Fazit: Ein emotionaler, bildstarker und spannender Band, der mit einem mitreißenden Anfang und einem starken Ende punktet, auch wenn die Mitte etwas schwächer wirkt. Für Fans der Reihe auf jeden Fall ein Muss.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Faszination Norden – die Nordkap-Projektion

KUNTH Bildband Die Nordkaproute
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Der Bildband Die Nordkaproute von Andrea Lammert ist eine visuelle Liebeserklärung an die wilden, weiten Landschaften Nordskandinaviens. Auf opulenten Fotografien werden Fjorde, Gebirge, endlose Straßen ...

Der Bildband Die Nordkaproute von Andrea Lammert ist eine visuelle Liebeserklärung an die wilden, weiten Landschaften Nordskandinaviens. Auf opulenten Fotografien werden Fjorde, Gebirge, endlose Straßen und das magische Licht des Nordens eingefangen – mal melancholisch, mal kraftvoll. Lammerts Blick ist nicht nur touristisch: Sie zeigt auch das raue Leben der Natur, die Einsamkeit und das Abenteuer in seinen leiseren Momenten.

Für mich ist dieses Buch ideal, wenn man einfach mal träumen, planen oder den Kopf frei bekommen möchte. Es lädt ein zu Fernweh – und lässt einen gleichzeitig innehalten. Ein wunderbarer Bildband, nicht überladen, sondern mit ausgewählter Seele.

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